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Das Geheimnis der Düngung im biodynamischen Landbau - ein Vortrag von Martin von Mackensen, 2026
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Transkription vom 11. September 2026
+++ Stand 12. November 2025: Dieser Text ist eine automatische Transkription und muss noch von Hand überarbeitet werden. Du kannst hier gerne MitTun? +++
Begrüßung, Standort und der Anlass 00:00:18
Einen wunderschönen guten Abend auch von meiner Seite. Ich freue mich hier sprechen zu dürfen. Das habe ich das letzte Mal auch schon versucht zu sagen. Ich sage es nochmal. Ich bin mit dieser Stadt verbunden, weil ich hier geboren bin. Und wenn ich heute hier herkomme, dann, jetzt bin ich vielleicht ein bisschen frech, beneide ich sie eigentlich nicht, ob der schlechten landwirtschaftlichen Situation. Also diese Offenheit dem Wind und von unten mit dem Sand. Das ist eigentlich eine pure Herausforderung, wenn man aus so einem fruchtbaren Gebiet kommt, wie aus der Wetterau. Also das nur, damit sie so ein bisschen einen Geschmack haben, wo ich herkomme.
Ich arbeite dort schon 35 Jahre. Ich habe lange den landwirtschaftlichen Betrieb praktisch mitgestaltet, habe viele Jahre unter der Kuh zugebracht und auf dem Schlepper im Ackerbau und in der Viehhaltung. Und ich hatte dann das große Glück, eben diese Schule, diese Lehrtätigkeit, diese Ausbildungstätigkeit übernehmen zu dürfen. Ich wollte das gar nicht. Der Kollege, der alte Kollege, der mir das so übergab, der hat das wahrscheinlich gewusst, dass mich das in der Schweiz, sagt man, dass mich das anfrisst. Das hat es dann gründlich getan bis heute.
Und ich will von dort aus überleiten zu unserer Situation heute hier mit dem Licht und dem Filmen. Es ist so, dass dieser Betrieb kein normaler landwirtschaftlicher Betrieb ist, sondern man kann vielleicht sagen, es ist ein Lehr- und Forschungsbetrieb. Man könnte auch sagen, ein Entwicklungsbetrieb. Wir versuchen auf vielen Feldern für die gesamte Biodynamik Entwicklungen, Vorbereitungen, Verfahren zu machen. Und das ist sehr aufwendig und sehr mühsam und vor allem bezahlt sich das nicht von selber. Und so bin ich eben auch immer wieder unterwegs, um Menschen zu finden, die das fördern. Und auch für die ist es wichtig, zu sehen und zu hören, wenn das mal von der inneren Seite, von der spirituellen Seite, so wie das heute sein soll, formuliert und ausgeführt wird. Ich hoffe, es gelingt. Also nehmen Sie es bitte deshalb einfach hin, dass wir so ein grelles Licht haben und dass wir filmen, weil es notwendig ist für die Menschen, die gar nicht hier am Ort leben und die wir doch erreichen wollen.
Der Leitsatzbrief und die Düngungsfrage als Zukunftsfrage 00:03:24
Ich möchte so beginnen, dass ich nochmal anknüpfe an unseren Termin im Juni letzten Jahres. Und da bin ich ja ausgegangen von einem Leitsatzbrief. Wir sind ja hier sozusagen auf der Ebene, auf der Arbeitssphäre der Hochschule, der Hochschule für Geisteswissenschaft. Und wir haben diesen Obertitel über der ganzen Serie der Erkenntnisweg der Michael-Schule. Das heißt, es ist eine Schule, die einen eigenen, ich sage jetzt mal erweiterten Erkenntnisweg geht. Und zudem ist sozusagen zentral, kann man sagen, zunächst das, was Rudolf Steiner formuliert hat in diesen sogenannten Leitsatzbriefen und in den dazugehörigen Leitsätzen.
Und ich habe für heute zur Grundlage einen genommen, der einen unglaublich weiten Blick in die Zukunft wagt und der für uns an der Natur tätigen, wie eine Art immer wieder etwas ist, wo wir ja merken, es hat eine ganz andere Perspektive noch, was wir da täglich so tun. Da tun einem die Knie weh nach vielen Jahren, da ist das Eisen im Winter kalt, da und so weiter und so weiter. Und man kommt finanziell eigentlich immer wieder an Grenzen und so. Und dann hat man so einen Brief, der eine so unglaubliche Perspektive formuliert, wie dieser Brief, was ist die Erde in Wirklichkeit im Makrokosmos für die Zukunft, sage ich jetzt dazu. Dieser Leitsatzbrief formuliert, wie der Mensch und mit ihm die Erde gebildet ist, aus dem großen geistigen Kontext des Kosmos. Und wie dieser Kosmos zunehmend über lange Epochen hin immer schwächer, immer schwächer in seiner Bildekraft geworden ist und wie in den Menschen eine ganz besondere Konstellation vorhanden ist, dass er aus dem, was eigentlich von der Erde kommt, im Zusammenhang mit dem, was ihm über lange, lange Perioden geschenkt worden ist aus der geistigen Welt, sein Selbstbewusstsein hat entwickeln können. Und dieses Selbstbewusstsein wird jetzt zur Quelle der Gestaltung seiner selbst und zur Gestaltung der Welt und zur Gestaltung des ganzen Planeten und zur Gestaltung der zukünftigen Entwicklung des Planetensystems, des ganzen Kosmos. Es ist ein unglaublich kraftvoller und irgendwie bekräftigender Leitsatzbrief, den wir jetzt hier heute Abend natürlich nicht wirklich studieren können, aber ich finde es einfach gut, dass wir diesen doch auch vielfach aphoristischen Darstellungen, die ich Ihnen jetzt hier bringen möchte, dass Sie da sozusagen eine Quelle nochmal aufsuchen können, mit der Sie das in Zusammenhang stellen können. Also in diesem Sinne der Hochschule, des Studiums an dieser unglaublich starken, großen, geistigen, spirituellen Darstellung der Welt- und Menschheitsentstehung und Zukunft.
Also ich will es nochmal auf eine ganz andere, ganz einfache Weise sagen. Ich spreche eigentlich vor allem im Hinblick auf die Wesen, die sich anschicken, zur Erde zu kommen. Ich möchte eigentlich sozusagen formulieren, was sind Bedingungen des Lebens der zukünftigen Erde, auf die man freudig zugehen könnte. Ich spreche also gar nicht aus der Zerstörungsseite unserer Welt, sondern ich spreche eigentlich, versuche zu sprechen sozusagen in einer Einladungsgeste für diejenigen, die vielleicht sozusagen in dem Raum sind, der langsam sich verdichtet zum hier Mitgestalten. Das ist ein großer, großer Anspruch, das ist mir klar und das werde ich natürlich auch nur ansatzweise erfüllen können, aber ich möchte das deutlich sagen. Die Düngungsfrage ist eine Zukunftsfrage. Die Düngungsfrage ist eine Frage nach der, wie organisieren wir im Leben die Substanzströme so, dass etwas immer mehr Lebendiges, immer mehr Fruchtbares entstehen kann. Vielleicht ist es jetzt ein bisschen deutlich. Also die Frage nach der Fruchtbarkeit aus dem Gesichtspunkt der Lebendigkeit, der Verstärkung, Verdauerung der Lebendigkeit für die Zukunft. Das ist der Gesichtspunkt heute und ja, mit dem wollen wir in diese Betrachtung reingehen.
Die junge Geschichte der Landwirtschaft: Liebe zur Erde und die Orden 00:09:46
Ich muss mal hier diese verschiedenen Farben aus der Hand kriegen. Vielleicht ist es gut, sich dazu zunächst diese Frage der Verlebendigung, der Verdauerung der Fruchtbarkeit einmal einen Moment sozusagen zurück zu besinnen und dieses ganz, ganz junge Kind, diese ganz, ganz junge Entwicklung unserer Kultur Landwirtschaft in ihrer Geschichte ein wenig anzuschauen. Und ich will das sehr deutlich sagen, ich verdanke an diesem Punkt sehr viel Manfred Klett, der sein Leben lang die Forschung eigentlich genau auf diese Frage gerichtet hat, wie ist eigentlich diese Organismusidee, wie ist eigentlich dieses Individualisierungsprinzip in der Landwirtschaft, wie ist es eigentlich geschichtlich zu fassen. Und Sie wissen das ja vielleicht, die Landwirtschaft ist so jung und so fragil und so unerprobt, wenn wir unsere Leiblichkeit dagegen halten oder wenn wir die Natur in vielerlei Hinsicht dagegen halten, ist sie viele Millionen Jahre alt und sehr erprobt und sehr krisenfest, was man von der Landwirtschaft überhaupt nicht sagen kann. Die Landwirtschaft beginnt auf einen Schlag an verschiedenen Orten in der Welt und man hat eigentlich immer die Frage, was hat sich geändert im Bewusstsein der Menschen.
Es ist nicht die Bequemlichkeit, das kann man ganz sicher sagen. Es ist nicht die höhere Produktion, die man da irgendwie erwarten kann, sondern es scheint doch deutlich zu sein, es ist die Liebe zur Erde, die Liebe, die Verbundenheit, das Interesse, die Freudigkeit der Tätigkeit in der Verwandlung der Lebenswelt um uns herum, die da am Anfang steht. Die Landwirtschaft wird erfunden, nicht weil man mehr Nahrung braucht, nicht weil es bequemer ist, es war unbequemer. Die Menschen haben eine kürzere Lebenserwartung gehabt, sie waren kränker, sie haben sofort natürlich, jetzt waren sie hier und da war jemand anders und wo ist denn die Grenze, alles das fängt damit an. Aber es war dieses Ich will mich verbinden, wir wollen uns verbinden und wir sind nicht mehr in der unendlichen Weite unterwegs. Die Weite ist sozusagen eine unglaubliche Weisheit, es ist das sich hineinbegeben in das wie es ist und dieses Prinzip ist so, ist vertikal. Da oben ist eine geistige Wirklichkeit, eine geistige Welt, eine Göttlichkeit, wie auch immer und hier ist der Boden, hier ist die Erde, hier sind meine Pflanzen, hier sind meine Tiere, hier sind meine Nachbarn, hier ist meine Gemeinschaft. Und dieser Schritt passiert und die Menschen haben intuitiv oder aus einem göttlich-geistigen Strom heraus ganz vieles sofort zur Hand und wir sind heute wahnsinnig erstaunt, dass innerhalb von ein, zweihundert Jahren das Ganze da ist. Die Haustiere, die Kulturtiere und was in den Büchern immer fehlt, der Kulturboden. Das entsteht alles wie in ganz kurzer Zeit, wie in einer riesigen Explosion, wenn man Lebensverhältnisse kennt. Es ist ein neuer Boden, es sind neue Pflanzen, es sind neue Tiere und es ist ursprünglich natürlich ausgehend davon ein neuer Mensch.
Und jetzt entwickelt sich das weiter und wir sehen die Hochkulturen am Euphrat und am Tigris, am Nil und wir sehen auch in anderen Kontinenten ähnliche Situationen. Es wird sehr, sehr dauerhaft und sehr, sehr perfektionistisch, sehr, sehr auch, ja, es geht über viele tausend Jahre und dennoch wird das Prinzip der Düngung eigentlich nicht verstanden. Das macht immer noch der liebe Gott mit dem Fluss. Düngung ist etwas, was sozusagen da passiert, wo man eben ist und man geht nicht dahin, wo es nicht hinkommt. Man sucht sozusagen diese besonderen Standorte, an denen die Welt den Dünger schenkt. In irgendeiner Form, das könnte man jetzt lange durchdeklinieren. Und es ist sehr bemerkenswert und sehr wichtig und das würde ich Ihnen gerne mitgeben vom heutigen Abend. Richtig als Prinzip, richtig als Notwendigkeit taucht das das erste Mal auf in Gemeinschaften, die jetzt nicht den guten Platz suchen, sondern die aus einem inneren Zusammenhang des Hinwendens, des spirituellen Sich-Bemühens einen Ort aufsuchen wollen, an dem keine Menschen sind. Wovon spreche ich? Von den Orden. Das erste Mal wird Landwirtschaft sozusagen als geschlossener Organismus erfunden, auch auf schlechten Standorten, aus dem Bemühen, wir wollen arbeiten und beten und wollen von unserer Hände Arbeit leben. Und dazu braucht man jetzt die Tiere und dazu braucht man die Bäume und dazu braucht man und dazu braucht man. Und man schafft das, dass das ein geschlossenes, lang anhaltendes und immer fruchtbar werdenderes Ganzes ist. Das kann man belegen, das ist wirklich sehr interessant und es beginnt eben in dem, was wir westliche Welt nennen, Altertum oder im Übergang in das frühe Mittelalter, 496 mit Benedikt von Nursia oder man kann auch sagen 380 in Äthiopien mit den ersten christlich religiösen Gemeinschaften. Da kann man jetzt Verschiedenes heranziehen. Es wird dauerhaft, es geht sozusagen in die Fläche, es wird bedeutsam im frühen Mittelalter. Und das Mittelalter ist ja überhaupt diese für uns so schwer verstehbare Phase, in der irgendwie die ganze Menschheit diesen Innenweg sucht und der Außenteil eigentlich wie vernachlässigt wird und ganz langsam sickert das sozusagen immer von diesen Gemeinschaften in die allgemeine landwirtschaftliche Praxis ein, dass man eben mit solchen Organismen stabiler ist, dass mehr Menschen da leben können und so weiter.
Das heißt, wenn wir über Düngung sprechen, das Wesen der Düngung, wenn wir sozusagen verstehen wollen aus einem spirituellen Gesichtspunkt heraus, was ist das eigentlich, diese Verlebendigung des Bodens, dann fällt der Blick, wenn wir zurückschauen, eben auf dieses Zusammenkommen, wenn wir jetzt auf die Dauer, auf die Länge der Zeit schauen, auf den Standort schauen, dann fällt der Blick auf dieses Zusammenkommen des Christentums mit dem, ja wie kann man sagen, an einem Ort, mit dem Ort verbunden sein so intensiv, dass diese Menschen ja fast dabei draufgegangen sind. Diese Lebenserwartungen, die Knochen, wenn man das heute so anschaut, dann hat man ja ein Bild von diesem wirklich Arbeiten und Beten, bis man umfällt und man wird 35 Jahre oder so im Durchschnitt. Ich glaube kaum einer hier im Saal ist 35 oder drunter. Das kann man sich eigentlich alles gar nicht vorstellen.
Der Mensch wird zur Grundlage gemacht: Dreigliederung, Kiesel und Kohlensäure 00:18:42
Ja, das wollte ich so ein bisschen zum Anfang, dass wir einen Blick auf diesen Geschichtsaspekt haben und jetzt wollte ich ein nächstes nehmen, was eben auch mit dem landwirtschaftlichen Organismus, der sich entwickelt, zusammenhängt und was eben jetzt wirklich, sage ich mal, die zentrale Erfindung oder die zentrale Aspekt Rudolf Steiners ist, der Mensch wird zur Grundlage gemacht. Dieser Organismus ist nach dem Bild des Menschen zu gestalten und das ist häufig auch missverstanden worden oder ist nicht ganz einfach zu verstehen. Ich würde das gerne mit Ihnen sozusagen mehr zunächst von der physiologischen, von dem Gesichtspunkt der Dreigliederung, der physiologischen Dreigliederung aus kurz anklingen lassen. Und wenn Sie da den Menschen haben und das, was ich gerade getan habe, dann haben Sie das Atmen. Dann haben Sie unsere Verbundenheit mit der Welt, des Luftigen, Luftfeuchten durch den Atem. Und Sie haben auf der anderen Seite die Nerven-Sinnes-Organisation, wo wir eben mit der Welt in Berührung sind oder wo die Welt auch in uns einzieht. Und demgegenüber haben Sie das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem, wo Sie ganz unbewusst sind und wo Sie sich durchbewegen können, wodurch Sie in der Zeit sind, wodurch Sie eben ein tätiges Wesen sein können.
Und jetzt gibt es eine relativ späte, besondere Darstellung Rudolf Steiners, wo er diese Dreigliederung einmal so bringt, wo es ihm darum geht, den Atem, das Atmen zu charakterisieren, dass er sagt, ja, die Sinnestätigkeit, die ist eigentlich wie eine extrem verfeinerte Atmung. Schauen Sie nicht darauf, dass Sie sozusagen irgendwie Informationen so in sich abspeichern, sondern sehen Sie doch, wie das, was Sie mit dem Sauerstoff tun, indem Sie ihn aufnehmen, wie in eine extreme Verfeinerung Ihrer Kieselverhältnisse, Ihrer Kieselsäure, Ihrer Siliziumqualitäten in den Sinnesorganen führt. Und schauen Sie, wie Sie mit der Atmung, indem Sie den Sauerstoff zu sich nehmen und, ich sage jetzt mal, innerlich verwursteln, die Kohlenstoff-, die Kohlensäure-Natur in sich ein bisschen mehr halten, als dass Sie alles wieder ausstoßen durch die Atmung. Also er macht diese wunderschöne, für mich ist sie einfach wunderbar, diese Skizze. Ich weiß nicht, wie er angefangen hat. Ich mache es mal so, wie ich denke. Ich weiß es nicht. Er macht oben so einen Bogen für die Nerven-Sinnes-Organisation und er macht unten so einen Bogen für die Stoffwechsel-Gliedmaßen-Organisation und dann verbindet er das mit so einem wunderbaren Grün in so einer Weise. Und er schreibt nur ganz schnell, er schreibt ja immer so beim Sprechen und das ist eigentlich, ja, man weiß gar nicht genau, warum er nur das geschrieben hat. Er schreibt einfach nur hier unten diese Kohlensäure-Bildung und oben die Kieselsäure-Bildung. Nicht verstanden? Die Kieselsäure-Bildung, die Kohlensäure-Bildung aus der Atmung und der eine oder andere wird diese Darstellung erinnern, wird sie kennen. Das ist ja nichts, was man sozusagen intellektuell mal so eben auffasst, sondern was eigentlich bei Rudolf Steiner auftaucht, eben in diesem Kontext des immer wieder Bearbeitens in einem meditativen Prozess. So viel vielleicht, um das zu markieren.
Und jetzt beziehen wir das auf die Landwirtschaft und wir sehen sofort, das was der Sinnesprozess ist in der Landwirtschaft, ist die Frage nach dem Kiesel und das was der Stoffwechselprozess ist in der Landwirtschaft, ist die Frage nach der Kohlensäure. Jetzt ist die Kohlensäure nicht so sehr, sie ist eigentlich Ausdruck dieses Prozesses und es geht wirklich darum, können die Pflanzen den Boden befruchten, fruchtbarer machen, indem sie mehr hinterlassen als ein Jahr vorher zum Beispiel, als sie starteten. Kann durch den Pflanzenbau der Kohlenstoffhaushalt so beeinflusst werden, dass es bergauf geht? Sag ich jetzt mal ganz banal, das ist sozusagen die Humusfrage, die da dran hängt. Und die andere Seite, die ist uns eigentlich heute sehr gut bekannt, die andere Seite ist heute viel unbekannter. Wie können wir eigentlich die innere Harmonie, die Ordentlichkeit des Pflanzenwachstums im Hinblick auf das Oben und das Unten steigern, variieren, sensibler machen? Man könnte sagen, wie kann man den Sinnesprozess der Pflanze fördern, dadurch, dass sie im richtigen Verhältnis der Anregung, im richtigen Verhältnis zu dieser wärmevermittelnden Substanz des Kiesels, der Siliziumoxide kommt. Das heißt, wir haben hier einen wunderbaren Übergang, wo wir eigentlich noch mal sehen können, eine Stufe tiefer, der Mensch wird zur Grundlage gemacht. Das ist in der Landwirtschaft eigentlich mit Händen zu greifen. Man fragt sich eigentlich, warum vieles, was Steiner in dem Landwirtschaftskurs bringt, ist bekanntes Wissen, was er neu sozusagen zusammenordnet. Aber diese Sache, die so im Mittelpunkt steht, die gibt es vorher nicht. Keiner hat bis dato das so formuliert, der Mensch wird zur Grundlage gemacht für diese Vision, für dieses Funktionsprinzip, für dieses Lebensempfindungswesen Landwirtschaft, wo man jetzt versuchen muss, wie kann man das denn fassen, wie kann man das beschreiben, damit man es machen kann.
Weil, das haben Sie jetzt sicher schon rausgehört, auch durch meine erste Bemerkung über diesen Standort hier, dass eben an jedem Ort, in jeder Zeit, mit jedem Menschen anders ist. Es gibt nicht den richtigen und den falschen Betrieb, sondern es gibt nur dieses Prinzip, du musst es erkennen, du musst es empfinden, du musst in den Prozessen spüren, mitkriegen, was ist es eigentlich für ein Genosse da, in dem du da drinnen bist. Was kann der und was kann der nicht. Und was macht auch Sinn, in fünf Jahren von ihm zu erwarten und das langsam sozusagen zu fördern und ihm zu lernen. Und was wird es nie geben und braucht man auch gar nicht anstreben. Also wie lerne ich eigentlich dieses Wesen, diesen Organismus, dieses Ganze, unteilbare Ganze in Entwicklung, wie lerne ich das eigentlich kennen. Landwirtschaftliche Individualität. Ein Freund von mir, ein Italiener, der schon lange mit der Biodynamik verbunden ist, der hat mal, da habe ich mal in einer Arbeitsgruppe gefragt, was halten Sie eigentlich für den wichtigsten Satz, für die wichtigste Sache dieses Landwirtschaftskurses. Ich war noch gar nicht fertig mit der Frage, da kam die landwirtschaftliche Individualität. Das war für ihn völlig klar, das ist der eigentliche Begriff, da gibt es dann auch Präparate und da gibt es Düngungsfragen und da gibt es, da gibt es, da gibt es. Aber dieser Begriff ist das eigentliche Zentrum und da hat er recht. Also diese Frage, können wir Landwirtschaft so machen, dass sie immer mehr sie selber an diesem Ort wird. Das heißt, dass diese Organismen immer mehr in eine Eigenentwicklung kommen. Man könnte auch sagen, letztendlich ihre Funktionsgesetze sind immer in ihnen drinnen. Die kann man nicht von außen auf sie draufsteppen und sagen, das ist aber schwach, was da los ist. Das könntest du aber hier auf diesem Hof, könntest du aber noch dies und das erreichen. Das trifft es nicht. Und das führt eben immer dazu, dass die Landwirtschaft eigentlich kaputt geht.
Exkurs: Die Bildung der Schwarzerde als Urbild 00:28:41
Ja, vielleicht das als zweites kleines Kapitel. Und wir würden jetzt vielleicht einen Exkurs machen, der mir eigentlich, ich denke, der könnte hilfreich sein, um für Sie etwas zu verstehen, wo ja vielleicht viele gar nicht direkt aus der Landwirtschaft kommen. Und dieser Exkurs ist für Sie vielleicht ein bisschen fremd, weil es eben hier in der Gegend das gar nicht gibt. Und das ist die Bildung der Schwarzerde. Ich möchte Ihnen eigentlich die Bildung der Schwarzerde, oder man könnte auch sagen, das, was die Bodenkundler Tschernozem nennen. TSCH ist ein russischer Name eigentlich. Das möchte ich Ihnen ein bisschen erzählen, wie das zustande kommt, weil das ist eigentlich wie ein Urbild. Und das ist interessant. Das kam damals auch in diesem Koberwitz, in dieser Gegend vor. Und Steiner wusste das und bezieht das eben auch ein. Und das berechtigt mich, das überhaupt hier so auszuarbeiten und Ihnen zu sagen, das ist wie so ein Naturvorbild mancher Prozesse, um die wir uns zu bemühen haben.
Und für die Bildung der Schwarzerde ist es nun so, dass es einen physischen, einen geologisch-physischen Aspekt gibt. Und der hängt zusammen mit dem Untergrund. Und dieser Untergrund muss in gewisser Weise ein Stück Calcium enthalten. Und dann ist es so, dass dieser Untergrund meistens besonders schön gelingt, das auf der Welt. Das gelingt übrigens auch in vielen Kontinenten. Das ist nicht nur in Mitteleuropa oder Osteuropa passiert und passiert auch gegenwärtig noch, sondern das ist auch im Mittleren Westen in den USA. Es gibt auch in China gibt es das. Und also das gibt es an vielen Orten. Es gibt es auch auf der Südhalbkugel. Das ist nicht so ganz, das ist ein allgemeines Prinzip. Meistens sind es Lösse, auf denen das entsteht, feiner Staub, wunderbarer feiner Staub, der selber schon ein bisschen kalt mitbringt.
Und jetzt ist es so, wie Sie wahrscheinlich überhaupt nicht erwarten würden, das größte, tollste Leben, was wir in der Bodenkunde überhaupt kennen, die Schwarzerde. Sie entsteht dadurch, dass besonders viel Tod anwesend ist. Die Natur hat den Tod erfunden, um mehr Leben zu haben. Dieses wunderbare Goethe-Wort. Zweimal im Jahr ist richtig alles zu Ende. In den Winter zwei, drei Monate massiver Frost. In den Sommer Hitze und totale Trockenheit. Zwei kurze Vegetationsperioden und dann Tod. Wirklich richtig Ende. Alles Leben muss sich irgendwie in eine Dauerform verkriechen, irgendwie Formen entwickeln, wo es das überlebt. Und ohne das geht Schwarzerde-Bildung nichts. Interessant.
Und was passiert da jetzt genau? Da wachsen Pflanzen, die mit relativ wenig Wasser wachsen können. Das ist gar nicht so üppig, dieses Wachstum. Das sind vor allem erst mal Gräser und Kleearten, die mit der Trockenheit zurechtkommen. Also Leguminosen, die können auch buschartig sein, aber meistens sind es eher Kleearten, die eben auf dem Boden bleiben und abfrieren können und so weiter. Ich deute das hier alles nur an, dass Sie ein bisschen ein Bild haben. Kleeartige oder so, das sind gar nicht sehr viel Klee selber, sondern andere Leguminosen. Also die Leute, die sich jetzt fachlich wirklich da auskennen, nehmen mir das bitte nicht übel, dass ich es ein bisschen so einfacher formuliere, dass jeder gut mitkommen kann. Und das Nächste, was da entscheidend ist, es gibt auch Sträucher, es gibt ein bisschen Bäume und Büsche, aber eigentlich eher so Büsche. Das ist nicht wirklich ein Wald, dafür reicht das Wasser nicht. Es ist ganz knapp mit dem Wasser, deshalb gibt es auch keine so richtig massive Verholzung. Aber eben diese beiden Pflanzengruppen, die sind wichtig.
Und nun gibt es Tiere und da gibt es Tiere, viele, aber es gibt eine Gruppe von Tieren, die können etwas, was alle anderen nicht können, was wir nicht können, was auch sonst in der Natur eigentlich nicht vorkommt und das ist die Verdauung des Holzartigen, der Zellulose. Von wem spreche ich? Von den Wiederkäuern. Und Sie haben das Bild ja sicher in der Prärie, dem mittleren Westen, diese Millionen von Bisonherden, die da waren und so weiter und so weiter. Also Tiere, die ziehen, aber die eben mit dem Verholzen, stellen Sie sich das vor, das wächst kurz auf, zwei Monate und dann vertrocknet es, verdorrt es, verholzt es in die Hitze hinein und das macht diesen Tieren gar nichts, weil sie das verdauen können. Und mit diesem Verdauen kommt etwas, was wir nachher noch weiter zu besprechen haben, eben das in sich wie nur ein Raum geben für ein Leben, was jetzt diese Verdauung eigentlich leistet. Kommen wir nachher noch mal zu.
Und jetzt gibt es noch andere Tiere, die leben unten. Die sind sehr wichtig in diesem Geschehen. Also diese Wiederkäuer, ich deute die vielleicht eher nur so an als etwas von der Farbe. Jetzt gibt es unten Lebewesen, die sind hier sehr aktiv und gehen mal oben und gehen mal unten und machen Röhren und Nester und holen sich Vorräte nach unten unter diesen langsam entstehenden Humus. Die Wissenschaftler nennen die Krotowinen und man muss so an Ziesel und an Maulwurfsarten denken. Man kann auch jetzt schon sagen, Sie merken schon, wo ich hin will, das ist eigentlich die Bodenbearbeitung. Und nun gehört noch dazu, dass in diesem Aufwachsen, Verdauen, es entstehen Fladen, es entsteht Kot mit dieses Einarbeiten, das Genügend Vorhandensein von Kalk und die Leguminosen. Jetzt ist eine Welt da, in der organische Substanz bleibt. Die Verhältnisse sind so, dass die nicht komplett, die Bodenkundler sagen, oxidiert. Also wir haben ein bisschen eine Situation, in der das, was wir sonst so kennen, von dem ich vorhin auch gesprochen habe, der Sauerstoff, dass der nicht so richtig zugreifen kann. Der ist natürlich da, aber die Trockenheit und der Frost verhindern das ein bisschen. Und das ist wichtig. Das habe ich eigentlich meinem Kollegen zu verdanken, dem David Martin, der hat irgendwann mal gesagt, wir müssen diese Stoffe, eigentlich, das ist ein wunderschöner Chemieunterricht gemacht, müssen den einen anderen Namen geben. Und dieser Stoff, der müsste eigentlich Verwandlungs- und Angriffsstoff heißen. Der greift auch ständig an. Und oft greift er uns in Bezug auf den Humus ein bisschen zu viel an. Und hier kann er nicht das ganze Jahr über. Hier ist er zweimal gestoppt. Damit hängt das auch zusammen.
Und jetzt entsteht das, wo man eben so wahnsinnig staunend davorsteht. Ich habe wahrscheinlich jetzt gar kein schönes Dunkelbraun hier, ich habe nämlich keins mitgebracht. Dass das Ganze immer höher wächst. Innerhalb von wenigen Jahrhunderten sind da 80 Zentimeter, nicht Torf, wirklich schwarzer, krümeliger, wunderbarer Boden. Ich habe noch einen vergessen, einen ganz wichtigen Mitarbeiter in dem ganzen Geschehen. Der lebt in einer Röhre. Sie kennen den sehr gut, der Tiefgräber der Regenwurm, der bis zu 1,50 Meter, bis zu 2 Meter runtergeht. Also die Schwarzerdebildung als etwas, wo man sagen kann, es ist wie so ein Vorbild. Wenn man wirklich auf Fruchtbarkeit aus ist, muss man das anschauen und sich immer fragen, was fehlt mir auf diesem Weg. Und dann findet man schon sehr schnell, wo die größten Probleme sind, wenn man das zum Vorbild nimmt.
Der landwirtschaftliche Organismus im Kreis: die Kulturen und der Wiederkäuer im Zentrum 00:38:18
Und wenn wir das jetzt im nächsten Schritt versuchen, in das, was eigentlich Landwirtschaft ist, zu überführen, dann muss ich eine andere Zeichnungsart wählen. Dann ist es nicht sinnvoll, das als Flächiges anzudeuten, sondern jetzt muss ich eigentlich eine Kreisdarstellung suchen. Und ich versuche das, dass wir das hier irgendwie hinkriegen. Und da können wir vielleicht anfangen mit etwas, was Baum, wirklich Baum, Fruchtbaum ist und vielleicht auch mehr Sträucher und Büsche und vielleicht auch etwas ist wie Beerenanbau oder so. Und dann haben wir etwas, was unsere Landwirtschaft heute ja ganz massiv auszeichnet und ganz wesentlich ist, nämlich der Getreidebau. Das deute ich natürlich auch nur jetzt an, aber es ist schon wichtig, dass man das so ein bisschen mal auch im Proporz oder im Verhältnis sich klar macht. Die Getreide pflanzen jetzt hier sozusagen am Ende ihrer Reife und das geht jetzt hier weit rum. Wir können das hier auch noch vielleicht ein bisschen mit einer anderen Farbe andeuten, dass es auch unterschiedliche Arten sind. Sie haben im Verhältnis natürlich viel zu viel Ähre, das ist nur, damit Sie sie gut erkennen können. Und das sei hier alles Getreide und dann gibt es so etwas wie das Grünland, das Dauergrünland. Wunderbar, eine Quelle der Harmonie, der Fruchtbarkeit und so weiter, aber sehr wasserbedürftig.
Dann gibt es ganz notwendig, können Sie jetzt wieder eigentlich schon klar haben hier aus der Schwarzerde-Bildung, diese Kleegras- oder Luzernegras-Kultur, die passiert ja im Ackerbau. Also hier die Wiese und Weide und daneben das Kleegras. Kleegras und vor allem hier ja eigentlich viel wichtiger das Luzernegras. Also diese wunderbare Pflanze, wissen Sie eigentlich wo die herkommt? Das ist ein Krimi, ein ganz toller Krimi, ist eigentlich ein Strauch und die blüht eigentlich fast schwarzviolett und die wird 30 Jahre alt und so groß und die hat sich nun gekreuzt mit einer Art, die mal zusammengehörte und die vor langer, langer Zeit nach Norden gegangen ist, weil da eine neue Barriere entstanden ist und so konnten die sich noch kreuzen, obwohl es eigentlich zwei Arten sind. Mit der Medicago falcata, mit der gelbblühten Sichelluzerne, die man bis nach Sibirien hochfindet. Und diese Kreuzung, das haben die Perser gemerkt, ist eine uralte Kulturpflanze, die ist jetzt nicht mehr ein Busch, sondern die kann man säen. Die ist sehr anspruchsvoll, wenn man sie sät, muss man genau wissen, die erste halbe Jahr ist es wirklich eine sehr anspruchsvolle Lady. Aber dann, wenn sie einmal befestigt sich hat und einmal richtig gut ins Wachsen gekommen ist, dann konkurriert sie allem. Dann kann man das Unkraut loswerden, kann man die Ackerkratzdistel loswerden. Sie wurzelt, ist die einzige Kulturpflanze, die wesentlich mehr Wurzelmasse macht als oberirdische Pflanzenmasse. Tiefe, tiefe Röhren hinterlässt, dicke Röhren, die wird jedes Jahr noch ein bisschen dicker. Wunderbar, die nimmt man, wenn man Moore oder wenn man in den Poldern ist, wenn man in den Niederlanden ist und Meeresboden fruchtbar machen will, dann baut man erst mal zehn Jahre Luzerne an. Pumpt das einfach weg und macht so ein bisschen Schilf und nach zwei, drei Jahren Schilf kann man zehn Jahre Luzerne anbauen und dann kann man Ackerbau machen. Eine wunderbare Pflanze und die gehört dann natürlich dazu und das geht natürlich hier auch weiter. Das ist ein im Verhältnis ein viel größerer Teil, also nicht ganz so viel wie die Getreidekultur, aber doch so viel.
Jetzt mache ich hier eine Abkürzung, dass es nicht zu lange dauert. Jetzt machen wir hier einfach noch mal so ein bisschen Getreide und jetzt haben wir das, wie hier eine Möhre uns mal denken oder vielleicht ein Kürbis oder vielleicht auch ein Salat, eine Hackfrucht. Und die Hackfrüchte sind das größte Problem in gewisser Weise im Landbau, weil sie stark zehrer sind. Hier haben wir jetzt wirklich eine Kultur, ein Bereich, der ist extrem problematisch. Und das ist erst eine ganz junge Entwicklung, dass man die Gartenkultur auf den Acker nimmt. Das hat hier auch mit dieser Region zu tun, dass man das angefangen hat. Die Kartoffel, Sie wissen das, das hat man mit Gewalt gemacht. In Süddeutschland war es die Zuckerrübe, diese Sucht nach dem Zucker. Die hat die Rübe aufs Feld gebracht. Die Bauern wären nie auf die Idee gekommen, Kartoffeln oder Rüben auf dem Acker anzubauen. Das ging eigentlich gar nicht. Das war eine Gartenkultur. Und im Garten tickt sowieso alles anders. Da können Sie von überall Mist bekommen und tollen Kompost machen. Da sind Sie immer dabei und dann geht das schon. Aber wenn man im großen Stil Zuckerrüben oder Kartoffeln anbauen will, das sind die beiden Starter der Hackfruchtkulturen im 19. Jahrhundert, dann ist das schwierig. Und das war eigentlich nur auf diesen ganz, ganz besonders guten Böden möglich. Und so war das auch in Koberwitz, wo der Landwirtschaftskurs stattgefunden hat. Im Grunde genommen spricht der Steiner an einem hochmodernen Ort. Der war sehr, sehr groß, die Landwirtschaften, und sehr, sehr modern. Insofern, als da eigentlich Schwarzerden oder Schwarzerden-Derivate runtergewirtschaftet wurden, zum Beispiel mit extensivem Zuckerrübenanbau. Und das ist eigentlich eine Situation, die damals, die ist 30 Jahre früher. Das haben wir eigentlich im großen Stil erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Und genau da schildert der, Moment mal, so geht das nicht. Das ist schon spannend, wenn man sich das klarmacht, dass eigentlich 90, 95 Prozent von Mitteleuropa war noch eine wunderbare Landwirtschaft mit, da war sozusagen die Kirche noch im Dorf. Da waren die Viehhaltung und der Ackerbau waren sehr gut miteinander verbunden und die meisten, allermeisten Hackfrüchte wurden im Garten angebaut. Also die gärtnerischen Kulturen sind im Grunde genommen unser großes Problem oder unsere große Herausforderung. Und es gibt viele Standorte hier, zum Beispiel, wo man das gar nicht erst tun sollte. Man sollte erst mal lange möglichst das gar nicht tun, sondern sich mit Getreide und Futterbau begnügen und natürlich Hecken und Bäume, die ja im ganz extremen Maße fehlen.
Und jetzt kann man hier sich noch alles Mögliche denken. Ich will das gar nicht zu tief ausarbeiten, sondern jetzt, was passiert? Was ist hier eigentlich jetzt in der Mitte? Was wir hier auch schon hatten, da hatte ich es jetzt braun. Jetzt muss ich in dieselbe Farbe natürlich hier diese Farbe, da mache ich das hier so. Hier ist der Wiederkäuer und der Wiederkäuer ist im Zentrum. Ich sage jetzt absichtlich Wiederkäuer, weil es natürlich Situationen gibt, wo es vielleicht dann doch eher die Schafe sind, statt den Rindern oder den Kühen oder auch die Ziegen. Die Kamele sind ja jetzt bei uns noch nicht so die Lösung da. Was passiert? Es geht von hier das hier hin. Es geht von hier das hier hin. Es geht auch was von dem Stroh dahin. Und dann entsteht da etwas, was zum Beispiel nach hier herkommt, der Dung. Die Landwirtschaft wird erst etwas für sich, indem es eine Viehhaltung gibt, die im richtigen Verhältnis zu dem Pflanzenbau steht. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Und das ist heute überhaupt nicht mehr selbstverständlich. Und vor allem ist nicht selbstverständlich, nach welchen Prinzipien man das eigentlich ausrichten muss. Und das könnten Sie jetzt schon beantworten, nach allem, was Sie jetzt die letzte, weiß ich nicht, Dreiviertelstunde gehört haben. Das muss natürlich nach individuellen Prinzipien des Ortes gestaltet werden. Das kann nicht nach irgendeinem EU-Papier oder nach irgendeinem Agrarminister oder nach sonst irgendwas sich richten. Schlussendlich auch nicht primär nach irgendeinem Bedarf von irgendeinem großen Firma an irgendeinem besonderen Produkt, sondern richten muss sich das nach dem, wie das dort ist. Und das kann in zehn Jahren anders sein. Und das war vielleicht vor zehn Jahren anders.
Die kosmisch-quantitative Analyse der Kuh 00:48:19
Sie sehen hier, glaube ich, endgültig klar ein, dieses Tier, diese Tätigkeit, dieses, was mit diesem passiert, ist durch nichts zu ersetzen. Bodenbearbeitung, ja, die können, müssen nicht unbedingt so passieren. Wir können heute wirklich Bodenbearbeitung machen. Und wenn gar kein Kalk da ist und wir da irgendwie eine Idee von haben, wie wir das richtig machen mit der Düngung, auch das können wir irgendwie von außen hinbekommen. Und wenn das mit den Leguminosen, mit den Kleeartigen gar nicht da ist, können wir das hinbringen. Das können wir alles ordentlich machen. Aber das, was die Tiere leisten, das können wir nicht. Und was meine ich da? Und jetzt benutze ich ein Wort Rudolf Steiners. Die Kuh der Wiederkäuer ist, indem er tätig ist, in einer kosmisch-quantitativen Analyse. Der macht den ganzen Tag eine kosmisch-quantitative Analyse. Was heißt das denn jetzt? Was meint der denn damit? Dieses Tier ist damit beschäftigt, durch seine unglaubliche Verdauung, die es ja nur machen kann mit der Welt gemeinsam, mit den Mikroorganismen aus der Welt, im ganz besonderen Mikrobiom, ist den ganzen Tag damit beschäftigt, die Bildung der Pflanzen, hier aus diesen weißen Pfeilen, auseinanderzunehmen und dabei ein tierisches, ein seelisches, ein empfindungsmäßiges, ein weisheitsvolles Bewusstsein zu entwickeln, zu haben, wahrzunehmen, wie auch immer, von dem, was diese Pflanzen hat, bilden lassen. Eigentlich ganz logisch. Eigentlich gar nicht so schwierig zu denken. Natürlich, die Kuh hat doch eine Wahrnehmung von dem, was sie frisst. Und es sind natürlich die Kräfte, die diese Pflanzen haben, wachsen lassen. Ist eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen. Also Chinesen, ich habe das öfters bei Chinesen erlebt, die verstehen das sofort. Dann ist das völlig klar. Ja, natürlich muss die Kuh das doch haben, doch klar. Und der Steiner bemüht sich da und man merkt, die Leute verstehen das nicht, die da in dem Saal. Die wollen eigentlich ihre Kühe auch abschaffen, so wie das dann überall passiert ist, wenige Jahre später. Vielleicht noch im Allgäu, wo man so viel Regen hat, dass man gar keinen Ackerbau machen kann. Oder im Sauerland oder so, da können wir doch unsere Milch herkriegen. So, wir können doch billig transportieren. Dass das das Ende der Landwirtschaft ist, das liegt der schon.
Kosmisch-quantitative Analyse, und das brauchen sie. Sie brauchen nicht, das war auch in China, da kam ein Professor zu mir, der war dreimal in diesen Seminaren, da hat er gesagt, ja, er hat jetzt einen Bioreaktor entwickelt, was in der Kuh passiert, das könnte man doch auch in der Maschine machen. Das ist völlig klar, dass man das nicht kann, weil ein seelisches sich verbindet mit einem Stoffwechselgeschehen. Und dieses seelische ist von unglaublicher Bedeutung. Ja, man kann sogar sagen, dieses seelisch-astrale ist heilsam wirkend für den Standort. Das ist das Zaubermittel, weshalb jeder Organismus ein anderer wird. Nichts anderes, eigentlich ganz einfach. Wenn Sie das nicht wirklich in der richtigen Proportion, die richtigen Tiere, die richtige Rasse, bei dem einen Betrieb geht das vielleicht erst mal noch gar nicht, dass man da viel Milch melkt oder so, sondern da muss man vielleicht ganz extensiv erst mal und so weiter und so weiter. Man muss das natürlich anpassen. Aber wenn Sie das nicht tun, wird es immer schwieriger. Fruchtbarkeit, Aufbau von Geschlossenheit nur durch die Tiere. Und wenn Sie die natürlich viel haben und sagen, ja, ich will eine gute Bodenentwicklung haben und ich brauche viele Tiere, das Futter reicht nicht, ich muss halt immer was zukaufen, dann verarschen Sie die eigentlich ständig. Weil die haben eine kosmisch-quantitative Analyse von Futter, für das Ihr Dünger gar nicht, da kommt er gar nicht hin. Verstehen Sie? Das ist eigentlich ein kleiner Betrug oder eine Dummheit, die Sie eigentlich begehen. Natürlich haben Sie materiell gesehen ein bisschen mehr Dünger, aber diese Information bezieht sich gar nicht auf Ihren Betrieb, sondern bezieht sich auf das, wo dieses Futter herkam. Es ist gar nicht so schwer zu verstehen, warum es eigentlich sinnvoll ist zu sagen, nee, wir füttern von dem, was in dem Betrieb ist, wenn es irgendwie eine Katastrophe gibt und alle zehn Jahre, wir wollen ja nicht dogmatisch sein, aber das Prinzip, wir werden diese Individualisierungsentwicklung in der Landschaft mit den Menschen, mit dem, was da geht und was die Menschen auch können und wollen, nur erreichen, wenn wir da konsequent sind. Gute Tiere, viele Tiere, genügend Tiere, aber von dem gefüttert, was da wächst. Eigentlich ganz einfach. Und dann entsteht der Mist der Dünger, der wirklich wirksam ist, der nicht nur Nährstoffe enthält, sondern der heilsam ist, der ganzheitsbildend ist, der Resilienz entwickelt mit diesem Betrieb zusammen.
Drei Felder der inneren Haltung: Zusammenhänge, Meditation, Intuition 00:54:02
Und da würde ich jetzt gerne noch ein bisschen weitermachen, wenn Sie noch können. Oder sollen wir mal Frischluft reinlassen? Ich weiß gar nicht, wie spät es ist. Wie sind wir denn mit der Zeit? Wir machen einfach weiter, bis die Ersten so einnicken. Erschöpfungslärm. Ich bin viel langsamer, als ich dachte.
Ich möchte jetzt gerne weitergehen und mit Ihnen besprechen, was gar nicht so leicht zu besprechen ist, oft in vielen Zusammenhängen. Welche innere Haltung, welche Methodik brauchen wir denn dann? Und mir scheint, es geht um drei Felder. Und ich will die vielleicht auch hinschreiben. Das ist ein bisschen chaotisches Bild, aber das muss ja nicht sich selbst erklären. Es geht zunächst darum, Zusammenhänge. Dann geht es um etwas, was man nennen könnte meditativ oder Meditation. Und dann geht es um etwas, was mit dem Handeln oder was man Intuition nennen könnte. Und das könnten Sie auch, gerade die Älteren haben da vielleicht noch eine Ahnung von, wenn sie an Jochen Bockemühl denken.
Zusammenhänge wirklich eintreten, wirklich in die Zusammenhänge reinkommen. Was ist eigentlich mit dieser Pflanze los, dass das Blatt jetzt das nächste Blatt und dann das? Und wie bildet sich da eigentlich eine Ganzheit in der Verwandlung? Man könnte das auch Goetheanismus nennen. Also ich halte das einzelne Phänomen nicht mit irgendwas und allem in Verbindung, sondern mit dem, womit es verbunden ist. Ich reiße es nicht da raus, sondern ich studiere das Einzelne in seinem Kontext. Und das ist sehr wichtig und fällt uns wahnsinnig schwer. Ich habe ja mit jungen Landwirten und Gärtnern zu tun und ich bin jeden Tag draußen mit denen und oft auf demselben Quadratmetern und an demselben Standort, um in diesen Prozess rein zu kommen. Wie ist das eigentlich, dieses Wachstum? Und nicht nur das Oberirdische, natürlich auch das Unterirdische. Die Bodenverhältnisse ändern sich ja auch ständig und das kann man auch als ein Wachstum bezeichnen. Also wie kommt man eigentlich in den Verwandlungslauf rein? Da geht es um Zeit, da geht es nicht um Räumliche und Mengen und Pulver oder irgendwelche Massen, sondern geht es um einen Zeitprozess, der in mich reinwachsen muss. Ich kann nur richtig entscheiden, wenn ich innerlich verbunden bin mit dem, wie es werden wird. Das ist wie ein Mediziner, der kann auch nur so viel mit dem Patienten, wenn er eine Ahnung hat, wie das im besten Sinne sich entwickeln kann. Und dieses In-der-Verbindung-Sein ist trotzdem natürlich geprägt von Überraschungen. Also hier könnten wir jetzt lange reden und da gibt es wunderschöne Überraschungen und ganz erschütternde und so weiter. Das kennen Sie vielleicht allein schon, wenn man Pflanzen und Böden anschaut, geschweige denn mit den Tieren, da geht das noch viel schneller, dass man eigentlich sehr überrascht ist.
Ich will das mal jetzt hier stehen lassen so und auf das Zweite kommen. Und da ist es jetzt so, dass der Rudolf Steiner den Landwirten das nicht direkt sagt und ich behaupte, er traut sich das nicht. Kaum kommen ein paar junge Leute noch während des Landwirtschaftskurses zu ihm und sagen, ja wie ist so die sogenannten Jugendansprachen oder Jugendbesprechungen, wir würden heute sagen, Besprechungen mit jüngeren oder mit offeneren oder nicht so festgelegten Menschen, da sagt er denen das knallhart. Es kommt darauf an, dass sie das Einzelne in Andacht verwandeln. Das ist Meditation. Sie müssen das in Andacht verwandeln. Was meint man damit eigentlich? Was heißt das eigentlich? Ich bin so da drin, dass sich das in mir abbildet, dass ich das Äußere loslassen kann, gar nicht mehr brauche und das Bildende in mir zum Erlebnis, zur Bewegung bringe. Deshalb habe ich Meditation dahin geschrieben. Sie können auch Andacht darüber schreiben. Sie könnten auch schreiben, ein Verwandlungszusammenhang wird gelöst von dem Erscheinungsmäßigen zu einem inneren Mitverwandeln, zu einem inneren Prozess. Ganz ganz wichtig, ohne das können Sie Biodynamik nicht machen, aber sehr schwer zu formulieren. Oft gelingt uns das, es ist uns nicht bewusst. Etwas sehr Zartes, etwas sehr viel einfacher, oft das Erste, das ist schwierig, hier im Zusammenhang wirklich drin zu bleiben, weil in längerer Zeit, es ist mühsam, wenn man das dann vielleicht mal zeichnen muss, damit man es irgendwie vergleichen kann oder so, mühsam. Das Zweite ist eigentlich viel einfacher, braucht nicht so viel Energie, das braucht diese Offenheit des Staunens und des inneren, ich sag mal, Fruchtbildens. Das, was man einen inneren Boden erzeugt, auf dem das wirksam wird, was da jetzt eigentlich bildentätig ist.
Und beides nützt noch gar nichts. Wenn wir was machen wollen, kommt was Drittes, was Drittes unbedingt nötig und das ist zum richtigen Zeitpunkt, an der richtigen Stelle, das Richtige tun. Bin ich jetzt eigentlich da? Bin ich drin? Lass ich alles andere, alle Zweifel, alle Bedürfnisse, alle Telefonate, alles, was so kommen will und kommt und was erledigt werden muss, zweifellos, kann ich das jetzt einfach zur Seite schieben und sagen, jetzt bin ich hier, weil jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Ackerbau, Landwirtschaft ist furchtbar, weil man das eigentlich gar nie schaffen kann. Man macht mit ganz wenig, bewegt man ganz viel. Ich könnte Ihnen das jetzt stundenlang runterbrechen, was sehen von Getreide bedeutet oder, oder, oder. Bei allen Sachen ist das so. Sie können das nur hinbekommen, auch der moderne Landwirtschaftsbetrieb macht das so, indem man zum richtigen Zeitpunkt das Richtige macht. Das müssen Sie beherrschen, sonst können Sie es gleich vergessen, sonst geht das nicht. Das ist eine Sache, die eigentlich super selbstverständlich ist und wenn man so ein bisschen drin ist, dann ist es wie so ein Flow, dass man, und man kommt raus und ist eigentlich, man hat seinen 10 Hektar irgendwie gesät oder gestriegelt oder irgendwas gemacht und dann versuche ich immer, diesen jungen Leuten, fahrt nicht sofort nach Hause mit diesem Erfolgsgefühl im richtigen Moment, sondern kurz nochmal die Maschine abschalten, runtergehen und mal 30 Meter rein in den Acker und eine Minute, was habe ich jetzt hier gemacht? Wie wirkt das? Toll, dass es so, dass ich irgendwie diese Wahrnehmung hatte, jetzt ist es gut. Gehen lassen, dem ein eigenes weiteres Leben lassen und natürlich, das sage ich denen dann nicht, in sich selber festhalten. Dadurch habe ich jetzt etwas, wo ich wieder anknüpfen kann. Indem ich gleich weitersause und das Handy und so weiter, kommt es nicht zu diesem Gegenüber, sondern das rauscht so mit. Können Sie das verstehen? Ganz wichtiger Punkt, der mit diesem Dritten zu tun hat, mit diesem im richtigen Moment diese Intuition haben. Jetzt muss das, jetzt mache ich das so, jetzt probiere ich das so. Oft ist es so, wenn man das Gefühl hat, man will es probieren, dann ist es gut. In vielen Gegenden ist das so, dass die richtig guten Ackerbauern, von denen kann man ganz schlecht lernen, die können das nicht erklären. Mit denen muss man mitgehen. Die laufen raus und laufen in diesen Acker und jenen und man wundert sich eigentlich und plötzlich drehen sie um und fahren nach Hause und hängen ihre Maschine an. Können das gar nicht formulieren, sondern das steigt in ihnen auf, das kommt von unten, das kommt aus der Gliedmaßenregion und fasst den so, dass er jetzt sofort handeln muss. Er ärgert sich eigentlich schon, dass er zu spät ist. Das ist die Grundtendenz. Das ist wichtig. Das kann man da eigentlich verstehen.
Düngung beginnt mit der Anwesenheit des Menschen, und die Kunst der Rotte 01:03:24
Also wenn wir das haben, dann können wir eigentlich sagen, Düngung fängt da an, dass man zum richtigen Zeitpunkt da ist, dass man zum richtigen Zeitpunkt als voller Mensch da ist. Und die Südamerikaner, die drücken das so aus, ja der Schritt des Herren düngt den Acker. Ist doch spannend. Die Anwesenheit des Verantwortlichen, ich sage es mal etwas mitteleuropäischer, des Verantwortlichen, die Anwesenheit alleine ist Düngung. Und was heißt Düngung? Fruchtbarkeitsverhältnisse ermöglichen. Wir können die nicht machen, sondern wir können die nur ermöglichen. Und der richtige Mensch im richtigen Moment empfindet, was ist hier los und wenn er nicht selber handelt, holt der andere herbei. Wie auch immer. Das ist in Südamerika das Übliche, dass man nicht selber arbeitet, sondern andere arbeiten das. Ich will darüber jetzt gar nicht weiter ins Detail gehen, aber das spielt jetzt an der Stelle gar keine Rolle, sondern dass derjenige, der voll drin ist, der verantwortlich ist, dass der die Empfindung hat jetzt. Das ist ganz wichtig. Also das könnte man als erstes nehmen, wenn man das jetzt konkreter macht.
Und als zweites würde ich gerne bei der Düngung sagen, Sie haben immer dieses hier bei den Pflanzen, was ich jetzt hier als reife Pflanze, ein Halm, der vielleicht ein paar Blätter hat und hier schon ausgedroschen ist oder vielleicht auch gerade noch reif ist. Und Sie haben immer das, was ich bei dem Klee gemalt habe, aber was auch natürlich bei dem Getreide vorher der Fall ist. Sie haben eine Pflanze, die ganz viel Blatt ist. Und das eine ist, dieses hier ist das Erste. Da gehört eine sehr aktive Wurzel dazu, die auch weiter und größer ist als die Pflanze. Und bei dem Zweiten hier ist die Wurzel eigentlich schon abgestorben und die Verstrohung des Verholzen hat zugenommen. Das ist der Kohlenstoffprozess und das ist der Stickstoffprozess und den durchläuft mehr oder weniger jede Pflanze. Und den durchläuft auch jede Pflanze, die gefüttert wird oder gefressen wird von einem Wiederkäuer und die wir verarbeiten. Und dieses CN-Verhältnis spielt dann hier, bevor wir das ausbringen können, eine riesige Rolle, wenn wir uns dann überlegen, wie machen wir eigentlich eine gute Rotte, dann besteht dieser Haufen innen aus ganz viel Holzmaterial und eben aus etwas, was mal grün war und was längst eigentlich im Umbau ist und für Wärme gesorgt hat und für Umsetzung. Und diese, ob man es jetzt Kompostierung nennt oder Rotteprozesse oder so, die sind super entscheidend, die sind genauso wichtig wie der Pflanzenbau selber. Sie haben den oberirdischen Pflanzenbau, um den Sie sich kümmern müssen, aber wenn Sie einen vernünftigen Landbau machen, haben Sie auch die unterirdische Seite. Sie müssen der Kot, der aus der Kuh oder aus dem Rind oder aus dem Schaf hinten rausfällt, ist noch längst kein Dünger. Den müssen Sie erst bereiten, dass die zweite Hälfte der Landwirtschaft ist. Das lernt man heute nirgends. Das ist überhaupt nicht klar. Ja, man muss da so Vorschriften beachten, aber dass das eine Kunst ist, die man in jedem Moment und an jedem Ort anders machen muss und die ganz viel z.B. mit diesem zusammenhängt, wie viel Holziges und wie viel Stickstoffmäßiges ist da und wie gut kriege ich das hin mit der Haut und wann muss ich da vielleicht doch dafür sorgen, dass wieder Luft da rein kommt und so weiter. Wie warm soll das werden? Wann muss ich Feuchtigkeit dazugeben? Super spannende Sache, da gibt es Tagesatmung mit Nacht und Tag. Wir haben die gemessen vor zwei Jahren. Ich habe es nicht geglaubt. Fünf Grad Unterschied. Da geht viel Luft durch. Das ist ein Atmungsvorgang. Das ist wirklich ein Wesen. Das kann fast davonlaufen. Also es ist super spannend. Ich kann da jetzt gar nicht tiefer drauf rein. Ich will Ihnen nur sagen, na klar ist das wieder gefragt. Ich muss da drinnen sein. Das war das Material und das und jetzt ist es wahrscheinlich schon ziemlich trocken und es wird immer heißer und so weiter. Ich muss jetzt und dann wird das Bild reicher und dann habe ich vor mir, wo es hingeht, wie sich es entwickeln soll und jetzt habe ich die richtige Maßnahme, die ich vielleicht gerade noch machen kann. Also wie bin ich eigentlich da drinnen?
Die Kompostpräparate: Impulse durch besondere Pflanzen 01:08:19
Darum geht es und bevor wir jetzt zum Ende kommen, möchte ich an dieser Stelle dazustellen, was da jetzt von Bedeutung ist. Wir haben vorhin schon gesprochen über diese zwei Spritzpräparate. Ich habe das nicht so genannt, sondern ich habe Ihnen das nur angedeutet und habe gesagt, ja da ist diese Kieselwelt, die mit der Sinnesseite zu tun hat und da ist diese Humus-Kohlenstoffwelt und die ist genauso anzuregen und unser Pflanzenbau ist immer eingespannt zwischen diesen Polen. Wir haben immer beides und wir fördern beides und haben sozusagen eine Möglichkeit darauf einzuwirken durch diesen Hornmist und Hornkiesel, die beiden Spritzpräparate. Aber hier kommt jetzt ganz anderes zum Einsatz und da geht es darum, wirklich die Substanzen selber, die wir eigentlich nie direkt sehen. Wir sehen nicht das Kalium der Pflanzen, aber wir können die Kaliprozesse verstehen und wir können lernen, Kaliprozesse in bestimmte Richtungen, man könnte sagen, zu schubsen oder zu fördern. Und das sind oft ganz kleine Anregungen und insbesondere sind es Anregungen durch die sogenannten Kompostpräparate. Ich kann Ihnen jetzt nicht alle Kompostpräparate, Zubereitungen und Erfahrungen und so weiter, da jetzt durchdeklinieren, aber ich kann das ein bisschen, ja wie soll man sagen, ein bisschen im Überblick bringen.
Wir haben da zum Beispiel eins, das ist die Schafgarbe und die Schafgarbe ist ganz massiv verbunden mit den Kaliumprozessen. Dann haben wir zum Beispiel als ein weiteres die Kamille. Wann benutzen Sie eigentlich Kamillentee? Ist ja nicht so sehr lecker, aber manchmal braucht man den, wenn man Probleme hat unten im Darm. Und was ist der Darm? Haut, Haut, Haut, Oberfläche. Und wann wächst die Kamille draußen, die echte? Dann sehen Sie die auf dem Acker, im Vorgewende oder so, wenn es ganz wunderschöner Boden war, wenn es doll geregnet hat und dann hart geworden ist. Wenn eine echte Verschlemmung da ist, dann sehen Sie Kamille pur, die Oberfläche ist gestört. Diese Pflanze macht uns das vor, da kann man es wirklich wunderbar sehen, was eigentlich ihre Aufgabe ist oder ihr Können oder ihr Vermögen, die Erde zu beatmen. Sie sorgt eigentlich für die Wiedereinrichtung der richtigen Oberflächentrennschichten im Sinne nicht ganz wie eine Plastikplane. Und das hängt zusammen mit dem Calcium. Das sind Calcium-Prozesse.
Ich will wenigstens noch die Brennnessel hier unterbringen. Die anderen sind auch wunderbar wichtig, die haben aber eigentlich mehr schon so heilende Funktion. Die Brennnessel ist noch etwas ganz Allgemeines. Wo finden Sie die Brennnessel? Die Landwirte haben sogar einen Begriff dafür, die Brennnessel-Garage. Ja, ist wirklich so, finden Sie fast auf jedem Hof eine Brennnessel-Garage. Da stehen die alten Maschinen, wo so ein bisschen Rost ist, wo die Erde nicht in Ordnung ist, wo viel zu viel Eisen hinkommt. Wie sieht denn das unten drin aus, wo die Brennnessel, Sie kennen die wahrscheinlich, weil sie Sie ärgert, im Garten. Rote und gelbe Wurzeln. Sie haben diese schwer verholzten, ja, hier diese Farbe, dieses Ocker. Und knallrot und ein bisschen weiß. Weiße Wurzeln gibt es auch noch. Es ist sehr kompliziert mit der Brennnessel. Und der Steiner benutzt das Wort durchvernünftigen. Nehmen Sie die, sie vernünftigt Ihnen über den Mist mit einer ganz kleinen Menge ein ganzes Feld. Und Sie brauchen nicht viel. Dann macht er eine Zeichnung, macht so einen Haufen. Der könnte so groß sein wie ein Haus, dieser Haufen. Und dann stecken Sie es an einer Stelle rein und dann malt er wunderbar, wie diese Strahlungswirkung in diesem Mist, in diesem Rotteprozess, wie die da sich, ich sag jetzt, das sagt der Sohn [?] nicht, so verstehe ich das, verstetigt, hält. Um dann mit dem Dünger auf dem Acker wirksam oder auf der Wiese oder im Garten wirksam zu werden.
Es geht um Impulse, die vermittelt werden von ganz besonderen Pflanzen durch eine ganz besondere Zubereitung in ganz besonderen Organen von Tieren, um dann in diesem Rotte-Kontext, es geht hier um Rotte, das ist sehr wichtig, das habe ich nicht hingeschrieben, in diesem Rotteprozess Impulse zu geben. Da brauchen Sie nicht glauben, dass Sie irgendwas messen mit irgendwie Calcium-Gehalt oder so. Das ist gar nicht die Frage, sondern es sind Prozesse, das sind Anregungsvorgänge, das sind Sensibilisierungsvorgänge und die kann man so anwenden, die kann man noch ganz anders anwenden und so weiter. Da kommen wir jetzt in die Praxis, damit will ich Sie gar nicht nerven. Wie man das auch in der Beregnung benutzen kann, wie man diese Einzelnen benutzen kann und so weiter. Da kommt jetzt 100 Jahre biodynamische Entwicklung, die eigentlich immer noch in meinen Augen viel zu wenig ist. Man könnte noch viel mehr entwickeln können und damit sind wir auch ein Stück weit wieder am Anfang, was alles Not tut. Wir sind immer noch ganz am Anfang, wir haben eigentlich diese zunächst mal sozusagen wie angedeuteten ersten Anregungen Steiners, die haben wir ernst genommen und die haben wir auch sehr befolgt, aber das mit dem jetzt selber loskommen, das ist noch ein mühsamer, langer Weg.
Und dazu kommen noch, die schreibe ich jetzt nicht mehr hin, der Löwenzahn, der mit dieser Seite, ein Himmelsbote, ein wunderbarer Name, dieser Himmelsbote, jahrelang macht er diese Rosette und dann blüht er ein paar mal auf und zu und dann wegfliegen. Ganz dem Himmel zugewandt und der eben in der Lage ist, diese Silizium, diese Kieselprozesse wie zu impulsieren oder zu orten, so ist vielleicht besser. Dann kommt dazu die Eichenrinde, die wir sonst kennen als ein medizinisches Mittel für die Regulierung der Calciumprozesse, wenn es pathologisch wird, wenn es ungesund wird und viele, viele Krankheiten, sogenannten Krankheiten bei den Pflanzen hängen mit dem Calcium zusammen. Also da sind wir jetzt wirklich schon sozusagen in einem Phyto-Medizinbereich, in einem Medizinbereich, der die Pflanzen selber betrifft. Und dann zum Schluss der Baldrian. Da war das so in diesem landwirtschaftlichen Kurs damals, das war ja so ein Schloss und so ein großer Salon, wo man die Schiebetür aufgemacht hat und diese Menschen haben da gar nicht reingepasst, die standen da und so. Und in demselben Raum gab es dann Essen. Und der Herr Graf Keyserlingk, der das da alles veranstaltet und so, der war auch stolz auf sein gutes Essen und dass das alles funktioniert und dass er so viele Leute da beherbergen konnte und so. Aber der Steiner war noch nicht fertig und die Küche war fertig und das duftete schon in den Raum rein. Mittags um zwei oder Sie können sich vorstellen, Landwirte, die haben Hunger. Und der Steiner war eigentlich ein sehr freundlicher Mensch und hatte dann das letzte Präparat in einem einzigen Satz. Sonst wüssten wir mehr von dem Baldrian. Das ist einfach ein einziger Satz. Er wollte freundlich sein und jetzt da essen.
Schluss: die Tätigkeit der Dankbarkeit 01:16:45
Ja, soweit wollte ich kommen. Ich würde gerne abschließen, auch im Anschluss an das letzte Mal, an den inneren Weg, an das, was eigentlich zusammenhängt mit dem in die Zeit kommen, mit dem, sozusagen das Gestaltende, dass die Kräfte, das, was da außen, was ich mühsam so klar kriege, wie das so hintereinander ist, jetzt in mir selber wie ein Bild malen lassen, in mir selber zur Abbildung bringe und welche Tätigkeit dann gefragt ist. Und an dieser Stelle ist einfach diese Tätigkeit der Dankbarkeit. Johann Wolfgang von Goethe, einer der letzten Gedichte, der ein einziger Satz.
Früh, wenn Tal, Gebirge und Garten Nebelschleier sich enthüllen und dem sehnlichen Erwarten Blumenkelche bunt sich füllen, wenn der Äther wolkentragend mit dem klaren Tage streitet und ein Ostwind sie verjagend blaue Sonnenbahn bereitet, dankst du dann, am Blick dich weidend, reiner Brust der großen Holden, wird die Sonne rötlich scheinend rings den Horizont vergolden.
Herzlichen Dank.






