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	<title>BiodynWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_3._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11661</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-03-08T16:58:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Das Rind und seine Tätigkeit 00:08:53 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=FPztAmGgTc4|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 9. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (3. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=FPztAmGgTc4 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 9. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++dieser Text befindet sich in der Ausarbeitung, gerne kannst du hier mitwirken, siehe [[MitTun bei biodyn.wiki|mitTun]] +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einführung und Konzeption in den Betriebsorganismus und die Gemeinschaft 00:00:43 ===&lt;br /&gt;
Einen schönen guten Morgen wünsche ich. Wir wollen nochmal unser Thema fortsetzen in Bezug auf die Konzeption des Betriebsorganismus in der Landwirtschaft und dessen Gestaltung. Das ist heute eine der zentralen Fragen in der Landwirtschaft. &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Wie gestalte ich meinen Hof? Was sind die Kriterien?&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Und damit hat man den Eindruck, wir leben in einer durchaus pluralistischen Gesellschaft, wo jeder seinem eigenen Gedanken nachhängt und meint, mehr in diese Richtung oder in eine andere Richtung, alle möglichen Einseitigkeiten, Pluralismen. Man lässt sich am Ende ungeheuer stark vom Markt bestimmen und macht eine reine Marktorientierung in seiner Landwirtschaft und vergisst den eigentlichen Impuls, aus dem heraus man handeln will als biologisch-dynamischer Landwirt. Deswegen diese Betrachtung: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Welche Kriterien müssen wir aussuchen, um den Organismus-Gedanken in uns zu fassen, präsent zu haben in der täglichen Arbeit?&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Darauf kommt es an, dass man nicht irgendwann mal sowas sich klar gemacht hat und im Übrigen läuft die Arbeit routinemäßig irgendwie weiter, sondern dass man in der Landwirtschaft so drinsteht, dass man in jedem Augenblick das Bild, was einen innerlich befeuert, was einen innerlich motiviert, dass man dieses Bild präsent hat bei aller Arbeit. Darauf komme ich vielleicht nachher nochmal kurz zurück.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls bewundere ich hier (Tafelzeichnung: der Kreis an der Tafel war sonnenhaft ausgeschmückt worden) zunächst mal diese Umgrenzung unseres Organismus - ein Kunstwerk. Natürlich könnte man das jetzt nochmal metamorphosieren, dieses Kunstwerk. Dafür habe ich heute Morgen keine Zeit, wie tatsächlich das in gewissem Sinne ausstrahlt, nach allen Richtungen, im Hinblick auf das soziale Umfeld, in dem der landwirtschaftliche Betrieb darinsteht. Man kann das als eine Symbolisierung dieser Tatsache nehmen, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb nicht irgendwo isoliert in der Landschaft steht, sondern korrespondiert mit dem sozialen Umfeld über die Vermarktung. Das ist nur ein zarter Bereich, eigentlich muss ein landwirtschaftlicher Betrieb mehr und mehr vom Umfeld so aufgefasst werden, dass man sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ich will, dass du das so machst auf deinem Hof. Ich will nicht nur bei dir kaufen, sondern ich will, dass du das an meiner Stelle machst, ich bin kein Landwirt,“ würde man sagen „so delegiere ich mein Ideal, was ich habe, delegiere an dich, dass du das für mich ausführst.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das wäre eine zukünftige Haltung der Gesellschaft gegenüber der Landwirtschaft. Dass die Gesellschaft kapiert, dass die Landwirtschaft kein Privatunternehmen ist, der Selbstverwirklichung etwa, sondern ein gesellschaftliches Unternehmen ist. Die Pflege der Erde, wo wir alle darin die Luft atmen, wo wir unser Leben darin verbringen, da besteht eine Gesamtverantwortung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen sehen, dass wir so korrespondieren mit unserer Umwelt, dass es den Menschen mehr und mehr bewusst wird: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„ich delegiere meine Verantwortung an den, der es jetzt macht, den Bauern, den Landwirt.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist eine völlig neue Sichtweise, die sich da sozial ergibt, die selbstverständlich aufblüht, ganz zart in der sogenannten solidarischen Landwirtschaft heutzutage, wo das Gespräch zwischen Umkreis und Hof selber anfängt, zunächst einmal tief auf der Vermarktungsebene. Das muss sich immer mehr steigern, bis auf den geistlichen Impuls selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismusaufbau in drei Organisationen 00:05:08 ===&lt;br /&gt;
Wir waren in unserer Betrachtung dahin gekommen, dass wir versucht haben, den Organismus aufzubauen, auf dem Hintergrund dessen, wie der menschliche Organismus aufgebaut ist: In eine physische Organisation, in eine Lebensorganisation und eine Seelenorganisation. Jede dieser Organisationen trägt ihrerseits etwas dazu bei, dass das wirklich eine Ganzheit wird. Das kann man im Einzelnen beschreiben, welchen Beitrag der physische Leib in seinen Gesetzen und seinen Stoffen und Kräften beiträgt. Was die Pflanzenwelt bedeutet im Hinblick auf die Offenbarung des Lebensleibes, der Lebensorganisation, die selber übersinnlich ist, aber in der Pflanzenwelt in die Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hängt zusammen, dass das alles auf der Basis der Vielfalt beruht, der Mannigfaltigkeit, des Lebendigen. Jede Vereinseitigung in einem Betrieb bedeutet eine Verarmung in Bezug auf dessen Kräfte. Die Gesundung eines Organismus basiert im Wesentlichen auf der Vielfalt durch die vielfältige Durchgestaltung des Lebensleibes eines Hofes. Das Dritte war der Seelenleib, mit dem wir uns das letzte Mal befasst haben, mit der Wildfauna und der Haustierfauna und deren Beitrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wildfauna und Haustiere 00:06:50 ===&lt;br /&gt;
Jede einzelne Tierart, ob Schädling oder Nützling, diesen Begriff möchte ich gar nicht benutzen, erwähnen. Jede Tierart, egal wie, trägt dazu bei, dass die seelische Atmosphäre eines landwirtschaftlichen Betriebes fühlbar wird. Dass die wahrnehmbar wird, dass man -wenn man mit den Tieren umgeht und sein Bewusstsein wach hält in Bezug auf das, was jetzt dieser Vogel macht da in der Luft oder was jenes Insekt macht, das da fliegt und gerade die Blüte bestäubt. Wenn ich mich da versuche hineinzuleben, dann kann ich nicht nur etwas denken, sondern ich kann es auch fühlen, kann mit meinem ganzen tieferen Empfinden teilnehmen an diesem geheimnisvollen Geschehen. Das ist die Wildfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Haustierfauna ist es so, dass die ganz in die Hände des Menschen gelegt ist. Die Haustiere heißen nicht umsonst Haustiere und der Begriff Nutztiere, den sollte man vergessen. Die sind einfach in der Pflege der Menschen, sie können gar nicht für sich existieren. Sie sind absolut abhängig vom Menschen. Das wilde Tier flüchtet den Menschen, das Haustier sucht den Menschen. Insofern tragen wir eine doppelt- und dreifache Verantwortung gegenüber den Haustieren als gegenüber den Wildtieren, weil die Haustiere sich in diese Abhängigkeit begeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bedürfen der Haltung, der Fütterung, der Pflege und möglicherweise der Züchtung im höheren Sinne, um Haustiere bleiben zu können. Sonst verwildern sie, sie verkommen. Eigentlich muss man sagen, in den Massentierhaltungen heute verkommen die Tiere regelrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Rind und seine Tätigkeit 00:08:53 ===&lt;br /&gt;
Wir haben uns zuletzt mit den Wiederkäuern befasst und uns konzentriert auf das Rind, die Kuh, die Königin aller Haustiere. Wir haben versucht hinzuschauen auf das, was die Kuh, was das Rind eigentlich macht. Das ist der Ausdruck der spezifischen Seelenkonfiguration beim Rind. Dass man immer die Frage stellt, was macht ein Tier, wie äußert es sich nach außen in seiner Tätigkeit. Das ist ein Ausdruck dessen, was da innerlich und übersinnlich wirksam ist in der Gestaltung der ganzen Leiblichkeit des Organismus, einer Abgrenzung nach außen und einer Gliederung nach innen in Organe. Das charakterisiert jedes Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man sich mit dem Rind befasst, im Hinblick auf seine Funktionen im Organismus der Landwirtschaft, dann ist es ja diese, dass es ein Verdauungstier ist. Es macht eigentlich nichts anderes, als es verdaut. Das ist seine Tätigkeit. Seine Tätigkeit ist nicht nach außen gerichtet, wie beim Pferd, sondern die Tätigkeit der Kuh ist ganz und ganz introvertiert, nach innen gerichtet. Es ist ein introvertiertes Wesen, das Rind, die Kuh. Man sieht es dem ganzen Gehabe des Tieres an, dass es sich mehr träumend durch die Welt bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben kurz hingeschaut, wie die Kühe fressen und was sie fressen. Sie fressen alles das, was sie noch relativ im Vegetativen verharrt, nämlich Stängel und Blatt. Das ist ihr Futter. All das bevor es zur Blüte kommt. Diese Stängel und Blatt, das ist das Futter der Wiederkäuer generell, aber der Rinder ganz besonders. Wir haben gesehen, dass das Rind relativ schnell, rasch das Futter aufnimmt und einspeichelt und nach wenigen Kauakten, abschluckt. Dann verschwindet es da unten schon im vollkommenen Unterbewusstsein, unterhalb des Zwerchfells in diesem riesigen Pansen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben am Mittwoch aufgehört, indem wir beschreiben haben, was sich an Gärungsvorgängen im Pansen abspielt. Es ist eine richtige Gärkammer. Unter anaeroben Verhältnissen findet dort eine Gärung statt mit Mikroben. Das sind so kleine Wimpertierchen, die millionenfach im Pansen tätig sind und Bakterien. Die bauen jetzt die leichtverdauliche Substanz ab, resorbieren sogar schon Abbauprodukte durch die Pansenwand ins Blut. Aber die Masse ist eine sehr rohfaserreiche Masse, die das Rind aufnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Besondere der Wiederkäuer, dass sie in der Lage sind, Rohfaser, also kohlenstoffreiche Verbindungen, aufzulösen. Dieser Auflösungsvorgang oder der Zersetzungsvorgang findet eben im Pansen vor allen Dingen statt, gesteuert von der Kuh durch abbauende Bakterien und diesen Wimpertierchen. Das sind Protozoen (Eukaryoten), Einzeller, die bauen ab, bauen ab und bauen ab. Aber unter der Regie der Kuh, die steuert das. Wie der Regenwurm in seinem Darm den ganzen Prozess des Abbaus der organischen Substanz steuert und verbindet mit Tonmineralien und dadurch dieser wunderbare krümelige Boden entsteht so durch die Regenwurm-Tätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das findet auch statt im Pansen der Kuh. Durch diesen Aufschluss der zellulosereichen Nahrung wird also jetzt, diese sehr schwer verdauliche Nahrung aufbereitet, dann aber nicht irgendwie direkt weitergeführt in den Drüsenmagen und dann in den Darm, sondern nein, sie wird wieder zurückgeholt, von unten nach oben. Durch das Zwerchfell hindurch, durch die Speiseröhre hindurch ins Maul und wird noch einmal mechanisch, im Wiederkauakt, immer weiter zerkleinert und intensiv eingespeichelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesen Moment möchte ich nochmal mein Augenmerk lenken, den Wiederkauakt . Dabei müssen Sie sich eine Kuh anschauen, wenn sie wiederkäut. Wie die Kuh dabei aussieht. Da verändert sich das ganze Gesicht der Kuh. Man muss da wirklich von einem Gesicht sprechen, nicht nur die Augen verändern sich, der Blick verändert sich, sondern man hat den Eindruck, die ganze Kopfhaut spannt sich förmlich. Man hat den Eindruck, die ganze Kuh ist jetzt mit ihrem Kuhbewusstsein vollständig in dieser Wiederkau-Tätigkeit engagiert. Der Blick verändert sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schauen Sie einer Kuh in die Augen, wenn sie frisst oder sich irgendwie bewegt oder dasteht. Schauen Sie mal in die Augen. Sie werden sehen, es sind riesengroße Kulleraugen. Da schauen Sie wie in einen Brunnen. Bläulich, die Farbe ist dann so ganz bläulich, wie man in ein lichtdurchschienenes Wasser hineinschaut. So bläulich, aber ich möchte sagen, so, dass es einem wie ein tiefer Brunnen erscheint. Jetzt fängt sie an wiederzukäuen. Dabei ist der gesamte Blick der Kuh verändert. Von einer unglaublichen Konzentration, die sich in diesem Blick äußert, im gesamten Gesicht, wie gesagt, um die Augen herum. Alles verändert sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kosmisch-Qualitative Analyse 00:15:41 ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was vollzieht sich jetzt in der Kuh, dass ihr ganzes Wesen in diesem Prozess des Wiederkäuens aufgeht, ja vollständig involviert ist. Ich meine, ein Verständnis kann man dazu gewinnen, wenn man sich das mehrfach anguckt, so eine Kuh wirklich im Wiederkauakt, dass da die Kuh erst wirklich anfängt, sich voll bewusst zu werden, was sie da eigentlich gefressen hat. Das ist natürlich schon vorher, das bildet ja sehr deutlich aus. Aber jetzt analysiert sie das Futter im Wiederkauakt. Speichelt es ständig intensiv ein und mahlt da hin und her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hängt von der Art des Futters ab, wie rohfaserreich es ist, wie häufig diese Kauschläge sind, also Wiederkauschläge sind. Auf was konzentriert sie sich da eigentlich? Das ist nämlich so, als ob sie denken würde. Wenn man einen Menschen beobachtet, wenn er denkt, dann kommt er innerlich vollkommen zur Ruhe und er konzentriert sich. Da versucht er eine Lösung gedanklich zu finden, kann er das verstehen, was er zum Gegenstand seiner Betrachtung hat. Wenn man unter diesem Gesichtspunkt die Kuh betrachtet, dann muss man sagen: die Kuh, indem sie jetzt wiederkäut, nimmt sie die ganze Stoffmasse der Pflanze, diese Riesenmasse auseinander und zerkleinert sie systematisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie mahlt es ja förmlich und nimmt es, wie gesagt, auseinander und entwickelt daran ihre Wahrnehmung. Das müssen Sie versuchen ins Bild zu bringen. Sie braucht ihre Augen eigentlich gar nicht, auch ihre Ohren nicht. Sie muss nur die Fliegen immer wieder wegjagen. Die eigentliche Aktivität der Kuh in Bezug auf die Sinneswahrnehmung vollzieht sich im Wiederkauen. Dieser ungeheuren Konzentration auf das, was sie jetzt auseinandernimmt an Nahrung und dabei etwas analysiert. Die Kuh analysiert jetzt ihr Futter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es einen wunderschönen Ausdruck von Rudolf Steiner im Landwirtschaftlichen Kurs, im zweiten Vortrag, dass sich da sich eine [[kosmisch-qualitative Analyse]] vollzieht. Das ist ein wunderbarer Ausdruck, eine kosmisch-qualitative, keine quantitative, eine qualitative Analyse, bei der die Kuh gleichzeitig die Eigenschaften dessen prüft, was sie da jetzt gefressen hat. Diese Eigenschaften sind das Ergebnis eines lebendigen Vorganges des Wachstums der Pflanzen durchs ganze Jahr hindurch. Der ganze Kosmos, die Sonneneinstrahlung, die ganze Planeteneinstrahlung, was nur irgend Leben schaffend wirkt, hat sich verdichtet in der Pflanzensubstanz, in der Struktur der Pflanzen, in der Eiweißstruktur, in der Kohlehydratstruktur, im Aufbau der Gerüstsubstanzen, hat sich das alles verdichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt nimmt die Kuh das auseinander und guckt dazwischen und ihre Wahrnehmung ist eine, die wir nicht können. Wir sehen immer nur auf die Oberfläche, wenn wir wahrnehmen als Menschen. Wir sehen immer nur Gegenständliches in der äußersten Oberfläche. Wenn wir prüfen wollen, was drin ist, dann ist es wieder eine Oberfläche. Wenn wir einen Stein verstehen wollen, was ein Stein ist - das ist mir in meiner Jugend so gegangen, ich habe immer gefragt, was ist in dem Stein drin? Dann habe ich einen Hammer genommen, habe drauf geklopft, da waren es zwei Steine und wieder zwei Oberflächen. Das hat mir keinen Einblick gewährt in das, was eigentlich dem Stein innewohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kuh ist aber in der Lage, die Pflanzen so auseinanderzunehmen, dass sie tatsächlich das wahrnimmt, was die Pflanzen während der Wachstumszeit, der Vegetationszeit aufgebaut haben. Das sind die Lebenskräfte. Sie hat eine unmittelbare Wahrnehmung im Wiederkauakt, da fängt es ganz intensiv an, dass sie eigentlich wahrnimmt, was hat jetzt die Pflanzen im Laufe eines Vegetationsjahres strukturiert, kosmisch strukturiert. Jede Pflanze hat ein anderes Eiweiß, eine Eiweißstruktur. Anders, ob es die unteren Blätter sind oder ob es die oberen Blätter sind, oder gar die Blüte ist, der Stängel ist. Überall ist das Eiweiß verschieden strukturiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was drückt das aus? Das analysiert eigentlich das Rind. Das ist ein übersinnlicher Vorgang. Daher kosmisch-qualitative Analyse. Es ist etwas, was sich hereingebildet hat in den Kosmos, in das Pflanzenwachstum, das wird jetzt auseinandergenommen und die Kuh hat da Wahrnehmungen, die Kuh ist ein beseeltes Wesen, kann diese Wahrnehmungen in sich verarbeiten. Da muss man wahrnehmen, beobachten, sich selber ein Bild machen von dem, was sich da als Tätigkeit in der Kuh vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist die große Frage, da werden Bildekräfte frei. Die Bildekräfte, die die Pflanzen aufgebaut haben, die werden alle frei durch dieses Auseinandernehmen, die ganze Zellulosesubstanz wird auseinandergenommen, zermahlen und da werden diese Kräfte frei, die sich gebunden haben im Verlaufe des Vegetationsjahres in der Pflanzensubstanz. Darauf richtet sich die Wahrnehmung der Kuh. Das empfindet sie. Das hebt sie, das was da rein ätherisch, lebendig sozusagen in diesem Verdauungsakt jetzt frei wird, das hebt sie sozusagen auf die Stufe ihres eigenen seelischen Wesens. Das ist ein Wahrnehmungsvorgang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kuhmist als Dünger; Verzichtwesen Kuh und Düngerkraft 00:22:16 ===&lt;br /&gt;
Das empfindet sie. Was macht sie mit diesem Kräftepotential? Ungeheure Massen, was eine Kuh so frisst. Das alles auseinandernehmen, alles das, was das ganze Jahr hindurch aufbauend auf die Pflanzensubstanz gewirkt hat, das wird plötzlich frei in diesem Verdauungsakt. Jetzt füllt es den ganzen Riesenleib der Kuh aus. Das Ergebnis dieser Analyse, was macht die Kuh damit? Das ist eine große Frage. Die Kuh ist ein Wesen, was nach außen nicht gerade sehr intelligent erscheint. Mit ihrem träumenden Bewusstsein, und dass sie da ständig mit dem Kopf mit dem Schlotzmaul im Gras rumwühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre eigentliche Intelligenz entfaltet sie in ihrem Inneren. Sie ist hochintelligent, höchstintelligent in Bezug auf diese Fähigkeit der Stoffanalyse. Die Ergebnisse dieser Fähigkeit kann die Kuh nicht in einen Gedanken verwandeln. Der Mensch kann das in einen Gedanken verwandeln. Der die Lebensprozesse - kann sie im Bewusstsein so absterben lassen, dass das, was dem innewohnt -dem Lebendigen - dass das in der Gedankenfähigkeit, Tätigkeit des Menschen aufglimmt, aufleuchtet. Die Kuh hat kein Ich. Sie ist nur ein Seelenwesen, sodass sie ein sehr hohes Bewusstsein entwickeln könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich gerade an Emerson - das war ein amerikanischer Dichter im 19. Jahrhundert, der ein großer Goethe-Freund war und mit dem Hermann Grimm sehr eng verbunden war - der hat sich sehr mit der Kuh beschäftigt, hat die beobachtet, was das für ein Wesen ist. Er hat gesagt, wenn man die Kuh so anschaut beim Wiederkäuen, dann müsste man meinen, die könnte denken. Aber sie kann es nicht. Sie kann nicht diesen Prozess, den der Mensch jetzt in seinem Wachbewusstsein, Kraft seines Ich erheben und daraus in einem höheren Sinne den weisheitsvollen Zusammenhang denken kann. Das kann die Kuh nicht, obwohl sie nahe dran ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie muss darauf verzichten. Wenn man das ganze Wesen der Kuh versucht ins Bild zu bringen, muss man sagen, sie ist von A bis Z ein Verzichtwesen. Sie verzichtet auf alles das, was sie da erleben kann, Augenblicke, es sind immer nur Augenblicke. Die Kuh kann keine Empfindung festhalten, kein Tier kann das, sondern es muss immer wieder neu diese Empfindungen in ihnen wachgerufen werden. So verbraucht die Kuh einen Teil dieser freiwerdenden Bildekräfte - einerseits für ihr Bewusstsein, sie bewegt sich, sie muss ihre Leiblichkeit unterhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie braucht einen Großteil dieser Kräfte, um die Milch zu bilden, diesen ungeheuren Überschuss, der weit mehr ist, als die Kälberfütterung braucht. Da bleibt immer noch ein Riesenüberschuss übrig. &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Was macht sie jetzt mit diesen Kräften? Mit diesen freigewordenen Bildekräften des Pflanzenwachstums - aber von ihr durchseelt, von ihr belebt und beseelt - was macht sie damit?&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Sie muss darauf verzichten. Diese Kräfte gehen raus über den Verdauungsstrom und werden ausgeschieden. Das Produkt ist der Kuhmist. Das Produkt ist der Kuhmist, der diese Überschusskräfte, die die Kuh nicht verbraucht hat im Zuge ihrer eigenen Verdauung, jetzt enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleiht dem Kuhdünger die eigentliche Düngerkraft. Der Kuhmist ist nicht ein Stoffdünger, wie man immer meint. Das kann man analysieren. 0,4 bis 0,5 Prozent Stickstoff und soundso viel Phosphor und Kalium unterscheiden sich nicht wesentlich von anderen. Nicht der quantitative Aspekt maßgeblich, sondern die qualitative kosmische Analyse. Da werden die Kräfte freigesetzt und jetzt gebunden in diesen Dünger, den die Kuh verlässt und durch diesen Dünger die Düngekraft verleiht. Es ist ein echter Kräftedünger. Den Begriff gibt es heute nicht. Den finden Sie in keiner Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil man keine Ahnung hat, was Kräfte sind. Es ist sehr schwierig, sich klarzumachen, was eine Kraft ist. Ich weiß nicht, ob ich das schon angedeutet habe. Ich kann mit meinem normalen Verstandesdenken nicht wissen, was eine Kraft ist. Das muss einem jeder Physiker zugestehen. Wir wissen nicht, was Kräfte sind. Weil wir Angst haben, den Kraftbegriff überhaupt als solchen auszudrücken, nennen wir sie Energie. Das ist nur ein anderes Wort. Das sagt gar nichts. Man weiß effektiv nicht, was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man versucht dahinter zu kommen, indem man es stofflich fasst. In Form von Atomen, in Form von Elektronen, in Form von Protonen und den ganzen Elementarteilchen. Man meint, man könnte es doch noch irgendwie körperhaft fassen, was Energie ist. Am Ende löst sich alles auf in der Quantenphysik in ein Nichts. Es gibt keinen Stoff, keinen Körper im Raum in diesem Sinne, der die letzte Einheit alles Daseins wäre. Den gibt es eben nicht. Das weiß die Quantenphysik auch. Es löst sich alles in Kräfte auf. In Energie, würde man heute sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maßverhältnisse und Mistbewahrung 00:28:55 ===&lt;br /&gt;
Im Grunde genommen bereitet die Kuh aus dem Lebendigen, aus der beseelten Natur einen Dünger vor, der - je nachdem, wie ich die Kuh füttere, wie ich sie halte, wie ich sie pflege, wie ich mit ihr umgehe - mehr oder weniger wirksam ist. Sie können nicht erwarten, dass eine 10.000 Liter Kuh oder eine mit der Jahresleistung von 100.000 Litern, dass sie überhaupt einen vernünftigen Dünger bringt. Im Organismus steht immer alles in einem Maßverhältnis. Wenn er einseitig in diese Richtung getrimmt wird, wo eine Kuh nach viereinhalb Jahren geschlachtet werden muss, weil sie nichts mehr bringt, weil sie die Leistung nicht mehr bringt - noch in dem frühen Jugendalter, so ist es ja heute, der Schnitt heute aller Schlachtungen liegt bei viereinhalb Jahren, zwei Laktationen - da ist die Kuh verbraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat die keinen Überschuss mehr. Infolgedessen kann man nicht erwarten, dass von einem so gehaltenen, gefütterten Tier in der Massentierhaltung noch irgendwo ein vernünftiger Dünger herkommt. Am Ende ist er vielleicht doch nur Stoff und nicht mehr Kraft. Solche Sachen muss man versuchen, sich ins Bild zu bringen. Wir arbeiten eigentlich in der Landwirtschaft immer mit Kräften. Die Stoffe sind die äußere quantitative Erscheinungsform dieser Kräfte-Zusammenhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erhalten so, wenn wir unsere Kühe auf einem Hof halten in einem maßvollen Verhältnis zum Betriebsorganismus, dass wir nicht mehr haben als der Betrieb an Futter hergibt, sondern genau das Maß, was der Betrieb an Futter hergibt und andererseits an Dünger braucht. Dass man dieses Maß hält, muss man finden. Früher hat man gesagt, generell eine Großvieheinheit pro Hektar in Form von Rindern, das ist ein Optimum. Schön, wenn man das schafft. Auf bäuerlichen Familienbetrieben war das gar kein Problem. Heute auf den Großbetrieben da muss man schon Glück sagen, wenn man da 0,3 oder 0,4 Großvieheinheiten pro Hektar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man keine Rinder hat, dann macht man entsprechend Schweine und dann meint man, man könnte die Schweine addieren zu Großvieheinheiten, die denselben Düngerwert hätten wie das, was die Kühe bringen. Es geht immer um Maßverhältnisse. Die muss man für jeden Betrieb finden. Jeder Betrieb ist anders geartet, hat eine andere Voraussetzung, hat eine besondere Art von veranlagter Intelligenz oder Begabung, wie ich das schon gesagt habe. Jetzt muss man in diesem Betrieb die Maßverhältnisse finden, die für die Gesunderhaltung und Weiterentwicklung des Hofes und der Bodenfruchtbarkeit erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßverhältnisse zu finden ist heutzutage eine ungeheure Schwierigkeit. Wenn man sich zu sehr von den Maßverhältnissen bestimmen lässt, dann überspielt man eigentlich das, was der Hof als solcher, als ein lebendiger Organismus-Zusammenhang für sein Gedeihen in die Zukunft braucht, für die nächsten Generationen. Dieser Dünger, der durch das Rind anfällt, hier in diesem Seelenglied ist der - in dem fasst sich gleichsam zusammen in der kosmisch-qualitativen Analyse das Ergebnis dessen, was der ganze Jahreslauf gebracht hat. Eigentlich fressen die Kühe, wenn ich mal das ins Bild bringen soll, fressen die Kühe jedes Jahr einmal den ganzen Lebensleib des Hofes auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir partizipieren als Menschen davon, natürlich von dem Getreide, was wir anbauen und anderen Anbaufrüchten, aber im Großen und Ganzen, was die Masse betrifft und überhaupt, was der Betrieb produktiv aus sich heraussetzt, an Futterpflanzen, auf dem Grünland und im Ackerbau, das fressen die Kühe und analysieren das. Das Ergebnis dieser Analyse ist der Dünger. Dieser Dünger hat von vornherein aufgrund seiner Kräftekonstellation gesundende Wirkung auf alles. Auf den Boden, auf die Pflanzen, was es auch sei. Er ist ein Heilmittel für die Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kuhdünger ist ein Heilmittel für die Erde. Ich habe die italienische Reise bei Goethe gelesen und da schildert er, wie ein Bauer ihm erzählt - auf Sizilien damals, da kommen die auch zu sprechen auf landwirtschaftliche Dinge. Goethe war selber bewandert in diesen Dingen, hat eine Zeitlang selber einen kleinen Betrieb gehabt. Goethe, das weiß man heute gar nicht so genau - da schildert dieser Bauer ihm, wie sie auf den Mist zu sprechen kommen, dass er sagt: „Der Mist kann mehr als alle Heiligen“. Das hat der Bauer zu ihm gesagt. Der Mist kann mehr als alle Heiligen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aus dem Volksüblichen heraus gesprochen, aber im Volksüblichen lebt eine ungeheure Weisheit. Da haben die Menschen die Dinge noch nicht intellektuell zerdacht, wie in der Wissenschaft heute, sondern haben noch am unmittelbaren Empfinden heraus so die Dinge gefasst, dass man daran unmittelbar erlebt, wenn man sich das mal bewusst macht, wie wahr das ist. Nur anders ausgedrückt. Das, was der Mist macht im Haushalt der Natur, ist überall Harmonie schaffen. Gesundheitsbildend, Gesundheit schaffen, er gleicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bewahrungsverfahren 00:35:21 ===&lt;br /&gt;
So möchte ich jetzt dieses Kapitel in Bezug auf den Seelenleib abschließen, indem ich eingehe auf die Bewahrung des Mistes im landwirtschaftlichen Betrieb und die Wirksamkeit des Mistes, sofern man sich das vielleicht doch experimentell genauer vor Augen führen kann. Das große Problem bei der Haustierhaltung ist die Bewahrung des Mistes. Der fällt ständig an, durchs ganze Jahr hindurch. Ich wende ihn aber nur zu bestimmten Zeitpunkten an. Also muss ich ihn bewahren. Ich muss aufpassen, dass nicht die ganze wunderbare Substanz flöten geht durch Veratmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Verluste, so nennt man das heute, Substanzverluste. So kommt es beim Stallmist darauf an, dass man die ganze Stalleinrichtung, die ganze Tierhaltung einzubeziehen versucht in Bezug auf die Frage der Bewahrung des Mistes. Da gilt bei der Erfassung des tierischen Düngers seit uralten Zeiten das Gesetz:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Halt ihn fest, halt ihn feucht und tritt ihn fest.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist der Grundsatz aller Mistbewahrung. Halt ihn feucht und tritt ihn fest. Was sagt das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tiefstallmist 00:37:21 ====&lt;br /&gt;
Es gibt ein Bewahrungsverfahren, was wir heute allenthalben überall üben, das ist der Tiefstallmist, wie wir da hier unten haben, da im Kuhstall. Wir haben das versucht so einzurichten, dass wir möglichst viel Tiefstallmist erzeugen. Warum ist der Tiefstallmist die beste Mistqualität, die man überhaupt erzielen kann? Weil die Verluste am allergeringsten sind und die Abbauprozesse so zögerlich ablaufen, dass er sich nie übererwärmt, sondern sukzessive in einen fermentativen Prozess übergeht und dadurch alle Abbauprozesse wie zur Ruhe kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen im Tiefstall, dass man da so einstreut auf den Boden, nachdem man ausgemistet hat. Am besten wäre Lehmboden und keinen Betonboden. Leider Gottes ist man heute verpflichtet, baurechtlich, einen Betonboden zu machen und der sperrt total ab. Man kann unten erstmal Holzschnitzel einstreuen, das saugt dann ein bisschen die Feuchtigkeit auf. Dann Stroh darüber und dann gehen die Kühe darauf und jauchen darauf und setzen ihren Mist ab und laufen über die ganze Lauffläche und treten das schon mal fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ergibt sich eine erste Schicht, die erwärmt sich vielleicht auf 30 Grad oder mal auf 35 Grad, aber nicht mehr. Ein schönes, warmes Polster, vor allem über den Winter. Wenn das ein bisschen anfängt matschig zu werden, streut man wieder ein und wieder jauchen die Tiere drauf und setzen ihren Mist ab und treten das alles fest. Feuchtigkeit und Festtreten ist im Tiefstall durch die Tiere selbst gewährleistet. Da braucht man gar nicht irgendwie zusätzlich von sich aus was machen, die Tiere machen es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu braucht man ziemlich viel Raum, 10 Quadratmeter pro Tier mindestens in so einem Tiefstall und der große Nachteil des Tiefstalls ist, man braucht sehr viel Einstreu. Man braucht sehr viel Einstreu, also 10 Kilogramm pro Tier und Tag ist da einmal erforderlich und bei einer normalen Stallmisterzeugung im Anbindestall liegt das vielleicht bei 7 Kilo oder 6 Kilo. Das hängt sehr davon ab, was der Betrieb wirklich am Getreidebau selber hat, was an Stroh zur Verfügung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So baut sich allmählich dieser Tiefstallmist auf, immer ein Wärmepolster oben und darunter kühlt es ab und die Zersetzungsprozesse, die zunächst oxidativ sind, also abbauend durch aerobe Bakterien, die verwandeln sich in einen fermentativen Prozess, in dem mehr eine Art sehr gedämpfter Vergärung stattfindet. Bei der Vergärung muss man immer aufpassen, weil jeder Gärvorgang ein anaerober Prozess unter Sauerstoffausschluss ist und das führt dann leicht zu Fehlgärungen. Wenn man Fehlgärungen hat, fängt es an zu stinken. Das ist so das übliche Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muss gerade so geführt werden im Tiefstall, dass das Endergebnis, wenn man es im August zur Hackfrucht ausbringt im Rahmen der Fruchtfolge - man düngt normalerweise den Stallmist immer zur Hackfrucht - dass die Konsistenz dieses Mistes so ist, dass man ihn - wenn er richtig gut ist, hat er einen ganz, ganz milden Geruch und man könnte fast reinbeißen, wie Brot. So ist dieser Zustand. Das ist das absolute Optimum, was man meines Erachtens nach in der ganzen Mistaufbewahrung erzielen kann, wo die Substanzverluste nicht gegen Null gehen, aber doch sehr gering sind. Im Vergleich zu Kompostierungen oder anderen Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gülleproblematik 00:41:52 ====&lt;br /&gt;
Heute wird mit dem Kuhmist vielfach Schindluder getrieben. In der Bewahrung wird einfach schlecht Schindluder getrieben. Man ahnt gar nicht, welche unglaublichen Verluste eintreten, wenn man ihn einfach irgendwann eine Weile hinwirft und dann irgendwann irgendwie kompostiert oder sonst was macht. Die Mistbewahrung bedarf der äußersten Sorgfalt. Für diese Sorgfalt sorgt das Tier im Tiefstall selbst. Nun kann man nicht alles im Tiefstall aufbewahren, man kann die Tiere nicht wirklich Tag aus Tag ein im Tiefstall halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sie immer wieder melken und füttern und Kraftfutter zugeben. Sie müssen irgendwo eine anständige Futtergrippe haben. Da stehen sie rum und da fällt auch Mist an. Was macht man damit? In den Boxenlaufställen zum Beispiel, wie sie sich heute konfigurieren. Da macht man Gülle. Da machen die heute Gülle. Bei den Massentierhaltungen fällt der Tiefstall sowieso weg. Da stehen die jahraus jahrein unter Silofütterung, verdauen nur so halb vorverdautes Futter. Und dann setzen sie da hinten ein Mist ab, von sehr fraglich ist, welche Qualität der überhaupt noch hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird anschließend über die Entmistungsanlagen mit der Jauche zusammen in die Güllebehälter verfrachtet. Dort kommt es zu einer anaeroben Gärung. Dort kommt es nie dazu, dass da Erhitzungen stattfinden, sondern es ist eine anaerobe, eine kalte Gärung. Das Zeug wird je nachdem nach ein paar Monaten ausgebracht auf den Acker und stinkt dann unter Umständen ganz schön. Bei der Schweinegülle ist das allemal der Fall. Das ist lediglich eine Bewahrung, aber es ist keine Pflege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da verliert der Mist an dieser ihm innewohnenden Qualität, dieses Kräftepotential zu bewahren, selbst zu bewahren. Es ist eine rein wässrige Angelegenheit. Es wirkt ein bisschen so in Form von Kopfdünger, draußen aufs Grünland draufgeknallt oder im Frühjahr auf das Getreide, so stimulierend, als ob es ein Mineraldünger wäre. Die Frage der Gülle, da muss ich sagen, im biologischen Betrieb hat die eigentlich nichts zu suchen. Es gibt nie ein Absolutum und man kann nie ein Fundamentalist auf diesem Felde sein, sondern man sollte nach Wegen suchen, wie man Gülle möglichst vermeidet. Man hat die Jauche, und der Jauche ist heute immer durch den Schieber ein bisschen Mist dazu gemengt. Die hat man allemal als Kopfdünger im Frühjahr aufs Getreide, wenn das Ende April nicht so richtig in die Gänge kommt. Aber sofern es wirklich den Kuhmist angeht, sollte man nach anderen Verfahren suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist, wie gesagt, der Tiefstallmist, und das andere, da komme ich gleich darauf zu sprechen. Noch mal ein Wort zur Gülle. Die Gülle ist natürlich super elegant. Es ist technisch das aller eleganteste Verfahren zu entsorgen, das Zeug zu entsorgen, weil es nun mal anfällt, muss man es irgendwo hin verfrachten. Aber was macht die Gülle? Die Gülle verschleimt die Böden. Und das sehe ich als das Hauptproblem an, was gar nicht genügend erforscht ist. Man weiß es, vom Allgäu, wo sehr intensiv Güllewirtschaft getrieben wird, die haben keine Einstreumöglichkeiten und so, da ist alles drauf ausgerichtet auf Verschlauchung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sich nicht ausspritzen, sondern sie verschlauchen das und haben diese großen Spritzen draußen auf den steilen Hängen. Da verschleimt der Oberboden, alle Poren verschleimen. Wenn jetzt die ganzen oxidativen Vorgänge im Boden stark gehemmt werden, durch viel Niederschlag, durch kühle Witterung und so weiter, dann baut sich da nichts ab und alle Poren sind dicht. Wenn dann Starkregen kommt, dann läuft das Wasser oberflächlich ab, also erosionsartig, kann das sogar die Darmen verletzen, von so einem Grünlandstandort und entsorgt gewissermaßen alle Nährstoffe, oder was sich da angesammelt hat, in den nächsten Vorfluter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze Gesetzgebung, die Düngungsgesetzgebung heute, die den biologisch-dynamischen Betrieben so sehr den Hals zuschnürt, dass wir eigentlich draußen in der Landschaft nichts kompostieren dürfen, es sei denn, wir wechseln den Standort von Jahr zu Jahr oder wir machen eine Riesenbetonplatte um darauf zu kompostieren, was kein Mensch bezahlen kann. Also wir fallen bei diesen Gesetzgebungen als biologisch-dynamische Betriebe immer hinten runter, weil die darauf gemünzt sind auf diese Unmöglichkeiten, die heute in der konventionellen Landwirtschaft praktiziert werden. Die sorgen dafür, dass die Umwelt in hohem Grade verschmutzt wird und dann werden Gesetze gemacht, die für alle gelten und da fallen wir hinten runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stapelmistverfahren 00:47:43 ====&lt;br /&gt;
Das erste Verfahren war das Tiefstallverfahren. Das zweite Verfahren, das nahezu ganz in Vergessenheit geraten ist, aber was ein gewohnter - jetzt nicht ein Tiefstall -, sondern ein Hochstall-Mistverfahren ist, das ist der sogenannte Stapelmist. Das muss neu entdeckt werden. Da bin ich bombensicher. Wir müssen heute wirklich danach trachten, für das tägliche Ausmisten aus dem Stall, das Stapelmistverfahren wieder neu zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stapelmist heißt, dass man mit einem Frontlader aus dem Stall so einen Batzen nimmt und mit der doppelgreifenden Zange festhält und dann den Batzen schön draußen von mir aus auf eine Betonplatte setzt - es ist unausweichlich, dass man da irgendwie befestigen muss - setzt den Batzen da ab und am nächsten Tag den nächsten daneben, dann den nächsten daneben, den nächsten daneben. So hat man eine ganze Reihe, so breit wie der ganze Stapelmisthaufen sein soll und dann setzt man in den folgenden Tagen wiederum ein Batzen davor und vielleicht noch einen dritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hat sich inzwischen zeitlich die erste Reihe so auf 30 Grad erwärmt, mehr geht zunächst nicht, dass die bakteriellen Prozesse des Abbaus erstmal in Gang kommen. Nach mehreren Tagen kann man jetzt hergehen und die nächste Reihe wieder auf die erste draufsetzen. Schön gepackt. Die nächste Reihe wieder davor und wieder davor und dann kommt wieder die dritte Reihe oben drauf. So baut sich jetzt wirklich Lage für Lage ein Stapelmisthaufen über der Erde auf, wo wiederum durch den Eigendruck des Mistes beziehungsweise durch die beigemengte Feuchtigkeit aus dem Stallgang, wo ab und zu abgespritzt wird und so weiter - da ist genügend Feuchtigkeit und so baut sich dieser Stallmiststapel auf, den kann man dann so wachsen lassen bis zu dieser Höhe (Mannshoch mit ausgestreckten Armen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es zu trocken ist, zu viel Stroh drin ist, dann kann man auch mal festtreten oder mit der Frontlader-Gabel ein bisschen draufdrücken oder so. Das muss man beobachten. Auf diese Weise kann man wiederum - wenn man das sauber macht - eine ebenso gute, nahezu ebenso gute Stallmist-Bewahrung betreiben wie im Tiefstall. Mit weniger Stroh, etwas höheren Verlusten, aber doch stark reduziert als wie man das heute so gemeinhin macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stapelmistverfahren - ich rege das einfach mal an, dass man sich dem wieder zuwendet, weil ich einfach sehe, wo ich auf die Höfe komme, sehe ich einfach wie mit dem Mist normalerweise umgegangen ist, unmöglich. Riesenverluste, das ist unser edelster Dünger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kompostierung 00:50:56 ====&lt;br /&gt;
Das dritte Verfahren ist die Kompostierung, die Mistkompostierung. In Verbindung mit anderen Abfällen. Nur muss man da wissen, dass man damit die größten Verluste hat, allerdings einen ganz hervorragenden Dünger dabei erzeugt, nämlich einen mehr oder weniger humifizierten Fertigdünger, wo durch die Tätigkeit der Würmer, der Kompostwürmer schließlich die Umwandlung der organischen Substanz abschließend behandelt, vererdet wird. Ein Vererdungsprozess findet da statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die drei Bewahrungsmöglichkeiten im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Wie verhalten sich die Lebenskräfte der Pflanze und dann die Seelenkräfte? Die Lebenskräfte der Pflanze und die Seelenkräfte der Kuh, die ja im Mist sind, wie verhalten die sich im Kompostierungsprogramm? Verändert sich da was in Bezug auf die kosmischen Kräfte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, die sorgen dafür, dass da eine Endsubstanz entsteht, die beides enthalten. Das rein Lebendige hat die Tendenz zu verduften, mineralisiert zu werden durch den mikrobiellen Abbau. Dass das abgefangen wird, da sorgt einerseits das, was dem Mist selber innewohnt, durch die Kuh mitgegeben, worauf sie verzichtet hat. Und die Bodentiere sorgen dafür. Die beenden den ganzen Prozess, die besorgen letztlich die Verwandlung in Dauerhumus. Gerade die Kompostwürmer. Das sind Tierwesen. Die sorgen dafür, dass jetzt diese lebendigen Prozesse nicht einfach nur mikrobiell abgebaut werden bis auf Null, sondern dass die wieder aufgebaut werden und darauf was Neues entsteht, nämlich das Schwarzkrümeln der Humus. Man kann immer damit rechnen, wenn man es richtig macht, wirklich bei der Sache ist, als Mensch, dass die Natur selber bis zum gewissen Grad dafür sorgt, dass das vernünftig abläuft. Das ist immer das Verhältnis von Astralität, also von Kräften, die das Tier zur Verfügung stellt, und die andere die lebendigen Kräfte, die die Pflanze im Wesentlichen zur Verfügung stellt. Das geht immer ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stroharmut und Lösungen 00:53:39 ====&lt;br /&gt;
[Publikum:] Bei einem Betrieb, der wenig Stroh zur Verfügung hat, würden Sie eher Stapelmist empfehlen, oder könnte man noch andere Sachen als Stroh einstreuen in den Tiefstreustall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Was wäre das für ein Betrieb, ein Garten oder was?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, zum Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Im Grünland müssten wir auf die Kompostierung zu sprechen kommen. Das ist ein langes Thema. Stroharmut ist eine echt richtige Armut. Das ist gar keine Frage. Da kann man versuchen - das haben sie früher sogar gemacht - die haben irgendwo altes Wiesenheu und all diese Sachen dazu verwendet, aber das ist eben doch begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit ist, wenn man kein Stroh hat, oder wenig Stroh hat, da kann man zum Beispiel viel mit Frischhäcksel arbeiten. Frischhäcksel aus Hecken verschnitten und so. Aber es muss frisch sein, es darf nicht zu sehr abgestorben sein. Auf jedem Hof gibt es immer genügend Abfall in irgendeiner Form, dass man den anfallenden Mist kompostieren kann. Nur muss man den ein oder zweimal mehr umsetzen, weil bei der Mistkompostierung immer ein nasser Kern entsteht. Der darf aber nicht entstehen. Der muss dann wieder umgesetzt werden, vielleicht noch ein zweites Mal, aber nicht mehr, möglichst nicht. Weil jedes Mal wieder neue Verluste entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von Betrieb zu Betrieb anders. Die Lösungen bieten sich an. Irgendwo sind immer genügend Abfälle da. Natürlich nichts, wenn man eine Massentierhaltung hat und nur Güllewirtschaft. Da hat man kein Stroh und da macht man eben Gülle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirkung des Stallmistes 00:56:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt noch schnell ein Wort zur Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich habe noch eine Frage, die mich beschäftigt. Die menschlichen Fäkalien, wenn die durch den Kompost gegangen sind, was halten Sie davon, die auch in den Kreislauf einzubinden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ich komme darauf zurück, wenn Sie die Frage stellen, ich hätte nicht darüber gesprochen, aber wenn Sie die Frage stellen, komme ich darauf zurück, wenn es um die Präparate geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt noch ein kurzes Wort zur Wirkung des Stallmistes. Es ist eine alte Erfahrung, dass man vom Stallmist keine Bomben-Zusatzerträge, also Maximalerträge, hätte. Ein guter Stallmist wirkt schon ertragserhöhend, keine Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ganz und gar armen Böden und bei Kartoffeln, wo es um ungeheure Umsetzungen im Boden gehen muss, da braucht es natürlich relativ frischen Stallmist. Aber grundsätzlich ist die Wirkung des Stallmistes weniger ertragssteigernd, über ein bestimmtes Maß hinaus, sondern fördert insbesondere das Pflanzenwachstum qualitativ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Qualitative Förderung des Pflanzenwachstums am Beispiel des Radieschens 00:57:40 ====&lt;br /&gt;
Das möchte ich Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen. (Zeichnung an der Tafel): Wenn das unser Boden ist und in diesem Boden sehen Sie jetzt eine Gartenfrucht, ein Radieschen. Dann entwickelt sich das Radieschen so, dass sich allmählich - das Radieschen ist ja rot - dann dieser Fruchtkörper bildet. Und dieser Fruchtkörper des Radieschens ist eine Raumerweiterung des Hypokotyls. Das Hypokotyl ist ein kurzer Abschnitt ehe die Pflanze nach oben wächst in die Höhe, da gibt es - über dem Punkt, wo die Wurzel nach unten geht -, einen kurzen Abschnitt, den nennt man Hypokotyl. Und dann kommt das Epikotyl, das ist dann der eigentliche Spross.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt eine Aufblähung im Boden dieses Hypokotyls, was keine Wurzel ist, wohlgemerkt. Unten wächst dann hier die Wurzel raus und geht vollkommen - möchte ich sagen - vertikal in die Tiefe. Sie glauben gar nicht, wie tief so ein Radieschen wurzelt oder eine rote Rübe. Graben Sie mal eine rote Rübe aus, dann können Sie ganz schöne Löcher machen, bis Sie unten an die Wurzelspitze kommen. Eine sogenannte Pfahlwurzelbildung. Die setzt hier ganz deutlich ab. Hier oben entwickeln sich jetzt hier diese Blätter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie dieses Radieschen jetzt mit Stallmistkompost, wirklich gut ausgereiftem Stallmistkompost - im Gartenbau muss man immer mit ausgereiften Komposten düngen - wenn dieser Boden damit gedüngt worden ist, dann entwickelt sich dieses Radieschen oder diese rote Rübe oder was es auch immer sei arttypisch, dem Typus gemäß, dem Urbild gemäß. Jede Pflanze hat ein bestimmtes Urbild. Das sich dann verwirklicht in der äußeren Erscheinungsform. Das Urbild kann sich jetzt deutlicher offenbaren oder weniger deutlich offenbaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung des Stallmistes ist gerade die, dass das Urbild sich viel deutlicher in die Erscheinung bringt, die eigentliche Typusveranlagung deutlicher in Erscheinung bringt, als es von Natur so ohne weiteres geschehen würde. Selbst bei einer höheren Ertragsbildung bleibt dieser Typus erhalten. Typus heißt, das Erscheinungsbild bezieht sich nicht nur auf die kugelrunde Form des Radieschens und nicht nur auf die Pfahlwurzelbildung in die Tiefe, sondern bis in die Struktur der eigentlich nährenden Substanz. Darauf kommt es immer an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Qualität als Komposition der Stoffe 01:01:16 ====&lt;br /&gt;
Ich spreche, wenn ich von Qualität spreche, immer von der Komposition der Stoffe. Wie sind die Stoffe komponiert? Wenn Sie eine Beethoven-Sonate hören, dann ist sie komponiert. Da sind die Töne auf der Stufe der tönenden Welt so geordnet, so aufeinander bezogen mit Intervallen, dass da jetzt eine bestimmte Melodie, eine bestimmte Harmonie und eine bestimmte Rhythmik entsteht. Die hört man. Damit wird das erst ein Kunstwerk, dass sich etwas konfiguriert. Töne konfigurieren sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt diese Töne nehmen und projizieren sie einfach mal ein paar Stockwerke tiefer, dann kommen Sie auf die Stoffe. Die Stoffe sind nichts anderes wie geronnene Töne. Eigentlich. Im Periodensystem der Elemente haben Sie auch die Oktavenbildung in der Anordnung der Stoffe. Die Töne sind eigentlich geronnene Töne und haben in ihren Eigenschaften ähnliche Beziehungszusammenhänge wie die Töne untereinander. So ist eigentlich die ganze Materie oder die lebendige Welt, die Natur draußen, komponiert. Als Schöpfung komponiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt müssen wir sehen, dass wir diese Komposition nicht zerstören, dass wir da irgendwie alles total korrumpieren, wie das nachgerade heute der Fall ist, sondern dass wir im Verstehen dessen, was hier der Komponist gemeint hat in seiner Komposition, dass wir dem gerecht werden in unseren eigenen Handlungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Derangierung durch Stickstoff 01:03:06 ====&lt;br /&gt;
Das offenbart sich nun unmittelbar, wenn Sie anstatt, mit Stahlmist düngen, jetzt da mit einer ordentlichen Enddüngung rein funken, dann sieht unter Umständen so ein Radieschen so aus, dass es eher die Neigung hat, nicht mehr eine ganz runde Form zu bilden, wie hier, sondern eher so ganz bisschen nach unten zugespitzt ist, also eine leichte Formveränderung des Fruchtkörpers und die Wurzel - jetzt mal extrem ausgesprochen - die sieht dann so aus (Tafelbild: Wurzel ist dann keine Pfahlwurzel mehr sondern spreizt sich in der Erde in mehrere Richtungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verliert ihre Pfahlwurzelfähigkeit. Das Urbild kann sich nicht mehr durchsetzen, sondern die wird durch den Stickstoffüberhang, der hier gedüngt wird, derart derangiert. Das Urbild wird zerfleddert, gewissermaßen, in der äußeren Erscheinung und Sie haben hier einen Fruchtkörper, der nicht mehr so durchstrukturiert ist, melodisch, wie das hier bei diesem runden Fruchtkörper bei Stahlmistdüngung der Fall ist. Man kann grundsätzlich sagen, dass jede Stickstoffdüngung generell - ob wenig oder viel - derangierend wirkt auf das Pflanzenwachstum. Es bringt die Pflanze aus dem Lot und die Stahlmistdüngung sorgt dafür, dass das Urbildliche der Pflanze sich realisieren kann im Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Kann man sagen, dass die mit Stickstoff gedüngten Radieschen verwildern?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Das ist eine gute Frage. Ich würde mal sagen, was mal Kulturpflanze geworden ist, das kann nicht mehr zurückgebildet werden zur Wildpflanze oder zum Wildtier, das geht gar nicht. Insofern ist der Begriff der Verwilderung in Anführungsstrichen zu setzen. Man kommt nicht mehr auf das Ursprüngliche, die Wildpflanze zurück, sondern es ist mehr das, was der Mensch im Verlauf der Evolution hineingeheimnisst hat, und das muss man wirklich geheimnisst sagen, in das Pflanzenwachstum, dass es zur Fruchtbildung befähigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kulturpflanzen und Urbild 01:06:04 ====&lt;br /&gt;
Die Pflanze würde das nie von sich aus machen. Das ist wirklich, das ist das Züchtungserreichnis der uralten, urpersischen Kultur vor dem dritten, vorchristlichen Jahrtausend, wo die Menschen vermocht haben, aus ihrer besonderen Fähigkeit und besonderen Seelenverfassung heraus, der Pflanze zur Fruchtbildung zu verhelfen. In diesem Sinne. Das ist veranlagt, das ist da. Jetzt kann ich das derangieren und kann sagen, ja gut, es verwildert, es verliert die Kraft, das, was da veranlagt ist, wirklich in die äußere Erscheinung zu bringen. Der Begriff der Verwilderung suggeriert, als ob das wiederum zur Wildpflanze hintendiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wildpflanze hat auch eine Pfahlwurzel. Insofern ist es ein Derangement, eine Desorientierung. Die Pflanzen verlieren ihren Anschluss an den Boden und an den Kosmos und werden Zerrbilder ihrer selbst. Das würde ich eher so sagen: Zerrbilder ihrer selbst. Das wollte ich jetzt nur ergänzen und sagen, dasselbe Phänomen können Sie bei den Roten Rüben wunderschön beobachten, das ist auch ein Pfahlwurzelbildner. Es gibt andere Pflanzen, wie zum Beispiel die Buschbohnen, die machen ein sphärisches Wurzelsystem, dann wird plötzlich dieses sphärische Wurzelsystem wunderschön ausgebildet oder aber derangiert, je nachdem, wie ich es dünge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sorgt die Stahlmistdüngung dafür, dass der ganze Hof in den Genuss kommt, flächenhaft durch das, was jetzt das Tier, was durch die Tierhaltung an kosmisch-qualitativer Analyse vollzogen worden ist, über den Dünger und jedes Jahr kommt der Betrieb insgesamt in den Genuss dieser besonderen Zubereitung des Düngers. Das kann sich steigern, weil die Kühe immer etwas fressen draußen, das sie dann analysieren, einen Dünger zubereiten, der kommt dann wieder daraus und bringt das Ergebnis dieser kosmisch-qualitativen Analyse auf den Acker oder ins Gartenland oder das Grünland und dann wächst das Gras oder wächst eben unsere Kulturpflanze und wachsen ein bisschen anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die haben etwas davon, profitieren davon. So ist es eigentlich ein sich steigernder Vorgang, der sich da vollzieht. Das ist nicht einfach nur ein Kreislauf, wie man heute gerne sagt, sondern es ist ein Vorgang, der sich von Jahr zu Jahr oder Jahrzehnt zu Jahrzehnt, je nachdem, in alle Zukunft entwickelt. Da ist ein Entwicklungsprozess angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rolle der Menschengemeinschaft in der Landwirtschaft 01:09:18 ===&lt;br /&gt;
Das kann man jetzt bis ins Detail denken in Bezug auf alle Tiere, was jedes Tier beiträgt zu der Funktionsfähigkeit eines solchen Organismus. Aber es fehlt noch eins. Und das ist eben das, was im Menschen das Ich ist. Erinnern Sie sich an das Bild, wo ich die drei Naturreiche beschrieben habe und den Menschen dazu als sein Ich, das jetzt das Ganze durchstrahlt und durch seine Durchstrahlung seinen eigenen Organismus aufbaut. So müssen wir hier noch hinzudenken, jetzt die Menschengemeinschaft, die diesen Hof jetzt bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stehen wir jetzt vor der Rätselfrage, wie kann diese Menschengemeinschaft das leisten, was eigentlich ihre Aufgabe ist. Wo sind die Menschen, die das können? Da merkt man, wenn man diese Frage mal so stellt, da merkt man sofort, das ist keine wissenschaftliche Angelegenheit, das ist eine künstlerische Angelegenheit. Da stellt sich sofort die Antwort ein, Landwirtschaft ist eine Landbaukunst. Es ist der künstlerisch wirkende Mensch gefragt, aber die Kunst ist ja nichts anderes als eine Belebung der Wissenschaft. Man muss es auch so sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss ja etwas kennen, ich muss Kenntnisse haben in Bezug auf den Aufbau des Bodens, was die Pflanze konstituiert, das Tier. Eigentlich muss ich die ganze Naturwissenschaft irgendwo in mir tragen. Indem ich es tue, indem ich es umsetze, meine Ideen umsetze, wird es sofort so eine Art Kunst, denn jeder Standort ist anders. Er fordert jedes Mal eine abwägende innere Haltung, ein sich Gegenüberstellen und dann sich wieder verbinden. So, diese Menschengemeinschaft. Und das ist jetzt die große Frage auf den Höfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange sich das noch in einem Dorf abgespielt hat, so vor 100 Jahren, da war das kein Problem. Die Bauern waren weise. Auch wenn schon im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese Weisheit ein bisschen im Verglimmen war, so muss man doch sagen, durch weit über ein Jahrtausend hinweg haben sie diesen Organismus der Landwirtschaft tatsächlich gebildet. Der ist ja da. Der hat sich ja über die Jahrhunderte herausgebildet. Im Verhältnis von Ackerbau, Viehzucht, Gartenbau und Obstbau und alles das. Das hat sich wirklich, das war schon veranlagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind nur noch rudimentäre Reste davon übrig. Weil wir als moderne Menschen in dem Bewusstsein leben, dass wir alles können und wenn wir das dann umsetzen, geht alles schief. Dann entsteht eben die Umweltzerstörung mit all ihren Konsequenzen, die heute gerade Riesendimensionen annehmen. Weil man immer nur punktuell gedacht hat und nicht im Zusammenhang. In dem Augenblick, jetzt wacht man langsam auf. Menschenskinder, wir haben den Zusammenhang verloren! Die Bauern früher, die haben aus dem Zusammenhang gewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein instinktives Weben in den Naturzusammenhängen und die haben daraus eine Weisheit geschöpft, die war untrüglich. Das müsste man länger erläutern, das ist jetzt nicht meine Aufgabe. Das ist eigentlich das Problem der Menschengemeinschaft heute. Wie kann sich eine Gemeinschaft bilden, die wirklich eines Sinnes ist? Die einen Gemeinsinn entwickelt. Die aus der Erkenntnis dieser Zusammenhänge ihr eigenes Motiv biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, so konkretisiert, auch objektiviert, dass man sich nicht nur subjektiv als Mensch einbringt und sich selbst verwirklichen will, sondern dass man so in den Ideen, in den Begriffen lebt, dass man sich mit den anderen so austauscht und ständig versucht, ein übergeordnetes Bild des Hofes zu entwickeln, aus dem heraus dann jeder Einzelne sein Teilbereich betreut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ganzheitliches Denken 01:14:23 ====&lt;br /&gt;
Was uns heute fehlt ist die Fähigkeit, dass wir aus dem Ganzen heraus denken. Das ist das größte Problem des biologischen-dynamischen Landbaus. Dass wir immer, wo wir auch tätig sind, ob jetzt im Stall oder auf dem Acker draußen, wir müssen immer das Ganze so weit wie nur irgend möglich als Gesamtbild im Bewusstsein haben, als Gärtner, der hier tätig ist oder als Obstbauer oder als Viehhalter. Man muss immer aus dem Ganzen heraus denken. Und das ist das große Problem. Wie kriegt man das hin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist jeder Mensch ein Experte in seiner Erkenntnis. Jeder Mensch ist so stark individualisiert, dass er einen ganz bestimmten Gesichtspunkt hat und der ist bestimmt in sich vollkommen richtig. Aber er stimmt nicht mehr, sobald wir die Sache im Zusammenhang denken. Da relativiert es sich. Was richtig ist, ist noch nicht falsch, aber ist auch nicht wahr. Was richtig ist, ist für sich richtig, aber in Bezug auf den großen Zusammenhang relativiert sich diese Richtigkeit. Wir müssen danach streben, dass es wahr wird. Dass es stimmig wird. Dass man das auch so erlebt, innerlich, ja, das stimmt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große Problem. Wie kriegt man eine solche Menschengemeinschaft dahin, dass sie als Gemeinschaft das Prinzip verwirklicht, in jedem Augenblick das Richtige richtig zu tun. Im richtigen Augenblick das Richtige richtig zu tun. Da merken Sie, dass es immer darum geht, dass wir in einen räumlichen Prozess eingreifen, in einem räumlichen Zusammenhang, und jetzt die Zeit wirken lassen müssen. Das Wesen der Kunst fängt an, wenn man in die Zeit eintaucht. Dass das nicht nur ein Ursache- und Wirkungszusammenhang ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich auf den Acker rausfahre mit dem Schlepper und pflüge, dann ist da ein Wirkungszusammenhang, da schüttet sich hinter mir was ab und ich sitze vorne und träume mit dem Berieseln mit irgendeiner Musik aus der Kabine und so. Das ist so ein bisschen die Haltung heute. Aber dass man sich in den Prozess hineinfühlt, hineindenkt und in dem Prozess selber drinsteht, mit seinem ganzen Bewusstsein, das ist die hohe Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Individualität und Gemeinschaft 01:17:08 ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt ist heute so eine Menschengemeinschaft zusammengesetzt aus lauter solchen Leuten, die eben unsere Zeit durch die Schule, durch die Universitäten und so hervorbringt. Jeder hat so unterschiedliche Ansichten und Blickrichtungen und Wollensrichtungen, sich selber verwirklichen zu wollen oder irgend sowas in der Richtung. Und jetzt ist die Frage, wie gelingt es jetzt, einen solchen Gemeinsinn zu entwickeln? Dass man wie aus einem Sinn heraus handelt, obwohl man ganz unterschiedlich gelagert ist in seinen Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dass man auch die Anerkennung entwickelt für die Fähigkeiten anderer. Das ist ein Riesenproblem heute in der Wissenschaft, die Anerkennung der Fähigkeiten anderer. Nicht jeder ist gleich fähig in Bezug auf das, wo ich gerade eine Fähigkeit habe. Da kann ich jetzt nicht meine Norm über die anderen darüberstülpen, sondern ich muss sehen, wie können Fähigkeiten zusammenspielen? Wie kann aus der Gemeinschaft hier eine Fähigkeitsgemeinschaft entstehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenspiel der Initiativen 01:18:23 ====&lt;br /&gt;
Aus der Fähigkeitsgemeinschaft eine Initiativgemeinschaft, dass man wirklich an einem Strick zieht, Jeder ist natürlich der Mensch, der er ist. Jetzt müssen die Initiativen so zusammenfließen, dass man an einem Strick zieht. Das ist ein weites Spektrum, was ich da ansprechen möchte. Was die Gemeinschaft alles mit sich selbst anfangen muss, dass sie diese Fähigkeiten überhaupt erst entwickelt. Die liegen nicht einfach da. Die sind nicht da. Wir sind heute in gewissem Sinne Waisenknaben und Waisenmädchen auf diesem Felde. Wir stehen ganz am Anfang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir wissen ganz genau, wenn wir so wirken wollen, dann müssen wir uns in diese Richtung bemühen. Dieser Gemeinsinn, der ist ganz individuell und zugleich gemein, allgemein. Nun, wie gesagt, das muss man pflegen. Und an dieser Pflege mangelt es, weil wir heute so viel Arbeit haben auf den Höfen, dass wir zu nichts mehr kommen. Müde ins Bett fallen abends und am nächsten frühen Morgen geht es gleich wieder los. Man hat keine Muße mehr und man entschuldigt sich auch vielfach damit, weil so viel Arbeit ist. Das ist die andere Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gemeinsame Studienarbeit 01:19:53 ====&lt;br /&gt;
Dass man nicht mehr zu einer gemeinsamen Studienarbeit kommt. Um den Gemeinsinn zu entwickeln, muss eine gemeinsame Studienarbeit geschehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, weil nämlich, wenn es darum geht, wirklich zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, dann helfen einem immer die anderen, dieses Bewusstsein zu entwickeln. Wenn man denn wirklich zusammenarbeitet, wenn man denn wirklich versucht, die Grundfragen des biologisch-dynamischen Landbaus erkenntnismäßig zu durchdringen, und zwar aus dem Gesamtumfang der Anthroposophie letzten Endes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sein eigenes Menschsein erkennen, um sachgemäß mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Wenn man nur der bleibt, der man ist, dann hat man sich selbst verkauft und selbst verloren. Man darf nie an dem Punkt stehenbleiben, wo man ist. Sondern ein ständig sich entwickelndes Wesen sein, wollen. Dann kann das funktionieren, innerhalb so einer Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeit und Landbaukunst 01:21:12 ===&lt;br /&gt;
Daraus entwickelt nun der Mensch die Fähigkeit, zu arbeiten. Die Arbeit ist das große Rätsel heute, weil wir eigentlich nicht mehr arbeiten können, wenn ich es mal radikal sagen soll. Das lernen wir heute gar nicht mehr. Natürlich kommen wir auf den Hof, wir sehen, das muss gemacht werden, das muss gemacht werden, dann macht man es irgendwie und dann sind da die Maschinen. Da hat man immer gleichzeitig den Gedanken, wie könnte man das, was ich jetzt von Hand mache, noch mit der Maschine machen. Das ist der erste Gedanke, der normalerweise immer auftaucht. Wenn man merkt, dass man sich mit der Arbeit selber nicht verbinden kann. Dann braucht man die Maschine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht sie natürlich, man kann nicht ohne Maschinen arbeiten, aber man muss wissen, dass die Maschine einen emanzipiert von der Natur. Emanzipiert von der unmittelbaren Erfahrung dessen, wohin man jetzt seinen Willen richtet und seine ganzen Absichten. Deswegen kann man das nicht mehr wirklich beurteilen, was man mit der Maschine macht. Man kann es nicht mehr so richtig beurteilen, was das für Konsequenzen hat. Die Maschinenarbeit fördert die sogenannte Erledigungsarbeit. Dass ich am Anfang der Arbeit schon denke an deren Ende. Dann bin ich endlich fertig mit dem Ding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird heute mit der Uhr gestoppt, wie lange was dauert und so, und danach wird der Betrieb eingerichtet. Das ist der Tod der Landwirtschaft. Die Arbeit ist die Verwirklichung der Kunst des Landwirts. Der Künstler kann ja auch nicht irgendwie den Pinsel an den digitalen Apparat hängen und der malt dann das, was er da programmiert hat. So kann der Landwirt eigentlich nicht erwarten, dass seine eigenen Ideen sich verwirklichen, wenn er nicht selber Hand anlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiräume für Arbeit 01:23:23 ====&lt;br /&gt;
Und weil das heute so ist auf den Höfen, sind wir mit einem wirklich ernstlichen Problem konfrontiert. Wie können wir uns wieder schulen in der Arbeit? Und dazu ist es erforderlich, dass wir uns Freiräume schaffen. Innerhalb dessen, was an Notwendigkeiten zu leisten im Betrieb eben ist. Auch eben durch die Maschinen. Freiräume, wo wir das üben können. Also dazu muss man sich entschließen. Als Gemeinschaft entschließen. Und ein solcher Freiraum wäre in Zukunft, ich sehe das nirgends, dass es sich in dem Sinne verwirklicht, vielleicht noch da oder dort, es gibt wenige Beispiele, dass man jetzt die ganze Komposition von Hand macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass man das will. Wir wollen das hier auf dem Hof nicht, deswegen haben wir diese Kompostierungsmaschine. Aber ich bin ganz überzeugt, das ist keine Lösung. Sondern dass die Kompostierung, dass man nicht allen Mist kompostiert notwendigerweise, sondern dass man die Kompostierung für den Obstbau, für den Gartenbau, für die Wiesen- und Weidewirtschaft, da braucht man den Kompost, nicht für den Ackerbau. Und diese Mengen, die könnte man auch, wenn man sich nur organisiert als eine Gemeinschaft, könnte man zu einem Schulungs- und Übungselement für Arbeit machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass man die Gabel in die Hand nimmt, die Leute können heute nicht mehr gabeln, die Schaufeln in die Hand nehmen, die Leute können heute vielfach nicht mehr schaufeln, die machen dann einfach so die Schaufel statt so. Das sind ganz elementare Handlungsweisen, die man überhaupt erst lernen muss. Dass man das verknüpft mit der Beobachtung alles dessen, was das Kompostmaterial ausmacht, das ich da jetzt aufsetze. Oder die Zusätze, die ich auswähle, wo ich meine, man müsste vielleicht doch noch ein bisschen mehr Erde oder noch ein bisschen von dem und dem und dann entsteht ein Kunstwerk, der Haufen, den ich wunderschön abdecke, in meine Haut gebe und alles das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kompostierung wäre in meinen Augen ein Ideal förmlich, dass die Gemeinschaft sich entschließt, das zu wollen. Ähnlich gilt es für die ganze Präparation. Also die ganze Herstellung der biologischen Artenpräparate und deren Anwendung. Das ist ein Feld, was einen auffordert förmlich, dass da jeder Handgriff vom Menschen gemacht wird bis zum Rühren der Präparate. Dass die Maschine da nichts zu suchen hat, aber wirklich gar nichts. Sondern dass man auch hier eine höhere Stufe künstlerischer Tätigkeit pflegt im Herstellen, im Rühren der Präparate, im Ausbringen der Präparate, wo man sich wirklich jetzt mal mit dem Prozess selber unmittelbar verbindet, von A bis Z.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wird man überhaupt nur urteilsfähig. Vorher nicht. Sobald ich das irgendwo hin delegiere, verliere ich meine Urteilsfähigkeit. Da urteile ich abstrakt. Irgendwo oben drüber. Aber aus der Sache kann ich nicht mehr urteilen. Ich muss zum Ende kommen. Diese Arbeit bezieht sich jetzt hier auf die Pflege des Seelenleibes, bezieht sich auf die Pflege des Lebensleibes und auf den physischen Leib. Hier durch Haltung, Fütterung, Pflege und Züchtung in diesem Bereich. Hier für die Pflege der ganzen Lebensorganisationen im Hinblick auf die Humusentwicklung der Böden. Und hier durch die Bodenbearbeitung des physischen Leibes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem ich durch meine Arbeit diese verschiedenen Wesensglieder, dass ich die hofindividuell zusammenbinde, dass durch meine Arbeit erst eigentlich das individuelle Ganze des Hofes in die äußere Erscheinung tritt. Erst muss ich das Ganze in diesem Sinne komponieren. Durch meine Arbeit muss ich das alles miteinander verbinden. Das ist die eigentliche Kunst der Landwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präparate als Verbindung 01:28:21 ====&lt;br /&gt;
Wenn ich durch meine Arbeit hier jetzt noch die Präparate zum Einsatz bringe, die ja Schöpfungen sind, nicht der Natur, sondern des menschlichen Geistes. Darauf komme ich morgen kurz zurück. Wenn ich diese Präparatearbeit unter diesem Gesichtspunkt hier betrachte, ist das jeweils der Leim oder der Kitt, der diese Wesensglieder miteinander verbindet und sich gegenseitig durchdringen lässt. Das ist die Aufgabe der Präparate, das wirklich zu einem in sich geschlossenen Organismus zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundlage für die Entwicklung der Landwirtschaft in die Realität. Das ist Ausgangspunkte der Ideen hier. Und die schließen einen in die Arbeit ein. Die Arbeit, die wir leisten, die muss wieder durchfreut werden. Wir müssen die Arbeit durchfreuen. Nicht abstrakt erledigen, sondern wir müssen drin sein in dem Prozess. Dann fängt die Landwirtschaft an nicht mehr eine Last zu sein, keine Routine zu werden, wie das vielfach heute ist, sondern im Gegenteil, dass sich das, was man ständig tut, einen auch befeuert und man befeuert das eigene Tun mit seinen eigenen Ideen. Man ist ständig im Gespräch mit der Welt. Dann können wir hoffen, dass die Landwirtschaft doch wieder neu aus der Taufe gehoben werden kann, als Kunst. Morgen dann noch ein paar Worte zu den Präparaten.&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_3._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11660</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_3._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11660"/>
		<updated>2026-03-08T16:42:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Transkription vom Vortrag am 9. März 2018 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=FPztAmGgTc4|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 9. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (3. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=FPztAmGgTc4 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 9. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++dieser Text befindet sich in der Ausarbeitung, gerne kannst du hier mitwirken, siehe [[MitTun bei biodyn.wiki|mitTun]] +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einführung und Konzeption in den Betriebsorganismus und die Gemeinschaft 00:00:43 ===&lt;br /&gt;
Einen schönen guten Morgen wünsche ich. Wir wollen nochmal unser Thema fortsetzen in Bezug auf die Konzeption des Betriebsorganismus in der Landwirtschaft und dessen Gestaltung. Das ist heute eine der zentralen Fragen in der Landwirtschaft. &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Wie gestalte ich meinen Hof? Was sind die Kriterien?&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Und damit hat man den Eindruck, wir leben in einer durchaus pluralistischen Gesellschaft, wo jeder seinem eigenen Gedanken nachhängt und meint, mehr in diese Richtung oder in eine andere Richtung, alle möglichen Einseitigkeiten, Pluralismen. Man lässt sich am Ende ungeheuer stark vom Markt bestimmen und macht eine reine Marktorientierung in seiner Landwirtschaft und vergisst den eigentlichen Impuls, aus dem heraus man handeln will als biologisch-dynamischer Landwirt. Deswegen diese Betrachtung: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Welche Kriterien müssen wir aussuchen, um den Organismus-Gedanken in uns zu fassen, präsent zu haben in der täglichen Arbeit?&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Darauf kommt es an, dass man nicht irgendwann mal sowas sich klar gemacht hat und im Übrigen läuft die Arbeit routinemäßig irgendwie weiter, sondern dass man in der Landwirtschaft so drinsteht, dass man in jedem Augenblick das Bild, was einen innerlich befeuert, was einen innerlich motiviert, dass man dieses Bild präsent hat bei aller Arbeit. Darauf komme ich vielleicht nachher nochmal kurz zurück.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls bewundere ich hier (Tafelzeichnung: der Kreis an der Tafel war sonnenhaft ausgeschmückt worden) zunächst mal diese Umgrenzung unseres Organismus - ein Kunstwerk. Natürlich könnte man das jetzt nochmal metamorphosieren, dieses Kunstwerk. Dafür habe ich heute Morgen keine Zeit, wie tatsächlich das in gewissem Sinne ausstrahlt, nach allen Richtungen, im Hinblick auf das soziale Umfeld, in dem der landwirtschaftliche Betrieb darinsteht. Man kann das als eine Symbolisierung dieser Tatsache nehmen, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb nicht irgendwo isoliert in der Landschaft steht, sondern korrespondiert mit dem sozialen Umfeld über die Vermarktung. Das ist nur ein zarter Bereich, eigentlich muss ein landwirtschaftlicher Betrieb mehr und mehr vom Umfeld so aufgefasst werden, dass man sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ich will, dass du das so machst auf deinem Hof. Ich will nicht nur bei dir kaufen, sondern ich will, dass du das an meiner Stelle machst, ich bin kein Landwirt,“ würde man sagen „so delegiere ich mein Ideal, was ich habe, delegiere an dich, dass du das für mich ausführst.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das wäre eine zukünftige Haltung der Gesellschaft gegenüber der Landwirtschaft. Dass die Gesellschaft kapiert, dass die Landwirtschaft kein Privatunternehmen ist, der Selbstverwirklichung etwa, sondern ein gesellschaftliches Unternehmen ist. Die Pflege der Erde, wo wir alle darin die Luft atmen, wo wir unser Leben darin verbringen, da besteht eine Gesamtverantwortung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen sehen, dass wir so korrespondieren mit unserer Umwelt, dass es den Menschen mehr und mehr bewusst wird: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„ich delegiere meine Verantwortung an den, der es jetzt macht, den Bauern, den Landwirt.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist eine völlig neue Sichtweise, die sich da sozial ergibt, die selbstverständlich aufblüht, ganz zart in der sogenannten solidarischen Landwirtschaft heutzutage, wo das Gespräch zwischen Umkreis und Hof selber anfängt, zunächst einmal tief auf der Vermarktungsebene. Das muss sich immer mehr steigern, bis auf den geistlichen Impuls selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismusaufbau in drei Organisationen 00:05:08 ===&lt;br /&gt;
Wir waren in unserer Betrachtung dahin gekommen, dass wir versucht haben, den Organismus aufzubauen, auf dem Hintergrund dessen, wie der menschliche Organismus aufgebaut ist: In eine physische Organisation, in eine Lebensorganisation und eine Seelenorganisation. Jede dieser Organisationen trägt ihrerseits etwas dazu bei, dass das wirklich eine Ganzheit wird. Das kann man im Einzelnen beschreiben, welchen Beitrag der physische Leib in seinen Gesetzen und seinen Stoffen und Kräften beiträgt. Was die Pflanzenwelt bedeutet im Hinblick auf die Offenbarung des Lebensleibes, der Lebensorganisation, die selber übersinnlich ist, aber in der Pflanzenwelt in die Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hängt zusammen, dass das alles auf der Basis der Vielfalt beruht, der Mannigfaltigkeit, des Lebendigen. Jede Vereinseitigung in einem Betrieb bedeutet eine Verarmung in Bezug auf dessen Kräfte. Die Gesundung eines Organismus basiert im Wesentlichen auf der Vielfalt durch die vielfältige Durchgestaltung des Lebensleibes eines Hofes. Das Dritte war der Seelenleib, mit dem wir uns das letzte Mal befasst haben, mit der Wildfauna und der Haustierfauna und deren Beitrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wildfauna und Haustiere 00:06:50 ===&lt;br /&gt;
Jede einzelne Tierart, ob Schädling oder Nützling, diesen Begriff möchte ich gar nicht benutzen, erwähnen. Jede Tierart, egal wie, trägt dazu bei, dass die seelische Atmosphäre eines landwirtschaftlichen Betriebes fühlbar wird. Dass die wahrnehmbar wird, dass man -wenn man mit den Tieren umgeht und sein Bewusstsein wach hält in Bezug auf das, was jetzt dieser Vogel macht da in der Luft oder was jenes Insekt macht, das da fliegt und gerade die Blüte bestäubt. Wenn ich mich da versuche hineinzuleben, dann kann ich nicht nur etwas denken, sondern ich kann es auch fühlen, kann mit meinem ganzen tieferen Empfinden teilnehmen an diesem geheimnisvollen Geschehen. Das ist die Wildfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Haustierfauna ist es so, dass die ganz in die Hände des Menschen gelegt ist. Die Haustiere heißen nicht umsonst Haustiere und der Begriff Nutztiere, den sollte man vergessen. Die sind einfach in der Pflege der Menschen, sie können gar nicht für sich existieren. Sie sind absolut abhängig vom Menschen. Das wilde Tier flüchtet den Menschen, das Haustier sucht den Menschen. Insofern tragen wir eine doppelt- und dreifache Verantwortung gegenüber den Haustieren als gegenüber den Wildtieren, weil die Haustiere sich in diese Abhängigkeit begeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bedürfen der Haltung, der Fütterung, der Pflege und möglicherweise der Züchtung im höheren Sinne, um Haustiere bleiben zu können. Sonst verwildern sie, sie verkommen. Eigentlich muss man sagen, in den Massentierhaltungen heute verkommen die Tiere regelrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Rind und seine Tätigkeit 00:08:53 ===&lt;br /&gt;
Wir haben uns zuletzt mit den Wiederkäuern befasst und uns konzentriert auf das Rind, die Kuh, die Königin aller Haustiere. Wir haben versucht hinzuschauen auf das, was die Kuh, was das Rind eigentlich macht. Das ist der Ausdruck der spezifischen Seelenkonfiguration beim Rind. Dass man immer die Frage stellt, was macht ein Tier, wie äußert es sich nach außen in seiner Tätigkeit. Das ist ein Ausdruck dessen, was da innerlich und übersinnlich wirksam ist in der Gestaltung der ganzen Leiblichkeit des Organismus, einer Abgrenzung nach außen und einer Gliederung nach innen in Organe. Das charakterisiert jedes Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man sich mit dem Rind befasst, im Hinblick auf seine Funktionen im Organismus der Landwirtschaft, dann ist es ja diese, dass es ein Verdauungstier ist. Es macht eigentlich nichts anderes, als es verdaut. Das ist seine Tätigkeit. Seine Tätigkeit ist nicht nach außen gerichtet, wie beim Pferd, sondern die Tätigkeit der Kuh ist ganz und ganz introvertiert, nach innen gerichtet. Es ist ein introvertiertes Wesen, das Rind, die Kuh. Man sieht es dem ganzen Gehabe des Tieres an, dass es sich mehr träumend durch die Welt bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben kurz hingeschaut, wie die Kühe fressen und was sie fressen. Sie fressen alles das, was sie noch relativ im Vegetativen verharrt, nämlich Stängel und Blatt. Das ist ihr Futter. All das bevor es zur Blüte kommt. Diese Stängel und Blatt, das ist das Futter der Wiederkäuer generell, aber der Rinder ganz besonders. Wir haben gesehen, dass das Rind relativ schnell, rasch das Futter aufnimmt und einspeichelt und nach wenigen Kauakten, abschluckt. Dann verschwindet es da unten schon im vollkommenen Unterbewusstsein, unterhalb des Zwerchfells in diesem riesigen Pansen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben am Mittwoch aufgehört, indem wir beschreiben haben, was sich an Gärungsvorgängen im Pansen abspielt. Es ist eine richtige Gärkammer. Unter anaeroben Verhältnissen findet dort eine Gärung statt mit Mikroben. Das sind so kleine Wimpertierchen, die millionenfach im Pansen tätig sind und Bakterien. Die bauen jetzt die leichtverdauliche Substanz ab, resorbieren sogar schon Abbauprodukte durch die Pansenwand ins Blut. Aber die Masse ist eine sehr rohfaserreiche Masse, die das Rind aufnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Besondere der Wiederkäuer, dass sie in der Lage sind, Rohfaser, also kohlenstoffreiche Verbindungen, aufzulösen. Dieser Auflösungsvorgang oder der Zersetzungsvorgang findet eben im Pansen vor allen Dingen statt, gesteuert von der Kuh durch abbauende Bakterien und diesen Wimpertierchen. Das sind Protozoen (Eukaryoten), Einzeller, die bauen ab, bauen ab und bauen ab. Aber unter der Regie der Kuh, die steuert das. Wie der Regenwurm in seinem Darm den ganzen Prozess des Abbaus der organischen Substanz steuert und verbindet mit Tonmineralien und dadurch dieser wunderbare krümelige Boden entsteht so durch die Regenwurm-Tätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das findet auch statt im Pansen der Kuh. Durch diesen Aufschluss der zellulosereichen Nahrung wird also jetzt, diese sehr schwer verdauliche Nahrung aufbereitet, dann aber nicht irgendwie direkt weitergeführt in den Drüsenmagen und dann in den Darm, sondern nein, sie wird wieder zurückgeholt, von unten nach oben. Durch das Zwerchfell hindurch, durch die Speiseröhre hindurch ins Maul und wird noch einmal mechanisch, im Wiederkauakt, immer weiter zerkleinert und intensiv eingespeichelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesen Moment möchte ich nochmal mein Augenmerk lenken. Den Wiederkäuakt. Dabei müssen Sie sich eine Kuh anschauen, wenn sie wiederkäut. Wie die Kuh dabei aussieht. Da verändert sich das ganze Gesicht der Kuh. Man muss da wirklich von einem Gesicht sprechen, nicht nur die Augen verändern sich, der Blick verändert sich, sondern man hat den Eindruck, die ganze Kopfhaut spannt sich förmlich. Man hat den Eindruck, die ganze Kuh ist jetzt mit ihrem Kuhbewusstsein vollständig in dieser Wiederkau-Tätigkeit engagiert. Der Blick verändert sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schauen Sie einer Kuh in die Augen, wenn sie frisst oder sich irgendwie bewegt oder dasteht. Schauen Sie mal in die Augen. Sie werden sehen, es sind riesengroße Kulleraugen. Da schauen Sie wie in einen Brunnen. Bläulich. Die Farbe ist dann so ganz bläulich, wie man in ein lichtdurchschienenes Wasser hineinschaut. So bläulich, aber ich möchte sagen, so, dass es einem wie ein tiefer Brunnen erscheint. Jetzt fängt sie an wiederzukäuen. Dabei ist der gesamte Blick der Kuh verändert. Von einer unglaublichen Konzentration, die sich in diesem Blick äußert, im gesamten Gesicht, wie gesagt, um die Augen herum. Alles verändert sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kosmisch-Qualitative Analyse 00:15:41 ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was vollzieht sich jetzt in der Kuh, dass ihr ganzes Wesen in diesem Prozess des Wiederkäuens aufgeht, ja vollständig involviert ist. Ich meine, ein Verständnis kann man dazu gewinnen, wenn man sich das mehrfach anguckt, so eine Kuh wirklich im Wiederkauakt, dass da die Kuh erst wirklich anfängt, sich voll bewusst zu werden, was sie da eigentlich gefressen hat. Das ist natürlich schon vorher, das bildet ja sehr deutlich aus. Aber jetzt analysiert sie das Futter im Wiederkauakt. Speichelt es ständig intensiv ein und mahlt da hin und her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hängt von der Art des Futters ab, wie rohfaserreich es ist, wie häufig diese Kauschläge sind, also Wiederkauschläge sind. Auf was konzentriert sie sich da eigentlich? Das ist nämlich so, als ob sie denken würde. Wenn man einen Menschen beobachtet, wenn er denkt, dann kommt er innerlich vollkommen zur Ruhe und er konzentriert sich. Da versucht er eine Lösung gedanklich zu finden, kann er das verstehen, was er zum Gegenstand seiner Betrachtung hat. Wenn man unter diesem Gesichtspunkt die Kuh betrachtet, dann muss man sagen: die Kuh, indem sie jetzt wiederkäut, nimmt sie die ganze Stoffmasse der Pflanze, diese Riesenmasse auseinander und zerkleinert sie systematisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie mahlt es ja förmlich und nimmt es, wie gesagt, auseinander und entwickelt daran ihre Wahrnehmung. Das müssen Sie versuchen ins Bild zu bringen. Sie braucht ihre Augen eigentlich gar nicht, auch ihre Ohren nicht. Sie muss nur die Fliegen immer wieder wegjagen. Die eigentliche Aktivität der Kuh in Bezug auf die Sinneswahrnehmung vollzieht sich im Wiederkauen. Dieser ungeheuren Konzentration auf das, was sie jetzt auseinandernimmt an Nahrung und dabei etwas analysiert. Die Kuh analysiert jetzt ihr Futter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es einen wunderschönen Ausdruck von Rudolf Steiner im Landwirtschaftlichen Kurs, im zweiten Vortrag, dass sich da sich eine [[kosmisch-qualitative Analyse]] vollzieht. Das ist ein wunderbarer Ausdruck, eine kosmisch-qualitative, keine quantitative, eine qualitative Analyse, bei der die Kuh gleichzeitig die Eigenschaften dessen prüft, was sie da jetzt gefressen hat. Diese Eigenschaften sind das Ergebnis eines lebendigen Vorganges des Wachstums der Pflanzen durchs ganze Jahr hindurch. Der ganze Kosmos, die Sonneneinstrahlung, die ganze Planeteneinstrahlung, was nur irgend Leben schaffend wirkt, hat sich verdichtet in der Pflanzensubstanz, in der Struktur der Pflanzen, in der Eiweißstruktur, in der Kohlehydratstruktur, im Aufbau der Gerüstsubstanzen, hat sich das alles verdichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt nimmt die Kuh das auseinander und guckt dazwischen und ihre Wahrnehmung ist eine, die wir nicht können. Wir sehen immer nur auf die Oberfläche, wenn wir wahrnehmen als Menschen. Wir sehen immer nur Gegenständliches in der äußersten Oberfläche. Wenn wir prüfen wollen, was drin ist, dann ist es wieder eine Oberfläche. Wenn wir einen Stein verstehen wollen, was ein Stein ist - das ist mir in meiner Jugend so gegangen, ich habe immer gefragt, was ist in dem Stein drin? Dann habe ich einen Hammer genommen, habe drauf geklopft, da waren es zwei Steine und wieder zwei Oberflächen. Das hat mir keinen Einblick gewährt in das, was eigentlich dem Stein innewohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kuh ist aber in der Lage, die Pflanzen so auseinanderzunehmen, dass sie tatsächlich das wahrnimmt, was die Pflanzen während der Wachstumszeit, der Vegetationszeit aufgebaut haben. Das sind die Lebenskräfte. Sie hat eine unmittelbare Wahrnehmung im Wiederkauakt, da fängt es ganz intensiv an, dass sie eigentlich wahrnimmt, was hat jetzt die Pflanzen im Laufe eines Vegetationsjahres strukturiert, kosmisch strukturiert. Jede Pflanze hat ein anderes Eiweiß, eine Eiweißstruktur. Anders, ob es die unteren Blätter sind oder ob es die oberen Blätter sind, oder gar die Blüte ist, der Stängel ist. Überall ist das Eiweiß verschieden strukturiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was drückt das aus? Das analysiert eigentlich das Rind. Das ist ein übersinnlicher Vorgang. Daher kosmisch-qualitative Analyse. Es ist etwas, was sich hereingebildet hat in den Kosmos, in das Pflanzenwachstum, das wird jetzt auseinandergenommen und die Kuh hat da Wahrnehmungen, die Kuh ist ein beseeltes Wesen, kann diese Wahrnehmungen in sich verarbeiten. Da muss man wahrnehmen, beobachten, sich selber ein Bild machen von dem, was sich da als Tätigkeit in der Kuh vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist die große Frage, da werden Bildekräfte frei. Die Bildekräfte, die die Pflanzen aufgebaut haben, die werden alle frei durch dieses Auseinandernehmen, die ganze Zellulosesubstanz wird auseinandergenommen, zermahlen und da werden diese Kräfte frei, die sich gebunden haben im Verlaufe des Vegetationsjahres in der Pflanzensubstanz. Darauf richtet sich die Wahrnehmung der Kuh. Das empfindet sie. Das hebt sie, das was da rein ätherisch, lebendig sozusagen in diesem Verdauungsakt jetzt frei wird, das hebt sie sozusagen auf die Stufe ihres eigenen seelischen Wesens. Das ist ein Wahrnehmungsvorgang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kuhmist als Dünger; Verzichtwesen Kuh und Düngerkraft 00:22:16 ===&lt;br /&gt;
Das empfindet sie. Was macht sie mit diesem Kräftepotential? Ungeheure Massen, was eine Kuh so frisst. Das alles auseinandernehmen, alles das, was das ganze Jahr hindurch aufbauend auf die Pflanzensubstanz gewirkt hat, das wird plötzlich frei in diesem Verdauungsakt. Jetzt füllt es den ganzen Riesenleib der Kuh aus. Das Ergebnis dieser Analyse, was macht die Kuh damit? Das ist eine große Frage. Die Kuh ist ein Wesen, was nach außen nicht gerade sehr intelligent erscheint. Mit ihrem träumenden Bewusstsein, und dass sie da ständig mit dem Kopf mit dem Schlotzmaul im Gras rumwühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre eigentliche Intelligenz entfaltet sie in ihrem Inneren. Sie ist hochintelligent, höchstintelligent in Bezug auf diese Fähigkeit der Stoffanalyse. Die Ergebnisse dieser Fähigkeit kann die Kuh nicht in einen Gedanken verwandeln. Der Mensch kann das in einen Gedanken verwandeln. Der die Lebensprozesse - kann sie im Bewusstsein so absterben lassen, dass das, was dem innewohnt -dem Lebendigen - dass das in der Gedankenfähigkeit, Tätigkeit des Menschen aufglimmt, aufleuchtet. Die Kuh hat kein Ich. Sie ist nur ein Seelenwesen, sodass sie ein sehr hohes Bewusstsein entwickeln könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich gerade an Emerson - das war ein amerikanischer Dichter im 19. Jahrhundert, der ein großer Goethe-Freund war und mit dem Hermann Grimm sehr eng verbunden war - der hat sich sehr mit der Kuh beschäftigt, hat die beobachtet, was das für ein Wesen ist. Er hat gesagt, wenn man die Kuh so anschaut beim Wiederkäuen, dann müsste man meinen, die könnte denken. Aber sie kann es nicht. Sie kann nicht diesen Prozess, den der Mensch jetzt in seinem Wachbewusstsein, Kraft seines Ich erheben und daraus in einem höheren Sinne den weisheitsvollen Zusammenhang denken kann. Das kann die Kuh nicht, obwohl sie nahe dran ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie muss darauf verzichten. Wenn man das ganze Wesen der Kuh versucht ins Bild zu bringen, muss man sagen, sie ist von A bis Z ein Verzichtwesen. Sie verzichtet auf alles das, was sie da erleben kann, Augenblicke, es sind immer nur Augenblicke. Die Kuh kann keine Empfindung festhalten, kein Tier kann das, sondern es muss immer wieder neu diese Empfindungen in ihnen wachgerufen werden. So verbraucht die Kuh einen Teil dieser freiwerdenden Bildekräfte - einerseits für ihr Bewusstsein, sie bewegt sich, sie muss ihre Leiblichkeit unterhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie braucht einen Großteil dieser Kräfte, um die Milch zu bilden, diesen ungeheuren Überschuss, der weit mehr ist, als die Kälberfütterung braucht. Da bleibt immer noch ein Riesenüberschuss übrig. &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Was macht sie jetzt mit diesen Kräften? Mit diesen freigewordenen Bildekräften des Pflanzenwachstums - aber von ihr durchseelt, von ihr belebt und beseelt - was macht sie damit?&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Sie muss darauf verzichten. Diese Kräfte gehen raus über den Verdauungsstrom und werden ausgeschieden. Das Produkt ist der Kuhmist. Das Produkt ist der Kuhmist, der diese Überschusskräfte, die die Kuh nicht verbraucht hat im Zuge ihrer eigenen Verdauung, jetzt enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleiht dem Kuhdünger die eigentliche Düngerkraft. Der Kuhmist ist nicht ein Stoffdünger, wie man immer meint. Das kann man analysieren. 0,4 bis 0,5 Prozent Stickstoff und soundso viel Phosphor und Kalium unterscheiden sich nicht wesentlich von anderen. Nicht der quantitative Aspekt maßgeblich, sondern die qualitative kosmische Analyse. Da werden die Kräfte freigesetzt und jetzt gebunden in diesen Dünger, den die Kuh verlässt und durch diesen Dünger die Düngekraft verleiht. Es ist ein echter Kräftedünger. Den Begriff gibt es heute nicht. Den finden Sie in keiner Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil man keine Ahnung hat, was Kräfte sind. Es ist sehr schwierig, sich klarzumachen, was eine Kraft ist. Ich weiß nicht, ob ich das schon angedeutet habe. Ich kann mit meinem normalen Verstandesdenken nicht wissen, was eine Kraft ist. Das muss einem jeder Physiker zugestehen. Wir wissen nicht, was Kräfte sind. Weil wir Angst haben, den Kraftbegriff überhaupt als solchen auszudrücken, nennen wir sie Energie. Das ist nur ein anderes Wort. Das sagt gar nichts. Man weiß effektiv nicht, was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man versucht dahinter zu kommen, indem man es stofflich fasst. In Form von Atomen, in Form von Elektronen, in Form von Protonen und den ganzen Elementarteilchen. Man meint, man könnte es doch noch irgendwie körperhaft fassen, was Energie ist. Am Ende löst sich alles auf in der Quantenphysik in ein Nichts. Es gibt keinen Stoff, keinen Körper im Raum in diesem Sinne, der die letzte Einheit alles Daseins wäre. Den gibt es eben nicht. Das weiß die Quantenphysik auch. Es löst sich alles in Kräfte auf. In Energie, würde man heute sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maßverhältnisse und Mistbewahrung 00:28:55 ===&lt;br /&gt;
Im Grunde genommen bereitet die Kuh aus dem Lebendigen, aus der beseelten Natur einen Dünger vor, der - je nachdem, wie ich die Kuh füttere, wie ich sie halte, wie ich sie pflege, wie ich mit ihr umgehe - mehr oder weniger wirksam ist. Sie können nicht erwarten, dass eine 10.000 Liter Kuh oder eine mit der Jahresleistung von 100.000 Litern, dass sie überhaupt einen vernünftigen Dünger bringt. Im Organismus steht immer alles in einem Maßverhältnis. Wenn er einseitig in diese Richtung getrimmt wird, wo eine Kuh nach viereinhalb Jahren geschlachtet werden muss, weil sie nichts mehr bringt, weil sie die Leistung nicht mehr bringt - noch in dem frühen Jugendalter, so ist es ja heute, der Schnitt heute aller Schlachtungen liegt bei viereinhalb Jahren, zwei Laktationen - da ist die Kuh verbraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat die keinen Überschuss mehr. Infolgedessen kann man nicht erwarten, dass von einem so gehaltenen, gefütterten Tier in der Massentierhaltung noch irgendwo ein vernünftiger Dünger herkommt. Am Ende ist er vielleicht doch nur Stoff und nicht mehr Kraft. Solche Sachen muss man versuchen, sich ins Bild zu bringen. Wir arbeiten eigentlich in der Landwirtschaft immer mit Kräften. Die Stoffe sind die äußere quantitative Erscheinungsform dieser Kräfte-Zusammenhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erhalten so, wenn wir unsere Kühe auf einem Hof halten in einem maßvollen Verhältnis zum Betriebsorganismus, dass wir nicht mehr haben als der Betrieb an Futter hergibt, sondern genau das Maß, was der Betrieb an Futter hergibt und andererseits an Dünger braucht. Dass man dieses Maß hält, muss man finden. Früher hat man gesagt, generell eine Großvieheinheit pro Hektar in Form von Rindern, das ist ein Optimum. Schön, wenn man das schafft. Auf bäuerlichen Familienbetrieben war das gar kein Problem. Heute auf den Großbetrieben da muss man schon Glück sagen, wenn man da 0,3 oder 0,4 Großvieheinheiten pro Hektar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man keine Rinder hat, dann macht man entsprechend Schweine und dann meint man, man könnte die Schweine addieren zu Großvieheinheiten, die denselben Düngerwert hätten wie das, was die Kühe bringen. Es geht immer um Maßverhältnisse. Die muss man für jeden Betrieb finden. Jeder Betrieb ist anders geartet, hat eine andere Voraussetzung, hat eine besondere Art von veranlagter Intelligenz oder Begabung, wie ich das schon gesagt habe. Jetzt muss man in diesem Betrieb die Maßverhältnisse finden, die für die Gesunderhaltung und Weiterentwicklung des Hofes und der Bodenfruchtbarkeit erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßverhältnisse zu finden ist heutzutage eine ungeheure Schwierigkeit. Wenn man sich zu sehr von den Maßverhältnissen bestimmen lässt, dann überspielt man eigentlich das, was der Hof als solcher, als ein lebendiger Organismus-Zusammenhang für sein Gedeihen in die Zukunft braucht, für die nächsten Generationen. Dieser Dünger, der durch das Rind anfällt, hier in diesem Seelenglied ist der - in dem fasst sich gleichsam zusammen in der kosmisch-qualitativen Analyse das Ergebnis dessen, was der ganze Jahreslauf gebracht hat. Eigentlich fressen die Kühe, wenn ich mal das ins Bild bringen soll, fressen die Kühe jedes Jahr einmal den ganzen Lebensleib des Hofes auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir partizipieren als Menschen davon, natürlich von dem Getreide, was wir anbauen und anderen Anbaufrüchten, aber im Großen und Ganzen, was die Masse betrifft und überhaupt, was der Betrieb produktiv aus sich heraussetzt, an Futterpflanzen, auf dem Grünland und im Ackerbau, das fressen die Kühe und analysieren das. Das Ergebnis dieser Analyse ist der Dünger. Dieser Dünger hat von vornherein aufgrund seiner Kräftekonstellation gesundende Wirkung auf alles. Auf den Boden, auf die Pflanzen, was es auch sei. Er ist ein Heilmittel für die Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kuhdünger ist ein Heilmittel für die Erde. Ich habe die italienische Reise bei Goethe gelesen und da schildert er, wie ein Bauer ihm erzählt - auf Sizilien damals, da kommen die auch zu sprechen auf landwirtschaftliche Dinge. Goethe war selber bewandert in diesen Dingen, hat eine Zeitlang selber einen kleinen Betrieb gehabt. Goethe, das weiß man heute gar nicht so genau - da schildert dieser Bauer ihm, wie sie auf den Mist zu sprechen kommen, dass er sagt: „Der Mist kann mehr als alle Heiligen“. Das hat der Bauer zu ihm gesagt. Der Mist kann mehr als alle Heiligen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aus dem Volksüblichen heraus gesprochen, aber im Volksüblichen lebt eine ungeheure Weisheit. Da haben die Menschen die Dinge noch nicht intellektuell zerdacht, wie in der Wissenschaft heute, sondern haben noch am unmittelbaren Empfinden heraus so die Dinge gefasst, dass man daran unmittelbar erlebt, wenn man sich das mal bewusst macht, wie wahr das ist. Nur anders ausgedrückt. Das, was der Mist macht im Haushalt der Natur, ist überall Harmonie schaffen. Gesundheitsbildend, Gesundheit schaffen, er gleicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bewahrungsverfahren 00:35:21 ===&lt;br /&gt;
So möchte ich jetzt dieses Kapitel in Bezug auf den Seelenleib abschließen, indem ich eingehe auf die Bewahrung des Mistes im landwirtschaftlichen Betrieb und die Wirksamkeit des Mistes, sofern man sich das vielleicht doch experimentell genauer vor Augen führen kann. Das große Problem bei der Haustierhaltung ist die Bewahrung des Mistes. Der fällt ständig an, durchs ganze Jahr hindurch. Ich wende ihn aber nur zu bestimmten Zeitpunkten an. Also muss ich ihn bewahren. Ich muss aufpassen, dass nicht die ganze wunderbare Substanz flöten geht durch Veratmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Verluste, so nennt man das heute, Substanzverluste. So kommt es beim Stallmist darauf an, dass man die ganze Stalleinrichtung, die ganze Tierhaltung einzubeziehen versucht in Bezug auf die Frage der Bewahrung des Mistes. Da gilt bei der Erfassung des tierischen Düngers seit uralten Zeiten das Gesetz:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Halt ihn fest, halt ihn feucht und tritt ihn fest.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist der Grundsatz aller Mistbewahrung. Halt ihn feucht und tritt ihn fest. Was sagt das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tiefstallmist 00:37:21 ====&lt;br /&gt;
Es gibt ein Bewahrungsverfahren, was wir heute allenthalben überall üben, das ist der Tiefstallmist, wie wir da hier unten haben, da im Kuhstall. Wir haben das versucht so einzurichten, dass wir möglichst viel Tiefstallmist erzeugen. Warum ist der Tiefstallmist die beste Mistqualität, die man überhaupt erzielen kann? Weil die Verluste am allergeringsten sind und die Abbauprozesse so zögerlich ablaufen, dass er sich nie übererwärmt, sondern sukzessive in einen fermentativen Prozess übergeht und dadurch alle Abbauprozesse wie zur Ruhe kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen im Tiefstall, dass man da so einstreut auf den Boden, nachdem man ausgemistet hat. Am besten wäre Lehmboden und keinen Betonboden. Leider Gottes ist man heute verpflichtet, baurechtlich, einen Betonboden zu machen und der sperrt total ab. Man kann unten erstmal Holzschnitzel einstreuen, das saugt dann ein bisschen die Feuchtigkeit auf. Dann Stroh darüber und dann gehen die Kühe darauf und jauchen darauf und setzen ihren Mist ab und laufen über die ganze Lauffläche und treten das schon mal fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ergibt sich eine erste Schicht, die erwärmt sich vielleicht auf 30 Grad oder mal auf 35 Grad, aber nicht mehr. Ein schönes, warmes Polster, vor allem über den Winter. Wenn das ein bisschen anfängt matschig zu werden, streut man wieder ein und wieder jauchen die Tiere drauf und setzen ihren Mist ab und treten das alles fest. Feuchtigkeit und Festtreten ist im Tiefstall durch die Tiere selbst gewährleistet. Da braucht man gar nicht irgendwie zusätzlich von sich aus was machen, die Tiere machen es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu braucht man ziemlich viel Raum, 10 Quadratmeter pro Tier mindestens in so einem Tiefstall und der große Nachteil des Tiefstalls ist, man braucht sehr viel Einstreu. Man braucht sehr viel Einstreu, also 10 Kilogramm pro Tier und Tag ist da einmal erforderlich und bei einer normalen Stallmisterzeugung im Anbindestall liegt das vielleicht bei 7 Kilo oder 6 Kilo. Das hängt sehr davon ab, was der Betrieb wirklich am Getreidebau selber hat, was an Stroh zur Verfügung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So baut sich allmählich dieser Tiefstallmist auf, immer ein Wärmepolster oben und darunter kühlt es ab und die Zersetzungsprozesse, die zunächst oxidativ sind, also abbauend durch aerobe Bakterien, die verwandeln sich in einen fermentativen Prozess, in dem mehr eine Art sehr gedämpfter Vergärung stattfindet. Bei der Vergärung muss man immer aufpassen, weil jeder Gärvorgang ein anaerober Prozess unter Sauerstoffausschluss ist und das führt dann leicht zu Fehlgärungen. Wenn man Fehlgärungen hat, fängt es an zu stinken. Das ist so das übliche Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muss gerade so geführt werden im Tiefstall, dass das Endergebnis, wenn man es im August zur Hackfrucht ausbringt im Rahmen der Fruchtfolge - man düngt normalerweise den Stallmist immer zur Hackfrucht - dass die Konsistenz dieses Mistes so ist, dass man ihn - wenn er richtig gut ist, hat er einen ganz, ganz milden Geruch und man könnte fast reinbeißen, wie Brot. So ist dieser Zustand. Das ist das absolute Optimum, was man meines Erachtens nach in der ganzen Mistaufbewahrung erzielen kann, wo die Substanzverluste nicht gegen Null gehen, aber doch sehr gering sind. Im Vergleich zu Kompostierungen oder anderen Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gülleproblematik 00:41:52 ====&lt;br /&gt;
Heute wird mit dem Kuhmist vielfach Schindluder getrieben. In der Bewahrung wird einfach schlecht Schindluder getrieben. Man ahnt gar nicht, welche unglaublichen Verluste eintreten, wenn man ihn einfach irgendwann eine Weile hinwirft und dann irgendwann irgendwie kompostiert oder sonst was macht. Die Mistbewahrung bedarf der äußersten Sorgfalt. Für diese Sorgfalt sorgt das Tier im Tiefstall selbst. Nun kann man nicht alles im Tiefstall aufbewahren, man kann die Tiere nicht wirklich Tag aus Tag ein im Tiefstall halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sie immer wieder melken und füttern und Kraftfutter zugeben. Sie müssen irgendwo eine anständige Futtergrippe haben. Da stehen sie rum und da fällt auch Mist an. Was macht man damit? In den Boxenlaufställen zum Beispiel, wie sie sich heute konfigurieren. Da macht man Gülle. Da machen die heute Gülle. Bei den Massentierhaltungen fällt der Tiefstall sowieso weg. Da stehen die jahraus jahrein unter Silofütterung, verdauen nur so halb vorverdautes Futter. Und dann setzen sie da hinten ein Mist ab, von sehr fraglich ist, welche Qualität der überhaupt noch hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird anschließend über die Entmistungsanlagen mit der Jauche zusammen in die Güllebehälter verfrachtet. Dort kommt es zu einer anaeroben Gärung. Dort kommt es nie dazu, dass da Erhitzungen stattfinden, sondern es ist eine anaerobe, eine kalte Gärung. Das Zeug wird je nachdem nach ein paar Monaten ausgebracht auf den Acker und stinkt dann unter Umständen ganz schön. Bei der Schweinegülle ist das allemal der Fall. Das ist lediglich eine Bewahrung, aber es ist keine Pflege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da verliert der Mist an dieser ihm innewohnenden Qualität, dieses Kräftepotential zu bewahren, selbst zu bewahren. Es ist eine rein wässrige Angelegenheit. Es wirkt ein bisschen so in Form von Kopfdünger, draußen aufs Grünland draufgeknallt oder im Frühjahr auf das Getreide, so stimulierend, als ob es ein Mineraldünger wäre. Die Frage der Gülle, da muss ich sagen, im biologischen Betrieb hat die eigentlich nichts zu suchen. Es gibt nie ein Absolutum und man kann nie ein Fundamentalist auf diesem Felde sein, sondern man sollte nach Wegen suchen, wie man Gülle möglichst vermeidet. Man hat die Jauche, und der Jauche ist heute immer durch den Schieber ein bisschen Mist dazu gemengt. Die hat man allemal als Kopfdünger im Frühjahr aufs Getreide, wenn das Ende April nicht so richtig in die Gänge kommt. Aber sofern es wirklich den Kuhmist angeht, sollte man nach anderen Verfahren suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist, wie gesagt, der Tiefstallmist, und das andere, da komme ich gleich darauf zu sprechen. Noch mal ein Wort zur Gülle. Die Gülle ist natürlich super elegant. Es ist technisch das aller eleganteste Verfahren zu entsorgen, das Zeug zu entsorgen, weil es nun mal anfällt, muss man es irgendwo hin verfrachten. Aber was macht die Gülle? Die Gülle verschleimt die Böden. Und das sehe ich als das Hauptproblem an, was gar nicht genügend erforscht ist. Man weiß es, vom Allgäu, wo sehr intensiv Güllewirtschaft getrieben wird, die haben keine Einstreumöglichkeiten und so, da ist alles drauf ausgerichtet auf Verschlauchung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sich nicht ausspritzen, sondern sie verschlauchen das und haben diese großen Spritzen draußen auf den steilen Hängen. Da verschleimt der Oberboden, alle Poren verschleimen. Wenn jetzt die ganzen oxidativen Vorgänge im Boden stark gehemmt werden, durch viel Niederschlag, durch kühle Witterung und so weiter, dann baut sich da nichts ab und alle Poren sind dicht. Wenn dann Starkregen kommt, dann läuft das Wasser oberflächlich ab, also erosionsartig, kann das sogar die Darmen verletzen, von so einem Grünlandstandort und entsorgt gewissermaßen alle Nährstoffe, oder was sich da angesammelt hat, in den nächsten Vorfluter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze Gesetzgebung, die Düngungsgesetzgebung heute, die den biologisch-dynamischen Betrieben so sehr den Hals zuschnürt, dass wir eigentlich draußen in der Landschaft nichts kompostieren dürfen, es sei denn, wir wechseln den Standort von Jahr zu Jahr oder wir machen eine Riesenbetonplatte um darauf zu kompostieren, was kein Mensch bezahlen kann. Also wir fallen bei diesen Gesetzgebungen als biologisch-dynamische Betriebe immer hinten runter, weil die darauf gemünzt sind auf diese Unmöglichkeiten, die heute in der konventionellen Landwirtschaft praktiziert werden. Die sorgen dafür, dass die Umwelt in hohem Grade verschmutzt wird und dann werden Gesetze gemacht, die für alle gelten und da fallen wir hinten runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stapelmistverfahren 00:47:43 ====&lt;br /&gt;
Das erste Verfahren war das Tiefstallverfahren. Das zweite Verfahren, das nahezu ganz in Vergessenheit geraten ist, aber was ein gewohnter - jetzt nicht ein Tiefstall -, sondern ein Hochstall-Mistverfahren ist, das ist der sogenannte Stapelmist. Das muss neu entdeckt werden. Da bin ich bombensicher. Wir müssen heute wirklich danach trachten, für das tägliche Ausmisten aus dem Stall, das Stapelmistverfahren wieder neu zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stapelmist heißt, dass man mit einem Frontlader aus dem Stall so einen Batzen nimmt und mit der doppelgreifenden Zange festhält und dann den Batzen schön draußen von mir aus auf eine Betonplatte setzt - es ist unausweichlich, dass man da irgendwie befestigen muss - setzt den Batzen da ab und am nächsten Tag den nächsten daneben, dann den nächsten daneben, den nächsten daneben. So hat man eine ganze Reihe, so breit wie der ganze Stapelmisthaufen sein soll und dann setzt man in den folgenden Tagen wiederum ein Batzen davor und vielleicht noch einen dritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hat sich inzwischen zeitlich die erste Reihe so auf 30 Grad erwärmt, mehr geht zunächst nicht, dass die bakteriellen Prozesse des Abbaus erstmal in Gang kommen. Nach mehreren Tagen kann man jetzt hergehen und die nächste Reihe wieder auf die erste draufsetzen. Schön gepackt. Die nächste Reihe wieder davor und wieder davor und dann kommt wieder die dritte Reihe oben drauf. So baut sich jetzt wirklich Lage für Lage ein Stapelmisthaufen über der Erde auf, wo wiederum durch den Eigendruck des Mistes beziehungsweise durch die beigemengte Feuchtigkeit aus dem Stallgang, wo ab und zu abgespritzt wird und so weiter - da ist genügend Feuchtigkeit und so baut sich dieser Stallmiststapel auf, den kann man dann so wachsen lassen bis zu dieser Höhe (Mannshoch mit ausgestreckten Armen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es zu trocken ist, zu viel Stroh drin ist, dann kann man auch mal festtreten oder mit der Frontlader-Gabel ein bisschen draufdrücken oder so. Das muss man beobachten. Auf diese Weise kann man wiederum - wenn man das sauber macht - eine ebenso gute, nahezu ebenso gute Stallmist-Bewahrung betreiben wie im Tiefstall. Mit weniger Stroh, etwas höheren Verlusten, aber doch stark reduziert als wie man das heute so gemeinhin macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stapelmistverfahren - ich rege das einfach mal an, dass man sich dem wieder zuwendet, weil ich einfach sehe, wo ich auf die Höfe komme, sehe ich einfach wie mit dem Mist normalerweise umgegangen ist, unmöglich. Riesenverluste, das ist unser edelster Dünger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kompostierung 00:50:56 ====&lt;br /&gt;
Das dritte Verfahren ist die Kompostierung, die Mistkompostierung. In Verbindung mit anderen Abfällen. Nur muss man da wissen, dass man damit die größten Verluste hat, allerdings einen ganz hervorragenden Dünger dabei erzeugt, nämlich einen mehr oder weniger humifizierten Fertigdünger, wo durch die Tätigkeit der Würmer, der Kompostwürmer schließlich die Umwandlung der organischen Substanz abschließend behandelt, vererdet wird. Ein Vererdungsprozess findet da statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die drei Bewahrungsmöglichkeiten im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Wie verhalten sich die Lebenskräfte der Pflanze und dann die Seelenkräfte? Die Lebenskräfte der Pflanze und die Seelenkräfte der Kuh, die ja im Mist sind, wie verhalten die sich im Kompostierungsprogramm? Verändert sich da was in Bezug auf die kosmischen Kräfte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, die sorgen dafür, dass da eine Endsubstanz entsteht, die beides enthalten. Das rein Lebendige hat die Tendenz zu verduften, mineralisiert zu werden durch den mikrobiellen Abbau. Dass das abgefangen wird, da sorgt einerseits das, was dem Mist selber innewohnt, durch die Kuh mitgegeben, worauf sie verzichtet hat. Und die Bodentiere sorgen dafür. Die beenden den ganzen Prozess, die besorgen letztlich die Verwandlung in Dauerhumus. Gerade die Kompostwürmer. Das sind Tierwesen. Die sorgen dafür, dass jetzt diese lebendigen Prozesse nicht einfach nur mikrobiell abgebaut werden bis auf Null, sondern dass die wieder aufgebaut werden und darauf was Neues entsteht, nämlich das Schwarzkrümeln der Humus. Man kann immer damit rechnen, wenn man es richtig macht, wirklich bei der Sache ist, als Mensch, dass die Natur selber bis zum gewissen Grad dafür sorgt, dass das vernünftig abläuft. Das ist immer das Verhältnis von Astralität, also von Kräften, die das Tier zur Verfügung stellt, und die andere die lebendigen Kräfte, die die Pflanze im Wesentlichen zur Verfügung stellt. Das geht immer ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stroharmut und Lösungen 00:53:39 ====&lt;br /&gt;
[Publikum:] Bei einem Betrieb, der wenig Stroh zur Verfügung hat, würden Sie eher Stapelmist empfehlen, oder könnte man noch andere Sachen als Stroh einstreuen in den Tiefstreustall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Was wäre das für ein Betrieb, ein Garten oder was?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, zum Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Im Grünland müssten wir auf die Kompostierung zu sprechen kommen. Das ist ein langes Thema. Stroharmut ist eine echt richtige Armut. Das ist gar keine Frage. Da kann man versuchen - das haben sie früher sogar gemacht - die haben irgendwo altes Wiesenheu und all diese Sachen dazu verwendet, aber das ist eben doch begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit ist, wenn man kein Stroh hat, oder wenig Stroh hat, da kann man zum Beispiel viel mit Frischhäcksel arbeiten. Frischhäcksel aus Hecken verschnitten und so. Aber es muss frisch sein, es darf nicht zu sehr abgestorben sein. Auf jedem Hof gibt es immer genügend Abfall in irgendeiner Form, dass man den anfallenden Mist kompostieren kann. Nur muss man den ein oder zweimal mehr umsetzen, weil bei der Mistkompostierung immer ein nasser Kern entsteht. Der darf aber nicht entstehen. Der muss dann wieder umgesetzt werden, vielleicht noch ein zweites Mal, aber nicht mehr, möglichst nicht. Weil jedes Mal wieder neue Verluste entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von Betrieb zu Betrieb anders. Die Lösungen bieten sich an. Irgendwo sind immer genügend Abfälle da. Natürlich nichts, wenn man eine Massentierhaltung hat und nur Güllewirtschaft. Da hat man kein Stroh und da macht man eben Gülle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirkung des Stallmistes 00:56:06 ===&lt;br /&gt;
Jetzt noch schnell ein Wort zur Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich habe noch eine Frage, die mich beschäftigt. Die menschlichen Fäkalien, wenn die durch den Kompost gegangen sind, was halten Sie davon, die auch in den Kreislauf einzubinden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ich komme darauf zurück, wenn Sie die Frage stellen, ich hätte nicht darüber gesprochen, aber wenn Sie die Frage stellen, komme ich darauf zurück, wenn es um die Präparate geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt noch ein kurzes Wort zur Wirkung des Stallmistes. Es ist eine alte Erfahrung, dass man vom Stallmist keine Bomben-Zusatzerträge, also Maximalerträge, hätte. Ein guter Stallmist wirkt schon ertragserhöhend, keine Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ganz und gar armen Böden und bei Kartoffeln, wo es um ungeheure Umsetzungen im Boden gehen muss, da braucht es natürlich relativ frischen Stallmist. Aber grundsätzlich ist die Wirkung des Stallmistes weniger ertragssteigernd, über ein bestimmtes Maß hinaus, sondern fördert insbesondere das Pflanzenwachstum qualitativ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Qualitative Förderung des Pflanzenwachstums am Beispiel des Radieschens 00:57:40 ====&lt;br /&gt;
Das möchte ich Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen. (Zeichnung an der Tafel): Wenn das unser Boden ist und in diesem Boden sehen Sie jetzt eine Gartenfrucht, ein Radieschen. Dann entwickelt sich das Radieschen so, dass sich allmählich - das Radieschen ist ja rot - dann dieser Fruchtkörper bildet. Und dieser Fruchtkörper des Radieschens ist eine Raumerweiterung des Hypokotyls. Das Hypokotyl ist ein kurzer Abschnitt ehe die Pflanze nach oben wächst in die Höhe, da gibt es - über dem Punkt, wo die Wurzel nach unten geht -, einen kurzen Abschnitt, den nennt man Hypokotyl. Und dann kommt das Epikotyl, das ist dann der eigentliche Spross.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt eine Aufblähung im Boden dieses Hypokotyls, was keine Wurzel ist, wohlgemerkt. Unten wächst dann hier die Wurzel raus und geht vollkommen - möchte ich sagen - vertikal in die Tiefe. Sie glauben gar nicht, wie tief so ein Radieschen wurzelt oder eine rote Rübe. Graben Sie mal eine rote Rübe aus, dann können Sie ganz schöne Löcher machen, bis Sie unten an die Wurzelspitze kommen. Eine sogenannte Pfahlwurzelbildung. Die setzt hier ganz deutlich ab. Hier oben entwickeln sich jetzt hier diese Blätter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie dieses Radieschen jetzt mit Stallmistkompost, wirklich gut ausgereiftem Stallmistkompost - im Gartenbau muss man immer mit ausgereiften Komposten düngen - wenn dieser Boden damit gedüngt worden ist, dann entwickelt sich dieses Radieschen oder diese rote Rübe oder was es auch immer sei arttypisch, dem Typus gemäß, dem Urbild gemäß. Jede Pflanze hat ein bestimmtes Urbild. Das sich dann verwirklicht in der äußeren Erscheinungsform. Das Urbild kann sich jetzt deutlicher offenbaren oder weniger deutlich offenbaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung des Stallmistes ist gerade die, dass das Urbild sich viel deutlicher in die Erscheinung bringt, die eigentliche Typusveranlagung deutlicher in Erscheinung bringt, als es von Natur so ohne weiteres geschehen würde. Selbst bei einer höheren Ertragsbildung bleibt dieser Typus erhalten. Typus heißt, das Erscheinungsbild bezieht sich nicht nur auf die kugelrunde Form des Radieschens und nicht nur auf die Pfahlwurzelbildung in die Tiefe, sondern bis in die Struktur der eigentlich nährenden Substanz. Darauf kommt es immer an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Qualität als Komposition der Stoffe 01:01:16 ====&lt;br /&gt;
Ich spreche, wenn ich von Qualität spreche, immer von der Komposition der Stoffe. Wie sind die Stoffe komponiert? Wenn Sie eine Beethoven-Sonate hören, dann ist sie komponiert. Da sind die Töne auf der Stufe der tönenden Welt so geordnet, so aufeinander bezogen mit Intervallen, dass da jetzt eine bestimmte Melodie, eine bestimmte Harmonie und eine bestimmte Rhythmik entsteht. Die hört man. Damit wird das erst ein Kunstwerk, dass sich etwas konfiguriert. Töne konfigurieren sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt diese Töne nehmen und projizieren sie einfach mal ein paar Stockwerke tiefer, dann kommen Sie auf die Stoffe. Die Stoffe sind nichts anderes wie geronnene Töne. Eigentlich. Im Periodensystem der Elemente haben Sie auch die Oktavenbildung in der Anordnung der Stoffe. Die Töne sind eigentlich geronnene Töne und haben in ihren Eigenschaften ähnliche Beziehungszusammenhänge wie die Töne untereinander. So ist eigentlich die ganze Materie oder die lebendige Welt, die Natur draußen, komponiert. Als Schöpfung komponiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt müssen wir sehen, dass wir diese Komposition nicht zerstören, dass wir da irgendwie alles total korrumpieren, wie das nachgerade heute der Fall ist, sondern dass wir im Verstehen dessen, was hier der Komponist gemeint hat in seiner Komposition, dass wir dem gerecht werden in unseren eigenen Handlungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Derangierung durch Stickstoff 01:03:06 ====&lt;br /&gt;
Das offenbart sich nun unmittelbar, wenn Sie anstatt, mit Stahlmist düngen, jetzt da mit einer ordentlichen Enddüngung rein funken, dann sieht unter Umständen so ein Radieschen so aus, dass es eher die Neigung hat, nicht mehr eine ganz runde Form zu bilden, wie hier, sondern eher so ganz bisschen nach unten zugespitzt ist, also eine leichte Formveränderung des Fruchtkörpers und die Wurzel - jetzt mal extrem ausgesprochen - die sieht dann so aus (Tafelbild: Wurzel ist dann keine Pfahlwurzel mehr sondern spreizt sich in der Erde in mehrere Richtungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verliert ihre Pfahlwurzelfähigkeit. Das Urbild kann sich nicht mehr durchsetzen, sondern die wird durch den Stickstoffüberhang, der hier gedüngt wird, derart derangiert. Das Urbild wird zerfleddert, gewissermaßen, in der äußeren Erscheinung und Sie haben hier einen Fruchtkörper, der nicht mehr so durchstrukturiert ist, melodisch, wie das hier bei diesem runden Fruchtkörper bei Stahlmistdüngung der Fall ist. Man kann grundsätzlich sagen, dass jede Stickstoffdüngung generell - ob wenig oder viel - derangierend wirkt auf das Pflanzenwachstum. Es bringt die Pflanze aus dem Lot und die Stahlmistdüngung sorgt dafür, dass das Urbildliche der Pflanze sich realisieren kann im Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Kann man sagen, dass die mit Stickstoff gedüngten Radieschen verwildern?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Das ist eine gute Frage. Ich würde mal sagen, was mal Kulturpflanze geworden ist, das kann nicht mehr zurückgebildet werden zur Wildpflanze oder zum Wildtier, das geht gar nicht. Insofern ist der Begriff der Verwilderung in Anführungsstrichen zu setzen. Man kommt nicht mehr auf das Ursprüngliche, die Wildpflanze zurück, sondern es ist mehr das, was der Mensch im Verlauf der Evolution hineingeheimnisst hat, und das muss man wirklich geheimnisst sagen, in das Pflanzenwachstum, dass es zur Fruchtbildung befähigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kulturpflanzen und Urbild 01:06:04 ====&lt;br /&gt;
Die Pflanze würde das nie von sich aus machen. Das ist wirklich, das ist das Züchtungserreichnis der uralten, urpersischen Kultur vor dem dritten, vorchristlichen Jahrtausend, wo die Menschen vermocht haben, aus ihrer besonderen Fähigkeit und besonderen Seelenverfassung heraus, der Pflanze zur Fruchtbildung zu verhelfen. In diesem Sinne. Das ist veranlagt, das ist da. Jetzt kann ich das derangieren und kann sagen, ja gut, es verwildert, es verliert die Kraft, das, was da veranlagt ist, wirklich in die äußere Erscheinung zu bringen. Der Begriff der Verwilderung suggeriert, als ob das wiederum zur Wildpflanze hintendiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wildpflanze hat auch eine Pfahlwurzel. Insofern ist es ein Derangement, eine Desorientierung. Die Pflanzen verlieren ihren Anschluss an den Boden und an den Kosmos und werden Zerrbilder ihrer selbst. Das würde ich eher so sagen: Zerrbilder ihrer selbst. Das wollte ich jetzt nur ergänzen und sagen, dasselbe Phänomen können Sie bei den Roten Rüben wunderschön beobachten, das ist auch ein Pfahlwurzelbildner. Es gibt andere Pflanzen, wie zum Beispiel die Buschbohnen, die machen ein sphärisches Wurzelsystem, dann wird plötzlich dieses sphärische Wurzelsystem wunderschön ausgebildet oder aber derangiert, je nachdem, wie ich es dünge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sorgt die Stahlmistdüngung dafür, dass der ganze Hof in den Genuss kommt, flächenhaft durch das, was jetzt das Tier, was durch die Tierhaltung an kosmisch-qualitativer Analyse vollzogen worden ist, über den Dünger und jedes Jahr kommt der Betrieb insgesamt in den Genuss dieser besonderen Zubereitung des Düngers. Das kann sich steigern, weil die Kühe immer etwas fressen draußen, das sie dann analysieren, einen Dünger zubereiten, der kommt dann wieder daraus und bringt das Ergebnis dieser kosmisch-qualitativen Analyse auf den Acker oder ins Gartenland oder das Grünland und dann wächst das Gras oder wächst eben unsere Kulturpflanze und wachsen ein bisschen anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die haben etwas davon, profitieren davon. So ist es eigentlich ein sich steigernder Vorgang, der sich da vollzieht. Das ist nicht einfach nur ein Kreislauf, wie man heute gerne sagt, sondern es ist ein Vorgang, der sich von Jahr zu Jahr oder Jahrzehnt zu Jahrzehnt, je nachdem, in alle Zukunft entwickelt. Da ist ein Entwicklungsprozess angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rolle der Menschengemeinschaft in der Landwirtschaft 01:09:18 ===&lt;br /&gt;
Das kann man jetzt bis ins Detail denken in Bezug auf alle Tiere, was jedes Tier beiträgt zu der Funktionsfähigkeit eines solchen Organismus. Aber es fehlt noch eins. Und das ist eben das, was im Menschen das Ich ist. Erinnern Sie sich an das Bild, wo ich die drei Naturreiche beschrieben habe und den Menschen dazu als sein Ich, das jetzt das Ganze durchstrahlt und durch seine Durchstrahlung seinen eigenen Organismus aufbaut. So müssen wir hier noch hinzudenken, jetzt die Menschengemeinschaft, die diesen Hof jetzt bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stehen wir jetzt vor der Rätselfrage, wie kann diese Menschengemeinschaft das leisten, was eigentlich ihre Aufgabe ist. Wo sind die Menschen, die das können? Da merkt man, wenn man diese Frage mal so stellt, da merkt man sofort, das ist keine wissenschaftliche Angelegenheit, das ist eine künstlerische Angelegenheit. Da stellt sich sofort die Antwort ein, Landwirtschaft ist eine Landbaukunst. Es ist der künstlerisch wirkende Mensch gefragt, aber die Kunst ist ja nichts anderes als eine Belebung der Wissenschaft. Man muss es auch so sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss ja etwas kennen, ich muss Kenntnisse haben in Bezug auf den Aufbau des Bodens, was die Pflanze konstituiert, das Tier. Eigentlich muss ich die ganze Naturwissenschaft irgendwo in mir tragen. Indem ich es tue, indem ich es umsetze, meine Ideen umsetze, wird es sofort so eine Art Kunst, denn jeder Standort ist anders. Er fordert jedes Mal eine abwägende innere Haltung, ein sich Gegenüberstellen und dann sich wieder verbinden. So, diese Menschengemeinschaft. Und das ist jetzt die große Frage auf den Höfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange sich das noch in einem Dorf abgespielt hat, so vor 100 Jahren, da war das kein Problem. Die Bauern waren weise. Auch wenn schon im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese Weisheit ein bisschen im Verglimmen war, so muss man doch sagen, durch weit über ein Jahrtausend hinweg haben sie diesen Organismus der Landwirtschaft tatsächlich gebildet. Der ist ja da. Der hat sich ja über die Jahrhunderte herausgebildet. Im Verhältnis von Ackerbau, Viehzucht, Gartenbau und Obstbau und alles das. Das hat sich wirklich, das war schon veranlagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind nur noch rudimentäre Reste davon übrig. Weil wir als moderne Menschen in dem Bewusstsein leben, dass wir alles können und wenn wir das dann umsetzen, geht alles schief. Dann entsteht eben die Umweltzerstörung mit all ihren Konsequenzen, die heute gerade Riesendimensionen annehmen. Weil man immer nur punktuell gedacht hat und nicht im Zusammenhang. In dem Augenblick, jetzt wacht man langsam auf. Menschenskinder, wir haben den Zusammenhang verloren! Die Bauern früher, die haben aus dem Zusammenhang gewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein instinktives Weben in den Naturzusammenhängen und die haben daraus eine Weisheit geschöpft, die war untrüglich. Das müsste man länger erläutern, das ist jetzt nicht meine Aufgabe. Das ist eigentlich das Problem der Menschengemeinschaft heute. Wie kann sich eine Gemeinschaft bilden, die wirklich eines Sinnes ist? Die einen Gemeinsinn entwickelt. Die aus der Erkenntnis dieser Zusammenhänge ihr eigenes Motiv biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, so konkretisiert, auch objektiviert, dass man sich nicht nur subjektiv als Mensch einbringt und sich selbst verwirklichen will, sondern dass man so in den Ideen, in den Begriffen lebt, dass man sich mit den anderen so austauscht und ständig versucht, ein übergeordnetes Bild des Hofes zu entwickeln, aus dem heraus dann jeder Einzelne sein Teilbereich betreut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ganzheitliches Denken 01:14:23 ====&lt;br /&gt;
Was uns heute fehlt ist die Fähigkeit, dass wir aus dem Ganzen heraus denken. Das ist das größte Problem des biologischen-dynamischen Landbaus. Dass wir immer, wo wir auch tätig sind, ob jetzt im Stall oder auf dem Acker draußen, wir müssen immer das Ganze so weit wie nur irgend möglich als Gesamtbild im Bewusstsein haben, als Gärtner, der hier tätig ist oder als Obstbauer oder als Viehhalter. Man muss immer aus dem Ganzen heraus denken. Und das ist das große Problem. Wie kriegt man das hin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist jeder Mensch ein Experte in seiner Erkenntnis. Jeder Mensch ist so stark individualisiert, dass er einen ganz bestimmten Gesichtspunkt hat und der ist bestimmt in sich vollkommen richtig. Aber er stimmt nicht mehr, sobald wir die Sache im Zusammenhang denken. Da relativiert es sich. Was richtig ist, ist noch nicht falsch, aber ist auch nicht wahr. Was richtig ist, ist für sich richtig, aber in Bezug auf den großen Zusammenhang relativiert sich diese Richtigkeit. Wir müssen danach streben, dass es wahr wird. Dass es stimmig wird. Dass man das auch so erlebt, innerlich, ja, das stimmt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große Problem. Wie kriegt man eine solche Menschengemeinschaft dahin, dass sie als Gemeinschaft das Prinzip verwirklicht, in jedem Augenblick das Richtige richtig zu tun. Im richtigen Augenblick das Richtige richtig zu tun. Da merken Sie, dass es immer darum geht, dass wir in einen räumlichen Prozess eingreifen, in einem räumlichen Zusammenhang, und jetzt die Zeit wirken lassen müssen. Das Wesen der Kunst fängt an, wenn man in die Zeit eintaucht. Dass das nicht nur ein Ursache- und Wirkungszusammenhang ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich auf den Acker rausfahre mit dem Schlepper und pflüge, dann ist da ein Wirkungszusammenhang, da schüttet sich hinter mir was ab und ich sitze vorne und träume mit dem Berieseln mit irgendeiner Musik aus der Kabine und so. Das ist so ein bisschen die Haltung heute. Aber dass man sich in den Prozess hineinfühlt, hineindenkt und in dem Prozess selber drinsteht, mit seinem ganzen Bewusstsein, das ist die hohe Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Individualität und Gemeinschaft 01:17:08 ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt ist heute so eine Menschengemeinschaft zusammengesetzt aus lauter solchen Leuten, die eben unsere Zeit durch die Schule, durch die Universitäten und so hervorbringt. Jeder hat so unterschiedliche Ansichten und Blickrichtungen und Wollensrichtungen, sich selber verwirklichen zu wollen oder irgend sowas in der Richtung. Und jetzt ist die Frage, wie gelingt es jetzt, einen solchen Gemeinsinn zu entwickeln? Dass man wie aus einem Sinn heraus handelt, obwohl man ganz unterschiedlich gelagert ist in seinen Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dass man auch die Anerkennung entwickelt für die Fähigkeiten anderer. Das ist ein Riesenproblem heute in der Wissenschaft, die Anerkennung der Fähigkeiten anderer. Nicht jeder ist gleich fähig in Bezug auf das, wo ich gerade eine Fähigkeit habe. Da kann ich jetzt nicht meine Norm über die anderen darüberstülpen, sondern ich muss sehen, wie können Fähigkeiten zusammenspielen? Wie kann aus der Gemeinschaft hier eine Fähigkeitsgemeinschaft entstehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenspiel der Initiativen 01:18:23 ====&lt;br /&gt;
Aus der Fähigkeitsgemeinschaft eine Initiativgemeinschaft, dass man wirklich an einem Strick zieht, Jeder ist natürlich der Mensch, der er ist. Jetzt müssen die Initiativen so zusammenfließen, dass man an einem Strick zieht. Das ist ein weites Spektrum, was ich da ansprechen möchte. Was die Gemeinschaft alles mit sich selbst anfangen muss, dass sie diese Fähigkeiten überhaupt erst entwickelt. Die liegen nicht einfach da. Die sind nicht da. Wir sind heute in gewissem Sinne Waisenknaben und Waisenmädchen auf diesem Felde. Wir stehen ganz am Anfang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir wissen ganz genau, wenn wir so wirken wollen, dann müssen wir uns in diese Richtung bemühen. Dieser Gemeinsinn, der ist ganz individuell und zugleich gemein, allgemein. Nun, wie gesagt, das muss man pflegen. Und an dieser Pflege mangelt es, weil wir heute so viel Arbeit haben auf den Höfen, dass wir zu nichts mehr kommen. Müde ins Bett fallen abends und am nächsten frühen Morgen geht es gleich wieder los. Man hat keine Muße mehr und man entschuldigt sich auch vielfach damit, weil so viel Arbeit ist. Das ist die andere Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gemeinsame Studienarbeit 01:19:53 ====&lt;br /&gt;
Dass man nicht mehr zu einer gemeinsamen Studienarbeit kommt. Um den Gemeinsinn zu entwickeln, muss eine gemeinsame Studienarbeit geschehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, weil nämlich, wenn es darum geht, wirklich zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, dann helfen einem immer die anderen, dieses Bewusstsein zu entwickeln. Wenn man denn wirklich zusammenarbeitet, wenn man denn wirklich versucht, die Grundfragen des biologisch-dynamischen Landbaus erkenntnismäßig zu durchdringen, und zwar aus dem Gesamtumfang der Anthroposophie letzten Endes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sein eigenes Menschsein erkennen, um sachgemäß mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Wenn man nur der bleibt, der man ist, dann hat man sich selbst verkauft und selbst verloren. Man darf nie an dem Punkt stehenbleiben, wo man ist. Sondern ein ständig sich entwickelndes Wesen sein, wollen. Dann kann das funktionieren, innerhalb so einer Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeit und Landbaukunst 01:21:12 ===&lt;br /&gt;
Daraus entwickelt nun der Mensch die Fähigkeit, zu arbeiten. Die Arbeit ist das große Rätsel heute, weil wir eigentlich nicht mehr arbeiten können, wenn ich es mal radikal sagen soll. Das lernen wir heute gar nicht mehr. Natürlich kommen wir auf den Hof, wir sehen, das muss gemacht werden, das muss gemacht werden, dann macht man es irgendwie und dann sind da die Maschinen. Da hat man immer gleichzeitig den Gedanken, wie könnte man das, was ich jetzt von Hand mache, noch mit der Maschine machen. Das ist der erste Gedanke, der normalerweise immer auftaucht. Wenn man merkt, dass man sich mit der Arbeit selber nicht verbinden kann. Dann braucht man die Maschine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht sie natürlich, man kann nicht ohne Maschinen arbeiten, aber man muss wissen, dass die Maschine einen emanzipiert von der Natur. Emanzipiert von der unmittelbaren Erfahrung dessen, wohin man jetzt seinen Willen richtet und seine ganzen Absichten. Deswegen kann man das nicht mehr wirklich beurteilen, was man mit der Maschine macht. Man kann es nicht mehr so richtig beurteilen, was das für Konsequenzen hat. Die Maschinenarbeit fördert die sogenannte Erledigungsarbeit. Dass ich am Anfang der Arbeit schon denke an deren Ende. Dann bin ich endlich fertig mit dem Ding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird heute mit der Uhr gestoppt, wie lange was dauert und so, und danach wird der Betrieb eingerichtet. Das ist der Tod der Landwirtschaft. Die Arbeit ist die Verwirklichung der Kunst des Landwirts. Der Künstler kann ja auch nicht irgendwie den Pinsel an den digitalen Apparat hängen und der malt dann das, was er da programmiert hat. So kann der Landwirt eigentlich nicht erwarten, dass seine eigenen Ideen sich verwirklichen, wenn er nicht selber Hand anlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Freiräume für Arbeit 01:23:23 ====&lt;br /&gt;
Und weil das heute so ist auf den Höfen, sind wir mit einem wirklich ernstlichen Problem konfrontiert. Wie können wir uns wieder schulen in der Arbeit? Und dazu ist es erforderlich, dass wir uns Freiräume schaffen. Innerhalb dessen, was an Notwendigkeiten zu leisten im Betrieb eben ist. Auch eben durch die Maschinen. Freiräume, wo wir das üben können. Also dazu muss man sich entschließen. Als Gemeinschaft entschließen. Und ein solcher Freiraum wäre in Zukunft, ich sehe das nirgends, dass es sich in dem Sinne verwirklicht, vielleicht noch da oder dort, es gibt wenige Beispiele, dass man jetzt die ganze Komposition von Hand macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass man das will. Wir wollen das hier auf dem Hof nicht, deswegen haben wir diese Kompostierungsmaschine. Aber ich bin ganz überzeugt, das ist keine Lösung. Sondern dass die Kompostierung, dass man nicht allen Mist kompostiert notwendigerweise, sondern dass man die Kompostierung für den Obstbau, für den Gartenbau, für die Wiesen- und Weidewirtschaft, da braucht man den Kompost, nicht für den Ackerbau. Und diese Mengen, die könnte man auch, wenn man sich nur organisiert als eine Gemeinschaft, könnte man zu einem Schulungs- und Übungselement für Arbeit machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass man die Gabel in die Hand nimmt, die Leute können heute nicht mehr gabeln, die Schaufeln in die Hand nehmen, die Leute können heute vielfach nicht mehr schaufeln, die machen dann einfach so die Schaufel statt so. Das sind ganz elementare Handlungsweisen, die man überhaupt erst lernen muss. Dass man das verknüpft mit der Beobachtung alles dessen, was das Kompostmaterial ausmacht, das ich da jetzt aufsetze. Oder die Zusätze, die ich auswähle, wo ich meine, man müsste vielleicht doch noch ein bisschen mehr Erde oder noch ein bisschen von dem und dem und dann entsteht ein Kunstwerk, der Haufen, den ich wunderschön abdecke, in meine Haut gebe und alles das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kompostierung wäre in meinen Augen ein Ideal förmlich, dass die Gemeinschaft sich entschließt, das zu wollen. Ähnlich gilt es für die ganze Präparation. Also die ganze Herstellung der biologischen Artenpräparate und deren Anwendung. Das ist ein Feld, was einen auffordert förmlich, dass da jeder Handgriff vom Menschen gemacht wird bis zum Rühren der Präparate. Dass die Maschine da nichts zu suchen hat, aber wirklich gar nichts. Sondern dass man auch hier eine höhere Stufe künstlerischer Tätigkeit pflegt im Herstellen, im Rühren der Präparate, im Ausbringen der Präparate, wo man sich wirklich jetzt mal mit dem Prozess selber unmittelbar verbindet, von A bis Z.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wird man überhaupt nur urteilsfähig. Vorher nicht. Sobald ich das irgendwo hin delegiere, verliere ich meine Urteilsfähigkeit. Da urteile ich abstrakt. Irgendwo oben drüber. Aber aus der Sache kann ich nicht mehr urteilen. Ich muss zum Ende kommen. Diese Arbeit bezieht sich jetzt hier auf die Pflege des Seelenleibes, bezieht sich auf die Pflege des Lebensleibes und auf den physischen Leib. Hier durch Haltung, Fütterung, Pflege und Züchtung in diesem Bereich. Hier für die Pflege der ganzen Lebensorganisationen im Hinblick auf die Humusentwicklung der Böden. Und hier durch die Bodenbearbeitung des physischen Leibes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem ich durch meine Arbeit diese verschiedenen Wesensglieder, dass ich die hofindividuell zusammenbinde, dass durch meine Arbeit erst eigentlich das individuelle Ganze des Hofes in die äußere Erscheinung tritt. Erst muss ich das Ganze in diesem Sinne komponieren. Durch meine Arbeit muss ich das alles miteinander verbinden. Das ist die eigentliche Kunst der Landwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präparate als Verbindung 01:28:21 ====&lt;br /&gt;
Wenn ich durch meine Arbeit hier jetzt noch die Präparate zum Einsatz bringe, die ja Schöpfungen sind, nicht der Natur, sondern des menschlichen Geistes. Darauf komme ich morgen kurz zurück. Wenn ich diese Präparatearbeit unter diesem Gesichtspunkt hier betrachte, ist das jeweils der Leim oder der Kitt, der diese Wesensglieder miteinander verbindet und sich gegenseitig durchdringen lässt. Das ist die Aufgabe der Präparate, das wirklich zu einem in sich geschlossenen Organismus zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundlage für die Entwicklung der Landwirtschaft in die Realität. Das ist Ausgangspunkte der Ideen hier. Und die schließen einen in die Arbeit ein. Die Arbeit, die wir leisten, die muss wieder durchfreut werden. Wir müssen die Arbeit durchfreuen. Nicht abstrakt erledigen, sondern wir müssen drin sein in dem Prozess. Dann fängt die Landwirtschaft an nicht mehr eine Last zu sein, keine Routine zu werden, wie das vielfach heute ist, sondern im Gegenteil, dass sich das, was man ständig tut, einen auch befeuert und man befeuert das eigene Tun mit seinen eigenen Ideen. Man ist ständig im Gespräch mit der Welt. Dann können wir hoffen, dass die Landwirtschaft doch wieder neu aus der Taufe gehoben werden kann, als Kunst. Morgen dann noch ein paar Worte zu den Präparaten.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11659</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11659"/>
		<updated>2026-03-07T13:26:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit, aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Aber mal davon ganz abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten, wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist, Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen, wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen, dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Kot immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist, der Säuregrad ist damit gemeint, bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm auf pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf entgegen der Schwere aus seinen langen Röhren, die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können, holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit, im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen, warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fische 1:00:07&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig, wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse, gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail auf die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vögel 1:03:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, plastizieren sie das Element der Luft und jeder Vogel anders. Der Vogel, durch seine Tätigkeit, plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat, ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insekten 1:05:26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich. Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens, Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild, der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig, und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist, kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann erzeugen sie über diesen, vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack, Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist, ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist, Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erkennen, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle, so zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist scheinens verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine, das war das deutsche Edellandschwein, nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist, je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden, rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass, ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere. Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht, darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen, ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere, die Königin oder der König aller Haustiere, das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder, die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder, die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten, zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie, dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand, die ganze ägyptische Kultur, erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin, Hathor, hieß die bei den Ägyptern, wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben, Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 7., 6., 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind, das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht, ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier, möglicherweise noch der Hund, abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier, eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern, das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen, zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt, dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde, eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut, züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide, das Leittier vorneweg, dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer, drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab, also relativ schnell alle zusammen, plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungsdrachen, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul, da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen, die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren, aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen, ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkauakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter, das ist der Blättermagen, dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11658</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11658"/>
		<updated>2026-03-07T13:00:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Das Schwein und sein Dünger 01:16:57 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit, aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Aber mal davon ganz abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten, wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist, Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen, wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen, dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Kot immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist, der Säuregrad ist damit gemeint, bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm auf pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf entgegen der Schwere aus seinen langen Röhren, die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können, holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit, im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen, warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fische 1:00:07&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig, wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse, gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail auf die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vögel 1:03:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, plastizieren sie das Element der Luft und jeder Vogel anders. Der Vogel, durch seine Tätigkeit, plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat, ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insekten 1:05:26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich. Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens, Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild, der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig, und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist, kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann erzeugen sie über diesen, vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack, Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist, ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist, Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erkennen, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle, so zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist scheinens verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine, das war das deutsche Edellandschwein, nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist, je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden, rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass, ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere. Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht, darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen, ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11657</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11657"/>
		<updated>2026-03-07T12:34:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit, aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Aber mal davon ganz abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten, wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist, Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen, wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen, dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Kot immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist, der Säuregrad ist damit gemeint, bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm auf pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf entgegen der Schwere aus seinen langen Röhren, die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können, holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit, im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen, warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fische 1:00:07&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig, wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse, gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail auf die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vögel 1:03:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, plastizieren sie das Element der Luft und jeder Vogel anders. Der Vogel, durch seine Tätigkeit, plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat, ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insekten 1:05:26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich. Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens, Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild, der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig, und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist, kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 327]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Eva Lang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11656</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11656"/>
		<updated>2026-03-07T10:39:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit, aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Aber mal davon ganz abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten, wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist, Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen, wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen, dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Kot immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist, der Säuregrad ist damit gemeint, bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm auf pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf entgegen der Schwere aus seinen langen Röhren, die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können, holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit, im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen, warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fische 1:00:07&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig, wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse, gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail auf die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vögel 1:03:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, plastizieren sie das Element der Luft und jeder Vogel anders. Der Vogel, durch seine Tätigkeit, plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat, ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insekten 1:05:26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich. Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens, Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild, der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig, und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11655</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11655"/>
		<updated>2026-03-07T10:28:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Vögel und Insekten 01:04:08 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit, aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Aber mal davon ganz abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten, wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist, Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen, wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen, dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Kot immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist, der Säuregrad ist damit gemeint, bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm auf pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf entgegen der Schwere aus seinen langen Röhren, die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können, holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit, im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen, warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fische 1:00:07&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig, wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse, gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail auf die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vögel 1:03:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, plastizieren sie das Element der Luft und jeder Vogel anders. Der Vogel, durch seine Tätigkeit, plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat, ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insekten 1:05:26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich. Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{BS|A}}&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11654</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11654"/>
		<updated>2026-03-07T09:17:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit, aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Aber mal davon ganz abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten, wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist, Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen, wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen, dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Kot immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist, der Säuregrad ist damit gemeint, bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm auf pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf entgegen der Schwere aus seinen langen Röhren, die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können, holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit, im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen, warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fische 1:00:07&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig, wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse, gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11653</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11653"/>
		<updated>2026-03-07T08:51:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Geschäft, sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11631</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11631"/>
		<updated>2026-02-09T16:38:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze, deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert, die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht, da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt, einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten, in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus, müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11630</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11630"/>
		<updated>2026-02-09T16:35:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen, zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib, das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische, dass diese Welt sich wiederum genügend sich äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräftewirksamkeit am Beispiel der Pflanze 00:48:06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11629</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T16:23:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, dann baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt aus diesem Prinzip, notwendig. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die dann aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist, dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen, ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11628</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11628"/>
		<updated>2026-02-09T16:17:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Obstbau und Vielfalt 00:37:54 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge, furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen, das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt, da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt, je nachdem unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat, ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer, eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiesen- und Weidewirtschaft 00:40:08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein. Die Wiesen, die spielen ja heute keine große Rolle mehr, aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer, zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier, der Dottenfelderhof oder andere Orte, wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Hecke ist ein Wunderwerk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11627</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11627"/>
		<updated>2026-02-09T16:05:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken der Organe im Organismus 00:35:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, das ist auch entscheidend, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß, im höheren Sinne, handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11626</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11626"/>
		<updated>2026-02-09T10:24:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen, möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11625</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11625"/>
		<updated>2026-02-09T10:21:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist, ich möchte sagen, das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen, hier so ein Riesending und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist, was ich hier schildere, was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine, könnte man sagen, unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden, alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute, das Gegebene, was da ist, an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11624</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T10:14:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier, Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen, ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler, wirklicher Künstler, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen, extrem gesprochen, sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T10:05:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Einfluss der Elemente 00:21:16 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Grünland 00:22:04&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig durch die modernen Technologien. Ich sag mal da ist ein Wasserüberschuss, der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft, zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen, die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terrassierung 00:25:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11622</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T09:49:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Luft und Wärme 00:18:20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärme 00:19:37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen. In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns, wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
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{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11621</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T09:43:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Luft und Wärme 00:18:20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man sagen, einmal muss man doch eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11620</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T09:37:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es entzieht sich meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserhaushalt 00:16:22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt. Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-02-09T09:22:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Die vier Elemente der Komposition 00:12:28 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so, kann man sich mal vorstellen, dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da? Was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstört. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert, ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert, denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles, dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler, sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=948s Die Bodenentstehung und das Wasser 00:15:48] ====&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr? Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11618"/>
		<updated>2026-02-09T09:00:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis, Friedrich von Hardenberg, der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR, eigentlich bis zum heutigen Tag, war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so - kann man sich mal vorstellen - dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da, was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstörbar. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert - ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert - denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles - dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler - sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=948s Die Bodenentstehung und das Wasser 00:15:48] ====&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr? Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11617</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11617"/>
		<updated>2026-02-09T08:51:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Weiterentwickelung von Natur und Mensch 00:03:28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus, nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden, das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis - Friedrich von Hardenberg - der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR - eigentlich bis zum heutigen Tag - war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so - kann man sich mal vorstellen - dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da, was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstörbar. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert - ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert - denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles - dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler - sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=948s Die Bodenentstehung und das Wasser 00:15:48] ====&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr? Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11615</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11615"/>
		<updated>2026-01-31T09:51:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert, innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt. Nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt, gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist, die Schöpfung, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind, jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen. Dann erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus - nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden - das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis - Friedrich von Hardenberg - der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR - eigentlich bis zum heutigen Tag - war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so - kann man sich mal vorstellen - dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da, was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstörbar. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert - ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert - denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles - dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler - sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=948s Die Bodenentstehung und das Wasser 00:15:48] ====&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr? Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:GA 327]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11614</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_2._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11614"/>
		<updated>2026-01-31T09:10:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus u Düngung Folge 1 bis 4 Vortrag von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 7. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (2. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 7. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=73s Der Mensch wird zur Grundlage der Landwirtschaft gemacht 00:01:13] ===&lt;br /&gt;
Wir haben gestern unseren Blick auf einen Sachverhalt oder einen Zusammenhang gerichtet, der scheinbar weit ab von der Landwirtschaft liegt. Dabei ist es eigentlich gerade der Hintergrund, von dem aus erst ein tieferes Verständnis für den biologisch-dynamischen Landbau möglich ist. Das erscheint zunächst sehr fremd, aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird es, dass man den biologisch-dynamischen Landbau überhaupt nicht verstehen kann, als eben auf diesem Bildhintergrund, den ich versucht habe, gestern hier anzudeuten. Dem Gesichtspunkt folgend, dass der Mensch zur Grundlage gemacht wird, wenn es darum geht, ein Bild innerlich zu entwickeln, wie man einen landwirtschaftlichen Betrieb gestalten müsste. Wenn er wirklich alle Bedingungen erfüllen soll, die dem Tier gerecht werden, der Pflanze gerecht werden, dem Boden gerecht werden, beziehungsweise dem gesamten Weltenzusammenhang gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der Landwirtschaft greift der Mensch wirklich in eine Wirklichkeit ein, die er nicht geschaffen hat. Er hat nicht die Bäume geschaffen, er hat nicht die Pflanzen geschaffen, er hat die Kulturpflanzen gezüchtet und alles das, gewiss. Auch die Haustiere, aber letztlich ist das eine Naturgegebenheit und in die greifen wir ein. Da sagt heute der Ökologe, der moderne Wissenschaftler, der sagt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Eigentlich greifen wir ein und machen tendenziell alles kaputt, was die Natur so schön geschaffen hat.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Wir sind als Menschen eigentlich dazu verurteilt, indem wir als Menschen hier auf Erden leben, letztlich alles zu zerstören. Das ist nicht ganz unrecht, wenn man so auf die Verhältnisse schaut.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Oder ist auch genau das andere möglich, dass wir nicht nur das was gegeben ist zerstören, sondern im Gegenteil, dass wir das weiterentwickeln, aufbauen? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ja die Grundfrage, die moralische Grundfrage, vor der die Menschheit heute steht. Da hat der biologisch-dynamische Landbau diesen Ansatz, dass er vom Menschen ausgeht, weil der Mensch dasjenige repräsentiert - innerhalb des gesamten Weltganzen heute auf Erden -, dass er nicht nur die Natur in sich trägt, sondern auch das in sich trägt, was ihn befähigt - nicht, dass er die Fähigkeiten schon alle hätte, aber zumindest befähigt - gerade den Gesichtspunkt zu entwickeln, wie man diesen Naturzusammenhang nicht nur erhält, nicht nur bewahrt, was geschaffen ist - die Schöpfung -, sondern dass man sie weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir uns als Menschen richtig verstehen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wenn wir stehenbleiben, da wo wir sind - jeden Morgen ein Bierchen und dann zum Mittag noch dicke Bratwurst und so, und irgendwo unser Leben auf diese Art pflegen - erhalten wir höchstens einen Zustand, aber da kommen wir nicht weiter auf diesem Felde. Der Mensch ist dazu geboren, sich selber weiterzubringen. Das ist eigentlich seine Aufgabe, weit mehr zu werden, als er ist. Und das aus sich heraus - nicht, dass ich Ihnen das sage, sondern das muss man sozusagen selber empfinden - das muss man selber als den Kern seines eigenen Wesens erfassen, dass man wirklich in der Lage ist, Schritte zu tun in seiner eigenen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=305s Landwirtschaftliche Gestaltung 00:05:05] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich jetzt auf diesem Hintergrund, den wir gestern betrachtet haben, mal auf unseren landwirtschaftlichen Betrieb schauen und sehen: können wir da aus diesen Einsichten von gestern, können wir da in irgendeiner Weise hineinschauen, hineingestalten, hineinbilden in den Naturzusammenhang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja den berühmten Dichter, Zeitgenossen Goethes, jüngeren Zeitgenossen Novalis - Friedrich von Hardenberg - der heute nahezu unbekannt ist, obwohl er im Grunde genommen das Nonplusultra ist, neben Goethe und Schiller, dass er mal in seinen Fragmenten den Ausspruch getan hat, &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Menschheit ist auf einer Mission zur Bildung der Erde, nicht nur zur Bildung des Menschen, sondern auch zur Bildung der Erde sind wir berufen. Das steht in den berühmten Fragmenten von Novalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind lauter Ideenwürfe. Er ist mit 29 Jahren schon gestorben. In den jungen Jahren hat er ein Werk vor die Menschheit hingestellt, das ist geradezu überwältigend. In diesen Fragmenten sind eigentlich immer kurze Sätze, in denen eine Idee nach der anderen gleichsam vor einen hingestellt wird, wo man sagt, ja, so ist es, so müssen wir darauf hinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, wir haben gestern den Menschen sehr aphoristisch und sehr grobklotzig, möchte ich mal sagen, zunächst geschildert in einer Drei- und Viergliederung. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten hier jetzt so einen landwirtschaftlichen Betrieb, voll arrondiert. Da stehen wir davor, was machen wir jetzt mit dem Ding? Vor dieser Situation steht man heute tatsächlich. Sie lernen jetzt alle auf biologisch-dynamischen Betrieben, da ist schon was da. Es gibt heute Beispiele genug, zum Beispiel in der ehemaligen DDR - eigentlich bis zum heutigen Tag - war plötzlich Plain Courant, da war bzw. eine Wüstenei hinterlassen vom Sozialismus. Das Land war enteignet und jetzt musste man irgendwie sehen, wie kriegt man das wieder einigermaßen in Kultur. Das ist da oder dort gelungen, aber heute sind es grundsätzlich Riesenflächen, heute stehen im konventionellen Landbau Extreme an Monokulturen, dass man eigentlich sagt, das ist ja fast der mittlere Westen Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dann nach Osten geht, nach Polen, wo ich noch ein Projekt betreue und nach Tschechien oder wohin Sie wollen, in den ehemaligen kommunistischen Ländern, in Russland ist es in dieser Hinsicht eine reine Katastrophe. Da stehen Sie plötzlich vor einem riesigen Land, devastiert, Halbwüste. Da wachsen die Bäume auf den Äckern, also wo man davorsteht, ein solches Land regelrecht urbar zu machen, neu urbar zu machen. Die Gebäude sind verrottet, die Maschinen, wenn sie überhaupt noch existieren, dann verrostet, einfach ungeeignet. Vor dieser Situation stand man noch im Jahr 2000, ich zum Beispiel in Polen. Das war ein Betrieb, heute von 1900 Hektar auf Sandboden, eine reine Wüstenei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=527s Einen Bild entwickeln und die tatsächliche Gestaltung 00:08:47] ===&lt;br /&gt;
Da fragt man sich, was mache ich jetzt mit dem Ding? Welches Bild habe ich? Das hängt jetzt absolut von mir ab. Das sagt mir kein Mensch, die Natur sagt mir das nicht. Sondern ich muss in mir selber ein Bild hervorzaubern, mit dem ich jetzt an diese vorhandene Wüstenei herantrete und sage: dieses Bild möchte ich hier verwirklichen. Da fragt man sich, welches Bild habe ich nun wirklich? Dann greift man vielleicht auf irgendwelche Konventionen zurück, irgendwelche Erfahrungen anderer und es gibt ein paar ökologische Fingerzeige, man knüpft an Traditionen an, wie sie eben früher mal waren vielleicht, bestenfalls, oder man knallt konventionell einen Betrieb drauf, mit einer Biogasanlage, mit EU-Förderung und es wird auf Teufel komm raus Monokultur betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Antworten, die man dann haben kann. Aber letztlich steht man doch als Mensch vor so einem Stück Erde und sagt sich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;es hängt jetzt ausschließlich von mir selbst ab, welches Bild ich jetzt verwirklichen möchte auf diesem Stück Land.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Zunächst ist es so - kann man sich mal vorstellen - dass es einfach eine leere Fläche ist. (Zeichnung Tafel) Ich habe jetzt die Aufgabe, oder habe jetzt den Impuls, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen. Das ist ja ganz schön, den Impuls zu haben, aber der Impuls muss einen Inhalt haben. Der muss lebenswirklich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt versucht, einen solchen Lebenszusammenhang oder ein solches Stück Land sich jetzt vor Augen zu führen und mal aufzuzählen, was ist da, was ist wirklich von Natur aus da. Dann wird man zunächst mal sagen, ganz gewiss ist da etwas, was naturgegeben vorhanden ist. Das ist allemal der Boden. Das ist allemal das, was die mineralisch-physische Grundlage überhaupt jeden Hofes ausmacht. Man könnte sagen, das, was ich gestern gekennzeichnet habe, als den physischen Leib. Das findet man vor. Der ist bis zu einem gewissen Grad zerstörbar. Im Grunde genommen kann man allzu viel doch nicht kaputt machen. Die geologische Grundlage ist ein Fixum, was das Gestein aus dem Untergrund, was dann verwittert zu Boden und dadurch die verschiedenen Böden, Bodentypen hervorbringt. Das ist alles zunächst mal gegeben. Was da gegeben ist, was den physischen Leib eines landwirtschaftlichen Hofes komponiert - ich sage bewusst, nehme bewusst das Wort komponiert - denn es geht um eine Komposition, vor der ich hier jetzt stehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=748s Die vier Elemente der Komposition 00:12:28] ===&lt;br /&gt;
Da ist das Material, mit dem dieser Hof sozusagen zunächst mal komponiert ist, bei dem ich nicht allzu viel verändern kann. Das sind die sogenannten vier Elemente. Die vier Elemente, die heute nicht mehr im wissenschaftlichen Gebrauch sind, aber seit griechischen Zeiten, seit Empedokles - dem großen griechischen Philosophen und Wissenschaftler - sind die im Gebrauch gewesen bis in die jüngste Vergangenheit. Das ist einmal, dass das Physische konstituiert wird mit dem, was das Feste ist, die Erde. Und dem, was das Element des Wassers ist, also alles, was flüssig ist. Nicht nur das Wasser, sondern jede Art von Flüssigkeit, ob das das Blut ist, oder ob das die Lymphe ist, oder ob das ein Saft ist, ein Apfelsaft, oder was sonst. Alles, was flüssig ist, hat man eben mit dem Element des Wassers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Element der Luft und das Element der Wärme. Das sind die Elemente, die im Grunde genommen, das Physische, den physischen Leib komponieren. Das ist das Material, durch das hindurch alle Wirkungen des Kosmos, alles, was nur irgendwie sonst wirkt in der Welt, wirkt auch zugleich durch diese vier Elemente hindurch. Das Feste der Erde, das ist die geologische Grundlage zunächst mal. Die muss man kennen. Wenn Sie heute einen Betrieb bewirtschaften, müssen Sie schleunigst sehen, dass Sie eine geologische Karte1:25.000 bekommen, dass Sie die anschauen. Wenn der Chef die nicht hat auf dem Hof hat, muss er dafür sorgen, dass die möglichst bald besorgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=862s Das Feste der Erde - Geologische Kenntnisse 00:14:22] ====&lt;br /&gt;
Auf dieser geologischen Karte können Sie genau feststellen, aus welchen Gesteinen jetzt Ihre Böden auf Ihrem Hof entstanden sind. Ob das eine Sedimentation ist, junge Sedimentation, zum Beispiel der Lös, oder ob das eine Wassersedimentation ist, ein Schwemmland, oder ob das tatsächlich kristalline Gesteine sind, die im Untergrund anstehen und die durch Verwitterung dann ihren Boden haben entstehen lassen. Das ist notwendig auf jedem Hof, diese Grundlage, die physische Grundlage zu kennen. Ich möchte jetzt schon sagen, die allergrößten Fehler, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft generell gemacht werden, das ist, dass die Kenntnisse auf diesem Feld zu gering sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt seine Böden nicht, weil man deren Ursprung nicht kennt. Woraus sie sich überhaupt entwickelt haben? Sie haben eine Entwicklung von über 10.000 Jahren hinter sich, seit den letzten Eiszeiten. Allmählich haben sich diese Böden zu diesen Standorten, zu diesen Bodentypen entwickelt. Also man muss da Kenntnisse haben auf diesem Felde und was wirklich im Untergrund ansteht an Gesteinen. Das gehört einfach dazu. Jeder Landwirt müsste darüber Kenntnisse haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=948s Die Bodenentstehung und das Wasser 00:15:48] ====&lt;br /&gt;
Aus dem Festen heraus entwickeln sich unsere Böden durch Verwitterung. Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, mich hier über die Verwitterung weiter auszubreiten. Das ist ein weites Gebiet, wie unsere Böden entstanden sind, durch schrittweise Verwitterung des Untergrundes und meistens dann ein Bodenprofil entstanden ist von vielleicht 1,20 Meter Tiefe bis zu 2 Meter Tiefe, je nachdem, welche Art von Gestein da verwittert ist. So muss man auch den Wasserhaushalt seines landwirtschaftlichen Betriebes kennen. Solche Dinge werden heute gar nicht mehr ernst genommen, weil man so eine abstrakte Wirtschaft heute im konventionellen Landbau betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zu viel Wasser da ist, dann drainiert man es weg und wenn zu wenig Wasser ist, dann beregnet man mit irgendwelchen Maßnahmen technologischer Art. Aber man muss wissen, wie ist das jetzt mit den Quellhorizonten auf meinem Hof? Wo sind Feuchtbiotope? Wo bildet sich langsam aus Rinnsalen ein Bachlauf? Und schließlich, wo mündet das hin? In einen Fluss oder grenzt man an einem See oder baut man sich einen Teich auf dem Hof? Das sind alles Dinge, bei denen man ebenso aufmerksam wie man auf das Feste, man aufmerksam werden muss auf den Wasserhaushalt seiner Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erste, was man fragt, wenn man auf einen anderen Betrieb kommt: Was habt ihr hier für Niederschläge? Wie sind die verteilt über das Jahr? Wenn Sie das ungefähr wissen, die physische Grundlage und die Niederschläge, dann wissen Sie schon ungefähr, wie begabt Ihr Hof ist. Eine Landwirtschaft hat eine Begabung, so wie der Mensch eine Begabung hat, der eine ein bisschen mehr musikalisch, der andere mehr geht lieber mit Literatur oder mit Kunst und sonst was um. Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Begabung, die ihn kennzeichnet. So hat auch jeder Hof eine spezifische Begabung, die wesentlich bestimmt wird durch die physische Organisation, durch das Zusammenspiel von dem festen, flüssigen, luftförmigen und wärmehaften einer Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1100s Luft und Wärme 00:18:20] ====&lt;br /&gt;
Auch muss man Kenntnisse entwickeln in Bezug auf die Luft. Die Luft ist natürlich das beweglichste überhaupt unter den Elementen mit der Wärme. Sie streicht über die Lande, die ist ja nicht nur lokal gebunden. Die Luftströmungen, die Winde und Stürme und Gewitter und was da so kommt von oben. Dennoch muss man eine Kenntnis haben vom Großklima, in welchem Großklima befinde ich mich. Befinde ich mich in einer Trockenzone, in einem Regenschattengebiet, wie wir hier zum Beispiel auf dem Hof, wir liegen im Regenschattengebiet des Taunus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So muss man schon ein bisschen großräumig denken, wie sich die klimatischen Verhältnisse gerade in einer solchen Landschaft ausgestalten. Wo sind Kältezonen oder Kälteeinbrüche, Spätfröste im Laufe des Jahres. Das hängt sehr stark mit dem Klima insgesamt zusammen. Davon hängen unsere Kulturen ab, die ich dann anbaue. So ist es mit der Wärme. Nun die Wärme ist natürlich etwas ganz Besonderes, weil man die Wärme gar nicht fassen kann. Man kann sie natürlich fühlen, wenn irgendwas warm ist, gewiss. Aber als Begriff, Element, wird sie heute über Bord geschmissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik gibt es heute den Begriff der Wärme als Wärme nicht mehr. Schon seit Francis Bacon, also Lord Bacon, der Baco von Veolam hieß er auch, der Begründer der Experimentalphysik, der hat die Wärme abgeschafft. Er hat einfach gesagt, die gibt es gar nicht. Das ist nur ein Bewegungszustand der Materie. Ein Bewegungszustand der Materie, das ist die Wärme. So wird sie heute definiert. Es ist nur ein Zustand, dass das Wasser warm wird. Dann bewegen sich die Moleküle des Wassers entsprechend stärker. So ist es mit der Luft. Sauerstoff und Stickstoff in der Luft, die fangen an, sich stärker zu bewegen durch Wärmeeinfluss. So ist es auch, wenn ich ein Gestein verschmelze. Da führe ich Energie zu und dann bewegen sich die Moleküle entsprechend. Die kommen plötzlich in Fluss. Das ist die Vorstellungsweise der materialistischen Auffassung heute. Die Wärme existiert gar nicht mehr. Dabei ist sie natürlich für uns - wir erleben die Wärme unmittelbar als eine Tatsache. Wir leben in der Wärme. Das Ich des Menschen, sein Geist, das Geistwesen, lebt in der Wärme von 37,5 Grad Celsius oder 36,6 Grad Celsius. Das ist unsere Wärme. Die halten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1276s Einfluss der Elemente 00:21:16] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir die nicht halten, dann werden wir krank. Sowohl wenn sie zu tief runter geht, als auch wenn sie zum Fieber aufsteigt. Da merken wir, das können wir so nicht ertragen. Also das Wärmeelement ist das Geheimnisvollste unter allem. Die Wärme durchdringt die Luft. Die Wärme durchdringt das Wasser, durchdringt das Feste der Erde. Jetzt muss ich bei meinem landwirtschaftlichen Betrieb fragen, wie sind die Wärmeverhältnisse hier? Wie ist der Jahreslauf vom Frühjahr über den Sommer? Habe ich da ausgesprochene Hitzeperioden? Muss ich, bestimmt mich die Wärme, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um das ein bisschen auszugleichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der physischen Organisation, an dem physischen Leib unseres Hofes können wir verhältnismäßig wenig verändern. Natürlich, wir verändern heute nicht wenig. Durch die modernen Technologien. ZB. ist da ein Wasserüberschuss - der ist normalerweise immer im Grünland. Deswegen heißt es Grünland. Grünland kann sich nur entwickeln bei hohen Grundwasserständen, oder wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Zum Beispiel durch entsprechende Niederschläge. Der hohe Wasserverbrauch des Grünlandes ist dadurch gestillt, oder ist dadurch befriedigt, dass da eben genügend Wasservorräte vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen finden wir Grünland klassisch immer in Vorfluter Nähe. Immer um die Seen herum, um die Flüsse herum, die Flüsse begleitend. Da kommt das Grundwasser relativ oberflächennah herangeströmt, und mündet dann ein in den Vorfluter. Wenn man nun meint, das Grünland bringt sowieso nichts, breche ich es um, drainiere das ganze Zeug, senke den Grundwasserspiegel ab und baue Mais an. Das ist so das übliche Verfahren gewesen in den 70er Jahren, 80er Jahren, heute ist es verboten. Wir dürfen kein Grünland mehr umbrechen. Wenn es da ist, dürfen wir es nicht mehr umbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat der Gesetzgeber mal eine ganz gute Tat vollbracht, den Grünlandumbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite ist es natürlich alles Murks. Alle Gesetzgebung in der Landwirtschaft ist letzten Endes Murks. Weil die immer ausgerichtet ist auf Fehlleistungen einer zu stark ökonomisierten Landwirtschaft. Zu stark einseitig ausgerichtet. Da entstehen die großen Probleme. Da macht man ein Gesetz, und das gilt dann für alle. Und da leiden dann z.B. die biologischen Artenbetriebe darunter gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1457s Freiheit und technische Überregulierung 00:24:17] ===&lt;br /&gt;
Der Landwirt muss entscheiden, wo er was macht. Hier ist das ständig eingeschnürt. Deswegen hat man den Eindruck, als moderner Landwirt, man hat den Eindruck, dass da erstmal die Schnüre hier unten so herumgebunden werden. Die Schnüre werden immer dichter hier um den Brustkorb und zuletzt um den Hals. Dann kann man sich zuletzt noch aufhängen. Es ist unglaublich, was wir für eine Überregulierung heute in der Landwirtschaft haben. Aufgrund dieser Tatsache. Man ist nicht mehr ein freier Mensch in seinen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man kann bewässern, man kann entwässern. Das kann man. Das wird ja heute im grünsten Stil gemacht. Ich möchte sagen, die in Anführungsstrichen leistungsfähigste Landwirtschaft heute in der Welt ist die in Halbwüstenzonen. Die bewässerbaren Halbwüstenzonen. Da ist die eigentliche Produktion heute in der Welt. Da scheint das ganze Jahr die Sonne und das Wasser wird irgendwo hergeholt. 79 Prozent der gesamten Süßwasservorräte beansprucht die Landwirtschaft heute weltweit für sich selbst. Das ist irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann bewässern und entwässern. Man kann terrassieren. Das ist eine klassische Methode auch in der Landwirtschaft immer gewesen zu terrassieren. Der Weinbau existierte nur auf der Basis der Terrassierung. Heute sind die Weinreben alle in Linien in der Falllinie des Hanges angelegt und nicht mehr quer dazu. Früher war das alles horizontal. Weinbergmauern, die haben die Wärme zurückgestrahlt und haben im Weinanbau für eine bessere Qualität gesorgt. Auch der Obstbau war terrassiert. So ist der ganze mediterrane Raum ursprünglich eine Terrassenwirtschaft gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Mitteleuropa spielt die Terrassenwirtschaft eine ganz große Rolle. Das erfordert, dass man Mauern baut. Das waren alles Feldsteinmauern. Das war eine Kunst, eine hohe Kunst. Die habe ich noch gelernt in meiner Jugend, wie man Weinbergmauern baut. Aber die mussten 50 Jahre halten. So hat man normalerweise gesagt. Dann musste man sie wieder erneuern und terrassieren. Sonst kann man keine Hügel, keine Berge versetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1602s Naturbegabung und Landschaftsgestalt 00:26:42] ===&lt;br /&gt;
Sie finden eine bestimmte Geomorphologie, eine bestimmte Landschaftsgestalt vor und mit der müssen Sie sich jetzt zurechtfinden. Ebenso finden Sie ganz bestimmte Böden vor. Wenn Sie auf dem Sandboden hocken, dann sind Sie Ihr ganzes Leben lang mit diesem Sandboden verheiratet. Wenn Sie auf dem Tonboden hocken, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Schwerer Boden, sehr kalt, mühsam in die Gänge zu bringen, usw. Dann sind Sie mit dem verheiratet. Oder Sie haben einen milden Lehm, schwarze Erde möglicherweise. Ja, da kann man drauf spielen. Wie auf dem Klavier. Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man ist zunächst doch sehr weitgehend gebunden von dieser Naturbegabung des Hofes. Jetzt gibt es eben ein zweites Glied, abgelesen jetzt vom Menschen. Das ist seine Lebensorganisation. Oder sein Lebensleib. Das ist natürlich eine große Frage. Kann man überhaupt von dem Lebensleib eines Hofes sprechen? Wo finde ich den? Wo treffe ich den an? Ist es die Pflanzendecke? Gewiss, irgendwo ja. Und doch nicht. Die Pflanzendecke ist ja nur die Offenbarung von etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1691s Lebensleib des Hofes oder Pflanzendecke und Wachstum 00:28:11] ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzendecke, ich sehe ja nur die Oberfläche, ich sehe ja nur die wachsende Pflanze, noch nicht mal die wachsende Pflanze, sondern wie die Pflanze sich in der Zeit verwandelt. Daran entwickle ich den Begriff der Entwicklung oder des Wachstums. Ich sehe das, was da wächst, das sehe ich ja gar nicht. Dann gucke ich zur Sonne hoch und sage mir, offensichtlich wächst da nur was, wenn die Sonne scheint. Je intensiver die Sonne scheint und genügend Feuchtigkeit und so weiter, dann wächst es, dann wächst es. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wächst es eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo ist da ein Übersinnliches, ein nicht in die sinnliche Erscheinung Tretendes, was dieses Wachstum hervorbringt. Das nennt man den Lebensleib, die Bildekräfte. Die sind eben nicht nur irdischer Art, sondern sind kosmischen Ursprungs. Da merkt man plötzlich, da ist eine ganz andere Wirklichkeit als die hier, wenn man nur auf das Physische schaut. Jetzt ist es aber so, dass Sie als Landwirt, als Gärtner am allermeisten gefordert sind, jetzt diesen Lebensleib zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen ein Übersinnliches gestalten, können es aber gar nicht, weil das für Sie zunächst keine Wahrnehmungssphäre ist. Aber Sie können gestalten an dem, was der Lebensleib schafft. Das sind die einzelnen Kulturen, die Sie anbauen. Die Bäume, die da auf Ihrem Gelände stehen. Das Grünland, die Gräser, die Kräuter, die da wachsen. Das ist eine ungeheure Fülle verschiedener Erscheinungsformen dieses verborgenen, Ätherisch-Lebendigen - ein Kräftekonglomerat, was da wirkt und sich schließlich in einer ganz bestimmten Pflanzengestalt äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt wird in dem Augenblick Künstler - wirklicher Künstler -, wenn es darum geht, den Lebensleib eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gestalten. Nun ist dieses Künstlertum, etwas ganz Eigenartiges, denn sie müssen erstmal alles kaputt machen - extrem gesprochen - sie müssen erst etwas, was naturhaft ist, seiner Naturhaftigkeit entkleiden. Eigentlich hat dieser Standort, wo sie ihren Hof haben früher mal ganz anders ausgesehen. Im Mittelalter waren das alles Sumpflandschaften, überwiegend in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=1867s Kultivierung; Natur in Kultur verwandeln 00:31:07] ===&lt;br /&gt;
Die Flüsse waren nicht reguliert und das Wasser stand in den Landschaften, da war kaum ein Gefälle. Norddeutschland war ganz und gar davon geprägt, aber auch hier viele, viele Gegenden. Die keltischen Namen der Dörfer und Städte hier im Umkreis gehen alle auf keltische Ausdrücke zurück, die Sümpfe beschreiben oder sich auf Sümpfe oder Sumpfgebiete beziehen. Das ist - ich möchte sagen – das, was man den Menschen heute vorwirft von ökologischer Seite, dass er, wenn er eingreift in die Natur, erstmal alles irgendwie verändern muss. Er muss Bäume fällen, wenn da ein Wald steht, er muss eine Lichtung schlagen, das haben sie im frühen Mittelalter gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dörfer sind aus Waldgebieten heraus mehr oder weniger gewachsen. Wenn man von den schwarzerdigen Gebieten, den Lössgebieten Deutschlands absieht, ist das so. Da hat man den Wald gefällt, hat eine solche Lichtung geschlagen - hier so ein Riesending - und hat angefangen zu kultivieren. Die Art, wie man angefangen hat zu kultivieren, ist wiederum ein Menschheitserbe aus vorchristlichen Hochkulturen. Was sie gemacht haben, im 8., 9. Jahrhundert oder 7. Jahrhundert, wo dieses Prinzip entstanden ist - was ich hier schildere - was sie gemacht haben, ist nur das Ganze zusammengefasst, das ganze Erbe der vorchristlichen Hochkulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Kulturpflanze, kaum eine - könnte man sagen - unter den heutigen Kulturpflanzen, ist nach dem 3. vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Alle davor. Zwischen dem 5. und 3. vorchristlichen Jahrtausend sind Kulturpflanzen entstanden und die Haustiere sind entstanden seit dem 8. vorchristlichen Jahrtausend. Das sind keine Schöpfungen von uns, da sind wir überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Wenn wir heute meinen, wir könnten züchten in der Landwirtschaft, ist das ein sehr flacher Begriff. Züchtung heißt ja heute - das Gegebene, was da ist - an Kulturpflanzen zu manipulieren oder in irgendeiner Weise zu verwandeln, Variationen herzustellen, eine neue Sorte zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine prinzipielle neue Kulturpflanze, das kriegen wir heute nicht hin. Da sind wir völlig außerstande. Das muss man sich klar machen. Wir arbeiten mit dem Kapital der Vergangenheit und variieren es im Wesentlichen. In der Haustierzüchtung ist es nicht anders. Wir müssen jetzt das Naturbiotop, was wir ursprünglich vorfinden, in ein Kulturbiotop verwandeln. Die Einseitigkeit, die wir hergestellt haben, dass wir alles hier beseitigt haben, müssen wir jetzt kompensieren, aber auf höhere Stufe gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2064s Fruchtfolge und Gartenbau 00:34:24] ===&lt;br /&gt;
Dazu ist erforderlich, dass wir, weil wir ja noch den Boden bearbeiten, dass wir da Saaten vornehmen, Wintersaaten, Frühjahrsaaten, dass wir da Ackerbau betreiben. Innerhalb des Ackerbaus und Gartenbaus müssen wir die Einseitigkeit ausgleichen, kompensieren durch eine Fruchtfolge. Die hohe Kunst der Fruchtfolge. Dass wir jetzt die Fruchtfolge so aufbauen, nicht nach Verkaufsfrüchten, die nach außen auf den Markt gehen - möchte man natürlich gerne, weil die bringen Geld -, sondern die Fruchtfolge gestalten nach der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, nach dieser Maxime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere, um den Humusgehalt der Böden auf einem bestimmten Niveau zu halten oder gar zu steigern. Ich muss versuchen, um in der Gestaltung des Lebensleibes meine Kulturen so in einer Fruchtfolge zu ordnen, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht abgebaut wird, sondern sich immer weiterentwickelt, mit meinen eigenen Maßnahmen weiterentwickelt. Ich kann jetzt nicht in Details gehen. Es geht darum - das ist auch entscheidend -, dass wir den Gartenbau, der ja sein eigenes Schicksal hat seit dem 19. Jahrhundert, wo er ausgegliedert worden ist aus der Landwirtschaft, heute wieder heimgeholt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gehört der Gartenbau als Glied, als Organ in einen solchen landwirtschaftlichen Organismus. Der muss heimgeholt werden, so möchte ich mal sagen. Der ist heute dezentralisiert und intensiv betrieben, wo in Monokultur oder gar unter Glas oder noch gesteigert in Gebäuden, wo von obersten Stockwerken die Aussaat erfolgt und unten kommt der fertige Salat raus. Das sind Entwicklungen, die man heute anstrebt. Wenn man wirklich ordnungsgemäß vorgehen will, wenn man wirklich der Natur gemäß - im höheren Sinne - handeln will, muss der Gartenbau in diesem Gesamtzusammenhang eingebettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat eine Organfunktion im Organismus. So wie die Niere oder die Leber oder der Magen, die Verdauungsorgane, was auch immer, das Herz, es sind Organe im Organismus und alle müssen zusammenwirken, ineinanderwirken, dass der Organismus lebensfähig wird. So müssen wir sehen, wie wird das Ganze lebensfähig machen. Da gehört nicht nur der Gartenbau dazu, also Feingemüse, Grobgemüse und Kräuter und Blumen, dass das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in der Landschaft ist, das kann man heute auch machen, dass man den Gartenbau in gewissem Sinne integriert in den Ackerbau mit Blühstreifen und solche Sachen, da hat man heute große Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2274s Obstbau und Vielfalt 00:37:54] ===&lt;br /&gt;
Es gehört auch der Obstbau dazu. Der muss wieder reintegriert werden auf die Höfe. Das ist ein Organ im Organismus der Landwirtschaft. Ein Hochstamm, 80-jährig oder 60-jährig da draußen, ein dicker Obstbaum mit einer Mordskrone oben, der heute überhaupt keine Bedeutung mehr wirtschaftlich, weil es viel zu teuer ist, den erstens zu schneiden und zu ernten und so weiter. Ein solcher Obstbaum beherbergt über 1000 Insektenarten. Das waren Forschungen Anfang der 50er Jahre, da hat man zum ersten Mal entdeckt, was für ein Ökosystem so ein Obstbaum alleine für sich selbst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über 1000 Insektenarten, die alle in einem Beziehungsverhältnis zueinanderstehen. Da differenziert man innerhalb dieses Kosmos, kann man fast sagen, Schädlinge und Nützlinge - furchtbare Begriffe, fürchterliche Begriffe. Das macht man einfach, spricht eben so, und wenn Sie mal so ein bisschen geschichtlich zurückschauen - das haben Sie alle selbst nicht erlebt, aber ich habe es noch erlebt - da hat man vom Volksschädling gesprochen, das war bei den Nazis der Fall, im dritten Reich. Der eine Mensch war ein Nützling und der andere war ein Schädling. So hat man sie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So behandeln wir heute unsere Insektenwelt, unsere Vogelwelt - je nachdem - unter diesen Begriffen Nützling und Schädling. Die Denkungsart ist da kein bisschen anders. Der Obstbau hat eine ungeheure ökologische Bedeutung. Jeder Baum, jeder einzelstehende Baum irgendwo in der Landschaft hat - ob es jetzt ein Obstbaum ist oder ein anderer - eine Organfunktion im Gesamthaushalt des Hofes. Genauso ist es mit der Wiesen- und Weidewirtschaft. Auch diese gehören natürlich hier rein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiesen - die spielen ja heute keine große Rolle mehr - aber die Weiden. Leider Gottes gibt es keine Wiesen mehr, sie sind ökonomisch zu teuer. Zweischürig und sehr kräuterreich. Sie geben keine große Masse, aber natürlich die beste Qualität, die man sich denken kann, Aber darauf legt man heute sowieso keinen großen Wert. Die Wiese ist verschwunden aus unseren Landschaften. Sie war früher landschaftsbeherrschend. Heute sind es die Weiden, die die Landschaften beherrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2453s Hecken und Wald 00:40:53] ===&lt;br /&gt;
Hier geht es darum, dass wir wirklich die Feuchtbiotope oder alles das, was ich vorhin schon geschildert habe, dass wir die als Grünland pflegen, als Grünland, als Organe im Organismus der Landwirtschaft betrachten. Genauso ist es mit den Hecken und dem Wald. Der Wald gehört eigentlich der Landwirtschaft. Heute sind alles Staatswaldungen oder so. Es gibt noch Bauernwälder. Im Grunde genommen ist der Wald auch ein Organ der gesamten Kulturlandschaft. Auch als Gehölze, Einzelgehölze in der Feldflur draußen auf den Weiden. So kleine Waldungen sind von größter Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die Hecken. Die Hecken, da möchte ich ein Wort dazu sagen. Es gibt Gebiete wie hier - der Dottenfelderhof oder andere Orte - wo es so gut wie keinen Wald gibt, wie in großen Bördelandschaften von Natur aus nicht. Da kann man sich durchaus damit helfen, dass man Hecken anbaut. Die Hecke ist ein Wunderwerk. Die größte Verdichtung an Insektenwelt, an Vogelwelt, an Kriechtieren findet man in den Waldsäumen, den Waldrändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wo der Wald übergeht, wo die offene Landschaft, der Acker oder die Wiese, die Weide übergeht in den Wald, dort in dem Waldrand, da findet man die höchste Verdichtung insbesondere der niederen Fauna. Sodass die Waldränder eine unglaubliche ökologische Funktion haben in der Kulturlandschaft insgesamt. Da findet man krautartige Natur im Jahreslauf. Man findet buschartige, niedere Büsche, höhere Büsche, dann mittlere Stämme, dann Hochstämme. Das baut sich so auf. Da findet man die ganze Vielfalt versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Hecke anlegen in der Landwirtschaft, dann machen Sie dasselbe. Aber doppelt, weil jede Hecke, wenn sie gut angelegt ist, diese beiden Seiten hat. Nach beiden Seiten ist ein Waldrand. Nach beiden Seiten hin korrespondiert jetzt diese Hecke mit dem umliegenden Land und schafft überall Ausgleiche, kompensiert Einseitigkeiten usw. in Bezug auf die ganze Fauna, die da in den Hecken lebt. Man hat gezählt, was in so einer guten Hecke an Tierwelt zu finden ist. Da kam man auf 3000 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2630s Kulturlandschaft, der Landwirt als Gestalter 00:43:50] ===&lt;br /&gt;
Auch das Niederwild sucht Schutz in den Hecken usw. Wenn Sie das zusammennehmen, baut der Landwirt die Kulturlandschaft, nicht der Naturschutz, nicht der Staat, nicht die Verordnung, sondern das Bild der Landschaft erfließt notwendigerweise aus diesem Prinzip. Wenn der Landwirt wirklich sein Handwerk richtig versteht, baut er die Kulturlandschaft. Er baut einen Lebenszusammenhang auf seinem Hof. Da ist nicht alles verkaufsfähig, was er da macht, sondern er ist wirklich mit einer Ganzheit befasst, die aus sich heraus produktiv wird in Bezug auf die Verkaufsfrüchte usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er muss Sorge tragen, dass das hier eine lebendige Leibesbildung ist. Dass jeder Hof seinen Lebensleib bildet. Das ist unsere Aufgabe. In der Ökologie nennt man das einen Biotop. Die Natur baut Biotope. Jetzt machen wir das Biotop kaputt. Jetzt müssen wir selber ein neues schaffen. Ein Kulturbiotop. Das ist eine künstlerische Frage. Da muss man einen Blick haben für Landschaften und merken, dass man da Maße setzt, maßvolle Zusammenhänge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gerade das, was der Mensch beitragen kann. Die Natur schafft sich ihr eigenes Maß. Im brasilianischen Urwald finden sie auf einem Hektar mindestens 100 Baumarten. Auf einem Hektar mindestens. Keine Baumart steht neben der anderen. Zuerst alle anderen. Heute ist man schon dazu gekommen zu sagen, bis zu 400 Baumarten, eine unglaubliche Vielseitigkeit. So schafft die Natur. Da ist sie uns ein Vorbild. Jetzt müssen wir sehen, wenn wir diesen Lebensleib wirklich zu einer Ganzheit entwickeln wollen, müssen wir diese Vielseitigkeit selber auch herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in maßvollen Beziehungen, die wir selber setzen. Dann wird der Hof gesund. Wenn der Lebensleib vielseitig genug gestaltet ist, dann gedeiht das Ganze des Hofes. Dann gibt es keine einseitigen Krankheitszustände, also keine großen Einbrüche oder dergleichen. Vielseitigkeit ist hier angesagt. Jetzt gibt es noch ein drittes Glied in unserem Landwirtschaftszusammenhang. Das ist der Seelenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=2811s Seelenleib und Tierwelt 00:46:51] ===&lt;br /&gt;
Für den gilt dasselbe, was ich schon hier gesagt habe. Ich kann das Seelische nicht sehen. Ich kann nur sehen, wie es sich verkörpert in den einzelnen Tierarten. Selbst das kann ich noch nicht sehen, sondern ich kann nur sehen, was die Tiere machen, was ihre Wirkungen sind, wie sie sich verhalten. Das ist ein unmittelbarer Ausdruck dessen, was hier leibgebunden sich seelisch inkarniert hat. Jetzt muss man sehen, dass der Seelenleib - das was so unsichtbar ist, aber auch wirksam, es ist eine wirksame Welt, die ist höher anzusetzen als das bloß Lebendige oder das Physische -, dass diese Welt sich wiederum genügend äußern kann in aller Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese offenbart sich natürlich für uns zunächst einmal in der Tierwelt. Es gibt auch seelische Kräftewirksamkeiten, die sich nicht im Tier offenbaren. Deren Wirkungen aber für uns beobachtbar sind, das ist zum Beispiel, wenn eine Pflanze zum Blühen kommt. Das ist immer wieder aufs Neue unfassbar. Eigentlich ist die Pflanze dazu veranlasst, immer weiter zu wachsen. Immer weiter zu wachsen. Wenn ich ordentlich Stickstoff draufknalle, dann wächst sie auch tatsächlich immer weiter. Dann wird der Blühprozess sozusagen verhindert oder jedenfalls stark gedrosselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Pflanze wächst, lebt sie ihre ureigenste Natur aus. Plötzlich werden die Blätter immer kleiner und kleiner, verschwinden zuletzt im Stängel, dann sprüht der Stängel auf, wie das am Beispiel der Schafgarbe... Nee, das habe ich noch nicht gemacht. Wie man das beobachten kann, plötzlich sprüht der Stängel auf und teilt sich auf und dann bildet sich plötzlich ein Blütenschirm oder eine Blume. Das ist ein unglaublich faszinierendes Phänomen. Weil das für die Pflanze zunächst einmal widernatürlich ist. Eigentlich will sie immer weiterwachsen. Das ist ihr Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederholung von Blatt zu Blatt immer weiter. Sie würde am liebsten bis zum Mond wachsen. Plötzlich kommt da ein Impuls von außen, nicht von innen. Beim Tier kommt er von innen. Bei der Pflanze kommt er von außen und berührt die Pflanze gerade sanft. Dann wird das Wachstum zurückgedämmt, eine Metamorphose findet statt und sie blüht in Farben, in Formen, in denen sie ihr eigenes Wesen seelisch offenbart, obwohl es gar nicht inkarniert ist wie beim Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3002s Pflanzen- und Tierwelt 00:50:02] ===&lt;br /&gt;
Das Seelische der Pflanze - deswegen hat ja der Linné, der große Systematiker des Pflanzenreiches im 18. Jahrhundert - die Pflanzen allesamt systematisch nach den Blüten geordnet, weil in der Blüte das Spezifische einer Familie, einer Gattung, einer bestimmten Pflanzenart hervortritt. In der Blüte offenbart sich die Pflanze in ihrer eigentlichen höheren Wesenheit. Aber es ist nur Bild eines Bildes. Noch nicht mal Bild, sondern es ist ein Bild eines Bildes, was ich da anschaue, wenn ich eine Blüte anschaue. Da haben wir es mit der Astralität zu tun, mit Seelenkräften, die mit dem Sonnenlicht - da ist die Sonne sehr unmittelbar daran beteiligt - einströmen. In dem Sonnenlicht leben die Bildekräfte, die die Pflanze wachsen lassen, und es leben jene Kräfte, die sie ersterben lassen, in die Form, in die äußere Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich jetzt beschränken auf die Tierwelt. Wenn wir jetzt die Bedeutung der Tierwelt betrachten - in Bezug auf unseren Hof, den Hoforganismus - müssen wir da zwei große Bereiche unterscheiden. Das eine ist die Wildfauna. Die Wildfauna, das heißt alles das, was man heute nicht als Nutztier bezeichnet, was einfach da ist, oder auch nicht da ist. Was von Natur aus sich da einfindet, das ist die Wildfauna, das andere ist die Haustierfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Die möchte ich kurz charakterisieren. Schauen wir zunächst mal die Wildfauna an. Davon möchte ich jetzt mal absehen, von den Säugetieren innerhalb der Wildfauna, zum Beispiel den Hirsch, das Reh oder den Hasen. Was da so kreucht und fleucht auf unseren Höfen, ist ja wunderbar, wenn die da sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Was hatten wir hier früher Hasen auf dem Hof! Heute muss man lange, suchen, bis man einen findet. Was hatten wir hier Rehe auf dem Hof!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz bieten wir genügend an, auch Futter bieten wir genügend an. Aber diese Straße da oben, sie ist eine Todesfalle. Alles, was übrig ist, ist umbaut und da ist der Fluss. Plötzlich sind wir eine fast säugetierfreie Fauna geworden, hier innerhalb dieser ganzen städtischen Umgebung. Das ist ein Jammer. Kaninchen haben wir noch, Füchse haben wir noch. Lauter solche Sachen sind schon noch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wildfauna Gruppen 00:53:30] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3210s Wirbellose und Regenwürmer 00:53:30] ====&lt;br /&gt;
Davon abgesehen, möchte ich vier Gruppen einer Wildfauna nennen, die gerade unter der Pflege des Landwirts stehen sollten. Wie eben die gesamte Fauna. Wenn wir Hasen oder sonstiges Wild auf dem Hof haben, müssen wir Hege und Pflege betreiben. Das ist heute ein Begriff, der fast nahezu aus der Jagdwissenschaft verschwunden ist. Hege und Pflege. Wir können nicht einfach sich selbst überlassen, sondern müssen da eingreifen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt. Diese vier Gruppen einer Wildfauna, die haben eine unendliche Bedeutung und bringen äußerlich gesehen so gut wie überhaupt keinen Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bringen einen überirdischen Nutzen von unendlicher Bedeutung, wenn man das Ganze ins Auge fasst. Da gibt es eine Gruppe, das sind die Wirbellosen. Das sind die, die in der Evolution eine sehr frühe Stufe bewahrt haben bis zum heutigen Tag. Die gehen bis zu den Amphibien, also Fröschen, Kröten und so. Sie fangen gerade an ein Skelett auszubilden. Die Frösche haben ein Skelett, aber zunächst haben sie keines. Zunächst sind sie Kaulquappen, die im Wasser schwimmen wie ein Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganze wirbellose Tierwelt findet in unserer Landwirtschaft einen besonderen Repräsentanten. Es gibt viele Repräsentanten, aber einen ganz besonderen, herausragenden. Das ist der Regenwurm, der Tauwurm, der Lumbricus terrestris, wie wir sie auf den Äckern haben. Der Tauwurm, der bis zu dieser Länge (35cm) werden kann. Es gibt natürlich die Kompostwürmer, das sind diese roten, kurzen und vielleicht so lang (5 cm). Das sind unterschiedliche Wurmarten, aber nehmen wir mal den Lumbricus terrestris. Also der Tauwurm, wie wir ihn draußen im Boden finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Wunder für sich, was der Wurm macht. Ich kann mich jetzt darüber nicht länger auslassen, ich kann nur so viel sagen: dass der sich nicht mit dem anorganischen Toten, aber mit dem Absterbenden im Boden beschäftigt. Alles, was abstirbt an Pflanzensubstanz, nicht die frische. Er frisst keine frische Pflanzensubstanz. Es gibt Ausnahmen, die ich beobachtet habe, aber das ist eigentlich nicht der Fall, sondern nur abgestorbene Substanz, die er innerlich in seiner Darmpassage verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3395s Regenwurm und Fische 00:56:35] ====&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da müsste man länger darüber reden, das würde eine ganze Vormittagsstunde dauern, wenn man das im Detail verfolgt, was das für ein weisheitsvoller Vorgang ist, der sich da abspielt mit dem Regenwurm. Er frisst nicht nur Pflanzensubstanz, sondern frisst auch Tonmineralien und Feinsand. Das braucht er für seine Verdauung, für den Magen, mit Feinsand und Grobsand. Das alles wird zermahlen in seinen Magen. Er sorgt sogar dafür durch Kalkausscheidungen, den Säuregehalt seiner Nahrung zu neutralisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass der Regenwurm-Code immer ungefähr pH 7 hat, wenn auch alles andere noch unter pH 7 ist - der Säuregrad ist damit gemeint - bei pH 6 oder 6,5 liegt, dann neutralisiert der Regenwurm pH 7. Er holt von unten nach oben die Erde herauf - entgegen der Schwere - aus seinen langen Röhren - die im Löss bis zu 7 Meter Tiefe gehen können - holt er das Material hoch und lagert es oben ab, bis zu 100 Tonnen pro Jahr pro Hektar. Er verjüngt unsere Böden von Jahr zu Jahr. Wir merken es nicht. Beim Ackerbau merkt man es. Im Grünland bemerkt man es sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum in den alten Kulturstätten der Menschheit - im griechischen Tempel oder irgendwo sonst in Sizilien oder wo auch immer so Altertümer rumliegen - warum die halb überwachsen sind, warum man sie eigentlich ausgraben muss. Das hängt mit dem Regenwurmleben zusammen. Die Regenwürmer bauen jedes Jahr die Erde durch ihre Ausscheidungen auf, dafür sinken die Steine. Gerade in kalkreichen Gebieten ist das besonders deutlich zu sehen, und das trifft für den ganzen mediterranen Raum zu. Der Regenwurm, der ist ein Plastiker des Erdig-festen, der plastiziert den Boden. Der schafft Hohlräume, durch die der Boden umso intensiver atmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden atmet wie Mensch und Tier, er atmet CO2 aus und Sauerstoff ein. Der Regenwurm sorgt aktiv dafür, wenn er sich senkrecht im Boden hochbewegt: In seiner Röhre pumpt er das Kohlendioxid, was schwerer ist als Luft, aus dem Boden heraus. Wenn er runter saust in seiner Röhre ziehen die Regenwürmer die Sauerstoff-Außenluft wieder in den Boden ein. Er fördert aktiv die Bodenatmung usw. Es sei nur angedeutet, hier haben wir es mit einem Reich zu tun, und der Regenwurm ist nur Repräsentant von vielen, vielen anderen Arten, auch Insektenlarven und was da an Larven im Boden leben. Alle haben diese Tendenz, in ihrem Larvenstadium so zu wirken, ähnlich wie der Regenwurm. So, das ist die eine Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Gruppe sind die Fische. Man fragt sich wirklich, was haben die Fische eigentlich für eine Bedeutung? Außer, wenn sie auf dem Teller liegen, schön zubereitet. Die Fische haben eine unglaubliche Organfunktion im gesamten Haushalt der Landwirtschaft, weil sie dem Wesen nach die Plastiker des Flüssigen sind. Zu jedem Hof gehört irgendein Teich oder zumindest ein Bachlauf, wo man wirklich dafür sorgt, dass da Forellen drin sind, wenn es ein sauberes Wasser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3642s Fische und Vögel 01:00:42] ====&lt;br /&gt;
Oder er grenzt an einen See oder, wie hier, an einen Fluss, dass man sein Augenmerk lenkt auf das Reich der Fische, deren Dasein eine Organfunktion der gesamten umgebenden Landschaft bedeutet, dadurch, dass sie das Wasser tatsächlich durch ihre Bewegung plastizieren. Wenn Sie mal an einen Schwarzwaldbach herantreten, da kann man das beobachten und sehen, wie die Forellen da drin rumhuschen. Man sieht fast immer nur so einen Schatten, der sich durch das Wasser bewegt. Keine Welle, kein Nichts oben zu sehen. Da bewegt sich doch ein ziemlich großer Körper mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das Wasser hindurch und verbirgt sich dann schnell irgendwo am Ufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder aber, die Forellen stehen vollkommen ruhig - wedeln nur ein bisschen mit der Schwanzflosse - gegen die Strömung und lassen das strömende Wasser an ihrer Schuppenoberfläche vorbei gleiten. Alles, was auch immer in Bewegung ist an einem Festen entlang, erzeugt Wärme. Das ist ein Wärmephänomen. Die Forelle steht gegen die Strömung, lässt die Strömung an sich entlanggleiten, hält sich ganz ruhig und da empfindet sie jetzt durch das strömende Wasser an ihrer Oberfläche eine Wärmestimmung, eine Lichtstimmung. Die Sonne strahlt ja auch ein in das Wasser. Da merkt man, dass das ein Organ, ein Element ist, auf das wir gar nicht verzichten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte jetzt nicht im Detail au die Elementarwesen zu sprechen kommen, die nämlich mit diesen hier genannten vier Gruppen zusammenhängen. Das würde zu weit führen, das würde vielleicht irritieren. Die Fische sind Plastiker des Wässrigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es eine dritte Gruppierung, das sind die Vögel. Die Vögel, die durchschwirren und plastizieren die Luft, das Element der Luft. Sie sind die großen Plastiker der Luft. Wenn Sie hier auf dem Hof oder auch wo immer Sie sind möglicherweise, da sind Schwalben über den Sommer, vom Frühjahr bis zum Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt beobachten Sie mal die Schwalben, was sie eigentlich machen. Oder die Mauersegler. Den ganzen Tag, solange sie draußen gucken können, fliegen sie durch die Luft. Die Mauersegler machen unglaubliche Lemniskaten in ihren Flügen so durch die Luft. Sie plastizieren förmlich durch ihren Flug und durch die Strömungen, die sie dann erzeugen, das Element der Luft. Und jeder Vogel anders. Der Vogel - durch seine Tätigkeit - plastiziert er und bewirkt etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=3848s Vögel und Insekten 01:04:08] ====&lt;br /&gt;
Für uns sind die Auswirkungen fast nicht wahrnehmbar. Aber man merkt, wenn man einen Hof hat - ich habe das am [[Dottenfelderhof]] hier beobachtet -, dass sich allmählich eine Art Vogelglocke über dem Hof entwickelt. Viele Ornithologen kamen auf den Dottenfelderhof, weil man hier Vögel sieht, die man sonst nicht mehr sieht. Also eine reichhaltige, artenreiche Vogelwelt durch das Vorhandensein von Hecken, von Obstbäumen. Sie brauchen ja immer Bäume, wo sie zielvoll hinfliegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen Beziehungszusammenhänge zwischen Pflanzennatur und Baumnatur und den Vögeln, die da hineinfliegen in das Innere des Baumes, dort ihre Nistplätze haben und herausfliegen in die Landschaft und so das ganze Element, über das Luftelement, alles miteinander verweben. Das ist ein atmosphärisches Element, was zur Gesundheit einer Landwirtschaft beiträgt. Zuletzt haben wir noch die Insektenwelt. Das ist natürlich die artenreichste Klasse überhaupt im Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insekten, viele, viele Arten, die wir überhaupt nie sehen. Nicht nur, weil sie im Boden leben, sondern weil sie so klein sind, dass sie in der Luft oder auch erst spätabends deutlich in Erscheinung treten, wenn die Sonne untergeht oder morgens früh oder eben am helllichten Tag. Es sind ganz unterschiedliche Lebensbedingungen, die sie aufsuchen. Diese Insektenwelt kann man am besten studieren, wenn man die Bienen studiert. Die Biene neben dem Seitenspinner ist das einzige Haustier so richtig aus der Insektenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man ja sehen, was die Insekten so machen. Jede Insektenart trägt irgendwo einen Tätigkeitssplitter bei zum Ganzen. Die Insekten bestäuben natürlich am deutlichsten. Da gehören die Bienen dazu, indem sie ihren Rüssel hineinsenken in den Boden der Blüte und da an den Nektarien saugen, dann tun sie mit ihren hinteren Beinchen, wo die Pollen daran hängen, tun sie gleichzeitig die Narbe bestäuben an der Pflanze. Das ist ein Vorgang, wo man merkt, dass in der Natur alles auf Beziehungen beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4024s Beziehungen und Haustiere, die Gegenseitigkeit in der Natur 01:07:04] ===&lt;br /&gt;
Alles steht in einem Beziehungsgeflecht. Das eine steht im Dienst des anderen. Es ist nicht so, wie Darwin gesagt hat, der Stärkste gewinnt in der Evolution, sondern alles beruht auf Gegenseitigkeit. Das eine ist für das andere da. Nicht das eine dient mir, dass ich es auffresse, wie die Laus als Blutsauger, sondern das eine steht jeweils im Dienste des anderen, genau umgekehrt. Die Insektenwelt plastiziert die Wärme. Die Insekten sind Wärmewesen. Allein schon daran erkenntlich, dass sie die Eier mitten in die Sonne legen. Die Sonne brütet die Eier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wärme ist ihr ur-eigentliches Lebenselement, obwohl die Insekten sowohl im Festen, im Boden zu finden sind, als auch in der Luft, als auch im Wasser und in der Luft. Überall sind Insekten, aber das eigentliche Element ist die Wärme. Daran kann man erkennen, dieses Prinzip der Wärme, dass sie alles durchstrahlt, alles durchwirkt und so den Insekten die Möglichkeit bietet, in der Erde, im Wasser, in der Luft zu leben. Diese Welt müssen wir im Bewusstsein haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landwirt hat die Aufgabe, sein Beobachtungsvermögen für diese Welt zu schärfen und sich diesen Beziehungen, die sich da im Stillen abspielen, bewusst zu werden. Seine Handlungen entsprechend darauf einstellen, dass er hier eine Hecke pflanzt oder dort einen einzelstehenden Baum oder sonst was da irgendwo in die Landschaft pflanzt, um den jeweiligen jetzt dort gerne sich ansiedelnden Insekten oder Vögeln eine Heimstatt zu gewähren. So ist es mit dem Boden in Bezug auf die Regenwürmer und allem Übrige. Das möchte ich kurz erwähnt haben, dass wir nicht nur Haustiere halten, zu unseren Nutzen, sondern dass wir auch eine Wildfauna halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Begriff des Haltens - Halt bedeutet sehr viel. Ich halte etwas im Bewusstsein und aus diesem Halten gestalte ich etwas, dass es draußen in diesem Lebenszusammenhang sich halten kann. Verstehen Sie, was ich damit meine? Ich halte es hier in mir in einem Bild - der ganze Zusammenhang ist mir gegenwärtig - und gleichzeitig sorge ich durch manche Maßnahmen dafür, dass es sich da draußen in der Natur selber halten kann. So, aber jetzt noch ein Wort zu den Haustieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4236s Haustiere und Dünger, und die Bedeutung 01:10:36] ===&lt;br /&gt;
Ich muss mir eine kleine Stärkung einverleiben. Nun könnte man jedes einzelne Haustier in seiner Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang des landwirtschaftlichen Organismus schildern. Das würde hier bei Weitem zu weit führen. Gerade an den Haustieren kann man deren Bedeutung für das Ganze, des Hofes studieren, und zwar durch das, was sie sind und was sie tun. Die meisten unserer Haustiere haben zunächst ganz zentral die Bedeutung, dass sie den Dünger liefern für den Hof, für den Organismus, für den Boden. Jedes einzelne dieser Haustiere trägt in dieser Hinsicht jeweils etwas ganz Spezifisches bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bezeichnen wir im engeren Sinne als den Dünger. Man spricht zwar heute von Gründüngung in der Landwirtschaft, wenn man Pflanzen unterpflügt, aber das ist keine Düngung in diesem Sinne. Der Begriff der Düngung bezieht sich immer auf die Tiere, auf die Ausscheidungen von der Stufe des Seelischen über das Lebendige bis ins Physische. Das ist der eigentliche Dünger. Unter diesem Gesichtspunkt hat jede Tierart eine Erzeugung eines spezifischen Düngers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4352s Das Pferd, die Bewegung, der Pferdedünger 01:12:32] ====&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich ein Pferd an, arbeiten Sie mit dem Pferd oder reiten Sie auf dem Pferd und beschäftigen Sie sich mit so einem tollen Tier, dann werden Sie bemerken, dass das Pferd ein Wesen ist, das zweifellos beseelt ist. Es reagiert ganz verschieden auf die Art, wie Sie ihm begegnen. Entweder schlägt es hinten aus mit einem Huf oder schüttelt den Kopf oder macht sonst eine Bewegung. Man kann nicht voraussagen, wie ein Tier reagiert auf irgendeine Handlungsweise von mir selbst. Daran kann man erkennen, dass da ein Seelisches wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier wird sich einer bestimmten Sache bewusst, es schreckt vielleicht auf und handelt dann entsprechend. Das Pferd ist ein Wesen, das charakterisiert ist, dass es sich gerne bewegt. Seine ganze Natur ist eigentlich Bewegung. Wenn Sie ein Pferd auf die Weide lassen im Frühjahr oder ausspannen, wenn Sie von der Feldarbeit kommen und sich frei bewegen dürfen, geht es richtig los. Entweder im gemächlichen Schritt, im Trapp oder tatsächlich im Galopp. Querbeet, dass hinten die Fetzen fliegen aus den Hufen und schmeißt ein Stück Grasnarbe hinter sich. Da ist Vehemenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pferd ist ein Bewegungstier, durch und durch und erlebt sich in der Bewegung. Die Bewegungen sind schön und edel. Die edelsten Bewegungen, die wir im Säugetierreich haben, finden wir bei den Pferden. Unglaublicher Adel, der sich da äußert in der Art, wie die Pferde jetzt ihren doch ziemlich großen, massigen Körper durch die Welt bewegen. Eine unglaubliche Harmonie ist in diesen Bewegungen drin. Da stimmt alles zusammen. Da muss man sagen, das ist jetzt ein Ausdruck ihres Seelischen. Ein Ausdruck ihres Seelischen ist diese Art von sich so oder so zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie jetzt sehen, was fressen diese Pferde, es sind auch Pflanzenfresser, aber keine Wiederkäuer. Sie haben einen spezifischen Verdauungsgang, der sehr seltsam ist, weil er nämlich sehr kurz, beziehungsweise sehr klein ist. Kleiner Magen, relativ kleiner Magen. Sie müssen deswegen bis zu 16 Stunden am Tag fressen. Die Pferde fressen mit am längsten am Tag im Vergleich z.B. zu den Kühen, weil der Verdauungsprozess ständig unterhalten werden muss. Dazu diese Bewegung nach außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erzeugen über diesen - vor allen Dingen durch die Endverdauung im Blinddarm, im Riesenblinddarm, einem Sack - Enddarm einen Dünger, der sehr rohfaserreich und sehr stückstoffreich ist, also ammoniakhaltig ist. Man riecht den ätzlichen Geruch vom Pferdemist, der sehr hitzig ist. Das ist ein hitziger Dünger. Ich habe gesagt, man muss das Pferd anschauen in seinen Bewegungen, um zu verstehen, dass dieser Dünger hitzig ist. Dass dieser Dünger als Dünger unglaublich scharf und wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn früher ins Frühbeet genommen, den Pferdedünger, und dann Erde darauf gepackt und die Frühjahrspflanzen schon im Februar rausgesät. Das war so gut wie ein Gewächshaus. Die Wärme hat die Pflanzen aus der Erde getrieben und das war Wärme aus dem Pferdemist. Ein hitziger Dünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4617s Das Schwein und sein Dünger 01:16:57] ====&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Schweinemist nehmen, da haben Sie ein Tier, das ein Allesfresser ist. Omnivore. Die Schweine scheuen vor nichts zurück. Die heben nicht wie das Pferd den Kopf übers Rückgrat wodurch sie heller in ihrem Bewusstsein sind, sondern sie halten den Kopf runter und wühlen mit ihrer Schnauze die Erde durch. Das ist ein wühlendes Tier, das erlebt sich da, die Erde durchzupflügen und nach irgendwelchen Larven oder sowas zu suchen. Dieses Schwein ist auch erstaunlich lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ahnt man gar nicht mehr, wie lebendig die Schweine sein können, also schnell beweglich. Bei den heutigen Züchtungen können Sie das kaum noch erklären, nur bei den Ferkeln. Wenn die Ferkel geboren werden, dann haben die immer noch diese unglaubliche Schnelle. So zack, zack. Es gibt eine Geschichte, die ist angeblich verbürgt. Da hat der dolle Blomberg, das war im Ruhrgebiet einer, der alle möglichen Sachen gedreht hat. Der hatte mit einem Grafen, einem Rennstallbesitzer, eine Wette abgeschlossen, ob seine Rennpferde schneller sind als seine Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rennstallbesitzer sagt, selbstverständlich, das ist gar kein Problem. Die Wette habe ich schon gewonnen. Da hat der dolle Blomberg dem Grafen gesagt: ja, ja, gib mir mal vier Wochen Zeit.“ „Na ja, die kannst du gerne haben, machen wir in vier Wochen.“ Was hat der Blomberg gemacht? Der hatte Schweine - das war das deutsche Edellandschwein - nicht die heutigen Züchtungen. Das war noch ein Weideschwein. Er hat jeden Tag den Futtertrog ein bisschen weiter von der Startstelle ausgerückt. Und so vier Wochen lang, immer weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Tag mussten die Schweine ein Stück weiter laufen bis zum Futtertrog hin. Nach vier Wochen stand er an der Enddistanz. Dann ging das große Rennen los. Tatsächlich, die Schweine können ja rennen, man hält das nicht für möglich. Man sieht die Beinchen nicht mehr. Die stürmen los zu ihrem Futtertrog und haben die Rennpferde abgehängt. Die haben gewonnen. Das können die Schweine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Sie kennen doch das Wort Schweinsgalopp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie bitte? Schweinsgalopp. Schweinsgalopp? Schweinsgalopp, nein das kenne ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=4797s Schweine, Hühner und Rinder 01:19:57] ====&lt;br /&gt;
Die Wildschweine haben heute noch in den Wäldern ein unglaubliches Bewegungsgebiet, wo sie sich über Nacht 40 Kilometer weit durch die Wälder schlagen. Das Schwein hat einerseits diese Bewegungsfähigkeit, andererseits ist es ein Tier, was ständig verdaut und hat die Tendenz, diese Energie, die da frei wird, in die Leibesbildung in sich aufzunehmen, also fett zu werden, Muskulatur anzusetzen und so weiter. Dieses Schwein als Omnivore verdaut nun so stark für das, was es tut, dass es sehr viel von der Nahrung verbraucht für sich selbst. Das ist wie bei einem Hund. Hundemist, da rümpft man die Nase. Beim Schweinemist - je nachdem, wie die Schweine gefüttert werden - rümpft man auch die Nase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute vielfach eine Verpestung der Landschaften bei den großen Schweinehaltungen. Das hängt damit zusammen, dass die Schweine viel mehr von den aufgenommenen Nährstoffen für sich selbst beanspruchen, für ihr ganzes intensives Leben. Schweine sind intensiv, sie haben ganz wache Augen. Wenn sie mal die Ohren so ein bisschen nach hinten schlagen, und gucken mal wirklich in die Augen, die gucken Sie an. Zwar nicht mit beiden Augen, aber mit einem. Die sind blau vielfach, blau gefärbt und haben einen ganz deutlichen Blick, ganz gezielt. Das ist ein sehr, sehr waches Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute ein Dünger, den man nicht gerne ganz allein als Dünger in der Landwirtschaft einsetzt, sondern als Untermischung mit allen übrigen. Der Schweinedünger wurde bezeichnet als der kalte Dünger im Verhältnis zum Pferdedünger. Der kalte Dünger, der insbesondere gerne auf Sandböden eingesetzt wird. Dann gibt es den Hühnerdünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:]   Was ist die Erklärung vielleicht für einen kalten Dünger?  Die Erklärung für einen kalten Dünger, gibt es da irgendwie einen Ansatz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Er erhitzt sich nicht so leicht wie der Pferdedünger. Der Stickstoff liegt da in anderen Verbänden. Das Schwein hat das Eiweiß, hat da alles rausgeholt, was da an Stickstoff ist, und für sich verbraucht. Daher setzt es ja Eiweiß an, in Form von Fleisch und so weiter. Der Schweinedünger hat zwar noch einen gewissen Stickstoffgehalt von 0,4%, wie auch der Kuhmist, aber da spielen sich zunächst keine Umsetzungen nachträglich ab, die erwärmend wirken. Also die Mikrobentätigkeit ist zunächst sehr zögerlich und daher eben kalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5005s Hühnerdünger und Vögel 01:23:25] ====&lt;br /&gt;
Jetzt der Hühnerdünger: Das Huhn ist wiederum ein Vogel, ein Laufvogel. Das Eigenartige bei allen Haustieren ist, dass - ob sie nun Tiere sind wie die Vögel, nämlich Kopftiere … Wenn Sie einen Vogel angucken, einen Adler, einen Bussard oder eine Meise, so werden Sie sehen, dass der Stoffwechselteil dieses Vogels sehr unterbelichtet, sehr unterentwickelt ist. Die Vögel verdauen rasend schnell und sehr schlecht, sodass die Ausscheidungen der Hühner vielfach so reichhaltig sind als Nährstoffe, dass man den Hühnerdünger trocknet und den Rindern zum Fressen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das machen die Amerikaner, das machen die Israelis in den großen Massentierhaltungen. Die füttern als Teil, da kommt noch ein Luzernehäute dazu oder so, aber im Wesentlichen eben auch Hühnermist, weil der so nährstoffreich ist. Das ist natürlich die letzte Verrücktheit, sowas zu machen, aber so ist es eben. Die Vögel verdauen rasend schnell. Im Grunde genommen ist der Vogel seiner Natur nach, ein reiner Kopf. Schauen Sie sich einen Vogel an, da setzt sich der Kopf im übrigen Organismus fort, schließt sich ab, alles zusammengedrängt. Das Skelett vom Vogel ist verwachsen, das Brustbein mit den Rippen, mit dem Rückgrat, alles ist zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktisch wie ein Kopf. Wenn Sie in die Augen eines Huhns oder eines Vogels schauen, dann werden Sie sehen, dass Ihnen da etwas begegnet, was Furcht erzeugen kann. Haben Sie mal einem Raubvogel in die Augen geguckt? Ein unglaublich stechender Blick. Also wirklich, da sind Sie selber schon fast Beute. Das sind reine Nervensinnestiere, die Vögel. Und jetzt durch die Haustierwerdung hat man den Vogel zu einem stoffwechselaktiven Tier gemacht. Das, was sonst in die Nervensinnesorganisation geht, hat man jetzt aufgebläht, in den Stoffwechselpol, durch entsprechende Fütterung, sodass ein heutiges Legehuhn, eine heutige Hybridzüchtung auf 220 bis 260 Eier pro Tier in einem Jahr kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wahnsinnige Stoffwechselleistung. Das widerspricht dem Vogel in dieser Weise. Der Mist, der dann entsteht - darauf wollte ich noch kurz zu sprechen kommen - ist praktisch fast ein halber Mineraldünger. Hoch stickstoffhaltig bis zu 10%, er hat auch noch relativ hohen Phosphorsäuregehalt, geringeren Kaligehalt, ist ein Dünger, bei dem die Endstoffe so mineralisiert sind, dass sie tatsächlich so zügig und unmittelbar wirken wie irgendein leichtlöslicher Mineraldünger. Deswegen muss der Hühnerdünger eingemischt werden, in die üblichen Dünger, die auf dem Hof anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5233s Ziegen, Schafe und Rinder und spezifischer Dünger 01:27:13] ====&lt;br /&gt;
Sie sehen, alle unsere Haustiere erzeugen gemäß dem, was sie selber sind, einen ganz spezifischen Dünger. So ist es mit den Schafen, so ist es mit den Ziegen. Man kann das schon äußerlich daran sehen und studieren, dass immer, wenn ein Tier den Kopf über dem Rückgrat hält, … die Ziege zum Beispiel, die Ziege ist fast wie ein Reh, das äugt so. Die Ziege ist ganz in den Augen der Umgebung, wie die Gämse. Während das Schaf, hängt den Kopf runter, die Ohren klappen über die Augen und sind ganz da unten und grasen da in aller Ruhe und Gemächlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ziege springt von einem zum anderen, kaum dass sie da ein Blättchen erwischt hat, ist schon interessiert woanders sich ein anderes Blättchen zu holen. Also ständige Bewegung im Fressen und der Kopf ist über dem Rückgrat. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen, dass der Nervensinnespol viel stärker ausgebildet ist bei diesen Tieren als der Stoffwechselpol. Der Nervensinnespol bedeutet Wachheit, während wenn der Kopf unter dem Niveau des Rückgrats ist, dann entsteht so etwas wie eine Art Dumpfheit des Bewusstseins, mehr ein träumendes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das prägt die Düngerqualität. Der Ziegendünger ist sehr viel mehr ein Dünger, der die Pflanzen zum Blühen bringt. Während der Schafsdünger mehr ein Dünger ist, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5402s Das Rind als König 01:30:02] ====&lt;br /&gt;
Unter den Wiederkäuern ist das Bedeutsamste aller Haustiere - die Königin oder der König aller Haustiere - das ist das Rind. Das Rind ist evolutiv ein großes Rätsel. Man kann heute sagen, wann ungefähr die Pferde zum ersten Mal in Erscheinung getreten sind. Im früheren Tertiär, zum Beispiel im Eozän, das ist eine geologische Angelegenheit. Sehr früh waren die Urpferde da, die waren so groß, die Urpferdchen. Das hat man hier gefunden bei Darmstadt, in der Grube Messel hat man die wirklich gefunden, diese Urpferdchen, also sehr alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben durch das ganze Tertiär eine Entwicklung genommen, dass sie erst im oberen Miozän langsam zu der Größe herangewachsen waren, wie heute die Pferde sind. Das Rind war damals noch überhaupt nicht da. Die ganze Entwicklung der Mammalia, der Säugetiere, die hat sich eigentlich entwickelt. Ganz zuletzt kommen die Wiederkäuer und als allerletztes das Rind. Und zwar im Übergang vom Tertiaire in die Eiszeiten, die frühen Eiszeiten, da taucht das Rind und taucht der Mensch auf. Der Mensch war schon immer da, wie auch das Rind immer da war, nur dass es jetzt erst in die physische Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5508s Die Heiligkeit des Rindes 01:31:48] ====&lt;br /&gt;
Das ist ein Urphänomen der Evolution, dass die Rinder - die Wiederkäuer generell, aber insbesondere die Rinder - die Spätlinge der Evolution sind. Das andere Phänomen ist, dass das Rind zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, soweit man das überhaupt überschauen kann, ein heiliges Tier war. Es war das Opfertier schlechthin und zwar seit frühesten Zeiten. Man kennt es heute noch bei den Hindus in Indien, dass das Rind gleichsam ein Anrecht auf das Dasein hat wie der Mensch. Wenn es irgendwo rumläuft auf der Straße, dann läuft es da rum, dann scheucht es niemand weg, auch auf der Autobahn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fahren alle außen rum und wehe, wehe, ein Mensch fährt ein Rind an. Das heißt, das Rind per se ist heilig. Wenn Sie die Mythologien der Völker in dieser Hinsicht durchforsten - zum Beispiel die ganze ägyptische Mythologie - dann spielt gerade in dieser Zeit, die ja unter dem Sternenbild des Stiers stand - die ganze ägyptische Kultur - erscheint das Rind sozusagen göttlich. Die Himmelsgöttin - Hathor, hieß die bei den Ägyptern - wurde dargestellt als Kuh mit nach oben geschwungenen Hörnern und zwischen diesen Hörnern war die Sonnenscheibe. Die Hörner umschlossen gleichsam die Sonnenscheibe, golden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet man gerade in diesen älteren Mythologien der Völker eine ungeheure Nähe des Menschen zum Rind oder des Rindes zum Menschen. Die Hirtenvölker, die ja ihren Repräsentanten Abel haben - Altes Testament, der Abel war ein Hirte und er ist der Repräsentant der Hirtenvölker. Die Hirtenvölker haben sich im Wesentlichen mit dem Rind abgegeben, natürlich auch mit Schaf und Ziege, aber im Wesentlichen mit dem Rind, seit Urururzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ackerbauvölker, das waren ganz andere, die haben sich nicht mit dem Rind abgegeben, die haben sich mit der Pflanze abgegeben. Man sieht daran, dass das Rind eine ganz eigene Evolution hat in Menschennähe. Seine Haustierwerdung ist natürlich verbunden mit der Sesshaftigkeit. Es war schon immer Herdentier unter den Hirtenvölkern, seit Urururzeiten. Aber dass es Haustier geworden ist, das bedeutet, dass der Mensch sesshaft wird. Das war eben im 8. bis 5. Jahrtausend v. Chr. der Fall, im urpersischen Übergang von der urindischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird die Menschheit immer mehr sesshaft und hält jetzt das Tier. Man hält das Tier. Es ist nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern man hält das Tier. Man hält es bei sich, möglicherweise unter einem Dach, wie bei den Kelten und Germanen, aber die Menschheit hält das Tier. Dieses Rind - das kann man heute noch der Kuh ansehen, obwohl sie so verzüchtet ist, in vieler Hinsicht - ist ein Haustier, was absolut abhängig ist vom Menschen, dass man es gar nicht verantworten kann, es irgendwie in die freie Wildbahn zu entlassen, es ist nicht lebensfähig in freier Wildbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5761s Das Rind als Haustier 01:36:01] ====&lt;br /&gt;
Es ist wirklich in viel höherem Grade als jedes andere Haustier - möglicherweise noch der Hund - abhängig von Menschen. Der Mensch entscheidet über seine Geburt und der Mensch entscheidet über den Tod. Bei allen Haustieren natürlich, aber da ist es ganz besonders. Das hängt mit dieser ganzen Opferungsfrage zusammen, in der früheren Zeit, dass man dem Tier - eben ganz bewusst, um den Göttern zu opfern - das heißt, dem zu opfern, zu dem diese Tiere eine besondere Beziehung hatten, daher die Göttin Hathor, Himmelsgöttin. Man hat noch im Tier etwas erlebt von seinem eigentlichen geistigen Ursprung, wo die Tiere eigentlich beheimatet sind, übersinnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kuh halten wir in unseren Höfen als die eigentlichen Zentralorgane, gleichsam als die Herzen unserer ganzen Landwirtschaft. Das waren sie schon immer gewesen - zumindest seit es Sesshaftigkeit gibt - dass das Rind das eigentliche Herz gewesen ist, in einem landwirtschaftlichen Zusammenhang. Wenn man das Rind betrachtet, in seiner Funktion, in dem, was es tut, dann bemerkt man, dass es ja der zentrale Pflanzenfresser ist. Ungeheure Massen, die da verschwinden in diesem Rind, in diesem Riesenpansen. Acht Stunden am Tag frisst das Rind, und acht Stunden am Tag verdaut das Rind, was sie da in dem Pansen aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie rausgehen auf die Weide und verfolgen auf einem Hof eine gute Rinderherde - eine gute Rinderherde heißt, dass alle Tiere ungefähr dasselbe machen. Die heutigen Herden sind nicht mehr gute Herden, weil sie meistens von Auktionen zugekaufte Tiere sind, oder künstlich besamt von irgendwelchen Bullen von irgendwoher in der Welt. Wenn man wirklich eine Herde aufbaut - züchtet auf einem Hof, aus den Blutlinien der Mitte heraus, mit ab und zu Zukauf eines Bullen aus der Region, dann baut sich ein Herdenorganismus auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wichtige, dass man einen Herdenorganismus hat, dass die Tiere, die zu einer Herde zusammengefasst sind, alle in etwa zur selben Zeit dasselbe tun. Wenn Sie so eine Herde begleiten, raus auf die Weide - das Leittier vorneweg - dann ordnet sich das so hintereinander, ziehen einreihig erstmal über ihren Weg bis zur Weide, verteilen sie sich und fangen an zu fressen. Anschließend ziehen praktisch alle Tiere in eine bestimmte Richtung, und dann plötzlich in diese Richtung und wieder in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=5977s Das Fressverhalten der Rinder 01:39:37] ====&lt;br /&gt;
Die Tendenz ist da, dass die Tiere mehr oder weniger immer dasselbe tun, fressen, fressen, fressen, relativ rasch reißen sie, rupfen sie das Futter ab, sie beißen es ja nicht ab. Beißen können sie gar nicht richtig, weil sie im Oberkiefer keine Zähne haben, nur im Unterkiefer - drücken Kiefer aufeinander, und rupfen sie das Gras ab - also relativ schnell alle zusammen - plötzlich haben sie genug gefressen, dann gehen sie zur Tränke, eine nach der anderen. So ist da ein ganz bestimmter Herdenrhythmus, das macht eine gute Herde aus, dass da ein eigener Herdenrhythmus waltet. Darauf muss man sein Augenmerk lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kühe fressen relativ rasch im Vorwärtsschreiten. Sie laufen über die Weide. Da trampeln sie viel nieder, wenn es zu hochgewachsen ist. Da muss man aufpassen, dass man rechtzeitig genug weidet, also dass das Gras nicht mehr als 10 cm hoch wird, dann ist es schon fast zu spät, dann bilden sich schon Halme. Dafür muss man eine Herde haben, die noch viele ursprüngliche Qualitäten bewahrt hat. Die fressen auch das Halmartige. Die heutigen Hochleistungskühe, die fressen am liebsten das Futter, das zwischen 5 und 7 cm hoch ist. Aber es ist relativ rasch, und dieses Futter ist übrigens sehr eiweißreich. Das kann man verstehen, junges Futter. Die Kühe umfassen das Gras auch gerne mit der Zunge, und nehmen es auf ins Maul.  Die Zunge wischt dann über das Schlotzmaul. Haben Sie das mal beobachtet? Die wischen das Schlotzmaul - da hängen lauter feine Tröpfchen, die schwitzen sie förmlich aus oder sondern sie aus, aus den Drüsen des Schlotzmauls.  Schon da nehmen sie wahr, was sie da gerade gefressen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6144s Die Verdauung der Rinder 01:42:24] ====&lt;br /&gt;
Schon über die Reaktion des Schlotzmauls scheidet sofort aus, denn über die Zunge schmecken sie, ist das was, oder ist es nichts. Deswegen haben die Kühe ein ausgesprochenes Selektionsvermögen für das Futter. Sie nehmen es auf, in das Maul. Die Schneidezähne spielen keine große Rolle mehr, sondern die Backenzähne. Da schieben sie das Futter ein paar Mal hin und her, von rechts nach links, malen, und scheiden aus diesen gewaltigen Drüsen - die hier sitzen, im Unterkiefer, im Oberkiefer, und unter den Ohren - aus diesen gewaltigen Drüsen scheiden sie ihren Speichel aus. Es geht alles ziemlich rasch, dann wird es abgeschluckt, ist es erstmal weg. Sie fressen weiter, dann kommen die nächsten Batzen, und es geht alles runter in den Pansen, durch die Schlundröhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pansen ist jenseits des Zwergfells, unter dieser Trennung, von der mittleren Herz-Lunge-Region, in der Stoffwechselregion. Da ist das Zwergfell, da geht es durch, und dahinter, in dem Bereich des Stoffwechselorganismus lagert vom Zwergfell bis in die Beckenhöhle dieser mächtige Sack von 150 Litern Inhalt, der Pansen. Ein Riesensack. Da stopfen die jetzt das alles rein, über die Haube, es geht also über den Pansen, darauf sitzt die Haube, und der sogenannte Schleudermagen. Von dort wird das förmlich in den Pansen hineingeschleudert, und dort findet diese erste Vergärung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6253s Das Wiederkäuen 01:44:13] ====&lt;br /&gt;
Dazu muss die Kuh ruhen. Wenn diese Vergärung ein bestimmtes Maß erreicht hat, holt sie aus dem Pansen eine Portion nach der anderen wieder herauf ins Maul und fängt an wiederzukäuen. Wenn die Kühe wiederkäuen, legen sie sich hin, dann fressen sie nicht mehr. Man sieht es oft, dass sie noch stehen, und wiederkäuen, oder eben im Liegen in vollständiger Ruhe. Ein Batzen nach dem anderen wird hochgeholt, und zwischen den Mahlzähnen jetzt hin und her geschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem, was für Futter es ist, 30 mal Wiederkäuakte, 40 mal bei Raufutter, 50 - 60 mal, dass es hin und her geschoben wird, und ständig eingespeichelt. Die Kühe haben ein Speichelvolumen bis zu 60, 80, 90 Liter am Tag. Unglaubliche Massen, die das Futter aufschließen und eine erste Anregung für die mikrobielle Verdauung abgeben. Dann schluckt die Kuh das Futter wieder ab. Wenn es genügend vorverdaut ist, geht es direkt in den Drüsenmagen am Pansen vorbei, durch den Psalter - das ist der Blättermagen - dann geht es in den Drüsenmagen, da geht die Verdauung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=JDpOgZ8E6So&amp;amp;t=6364s Abschluss und Ausblick 01:46:04] ===&lt;br /&gt;
Ich würde sagen, wir machen jetzt Schluss, denn ich komme sowieso nicht zu Ende mit dieser ganzen Verdauungsfrage. Ich möchte morgen gerne diese Frage der Düngung durch das Haustier abschließen, und dann übergehen zu der Präparaten-Düngung und Präparaten-Fragen. Also dann, vielen Dank für die lange Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11535</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11535"/>
		<updated>2026-01-07T18:45:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: div. Anpassungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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[[Datei:Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 6. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (1. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=48s Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48] ===&lt;br /&gt;
Ja, ich wünsche einen schönen guten Morgen. Und ich wünsche Ihnen auch, dass hier eine interessante Woche vor Ihnen steht und neue Einblicke in die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]]. Nun möchte ich mich kurz vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin hier Mitbegründer der [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof]] gewesen, 1968, als wir hier angefangen haben auf dem [[Dottenfelderhof]]. Aber ich war schon hier auf dem Hof 1956/57 als Lehrling tätig. Ich habe hier meine landwirtschaftliche Lehre schon durchlaufen, in einer ersten Phase der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Bewirtschaftung]] von 1946 bis 1957. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das an ein Ende. Die Bewirtschaftung wurde wieder konventionell auf zehn Jahre, ein Interregnum. Weil eben dieser Hof im Zuge der Bodenreform - die gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Besatzungszonen - auch in der russischen. Die Bodenreform, dass jeder Landbesitzer, der über 100 Hektar Land besaß Land abgeben musste, zur Ansiedlung ostvertriebener Bauern.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landgraf von Hessen, dem dieser Betrieb gehört hat, hat den Betrieb dann komplett abtreten müssen an eine Siedlungsgesellschaft. Die wurden ja damals neu belebt nach dem zweiten Weltkrieg, um diese ganzen Vorgänge zu steuern. Sodass wir uns damit abfinden mussten, dass jetzt der Eigentümer eine Siedlungsgesellschaft war, die nur die eine Absicht hatte, diesen Hof zunächst einmal für ostvertriebene Landwirte freizumachen. Andererseits später, nachdem das nicht so gelungen war, diesen Hof scheibchenweise nach der Salamitaktik zu verscherbeln. Stadtnah gelegen und sehr hohe Bodenpreise - Baupreise hier in der Gegend - sodass der Dottenfelderhof also in seinem ganzen geschichtlichen Verlauf seinen Nullpunkt erreicht hat, in den 60er, 70er, 80er Jahren, nein, sagen wir einmal, 60er Jahren, 50er, 60er Jahren. &lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=210s Der Dottenfelderhof als Klostergut bis in die heutige Zeit 00:03:30] ===&lt;br /&gt;
Der Hof selber hat eine Geschichte, die weit über 1.000 Jahre hinausgeht. Er ist einer der ältesten Siedlungsorte überhaupt, weit und breit, weil er wird urkundlich schon erwähnt im Jahre 843, als ein freies Königsgut, unter Karl dem Großen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also in der Zeit war Karl der Große schon gestorben, aber es waren dann seine Söhne und Enkel. Er war ein freies Königsgut, ein karolingisches Königsgut. Es kamen ja dann die Sachsen-Kaiser, und es war dann Otto der Zweite, der Kaiser also, der jetzt diesen Hof seinerzeit dem Kloster Worms als Lehen gegeben hat im Jahre 976. Das ist alles urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 976 wurde der Dottenfelderhof ein Klostergut von Worms. Die Klöster konnten nur existieren, wenn sie Pfründe hatten. Das heißt, ihnen ist entsprechender Landbesitz zugeteilt und zu Lehen gegeben worden, damit sie in der Lage waren in der Landwirtschaft nicht nur täglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu erarbeiten, sondern damit ein paar Mönche freigestellt worden sind, um die Bibel abzuschreiben. So war das damals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bibel abzuschreiben, brauchte man Pfründe, man brauchte also den Zehnten, der dann abgeliefert worden ist an das Kloster, damit das Kloster überhaupt existieren konnte. So war der Dottenfelderhof ein solches Lehensgut geworden. Dann 1121, 1122, 1123 wurde das erneut zu Lehen gegeben, an den gerade eben gegründeten Orden der Prämonstratenser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prämonstratenser waren ein relativ kleiner Orden in der Aufsplitterung der [[Zisterzienser]] gewesen. Auch wiederum seit dieser Zeit war der Dottenfelderhof ein Klostergut, von Kloster Ilbenstadt hier ganz in der Nähe, und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation. 1803 bis 1806 unter Napoleon wurde der ganze Klosterbesitz hier aufgeteilt in Mitteleuropa. So kam der Hof in die Hände schließlich der Landgrafen von Hessen, Kassel. Er wurde dann eine Art Beispielbetrieb im 19. Jahrhundert für moderne Verfahren in der Landwirtschaft, wie Zuckerrübenanbau und dergleichen mehr. Weitere Details möchte ich jetzt nicht darüber sagen, sonst verlieren wir zu viel Zeit. Aber es war ja so, dass 1946 hier ein Landwirt eingeheiratet hat, der eigentlich aus einer Goldschmiedfamilie stammte. Ein hochintelligenter, befähigter Mann, der diesen Hof hier dann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt hat. Der Dottenfelderhof sollte eigentlich in den 50er Jahren das Zentrum der biologisch-dynamischen Bewegung in Deutschland werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann zerbrach das 1954, weil eben der Druck auf das Land hier so groß war. Sie wollten hier formal noch ostvertriebene Landwirte ansiedeln, aber das Ganze zerbrach dann, wie ein Kartenhaus fiel das in sich zusammen, 1957. Das war eine unglaubliche Tragik, weil die Möglichkeit, hier jetzt so eine ganz neue Entwicklung zu inaugurieren, erstmal aussichtslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da habe ich eben versucht in der Folgezeit mit meinem ehemaligen Lehrchef hier zu prüfen, ob wir diesen Hof doch wiedergewinnen können. Das war uns nach vierjährigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von 1964 bis 1968 schließlich gelungen. Allerdings in Form von Kriegszuständen, kann man fast sagen, in den Verhandlungen mit dem Land Hessen. Also man hat sich sozusagen mit schärfsten Waffen da bekämpft. Wir mit den Waffen der Idee, wir hatten ja keine anderen. Es war eine Zeit, wo der konventionelle Landbau sozusagen sein Aufstiegserlebnis hatte: &amp;quot;Jetzt endlich können wir also technologisch alles so machen, dass der Mensch als Arbeitender überflüssig wird in der Landwirtschaft.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung fing damals an. Wir haben vier Jahre mit dem Land Hessen verhandelt und dann schließlich einen Pachtvertrag über fünf Jahre bekommen, einen Knebelvertrag, bei dem jeder Sachverständige auf diesem Feld gesagt hat: &amp;quot;Damit habt ihr die Schlinge um den Hals mitgeliefert bekommen&amp;quot;. Das war ein furchtbarer Knebelvertrag. Ich kann jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen. Aber jedenfalls war der so, dass sie sich gesagt haben: &amp;quot;So stehen die das nie durch&amp;quot;. Sie versuchten eben, uns irgendwie hier von vornherein wegzukriegen. Nur der Minister selber und ein paar wenige Menschen, die haben ein bisschen die Hand über uns gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das waren also außerordentliche schwierige Jahre. Der Dottenfelderhof war heruntergewirtschaftet bis zum geht nicht mehr. Das war eine Räuberburg, so wurde sie damals bezeichnet, alles war völlig am Boden. Sowohl der Zustand der Böden als auch der Gebäude. Es war jahrzehntelang nichts mehr gemacht worden. Wir haben uns damals gesagt, einmal den Fuß zwischen Tür und Angel, kriegt uns niemand mehr von dem Hof runter. So war es dann auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es manchmal aussah, wie wenn wir morgen hier weggehen müssten. Ende der 70er Jahre, haben wir schließlich endlich erreicht, hier einen 18-jährigen Pachtvertrag neu zu bekommen für den Hof und haben durchgesetzt, dass das Land Hessen den Hof gekauft hat, von der Siedlungsgesellschaft. Wir sind in den Kauf eingestiegen und haben die Hofgebäude mit 20 Hektar drum herum gekauft, als gemeinnütziger Verein. Jetzt sind die Gebäude und diese 20 Hektar Eigentum des gemeinnützigen Trägers Landbauschule Dottenfelderhof und alles übrige Land sind natürlich noch Zupachtungen von außerhalb. Jetzt sind es direkt um den Hof arrondiert ungefähr 165 Hektar. Insofern war jetzt zunächst mal eine Entwicklung gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnten wir überhaupt investieren, auch in den folgenden Jahren. Das war ja vorher völlig unmöglich. Wir haben dann die [[Landbauschule Dottenfelderhof]] gegründet, schon in den 70er Jahren, und haben hier auch eine Forschung eingerichtet - dort drüben, das werden Sie vielleicht noch sehen, oder Sie haben das schon gesehen. Unsere ganze Züchtung, die wir hier jetzt auf dem Hof betreiben, die Forschung, die wir hier auf dem Hof betreiben und alle möglichen sonstigen Initiativen, die hier eben stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=689s Die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die soziale Frage 00:11:29] ===&lt;br /&gt;
So hat sich das entwickelt und ich möchte nur noch ein Wort sagen zur [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof|Betriebsgemeinschaft]]. Weil ich meine, dass das der springende Punkt ist für die gesamte Zukunft der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] in Europa, in Mitteleuropa ganz besonders. Wir müssen da Pioniere sein auf diesem Felde, dass nicht mehr der bäuerliche Familienbetrieb das eigentliche Ideal sein kann in die Zukunft. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber jedenfalls, da liegen ja auch Probleme vor. Denn wie soll eine einzelne Familie in der Lage sein, einen biologisch-dynamischen Betrieb, Viehhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Heckenbau, Wiesen- und Weidewirtschaft betreiben und dann auch noch Weiterverarbeitung und Vermarktung unter einem Dach möglich zu machen? Ganz aussichtslos. Man ist dann burned out nach nicht allzu langer Zeit. Man muss sehen: Wie können wir sozial, nicht nur biologisch-dynamisch -Pause- Das Biologisch-Dynamische ist eine ungeheuere Zukunftsaufgabe. Und so ist auch in Verbindung mit dem Biologisch-Dynamischen die soziale Frage ungeheuer aktuell. Die Landwirtschaft hat in Zukunft dafür eine ungeheure Aufgabe, eine Mission förmlich, neue soziale Entwicklungen zu inaugurieren. Das war auch von Anfang an unser Anliegen hier auf dem Dottenfelderhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgemeinschaft ergab sich nun nicht aus diesem Anliegen primär. Wir hatten keinen - wie soll man sagen - sozialen Impetus, hier und da etwas zu schaffen, sondern es ergab sich rein und ausschließlich aus den Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir haben gesagt, ein Einzelner kann niemals mit angestellten Mitarbeitern auf die Dauer einen biologisch-dynamischen Betrieb umtreiben, sondern die Mitarbeiter müssen selbst motiviert sein. Die müssen selber aus sich heraus das Motiv haben, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, und zwar auf Augenhöhe. Also nicht mehr die hierarchische Struktur von einst: Da ist der Betriebsleiter und dann kommen die verschiedenen Stufen bis herunter über die Lehrlinge und Mägde und dann die Ratten und Mäuse, so war das ja früher. Sondern dass diejenigen, die hier wirtschaften- das war ja unser großes Ideal gewesen, das hat sich ein bisschen hier gewandelt, ist unser großes Ideal gewesen. Und das ist es für mich auch in alle Zukunft, dass wir eine Form, eine soziale Form entwickeln müssen, wo jeder Einzelne voll motiviert ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Person ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir wollten eigentlich jede Lohnarbeit abschaffen. Das ist auch noch heute mein Ideal, dass wir keine Lohnarbeitskräfte mehr haben, sondern dass jeder, der da mitarbeitet, Mitunternehmer ist. Geistiger Mitunternehmer. Voll motiviert und dann auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Das war der Grund, warum wir überhaupt die Betriebsgemeinschaft gegründet haben. Das war damals ein derartiges Novum, 1968. Obwohl es gab schon Bemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab ja schon Bemühungen nach dem zweiten Weltkrieg in der biologisch-dynamischen Bewegung. Die sind alle zerbrochen, alle zerbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie wir dann 68&#039; anfingen, unter den unmöglichen Bedingungen hier: kein Geld, kein nichts, kein gar nichts, sondern nur die Idee. Da leuchtete plötzlich sozusagen historisch ein Moment auf und man sagte: &amp;quot;Jetzt. Jetzt ist der Moment da, jetzt ist er reif. Jetzt können wir diesen Versuch wagen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten so gut wie keine Rückendeckung von irgendwo. Also es kann man an fünf Fingern abzählen, die Menschen, die uns sozusagen gesagt haben, dass wir nicht total verrückt sind. So sind es jetzt 50 Jahre, dass der Hof in dieser Form existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich vieles gewandelt, nicht mehr so ganz, wie ich mir das wünsche. Aber das ist immer so, alle Entwicklung ist immer ein Stirb und Werde, immer ein Stirb und Werde. Das hört man nicht gern, wenn man jung ist. Man möchte ja immer, dass etwas wird, oder dass man jedenfalls Teil hat, dass da irgendwas wird. Aber dass auch etwas sterben muss, das möchte man so gar nicht so wahrhaben wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist ein Entwicklungsgesetz, dass alles erst mal- wenn etwas wird, dann muss erst etwas sterben, um neu zu werden, um immer neue Stufen der Entwicklung zu erklimmen. So ist es auch heute, dass durch die Erweiterung der Entwicklung des [[Dottenfelderhof|Dottenfelderhofes]], durch die Weiterverarbeitung, durch den Laden hier unten, durch die Bäckerei, die Konditorei, die Käserei und dann die Forschung und allem, was sich hier angesiedelt hat, dass dadurch natürlich viele Menschen von außen hinzukamen. Die konnten zunächst nur als Lohnarbeitskräfte oder als Angestellte hier am Rande, sozusagen um den Kernbetrieb herum hier ihre Arbeit aufnehmen. Das hat sich dann auch irgendwo ausgewirkt auf den Hof selbst. Ich möchte damit sagen, das Ideal steht. Die ersten Erfahrungen auf diesem Felde sind gemacht. Und ich weiß, wie schwer es ist, eine Betriebsgemeinschaft wirklich am Leben zu erhalten. Ich weiß das. Bis in den letzten Winkel weiß ich das, welche Gefährdungen und welche Probleme auftreten können. Einfach damit, dass man lernt, als Individuum, als individueller Mensch wirklich dieses Maß von Selbstlosigkeit - objektiver Selbstlosigkeit, nicht emotionaler - objektive Selbstlosigkeit zu entwickeln, dass man wirklich mit dem anderen zusammen eine wirkliche Gemeinschaft zielstrebig in eine Zukunft hineinarbeitet, um der Sache willen, nicht um seiner selbst willen! Aber das ist die Perspektive in die Zukunft, das möchte ich Ihnen ans Herz legen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Schicksal läuft anders. Da gibt es keine Norm. Aber es muss klar sein: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist nicht nur biologisch-dynamischer Pionier, sondern auch im sozialen Felde muss sie Pionieraufgaben haben, muss sie etwas vorleben, anderen Menschen, der Gesellschaft vorleben, dass ganz andere Entwicklungsgänge in die Zukunft möglich sind, die heilsam sind, im Sozialen heilsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=1128s Die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und der Betriebsorganismus 00:18:48] ===&lt;br /&gt;
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Thema, über das ich hier heute spreche, sondern ich habe jetzt noch mal ein bisschen historisch zurückgegriffen. Ich bin ja gefragt worden, noch etwas zu sagen über die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und das im Kontext mit dem Betriebsorganismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=1151s Einführung in den Betriebsorganismus 00:19:11] ====&lt;br /&gt;
In aller Kürze möchte ich erst mal eingehen auf den Betriebsorganismus, was das eigentlich ist, wie man ihn überhaupt verstehen kann, welchen Zugang es da überhaupt gibt. Es wird ja immer drüber geredet, aber es ist irgendwie ein Wort, das ist ein Nomen. Was verbindet man damit jetzt ganz konkret? Von da ausgehend beschäftigen wir uns morgen mit der Frage der tierischen Düngung, gerade im Kontext des Organismus-Gedanken und am Freitag und Samstag wollen wir auf dieser Grundlage uns noch wenigstens symptomatisch mit einzelnen Aspekten der biologisch-dynamischen Präparate befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=1211s Die Frage nach dem landwirtschaftlichen Organismus 00:20:11] ====&lt;br /&gt;
So, aber jetzt diese Frage nach dem Betriebsorganismus. Sie stehen ja alle irgendwo in der Landwirtschaft drinnen, sind auf irgendwelchen Höfen, haben da ihre Erfahrungen gemacht und da gibt es vielleicht Kühe, da gibt es auch das und jenes und die Felder und Gartenbau da oder dort. Aber das hat sich alles so entwickelt, wie sich eben die Zeitverhältnisse ergeben haben, wie es die Marktverhältnisse ergeben haben in den letzten Jahren. Und die Frage ist immer: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Hat man wirklich eine Idee dessen, was ein landwirtschaftlicher Organismus sein kann?&amp;quot; Was eigentlich die Grundlagen, die ideellen Grundlagen sind zum Verständnis dieses Begriffs Organismus?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nun ja, und da möchte ich erst auf drei Hinweise Rudolf Steiners, den Begründer des biologisch-dynamischen Landbaus, aus seinem [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftlichen Kurs]] zitieren und von dort meinen Ausgangspunkt nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der erste, ich möchte sagen &#039;&#039;Initialsatz&#039;&#039; förmlich im &#039;&#039;Landwirtschaftlichen Kurs&#039;&#039;, im Hinblick auf die Aufgabe eines zukünftigen Landbaus, ist einer, den man eigentlich schier nicht verstehen kann. Und dennoch enthält er alles! Den möchte ich einfach mal zitieren. Da heißt es am Beginn des zweiten Vortrags, also letzten Endes den Kurs eröffnend, da heißt es: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Eine Landwirtschaft ...&amp;quot; also stellen Sie sich mal irgendeinen Hof vor, &amp;quot;&#039;&#039;Eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen&#039;&#039; ...&amp;quot;, und dann setzt er hier nach: &amp;quot;&#039;&#039;im besten Sinne des Wortes erfüllt sie ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann&#039;&#039;...&amp;quot;, völlig freilassend, &amp;quot;aufgefasst werden kann &#039;&#039;als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[1]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=1330s Annäherung an das Ideal der Individualität 00:22:10] ====&lt;br /&gt;
Jede Landwirtschaft müsste sich annähern, diesem Ideal, eine solche Individualität zu sein. Jetzt muss man sich fragen: &amp;quot;Was soll das eigentlich? Was ist damit ausgedrückt?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist zunächst mal dieses gesagt: &amp;quot;Eine Landwirtschaft erfüllt &#039;&#039;nur dann ihr Wesen&#039;&#039;.&amp;quot; &#039;&#039;Sie hat es gar nicht!&#039;&#039; Sie hat noch nicht ihr Wesen. Es sei denn, &#039;&#039;ich fasse sie auf als eine Art Individualität. Ich, also ich als Landwirt!&#039;&#039; Das ist nicht gegeben da draußen, sondern ich muss es auffassen, ich muss es mit Gedanken fassen. Das ist eine Anstrengung, eine Erkenntnisanstrengung. Ich muss erfassen - diesen Gedanken fassen - , dass eine Landwirtschaft eine Art Individualität ist, ja, eine wirklich in sich geschlossene Individualität! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat man natürlich &#039;&#039;lauter Begriffe,&#039;&#039; mit denen man auch noch gar nicht so richtig zurechtkommt. Was ist überhaupt eine &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Was ist denn da überhaupt die &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;? Und so weiter. Und was ist &#039;&#039;das Wesen überhaupt?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Satz im Landwirtschaftlichen Kurs, der nimmt noch mal Bezug auf diese ganze Sache und sagt aus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;quot;Im Grunde ist die volle Geschlossenheit in einem landschaftlichen Betrieb nicht zu erreichen&amp;quot;&#039;&#039;. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist verständlich, ich meine, der Wind weht hier über unseren Betrieb, der kommt von England rüber, ein Sturm oder so, da kommt alles von außen rein. Oder es regnet von Wolken, die voll beladen sind mit dem Dreck von Frankfurt hier auf den Dottenfelderhof. Oder wir kaufen Maschinen von außen dazu oder auch hin und wieder mal Vieh, oder was es auch sein mag. Also wir können nicht autark, total autark sein, als landwirtschaftlicher Betrieb nicht in voller Geschlossenheit. Aber er sagt, man müsse doch den &#039;&#039;Begriff&#039;&#039; der &#039;&#039;notwendigen Geschlossenheit&#039;&#039; haben. &#039;&#039;Wenn man den nicht hat, dann kann man auch keine Geschlossenheit eines landwirtschaftlichen Organismus schaffen,&#039;&#039; sondern ich muss den Begriff haben. Das heißt, in diesen beiden Äußerungen, die ich zitiert habe, ist schon klar: Der Mensch ist gefordert, sich mal ordentlich Gedanken zu machen, mein Gott! Und &#039;&#039;nicht nur so vor sich hin zu pfriemeln und nur seinen Egoismus auszuleben&#039;&#039;, sondern sich &#039;&#039;klare Gedanken&#039;&#039; machen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;Was heißt das eigentlich? &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Kann denn hier jemals ein landwirtschaftlicher Betrieb Individualität sein? Es gebührt doch eigentlich nur dieser Begriff dem Menschen im strengen Sinne? Und ebenso: Wie steht es mit dem Begriff der &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=1495s Der Mensch als Grundlage 00:24:55] ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Das Dritte, was ich noch kurz zitieren will, ist: Am Ende des vierten Vortrages, wo gesagt wird: &amp;quot;&#039;&#039;In allem wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[2]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Also in allem, was eigentlich in der Landwirtschaft gestaltungsmäßig sich vollziehen kann und vollziehen muss, da muss man die &#039;&#039;Kriterien von der Erkenntnis des Menschen hernehmen&#039;&#039; und kann sie &#039;&#039;nicht draußen in der Natur&#039;&#039; ohne Weiteres &#039;&#039;finden&#039;&#039;. Sondern ich muss da einen &#039;&#039;Begriff bilden&#039;&#039;, der abgeleitet ist vom &#039;&#039;Verständnis des Menschen selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das möchte ich jetzt tun, und zwar in aller Kürze. Es tut mir leid, solche Dinge müssten sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber nur, um das Prinzipielle mal sichtbar zu machen. &#039;&#039;Gehen wir mal vom Menschen aus&#039;&#039;, und zwar unter dem Gesichtspunkt, diesen jetzt als Grundlage zu nehmen für den Begriff der &#039;&#039;landwirtschaftlichen Individualität&#039;&#039; bzw. des &#039;&#039;landwirtschaftlichen Organismus&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind jetzt genötigt, ganz abzusehen von der Landwirtschaft um den Blick wirklich auf den Menschen zu lenken und zu sehen: &#039;&#039;Wie ist eigentlich der Mensch organismusmäßig konstituiert?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch vom Tier ausgehen, aber da fehlt dann was. Wir könnten auch von der Pflanze ausgehen, da fehlt noch mehr, um den Organismusbegriff wirklich zu fassen. Wir können auch vom Mineral ausgehen. Und da fehlt am allermeisten. Aber der Mensch erfüllt sozusagen das, worum es hier geht, als Persönlichkeit, erfüllt das voll und ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung an der Tafel): Wenn Sie sich mal den Menschen - so einen Strichmenschen vorstellen. Der steht sogar noch ein bisschen krumm, aber eigentlich ist er natürlich sozusagen voll in der Achse Erde-Sonne vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses eigenartige Gebilde Mensch zeigt nun eine ganz bestimmte physiologische und morphologische Gliederung als Grundlage für seine eigene geistig-seelische Entwicklung und Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=1665s Das menschliche Haupt 00:27:45] =====&lt;br /&gt;
Wenn wir zunächst mal den Blick ... Man sieht es schon hier an dieser Gestalt, das da oben ist völlig anders als was da unten ist. Wenn wir hier oben jetzt diesen Bereich anschauen, das menschliche Haupt. Das ist wie eine Kugel da oben auf den Halswirbeln und wäre für sich auch nicht die Spur lebensfähig, sondern eigentlich ist die Tendenz, dass das Haupt das vollendet, was es ständig erlebt, nämlich abzusterben. Im Haupte haben wir lauter physiologische Vorgänge, die nur und allesamt enden in einem Abbauprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zunächst mal darauf achten, dass das Haupt umgeben ist von einer harten Knochen-Substanz. Die ist nicht kristallin, sie ist so knorpelartig, aber knorpelartig verknöchert und dies ist ziemlich tot. Es wird ein bisschen durchblutet, aber fast zu vernachlässigen. Das Haupt ist umgeben, nun gut, das muss man ihm zugestehen, hier von einer dünnen Haut, und die ist stark durchblutet. Das ist das Einzige, was so richtig lebendig ist da oben. Da wachsen dann die Haare raus. Aber die Haare sind auch schon wieder ziemlich tot. Die kann man abschneiden, ohne dass man merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist dieses Haupt erfüllt, zunächst mit einer Flüssigkeit, dem Gehirnwasser, das ist eine lympheartige Substanz. Dann ist es eben erfüllt hier vom Gehirn. Ich sehe jetzt mal ab von allem Übrigen. Erfüllt von dem Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gehirn setzt sich nach außen fort, in die Sehnerven, in die Hörnerven, in die Sinnesorgane, die wachen Sinnesorgane, mit denen wir uns am intensivsten mit der Welt in Beziehung setzen. Alles, was sich hier abspielt, selbst das Gehirnwasser, ist eigentlich tot. Das ist das reinste Wasser, was man sich überhaupt vorstellen kann, aber es ist eben ganz mineralisch tot. Da bilden sich sogar ganz feine Kriställchen drin in dem Gehirnwasser. Wenn wir denken, in der Epiphyse, die sitzt hier oben auf dem Gehirn auf, da bilden sich lauter feine organische Kriställchen. Die schwimmen dann zum Teil in dem Gehirnwasser herum. Und wenn wir einen Gedanken vergessen, lösen die sich wieder auf. Das kann man heute medizinisch nachweisen. Jeder Gedanke bildet einen Kristall, bildet etwas. Und diese Form, die sich da bildet, also jetzt ganz im Physischen, die löst sich wiederum auf, wenn etwas in Vergessenheit gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Gehirn ist eine Bildung, wo ständig Materie abgebaut wird, organische Materie. Das Blut strömt hier vom Herzen hoch, hier in das Haupt und unterhält sozusagen gerade eben das Haupt noch lebendig, den Kopf, das Gehirn lebendig. Aber eigentlich ist es also fast an der Schwelle des Todes, des Absterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser Tatsache, dass hier ständig Abbauvorgänge sind, das Gehirn hat die intensivste Atmung im ganzen Körper. Also Atmung geschieht immer dadurch, dass Kohlendioxyd entsteht durch Abbauprozesse und dann durch den Atem wieder ausgeatmet wird. Und die intensivste Atmung findet hier statt. Abbau, das heißt eigentlich Todesprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir sehen auch, dass das Haupt eigentlich dasjenige ist am Menschen, obwohl man den Kopf drehen nicken kann - glücklicherweise kann man das noch - es eigentlich der Ruhepol des Menschen ist. Dort befindet sich der Mensch eigentlich am meisten in Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Prozesse, die da im Kopf sich abspielen - natürlich muss man unter diesem Gesichtspunkt auch die Sinnesorgane mit einbeziehen, das Auge, das Ohr. Wenn Sie die anatomisch studieren, dann werden Sie bemerken, dass das eigentlich fast physikalische Apparate sind, zunächst einmal. Das Auge ist wie eine camera obscura. Und auch die Gehörknöchelchen, die die ganzen Schallwellen übertragen auf das Innenohr, das sind alles mechanische Vorgänge Plus und Minus. Dieses Haupt muss ständig von unten ernährt werden, damit es überhaupt existieren kann in dieser Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=2003s Gegenläufige Organisation vom Haupt 00:33:23] =====&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir gegenläufig zum Haupt eine Organisation, die wirklich das vollständige Gegenteil darstellt, in die wir im Grunde genommen überhaupt keinen direkten, erlebnismäßigen Einblick nehmen können. Das ist das, wo zu dem, was bisher geschildert worden ist - polar dazu - man könnte dazu sagen, dass das der Lebenspol des Menschen ist. Wo alle Lebensvorgänge lokalisiert sind, wo alles in einem ständigen Wechsel und Wandel begriffen ist, wo Aufbauprozesse stattfinden und wo Regenerationsprozesse stattfinden. Also der Lebenspol, kann man sagen, der Lebenspol des Menschen. Und hier ist alles in Bewegung. Denken Sie mal an die Gliedmaßen, die Arme, die Hände, Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht von daher schon, dass der Mensch eigentlich ungeheuer polarisiert ist, in zwei Pole. Einen Todespol und einen Lebenspol. Aufgrund dieser Todesprozesse hier oben entwickelt der Mensch sein Denken oder werden ihm die Gedanken bewusst, so muss man es genauer sagen. Während wir uns hier unten im Willen erleben, als wollende Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der ganze untere Mensch organisiert in Bezug auf die Verdauungsprozesse, die ganzen Drüsenprozesse und was da sich abspielt, sie alle dienen dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=2131s Nerven-Sinnesprozesse und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System 00:35:31] =====&lt;br /&gt;
Wir können hier oben vielleicht noch die Nerven-Sinnesprozesse, das Nerven-Sinnessystem hinschreiben. Und hier ist das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Von daher gesehen ist der Mensch ein zweigliedriges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Zuschauerfrage zur stillenden Brust einer Mutter. Die stillende Brust von einer Mutter. Gehört die jetzt zu den Lebensprozessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wenn Sie ein Kind bekommen, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, sicher. Das ist ja alles unterhalb des Zwerchfells. Das hier ist das Zwerchfell. (Zeichnung). Ich treffe jetzt keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau, sondern das gilt einfach für den Menschen. Der Mensch ist Mensch, ob so oder so, Mensch ist er in erster Linie. Da haben wir hier diese Trennung zwischen diesem Oben und Unten und das ist das Zwerchfell. Unterhalb diesem spielen sich diese Lebensvorgänge insbesondere ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier dazwischen noch eine andere Wirklichkeit. Das ist da, wo nun Lunge und Herz beheimatet sind, wo der Mensch ein rhythmisches Wesen ist. Dieser mittlere Mensch, wo wir uns am allermeisten als Mensch erleben, wir erleben uns ja nicht im Kopf als Mensch so sehr, auch nicht im Bauch, sondern gerade in dieser mittleren Zone. Da erleben wir uns als am allermeisten als Mensch. Diese Organe, die hier als Zentralorgane in der Mitte angesiedelt sind, offenbaren sich in ihrer rhythmischen Tätigkeit. Und diese rhythmische Tätigkeit verbindet den Kopfpol mit dem Stoffwechselpol. Denken Sie an den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf, der vom Herzen ausströmt mit dem arteriellen Blut in den Kopf strömt, in den Kopf durch die Schlagader in den übrigen Kreislauf durch den ganzen Körper hindurch. Also diese mittlere Zone bringt diese beiden Gegensätze, das Oben und Unten, in einen Ausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=2336s Fühlen und die Dreigliederung des Menschen 00:38:56] =====&lt;br /&gt;
Und darin, in diesem Ausgleich, erleben wir uns als Menschen am allermeisten, wenn wir uns einmal selbst beobachten, prüfen. Das setzt sich natürlich fort, hier in die Gliedmaßen, in den Bewegungsmenschen. Wenn man zum Beispiel an die Blutentstehung denkt, dann muss man sich vorstellen, dass sich das Blut hauptsächlich in den Röhrenknochen der Gliedmaßen bildet. Das ist auch unmittelbar mit einbezogen in die ganzen Stoffwechselvorgänge. Hier nun - das habe ich noch vergessen zu sagen, im Zusammenhang mit dem rhythmischen System -entwickeln wir unser Fühlen oder werden wir unseres Fühlens bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man so auf den Menschen einmal schaut, kann man es anatomisch bis in die letzten Details verfolgen. Man kann es morphologisch, physiologisch in jede Richtung hin verfolgen. Man wird sehen, dass dieses Prinzip des Dreigegliedertseins des Menschen einem förmlich überall entgegen springt und dass darauf eigentlich überhaupt letzten Endes eine Verständnisgrundlage geschaffen werden kann, für die Pädagogik, für die Medizin - also eine entsprechende Medizin - oder für die Landwirtschaft und für alles Übrige ebenso. Also man spricht hier von der Dreigliederung des Menschen. Auf diese Sache werde ich erst am Freitag noch mal zurückkommen. Und möchte jetzt ... Wollen Sie was sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich hätte eine Frage. Und zwar: Ich verstehe das nicht so ganz, dass der Kopf quasi ... den Tod da drin und den Abbau ... das verstehe ich halt nicht so ganz, weil im Gehirn ja auch ganz viele Aufbauprozesse ja auch wieder vonstattengehen. Also jeden Moment, wenn Synapsenverbindungen sich trennen, entstehen auch wieder neue. Und da kann halt auch im Laufe eines Zeitraums ein Aufbau entstehen. So Erinnerungen, die bleiben und neue, die dazukommen. Dann hat man ja im Endeffekt auch einen Aufbauprozess. Und genau das verstehe ich nicht so ganz, warum man vom Kopf als Abbauprodukt redet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Abbau ist notwendig, damit wir überhaupt ein denkendes Bewusstsein haben. Das erleben wir ja gerade hier im Nervensinnessystem. Es muss natürlich auch erhalten werden, es muss sozusagen in einem Zustand erhalten werden. Man kann es nicht mehr steigern, man kann es gerade noch erhalten. Und das sind natürlich schon Regenerationsvorgänge auch im Gehirn, das ist keine Frage. Aber letzten Endes funktionell physiologisch ist es ein ständiges Abbauen und muss natürlich wiederaufgebaut werden, selbstverständlich. Aber dieser Abbauprozess als solcher ist ein Todesprozess. Durch den Tod entsteht überhaupt erst ein denkendes Bewusstsein. Ohne Tod gäbe es kein Bewusstsein. Das muss man sich mal versuchen klar zu machen. Anders gesagt: Wenn man eine Verletzung hat, am Kopf oder so ... dann sind möglicherweise so und so viele seelische Möglichkeiten ausgeschaltet. Und jetzt muss er sich natürlich wieder regenerieren in diese Richtung, dass es wieder möglich wird, dass diese Abläufe stattfinden. Es wird immer gerade am Leben gehalten, so möchte ich mal sagen. Also es steht im Vordergrund der Abbau. Und der Aufbau dient gerade, dass immer wieder abgebaut werden kann. Während hier im Stoffwechsel genau das Gegenteil der Fall ist. Von hier kommt alles, steigt herauf bis in die Nerven-Sinnes-Bereiche, um diesen Pol am Leben zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dreigliederung, die ich versuche hinzustellen, also zu aphoristisch fast, möchte ich sagen. Aber nur mal dieses Bild hinstellen und wir werden daran nochmal anknüpfen am nächsten Freitag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=2606s Viergliederung des Menschen und Verbindung zur Natur 00:43:26] =====&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich aber noch einen anderen Aspekt kurz schildern und das ist die Viergliederung des Menschen. Schauen Sie, man kann nämlich jetzt nicht nur unter diesem Aspekt des Aufbaus des menschlichen Leibes den Menschen betrachten, sondern auch: &amp;lt;blockquote&amp;gt;Welche Verwandtschaft trägt er zu den ganzen Naturreichen?  Wie steht er im Verhältnis zu der ganzen ihn umgebenden Natur? Ist er ein ganz fremdes Wesen oder ist er eben auch zugleich ein Naturwesen?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Da kann man zunächst feststellen, dass, wenn man den Menschen vergleicht mit all dem, was sich in der mineralischen Welt abspielt, die rein anorganisch ist, physikalisch tot ist, das Mineral unterliegt nur den physischen Gesetzen. Alles, was ich da stofflich, kräftemäßig im Zusammenhang des toten mineralischen Reiches abspielt, spielt sich auch im Menschen ab. Im Menschen sind alle die Stoffe, die Kräfte, die Gesetze wirksam, die auch im Mineralreich wirksam sind. Das kann man heute bis ins Detail förmlich verfolgen. Ja, das verführt einen geradezu, den Mediziner, den Naturwissenschaftler, zu glauben, das wären die einzigen Gesetze, die wirklich Geltung haben. Das ist eine Verführung, weil die Gesetze so schlüssig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was sozusagen mineralisch, stofflich, kräftemäßig im Menschen wirkt, ist in sich so schlüssig, dass man darauf regelrecht eine medizinische Weltanschauung begründen kann. Oder generell eine Weltanschauung begründet hat, die nennt man heute den Materialismus. Der Materialismus hat seine große Bedeutung, aber nur auf dieser Ebene hier. Eine Verwandtschaft der mineralisch-anorganischen Natur mit dem Menschen. Man findet alles, was da draußen ist, auch im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerer Ausdruck dessen sind zum einen die Sinnesorgane und zum anderen das Skelett oder alle Stützgewebe. Da wirken dieselben Kräfte. Auch stoffliche Kompositionen wirken, wie man sie auch in der Außenwelt findet. Das ist nach denselben Prinzipien aufgebaut. Kann ich jetzt nicht in die Details gehen. Das würde zu weit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnesorgane sind wirklich, das habe ich schon gesagt, die Gehörknöchelchen zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass das Licht durch die Linse hindurch gleichsam fixiert wird, durch den Glaskörper hindurch, hinten auf die Gelbkörper auf die eigentlichen Lichtzellen, auf dem Hintergrund des Auges. Das sind alles physikalische Vorgänge, wie man sie in der Kamera auch hat. Also insofern besteht hier eine tiefe Verwandtschaft, aber die bezieht sich eben nur auf das, was man den physischen Leib oder die physische Organisation des Menschen nennen kann. Wenn das nur Geltung hätte, dann wäre der Mensch ein Stein. Ein Stein, also er hätte keine eigene Regsamkeit, gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt sieht, dass der Mensch tatsächlich in der Lage ist, eine Eigenbewegung zu entwickeln, ja in sich Lebensvorgänge abspielen zu lassen, zeigt er eine Verwandtschaft mit den Pflanzen. Die Pflanze ist ja ein Gebilde, die vereint das Mineralische, die nimmt das Mineralische auch auf und verwandelt es auf eine höhere Stufe. Da entwickeln sich nun in der Pflanze Kraft von Substanzen und Kräften, die nicht mehr rein irdischer Natur sind, sondern wo der ganze Planetenumkreis mitwirken muss, dass die Pflanze überhaupt Leben erzeugt. Keine Pflanze kann leben, ohne dass die Sonne scheint. Das muss man sich mal klarmachen. Es gibt kein Leben auf der Erde ohne den ganzen planetarischen Umkreis. Insofern hebt sich die Pflanze gleichsam aus der toten, mineralisch-irdischen Sphäre heraus und wird zur Offenbarerin von Lebensvorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=2906s Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt 00:48:26] =====&lt;br /&gt;
Auch in diesem erweist sich im Menschen eine Verwandtschaft. Und diese drückt sich aus im Drüsensystem. Das Drüsensystem ist natürlich überall im Menschen zu finden, aber hauptsächlich im unteren Menschen. Und das bewirkt, dass der Mensch einen Lebensleib hat, wie die Pflanze oder eine Lebensorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man weiß ja, dass die Pflanzen von Natur aus eigentlich nur gesund sind. Es gibt eigentlich keine kranke Pflanze, streng genommen. Wenn man nicht selbst dafür sorgt, dass die Pflanze quasi äußerlich krank wird, also etwa abstirbt oder so, durch Infektionen, welche alle von außen kommen. Die Pflanze ist eigentlich ein gesundmachendes, durch und durch gesundes Wesen innerhalb der Naturreiche. Ein solcher Mensch wie Paracelsus, der einer der größten Ärzte in der ganzen Menschheitsgeschichte war, hat die Bemerkung gemacht, dass es kein Kräutlein gibt auf der Welt, das nicht irgendeine Krankheit beim Menschen heilen könnte. So benutzen wir ja die Heilpflanzen. Die Heilpflanzen in der verschiedensten Art benutzen wir, um irgendetwas, was hier derangiert ist, innerhalb der menschlichen komplizierten Organisation, gerade auf der Ebene des Lebendigen, dass das wiederum in ein ausgewogenes Verhältnis zu allem Übrigen kommen kann, gesundend also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=3014s Verbindung des Menschen zur Tierwelt 00:50:14] =====&lt;br /&gt;
Dann zeigt der Mensch eine Verwandtschaft zum Tier. Diese Verwandtschaft zum Tier ist ganz evident, denn das Tier hat eine Seele. Das ist ein beseeltes Wesen. Hier (Pflanze) ist nur Leben. Hier (Mineral) ist nur Tod. Das Tier ist ein beseeltes Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was dem modernen Bewusstsein so maßlos schwerfällt, das zu verstehen, dass wir einem Tier ein Seelisches zusprechen können. Uns Menschen können wir ein Seelisches zusprechen, wenngleich in den Wissenschaften man manchmal den Eindruck hat, da gäbe es auch keine Seele mehr. Aber im eigenen Empfinden, in der eigenen Erfahrung merken wir, dass wir ein beseeltes Wesen sind. Wir können denken, wir können fühlen, wir können eben jene Tätigkeiten wollen. Also wir haben ein Bewusstsein, dass wir neben dem, dass wir ein Lebendiges, auch ein beseeltes Wesen sind. Dieses Bewusstsein kann man sich wirklich erwerben. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es immer im Bewusstsein gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tier ist es nun so, dass es auch eine Seele hat. Stellen Sie sich mal vor, irgendeine Mücke fliegt da durch die Luft. Da sollen wir sagen, da ist eine Seele drin? Oder Käfer da im Boden, ein Regenwurm im Boden, da soll eine Seele drin sein? Man merkt ja, dass die Art, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, in der Massentierhaltung und so, da fühlt man sich irritiert. Da stimmt etwas nicht. Aber man dringt nicht wirklich durch zu sagen: Das Tier hat eine Seele und diese Seele hat ihre eigene, geistig-wesenhafte Existenz in Welten, die gar nicht hier auf Erden nur ist, sondern eben die jetzt in diesem einzelnen Tier so inkarniert ist. Man dringt nicht bis zum Phänomen selber durch, sondern man bleibt immer davor stehen und merkt: Die Art, wie man heute mit den Tieren umgeht, das kann man eigentlich nicht verantworten. Ja, warum eigentlich nicht? Die Begriffe, die Gedanken in der Richtung zu verdichten, da scheut man immer wieder zurück. Weil man zurückscheut, wird man sehr leicht zum Fundamentalisten. Die größten Fundamentalisten, die heute herumlaufen, sind vielfach die Tierschützer. Leider Gottes ist das so, auch die Naturschützer. Dort entsteht sehr schnell ein Fundamentalismus, weil man sagt: &amp;quot;Nein, ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht.&amp;quot; Dann nagelt man das fest: &amp;quot;Du darfst nicht, du darfst nicht so ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend kommen moralische Forderungen ohne eine klare Erkenntnis der Zusammenhänge. Deshalb ist es gerade für den biologisch-dynamischen Landwirt so wichtig, dass er sich versucht hineinzuleben in das, was da eigentlich seelisch wirksam ist in dem Tier. Da werden Sie bemerken, dass dieses Seelische im Tier deswegen so schwer zu fassen ist, weil es ohne Rest aufgeht in die Leibesbildung, ohne Rest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=3240s Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00] =====&lt;br /&gt;
Das Tier kann nicht denken. Es kann keine Gedanken haben über die Welt, sondern es sind bestenfalls die Gedanken in ihm wirksam. Das, was sonst das Denken des Menschen ist, ist in ihm als weisheitsvolles Instrument des Tier-Seins in den Leib hinein gebunden. Und so das Fühlen und so das Wollen. Das Tier hat gar keine Möglichkeit, irgendwelche Freiheitsgrade zu entwickeln, sondern es ist notwendigerweise ein Pferd, eine Kuh, ein Elefant, ein Löwe oder was auch immer, oder eben eine Mücke. Darin liegt eine gewisse Tragik der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich mal auf so eine Empfindung einlassen und den Blick ruhen lassen auf irgendeinem Tier und seinem ganzen Verhalten. Dann muss man einfach sagen: &amp;quot;Mein Gott, mein Gott, bist du festgelegt in deinem Sein, so festgelegt, so definiert. Du kannst gar nicht ausbrechen. Du bist nur zu diesen Handlungen fähig. Allerdings, wenn man auf die Handlung schaut, diese ist unendlich weise.&amp;quot; Die Weisheit ist ausgebreitet im ganzen Tierreich. Es gab einen Zeitgenossen Goethes, Oken hieß der. Der hat gesagt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Würde man alle Tiere, Tierarten mal, Tierseelen, zusammen schmeißen in einen Topf und würde da ganz groß drin herumrühren, dann würde die menschliche Seele rauskommen. Und würde man die menschliche Seele zerstückeln in lauter einzelne Facetten und würde jeder einzelnen Facette einen Leib zusprechen, dann käme das Tierreich heraus.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ein Bild. Aber ein Bild, was sehr viel aussagt. Es zeigt sich eine Verwandtschaft des Menschen mit dem Tier, die ist da. Aber beim Tier ist das Seelische vollständig leibgebunden und das macht seine Tragik aus, aber gleichzeitig ist es die Offenbarung einer unendlichen Weisheit. Wenn man Weisheit, der Begriff ist ja heute auch schon nicht mehr sehr aktuell, also das Zusammenstimmen von verschiedenen Verhältnissen zu einem Ganzen, wenn man das wirklich studieren will, dann muss man das Tier studieren in dem, was es tut, in seinen Aktionen. Denn alles, was das Tier tut, ist nichts anderes als eine Offenbarung dessen, was seelisch, weisheitsvoll in diesem Leib gebunden ist. Es ist keine Freiheit da. Es ist ein Muss. Es ist eine Notwendigkeit, dass das Tier so handelt, wie es handelt. Wenn ich das Tierseelische wirklich tiefer verstehen will, mit meinem ganz normalen Bewusstsein -Vernunftbewusstsein allerdings - dann muss ich darauf hingucken: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Was macht das Tier?“ „Was tut das Tier?“ „Was macht der Elefant in freier Wildbahn?“ Oder der Löwe? Oder wie verhält sich die Kuh? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Verhaltensforschung ist eine sehr, sehr junge Wissenschaft - eigentlich ganz erstaunlich - sie hat sich zuerst der Wildnatur angenommen in Bezug auf das Erforschen der Verhaltensweisen der Tierarten, zuletzt dem Haustier komischerweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haustier ist lange Zeit hinten runtergefallen, das entdeckt man jetzt erst. Da ist man auch noch sehr, sehr unsicher, wie das überhaupt mit dem Haustier beschaffen ist. Deswegen hält man es ja als Nutztier. Dann stellen Sie sich mal vor, was der Begriff Nutztier eigentlich heißt. Da verneine ich jede seelische, besondere Eigenschaft im Tier. Ich verneine sie plötzlich, indem ich das Tier zum Nutztier degradiere, das nur noch mir nutzt. Wem nutzt es dann? Nicht, sich selbst, indem, wie ich es so mäste und zu Maximalleistungen zwinge, sondern es nutzt mir. Das ist der glatte menschliche Egoismus, der eigentlich dem Tier den Namen Nutztier verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Tier hat ein objektiv Seelisches in sich wirksam. Und das drückt sich in seinem gesamten Verhalten aus. Und wenn wir es verstehen wollen, müssen wir auf dieses Verhalten unser Augenmerk lenken. Darin können wir sehr weit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=3557s Moderne Ökologie und Tierverhalten 00:59:17] =====&lt;br /&gt;
Es gab natürlich schon in den Naturwissenschaften immer Ansätze in diese Richtung. Die hat man dann weitgehend verloren. Heute kommt es langsam wieder auf, in der Ökologie, dass man plötzlich studiert, die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Insektenreiches, innerhalb der Vögel und innerhalb des Edaphons, der Tiere im Boden, und so weiter und so weiter. Man fängt jetzt an, nicht mehr nur das einzelne Tier zu definieren, wie viele Beine es hat und wie viel Knie oder wo eigentlich das Herz ist beim Tier oder die Sinnesorgane, wie die beschaffen sind, die Facettenaugen. Das hat man natürlich längst alles anatomisch genauestens rausgekriegt. Aber wie sich das Tier einfügt in die gesamten seelisch-lebendigen Zusammenhang des Tierreiches und welche Funktionen es in aller Spezialität hier und dort erfüllt, diese Zusammenhänge tauchen erst heute in der modernen Ökologie mehr und mehr auf. Vielfach immer noch unter dem Nutzaspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel, wie kann ich Nützlinge einsetzen im Glashaus, dass sie mir dort die Läuse auffressen? Das wird ja heute schon zu einer Technologie entwickelt, wie wird damit verfahren. Aber dennoch ist es so, dass man merkt: Eigentlich bedarf das nur noch eines kleinen Ruckes in der Erkenntnis und man würde erkennen: Das Tier hat eine Seele. Und diese Seele ist dominant. Die ist so wie das Leben in der Pflanze dominant ist über das Physische, so ist die Seele des Tieres dominant über das Lebendige und Physische des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch der Mensch eine Seele, er hat einen Seelenleib. In der anthroposophischen Ausdrucksweise sagt man auch Astralleib. Und der hat nun seine physische Repräsentanz in all dem, was sich ausdrückt im Nerven-Sinnes-System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt unter diesem Aspekt auf den Menschen, auf die menschliche Seele schauen, dann ist es so, dass die menschliche Seele ja unendlich viele Rätsel aufgibt. Der alte Heraklit, das war ein griechischer Philosoph, der noch vor Sokrates gelebt hat, so um das fünfte Jahrhundert vor Christus, er hat die Bemerkung gemacht, er habe die Seele durchwandert, alle Straßen und Wege der Seele, soweit nur irgendwie möglich. Er ist an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein ganz bedeutender Geist. Er hat die Seele erforscht und hat kein Ende gefunden. Man geht Wege und Straßen. Überall verzweigt es sich in die ganze Welt. Aber er hat kein Ende gefunden. Die menschliche Seele hat kein Ende. Die tierische Seele ist leibgebunden. Die menschliche Seele ist auch leibgebunden bis zu einem gewissen Grad, weiß Gott, ja. Wir haben Hunger. Das ist ein Gefühl, Hunger zu haben. Wir haben Durst. Ein Gefühl, Durst zu haben. Das heißt, der Leib fordert da etwas. Und das drückt sich seelisch aus. Und so sind alle Emotionen, die man so hat, Zornesausbrüche oder weiß nicht was. Da merkt man ganz deutlich: Es hängt mit meiner Leiblichkeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Falle ist mein Seelisches noch in den Leib gebunden, wie beim Tier. Und eigentlich hat man immer den Eindruck beim Menschen, bei sich selbst, ein bisschen Selbsterkenntnis muss man da üben, wird man bemerken: Man befindet sich eigentlich immer zwischen Himmel und Hölle. Das heißt: zwischen Himmel, das heißt, dass man befreit ist vom Leib in dem Seelischen, und Hölle, das heißt, dass man plötzlich untertaucht in eine Welt des Leiblichen, wo man sich nicht mehr ohne Weiteres unter Kontrolle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dieses Spannungsfeld, in dem sich der Mensch erlebt und das Böse in der Welt, was man heute so hat, das wirkt durch den Menschen, als eine objektive Kraft durch den Menschen, immer dann, wenn er heruntersinkt in seine Leiblichkeit und keine Freiheitsgrade mehr zulässt. Dann entsteht das Böse in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=3873s Leiblichkeit und menschliche Tugenden 01:04:33] =====&lt;br /&gt;
Andererseits hat der Mensch sich zu befreien aus seiner Leiblichkeit. Das macht den Menschen zum Menschen. Das ist das Wunderbare. Dass, wenn ich versuche, mit einem anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, in Korrespondenz zu kommen, dann merke ich ganz deutlich: Da spricht nicht mehr nur der Leib, sondern da löse ich mich heraus. Dann entwickle ich lauter Tugenden. Also „Tugend“ ist heute auch schon kein Begriff mehr, nämlich Ehrfurcht zu haben, Liebeskraft zu haben für das andere Wesenhafte, was mir da begegnet. Oder aber in Hingabe etwas zu tun. Das sind alles Qualitäten, bei denen der Mensch sozusagen merkt: Das ist nicht mein Leib, der da arbeitet, sondern das bin ich losgelöst von meinem Leibe. Da ist ein Höheres in mir wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=3933s Zwei Seelen in der menschlichen Brust 01:05:33] =====&lt;br /&gt;
Goethe hat dieses herrliche Gedicht geschrieben, wo er bemerkt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das heißt eine Seele, die leibgebunden ist, die andere Seele, die leibbefreit ist. Die ganze menschliche Entwicklung in alle Zukunft besteht darin, dass wir uns immer mehr üben darin, frei zu werden von unseren Emotionen. Frei zu werden von diesen Zwängen, die in uns walten, von diesen unkontrollierten Instinkten und so weiter, sondern frei zu kommen davon, nämlich das zu verwandeln. Nicht sie wegzuschieben, kein Asket zu werden, sondern sie zu erkennen, in sich zu erkennen, als wirksame Kraft und die zu verwandeln in etwas, was man dann als Leibfreies, als Seelisches erkennen oder handhaben kann. So, dass wir hier jetzt eine neue Trennungslinie ziehen müssen. Das leibgebundene Seelische (unter der gestrichelten Linie) und die leibfreie Seele. Die steht über dieser gestrichelten Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=4026s Der Mensch als Naturwesen 01:07:06] ====&lt;br /&gt;
Wenn man diese drei Naturreiche und deren Repräsentanz im Menschen verfolgt, wird man sagen: Der Mensch ist auch ein Naturwesen. Er ist völlig abhängig von alldem, was ich da geschildert habe. Auch er hat entsprechende Organe überall, hier oben im Kopf, wie im Bauch, wie Herz und Lunge, wie die Säugetiere sie auch haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist es so, dass sich dadurch, dass der Mensch mehr ist nur als eine Seele, nämlich, dass er ein Ich hat, dass er einen Wesenskern hat, dass er etwas hat, wo er sagt: „Ich&amp;quot; zu sich selbst und nicht: „Du&amp;quot; zu sich selbst, sondern „Du“ zu einem anderen Menschen, der wiederum zu sich „Ich“ sagt. Das macht man sich heute alles gar nicht so bewusst. Man handhabt das irgendwie. Aber das wirklich mal tiefer zu hinterfragen: Was drückt sich eigentlich darin aus, dass hier in mir etwas waltet, was dann die Kraft hat, irgendwo im Seelischen Ordnung zu schaffen? Und nicht nur im Seelischen, sondern was im Grunde genommen hereinstrahlt in diese Sphäre hier und versucht, das leibgebundene Seelische zu verwandeln, in leibungebundenes Seelisches, in höhere Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses „Ich“ herein kraftet hier jetzt tiefer noch in die Lebenszusammenhänge des Menschen und auch diese versucht zu verwandeln. Da geschieht vieles in tiefer, tiefer Unbewusstheit. Aber wir können uns darum bemühen, die Voraussetzungen, die Bedingungen zu schaffen, dass das Ich wirklich einwirken kann, noch unter das Seelische herunter oder über das Seelische in das Lebendige hinein, das Lebendige zu verwandeln, dass wir auch da die Kontrolle über uns selbst gewinnen und dass das Ich schließlich herein wirkt, bis in den physischen Leib herunter. Es durchstrahlt den ganzen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=4170s Der Einfluss des Ichs auf den physischen Leib 01:09:30] ====&lt;br /&gt;
Das kann man heute, mit den Methoden der modernen Naturwissenschaft förmlich nachweisen, dass die sogenannte DNA, so nennt sich eine bestimmte Desoxyribonukleinsäure, das ist eine Erbsubstanz, dass die einen Prägestempel hat, wodurch man durch Analyse der DNA den Menschen definieren kann. Jeder einzelne Mensch hat seine Komposition des Stofflichen. Der ganze Stoff als Leib ist natürlich aufgebaut. Da sind Eiweiße. Da sind Kohlehydrate. Da sind Fette. Da sind alle möglichen Hormone und Fermente wirksam - der ganze Organismus es ist alles da, muss da sein. Aber wie es da ist und wie es komponiert ist, stofflich, und wie es ineinander wirkt, da kraftet etwas herein, was den Menschen zu diesem bestimmten Menschen macht. Darauf muss man sein Augenmerk legen.  &amp;lt;blockquote&amp;gt;Da ist ein Höheres in uns. Das: „Ich bin“! Dass ich sage: „Ich bin“ und ich bin nicht jemand anders. „Ich bin nur der, der ich bin.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;[Publikum:] Aber, also jedes einzelne Tier und jede einzelne Pflanze hat ja auch ihre eigene DNA. Ich verstehe nicht so richtig den Zusammenhang zum Ich, zum individuellen des Menschen. Im Gegensatz zur Pflanze und Tier, in dem Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass beim Tier diese ganzen physiologischen Prozesse sehr viel einheitlicher sind. Also von den Arten natürlich unterschiedlich. Man kann sich eigentlich dieses Bild noch mal vor Augen stellen, dass, wenn man verstehen will, was das Tier eigentlich ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten hier vor sich eine große Leinwand und die ist ziemlich undurchsichtig. Dann machen sie fünf Löcher rein und stecken durch die Löcher ihre Finger. Nun stehen Sie (andere Person) auf der anderen Seite und sehen plötzlich diese Finger. Die bewegen sich sogar. Jetzt müssen Sie sich klar machen: Es ist offensichtlich, dass sie sich bewegen, da muss hinter der Leinwand was sein, was diese Bewegungen hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist es evident. Da steht der Mensch direkt hinter der Leinwand und streckt seine Hände, Finger da durch die Löcher. Dieses Bild kann man übertragen aufs Tierreich und sagen: Das, was da als Finger erscheint, sind die einzelnen Individuen. Löwen in der Serengeti, alle Löwen der Welt oder alle Rinder oder Kühe der Welt oder jede Art steht sozusagen verborgen hinter einer solchen Leinwand. Und was erscheint, sind die einzelnen Individuen losgelöst von ihrem eigentlichen wesenhaften ichhaften Urgrund. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert. Das ist das Problem des Tieres. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menschen-Ich hat sich mit dem Leib verbunden, aber nicht vollständig. Da ist sozusagen ein geistiger Überschuss im Menschen, der ihn Denken, Fühlen und Wollen lässt. Ähnlich ist es mit den Pflanzen. Bei den Pflanzen sind die Eiweiß-Strukturen zum Beispiel bei den Getreidekörnern oder bei der roten Rübe sehr ähnlich. Wenn sie die untersuchen, sind die Eiweiß-Strukturen sehr verwandt, sehr ähnlich. Im Prinzip eigentlich nicht zu unterscheiden innerhalb der Art. Das macht den Menschen eigentlich zum Menschen, dass da ein übersinnliches Wesen in uns kraftet. Das ist nicht irgendwo nur in der Welt, sondern es ist zugleich in uns. Das macht es, dass wir seelenleibfrei Denken lernen können. Dass wir uns mit unserem Fühlen mehr dem Denken zuwenden können oder mehr den leiblichen Vorgängen. Wir können mithilfe des Denkens und Fühlens so in den Willen eingreifen, dass wir tatsächlich die Fähigkeit erreichen können zum freien Wollen. Stellen Sie sich so was mal vor. Wenn der Mensch von sich sagen kann, er ist ein frei wollender Mensch. Was gibt es eigentlich Erstrebenswerteres als das? Dass wir nicht  nur durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften sozusagen befeuert werden von unten, sondern dass wir in aller Ruhe aus unserem Denken, aus einem Bewusstsein heraus so hereinkraften können in unsere ganze Leiblichkeit, dass wir dadurch zum vernünftigen Handeln, zum sozialen Handeln, in solchen Sphären uns fähig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=4510s Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10] ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Manfred Klett Buch Das Organismusprinzip ... .jpg|verweis=https://biodyn.wiki/Manfred_Klett|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] Das Organismusprinzip in den Naturreichen, im Menschen und in der Landwirtschaft. Erstauflage 2024. Verlag am Goetheanum. &#039;&#039;ISBN: 978-3-7235-1781-9&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese drei Bereiche hier zusammen anschauen, das Mineralische, Pflanzliche und das Seelische des Tieres, ist hiermit der Organismusbegriff erfüllt. Das macht den Organismus zum Organismus. Hier herrscht eine Abgeschlossenheit. Das Tier führt es uns förmlich vor Augen, was eigentlich gemeint ist mit dem Begriff der Abgeschlossenheit. Da ist eine Haut, eine leibliche Abgrenzung. Der Elefant hat eine Haut, er ist begrenzt. Er ist riesig groß, natürlich ein riesiges Tier, aber er ist es doch irgendwo begrenzt mit der Elefantenhaut. Das Tier ist dadurch charakterisiert, dass es sich nach innen in eine bestimmte Organwelt gliedert. Das ist Ausdruck eines Seelischen. Das Seelische steht über dem Leben, steht über dem rein Physischen, obwohl es evolutiv noch sehr jung ist. Aber es steht darüber und steuert gewissermaßen oder prägt sich rein in das Lebendige, prägt sich rein ins Physische und lässt ein abgegrenztes Gebilde entstehen, mit einer Haut umgeben. Innerhalb der Haut sind bestimmte Organe, die auch in sich wiederum abgegrenzt sind, die dann überhaupt dem Seelischen die Möglichkeit bieten, anwesend zu sein, inkarniert zu sein. So dass man sagen kann: Der Organismusbegriff erfüllt sich. Die relative Abgeschlossenheit erfüllt sich, wenn ich sage, da ist ein Seelisches, das ist übersinnlich, was ich nur in seinem Verhalten und in seinen Phänomenen erfassen kann. Da ist ein Seelisches, das grenzt sich nach außen ab in einer Gestalt und gliedert sich nach innen in Organe. Da haben Sie so ein bisschen eine Art, ich möchte sagen, Definition. Es ist ein Begriff, eine Idee, die sich aber mit Inhalt erfüllt, wenn man darauf schaut. Es grenzt sich ab nach außen, in eine bestimmte Gestalt, die ist so spezifisch, dass sich dort schon so der Ausdruck des Wesenhaft-Seelischen repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Reh aus dem Waldrand heraustritt und dann plötzlich den Kopf mit dem Gehörn anhebt. Oder der Hirsch sozusagen mit seinem Geweih da den ganzen atmosphärischen Umkreis abtastet. Wenn das Reh da heraustritt aus dem Wald und steht da und äugt. Das Bild muss man sich mal vor Augen führen. Da merken Sie: Das ist ein Atmosphärisches. Und alles Atmosphärische ist eigentlich nichts anderes wie eine Erscheinungsweise des Seelischen, was man in der Anschauung unmittelbar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kann das Tier unendlich viel über sich selbst sagen, wenn man auf die Formen hinschaut, auf die Gestalt hinschaut. Wie ist die Gestalt beschaffen? Und eben dann auch seine eigene Innenwelt, wie die organisiert ist und wie es sich nach außen hin gibt in seinem Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das macht den Organismus aus. Das da Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches zusammenklingt zu einem höheren Ganzen. Alles, was da zusammenklingt, ist in sich weisheitsvoll. Da kann ich gar nicht dran rütteln. Das macht man natürlich heute. Ich versuche ja, mit der Gentechnik an allem zu rütteln oder mit der Art der modernen Düngung oder den Insektiziden, durch Pestizide, die ich einsetze in der Landwirtschaft rüttle ich ständig an der Weisheit der Natur. Wo aber genau hingeschaut wird: Diese Welt ist durch und durch weisheitsvoll. Da reicht keine menschliche Vernunft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das greift, wenn das in ein richtiges Verhältnis zueinander gebracht wird, im Sinne eines Organismus. Dann wirkt diese Weisheit durch sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=4805s Organismus und Individualiät 01:20:05] ===&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt aufsteigen im Menschen, bis in diese Sphäre, dann erfassen wir das, was man Individualität nennt. Wenn wir von Individualität sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist, a lso Geist. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes Wesen ausspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spricht sich aus im Ich des Menschen. Jetzt stehen wir vor der Forderung der Aufgabe, im biologisch-dynamischen Landbau, unseren landwirtschaftlichen Betrieb in dem Sinne zu entwickeln, dass wir ihm eine Geschlossenheit verschaffen. Eine relative Geschlossenheit im Sinne des Organismusbegriffs und den Begriff der Individualität fassen, den wir nur durch uns selbst in Selbsterkenntnis fassen können und diesen mit diesem Begriff nun versuchen, so herreinzukraften in diese Sphären hier, dass. wenn ich es so auffasse, heißt es da in dem Satz, dann kann ich so arbeiten, so gestalten, so hineinwirken in die äußere Natur, dass etwas entsteht, was auch im Geiste dem Menschen verwandt ist. Was nicht nur auf dieser Stufe dem Menschen verwandt ist oder dieser oder dieser. Sondern hier in Freiheit, das heißt, dass es losgelöst ist von der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich einen Begriff versuchen, so zu erfassen, aufgrund der Erkenntnis meiner selbst, dass diese jetzt für mich zum Instrument werden kann, meinen landwirtschaftlichen Hof nicht nur zu einem Organismus in diesem Sinne hier durch Zusammenschluss der Naturreiche herstellen kann, sondern dass das Ganze durchstrahlt wird von meinen Intentionen, die nicht mehr leibgebunden sind. Meine Ideen, meine höchsten Gedanken, die ich denken kann, die kann ich jetzt investieren. Aber eben nur auf der Basis der Selbstlosigkeit. Denn sobald das Selbst nur so leibgebunden mitspricht, dann ist es eigentlich schon Egoismus. Das erfordert eigentlich eine Seelenverfassung vom Menschen, die er sich erübt, dass er sich erst in den Zustand, in den geistigen Zustand versetzt, in vollkommener Reinheit zu versuchen, herein zu wirken in den Haushalt der Natur, dass es nicht nur seinem Nutzen, dient, sondern dass er da eine Art Evolution, eine Entwicklung veranlagt, die mit ihm innigst verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8&amp;amp;t=5008s Fragen aus dem Publikum 01:23:28] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir sind am Ende  Aber Sie hatten noch eine Frage &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Die bezieht sich eigentlich nur auf diese Trennung zwischen der körperlich gebundenen Seele und der geistigen Seele. Da bin ich jetzt gerade wieder durch dieses Geistig-Individuelle drauf gekommen. Glauben Sie oder glaubst du, dass Tiere... also du hattest das beschrieben mit diesem: Wenn wir eine andere Seele erleben und mit dieser kommunizieren, dass das diese geistige Seele ausmacht. Glaubst du, dass Tiere das nicht können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Na ja, so wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Durch sie selbst? Kann der Elefant mehr werden, als er ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als wir sind? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als ein Mensch? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir vielleicht auch einfach ein Adler sein? Wenn wir ein Adler sind, haben wir dann ein Ich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Mensch ist in gewissem Sinne sogar ein Adler, wenn er denkt. Das haben früher die Menschen so erlebt. Da ist man Adler, wenn man die Gedanken in ihrer Höhe, der Höhe des Geistes, die Gedanken so denkt, dann haben sie sich als Adler empfunden. Wenn sie sich empfunden haben als kraftvoll tätiger Mensch, haben sie sich als Stier empfunden. Wenn sie sich empfunden haben, als jemand, der ganz aus der Mitte heraus wirkt und daraus tätig ist in der Welt, haben sie sich als Löwe empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Aber was wir ja nicht können, ist, dem Tier in seinen Kopf zu gucken um zu wissen, als was sich dieses Tier empfindet. Ich denke mal nämlich, wenn eine andere Spezies sich uns als Mensch angucken würde, würde diese Spezies auch ganz klar uns sehen, so wie wir sind. Die würde uns nicht als Adler sehen und nicht als Löwe sehen und nicht als Bär sehen, sondern die würde uns als Menschen sehen und könnte vielleicht auch nicht nachvollziehen, wie wir uns vielleicht als Adler fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wissen Sie, eines muss man sich eingestehen als Mensch. Wir können so denken, wie ich es jetzt mal so versucht habe, so hier vorzustellen. Aber wir haben bei weitem nicht die Weisheit, die im Tierreich liegt. Das Tier ist weit, weit höher weisheitsvoll. In seinen ganzen Tätigkeiten steht es weit, weit über dem Menschen. Aber eines hat der Mensch: Er kann das, was er kann, steigern durch die Kraft seines Ichs. Er kann lernen. Er kann lernen. Er kann sozusagen sich immer mehr zum Menschen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist, wenn ich sage: Kann der Elefant mehr Elefant werden? Er kann nur Elefant sein, auch innerlich, als dieses Wesen, das er geworden ist, evolutiv. Der Mensch hat die Möglichkeit, obwohl er eigentlich viel weniger weisheitsvoll ist, er ist viel zu stark emotionell, auch wie er sich gibt. So ist doch der Mensch einer, der lernen kann. Lernen, lernen, lernen, mehr zu werden als er ist. Diese Fähigkeit ist noch so zart, aber sie ist da. Kraft dessen, was in mir als Mensch ist oder mich zum Menschen macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns nicht einfach nur so leichtfertig über die Tiere erheben und meinen, wie herrlich weit haben wir es gebracht. Wir haben aber eine Fähigkeit in uns, die uns die Möglichkeit gibt, das Tier in seinem wahren Wesen, den Adler in seinem Wesen, den Löwen in seinem Wesen, den Stier in seinem Wesen, so zu erkennen, dass wir erkennen, die sind alle in uns. Trotzdem ist da noch etwas, was sie zusammenfasst zu einem höheren Ganzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen. Aber es soll nur eine Eröffnung sein, was wir heute besprochen haben, für das Düngungsthema, was wir dann morgen anschlagen. Ich bin eigentlich leider Gottes noch nicht sehr weit gekommen. Also wir müssen dann morgen noch mehr Tempo anlegen. Ja, also dann wünsche ich noch einen schönen Tag heute. Und morgen sehen wir uns wieder.&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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„Wenn wir von &#039;&#039;&#039;Individualität&#039;&#039;&#039; sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist, also [[Geist]]. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes [[Wesen]] ausspricht.“ [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018#Organismus und Individualiät 01:20:05|| Klett, M. Betriebsorganismus, 1. Folge, 2018, 01:20:05]] &lt;br /&gt;
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[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 327]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Manfred Klett]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Eva Lang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11521</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11521"/>
		<updated>2026-01-02T09:08:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 6. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (1. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 ===&lt;br /&gt;
Ja, ich wünsche einen schönen guten Morgen. Und ich wünsche Ihnen auch, dass hier eine interessante Woche vor Ihnen steht und neue Einblicke in die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]]. Nun möchte ich mich kurz vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin hier Mitbegründer der [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof]] gewesen, 1968, als wir hier angefangen haben auf dem [[Dottenfelderhof]]. Aber ich war schon hier auf dem Hof 1956/57 als Lehrling tätig. Ich habe hier meine landwirtschaftliche Lehre schon durchlaufen, in einer ersten Phase der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Bewirtschaftung]] von 1946 bis 1957. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das an ein Ende. Die Bewirtschaftung wurde wieder konventionell auf zehn Jahre, ein Interregnum. Weil eben dieser Hof im Zuge der Bodenreform - die gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Besatzungszonen - auch in der russischen. Die Bodenreform, dass jeder Landbesitzer, der über 100 Hektar Land besaß Land abgeben musste, zur Ansiedlung ostvertriebener Bauern.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landgraf von Hessen, dem dieser Betrieb gehört hat, hat den Betrieb dann komplett abtreten müssen an eine Siedlungsgesellschaft. Die wurden ja damals neu belebt nach dem zweiten Weltkrieg, um diese ganzen Vorgänge zu steuern. Sodass wir uns damit abfinden mussten, dass jetzt der Eigentümer eine Siedlungsgesellschaft war, die nur die eine Absicht hatte, diesen Hof zunächst einmal für ostvertriebene Landwirte freizumachen. Andererseits später, nachdem das nicht so gelungen war, diesen Hof scheibchenweise nach der Salamitaktik zu verscherbeln. Stadtnah gelegen und sehr hohe Bodenpreise - Baupreise hier in der Gegend - sodass der Dottenfelderhof also in seinem ganzen geschichtlichen Verlauf seinen Nullpunkt erreicht hat, in den 60er, 70er, 80er Jahren, nein, sagen wir einmal, 60er Jahren, 50er, 60er Jahren. &lt;br /&gt;
=== Der Dottenfelderhof als Klostergut bis in die heutige Zeit 00:03:30 ===&lt;br /&gt;
Der Hof selber hat eine Geschichte, die weit über 1.000 Jahre hinausgeht. Er ist einer der ältesten Siedlungsorte überhaupt, weit und breit, weil er wird urkundlich schon erwähnt im Jahre 843, als ein freies Königsgut, unter Karl dem Großen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also in der Zeit war Karl der Große schon gestorben, aber es waren dann seine Söhne und Enkel. Er war ein freies Königsgut, ein karolingisches Königsgut. Es kamen ja dann die Sachsen-Kaiser, und es war dann Otto der Zweite, der Kaiser also, der jetzt diesen Hof seinerzeit dem Kloster Worms als Lehen gegeben hat im Jahre 976. Das ist alles urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 976 wurde der Dottenfelderhof ein Klostergut von Worms. Die Klöster konnten nur existieren, wenn sie Pfründe hatten. Das heißt, ihnen ist entsprechender Landbesitz zugeteilt und zu Lehen gegeben worden, damit sie in der Lage waren in der Landwirtschaft nicht nur täglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu erarbeiten, sondern damit ein paar Mönche freigestellt worden sind, um die Bibel abzuschreiben. So war das damals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bibel abzuschreiben, brauchte man Pfründe, man brauchte also den Zehnten, der dann abgeliefert worden ist an das Kloster, damit das Kloster überhaupt existieren konnte. So war der Dottenfelderhof ein solches Lehensgut geworden. Dann 1121, 1122, 1123 wurde das erneut zu Lehen gegeben, an den gerade eben gegründeten Orden der Prämonstratenser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prämonstratenser waren ein relativ kleiner Orden in der Aufsplitterung der [[Zisterzienser]] gewesen. Auch wiederum seit dieser Zeit war der Dottenfelderhof ein Klostergut, von Kloster Ilbenstadt hier ganz in der Nähe, und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation. 1803 bis 1806 unter Napoleon wurde der ganze Klosterbesitz hier aufgeteilt in Mitteleuropa. So kam der Hof in die Hände schließlich der Landgrafen von Hessen, Kassel. Er wurde dann eine Art Beispielbetrieb im 19. Jahrhundert für moderne Verfahren in der Landwirtschaft, wie Zuckerrübenanbau und dergleichen mehr. Weitere Details möchte ich jetzt nicht darüber sagen, sonst verlieren wir zu viel Zeit. Aber es war ja so, dass 1946 hier ein Landwirt eingeheiratet hat, der eigentlich aus einer Goldschmiedfamilie stammte. Ein hochintelligenter, befähigter Mann, der diesen Hof hier dann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt hat. Der Dottenfelderhof sollte eigentlich in den 50er Jahren das Zentrum der biologisch-dynamischen Bewegung in Deutschland werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann zerbrach das 1954, weil eben der Druck auf das Land hier so groß war. Sie wollten hier formal noch ostvertriebene Landwirte ansiedeln, aber das Ganze zerbrach dann, wie ein Kartenhaus fiel das in sich zusammen, 1957. Das war eine unglaubliche Tragik, weil die Möglichkeit, hier jetzt so eine ganz neue Entwicklung zu inaugurieren, erstmal aussichtslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da habe ich eben versucht in der Folgezeit mit meinem ehemaligen Lehrchef hier zu prüfen, ob wir diesen Hof doch wiedergewinnen können. Das war uns nach vierjährigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von 1964 bis 1968 schließlich gelungen. Allerdings in Form von Kriegszuständen, kann man fast sagen, in den Verhandlungen mit dem Land Hessen. Also man hat sich sozusagen mit schärfsten Waffen da bekämpft. Wir mit den Waffen der Idee, wir hatten ja keine anderen. Es war eine Zeit, wo der konventionelle Landbau sozusagen sein Aufstiegserlebnis hatte: &amp;quot;Jetzt endlich können wir also technologisch alles so machen, dass der Mensch als Arbeitender überflüssig wird in der Landwirtschaft.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung fing damals an. Wir haben vier Jahre mit dem Land Hessen verhandelt und dann schließlich einen Pachtvertrag über fünf Jahre bekommen, einen Knebelvertrag, bei dem jeder Sachverständige auf diesem Feld gesagt hat: &amp;quot;Damit habt ihr die Schlinge um den Hals mitgeliefert bekommen&amp;quot;. Das war ein furchtbarer Knebelvertrag. Ich kann jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen. Aber jedenfalls war der so, dass sie sich gesagt haben: &amp;quot;So stehen die das nie durch&amp;quot;. Sie versuchten eben, uns irgendwie hier von vornherein wegzukriegen. Nur der Minister selber und ein paar wenige Menschen, die haben ein bisschen die Hand über uns gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das waren also außerordentliche schwierige Jahre. Der Dottenfelderhof war heruntergewirtschaftet bis zum geht nicht mehr. Das war eine Räuberburg, so wurde sie damals bezeichnet, alles war völlig am Boden. Sowohl der Zustand der Böden als auch der Gebäude. Es war jahrzehntelang nichts mehr gemacht worden. Wir haben uns damals gesagt, einmal den Fuß zwischen Tür und Angel, kriegt uns niemand mehr von dem Hof runter. So war es dann auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es manchmal aussah, wie wenn wir morgen hier weggehen müssten. Ende der 70er Jahre, haben wir schließlich endlich erreicht, hier einen 18-jährigen Pachtvertrag neu zu bekommen für den Hof und haben durchgesetzt, dass das Land Hessen den Hof gekauft hat, von der Siedlungsgesellschaft. Wir sind in den Kauf eingestiegen und haben die Hofgebäude mit 20 Hektar drum herum gekauft, als gemeinnütziger Verein. Jetzt sind die Gebäude und diese 20 Hektar Eigentum des gemeinnützigen Trägers Landbauschule Dottenfelderhof und alles übrige Land sind natürlich noch Zupachtungen von außerhalb. Jetzt sind es direkt um den Hof arrondiert ungefähr 165 Hektar. Insofern war jetzt zunächst mal eine Entwicklung gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnten wir überhaupt investieren, auch in den folgenden Jahren. Das war ja vorher völlig unmöglich. Wir haben dann die [[Landbauschule Dottenfelderhof]] gegründet, schon in den 70er Jahren, und haben hier auch eine Forschung eingerichtet - dort drüben, das werden Sie vielleicht noch sehen, oder Sie haben das schon gesehen. Unsere ganze Züchtung, die wir hier jetzt auf dem Hof betreiben, die Forschung, die wir hier auf dem Hof betreiben und alle möglichen sonstigen Initiativen, die hier eben stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die soziale Frage 00:11:29 ===&lt;br /&gt;
So hat sich das entwickelt und ich möchte nur noch ein Wort sagen zur [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof|Betriebsgemeinschaft]]. Weil ich meine, dass das der springende Punkt ist für die gesamte Zukunft der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] in Europa, in Mitteleuropa ganz besonders. Wir müssen da Pioniere sein auf diesem Felde, dass nicht mehr der bäuerliche Familienbetrieb das eigentliche Ideal sein kann in die Zukunft. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber jedenfalls, da liegen ja auch Probleme vor. Denn wie soll eine einzelne Familie in der Lage sein, einen biologisch-dynamischen Betrieb, Viehhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Heckenbau, Wiesen- und Weidewirtschaft betreiben und dann auch noch Weiterverarbeitung und Vermarktung unter einem Dach möglich zu machen? Ganz aussichtslos. Man ist dann burned out nach nicht allzu langer Zeit. Man muss sehen: Wie können wir sozial, nicht nur biologisch-dynamisch -Pause- Das Biologisch-Dynamische ist eine ungeheuere Zukunftsaufgabe. Und so ist auch in Verbindung mit dem Biologisch-Dynamischen die soziale Frage ungeheuer aktuell. Die Landwirtschaft hat in Zukunft dafür eine ungeheure Aufgabe, eine Mission förmlich, neue soziale Entwicklungen zu inaugurieren. Das war auch von Anfang an unser Anliegen hier auf dem Dottenfelderhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgemeinschaft ergab sich nun nicht aus diesem Anliegen primär. Wir hatten keinen - wie soll man sagen - sozialen Impetus, hier und da etwas zu schaffen, sondern es ergab sich rein und ausschließlich aus den Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir haben gesagt, ein Einzelner kann niemals mit angestellten Mitarbeitern auf die Dauer einen biologisch-dynamischen Betrieb umtreiben, sondern die Mitarbeiter müssen selbst motiviert sein. Die müssen selber aus sich heraus das Motiv haben, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, und zwar auf Augenhöhe. Also nicht mehr die hierarchische Struktur von einst: Da ist der Betriebsleiter und dann kommen die verschiedenen Stufen bis herunter über die Lehrlinge und Mägde und dann die Ratten und Mäuse, so war das ja früher. Sondern dass diejenigen, die hier wirtschaften- das war ja unser großes Ideal gewesen, das hat sich ein bisschen hier gewandelt, ist unser großes Ideal gewesen. Und das ist es für mich auch in alle Zukunft, dass wir eine Form, eine soziale Form entwickeln müssen, wo jeder Einzelne voll motiviert ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Person ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir wollten eigentlich jede Lohnarbeit abschaffen. Das ist auch noch heute mein Ideal, dass wir keine Lohnarbeitskräfte mehr haben, sondern dass jeder, der da mitarbeitet, Mitunternehmer ist. Geistiger Mitunternehmer. Voll motiviert und dann auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Das war der Grund, warum wir überhaupt die Betriebsgemeinschaft gegründet haben. Das war damals ein derartiges Novum, 1968. Obwohl es gab schon Bemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab ja schon Bemühungen nach dem zweiten Weltkrieg in der biologisch-dynamischen Bewegung. Die sind alle zerbrochen, alle zerbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie wir dann 68&#039; anfingen, unter den unmöglichen Bedingungen hier: kein Geld, kein nichts, kein gar nichts, sondern nur die Idee. Da leuchtete plötzlich sozusagen historisch ein Moment auf und man sagte: &amp;quot;Jetzt. Jetzt ist der Moment da, jetzt ist er reif. Jetzt können wir diesen Versuch wagen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten so gut wie keine Rückendeckung von irgendwo. Also es kann man an fünf Fingern abzählen, die Menschen, die uns sozusagen gesagt haben, dass wir nicht total verrückt sind. So sind es jetzt 50 Jahre, dass der Hof in dieser Form existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich vieles gewandelt, nicht mehr so ganz, wie ich mir das wünsche. Aber das ist immer so, alle Entwicklung ist immer ein Stirb und Werde, immer ein Stirb und Werde. Das hört man nicht gern, wenn man jung ist. Man möchte ja immer, dass etwas wird, oder dass man jedenfalls Teil hat, dass da irgendwas wird. Aber dass auch etwas sterben muss, das möchte man so gar nicht so wahrhaben wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist ein Entwicklungsgesetz, dass alles erst mal- wenn etwas wird, dann muss erst etwas sterben, um neu zu werden, um immer neue Stufen der Entwicklung zu erklimmen. So ist es auch heute, dass durch die Erweiterung der Entwicklung des Dottenfelderhofes, durch die Weiterverarbeitung, durch den Laden hier unten, durch die Bäckerei, die Konditorei, die Käserei und dann die Forschung und allem, was sich hier angesiedelt hat, dass dadurch natürlich viele Menschen von außen hinzukamen. Die konnten zunächst nur als Lohnarbeitskräfte oder als Angestellte hier am Rande, sozusagen um den Kernbetrieb herum hier ihre Arbeit aufnehmen. Das hat sich dann auch irgendwo ausgewirkt auf den Hof selbst. Ich möchte damit sagen, das Ideal steht. Die ersten Erfahrungen auf diesem Felde sind gemacht. Und ich weiß, wie schwer es ist, eine Betriebsgemeinschaft wirklich am Leben zu erhalten. Ich weiß das. Bis in den letzten Winkel weiß ich das, welche Gefährdungen und welche Probleme auftreten können. Einfach damit, dass man lernt, als Individuum, als individueller Mensch wirklich dieses Maß von Selbstlosigkeit - objektiver Selbstlosigkeit, nicht emotionaler - objektive Selbstlosigkeit zu entwickeln, dass man wirklich mit dem anderen zusammen eine wirkliche Gemeinschaft zielstrebig in eine Zukunft hineinarbeitet, um der Sache willen, nicht um seiner selbst willen! Aber das ist die Perspektive in die Zukunft, das möchte ich Ihnen ans Herz legen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Schicksal läuft anders. Da gibt es keine Norm. Aber es muss klar sein: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist nicht nur biologisch-dynamischer Pionier, sondern auch im sozialen Felde muss sie Pionieraufgaben haben, muss sie etwas vorleben, anderen Menschen, der Gesellschaft vorleben, dass ganz andere Entwicklungsgänge in die Zukunft möglich sind, die heilsam sind, im Sozialen heilsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und der Betriebsorganismus 00:18:48 ===&lt;br /&gt;
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Thema, über das ich hier heute spreche, sondern ich habe jetzt noch mal ein bisschen historisch zurückgegriffen. Ich bin ja gefragt worden, noch etwas zu sagen über die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und das im Kontext mit dem Betriebsorganismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung in den Betriebsorganismus 00:19:11 ====&lt;br /&gt;
In aller Kürze möchte ich erst mal eingehen auf den Betriebsorganismus, was das eigentlich ist, wie man ihn überhaupt verstehen kann, welchen Zugang es da überhaupt gibt. Es wird ja immer drüber geredet, aber es ist irgendwie ein Wort, das ist ein Nomen. Was verbindet man damit jetzt ganz konkret? Von da ausgehend beschäftigen wir uns morgen mit der Frage der tierischen Düngung, gerade im Kontext des Organismus-Gedanken und am Freitag und Samstag wollen wir auf dieser Grundlage uns noch wenigstens symptomatisch mit einzelnen Aspekten der biologisch-dynamischen Präparate befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Frage nach dem landwirtschaftlichen Organismus 00:20:11 ====&lt;br /&gt;
So, aber jetzt diese Frage nach dem Betriebsorganismus. Sie stehen ja alle irgendwo in der Landwirtschaft drinnen, sind auf irgendwelchen Höfen, haben da ihre Erfahrungen gemacht und da gibt es vielleicht Kühe, da gibt es auch das und jenes und die Felder und Gartenbau da oder dort. Aber das hat sich alles so entwickelt, wie sich eben die Zeitverhältnisse ergeben haben, wie es die Marktverhältnisse ergeben haben in den letzten Jahren. Und die Frage ist immer: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Hat man wirklich eine Idee dessen, was ein landwirtschaftlicher Organismus sein kann?&amp;quot; Was eigentlich die Grundlagen, die ideellen Grundlagen sind zum Verständnis dieses Begriffs Organismus?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nun ja, und da möchte ich erst auf drei Hinweise Rudolf Steiners, den Begründer des biologisch-dynamischen Landbaus, aus seinem [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftlichen Kurs]] zitieren und von dort meinen Ausgangspunkt nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der erste, ich möchte sagen &#039;&#039;Initialsatz&#039;&#039; förmlich im &#039;&#039;Landwirtschaftlichen Kurs&#039;&#039;, im Hinblick auf die Aufgabe eines zukünftigen Landbaus, ist einer, den man eigentlich schier nicht verstehen kann. Und dennoch enthält er alles! Den möchte ich einfach mal zitieren. Da heißt es am Beginn des zweiten Vortrags, also letzten Endes den Kurs eröffnend, da heißt es: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Eine Landwirtschaft ...&amp;quot; also stellen Sie sich mal irgendeinen Hof vor, &amp;quot;&#039;&#039;Eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen&#039;&#039; ...&amp;quot;, und dann setzt er hier nach: &amp;quot;&#039;&#039;im besten Sinne des Wortes erfüllt sie ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann&#039;&#039;...&amp;quot;, völlig freilassend, &amp;quot;aufgefasst werden kann &#039;&#039;als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[1]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annäherung an das Ideal der Individualität 00:22:10 ====&lt;br /&gt;
Jede Landwirtschaft müsste sich annähern, diesem Ideal, eine solche Individualität zu sein. Jetzt muss man sich fragen: &amp;quot;Was soll das eigentlich? Was ist damit ausgedrückt?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist zunächst mal dieses gesagt: &amp;quot;Eine Landwirtschaft erfüllt &#039;&#039;nur dann ihr Wesen&#039;&#039;.&amp;quot; &#039;&#039;Sie hat es gar nicht!&#039;&#039; Sie hat noch nicht ihr Wesen. Es sei denn, &#039;&#039;ich fasse sie auf als eine Art Individualität. Ich, also ich als Landwirt!&#039;&#039; Das ist nicht gegeben da draußen, sondern ich muss es auffassen, ich muss es mit Gedanken fassen. Das ist eine Anstrengung, eine Erkenntnisanstrengung. Ich muss erfassen - diesen Gedanken fassen - , dass eine Landwirtschaft eine Art Individualität ist, ja, eine wirklich in sich geschlossene Individualität! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat man natürlich &#039;&#039;lauter Begriffe,&#039;&#039; mit denen man auch noch gar nicht so richtig zurechtkommt. Was ist überhaupt eine &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Was ist denn da überhaupt die &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;? Und so weiter. Und was ist &#039;&#039;das Wesen überhaupt?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Satz im Landwirtschaftlichen Kurs, der nimmt noch mal Bezug auf diese ganze Sache und sagt aus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;quot;Im Grunde ist die volle Geschlossenheit in einem landschaftlichen Betrieb nicht zu erreichen&amp;quot;&#039;&#039;. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist verständlich, ich meine, der Wind weht hier über unseren Betrieb, der kommt von England rüber, ein Sturm oder so, da kommt alles von außen rein. Oder es regnet von Wolken, die voll beladen sind mit dem Dreck von Frankfurt hier auf den Dottenfelderhof. Oder wir kaufen Maschinen von außen dazu oder auch hin und wieder mal Vieh, oder was es auch sein mag. Also wir können nicht autark, total autark sein, als landwirtschaftlicher Betrieb nicht in voller Geschlossenheit. Aber er sagt, man müsse doch den &#039;&#039;Begriff&#039;&#039; der &#039;&#039;notwendigen Geschlossenheit&#039;&#039; haben. &#039;&#039;Wenn man den nicht hat, dann kann man auch keine Geschlossenheit eines landwirtschaftlichen Organismus schaffen,&#039;&#039; sondern ich muss den Begriff haben. Das heißt, in diesen beiden Äußerungen, die ich zitiert habe, ist schon klar: Der Mensch ist gefordert, sich mal ordentlich Gedanken zu machen, mein Gott! Und &#039;&#039;nicht nur so vor sich hin zu pfriemeln und nur seinen Egoismus auszuleben&#039;&#039;, sondern sich &#039;&#039;klare Gedanken&#039;&#039; machen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;Was heißt das eigentlich? &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Kann denn hier jemals ein landwirtschaftlicher Betrieb Individualität sein? Es gebührt doch eigentlich nur dieser Begriff dem Menschen im strengen Sinne? Und ebenso: Wie steht es mit dem Begriff der &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Grundlage 00:24:55 ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Das Dritte, was ich noch kurz zitieren will, ist: Am Ende des vierten Vortrages, wo gesagt wird: &amp;quot;&#039;&#039;In allem wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[2]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Also in allem, was eigentlich in der Landwirtschaft gestaltungsmäßig sich vollziehen kann und vollziehen muss, da muss man die &#039;&#039;Kriterien von der Erkenntnis des Menschen hernehmen&#039;&#039; und kann sie &#039;&#039;nicht draußen in der Natur&#039;&#039; ohne Weiteres &#039;&#039;finden&#039;&#039;. Sondern ich muss da einen &#039;&#039;Begriff bilden&#039;&#039;, der abgeleitet ist vom &#039;&#039;Verständnis des Menschen selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das möchte ich jetzt tun, und zwar in aller Kürze. Es tut mir leid, solche Dinge müssten sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber nur, um das Prinzipielle mal sichtbar zu machen. &#039;&#039;Gehen wir mal vom Menschen aus&#039;&#039;, und zwar unter dem Gesichtspunkt, diesen jetzt als Grundlage zu nehmen für den Begriff der &#039;&#039;landwirtschaftlichen Individualität&#039;&#039; bzw. des &#039;&#039;landwirtschaftlichen Organismus&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind jetzt genötigt, ganz abzusehen von der Landwirtschaft um den Blick wirklich auf den Menschen zu lenken und zu sehen: &#039;&#039;Wie ist eigentlich der Mensch organismusmäßig konstituiert?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch vom Tier ausgehen, aber da fehlt dann was. Wir könnten auch von der Pflanze ausgehen, da fehlt noch mehr, um den Organismusbegriff wirklich zu fassen. Wir können auch vom Mineral ausgehen. Und da fehlt am allermeisten. Aber der Mensch erfüllt sozusagen das, worum es hier geht, als Persönlichkeit, erfüllt das voll und ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung an der Tafel): Wenn Sie sich mal den Menschen - so einen Strichmenschen vorstellen. Der steht sogar noch ein bisschen krumm, aber eigentlich ist er natürlich sozusagen voll in der Achse Erde-Sonne vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses eigenartige Gebilde Mensch zeigt nun eine ganz bestimmte physiologische und morphologische Gliederung als Grundlage für seine eigene geistig-seelische Entwicklung und Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das menschliche Haupt 00:27:45 =====&lt;br /&gt;
Wenn wir zunächst mal den Blick ... Man sieht es schon hier an dieser Gestalt, das da oben ist völlig anders als was da unten ist. Wenn wir hier oben jetzt diesen Bereich anschauen, das menschliche Haupt. Das ist wie eine Kugel da oben auf den Halswirbeln und wäre für sich auch nicht die Spur lebensfähig, sondern eigentlich ist die Tendenz, dass das Haupt das vollendet, was es ständig erlebt, nämlich abzusterben. Im Haupte haben wir lauter physiologische Vorgänge, die nur und allesamt enden in einem Abbauprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zunächst mal darauf achten, dass das Haupt umgeben ist von einer harten Knochen-Substanz. Die ist nicht kristallin, sie ist so knorpelartig, aber knorpelartig verknöchert und dies ist ziemlich tot. Es wird ein bisschen durchblutet, aber fast zu vernachlässigen. Das Haupt ist umgeben, nun gut, das muss man ihm zugestehen, hier von einer dünnen Haut, und die ist stark durchblutet. Das ist das Einzige, was so richtig lebendig ist da oben. Da wachsen dann die Haare raus. Aber die Haare sind auch schon wieder ziemlich tot. Die kann man abschneiden, ohne dass man merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist dieses Haupt erfüllt, zunächst mit einer Flüssigkeit, dem Gehirnwasser, das ist eine lympheartige Substanz. Dann ist es eben erfüllt hier vom Gehirn. Ich sehe jetzt mal ab von allem Übrigen. Erfüllt von dem Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gehirn setzt sich nach außen fort, in die Sehnerven, in die Hörnerven, in die Sinnesorgane, die wachen Sinnesorgane, mit denen wir uns am intensivsten mit der Welt in Beziehung setzen. Alles, was sich hier abspielt, selbst das Gehirnwasser, ist eigentlich tot. Das ist das reinste Wasser, was man sich überhaupt vorstellen kann, aber es ist eben ganz mineralisch tot. Da bilden sich sogar ganz feine Kriställchen drin in dem Gehirnwasser. Wenn wir denken, in der Epiphyse, die sitzt hier oben auf dem Gehirn auf, da bilden sich lauter feine organische Kriställchen. Die schwimmen dann zum Teil in dem Gehirnwasser herum. Und wenn wir einen Gedanken vergessen, lösen die sich wieder auf. Das kann man heute medizinisch nachweisen. Jeder Gedanke bildet einen Kristall, bildet etwas. Und diese Form, die sich da bildet, also jetzt ganz im Physischen, die löst sich wiederum auf, wenn etwas in Vergessenheit gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Gehirn ist eine Bildung, wo ständig Materie abgebaut wird, organische Materie. Das Blut strömt hier vom Herzen hoch, hier in das Haupt und unterhält sozusagen gerade eben das Haupt noch lebendig, den Kopf, das Gehirn lebendig. Aber eigentlich ist es also fast an der Schwelle des Todes, des Absterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser Tatsache, dass hier ständig Abbauvorgänge sind, das Gehirn hat die intensivste Atmung im ganzen Körper. Also Atmung geschieht immer dadurch, dass Kohlendioxyd entsteht durch Abbauprozesse und dann durch den Atem wieder ausgeatmet wird. Und die intensivste Atmung findet hier statt. Abbau, das heißt eigentlich Todesprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir sehen auch, dass das Haupt eigentlich dasjenige ist am Menschen, obwohl man den Kopf drehen nicken kann - glücklicherweise kann man das noch - es eigentlich der Ruhepol des Menschen ist. Dort befindet sich der Mensch eigentlich am meisten in Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Prozesse, die da im Kopf sich abspielen - natürlich muss man unter diesem Gesichtspunkt auch die Sinnesorgane mit einbeziehen, das Auge, das Ohr. Wenn Sie die anatomisch studieren, dann werden Sie bemerken, dass das eigentlich fast physikalische Apparate sind, zunächst einmal. Das Auge ist wie eine camera obscura. Und auch die Gehörknöchelchen, die die ganzen Schallwellen übertragen auf das Innenohr, das sind alles mechanische Vorgänge Plus und Minus. Dieses Haupt muss ständig von unten ernährt werden, damit es überhaupt existieren kann in dieser Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gegenläufige Organisation vom Haupt 00:33:23 =====&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir gegenläufig zum Haupt eine Organisation, die wirklich das vollständige Gegenteil darstellt, in die wir im Grunde genommen überhaupt keinen direkten, erlebnismäßigen Einblick nehmen können. Das ist das, wo zu dem, was bisher geschildert worden ist - polar dazu - man könnte dazu sagen, dass das der Lebenspol des Menschen ist. Wo alle Lebensvorgänge lokalisiert sind, wo alles in einem ständigen Wechsel und Wandel begriffen ist, wo Aufbauprozesse stattfinden und wo Regenerationsprozesse stattfinden. Also der Lebenspol, kann man sagen, der Lebenspol des Menschen. Und hier ist alles in Bewegung. Denken Sie mal an die Gliedmaßen, die Arme, die Hände, Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht von daher schon, dass der Mensch eigentlich ungeheuer polarisiert ist, in zwei Pole. Einen Todespol und einen Lebenspol. Aufgrund dieser Todesprozesse hier oben entwickelt der Mensch sein Denken oder werden ihm die Gedanken bewusst, so muss man es genauer sagen. Während wir uns hier unten im Willen erleben, als wollende Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der ganze untere Mensch organisiert in Bezug auf die Verdauungsprozesse, die ganzen Drüsenprozesse und was da sich abspielt, sie alle dienen dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nerven-Sinnesprozesse und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System 00:35:31 =====&lt;br /&gt;
Wir können hier oben vielleicht noch die Nerven-Sinnesprozesse, das Nerven-Sinnessystem hinschreiben. Und hier ist das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Von daher gesehen ist der Mensch ein zweigliedriges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Zuschauerfrage zur stillenden Brust einer Mutter. Die stillende Brust von einer Mutter. Gehört die jetzt zu den Lebensprozessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wenn Sie ein Kind bekommen, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, sicher. Das ist ja alles unterhalb des Zwerchfells. Das hier ist das Zwerchfell. (Zeichnung). Ich treffe jetzt keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau, sondern das gilt einfach für den Menschen. Der Mensch ist Mensch, ob so oder so, Mensch ist er in erster Linie. Da haben wir hier diese Trennung zwischen diesem Oben und Unten und das ist das Zwerchfell. Unterhalb diesem spielen sich diese Lebensvorgänge insbesondere ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier dazwischen noch eine andere Wirklichkeit. Das ist da, wo nun Lunge und Herz beheimatet sind, wo der Mensch ein rhythmisches Wesen ist. Dieser mittlere Mensch, wo wir uns am allermeisten als Mensch erleben, wir erleben uns ja nicht im Kopf als Mensch so sehr, auch nicht im Bauch, sondern gerade in dieser mittleren Zone. Da erleben wir uns als am allermeisten als Mensch. Diese Organe, die hier als Zentralorgane in der Mitte angesiedelt sind, offenbaren sich in ihrer rhythmischen Tätigkeit. Und diese rhythmische Tätigkeit verbindet den Kopfpol mit dem Stoffwechselpol. Denken Sie an den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf, der vom Herzen ausströmt mit dem arteriellen Blut in den Kopf strömt, in den Kopf durch die Schlagader in den übrigen Kreislauf durch den ganzen Körper hindurch. Also diese mittlere Zone bringt diese beiden Gegensätze, das Oben und Unten, in einen Ausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fühlen und die Dreigliederung des Menschen 00:38:56 =====&lt;br /&gt;
Und darin, in diesem Ausgleich, erleben wir uns als Menschen am allermeisten, wenn wir uns einmal selbst beobachten, prüfen. Das setzt sich natürlich fort, hier in die Gliedmaßen, in den Bewegungsmenschen. Wenn man zum Beispiel an die Blutentstehung denkt, dann muss man sich vorstellen, dass sich das Blut hauptsächlich in den Röhrenknochen der Gliedmaßen bildet. Das ist auch unmittelbar mit einbezogen in die ganzen Stoffwechselvorgänge. Hier nun - das habe ich noch vergessen zu sagen, im Zusammenhang mit dem rhythmischen System -entwickeln wir unser Fühlen oder werden wir unseres Fühlens bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man so auf den Menschen einmal schaut, kann man es anatomisch bis in die letzten Details verfolgen. Man kann es morphologisch, physiologisch in jede Richtung hin verfolgen. Man wird sehen, dass dieses Prinzip des Dreigegliedertseins des Menschen einem förmlich überall entgegen springt und dass darauf eigentlich überhaupt letzten Endes eine Verständnisgrundlage geschaffen werden kann, für die Pädagogik, für die Medizin - also eine entsprechende Medizin - oder für die Landwirtschaft und für alles Übrige ebenso. Also man spricht hier von der Dreigliederung des Menschen. Auf diese Sache werde ich erst am Freitag noch mal zurückkommen. Und möchte jetzt ... Wollen Sie was sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich hätte eine Frage. Und zwar: Ich verstehe das nicht so ganz, dass der Kopf quasi ... den Tod da drin und den Abbau ... das verstehe ich halt nicht so ganz, weil im Gehirn ja auch ganz viele Aufbauprozesse ja auch wieder vonstattengehen. Also jeden Moment, wenn Synapsenverbindungen sich trennen, entstehen auch wieder neue. Und da kann halt auch im Laufe eines Zeitraums ein Aufbau entstehen. So Erinnerungen, die bleiben und neue, die dazukommen. Dann hat man ja im Endeffekt auch einen Aufbauprozess. Und genau das verstehe ich nicht so ganz, warum man vom Kopf als Abbauprodukt redet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Abbau ist notwendig, damit wir überhaupt ein denkendes Bewusstsein haben. Das erleben wir ja gerade hier im Nervensinnessystem. Es muss natürlich auch erhalten werden, es muss sozusagen in einem Zustand erhalten werden. Man kann es nicht mehr steigern, man kann es gerade noch erhalten. Und das sind natürlich schon Regenerationsvorgänge auch im Gehirn, das ist keine Frage. Aber letzten Endes funktionell physiologisch ist es ein ständiges Abbauen und muss natürlich wiederaufgebaut werden, selbstverständlich. Aber dieser Abbauprozess als solcher ist ein Todesprozess. Durch den Tod entsteht überhaupt erst ein denkendes Bewusstsein. Ohne Tod gäbe es kein Bewusstsein. Das muss man sich mal versuchen klar zu machen. Anders gesagt: Wenn man eine Verletzung hat, am Kopf oder so ... dann sind möglicherweise so und so viele seelische Möglichkeiten ausgeschaltet. Und jetzt muss er sich natürlich wieder regenerieren in diese Richtung, dass es wieder möglich wird, dass diese Abläufe stattfinden. Es wird immer gerade am Leben gehalten, so möchte ich mal sagen. Also es steht im Vordergrund der Abbau. Und der Aufbau dient gerade, dass immer wieder abgebaut werden kann. Während hier im Stoffwechsel genau das Gegenteil der Fall ist. Von hier kommt alles, steigt herauf bis in die Nerven-Sinnes-Bereiche, um diesen Pol am Leben zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dreigliederung, die ich versuche hinzustellen, also zu aphoristisch fast, möchte ich sagen. Aber nur mal dieses Bild hinstellen und wir werden daran nochmal anknüpfen am nächsten Freitag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Viergliederung des Menschen und Verbindung zur Natur 00:43:26 =====&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich aber noch einen anderen Aspekt kurz schildern und das ist die Viergliederung des Menschen. Schauen Sie, man kann nämlich jetzt nicht nur unter diesem Aspekt des Aufbaus des menschlichen Leibes den Menschen betrachten, sondern auch: &amp;lt;blockquote&amp;gt;Welche Verwandtschaft trägt er zu den ganzen Naturreichen?  Wie steht er im Verhältnis zu der ganzen ihn umgebenden Natur? Ist er ein ganz fremdes Wesen oder ist er eben auch zugleich ein Naturwesen?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Da kann man zunächst feststellen, dass, wenn man den Menschen vergleicht mit all dem, was sich in der mineralischen Welt abspielt, die rein anorganisch ist, physikalisch tot ist, das Mineral unterliegt nur den physischen Gesetzen. Alles, was ich da stofflich, kräftemäßig im Zusammenhang des toten mineralischen Reiches abspielt, spielt sich auch im Menschen ab. Im Menschen sind alle die Stoffe, die Kräfte, die Gesetze wirksam, die auch im Mineralreich wirksam sind. Das kann man heute bis ins Detail förmlich verfolgen. Ja, das verführt einen geradezu, den Mediziner, den Naturwissenschaftler, zu glauben, das wären die einzigen Gesetze, die wirklich Geltung haben. Das ist eine Verführung, weil die Gesetze so schlüssig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was sozusagen mineralisch, stofflich, kräftemäßig im Menschen wirkt, ist in sich so schlüssig, dass man darauf regelrecht eine medizinische Weltanschauung begründen kann. Oder generell eine Weltanschauung begründet hat, die nennt man heute den Materialismus. Der Materialismus hat seine große Bedeutung, aber nur auf dieser Ebene hier. Eine Verwandtschaft der mineralisch-anorganischen Natur mit dem Menschen. Man findet alles, was da draußen ist, auch im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerer Ausdruck dessen sind zum einen die Sinnesorgane und zum anderen das Skelett oder alle Stützgewebe. Da wirken dieselben Kräfte. Auch stoffliche Kompositionen wirken, wie man sie auch in der Außenwelt findet. Das ist nach denselben Prinzipien aufgebaut. Kann ich jetzt nicht in die Details gehen. Das würde zu weit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnesorgane sind wirklich, das habe ich schon gesagt, die Gehörknöchelchen zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass das Licht durch die Linse hindurch gleichsam fixiert wird, durch den Glaskörper hindurch, hinten auf die Gelbkörper auf die eigentlichen Lichtzellen, auf dem Hintergrund des Auges. Das sind alles physikalische Vorgänge, wie man sie in der Kamera auch hat. Also insofern besteht hier eine tiefe Verwandtschaft, aber die bezieht sich eben nur auf das, was man den physischen Leib oder die physische Organisation des Menschen nennen kann. Wenn das nur Geltung hätte, dann wäre der Mensch ein Stein. Ein Stein, also er hätte keine eigene Regsamkeit, gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt sieht, dass der Mensch tatsächlich in der Lage ist, eine Eigenbewegung zu entwickeln, ja in sich Lebensvorgänge abspielen zu lassen, zeigt er eine Verwandtschaft mit den Pflanzen. Die Pflanze ist ja ein Gebilde, die vereint das Mineralische, die nimmt das Mineralische auch auf und verwandelt es auf eine höhere Stufe. Da entwickeln sich nun in der Pflanze Kraft von Substanzen und Kräften, die nicht mehr rein irdischer Natur sind, sondern wo der ganze Planetenumkreis mitwirken muss, dass die Pflanze überhaupt Leben erzeugt. Keine Pflanze kann leben, ohne dass die Sonne scheint. Das muss man sich mal klarmachen. Es gibt kein Leben auf der Erde ohne den ganzen planetarischen Umkreis. Insofern hebt sich die Pflanze gleichsam aus der toten, mineralisch-irdischen Sphäre heraus und wird zur Offenbarerin von Lebensvorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt 00:48:26 =====&lt;br /&gt;
Auch in diesem erweist sich im Menschen eine Verwandtschaft. Und diese drückt sich aus im Drüsensystem. Das Drüsensystem ist natürlich überall im Menschen zu finden, aber hauptsächlich im unteren Menschen. Und das bewirkt, dass der Mensch einen Lebensleib hat, wie die Pflanze oder eine Lebensorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man weiß ja, dass die Pflanzen von Natur aus eigentlich nur gesund sind. Es gibt eigentlich keine kranke Pflanze, streng genommen. Wenn man nicht selbst dafür sorgt, dass die Pflanze quasi äußerlich krank wird, also etwa abstirbt oder so, durch Infektionen, welche alle von außen kommen. Die Pflanze ist eigentlich ein gesundmachendes, durch und durch gesundes Wesen innerhalb der Naturreiche. Ein solcher Mensch wie Paracelsus, der einer der größten Ärzte in der ganzen Menschheitsgeschichte war, hat die Bemerkung gemacht, dass es kein Kräutlein gibt auf der Welt, das nicht irgendeine Krankheit beim Menschen heilen könnte. So benutzen wir ja die Heilpflanzen. Die Heilpflanzen in der verschiedensten Art benutzen wir, um irgendetwas, was hier derangiert ist, innerhalb der menschlichen komplizierten Organisation, gerade auf der Ebene des Lebendigen, dass das wiederum in ein ausgewogenes Verhältnis zu allem Übrigen kommen kann, gesundend also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verbindung des Menschen zur Tierwelt 00:50:14 =====&lt;br /&gt;
Dann zeigt der Mensch eine Verwandtschaft zum Tier. Diese Verwandtschaft zum Tier ist ganz evident, denn das Tier hat eine Seele. Das ist ein beseeltes Wesen. Hier (Pflanze) ist nur Leben. Hier (Mineral) ist nur Tod. Das Tier ist ein beseeltes Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was dem modernen Bewusstsein so maßlos schwerfällt, das zu verstehen, dass wir einem Tier ein Seelisches zusprechen können. Uns Menschen können wir ein Seelisches zusprechen, wenngleich in den Wissenschaften man manchmal den Eindruck hat, da gäbe es auch keine Seele mehr. Aber im eigenen Empfinden, in der eigenen Erfahrung merken wir, dass wir ein beseeltes Wesen sind. Wir können denken, wir können fühlen, wir können eben jene Tätigkeiten wollen. Also wir haben ein Bewusstsein, dass wir neben dem, dass wir ein Lebendiges, auch ein beseeltes Wesen sind. Dieses Bewusstsein kann man sich wirklich erwerben. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es immer im Bewusstsein gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tier ist es nun so, dass es auch eine Seele hat. Stellen Sie sich mal vor, irgendeine Mücke fliegt da durch die Luft. Da sollen wir sagen, da ist eine Seele drin? Oder Käfer da im Boden, ein Regenwurm im Boden, da soll eine Seele drin sein? Man merkt ja, dass die Art, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, in der Massentierhaltung und so, da fühlt man sich irritiert. Da stimmt etwas nicht. Aber man dringt nicht wirklich durch zu sagen: Das Tier hat eine Seele und diese Seele hat ihre eigene, geistig-wesenhafte Existenz in Welten, die gar nicht hier auf Erden nur ist, sondern eben die jetzt in diesem einzelnen Tier so inkarniert ist. Man dringt nicht bis zum Phänomen selber durch, sondern man bleibt immer davor stehen und merkt: Die Art, wie man heute mit den Tieren umgeht, das kann man eigentlich nicht verantworten. Ja, warum eigentlich nicht? Die Begriffe, die Gedanken in der Richtung zu verdichten, da scheut man immer wieder zurück. Weil man zurückscheut, wird man sehr leicht zum Fundamentalisten. Die größten Fundamentalisten, die heute herumlaufen, sind vielfach die Tierschützer. Leider Gottes ist das so, auch die Naturschützer. Dort entsteht sehr schnell ein Fundamentalismus, weil man sagt: &amp;quot;Nein, ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht.&amp;quot; Dann nagelt man das fest: &amp;quot;Du darfst nicht, du darfst nicht so ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend kommen moralische Forderungen ohne eine klare Erkenntnis der Zusammenhänge. Deshalb ist es gerade für den biologisch-dynamischen Landwirt so wichtig, dass er sich versucht hineinzuleben in das, was da eigentlich seelisch wirksam ist in dem Tier. Da werden Sie bemerken, dass dieses Seelische im Tier deswegen so schwer zu fassen ist, weil es ohne Rest aufgeht in die Leibesbildung, ohne Rest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00 =====&lt;br /&gt;
Das Tier kann nicht denken. Es kann keine Gedanken haben über die Welt, sondern es sind bestenfalls die Gedanken in ihm wirksam. Das, was sonst das Denken des Menschen ist, ist in ihm als weisheitsvolles Instrument des Tier-Seins in den Leib hinein gebunden. Und so das Fühlen und so das Wollen. Das Tier hat gar keine Möglichkeit, irgendwelche Freiheitsgrade zu entwickeln, sondern es ist notwendigerweise ein Pferd, eine Kuh, ein Elefant, ein Löwe oder was auch immer, oder eben eine Mücke. Darin liegt eine gewisse Tragik der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich mal auf so eine Empfindung einlassen und den Blick ruhen lassen auf irgendeinem Tier und seinem ganzen Verhalten. Dann muss man einfach sagen: &amp;quot;Mein Gott, mein Gott, bist du festgelegt in deinem Sein, so festgelegt, so definiert. Du kannst gar nicht ausbrechen. Du bist nur zu diesen Handlungen fähig. Allerdings, wenn man auf die Handlung schaut, diese ist unendlich weise.&amp;quot; Die Weisheit ist ausgebreitet im ganzen Tierreich. Es gab einen Zeitgenossen Goethes, Oken hieß der. Der hat gesagt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Würde man alle Tiere, Tierarten mal, Tierseelen, zusammen schmeißen in einen Topf und würde da ganz groß drin herumrühren, dann würde die menschliche Seele rauskommen. Und würde man die menschliche Seele zerstückeln in lauter einzelne Facetten und würde jeder einzelnen Facette einen Leib zusprechen, dann käme das Tierreich heraus.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ein Bild. Aber ein Bild, was sehr viel aussagt. Es zeigt sich eine Verwandtschaft des Menschen mit dem Tier, die ist da. Aber beim Tier ist das Seelische vollständig leibgebunden und das macht seine Tragik aus, aber gleichzeitig ist es die Offenbarung einer unendlichen Weisheit. Wenn man Weisheit, der Begriff ist ja heute auch schon nicht mehr sehr aktuell, also das Zusammenstimmen von verschiedenen Verhältnissen zu einem Ganzen, wenn man das wirklich studieren will, dann muss man das Tier studieren in dem, was es tut, in seinen Aktionen. Denn alles, was das Tier tut, ist nichts anderes als eine Offenbarung dessen, was seelisch, weisheitsvoll in diesem Leib gebunden ist. Es ist keine Freiheit da. Es ist ein Muss. Es ist eine Notwendigkeit, dass das Tier so handelt, wie es handelt. Wenn ich das Tierseelische wirklich tiefer verstehen will, mit meinem ganz normalen Bewusstsein -Vernunftbewusstsein allerdings - dann muss ich darauf hingucken: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Was macht das Tier?“ „Was tut das Tier?“ „Was macht der Elefant in freier Wildbahn?“ Oder der Löwe? Oder wie verhält sich die Kuh? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Verhaltensforschung ist eine sehr, sehr junge Wissenschaft - eigentlich ganz erstaunlich - sie hat sich zuerst der Wildnatur angenommen in Bezug auf das Erforschen der Verhaltensweisen der Tierarten, zuletzt dem Haustier komischerweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haustier ist lange Zeit hinten runtergefallen, das entdeckt man jetzt erst. Da ist man auch noch sehr, sehr unsicher, wie das überhaupt mit dem Haustier beschaffen ist. Deswegen hält man es ja als Nutztier. Dann stellen Sie sich mal vor, was der Begriff Nutztier eigentlich heißt. Da verneine ich jede seelische, besondere Eigenschaft im Tier. Ich verneine sie plötzlich, indem ich das Tier zum Nutztier degradiere, das nur noch mir nutzt. Wem nutzt es dann? Nicht, sich selbst, indem, wie ich es so mäste und zu Maximalleistungen zwinge, sondern es nutzt mir. Das ist der glatte menschliche Egoismus, der eigentlich dem Tier den Namen Nutztier verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Tier hat ein objektiv Seelisches in sich wirksam. Und das drückt sich in seinem gesamten Verhalten aus. Und wenn wir es verstehen wollen, müssen wir auf dieses Verhalten unser Augenmerk lenken. Darin können wir sehr weit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Moderne Ökologie und Tierverhalten 00:59:17 =====&lt;br /&gt;
Es gab natürlich schon in den Naturwissenschaften immer Ansätze in diese Richtung. Die hat man dann weitgehend verloren. Heute kommt es langsam wieder auf, in der Ökologie, dass man plötzlich studiert, die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Insektenreiches, innerhalb der Vögel und innerhalb des Edaphons, der Tiere im Boden, und so weiter und so weiter. Man fängt jetzt an, nicht mehr nur das einzelne Tier zu definieren, wie viele Beine es hat und wie viel Knie oder wo eigentlich das Herz ist beim Tier oder die Sinnesorgane, wie die beschaffen sind, die Facettenaugen. Das hat man natürlich längst alles anatomisch genauestens rausgekriegt. Aber wie sich das Tier einfügt in die gesamten seelisch-lebendigen Zusammenhang des Tierreiches und welche Funktionen es in aller Spezialität hier und dort erfüllt, diese Zusammenhänge tauchen erst heute in der modernen Ökologie mehr und mehr auf. Vielfach immer noch unter dem Nutzaspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel, wie kann ich Nützlinge einsetzen im Glashaus, dass sie mir dort die Läuse auffressen? Das wird ja heute schon zu einer Technologie entwickelt, wie wird damit verfahren. Aber dennoch ist es so, dass man merkt: Eigentlich bedarf das nur noch eines kleinen Ruckes in der Erkenntnis und man würde erkennen: Das Tier hat eine Seele. Und diese Seele ist dominant. Die ist so wie das Leben in der Pflanze dominant ist über das Physische, so ist die Seele des Tieres dominant über das Lebendige und Physische des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch der Mensch eine Seele, er hat einen Seelenleib. In der anthroposophischen Ausdrucksweise sagt man auch Astralleib. Und der hat nun seine physische Repräsentanz in all dem, was sich ausdrückt im Nerven-Sinnes-System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt unter diesem Aspekt auf den Menschen, auf die menschliche Seele schauen, dann ist es so, dass die menschliche Seele ja unendlich viele Rätsel aufgibt. Der alte Heraklit, das war ein griechischer Philosoph, der noch vor Sokrates gelebt hat, so um das fünfte Jahrhundert vor Christus, er hat die Bemerkung gemacht, er habe die Seele durchwandert, alle Straßen und Wege der Seele, soweit nur irgendwie möglich. Er ist an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein ganz bedeutender Geist. Er hat die Seele erforscht und hat kein Ende gefunden. Man geht Wege und Straßen. Überall verzweigt es sich in die ganze Welt. Aber er hat kein Ende gefunden. Die menschliche Seele hat kein Ende. Die tierische Seele ist leibgebunden. Die menschliche Seele ist auch leibgebunden bis zu einem gewissen Grad, weiß Gott, ja. Wir haben Hunger. Das ist ein Gefühl, Hunger zu haben. Wir haben Durst. Ein Gefühl, Durst zu haben. Das heißt, der Leib fordert da etwas. Und das drückt sich seelisch aus. Und so sind alle Emotionen, die man so hat, Zornesausbrüche oder weiß nicht was. Da merkt man ganz deutlich: Es hängt mit meiner Leiblichkeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Falle ist mein Seelisches noch in den Leib gebunden, wie beim Tier. Und eigentlich hat man immer den Eindruck beim Menschen, bei sich selbst, ein bisschen Selbsterkenntnis muss man da üben, wird man bemerken: Man befindet sich eigentlich immer zwischen Himmel und Hölle. Das heißt: zwischen Himmel, das heißt, dass man befreit ist vom Leib in dem Seelischen, und Hölle, das heißt, dass man plötzlich untertaucht in eine Welt des Leiblichen, wo man sich nicht mehr ohne Weiteres unter Kontrolle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dieses Spannungsfeld, in dem sich der Mensch erlebt und das Böse in der Welt, was man heute so hat, das wirkt durch den Menschen, als eine objektive Kraft durch den Menschen, immer dann, wenn er heruntersinkt in seine Leiblichkeit und keine Freiheitsgrade mehr zulässt. Dann entsteht das Böse in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Leiblichkeit und menschliche Tugenden 01:04:33 =====&lt;br /&gt;
Andererseits hat der Mensch sich zu befreien aus seiner Leiblichkeit. Das macht den Menschen zum Menschen. Das ist das Wunderbare. Dass, wenn ich versuche, mit einem anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, in Korrespondenz zu kommen, dann merke ich ganz deutlich: Da spricht nicht mehr nur der Leib, sondern da löse ich mich heraus. Dann entwickle ich lauter Tugenden. Also „Tugend“ ist heute auch schon kein Begriff mehr, nämlich Ehrfurcht zu haben, Liebeskraft zu haben für das andere Wesenhafte, was mir da begegnet. Oder aber in Hingabe etwas zu tun. Das sind alles Qualitäten, bei denen der Mensch sozusagen merkt: Das ist nicht mein Leib, der da arbeitet, sondern das bin ich losgelöst von meinem Leibe. Da ist ein Höheres in mir wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Zwei Seelen in der menschlichen Brust 01:05:33 =====&lt;br /&gt;
Goethe hat dieses herrliche Gedicht geschrieben, wo er bemerkt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das heißt eine Seele, die leibgebunden ist, die andere Seele, die leibbefreit ist. Die ganze menschliche Entwicklung in alle Zukunft besteht darin, dass wir uns immer mehr üben darin, frei zu werden von unseren Emotionen. Frei zu werden von diesen Zwängen, die in uns walten, von diesen unkontrollierten Instinkten und so weiter, sondern frei zu kommen davon, nämlich das zu verwandeln. Nicht sie wegzuschieben, kein Asket zu werden, sondern sie zu erkennen, in sich zu erkennen, als wirksame Kraft und die zu verwandeln in etwas, was man dann als Leibfreies, als Seelisches erkennen oder handhaben kann. So, dass wir hier jetzt eine neue Trennungslinie ziehen müssen. Das leibgebundene Seelische (unter der gestrichelten Linie) und die leibfreie Seele. Die steht über dieser gestrichelten Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Naturwesen 01:07:06 ====&lt;br /&gt;
Wenn man diese drei Naturreiche und deren Repräsentanz im Menschen verfolgt, wird man sagen: Der Mensch ist auch ein Naturwesen. Er ist völlig abhängig von alldem, was ich da geschildert habe. Auch er hat entsprechende Organe überall, hier oben im Kopf, wie im Bauch, wie Herz und Lunge, wie die Säugetiere sie auch haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist es so, dass sich dadurch, dass der Mensch mehr ist nur als eine Seele, nämlich, dass er ein Ich hat, dass er einen Wesenskern hat, dass er etwas hat, wo er sagt: „Ich&amp;quot; zu sich selbst und nicht: „Du&amp;quot; zu sich selbst, sondern „Du“ zu einem anderen Menschen, der wiederum zu sich „Ich“ sagt. Das macht man sich heute alles gar nicht so bewusst. Man handhabt das irgendwie. Aber das wirklich mal tiefer zu hinterfragen: Was drückt sich eigentlich darin aus, dass hier in mir etwas waltet, was dann die Kraft hat, irgendwo im Seelischen Ordnung zu schaffen? Und nicht nur im Seelischen, sondern was im Grunde genommen hereinstrahlt in diese Sphäre hier und versucht, das leibgebundene Seelische zu verwandeln, in leibungebundenes Seelisches, in höhere Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses „Ich“ herein kraftet hier jetzt tiefer noch in die Lebenszusammenhänge des Menschen und auch diese versucht zu verwandeln. Da geschieht vieles in tiefer, tiefer Unbewusstheit. Aber wir können uns darum bemühen, die Voraussetzungen, die Bedingungen zu schaffen, dass das Ich wirklich einwirken kann, noch unter das Seelische herunter oder über das Seelische in das Lebendige hinein, das Lebendige zu verwandeln, dass wir auch da die Kontrolle über uns selbst gewinnen und dass das Ich schließlich herein wirkt, bis in den physischen Leib herunter. Es durchstrahlt den ganzen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Einfluss des Ichs auf den physischen Leib 01:09:30 ====&lt;br /&gt;
Das kann man heute, mit den Methoden der modernen Naturwissenschaft förmlich nachweisen, dass die sogenannte DNA, so nennt sich eine bestimmte Desoxyribonukleinsäure, das ist eine Erbsubstanz, dass die einen Prägestempel hat, wodurch man durch Analyse der DNA den Menschen definieren kann. Jeder einzelne Mensch hat seine Komposition des Stofflichen. Der ganze Stoff als Leib ist natürlich aufgebaut. Da sind Eiweiße. Da sind Kohlehydrate. Da sind Fette. Da sind alle möglichen Hormone und Fermente wirksam - der ganze Organismus es ist alles da, muss da sein. Aber wie es da ist und wie es komponiert ist, stofflich, und wie es ineinander wirkt, da kraftet etwas herein, was den Menschen zu diesem bestimmten Menschen macht. Darauf muss man sein Augenmerk legen.  &amp;lt;blockquote&amp;gt;Da ist ein Höheres in uns. Das: „Ich bin“! Dass ich sage: „Ich bin“ und ich bin nicht jemand anders. „Ich bin nur der, der ich bin.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;[Publikum:] Aber, also jedes einzelne Tier und jede einzelne Pflanze hat ja auch ihre eigene DNA. Ich verstehe nicht so richtig den Zusammenhang zum Ich, zum individuellen des Menschen. Im Gegensatz zur Pflanze und Tier, in dem Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass beim Tier diese ganzen physiologischen Prozesse sehr viel einheitlicher sind. Also von den Arten natürlich unterschiedlich. Man kann sich eigentlich dieses Bild noch mal vor Augen stellen, dass, wenn man verstehen will, was das Tier eigentlich ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten hier vor sich eine große Leinwand und die ist ziemlich undurchsichtig. Dann machen sie fünf Löcher rein und stecken durch die Löcher ihre Finger. Nun stehen Sie (andere Person) auf der anderen Seite und sehen plötzlich diese Finger. Die bewegen sich sogar. Jetzt müssen Sie sich klar machen: Es ist offensichtlich, dass sie sich bewegen, da muss hinter der Leinwand was sein, was diese Bewegungen hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist es evident. Da steht der Mensch direkt hinter der Leinwand und streckt seine Hände, Finger da durch die Löcher. Dieses Bild kann man übertragen aufs Tierreich und sagen: Das, was da als Finger erscheint, sind die einzelnen Individuen. Löwen in der Serengeti, alle Löwen der Welt oder alle Rinder oder Kühe der Welt oder jede Art steht sozusagen verborgen hinter einer solchen Leinwand. Und was erscheint, sind die einzelnen Individuen losgelöst von ihrem eigentlichen wesenhaften ichhaften Urgrund. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert. Das ist das Problem des Tieres. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menschen-Ich hat sich mit dem Leib verbunden, aber nicht vollständig. Da ist sozusagen ein geistiger Überschuss im Menschen, der ihn Denken, Fühlen und Wollen lässt. Ähnlich ist es mit den Pflanzen. Bei den Pflanzen sind die Eiweiß-Strukturen zum Beispiel bei den Getreidekörnern oder bei der roten Rübe sehr ähnlich. Wenn sie die untersuchen, sind die Eiweiß-Strukturen sehr verwandt, sehr ähnlich. Im Prinzip eigentlich nicht zu unterscheiden innerhalb der Art. Das macht den Menschen eigentlich zum Menschen, dass da ein übersinnliches Wesen in uns kraftet. Das ist nicht irgendwo nur in der Welt, sondern es ist zugleich in uns. Das macht es, dass wir seelenleibfrei Denken lernen können. Dass wir uns mit unserem Fühlen mehr dem Denken zuwenden können oder mehr den leiblichen Vorgängen. Wir können mithilfe des Denkens und Fühlens so in den Willen eingreifen, dass wir tatsächlich die Fähigkeit erreichen können zum freien Wollen. Stellen Sie sich so was mal vor. Wenn der Mensch von sich sagen kann, er ist ein frei wollender Mensch. Was gibt es eigentlich Erstrebenswerteres als das? Dass wir nicht  nur durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften sozusagen befeuert werden von unten, sondern dass wir in aller Ruhe aus unserem Denken, aus einem Bewusstsein heraus so hereinkraften können in unsere ganze Leiblichkeit, dass wir dadurch zum vernünftigen Handeln, zum sozialen Handeln, in solchen Sphären uns fähig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Manfred Klett Buch Das Organismusprinzip ... .jpg|verweis=https://biodyn.wiki/Manfred_Klett|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] Das Organismusprinzip in den Naturreichen, im Menschen und in der Landwirtschaft. Erstauflage 2024. Verlag am Goetheanum. &#039;&#039;ISBN: 978-3-7235-1781-9&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese drei Bereiche hier zusammen anschauen, das Mineralische, Pflanzliche und das Seelische des Tieres, ist hiermit der Organismusbegriff erfüllt. Das macht den Organismus zum Organismus. Hier herrscht eine Abgeschlossenheit. Das Tier führt es uns förmlich vor Augen, was eigentlich gemeint ist mit dem Begriff der Abgeschlossenheit. Da ist eine Haut, eine leibliche Abgrenzung. Der Elefant hat eine Haut, er ist begrenzt. Er ist riesig groß, natürlich ein riesiges Tier, aber er ist es doch irgendwo begrenzt mit der Elefantenhaut. Das Tier ist dadurch charakterisiert, dass es sich nach innen in eine bestimmte Organwelt gliedert. Das ist Ausdruck eines Seelischen. Das Seelische steht über dem Leben, steht über dem rein Physischen, obwohl es evolutiv noch sehr jung ist. Aber es steht darüber und steuert gewissermaßen oder prägt sich rein in das Lebendige, prägt sich rein ins Physische und lässt ein abgegrenztes Gebilde entstehen, mit einer Haut umgeben. Innerhalb der Haut sind bestimmte Organe, die auch in sich wiederum abgegrenzt sind, die dann überhaupt dem Seelischen die Möglichkeit bieten, anwesend zu sein, inkarniert zu sein. So dass man sagen kann: Der Organismusbegriff erfüllt sich. Die relative Abgeschlossenheit erfüllt sich, wenn ich sage, da ist ein Seelisches, das ist übersinnlich, was ich nur in seinem Verhalten und in seinen Phänomenen erfassen kann. Da ist ein Seelisches, das grenzt sich nach außen ab in einer Gestalt und gliedert sich nach innen in Organe. Da haben Sie so ein bisschen eine Art, ich möchte sagen, Definition. Es ist ein Begriff, eine Idee, die sich aber mit Inhalt erfüllt, wenn man darauf schaut. Es grenzt sich ab nach außen, in eine bestimmte Gestalt, die ist so spezifisch, dass sich dort schon so der Ausdruck des Wesenhaft-Seelischen repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Reh aus dem Waldrand heraustritt und dann plötzlich den Kopf mit dem Gehörn anhebt. Oder der Hirsch sozusagen mit seinem Geweih da den ganzen atmosphärischen Umkreis abtastet. Wenn das Reh da heraustritt aus dem Wald und steht da und äugt. Das Bild muss man sich mal vor Augen führen. Da merken Sie: Das ist ein Atmosphärisches. Und alles Atmosphärische ist eigentlich nichts anderes wie eine Erscheinungsweise des Seelischen, was man in der Anschauung unmittelbar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kann das Tier unendlich viel über sich selbst sagen, wenn man auf die Formen hinschaut, auf die Gestalt hinschaut. Wie ist die Gestalt beschaffen? Und eben dann auch seine eigene Innenwelt, wie die organisiert ist und wie es sich nach außen hin gibt in seinem Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das macht den Organismus aus. Das da Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches zusammenklingt zu einem höheren Ganzen. Alles, was da zusammenklingt, ist in sich weisheitsvoll. Da kann ich gar nicht dran rütteln. Das macht man natürlich heute. Ich versuche ja, mit der Gentechnik an allem zu rütteln oder mit der Art der modernen Düngung oder den Insektiziden, durch Pestizide, die ich einsetze in der Landwirtschaft rüttle ich ständig an der Weisheit der Natur. Wo aber genau hingeschaut wird: Diese Welt ist durch und durch weisheitsvoll. Da reicht keine menschliche Vernunft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das greift, wenn das in ein richtiges Verhältnis zueinander gebracht wird, im Sinne eines Organismus. Dann wirkt diese Weisheit durch sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismus und Individualiät 01:20:05 ===&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt aufsteigen im Menschen, bis in diese Sphäre, dann erfassen wir das, was man Individualität nennt. Wenn wir von Individualität sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist, a lso Geist. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes Wesen ausspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spricht sich aus im Ich des Menschen. Jetzt stehen wir vor der Forderung der Aufgabe, im biologisch-dynamischen Landbau, unseren landwirtschaftlichen Betrieb in dem Sinne zu entwickeln, dass wir ihm eine Geschlossenheit verschaffen. Eine relative Geschlossenheit im Sinne des Organismusbegriffs und den Begriff der Individualität fassen, den wir nur durch uns selbst in Selbsterkenntnis fassen können und diesen mit diesem Begriff nun versuchen, so herreinzukraften in diese Sphären hier, dass. wenn ich es so auffasse, heißt es da in dem Satz, dann kann ich so arbeiten, so gestalten, so hineinwirken in die äußere Natur, dass etwas entsteht, was auch im Geiste dem Menschen verwandt ist. Was nicht nur auf dieser Stufe dem Menschen verwandt ist oder dieser oder dieser. Sondern hier in Freiheit, das heißt, dass es losgelöst ist von der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich einen Begriff versuchen, so zu erfassen, aufgrund der Erkenntnis meiner selbst, dass diese jetzt für mich zum Instrument werden kann, meinen landwirtschaftlichen Hof nicht nur zu einem Organismus in diesem Sinne hier durch Zusammenschluss der Naturreiche herstellen kann, sondern dass das Ganze durchstrahlt wird von meinen Intentionen, die nicht mehr leibgebunden sind. Meine Ideen, meine höchsten Gedanken, die ich denken kann, die kann ich jetzt investieren. Aber eben nur auf der Basis der Selbstlosigkeit. Denn sobald das Selbst nur so leibgebunden mitspricht, dann ist es eigentlich schon Egoismus. Das erfordert eigentlich eine Seelenverfassung vom Menschen, die er sich erübt, dass er sich erst in den Zustand, in den geistigen Zustand versetzt, in vollkommener Reinheit zu versuchen, herein zu wirken in den Haushalt der Natur, dass es nicht nur seinem Nutzen, dient, sondern dass er da eine Art Evolution, eine Entwicklung veranlagt, die mit ihm innigst verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen aus dem Publikum 01:23:28 ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir sind am Ende ... Aber Sie hatten noch eine Frage ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Die bezieht sich eigentlich nur auf diese Trennung zwischen der körperlich gebundenen Seele und der geistigen Seele. Da bin ich jetzt gerade wieder durch dieses Geistig-Individuelle drauf gekommen. Glauben Sie oder glaubst du, dass Tiere... also du hattest das beschrieben mit diesem: Wenn wir eine andere Seele erleben und mit dieser kommunizieren, dass das diese geistige Seele ausmacht. Glaubst du, dass Tiere das nicht können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Na ja, so wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Durch sie selbst? Kann der Elefant mehr werden, als er ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als wir sind? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als ein Mensch? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir vielleicht auch einfach ein Adler sein? Wenn wir ein Adler sind, haben wir dann ein Ich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Mensch ist in gewissem Sinne sogar ein Adler, wenn er denkt. Das haben früher die Menschen so erlebt. Da ist man Adler, wenn man die Gedanken in ihrer Höhe, der Höhe des Geistes, die Gedanken so denkt, dann haben sie sich als Adler empfunden. Wenn sie sich empfunden haben als kraftvoll tätiger Mensch, haben sie sich als Stier empfunden. Wenn sie sich empfunden haben, als jemand, der ganz aus der Mitte heraus wirkt und daraus tätig ist in der Welt, haben sie sich als Löwe empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Aber was wir ja nicht können, ist, dem Tier in seinen Kopf zu gucken um zu wissen, als was sich dieses Tier empfindet. Ich denke mal nämlich, wenn eine andere Spezies sich uns als Mensch angucken würde, würde diese Spezies auch ganz klar uns sehen, so wie wir sind. Die würde uns nicht als Adler sehen und nicht als Löwe sehen und nicht als Bär sehen, sondern die würde uns als Menschen sehen und könnte vielleicht auch nicht nachvollziehen, wie wir uns vielleicht als Adler fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wissen Sie, eines muss man sich eingestehen als Mensch. Wir können so denken, wie ich es jetzt mal so versucht habe, so hier vorzustellen. Aber wir haben bei weitem nicht die Weisheit, die im Tierreich liegt. Das Tier ist weit, weit höher weisheitsvoll. In seinen ganzen Tätigkeiten steht es weit, weit über dem Menschen. Aber eines hat der Mensch: Er kann das, was er kann, steigern durch die Kraft seines Ichs. Er kann lernen. Er kann lernen. Er kann sozusagen sich immer mehr zum Menschen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist, wenn ich sage: Kann der Elefant mehr Elefant werden? Er kann nur Elefant sein, auch innerlich, als dieses Wesen, das er geworden ist, evolutiv. Der Mensch hat die Möglichkeit, obwohl er eigentlich viel weniger weisheitsvoll ist, er ist viel zu stark emotionell, auch wie er sich gibt. So ist doch der Mensch einer, der lernen kann. Lernen, lernen, lernen, mehr zu werden als er ist. Diese Fähigkeit ist noch so zart, aber sie ist da. Kraft dessen, was in mir als Mensch ist oder mich zum Menschen macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns nicht einfach nur so leichtfertig über die Tiere erheben und meinen, wie herrlich weit haben wir es gebracht. Wir haben aber eine Fähigkeit in uns, die uns die Möglichkeit gibt, das Tier in seinem wahren Wesen, den Adler in seinem Wesen, den Löwen in seinem Wesen, den Stier in seinem Wesen, so zu erkennen, dass wir erkennen, die sind alle in uns. Trotzdem ist da noch etwas, was sie zusammenfasst zu einem höheren Ganzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen. Aber es soll nur eine Eröffnung sein, was wir heute besprochen haben, für das Düngungsthema, was wir dann morgen anschlagen. Ich bin eigentlich leider Gottes noch nicht sehr weit gekommen. Also wir müssen dann morgen noch mehr Tempo anlegen. Ja, also dann wünsche ich noch einen schönen Tag heute. Und morgen sehen wir uns wieder.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11520</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11520"/>
		<updated>2026-01-02T08:52:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 6. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (1. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 ===&lt;br /&gt;
Ja, ich wünsche einen schönen guten Morgen. Und ich wünsche Ihnen auch, dass hier eine interessante Woche vor Ihnen steht und neue Einblicke in die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]]. Nun möchte ich mich kurz vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin hier Mitbegründer der [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof]] gewesen, 1968, als wir hier angefangen haben auf dem [[Dottenfelderhof]]. Aber ich war schon hier auf dem Hof 1956/57 als Lehrling tätig. Ich habe hier meine landwirtschaftliche Lehre schon durchlaufen, in einer ersten Phase der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Bewirtschaftung]] von 1946 bis 1957. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das an ein Ende. Die Bewirtschaftung wurde wieder konventionell auf zehn Jahre, ein Interregnum. Weil eben dieser Hof im Zuge der Bodenreform - die gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Besatzungszonen - auch in der russischen. Die Bodenreform, dass jeder Landbesitzer, der über 100 Hektar Land besaß Land abgeben musste, zur Ansiedlung ostvertriebener Bauern.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landgraf von Hessen, dem dieser Betrieb gehört hat, hat den Betrieb dann komplett abtreten müssen an eine Siedlungsgesellschaft. Die wurden ja damals neu belebt nach dem zweiten Weltkrieg, um diese ganzen Vorgänge zu steuern. Sodass wir uns damit abfinden mussten, dass jetzt der Eigentümer eine Siedlungsgesellschaft war, die nur die eine Absicht hatte, diesen Hof zunächst einmal für ostvertriebene Landwirte freizumachen. Andererseits später, nachdem das nicht so gelungen war, diesen Hof scheibchenweise nach der Salamitaktik zu verscherbeln. Stadtnah gelegen und sehr hohe Bodenpreise - Baupreise hier in der Gegend - sodass der Dottenfelderhof also in seinem ganzen geschichtlichen Verlauf seinen Nullpunkt erreicht hat, in den 60er, 70er, 80er Jahren, nein, sagen wir einmal, 60er Jahren, 50er, 60er Jahren. &lt;br /&gt;
=== Der Dottenfelderhof als Klostergut bis in die heutige Zeit 00:03:30 ===&lt;br /&gt;
Der Hof selber hat eine Geschichte, die weit über 1.000 Jahre hinausgeht. Er ist einer der ältesten Siedlungsorte überhaupt, weit und breit, weil er wird urkundlich schon erwähnt im Jahre 843, als ein freies Königsgut, unter Karl dem Großen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also in der Zeit war Karl der Große schon gestorben, aber es waren dann seine Söhne und Enkel. Er war ein freies Königsgut, ein karolingisches Königsgut. Es kamen ja dann die Sachsen-Kaiser, und es war dann Otto der Zweite, der Kaiser also, der jetzt diesen Hof seinerzeit dem Kloster Worms als Lehen gegeben hat im Jahre 976. Das ist alles urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 976 wurde der Dottenfelderhof ein Klostergut von Worms. Die Klöster konnten nur existieren, wenn sie Pfründe hatten. Das heißt, ihnen ist entsprechender Landbesitz zugeteilt und zu Lehen gegeben worden, damit sie in der Lage waren in der Landwirtschaft nicht nur täglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu erarbeiten, sondern damit ein paar Mönche freigestellt worden sind, um die Bibel abzuschreiben. So war das damals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bibel abzuschreiben, brauchte man Pfründe, man brauchte also den Zehnten, der dann abgeliefert worden ist an das Kloster, damit das Kloster überhaupt existieren konnte. So war der Dottenfelderhof ein solches Lehensgut geworden. Dann 1121, 1122, 1123 wurde das erneut zu Lehen gegeben, an den gerade eben gegründeten Orden der Prämonstratenser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prämonstratenser waren ein relativ kleiner Orden in der Aufsplitterung der [[Zisterzienser]] gewesen. Auch wiederum seit dieser Zeit war der Dottenfelderhof ein Klostergut, von Kloster Ilbenstadt hier ganz in der Nähe, und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation. 1803 bis 1806 unter Napoleon wurde der ganze Klosterbesitz hier aufgeteilt in Mitteleuropa. So kam der Hof in die Hände schließlich der Landgrafen von Hessen, Kassel. Er wurde dann eine Art Beispielbetrieb im 19. Jahrhundert für moderne Verfahren in der Landwirtschaft, wie Zuckerrübenanbau und dergleichen mehr. Weitere Details möchte ich jetzt nicht darüber sagen, sonst verlieren wir zu viel Zeit. Aber es war ja so, dass 1946 hier ein Landwirt eingeheiratet hat, der eigentlich aus einer Goldschmiedfamilie stammte. Ein hochintelligenter, befähigter Mann, der diesen Hof hier dann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt hat. Der Dottenfelderhof sollte eigentlich in den 50er Jahren das Zentrum der biologisch-dynamischen Bewegung in Deutschland werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann zerbrach das 1954, weil eben der Druck auf das Land hier so groß war. Sie wollten hier formal noch ostvertriebene Landwirte ansiedeln, aber das Ganze zerbrach dann, wie ein Kartenhaus fiel das in sich zusammen, 1957. Das war eine unglaubliche Tragik, weil die Möglichkeit, hier jetzt so eine ganz neue Entwicklung zu inaugurieren, erstmal aussichtslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da habe ich eben versucht in der Folgezeit mit meinem ehemaligen Lehrchef hier zu prüfen, ob wir diesen Hof doch wiedergewinnen können. Das war uns nach vierjährigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von 1964 bis 1968 schließlich gelungen. Allerdings in Form von Kriegszuständen, kann man fast sagen, in den Verhandlungen mit dem Land Hessen. Also man hat sich sozusagen mit schärfsten Waffen da bekämpft. Wir mit den Waffen der Idee, wir hatten ja keine anderen. Es war eine Zeit, wo der konventionelle Landbau sozusagen sein Aufstiegserlebnis hatte: &amp;quot;Jetzt endlich können wir also technologisch alles so machen, dass der Mensch als Arbeitender überflüssig wird in der Landwirtschaft.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung fing damals an. Wir haben vier Jahre mit dem Land Hessen verhandelt und dann schließlich einen Pachtvertrag über fünf Jahre bekommen, einen Knebelvertrag, bei dem jeder Sachverständige auf diesem Feld gesagt hat: &amp;quot;Damit habt ihr die Schlinge um den Hals mitgeliefert bekommen&amp;quot;. Das war ein furchtbarer Knebelvertrag. Ich kann jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen. Aber jedenfalls war der so, dass sie sich gesagt haben: &amp;quot;So stehen die das nie durch&amp;quot;. Sie versuchten eben, uns irgendwie hier von vornherein wegzukriegen. Nur der Minister selber und ein paar wenige Menschen, die haben ein bisschen die Hand über uns gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das waren also außerordentliche schwierige Jahre. Der Dottenfelderhof war heruntergewirtschaftet bis zum geht nicht mehr. Das war eine Räuberburg, so wurde sie damals bezeichnet, alles war völlig am Boden. Sowohl der Zustand der Böden als auch der Gebäude. Es war jahrzehntelang nichts mehr gemacht worden. Wir haben uns damals gesagt, einmal den Fuß zwischen Tür und Angel, kriegt uns niemand mehr von dem Hof runter. So war es dann auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es manchmal aussah, wie wenn wir morgen hier weggehen müssten. Ende der 70er Jahre, haben wir schließlich endlich erreicht, hier einen 18-jährigen Pachtvertrag neu zu bekommen für den Hof und haben durchgesetzt, dass das Land Hessen den Hof gekauft hat, von der Siedlungsgesellschaft. Wir sind in den Kauf eingestiegen und haben die Hofgebäude mit 20 Hektar drum herum gekauft, als gemeinnütziger Verein. Jetzt sind die Gebäude und diese 20 Hektar Eigentum des gemeinnützigen Trägers Landbauschule Dottenfelderhof und alles übrige Land sind natürlich noch Zupachtungen von außerhalb. Jetzt sind es direkt um den Hof arrondiert ungefähr 165 Hektar. Insofern war jetzt zunächst mal eine Entwicklung gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnten wir überhaupt investieren, auch in den folgenden Jahren. Das war ja vorher völlig unmöglich. Wir haben dann die [[Landbauschule Dottenfelderhof]] gegründet, schon in den 70er Jahren, und haben hier auch eine Forschung eingerichtet - dort drüben, das werden Sie vielleicht noch sehen, oder Sie haben das schon gesehen. Unsere ganze Züchtung, die wir hier jetzt auf dem Hof betreiben, die Forschung, die wir hier auf dem Hof betreiben und alle möglichen sonstigen Initiativen, die hier eben stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die soziale Frage 00:11:29 ===&lt;br /&gt;
So hat sich das entwickelt und ich möchte nur noch ein Wort sagen zur [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof|Betriebsgemeinschaft]]. Weil ich meine, dass das der springende Punkt ist für die gesamte Zukunft der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] in Europa, in Mitteleuropa ganz besonders. Wir müssen da Pioniere sein auf diesem Felde, dass nicht mehr der bäuerliche Familienbetrieb das eigentliche Ideal sein kann in die Zukunft. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber jedenfalls, da liegen ja auch Probleme vor. Denn wie soll eine einzelne Familie in der Lage sein, einen biologisch-dynamischen Betrieb, Viehhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Heckenbau, Wiesen- und Weidewirtschaft betreiben und dann auch noch Weiterverarbeitung und Vermarktung unter einem Dach möglich zu machen? Ganz aussichtslos. Man ist dann burned out nach nicht allzu langer Zeit. Man muss sehen: Wie können wir sozial, nicht nur biologisch-dynamisch -Pause- Das Biologisch-Dynamische ist eine ungeheuere Zukunftsaufgabe. Und so ist auch in Verbindung mit dem Biologisch-Dynamischen die soziale Frage ungeheuer aktuell. Die Landwirtschaft hat in Zukunft dafür eine ungeheure Aufgabe, eine Mission förmlich, neue soziale Entwicklungen zu inaugurieren. Das war auch von Anfang an unser Anliegen hier auf dem Dottenfelderhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgemeinschaft ergab sich nun nicht aus diesem Anliegen primär. Wir hatten keinen - wie soll man sagen - sozialen Impetus, hier und da etwas zu schaffen, sondern es ergab sich rein und ausschließlich aus den Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir haben gesagt, ein Einzelner kann niemals mit angestellten Mitarbeitern auf die Dauer einen biologisch-dynamischen Betrieb umtreiben, sondern die Mitarbeiter müssen selbst motiviert sein. Die müssen selber aus sich heraus das Motiv haben, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, und zwar auf Augenhöhe. Also nicht mehr die hierarchische Struktur von einst: Da ist der Betriebsleiter und dann kommen die verschiedenen Stufen bis herunter über die Lehrlinge und Mägde und dann die Ratten und Mäuse, so war das ja früher. Sondern dass diejenigen, die hier wirtschaften- das war ja unser großes Ideal gewesen, das hat sich ein bisschen hier gewandelt, ist unser großes Ideal gewesen. Und das ist es für mich auch in alle Zukunft, dass wir eine Form, eine soziale Form entwickeln müssen, wo jeder Einzelne voll motiviert ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Person ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir wollten eigentlich jede Lohnarbeit abschaffen. Das ist auch noch heute mein Ideal, dass wir keine Lohnarbeitskräfte mehr haben, sondern dass jeder, der da mitarbeitet, Mitunternehmer ist. Geistiger Mitunternehmer. Voll motiviert und dann auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Das war der Grund, warum wir überhaupt die Betriebsgemeinschaft gegründet haben. Das war damals ein derartiges Novum, 1968. Obwohl es gab schon Bemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab ja schon Bemühungen nach dem zweiten Weltkrieg in der biologisch-dynamischen Bewegung. Die sind alle zerbrochen, alle zerbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie wir dann 68&#039; anfingen, unter den unmöglichen Bedingungen hier: kein Geld, kein nichts, kein gar nichts, sondern nur die Idee. Da leuchtete plötzlich sozusagen historisch ein Moment auf und man sagte: &amp;quot;Jetzt. Jetzt ist der Moment da, jetzt ist er reif. Jetzt können wir diesen Versuch wagen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten so gut wie keine Rückendeckung von irgendwo. Also es kann man an fünf Fingern abzählen, die Menschen, die uns sozusagen gesagt haben, dass wir nicht total verrückt sind. So sind es jetzt 50 Jahre, dass der Hof in dieser Form existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich vieles gewandelt, nicht mehr so ganz, wie ich mir das wünsche. Aber das ist immer so, alle Entwicklung ist immer ein Stirb und Werde, immer ein Stirb und Werde. Das hört man nicht gern, wenn man jung ist. Man möchte ja immer, dass etwas wird, oder dass man jedenfalls Teil hat, dass da irgendwas wird. Aber dass auch etwas sterben muss, das möchte man so gar nicht so wahrhaben wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist ein Entwicklungsgesetz, dass alles erst mal- wenn etwas wird, dann muss erst etwas sterben, um neu zu werden, um immer neue Stufen der Entwicklung zu erklimmen. So ist es auch heute, dass durch die Erweiterung der Entwicklung des Dottenfelderhofes, durch die Weiterverarbeitung, durch den Laden hier unten, durch die Bäckerei, die Konditorei, die Käserei und dann die Forschung und allem, was sich hier angesiedelt hat, dass dadurch natürlich viele Menschen von außen hinzukamen. Die konnten zunächst nur als Lohnarbeitskräfte oder als Angestellte hier am Rande, sozusagen um den Kernbetrieb herum hier ihre Arbeit aufnehmen. Das hat sich dann auch irgendwo ausgewirkt auf den Hof selbst. Ich möchte damit sagen, das Ideal steht. Die ersten Erfahrungen auf diesem Felde sind gemacht. Und ich weiß, wie schwer es ist, eine Betriebsgemeinschaft wirklich am Leben zu erhalten. Ich weiß das. Bis in den letzten Winkel weiß ich das, welche Gefährdungen und welche Probleme auftreten können. Einfach damit, dass man lernt, als Individuum, als individueller Mensch wirklich dieses Maß von Selbstlosigkeit - objektiver Selbstlosigkeit, nicht emotionaler - objektive Selbstlosigkeit zu entwickeln, dass man wirklich mit dem anderen zusammen eine wirkliche Gemeinschaft zielstrebig in eine Zukunft hineinarbeitet, um der Sache willen, nicht um seiner selbst willen! Aber das ist die Perspektive in die Zukunft, das möchte ich Ihnen ans Herz legen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Schicksal läuft anders. Da gibt es keine Norm. Aber es muss klar sein: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist nicht nur biologisch-dynamischer Pionier, sondern auch im sozialen Felde muss sie Pionieraufgaben haben, muss sie etwas vorleben, anderen Menschen, der Gesellschaft vorleben, dass ganz andere Entwicklungsgänge in die Zukunft möglich sind, die heilsam sind, im Sozialen heilsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und der Betriebsorganismus 00:18:48 ===&lt;br /&gt;
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Thema, über das ich hier heute spreche, sondern ich habe jetzt noch mal ein bisschen historisch zurückgegriffen. Ich bin ja gefragt worden, noch etwas zu sagen über die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und das im Kontext mit dem Betriebsorganismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung in den Betriebsorganismus 00:19:11 ====&lt;br /&gt;
In aller Kürze möchte ich erst mal eingehen auf den Betriebsorganismus, was das eigentlich ist, wie man ihn überhaupt verstehen kann, welchen Zugang es da überhaupt gibt. Es wird ja immer drüber geredet, aber es ist irgendwie ein Wort, das ist ein Nomen. Was verbindet man damit jetzt ganz konkret? Von da ausgehend beschäftigen wir uns morgen mit der Frage der tierischen Düngung, gerade im Kontext des Organismus-Gedanken und am Freitag und Samstag wollen wir auf dieser Grundlage uns noch wenigstens symptomatisch mit einzelnen Aspekten der biologisch-dynamischen Präparate befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Frage nach dem landwirtschaftlichen Organismus 00:20:11 ====&lt;br /&gt;
So, aber jetzt diese Frage nach dem Betriebsorganismus. Sie stehen ja alle irgendwo in der Landwirtschaft drinnen, sind auf irgendwelchen Höfen, haben da ihre Erfahrungen gemacht und da gibt es vielleicht Kühe, da gibt es auch das und jenes und die Felder und Gartenbau da oder dort. Aber das hat sich alles so entwickelt, wie sich eben die Zeitverhältnisse ergeben haben, wie es die Marktverhältnisse ergeben haben in den letzten Jahren. Und die Frage ist immer: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Hat man wirklich eine Idee dessen, was ein landwirtschaftlicher Organismus sein kann?&amp;quot; Was eigentlich die Grundlagen, die ideellen Grundlagen sind zum Verständnis dieses Begriffs Organismus?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nun ja, und da möchte ich erst auf drei Hinweise Rudolf Steiners, den Begründer des biologisch-dynamischen Landbaus, aus seinem [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftlichen Kurs]] zitieren und von dort meinen Ausgangspunkt nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der erste, ich möchte sagen &#039;&#039;Initialsatz&#039;&#039; förmlich im &#039;&#039;Landwirtschaftlichen Kurs&#039;&#039;, im Hinblick auf die Aufgabe eines zukünftigen Landbaus, ist einer, den man eigentlich schier nicht verstehen kann. Und dennoch enthält er alles! Den möchte ich einfach mal zitieren. Da heißt es am Beginn des zweiten Vortrags, also letzten Endes den Kurs eröffnend, da heißt es: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Eine Landwirtschaft ...&amp;quot; also stellen Sie sich mal irgendeinen Hof vor, &amp;quot;&#039;&#039;Eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen&#039;&#039; ...&amp;quot;, und dann setzt er hier nach: &amp;quot;&#039;&#039;im besten Sinne des Wortes erfüllt sie ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann&#039;&#039;...&amp;quot;, völlig freilassend, &amp;quot;aufgefasst werden kann &#039;&#039;als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[1]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annäherung an das Ideal der Individualität 00:22:10 ====&lt;br /&gt;
Jede Landwirtschaft müsste sich annähern, diesem Ideal, eine solche Individualität zu sein. Jetzt muss man sich fragen: &amp;quot;Was soll das eigentlich? Was ist damit ausgedrückt?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist zunächst mal dieses gesagt: &amp;quot;Eine Landwirtschaft erfüllt &#039;&#039;nur dann ihr Wesen&#039;&#039;.&amp;quot; &#039;&#039;Sie hat es gar nicht!&#039;&#039; Sie hat noch nicht ihr Wesen. Es sei denn, &#039;&#039;ich fasse sie auf als eine Art Individualität. Ich, also ich als Landwirt!&#039;&#039; Das ist nicht gegeben da draußen, sondern ich muss es auffassen, ich muss es mit Gedanken fassen. Das ist eine Anstrengung, eine Erkenntnisanstrengung. Ich muss erfassen - diesen Gedanken fassen - , dass eine Landwirtschaft eine Art Individualität ist, ja, eine wirklich in sich geschlossene Individualität! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat man natürlich &#039;&#039;lauter Begriffe,&#039;&#039; mit denen man auch noch gar nicht so richtig zurechtkommt. Was ist überhaupt eine &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Was ist denn da überhaupt die &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;? Und so weiter. Und was ist &#039;&#039;das Wesen überhaupt?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Satz im Landwirtschaftlichen Kurs, der nimmt noch mal Bezug auf diese ganze Sache und sagt aus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;quot;Im Grunde ist die volle Geschlossenheit in einem landschaftlichen Betrieb nicht zu erreichen&amp;quot;&#039;&#039;. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist verständlich, ich meine, der Wind weht hier über unseren Betrieb, der kommt von England rüber, ein Sturm oder so, da kommt alles von außen rein. Oder es regnet von Wolken, die voll beladen sind mit dem Dreck von Frankfurt hier auf den Dottenfelderhof. Oder wir kaufen Maschinen von außen dazu oder auch hin und wieder mal Vieh, oder was es auch sein mag. Also wir können nicht autark, total autark sein, als landwirtschaftlicher Betrieb nicht in voller Geschlossenheit. Aber er sagt, man müsse doch den &#039;&#039;Begriff&#039;&#039; der &#039;&#039;notwendigen Geschlossenheit&#039;&#039; haben. &#039;&#039;Wenn man den nicht hat, dann kann man auch keine Geschlossenheit eines landwirtschaftlichen Organismus schaffen,&#039;&#039; sondern ich muss den Begriff haben. Das heißt, in diesen beiden Äußerungen, die ich zitiert habe, ist schon klar: Der Mensch ist gefordert, sich mal ordentlich Gedanken zu machen, mein Gott! Und &#039;&#039;nicht nur so vor sich hin zu pfriemeln und nur seinen Egoismus auszuleben&#039;&#039;, sondern sich &#039;&#039;klare Gedanken&#039;&#039; machen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;Was heißt das eigentlich? &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Kann denn hier jemals ein landwirtschaftlicher Betrieb Individualität sein? Es gebührt doch eigentlich nur dieser Begriff dem Menschen im strengen Sinne? Und ebenso: Wie steht es mit dem Begriff der &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Grundlage 00:24:55 ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Das Dritte, was ich noch kurz zitieren will, ist: Am Ende des vierten Vortrages, wo gesagt wird: &amp;quot;&#039;&#039;In allem wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[2]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Also in allem, was eigentlich in der Landwirtschaft gestaltungsmäßig sich vollziehen kann und vollziehen muss, da muss man die &#039;&#039;Kriterien von der Erkenntnis des Menschen hernehmen&#039;&#039; und kann sie &#039;&#039;nicht draußen in der Natur&#039;&#039; ohne Weiteres &#039;&#039;finden&#039;&#039;. Sondern ich muss da einen &#039;&#039;Begriff bilden&#039;&#039;, der abgeleitet ist vom &#039;&#039;Verständnis des Menschen selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das möchte ich jetzt tun, und zwar in aller Kürze. Es tut mir leid, solche Dinge müssten sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber nur, um das Prinzipielle mal sichtbar zu machen. &#039;&#039;Gehen wir mal vom Menschen aus&#039;&#039;, und zwar unter dem Gesichtspunkt, diesen jetzt als Grundlage zu nehmen für den Begriff der &#039;&#039;landwirtschaftlichen Individualität&#039;&#039; bzw. des &#039;&#039;landwirtschaftlichen Organismus&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind jetzt genötigt, ganz abzusehen von der Landwirtschaft um den Blick wirklich auf den Menschen zu lenken und zu sehen: &#039;&#039;Wie ist eigentlich der Mensch organismusmäßig konstituiert?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch vom Tier ausgehen, aber da fehlt dann was. Wir könnten auch von der Pflanze ausgehen, da fehlt noch mehr, um den Organismusbegriff wirklich zu fassen. Wir können auch vom Mineral ausgehen. Und da fehlt am allermeisten. Aber der Mensch erfüllt sozusagen das, worum es hier geht, als Persönlichkeit, erfüllt das voll und ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung an der Tafel): Wenn Sie sich mal den Menschen - so einen Strichmenschen vorstellen. Der steht sogar noch ein bisschen krumm, aber eigentlich ist er natürlich sozusagen voll in der Achse Erde-Sonne vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses eigenartige Gebilde Mensch zeigt nun eine ganz bestimmte physiologische und morphologische Gliederung als Grundlage für seine eigene geistig-seelische Entwicklung und Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das menschliche Haupt 00:27:45 =====&lt;br /&gt;
Wenn wir zunächst mal den Blick ... Man sieht es schon hier an dieser Gestalt, das da oben ist völlig anders als was da unten ist. Wenn wir hier oben jetzt diesen Bereich anschauen, das menschliche Haupt. Das ist wie eine Kugel da oben auf den Halswirbeln und wäre für sich auch nicht die Spur lebensfähig, sondern eigentlich ist die Tendenz, dass das Haupt das vollendet, was es ständig erlebt, nämlich abzusterben. Im Haupte haben wir lauter physiologische Vorgänge, die nur und allesamt enden in einem Abbauprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zunächst mal darauf achten, dass das Haupt umgeben ist von einer harten Knochen-Substanz. Die ist nicht kristallin, sie ist so knorpelartig, aber knorpelartig verknöchert und dies ist ziemlich tot. Es wird ein bisschen durchblutet, aber fast zu vernachlässigen. Das Haupt ist umgeben, nun gut, das muss man ihm zugestehen, hier von einer dünnen Haut, und die ist stark durchblutet. Das ist das Einzige, was so richtig lebendig ist da oben. Da wachsen dann die Haare raus. Aber die Haare sind auch schon wieder ziemlich tot. Die kann man abschneiden, ohne dass man merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist dieses Haupt erfüllt, zunächst mit einer Flüssigkeit, dem Gehirnwasser, das ist eine lympheartige Substanz. Dann ist es eben erfüllt hier vom Gehirn. Ich sehe jetzt mal ab von allem Übrigen. Erfüllt von dem Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gehirn setzt sich nach außen fort, in die Sehnerven, in die Hörnerven, in die Sinnesorgane, die wachen Sinnesorgane, mit denen wir uns am intensivsten mit der Welt in Beziehung setzen. Alles, was sich hier abspielt, selbst das Gehirnwasser, ist eigentlich tot. Das ist das reinste Wasser, was man sich überhaupt vorstellen kann, aber es ist eben ganz mineralisch tot. Da bilden sich sogar ganz feine Kriställchen drin in dem Gehirnwasser. Wenn wir denken, in der Epiphyse, die sitzt hier oben auf dem Gehirn auf, da bilden sich lauter feine organische Kriställchen. Die schwimmen dann zum Teil in dem Gehirnwasser herum. Und wenn wir einen Gedanken vergessen, lösen die sich wieder auf. Das kann man heute medizinisch nachweisen. Jeder Gedanke bildet einen Kristall, bildet etwas. Und diese Form, die sich da bildet, also jetzt ganz im Physischen, die löst sich wiederum auf, wenn etwas in Vergessenheit gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Gehirn ist eine Bildung, wo ständig Materie abgebaut wird, organische Materie. Das Blut strömt hier vom Herzen hoch, hier in das Haupt und unterhält sozusagen gerade eben das Haupt noch lebendig, den Kopf, das Gehirn lebendig. Aber eigentlich ist es also fast an der Schwelle des Todes, des Absterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser Tatsache, dass hier ständig Abbauvorgänge sind, das Gehirn hat die intensivste Atmung im ganzen Körper. Also Atmung geschieht immer dadurch, dass Kohlendioxyd entsteht durch Abbauprozesse und dann durch den Atem wieder ausgeatmet wird. Und die intensivste Atmung findet hier statt. Abbau, das heißt eigentlich Todesprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir sehen auch, dass das Haupt eigentlich dasjenige ist am Menschen, obwohl man den Kopf drehen nicken kann - glücklicherweise kann man das noch - es eigentlich der Ruhepol des Menschen ist. Dort befindet sich der Mensch eigentlich am meisten in Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Prozesse, die da im Kopf sich abspielen - natürlich muss man unter diesem Gesichtspunkt auch die Sinnesorgane mit einbeziehen, das Auge, das Ohr. Wenn Sie die anatomisch studieren, dann werden Sie bemerken, dass das eigentlich fast physikalische Apparate sind, zunächst einmal. Das Auge ist wie eine camera obscura. Und auch die Gehörknöchelchen, die die ganzen Schallwellen übertragen auf das Innenohr, das sind alles mechanische Vorgänge Plus und Minus. Dieses Haupt muss ständig von unten ernährt werden, damit es überhaupt existieren kann in dieser Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gegenläufige Organisation vom Haupt 00:33:23 =====&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir gegenläufig zum Haupt eine Organisation, die wirklich das vollständige Gegenteil darstellt, in die wir im Grunde genommen überhaupt keinen direkten, erlebnismäßigen Einblick nehmen können. Das ist das, wo zu dem, was bisher geschildert worden ist - polar dazu - man könnte dazu sagen, dass das der Lebenspol des Menschen ist. Wo alle Lebensvorgänge lokalisiert sind, wo alles in einem ständigen Wechsel und Wandel begriffen ist, wo Aufbauprozesse stattfinden und wo Regenerationsprozesse stattfinden. Also der Lebenspol, kann man sagen, der Lebenspol des Menschen. Und hier ist alles in Bewegung. Denken Sie mal an die Gliedmaßen, die Arme, die Hände, Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht von daher schon, dass der Mensch eigentlich ungeheuer polarisiert ist, in zwei Pole. Einen Todespol und einen Lebenspol. Aufgrund dieser Todesprozesse hier oben entwickelt der Mensch sein Denken oder werden ihm die Gedanken bewusst, so muss man es genauer sagen. Während wir uns hier unten im Willen erleben, als wollende Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der ganze untere Mensch organisiert in Bezug auf die Verdauungsprozesse, die ganzen Drüsenprozesse und was da sich abspielt, sie alle dienen dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nerven-Sinnesprozesse und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System 00:35:31 =====&lt;br /&gt;
Wir können hier oben vielleicht noch die Nerven-Sinnesprozesse, das Nerven-Sinnessystem hinschreiben. Und hier ist das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Von daher gesehen ist der Mensch ein zweigliedriges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Zuschauerfrage zur stillenden Brust einer Mutter. Die stillende Brust von einer Mutter. Gehört die jetzt zu den Lebensprozessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wenn Sie ein Kind bekommen, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, sicher. Das ist ja alles unterhalb des Zwerchfells. Das hier ist das Zwerchfell. (Zeichnung). Ich treffe jetzt keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau, sondern das gilt einfach für den Menschen. Der Mensch ist Mensch, ob so oder so, Mensch ist er in erster Linie. Da haben wir hier diese Trennung zwischen diesem Oben und Unten und das ist das Zwerchfell. Unterhalb diesem spielen sich diese Lebensvorgänge insbesondere ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier dazwischen noch eine andere Wirklichkeit. Das ist da, wo nun Lunge und Herz beheimatet sind, wo der Mensch ein rhythmisches Wesen ist. Dieser mittlere Mensch, wo wir uns am allermeisten als Mensch erleben, wir erleben uns ja nicht im Kopf als Mensch so sehr, auch nicht im Bauch, sondern gerade in dieser mittleren Zone. Da erleben wir uns als am allermeisten als Mensch. Diese Organe, die hier als Zentralorgane in der Mitte angesiedelt sind, offenbaren sich in ihrer rhythmischen Tätigkeit. Und diese rhythmische Tätigkeit verbindet den Kopfpol mit dem Stoffwechselpol. Denken Sie an den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf, der vom Herzen ausströmt mit dem arteriellen Blut in den Kopf strömt, in den Kopf durch die Schlagader in den übrigen Kreislauf durch den ganzen Körper hindurch. Also diese mittlere Zone bringt diese beiden Gegensätze, das Oben und Unten, in einen Ausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fühlen und die Dreigliederung des Menschen 00:38:56 =====&lt;br /&gt;
Und darin, in diesem Ausgleich, erleben wir uns als Menschen am allermeisten, wenn wir uns einmal selbst beobachten, prüfen. Das setzt sich natürlich fort, hier in die Gliedmaßen, in den Bewegungsmenschen. Wenn man zum Beispiel an die Blutentstehung denkt, dann muss man sich vorstellen, dass sich das Blut hauptsächlich in den Röhrenknochen der Gliedmaßen bildet. Das ist auch unmittelbar mit einbezogen in die ganzen Stoffwechselvorgänge. Hier nun - das habe ich noch vergessen zu sagen, im Zusammenhang mit dem rhythmischen System -entwickeln wir unser Fühlen oder werden wir unseres Fühlens bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man so auf den Menschen einmal schaut, kann man es anatomisch bis in die letzten Details verfolgen. Man kann es morphologisch, physiologisch in jede Richtung hin verfolgen. Man wird sehen, dass dieses Prinzip des Dreigegliedertseins des Menschen einem förmlich überall entgegen springt und dass darauf eigentlich überhaupt letzten Endes eine Verständnisgrundlage geschaffen werden kann, für die Pädagogik, für die Medizin - also eine entsprechende Medizin - oder für die Landwirtschaft und für alles Übrige ebenso. Also man spricht hier von der Dreigliederung des Menschen. Auf diese Sache werde ich erst am Freitag noch mal zurückkommen. Und möchte jetzt ... Wollen Sie was sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich hätte eine Frage. Und zwar: Ich verstehe das nicht so ganz, dass der Kopf quasi ... den Tod da drin und den Abbau ... das verstehe ich halt nicht so ganz, weil im Gehirn ja auch ganz viele Aufbauprozesse ja auch wieder vonstattengehen. Also jeden Moment, wenn Synapsenverbindungen sich trennen, entstehen auch wieder neue. Und da kann halt auch im Laufe eines Zeitraums ein Aufbau entstehen. So Erinnerungen, die bleiben und neue, die dazukommen. Dann hat man ja im Endeffekt auch einen Aufbauprozess. Und genau das verstehe ich nicht so ganz, warum man vom Kopf als Abbauprodukt redet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Abbau ist notwendig, damit wir überhaupt ein denkendes Bewusstsein haben. Das erleben wir ja gerade hier im Nervensinnessystem. Es muss natürlich auch erhalten werden, es muss sozusagen in einem Zustand erhalten werden. Man kann es nicht mehr steigern, man kann es gerade noch erhalten. Und das sind natürlich schon Regenerationsvorgänge auch im Gehirn, das ist keine Frage. Aber letzten Endes funktionell physiologisch ist es ein ständiges Abbauen und muss natürlich wiederaufgebaut werden, selbstverständlich. Aber dieser Abbauprozess als solcher ist ein Todesprozess. Durch den Tod entsteht überhaupt erst ein denkendes Bewusstsein. Ohne Tod gäbe es kein Bewusstsein. Das muss man sich mal versuchen klar zu machen. Anders gesagt: Wenn man eine Verletzung hat, am Kopf oder so ... dann sind möglicherweise so und so viele seelische Möglichkeiten ausgeschaltet. Und jetzt muss er sich natürlich wieder regenerieren in diese Richtung, dass es wieder möglich wird, dass diese Abläufe stattfinden. Es wird immer gerade am Leben gehalten, so möchte ich mal sagen. Also es steht im Vordergrund der Abbau. Und der Aufbau dient gerade, dass immer wieder abgebaut werden kann. Während hier im Stoffwechsel genau das Gegenteil der Fall ist. Von hier kommt alles, steigt herauf bis in die Nerven-Sinnes-Bereiche, um diesen Pol am Leben zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dreigliederung, die ich versuche hinzustellen, also zu aphoristisch fast, möchte ich sagen. Aber nur mal dieses Bild hinstellen und wir werden daran nochmal anknüpfen am nächsten Freitag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Viergliederung des Menschen und Verbindung zur Natur 00:43:26 =====&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich aber noch einen anderen Aspekt kurz schildern und das ist die Viergliederung des Menschen. Schauen Sie, man kann nämlich jetzt nicht nur unter diesem Aspekt des Aufbaus des menschlichen Leibes den Menschen betrachten, sondern auch: &amp;lt;blockquote&amp;gt;Welche Verwandtschaft trägt er zu den ganzen Naturreichen?  Wie steht er im Verhältnis zu der ganzen ihn umgebenden Natur? Ist er ein ganz fremdes Wesen oder ist er eben auch zugleich ein Naturwesen?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Da kann man zunächst feststellen, dass, wenn man den Menschen vergleicht mit all dem, was sich in der mineralischen Welt abspielt, die rein anorganisch ist, physikalisch tot ist, das Mineral unterliegt nur den physischen Gesetzen. Alles, was ich da stofflich, kräftemäßig im Zusammenhang des toten mineralischen Reiches abspielt, spielt sich auch im Menschen ab. Im Menschen sind alle die Stoffe, die Kräfte, die Gesetze wirksam, die auch im Mineralreich wirksam sind. Das kann man heute bis ins Detail förmlich verfolgen. Ja, das verführt einen geradezu, den Mediziner, den Naturwissenschaftler, zu glauben, das wären die einzigen Gesetze, die wirklich Geltung haben. Das ist eine Verführung, weil die Gesetze so schlüssig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was sozusagen mineralisch, stofflich, kräftemäßig im Menschen wirkt, ist in sich so schlüssig, dass man darauf regelrecht eine medizinische Weltanschauung begründen kann. Oder generell eine Weltanschauung begründet hat, die nennt man heute den Materialismus. Der Materialismus hat seine große Bedeutung, aber nur auf dieser Ebene hier. Eine Verwandtschaft der mineralisch-anorganischen Natur mit dem Menschen. Man findet alles, was da draußen ist, auch im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerer Ausdruck dessen sind zum einen die Sinnesorgane und zum anderen das Skelett oder alle Stützgewebe. Da wirken dieselben Kräfte. Auch stoffliche Kompositionen wirken, wie man sie auch in der Außenwelt findet. Das ist nach denselben Prinzipien aufgebaut. Kann ich jetzt nicht in die Details gehen. Das würde zu weit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnesorgane sind wirklich, das habe ich schon gesagt, die Gehörknöchelchen zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass das Licht durch die Linse hindurch gleichsam fixiert wird, durch den Glaskörper hindurch, hinten auf die Gelbkörper auf die eigentlichen Lichtzellen, auf dem Hintergrund des Auges. Das sind alles physikalische Vorgänge, wie man sie in der Kamera auch hat. Also insofern besteht hier eine tiefe Verwandtschaft, aber die bezieht sich eben nur auf das, was man den physischen Leib oder die physische Organisation des Menschen nennen kann. Wenn das nur Geltung hätte, dann wäre der Mensch ein Stein. Ein Stein, also er hätte keine eigene Regsamkeit, gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt sieht, dass der Mensch tatsächlich in der Lage ist, eine Eigenbewegung zu entwickeln, ja in sich Lebensvorgänge abspielen zu lassen, zeigt er eine Verwandtschaft mit den Pflanzen. Die Pflanze ist ja ein Gebilde, die vereint das Mineralische, die nimmt das Mineralische auch auf und verwandelt es auf eine höhere Stufe. Da entwickeln sich nun in der Pflanze Kraft von Substanzen und Kräften, die nicht mehr rein irdischer Natur sind, sondern wo der ganze Planetenumkreis mitwirken muss, dass die Pflanze überhaupt Leben erzeugt. Keine Pflanze kann leben, ohne dass die Sonne scheint. Das muss man sich mal klarmachen. Es gibt kein Leben auf der Erde ohne den ganzen planetarischen Umkreis. Insofern hebt sich die Pflanze gleichsam aus der toten, mineralisch-irdischen Sphäre heraus und wird zur Offenbarerin von Lebensvorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt 00:48:26 =====&lt;br /&gt;
Auch in diesem erweist sich im Menschen eine Verwandtschaft. Und diese drückt sich aus im Drüsensystem. Das Drüsensystem ist natürlich überall im Menschen zu finden, aber hauptsächlich im unteren Menschen. Und das bewirkt, dass der Mensch einen Lebensleib hat, wie die Pflanze oder eine Lebensorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man weiß ja, dass die Pflanzen von Natur aus eigentlich nur gesund sind. Es gibt eigentlich keine kranke Pflanze, streng genommen. Wenn man nicht selbst dafür sorgt, dass die Pflanze quasi äußerlich krank wird, also etwa abstirbt oder so, durch Infektionen, welche alle von außen kommen. Die Pflanze ist eigentlich ein gesundmachendes, durch und durch gesundes Wesen innerhalb der Naturreiche. Ein solcher Mensch wie Paracelsus, der einer der größten Ärzte in der ganzen Menschheitsgeschichte war, hat die Bemerkung gemacht, dass es kein Kräutlein gibt auf der Welt, das nicht irgendeine Krankheit beim Menschen heilen könnte. So benutzen wir ja die Heilpflanzen. Die Heilpflanzen in der verschiedensten Art benutzen wir, um irgendetwas, was hier derangiert ist, innerhalb der menschlichen komplizierten Organisation, gerade auf der Ebene des Lebendigen, dass das wiederum in ein ausgewogenes Verhältnis zu allem Übrigen kommen kann, gesundend also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verbindung des Menschen zur Tierwelt 00:50:14 =====&lt;br /&gt;
Dann zeigt der Mensch eine Verwandtschaft zum Tier. Diese Verwandtschaft zum Tier ist ganz evident, denn das Tier hat eine Seele. Das ist ein beseeltes Wesen. Hier (Pflanze) ist nur Leben. Hier (Mineral) ist nur Tod. Das Tier ist ein beseeltes Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was dem modernen Bewusstsein so maßlos schwerfällt, das zu verstehen, dass wir einem Tier ein Seelisches zusprechen können. Uns Menschen können wir ein Seelisches zusprechen, wenngleich in den Wissenschaften man manchmal den Eindruck hat, da gäbe es auch keine Seele mehr. Aber im eigenen Empfinden, in der eigenen Erfahrung merken wir, dass wir ein beseeltes Wesen sind. Wir können denken, wir können fühlen, wir können eben jene Tätigkeiten wollen. Also wir haben ein Bewusstsein, dass wir neben dem, dass wir ein Lebendiges, auch ein beseeltes Wesen sind. Dieses Bewusstsein kann man sich wirklich erwerben. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es immer im Bewusstsein gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tier ist es nun so, dass es auch eine Seele hat. Stellen Sie sich mal vor, irgendeine Mücke fliegt da durch die Luft. Da sollen wir sagen, da ist eine Seele drin? Oder Käfer da im Boden, ein Regenwurm im Boden, da soll eine Seele drin sein? Man merkt ja, dass die Art, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, in der Massentierhaltung und so, da fühlt man sich irritiert. Da stimmt etwas nicht. Aber man dringt nicht wirklich durch zu sagen: Das Tier hat eine Seele und diese Seele hat ihre eigene, geistig-wesenhafte Existenz in Welten, die gar nicht hier auf Erden nur ist, sondern eben die jetzt in diesem einzelnen Tier so inkarniert ist. Man dringt nicht bis zum Phänomen selber durch, sondern man bleibt immer davor stehen und merkt: Die Art, wie man heute mit den Tieren umgeht, das kann man eigentlich nicht verantworten. Ja, warum eigentlich nicht? Die Begriffe, die Gedanken in der Richtung zu verdichten, da scheut man immer wieder zurück. Weil man zurückscheut, wird man sehr leicht zum Fundamentalisten. Die größten Fundamentalisten, die heute herumlaufen, sind vielfach die Tierschützer. Leider Gottes ist das so, auch die Naturschützer. Dort entsteht sehr schnell ein Fundamentalismus, weil man sagt: &amp;quot;Nein, ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht.&amp;quot; Dann nagelt man das fest: &amp;quot;Du darfst nicht, du darfst nicht so ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend kommen moralische Forderungen ohne eine klare Erkenntnis der Zusammenhänge. Deshalb ist es gerade für den biologisch-dynamischen Landwirt so wichtig, dass er sich versucht hineinzuleben in das, was da eigentlich seelisch wirksam ist in dem Tier. Da werden Sie bemerken, dass dieses Seelische im Tier deswegen so schwer zu fassen ist, weil es ohne Rest aufgeht in die Leibesbildung, ohne Rest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00 =====&lt;br /&gt;
Das Tier kann nicht denken. Es kann keine Gedanken haben über die Welt, sondern es sind bestenfalls die Gedanken in ihm wirksam. Das, was sonst das Denken des Menschen ist, ist in ihm als weisheitsvolles Instrument des Tier-Seins in den Leib hinein gebunden. Und so das Fühlen und so das Wollen. Das Tier hat gar keine Möglichkeit, irgendwelche Freiheitsgrade zu entwickeln, sondern es ist notwendigerweise ein Pferd, eine Kuh, ein Elefant, ein Löwe oder was auch immer, oder eben eine Mücke. Darin liegt eine gewisse Tragik der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich mal auf so eine Empfindung einlassen und den Blick ruhen lassen auf irgendeinem Tier und seinem ganzen Verhalten. Dann muss man einfach sagen: &amp;quot;Mein Gott, mein Gott, bist du festgelegt in deinem Sein, so festgelegt, so definiert. Du kannst gar nicht ausbrechen. Du bist nur zu diesen Handlungen fähig. Allerdings, wenn man auf die Handlung schaut, diese ist unendlich weise.&amp;quot; Die Weisheit ist ausgebreitet im ganzen Tierreich. Es gab einen Zeitgenossen Goethes, Oken hieß der. Der hat gesagt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Würde man alle Tiere, Tierarten mal, Tierseelen, zusammen schmeißen in einen Topf und würde da ganz groß drin herumrühren, dann würde die menschliche Seele rauskommen. Und würde man die menschliche Seele zerstückeln in lauter einzelne Facetten und würde jeder einzelnen Facette einen Leib zusprechen, dann käme das Tierreich heraus.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ein Bild. Aber ein Bild, was sehr viel aussagt. Es zeigt sich eine Verwandtschaft des Menschen mit dem Tier, die ist da. Aber beim Tier ist das Seelische vollständig leibgebunden und das macht seine Tragik aus, aber gleichzeitig ist es die Offenbarung einer unendlichen Weisheit. Wenn man Weisheit, der Begriff ist ja heute auch schon nicht mehr sehr aktuell, also das Zusammenstimmen von verschiedenen Verhältnissen zu einem Ganzen, wenn man das wirklich studieren will, dann muss man das Tier studieren in dem, was es tut, in seinen Aktionen. Denn alles, was das Tier tut, ist nichts anderes als eine Offenbarung dessen, was seelisch, weisheitsvoll in diesem Leib gebunden ist. Es ist keine Freiheit da. Es ist ein Muss. Es ist eine Notwendigkeit, dass das Tier so handelt, wie es handelt. Wenn ich das Tierseelische wirklich tiefer verstehen will, mit meinem ganz normalen Bewusstsein -Vernunftbewusstsein allerdings - dann muss ich darauf hingucken: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Was macht das Tier?“ „Was tut das Tier?“ „Was macht der Elefant in freier Wildbahn?“ Oder der Löwe? Oder wie verhält sich die Kuh? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Verhaltensforschung ist eine sehr, sehr junge Wissenschaft - eigentlich ganz erstaunlich - sie hat sich zuerst der Wildnatur angenommen in Bezug auf das Erforschen der Verhaltensweisen der Tierarten, zuletzt dem Haustier komischerweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haustier ist lange Zeit hinten runtergefallen, das entdeckt man jetzt erst. Da ist man auch noch sehr, sehr unsicher, wie das überhaupt mit dem Haustier beschaffen ist. Deswegen hält man es ja als Nutztier. Dann stellen Sie sich mal vor, was der Begriff Nutztier eigentlich heißt. Da verneine ich jede seelische, besondere Eigenschaft im Tier. Ich verneine sie plötzlich, indem ich das Tier zum Nutztier degradiere, das nur noch mir nutzt. Wem nutzt es dann? Nicht, sich selbst, indem, wie ich es so mäste und zu Maximalleistungen zwinge, sondern es nutzt mir. Das ist der glatte menschliche Egoismus, der eigentlich dem Tier den Namen Nutztier verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Tier hat ein objektiv Seelisches in sich wirksam. Und das drückt sich in seinem gesamten Verhalten aus. Und wenn wir es verstehen wollen, müssen wir auf dieses Verhalten unser Augenmerk lenken. Darin können wir sehr weit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Moderne Ökologie und Tierverhalten 00:59:17 =====&lt;br /&gt;
Es gab natürlich schon in den Naturwissenschaften immer Ansätze in diese Richtung. Die hat man dann weitgehend verloren. Heute kommt es langsam wieder auf, in der Ökologie, dass man plötzlich studiert, die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Insektenreiches, innerhalb der Vögel und innerhalb des Edaphons, der Tiere im Boden, und so weiter und so weiter. Man fängt jetzt an, nicht mehr nur das einzelne Tier zu definieren, wie viele Beine es hat und wie viel Knie oder wo eigentlich das Herz ist beim Tier oder die Sinnesorgane, wie die beschaffen sind, die Facettenaugen. Das hat man natürlich längst alles anatomisch genauestens rausgekriegt. Aber wie sich das Tier einfügt in die gesamten seelisch-lebendigen Zusammenhang des Tierreiches und welche Funktionen es in aller Spezialität hier und dort erfüllt, diese Zusammenhänge tauchen erst heute in der modernen Ökologie mehr und mehr auf. Vielfach immer noch unter dem Nutzaspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel, wie kann ich Nützlinge einsetzen im Glashaus, dass sie mir dort die Läuse auffressen? Das wird ja heute schon zu einer Technologie entwickelt, wie wird damit verfahren. Aber dennoch ist es so, dass man merkt: Eigentlich bedarf das nur noch eines kleinen Ruckes in der Erkenntnis und man würde erkennen: Das Tier hat eine Seele. Und diese Seele ist dominant. Die ist so wie das Leben in der Pflanze dominant ist über das Physische, so ist die Seele des Tieres dominant über das Lebendige und Physische des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch der Mensch eine Seele, er hat einen Seelenleib. In der anthroposophischen Ausdrucksweise sagt man auch Astralleib. Und der hat nun seine physische Repräsentanz in all dem, was sich ausdrückt im Nerven-Sinnes-System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt unter diesem Aspekt auf den Menschen, auf die menschliche Seele schauen, dann ist es so, dass die menschliche Seele ja unendlich viele Rätsel aufgibt. Der alte Heraklit, das war ein griechischer Philosoph, der noch vor Sokrates gelebt hat, so um das fünfte Jahrhundert vor Christus, er hat die Bemerkung gemacht, er habe die Seele durchwandert, alle Straßen und Wege der Seele, soweit nur irgendwie möglich. Er ist an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein ganz bedeutender Geist. Er hat die Seele erforscht und hat kein Ende gefunden. Man geht Wege und Straßen. Überall verzweigt es sich in die ganze Welt. Aber er hat kein Ende gefunden. Die menschliche Seele hat kein Ende. Die tierische Seele ist leibgebunden. Die menschliche Seele ist auch leibgebunden bis zu einem gewissen Grad, weiß Gott, ja. Wir haben Hunger. Das ist ein Gefühl, Hunger zu haben. Wir haben Durst. Ein Gefühl, Durst zu haben. Das heißt, der Leib fordert da etwas. Und das drückt sich seelisch aus. Und so sind alle Emotionen, die man so hat, Zornesausbrüche oder weiß nicht was. Da merkt man ganz deutlich: Es hängt mit meiner Leiblichkeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Falle ist mein Seelisches noch in den Leib gebunden, wie beim Tier. Und eigentlich hat man immer den Eindruck beim Menschen, bei sich selbst, ein bisschen Selbsterkenntnis muss man da üben, wird man bemerken: Man befindet sich eigentlich immer zwischen Himmel und Hölle. Das heißt: zwischen Himmel, das heißt, dass man befreit ist vom Leib in dem Seelischen, und Hölle, das heißt, dass man plötzlich untertaucht in eine Welt des Leiblichen, wo man sich nicht mehr ohne Weiteres unter Kontrolle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dieses Spannungsfeld, in dem sich der Mensch erlebt und das Böse in der Welt, was man heute so hat, das wirkt durch den Menschen, als eine objektive Kraft durch den Menschen, immer dann, wenn er heruntersinkt in seine Leiblichkeit und keine Freiheitsgrade mehr zulässt. Dann entsteht das Böse in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Leiblichkeit und menschliche Tugenden 01:04:33 =====&lt;br /&gt;
Andererseits hat der Mensch sich zu befreien aus seiner Leiblichkeit. Das macht den Menschen zum Menschen. Das ist das Wunderbare. Dass, wenn ich versuche, mit einem anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, in Korrespondenz zu kommen, dann merke ich ganz deutlich: Da spricht nicht mehr nur der Leib, sondern da löse ich mich heraus. Dann entwickle ich lauter Tugenden. Also „Tugend“ ist heute auch schon kein Begriff mehr, nämlich Ehrfurcht zu haben, Liebeskraft zu haben für das andere Wesenhafte, was mir da begegnet. Oder aber in Hingabe etwas zu tun. Das sind alles Qualitäten, bei denen der Mensch sozusagen merkt: Das ist nicht mein Leib, der da arbeitet, sondern das bin ich losgelöst von meinem Leibe. Da ist ein Höheres in mir wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Zwei Seelen in der menschlichen Brust 01:05:33 =====&lt;br /&gt;
Goethe hat dieses herrliche Gedicht geschrieben, wo er bemerkt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das heißt eine Seele, die leibgebunden ist, die andere Seele, die leibbefreit ist. Die ganze menschliche Entwicklung in alle Zukunft besteht darin, dass wir uns immer mehr üben darin, frei zu werden von unseren Emotionen. Frei zu werden von diesen Zwängen, die in uns walten, von diesen unkontrollierten Instinkten und so weiter, sondern frei zu kommen davon, nämlich das zu verwandeln. Nicht sie wegzuschieben, kein Asket zu werden, sondern sie zu erkennen, in sich zu erkennen, als wirksame Kraft und die zu verwandeln in etwas, was man dann als Leibfreies, als Seelisches erkennen oder handhaben kann. So, dass wir hier jetzt eine neue Trennungslinie ziehen müssen. Das leibgebundene Seelische (unter der gestrichelten Linie) und die leibfreie Seele. Die steht über dieser gestrichelten Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Naturwesen 01:07:06 ====&lt;br /&gt;
Wenn man diese drei Naturreiche und deren Repräsentanz im Menschen verfolgt, wird man sagen: Der Mensch ist auch ein Naturwesen. Er ist völlig abhängig von alldem, was ich da geschildert habe. Auch er hat entsprechende Organe überall, hier oben im Kopf, wie im Bauch, wie Herz und Lunge, wie die Säugetiere sie auch haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist es so, dass sich dadurch, dass der Mensch mehr ist nur als eine Seele, nämlich, dass er ein Ich hat, dass er einen Wesenskern hat, dass er etwas hat, wo er sagt: „Ich&amp;quot; zu sich selbst und nicht: „Du&amp;quot; zu sich selbst, sondern „Du“ zu einem anderen Menschen, der wiederum zu sich „Ich“ sagt. Das macht man sich heute alles gar nicht so bewusst. Man handhabt das irgendwie. Aber das wirklich mal tiefer zu hinterfragen: Was drückt sich eigentlich darin aus, dass hier in mir etwas waltet, was dann die Kraft hat, irgendwo im Seelischen Ordnung zu schaffen? Und nicht nur im Seelischen, sondern was im Grunde genommen hereinstrahlt in diese Sphäre hier und versucht, das leibgebundene Seelische zu verwandeln, in leibungebundenes Seelisches, in höhere Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses „Ich“ herein kraftet hier jetzt tiefer noch in die Lebenszusammenhänge des Menschen und auch diese versucht zu verwandeln. Da geschieht vieles in tiefer, tiefer Unbewusstheit. Aber wir können uns darum bemühen, die Voraussetzungen, die Bedingungen zu schaffen, dass das Ich wirklich einwirken kann, noch unter das Seelische herunter oder über das Seelische in das Lebendige hinein, das Lebendige zu verwandeln, dass wir auch da die Kontrolle über uns selbst gewinnen und dass das Ich schließlich herein wirkt, bis in den physischen Leib herunter. Es durchstrahlt den ganzen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Einfluss des Ichs auf den physischen Leib 01:09:30 ====&lt;br /&gt;
Das kann man heute, mit den Methoden der modernen Naturwissenschaft förmlich nachweisen, dass die sogenannte DNA, so nennt sich eine bestimmte Desoxyribonukleinsäure, das ist eine Erbsubstanz, dass die einen Prägestempel hat, wodurch man durch Analyse der DNA den Menschen definieren kann. Jeder einzelne Mensch hat seine Komposition des Stofflichen. Der ganze Stoff als Leib ist natürlich aufgebaut. Da sind Eiweiße. Da sind Kohlehydrate. Da sind Fette. Da sind alle möglichen Hormone und Fermente wirksam - der ganze Organismus es ist alles da, muss da sein. Aber wie es da ist und wie es komponiert ist, stofflich, und wie es ineinander wirkt, da kraftet etwas herein, was den Menschen zu diesem bestimmten Menschen macht. Darauf muss man sein Augenmerk legen.  &amp;lt;blockquote&amp;gt;Da ist ein Höheres in uns. Das: „Ich bin“! Dass ich sage: „Ich bin“ und ich bin nicht jemand anders. „Ich bin nur der, der ich bin.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;[Publikum:] Aber, also jedes einzelne Tier und jede einzelne Pflanze hat ja auch ihre eigene DNA. Ich verstehe nicht so richtig den Zusammenhang zum Ich, zum individuellen des Menschen. Im Gegensatz zur Pflanze und Tier, in dem Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass beim Tier diese ganzen physiologischen Prozesse sehr viel einheitlicher sind. Also von den Arten natürlich unterschiedlich. Man kann sich eigentlich dieses Bild noch mal vor Augen stellen, dass, wenn man verstehen will, was das Tier eigentlich ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten hier vor sich eine große Leinwand und die ist ziemlich undurchsichtig. Dann machen sie fünf Löcher rein und stecken durch die Löcher ihre Finger. Nun stehen Sie (andere Person) auf der anderen Seite und sehen plötzlich diese Finger. Die bewegen sich sogar. Jetzt müssen Sie sich klar machen: Es ist offensichtlich, dass sie sich bewegen, da muss hinter der Leinwand was sein, was diese Bewegungen hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist es evident. Da steht der Mensch direkt hinter der Leinwand und streckt seine Hände, Finger da durch die Löcher. Dieses Bild kann man übertragen aufs Tierreich und sagen: Das, was da als Finger erscheint, sind die einzelnen Individuen. Löwen in der Serengeti, alle Löwen der Welt oder alle Rinder oder Kühe der Welt oder jede Art steht sozusagen verborgen hinter einer solchen Leinwand. Und was erscheint, sind die einzelnen Individuen losgelöst von ihrem eigentlichen wesenhaften ichhaften Urgrund. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert. Das ist das Problem des Tieres. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menschen-Ich hat sich mit dem Leib verbunden, aber nicht vollständig. Da ist sozusagen ein geistiger Überschuss im Menschen, der ihn Denken, Fühlen und Wollen lässt. Ähnlich ist es mit den Pflanzen. Bei den Pflanzen sind die Eiweiß-Strukturen zum Beispiel bei den Getreidekörnern oder bei der roten Rübe sehr ähnlich. Wenn sie die untersuchen, sind die Eiweiß-Strukturen sehr verwandt, sehr ähnlich. Im Prinzip eigentlich nicht zu unterscheiden innerhalb der Art. Das macht den Menschen eigentlich zum Menschen, dass da ein übersinnliches Wesen in uns kraftet. Das ist nicht irgendwo nur in der Welt, sondern es ist zugleich in uns. Das macht es, dass wir seelenleibfrei Denken lernen können. Dass wir uns mit unserem Fühlen mehr dem Denken zuwenden können oder mehr den leiblichen Vorgängen. Wir können mithilfe des Denkens und Fühlens so in den Willen eingreifen, dass wir tatsächlich die Fähigkeit erreichen können zum freien Wollen. Stellen Sie sich so was mal vor. Wenn der Mensch von sich sagen kann, er ist ein frei wollender Mensch. Was gibt es eigentlich Erstrebenswerteres als das? Dass wir nicht  nur durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften sozusagen befeuert werden von unten, sondern dass wir in aller Ruhe aus unserem Denken, aus einem Bewusstsein heraus so hereinkraften können in unsere ganze Leiblichkeit, dass wir dadurch zum vernünftigen Handeln, zum sozialen Handeln, in solchen Sphären uns fähig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Manfred Klett Buch Das Organismusprinzip ... .jpg|verweis=https://biodyn.wiki/Manfred_Klett|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] Das Organismusprinzip in den Naturreichen, im Menschen und in der Landwirtschaft. Erstauflage 2024. Verlag am Goetheanum. &#039;&#039;ISBN: 978-3-7235-1781-9&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese drei Bereiche hier zusammen anschauen - das Mineralische, Pflanzliche und das Seelische des Tieres - ist hiermit der Organismusbegriff erfüllt. Das macht den Organismus zum Organismus. Hier herrscht eine Abgeschlossenheit. Das Tier führt es uns förmlich vor Augen, was eigentlich gemeint ist mit dem Begriff der Abgeschlossenheit. Da ist eine Haut, eine leibliche Abgrenzung. Der Elefant hat eine Haut, er ist begrenzt. Er ist riesig groß, natürlich ein riesiges Tier, aber er ist es doch irgendwo begrenzt mit der Elefantenhaut. Das Tier ist dadurch charakterisiert, dass es sich nach innen in eine bestimmte Organwelt gliedert. Das ist Ausdruck eines Seelischen. Das Seelische steht über dem Leben, steht über dem rein Physischen, obwohl es evolutiv noch sehr jung ist. Aber es steht darüber und steuert gewissermaßen oder prägt sich rein in das Lebendige, prägt sich rein ins Physische und lässt ein abgegrenztes Gebilde entstehen, mit einer Haut umgeben. Innerhalb der Haut sind bestimmte Organe, die auch in sich wiederum abgegrenzt sind, die dann überhaupt dem Seelischen die Möglichkeit bieten, anwesend zu sein, inkarniert zu sein. So dass man sagen kann: Der Organismusbegriff erfüllt sich. Die relative Abgeschlossenheit erfüllt sich, wenn ich sage, da ist ein Seelisches, das ist übersinnlich, was ich nur in seinem Verhalten und in seinen Phänomenen erfassen kann. Da ist ein Seelisches, das grenzt sich nach außen ab in einer Gestalt und gliedert sich nach innen in Organe. Da haben Sie so ein bisschen eine Art, ich möchte sagen, Definition. Es ist ein Begriff, eine Idee, die sich aber mit Inhalt erfüllt, wenn man darauf schaut. Es grenzt sich ab nach außen, in eine bestimmte Gestalt, die ist so spezifisch, dass sich dort schon so der Ausdruck des Wesenhaft-Seelischen repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Reh aus dem Waldrand heraustritt und dann plötzlich den Kopf mit dem Gehörn anhebt. Oder der Hirsch sozusagen mit seinem Geweih da den ganzen atmosphärischen Umkreis abtastet. Wenn das Reh da heraustritt aus dem Wald und steht da und äugt. Das Bild muss man sich mal vor Augen führen. Da merken Sie: Das ist ein Atmosphärisches. Und alles Atmosphärische ist eigentlich nichts anderes wie eine Erscheinungsweise des Seelischen, was man in der Anschauung unmittelbar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kann das Tier unendlich viel über sich selbst sagen, wenn man auf die Formen hinschaut, auf die Gestalt hinschaut. Wie ist die Gestalt beschaffen? Und eben dann auch seine eigene Innenwelt, wie die organisiert ist und wie es sich nach außen hin gibt in seinem Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das macht den Organismus aus. Dass da Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches zusammenklingt zu einem höheren Ganzen. Alles, was da zusammenklingt, ist in sich weisheitsvoll. Da kann ich gar nicht dran rütteln. Das macht man natürlich heute. Ich versuche ja, mit der Gentechnik an allem zu rütteln oder mit der Art der modernen Düngung oder den Insektiziden, durch Pestizide, die ich einsetze in der Landwirtschaft rüttle ich ständig an der Weisheit der Natur. Wo aber genau hingeschaut wird: Diese Welt ist durch und durch weisheitsvoll. Da reicht keine menschliche Vernunft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das greift, wenn das in ein richtiges Verhältnis zueinander gebracht wird, im Sinne eines Organismus. Dann wirkt diese Weisheit durch sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismus und Individualiät 01:20:05 ===&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt aufsteigen im Menschen, bis in diese Sphäre, dann erfassen wir das, was man Individualität nennt. Wenn wir von Individualität sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist. Also Geist. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes Wesen ausspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spricht sich aus im Ich des Menschen. Jetzt stehen wir vor der Forderung der Aufgabe, im biologisch-dynamischen Landbau, unseren landwirtschaftlichen Betrieb in dem Sinne zu entwickeln, dass wir ihm eine Geschlossenheit verschaffen. Eine relative Geschlossenheit im Sinne des Organismusbegriffs und den Begriff der Individualität fassen, den wir nur durch uns selbst in Selbsterkenntnis fassen können und diesen mit diesem Begriff nun versuchen, so herreinzukraften in diese Sphären hier, dass. wenn ich es so auffasse, heißt es da in dem Satz, dann kann ich so arbeiten, so gestalten, so hineinwirken in die äußere Natur, dass etwas entsteht, was auch im Geiste dem Menschen verwandt ist. Was nicht nur auf dieser Stufe dem Menschen verwandt ist oder dieser oder dieser. Sondern hier in Freiheit, das heißt, dass es losgelöst ist von der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich einen Begriff versuchen, so zu erfassen, aufgrund der Erkenntnis meiner selbst, dass diese jetzt für mich zum Instrument werden kann, meinen landwirtschaftlichen Hof nicht nur zu einem Organismus in diesem Sinne hier durch Zusammenschluss der Naturreiche herstellen kann, sondern dass das Ganze durchstrahlt wird von meinen Intentionen, die nicht mehr leibgebunden sind. Meine Ideen, meine höchsten Gedanken, die ich denken kann, die kann ich jetzt investieren. Aber eben nur auf der Basis der Selbstlosigkeit. Denn sobald das Selbst nur so leibgebunden mitspricht, dann ist es eigentlich schon Egoismus. Das erfordert eigentlich eine Seelenverfassung vom Menschen, die er sich erübt, dass er sich erst in den Zustand, in den geistigen Zustand versetzt, in vollkommener Reinheit zu versuchen, herein zu wirken in den Haushalt der Natur, dass es nicht nur seinem Nutzen, dient, sondern dass er da eine Art Evolution, eine Entwicklung veranlagt, die mit ihm innigst verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen aus dem Publikum 01:23:28 ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir sind am Ende ... Aber Sie hatten noch eine Frage ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Die bezieht sich eigentlich nur auf diese Trennung zwischen der körperlich gebundenen Seele und der geistigen Seele. Da bin ich jetzt gerade wieder durch dieses Geistig-Individuelle drauf gekommen. Glauben Sie oder glaubst du, dass Tiere... also du hattest das beschrieben mit diesem: Wenn wir eine andere Seele erleben und mit dieser kommunizieren, dass das diese geistige Seele ausmacht. Glaubst du, dass Tiere das nicht können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Na ja, so wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Durch sie selbst? Kann der Elefant mehr werden, als er ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als wir sind? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als ein Mensch? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir vielleicht auch einfach ein Adler sein? Wenn wir ein Adler sind, haben wir dann ein Ich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Mensch ist in gewissem Sinne sogar ein Adler, wenn er denkt. Das haben früher die Menschen so erlebt. Da ist man Adler, wenn man die Gedanken in ihrer Höhe, der Höhe des Geistes, die Gedanken so denkt, dann haben sie sich als Adler empfunden. Wenn sie sich empfunden haben als kraftvoll tätiger Mensch, haben sie sich als Stier empfunden. Wenn sie sich empfunden haben, als jemand, der ganz aus der Mitte heraus wirkt und daraus tätig ist in der Welt, haben sie sich als Löwe empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Aber was wir ja nicht können, ist, dem Tier in seinen Kopf zu gucken um zu wissen, als was sich dieses Tier empfindet. Ich denke mal nämlich, wenn eine andere Spezies sich uns als Mensch angucken würde, würde diese Spezies auch ganz klar uns sehen, so wie wir sind. Die würde uns nicht als Adler sehen und nicht als Löwe sehen und nicht als Bär sehen, sondern die würde uns als Menschen sehen und könnte vielleicht auch nicht nachvollziehen, wie wir uns vielleicht als Adler fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wissen Sie, eines muss man sich eingestehen als Mensch. Wir können so denken, wie ich es jetzt mal so versucht habe, so hier vorzustellen. Aber wir haben bei weitem nicht die Weisheit, die im Tierreich liegt. Das Tier ist weit, weit höher weisheitsvoll. In seinen ganzen Tätigkeiten steht es weit, weit über dem Menschen. Aber eines hat der Mensch: Er kann das, was er kann, steigern durch die Kraft seines Ichs. Er kann lernen. Er kann lernen. Er kann sozusagen sich immer mehr zum Menschen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist, wenn ich sage: Kann der Elefant mehr Elefant werden? Er kann nur Elefant sein, auch innerlich, als dieses Wesen, das er geworden ist, evolutiv. Der Mensch hat die Möglichkeit, obwohl er eigentlich viel weniger weisheitsvoll ist, er ist viel zu stark emotionell, auch wie er sich gibt. So ist doch der Mensch einer, der lernen kann. Lernen, lernen, lernen, mehr zu werden als er ist. Diese Fähigkeit ist noch so zart, aber sie ist da. Kraft dessen, was in mir als Mensch ist oder mich zum Menschen macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns nicht einfach nur so leichtfertig über die Tiere erheben und meinen, wie herrlich weit haben wir es gebracht. Wir haben aber eine Fähigkeit in uns, die uns die Möglichkeit gibt, das Tier in seinem wahren Wesen, den Adler in seinem Wesen, den Löwen in seinem Wesen, den Stier in seinem Wesen, so zu erkennen, dass wir erkennen, die sind alle in uns. Trotzdem ist da noch etwas, was sie zusammenfasst zu einem höheren Ganzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen. Aber es soll nur eine Eröffnung sein, was wir heute besprochen haben, für das Düngungsthema, was wir dann morgen anschlagen. Ich bin eigentlich leider Gottes noch nicht sehr weit gekommen. Also wir müssen dann morgen noch mehr Tempo anlegen. Ja, also dann wünsche ich noch einen schönen Tag heute. Und morgen sehen wir uns wieder.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 327]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Manfred Klett]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Eva Lang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11519</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2026-01-02T08:25:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 6. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (1. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 ===&lt;br /&gt;
Ja, ich wünsche einen schönen guten Morgen. Und ich wünsche Ihnen auch, dass hier eine interessante Woche vor Ihnen steht und neue Einblicke in die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]]. Nun möchte ich mich kurz vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin hier Mitbegründer der [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof]] gewesen, 1968, als wir hier angefangen haben auf dem [[Dottenfelderhof]]. Aber ich war schon hier auf dem Hof 1956/57 als Lehrling tätig. Ich habe hier meine landwirtschaftliche Lehre schon durchlaufen, in einer ersten Phase der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Bewirtschaftung]] von 1946 bis 1957. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das an ein Ende. Die Bewirtschaftung wurde wieder konventionell auf zehn Jahre, ein Interregnum. Weil eben dieser Hof im Zuge der Bodenreform - die gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Besatzungszonen - auch in der russischen. Die Bodenreform, dass jeder Landbesitzer, der über 100 Hektar Land besaß Land abgeben musste, zur Ansiedlung ostvertriebener Bauern.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landgraf von Hessen, dem dieser Betrieb gehört hat, hat den Betrieb dann komplett abtreten müssen an eine Siedlungsgesellschaft. Die wurden ja damals neu belebt nach dem zweiten Weltkrieg, um diese ganzen Vorgänge zu steuern. Sodass wir uns damit abfinden mussten, dass jetzt der Eigentümer eine Siedlungsgesellschaft war, die nur die eine Absicht hatte, diesen Hof zunächst einmal für ostvertriebene Landwirte freizumachen. Andererseits später, nachdem das nicht so gelungen war, diesen Hof scheibchenweise nach der Salamitaktik zu verscherbeln. Stadtnah gelegen und sehr hohe Bodenpreise - Baupreise hier in der Gegend - sodass der Dottenfelderhof also in seinem ganzen geschichtlichen Verlauf seinen Nullpunkt erreicht hat, in den 60er, 70er, 80er Jahren, nein, sagen wir einmal, 60er Jahren, 50er, 60er Jahren. &lt;br /&gt;
=== Der Dottenfelderhof als Klostergut bis in die heutige Zeit 00:03:30 ===&lt;br /&gt;
Der Hof selber hat eine Geschichte, die weit über 1.000 Jahre hinausgeht. Er ist einer der ältesten Siedlungsorte überhaupt, weit und breit, weil er wird urkundlich schon erwähnt im Jahre 843, als ein freies Königsgut, unter Karl dem Großen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also in der Zeit war Karl der Große schon gestorben, aber es waren dann seine Söhne und Enkel. Er war ein freies Königsgut, ein karolingisches Königsgut. Es kamen ja dann die Sachsen-Kaiser, und es war dann Otto der Zweite, der Kaiser also, der jetzt diesen Hof seinerzeit dem Kloster Worms als Lehen gegeben hat im Jahre 976. Das ist alles urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 976 wurde der Dottenfelderhof ein Klostergut von Worms. Die Klöster konnten nur existieren, wenn sie Pfründe hatten. Das heißt, ihnen ist entsprechender Landbesitz zugeteilt und zu Lehen gegeben worden, damit sie in der Lage waren in der Landwirtschaft nicht nur täglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu erarbeiten, sondern damit ein paar Mönche freigestellt worden sind, um die Bibel abzuschreiben. So war das damals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bibel abzuschreiben, brauchte man Pfründe, man brauchte also den Zehnten, der dann abgeliefert worden ist an das Kloster, damit das Kloster überhaupt existieren konnte. So war der Dottenfelderhof ein solches Lehensgut geworden. Dann 1121, 1122, 1123 wurde das erneut zu Lehen gegeben, an den gerade eben gegründeten Orden der Prämonstratenser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prämonstratenser waren ein relativ kleiner Orden in der Aufsplitterung der [[Zisterzienser]] gewesen. Auch wiederum seit dieser Zeit war der Dottenfelderhof ein Klostergut, von Kloster Ilbenstadt hier ganz in der Nähe, und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation. 1803 bis 1806 unter Napoleon wurde der ganze Klosterbesitz hier aufgeteilt in Mitteleuropa. So kam der Hof in die Hände schließlich der Landgrafen von Hessen, Kassel. Er wurde dann eine Art Beispielbetrieb im 19. Jahrhundert für moderne Verfahren in der Landwirtschaft, wie Zuckerrübenanbau und dergleichen mehr. Weitere Details möchte ich jetzt nicht darüber sagen, sonst verlieren wir zu viel Zeit. Aber es war ja so, dass 1946 hier ein Landwirt eingeheiratet hat, der eigentlich aus einer Goldschmiedfamilie stammte. Ein hochintelligenter, befähigter Mann, der diesen Hof hier dann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt hat. Der Dottenfelderhof sollte eigentlich in den 50er Jahren das Zentrum der biologisch-dynamischen Bewegung in Deutschland werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann zerbrach das 1954, weil eben der Druck auf das Land hier so groß war. Sie wollten hier formal noch ostvertriebene Landwirte ansiedeln, aber das Ganze zerbrach dann, wie ein Kartenhaus fiel das in sich zusammen, 1957. Das war eine unglaubliche Tragik, weil die Möglichkeit, hier jetzt so eine ganz neue Entwicklung zu inaugurieren, erstmal aussichtslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da habe ich eben versucht in der Folgezeit mit meinem ehemaligen Lehrchef hier zu prüfen, ob wir diesen Hof doch wiedergewinnen können. Das war uns nach vierjährigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von 1964 bis 1968 schließlich gelungen. Allerdings in Form von Kriegszuständen, kann man fast sagen, in den Verhandlungen mit dem Land Hessen. Also man hat sich sozusagen mit schärfsten Waffen da bekämpft. Wir mit den Waffen der Idee, wir hatten ja keine anderen. Es war eine Zeit, wo der konventionelle Landbau sozusagen sein Aufstiegserlebnis hatte: &amp;quot;Jetzt endlich können wir also technologisch alles so machen, dass der Mensch als Arbeitender überflüssig wird in der Landwirtschaft.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung fing damals an. Wir haben vier Jahre mit dem Land Hessen verhandelt und dann schließlich einen Pachtvertrag über fünf Jahre bekommen, einen Knebelvertrag, bei dem jeder Sachverständige auf diesem Feld gesagt hat: &amp;quot;Damit habt ihr die Schlinge um den Hals mitgeliefert bekommen&amp;quot;. Das war ein furchtbarer Knebelvertrag. Ich kann jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen. Aber jedenfalls war der so, dass sie sich gesagt haben: &amp;quot;So stehen die das nie durch&amp;quot;. Sie versuchten eben, uns irgendwie hier von vornherein wegzukriegen. Nur der Minister selber und ein paar wenige Menschen, die haben ein bisschen die Hand über uns gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das waren also außerordentliche schwierige Jahre. Der Dottenfelderhof war heruntergewirtschaftet bis zum geht nicht mehr. Das war eine Räuberburg, so wurde sie damals bezeichnet, alles war völlig am Boden. Sowohl der Zustand der Böden als auch der Gebäude. Es war jahrzehntelang nichts mehr gemacht worden. Wir haben uns damals gesagt, einmal den Fuß zwischen Tür und Angel, kriegt uns niemand mehr von dem Hof runter. So war es dann auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es manchmal aussah, wie wenn wir morgen hier weggehen müssten. Ende der 70er Jahre, haben wir schließlich endlich erreicht, hier einen 18-jährigen Pachtvertrag neu zu bekommen für den Hof und haben durchgesetzt, dass das Land Hessen den Hof gekauft hat, von der Siedlungsgesellschaft. Wir sind in den Kauf eingestiegen und haben die Hofgebäude mit 20 Hektar drum herum gekauft, als gemeinnütziger Verein. Jetzt sind die Gebäude und diese 20 Hektar Eigentum des gemeinnützigen Trägers Landbauschule Dottenfelderhof und alles übrige Land sind natürlich noch Zupachtungen von außerhalb. Jetzt sind es direkt um den Hof arrondiert ungefähr 165 Hektar. Insofern war jetzt zunächst mal eine Entwicklung gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnten wir überhaupt investieren, auch in den folgenden Jahren. Das war ja vorher völlig unmöglich. Wir haben dann die [[Landbauschule Dottenfelderhof]] gegründet, schon in den 70er Jahren, und haben hier auch eine Forschung eingerichtet - dort drüben, das werden Sie vielleicht noch sehen, oder Sie haben das schon gesehen. Unsere ganze Züchtung, die wir hier jetzt auf dem Hof betreiben, die Forschung, die wir hier auf dem Hof betreiben und alle möglichen sonstigen Initiativen, die hier eben stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die soziale Frage 00:11:29 ===&lt;br /&gt;
So hat sich das entwickelt und ich möchte nur noch ein Wort sagen zur [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof|Betriebsgemeinschaft]]. Weil ich meine, dass das der springende Punkt ist für die gesamte Zukunft der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] in Europa, in Mitteleuropa ganz besonders. Wir müssen da Pioniere sein auf diesem Felde, dass nicht mehr der bäuerliche Familienbetrieb das eigentliche Ideal sein kann in die Zukunft. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber jedenfalls, da liegen ja auch Probleme vor. Denn wie soll eine einzelne Familie in der Lage sein, einen biologisch-dynamischen Betrieb, Viehhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Heckenbau, Wiesen- und Weidewirtschaft betreiben und dann auch noch Weiterverarbeitung und Vermarktung unter einem Dach möglich zu machen? Ganz aussichtslos. Man ist dann burned out nach nicht allzu langer Zeit. Man muss sehen: Wie können wir sozial, nicht nur biologisch-dynamisch -Pause- Das Biologisch-Dynamische ist eine ungeheuere Zukunftsaufgabe. Und so ist auch in Verbindung mit dem Biologisch-Dynamischen die soziale Frage ungeheuer aktuell. Die Landwirtschaft hat in Zukunft dafür eine ungeheure Aufgabe, eine Mission förmlich, neue soziale Entwicklungen zu inaugurieren. Das war auch von Anfang an unser Anliegen hier auf dem Dottenfelderhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgemeinschaft ergab sich nun nicht aus diesem Anliegen primär. Wir hatten keinen - wie soll man sagen - sozialen Impetus, hier und da etwas zu schaffen, sondern es ergab sich rein und ausschließlich aus den Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir haben gesagt, ein Einzelner kann niemals mit angestellten Mitarbeitern auf die Dauer einen biologisch-dynamischen Betrieb umtreiben, sondern die Mitarbeiter müssen selbst motiviert sein. Die müssen selber aus sich heraus das Motiv haben, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, und zwar auf Augenhöhe. Also nicht mehr die hierarchische Struktur von einst: Da ist der Betriebsleiter und dann kommen die verschiedenen Stufen bis herunter über die Lehrlinge und Mägde und dann die Ratten und Mäuse, so war das ja früher. Sondern dass diejenigen, die hier wirtschaften- das war ja unser großes Ideal gewesen, das hat sich ein bisschen hier gewandelt, ist unser großes Ideal gewesen. Und das ist es für mich auch in alle Zukunft, dass wir eine Form, eine soziale Form entwickeln müssen, wo jeder Einzelne voll motiviert ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Person ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir wollten eigentlich jede Lohnarbeit abschaffen. Das ist auch noch heute mein Ideal, dass wir keine Lohnarbeitskräfte mehr haben, sondern dass jeder, der da mitarbeitet, Mitunternehmer ist. Geistiger Mitunternehmer. Voll motiviert und dann auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Das war der Grund, warum wir überhaupt die Betriebsgemeinschaft gegründet haben. Das war damals ein derartiges Novum, 1968. Obwohl es gab schon Bemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab ja schon Bemühungen nach dem zweiten Weltkrieg in der biologisch-dynamischen Bewegung. Die sind alle zerbrochen, alle zerbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie wir dann 68&#039; anfingen, unter den unmöglichen Bedingungen hier: kein Geld, kein nichts, kein gar nichts, sondern nur die Idee. Da leuchtete plötzlich sozusagen historisch ein Moment auf und man sagte: &amp;quot;Jetzt. Jetzt ist der Moment da, jetzt ist er reif. Jetzt können wir diesen Versuch wagen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten so gut wie keine Rückendeckung von irgendwo. Also es kann man an fünf Fingern abzählen, die Menschen, die uns sozusagen gesagt haben, dass wir nicht total verrückt sind. So sind es jetzt 50 Jahre, dass der Hof in dieser Form existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich vieles gewandelt, nicht mehr so ganz, wie ich mir das wünsche. Aber das ist immer so, alle Entwicklung ist immer ein Stirb und Werde, immer ein Stirb und Werde. Das hört man nicht gern, wenn man jung ist. Man möchte ja immer, dass etwas wird, oder dass man jedenfalls Teil hat, dass da irgendwas wird. Aber dass auch etwas sterben muss, das möchte man so gar nicht so wahrhaben wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist ein Entwicklungsgesetz, dass alles erst mal- wenn etwas wird, dann muss erst etwas sterben, um neu zu werden, um immer neue Stufen der Entwicklung zu erklimmen. So ist es auch heute, dass durch die Erweiterung der Entwicklung des Dottenfelderhofes, durch die Weiterverarbeitung, durch den Laden hier unten, durch die Bäckerei, die Konditorei, die Käserei und dann die Forschung und allem, was sich hier angesiedelt hat, dass dadurch natürlich viele Menschen von außen hinzukamen. Die konnten zunächst nur als Lohnarbeitskräfte oder als Angestellte hier am Rande, sozusagen um den Kernbetrieb herum hier ihre Arbeit aufnehmen. Das hat sich dann auch irgendwo ausgewirkt auf den Hof selbst. Ich möchte damit sagen, das Ideal steht. Die ersten Erfahrungen auf diesem Felde sind gemacht. Und ich weiß, wie schwer es ist, eine Betriebsgemeinschaft wirklich am Leben zu erhalten. Ich weiß das. Bis in den letzten Winkel weiß ich das, welche Gefährdungen und welche Probleme auftreten können. Einfach damit, dass man lernt, als Individuum, als individueller Mensch wirklich dieses Maß von Selbstlosigkeit - objektiver Selbstlosigkeit, nicht emotionaler - objektive Selbstlosigkeit zu entwickeln, dass man wirklich mit dem anderen zusammen eine wirkliche Gemeinschaft zielstrebig in eine Zukunft hineinarbeitet, um der Sache willen, nicht um seiner selbst willen! Aber das ist die Perspektive in die Zukunft, das möchte ich Ihnen ans Herz legen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Schicksal läuft anders. Da gibt es keine Norm. Aber es muss klar sein: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist nicht nur biologisch-dynamischer Pionier, sondern auch im sozialen Felde muss sie Pionieraufgaben haben, muss sie etwas vorleben, anderen Menschen, der Gesellschaft vorleben, dass ganz andere Entwicklungsgänge in die Zukunft möglich sind, die heilsam sind, im Sozialen heilsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und der Betriebsorganismus 00:18:48 ===&lt;br /&gt;
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Thema, über das ich hier heute spreche, sondern ich habe jetzt noch mal ein bisschen historisch zurückgegriffen. Ich bin ja gefragt worden, noch etwas zu sagen über die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und das im Kontext mit dem Betriebsorganismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung in den Betriebsorganismus 00:19:11 ====&lt;br /&gt;
In aller Kürze möchte ich erst mal eingehen auf den Betriebsorganismus, was das eigentlich ist, wie man ihn überhaupt verstehen kann, welchen Zugang es da überhaupt gibt. Es wird ja immer drüber geredet, aber es ist irgendwie ein Wort, das ist ein Nomen. Was verbindet man damit jetzt ganz konkret? Von da ausgehend beschäftigen wir uns morgen mit der Frage der tierischen Düngung, gerade im Kontext des Organismus-Gedanken und am Freitag und Samstag wollen wir auf dieser Grundlage uns noch wenigstens symptomatisch mit einzelnen Aspekten der biologisch-dynamischen Präparate befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Frage nach dem landwirtschaftlichen Organismus 00:20:11 ====&lt;br /&gt;
So, aber jetzt diese Frage nach dem Betriebsorganismus. Sie stehen ja alle irgendwo in der Landwirtschaft drinnen, sind auf irgendwelchen Höfen, haben da ihre Erfahrungen gemacht und da gibt es vielleicht Kühe, da gibt es auch das und jenes und die Felder und Gartenbau da oder dort. Aber das hat sich alles so entwickelt, wie sich eben die Zeitverhältnisse ergeben haben, wie es die Marktverhältnisse ergeben haben in den letzten Jahren. Und die Frage ist immer: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Hat man wirklich eine Idee dessen, was ein landwirtschaftlicher Organismus sein kann?&amp;quot; Was eigentlich die Grundlagen, die ideellen Grundlagen sind zum Verständnis dieses Begriffs Organismus?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nun ja, und da möchte ich erst auf drei Hinweise Rudolf Steiners, den Begründer des biologisch-dynamischen Landbaus, aus seinem [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftlichen Kurs]] zitieren und von dort meinen Ausgangspunkt nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der erste, ich möchte sagen &#039;&#039;Initialsatz&#039;&#039; förmlich im &#039;&#039;Landwirtschaftlichen Kurs&#039;&#039;, im Hinblick auf die Aufgabe eines zukünftigen Landbaus, ist einer, den man eigentlich schier nicht verstehen kann. Und dennoch enthält er alles! Den möchte ich einfach mal zitieren. Da heißt es am Beginn des zweiten Vortrags, also letzten Endes den Kurs eröffnend, da heißt es: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Eine Landwirtschaft ...&amp;quot; also stellen Sie sich mal irgendeinen Hof vor, &amp;quot;&#039;&#039;Eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen&#039;&#039; ...&amp;quot;, und dann setzt er hier nach: &amp;quot;&#039;&#039;im besten Sinne des Wortes erfüllt sie ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann&#039;&#039;...&amp;quot;, völlig freilassend, &amp;quot;aufgefasst werden kann &#039;&#039;als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[1]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annäherung an das Ideal der Individualität 00:22:10 ====&lt;br /&gt;
Jede Landwirtschaft müsste sich annähern, diesem Ideal, eine solche Individualität zu sein. Jetzt muss man sich fragen: &amp;quot;Was soll das eigentlich? Was ist damit ausgedrückt?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist zunächst mal dieses gesagt: &amp;quot;Eine Landwirtschaft erfüllt &#039;&#039;nur dann ihr Wesen&#039;&#039;.&amp;quot; &#039;&#039;Sie hat es gar nicht!&#039;&#039; Sie hat noch nicht ihr Wesen. Es sei denn, &#039;&#039;ich fasse sie auf als eine Art Individualität. Ich, also ich als Landwirt!&#039;&#039; Das ist nicht gegeben da draußen, sondern ich muss es auffassen, ich muss es mit Gedanken fassen. Das ist eine Anstrengung, eine Erkenntnisanstrengung. Ich muss erfassen - diesen Gedanken fassen - , dass eine Landwirtschaft eine Art Individualität ist, ja, eine wirklich in sich geschlossene Individualität! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat man natürlich &#039;&#039;lauter Begriffe,&#039;&#039; mit denen man auch noch gar nicht so richtig zurechtkommt. Was ist überhaupt eine &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Was ist denn da überhaupt die &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;? Und so weiter. Und was ist &#039;&#039;das Wesen überhaupt?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Satz im Landwirtschaftlichen Kurs, der nimmt noch mal Bezug auf diese ganze Sache und sagt aus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;quot;Im Grunde ist die volle Geschlossenheit in einem landschaftlichen Betrieb nicht zu erreichen&amp;quot;&#039;&#039;. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist verständlich, ich meine, der Wind weht hier über unseren Betrieb, der kommt von England rüber, ein Sturm oder so, da kommt alles von außen rein. Oder es regnet von Wolken, die voll beladen sind mit dem Dreck von Frankfurt hier auf den Dottenfelderhof. Oder wir kaufen Maschinen von außen dazu oder auch hin und wieder mal Vieh, oder was es auch sein mag. Also wir können nicht autark, total autark sein, als landwirtschaftlicher Betrieb nicht in voller Geschlossenheit. Aber er sagt, man müsse doch den &#039;&#039;Begriff&#039;&#039; der &#039;&#039;notwendigen Geschlossenheit&#039;&#039; haben. &#039;&#039;Wenn man den nicht hat, dann kann man auch keine Geschlossenheit eines landwirtschaftlichen Organismus schaffen,&#039;&#039; sondern ich muss den Begriff haben. Das heißt, in diesen beiden Äußerungen, die ich zitiert habe, ist schon klar: Der Mensch ist gefordert, sich mal ordentlich Gedanken zu machen, mein Gott! Und &#039;&#039;nicht nur so vor sich hin zu pfriemeln und nur seinen Egoismus auszuleben&#039;&#039;, sondern sich &#039;&#039;klare Gedanken&#039;&#039; machen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;Was heißt das eigentlich? &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Kann denn hier jemals ein landwirtschaftlicher Betrieb Individualität sein? Es gebührt doch eigentlich nur dieser Begriff dem Menschen im strengen Sinne? Und ebenso: Wie steht es mit dem Begriff der &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Grundlage 00:24:55 ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Das Dritte, was ich noch kurz zitieren will, ist: Am Ende des vierten Vortrages, wo gesagt wird: &amp;quot;&#039;&#039;In allem wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[2]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Also in allem, was eigentlich in der Landwirtschaft gestaltungsmäßig sich vollziehen kann und vollziehen muss, da muss man die &#039;&#039;Kriterien von der Erkenntnis des Menschen hernehmen&#039;&#039; und kann sie &#039;&#039;nicht draußen in der Natur&#039;&#039; ohne Weiteres &#039;&#039;finden&#039;&#039;. Sondern ich muss da einen &#039;&#039;Begriff bilden&#039;&#039;, der abgeleitet ist vom &#039;&#039;Verständnis des Menschen selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das möchte ich jetzt tun, und zwar in aller Kürze. Es tut mir leid, solche Dinge müssten sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber nur, um das Prinzipielle mal sichtbar zu machen. &#039;&#039;Gehen wir mal vom Menschen aus&#039;&#039;, und zwar unter dem Gesichtspunkt, diesen jetzt als Grundlage zu nehmen für den Begriff der &#039;&#039;landwirtschaftlichen Individualität&#039;&#039; bzw. des &#039;&#039;landwirtschaftlichen Organismus&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind jetzt genötigt, ganz abzusehen von der Landwirtschaft um den Blick wirklich auf den Menschen zu lenken und zu sehen: &#039;&#039;Wie ist eigentlich der Mensch organismusmäßig konstituiert?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch vom Tier ausgehen, aber da fehlt dann was. Wir könnten auch von der Pflanze ausgehen, da fehlt noch mehr, um den Organismusbegriff wirklich zu fassen. Wir können auch vom Mineral ausgehen. Und da fehlt am allermeisten. Aber der Mensch erfüllt sozusagen das, worum es hier geht, als Persönlichkeit, erfüllt das voll und ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung an der Tafel): Wenn Sie sich mal den Menschen - so einen Strichmenschen vorstellen. Der steht sogar noch ein bisschen krumm, aber eigentlich ist er natürlich sozusagen voll in der Achse Erde-Sonne vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses eigenartige Gebilde Mensch zeigt nun eine ganz bestimmte physiologische und morphologische Gliederung als Grundlage für seine eigene geistig-seelische Entwicklung und Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das menschliche Haupt 00:27:45 =====&lt;br /&gt;
Wenn wir zunächst mal den Blick ... Man sieht es schon hier an dieser Gestalt, das da oben ist völlig anders als was da unten ist. Wenn wir hier oben jetzt diesen Bereich anschauen, das menschliche Haupt. Das ist wie eine Kugel da oben auf den Halswirbeln und wäre für sich auch nicht die Spur lebensfähig, sondern eigentlich ist die Tendenz, dass das Haupt das vollendet, was es ständig erlebt, nämlich abzusterben. Im Haupte haben wir lauter physiologische Vorgänge, die nur und allesamt enden in einem Abbauprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zunächst mal darauf achten, dass das Haupt umgeben ist von einer harten Knochen-Substanz. Die ist nicht kristallin, sie ist so knorpelartig, aber knorpelartig verknöchert und dies ist ziemlich tot. Es wird ein bisschen durchblutet, aber fast zu vernachlässigen. Das Haupt ist umgeben, nun gut, das muss man ihm zugestehen, hier von einer dünnen Haut, und die ist stark durchblutet. Das ist das Einzige, was so richtig lebendig ist da oben. Da wachsen dann die Haare raus. Aber die Haare sind auch schon wieder ziemlich tot. Die kann man abschneiden, ohne dass man merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist dieses Haupt erfüllt, zunächst mit einer Flüssigkeit, dem Gehirnwasser, das ist eine lympheartige Substanz. Dann ist es eben erfüllt hier vom Gehirn. Ich sehe jetzt mal ab von allem Übrigen. Erfüllt von dem Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gehirn setzt sich nach außen fort, in die Sehnerven, in die Hörnerven, in die Sinnesorgane, die wachen Sinnesorgane, mit denen wir uns am intensivsten mit der Welt in Beziehung setzen. Alles, was sich hier abspielt, selbst das Gehirnwasser, ist eigentlich tot. Das ist das reinste Wasser, was man sich überhaupt vorstellen kann, aber es ist eben ganz mineralisch tot. Da bilden sich sogar ganz feine Kriställchen drin in dem Gehirnwasser. Wenn wir denken, in der Epiphyse, die sitzt hier oben auf dem Gehirn auf, da bilden sich lauter feine organische Kriställchen. Die schwimmen dann zum Teil in dem Gehirnwasser herum. Und wenn wir einen Gedanken vergessen, lösen die sich wieder auf. Das kann man heute medizinisch nachweisen. Jeder Gedanke bildet einen Kristall, bildet etwas. Und diese Form, die sich da bildet, also jetzt ganz im Physischen, die löst sich wiederum auf, wenn etwas in Vergessenheit gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Gehirn ist eine Bildung, wo ständig Materie abgebaut wird, organische Materie. Das Blut strömt hier vom Herzen hoch, hier in das Haupt und unterhält sozusagen gerade eben das Haupt noch lebendig, den Kopf, das Gehirn lebendig. Aber eigentlich ist es also fast an der Schwelle des Todes, des Absterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser Tatsache, dass hier ständig Abbauvorgänge sind, das Gehirn hat die intensivste Atmung im ganzen Körper. Also Atmung geschieht immer dadurch, dass Kohlendioxyd entsteht durch Abbauprozesse und dann durch den Atem wieder ausgeatmet wird. Und die intensivste Atmung findet hier statt. Abbau, das heißt eigentlich Todesprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir sehen auch, dass das Haupt eigentlich dasjenige ist am Menschen, obwohl man den Kopf drehen nicken kann - glücklicherweise kann man das noch - es eigentlich der Ruhepol des Menschen ist. Dort befindet sich der Mensch eigentlich am meisten in Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Prozesse, die da im Kopf sich abspielen - natürlich muss man unter diesem Gesichtspunkt auch die Sinnesorgane mit einbeziehen, das Auge, das Ohr. Wenn Sie die anatomisch studieren, dann werden Sie bemerken, dass das eigentlich fast physikalische Apparate sind, zunächst einmal. Das Auge ist wie eine camera obscura. Und auch die Gehörknöchelchen, die die ganzen Schallwellen übertragen auf das Innenohr, das sind alles mechanische Vorgänge Plus und Minus. Dieses Haupt muss ständig von unten ernährt werden, damit es überhaupt existieren kann in dieser Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gegenläufige Organisation vom Haupt 00:33:23 =====&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir gegenläufig zum Haupt eine Organisation, die wirklich das vollständige Gegenteil darstellt, in die wir im Grunde genommen überhaupt keinen direkten, erlebnismäßigen Einblick nehmen können. Das ist das, wo zu dem, was bisher geschildert worden ist - polar dazu - man könnte dazu sagen, dass das der Lebenspol des Menschen ist. Wo alle Lebensvorgänge lokalisiert sind, wo alles in einem ständigen Wechsel und Wandel begriffen ist, wo Aufbauprozesse stattfinden und wo Regenerationsprozesse stattfinden. Also der Lebenspol, kann man sagen, der Lebenspol des Menschen. Und hier ist alles in Bewegung. Denken Sie mal an die Gliedmaßen, die Arme, die Hände, Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht von daher schon, dass der Mensch eigentlich ungeheuer polarisiert ist, in zwei Pole. Einen Todespol und einen Lebenspol. Aufgrund dieser Todesprozesse hier oben entwickelt der Mensch sein Denken oder werden ihm die Gedanken bewusst, so muss man es genauer sagen. Während wir uns hier unten im Willen erleben, als wollende Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der ganze untere Mensch organisiert in Bezug auf die Verdauungsprozesse, die ganzen Drüsenprozesse und was da sich abspielt, sie alle dienen dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nerven-Sinnesprozesse und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System 00:35:31 =====&lt;br /&gt;
Wir können hier oben vielleicht noch die Nerven-Sinnesprozesse, das Nerven-Sinnessystem hinschreiben. Und hier ist das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Von daher gesehen ist der Mensch ein zweigliedriges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Zuschauerfrage zur stillenden Brust einer Mutter. Die stillende Brust von einer Mutter. Gehört die jetzt zu den Lebensprozessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wenn Sie ein Kind bekommen, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, sicher. Das ist ja alles unterhalb des Zwerchfells. Das hier ist das Zwerchfell. (Zeichnung). Ich treffe jetzt keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau, sondern das gilt einfach für den Menschen. Der Mensch ist Mensch, ob so oder so, Mensch ist er in erster Linie. Da haben wir hier diese Trennung zwischen diesem Oben und Unten und das ist das Zwerchfell. Unterhalb diesem spielen sich diese Lebensvorgänge insbesondere ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier dazwischen noch eine andere Wirklichkeit. Das ist da, wo nun Lunge und Herz beheimatet sind, wo der Mensch ein rhythmisches Wesen ist. Dieser mittlere Mensch, wo wir uns am allermeisten als Mensch erleben, wir erleben uns ja nicht im Kopf als Mensch so sehr, auch nicht im Bauch, sondern gerade in dieser mittleren Zone. Da erleben wir uns als am allermeisten als Mensch. Diese Organe, die hier als Zentralorgane in der Mitte angesiedelt sind, offenbaren sich in ihrer rhythmischen Tätigkeit. Und diese rhythmische Tätigkeit verbindet den Kopfpol mit dem Stoffwechselpol. Denken Sie an den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf, der vom Herzen ausströmt mit dem arteriellen Blut in den Kopf strömt, in den Kopf durch die Schlagader in den übrigen Kreislauf durch den ganzen Körper hindurch. Also diese mittlere Zone bringt diese beiden Gegensätze, das Oben und Unten, in einen Ausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fühlen und die Dreigliederung des Menschen 00:38:56 =====&lt;br /&gt;
Und darin, in diesem Ausgleich, erleben wir uns als Menschen am allermeisten, wenn wir uns einmal selbst beobachten, prüfen. Das setzt sich natürlich fort, hier in die Gliedmaßen, in den Bewegungsmenschen. Wenn man zum Beispiel an die Blutentstehung denkt, dann muss man sich vorstellen, dass sich das Blut hauptsächlich in den Röhrenknochen der Gliedmaßen bildet. Das ist auch unmittelbar mit einbezogen in die ganzen Stoffwechselvorgänge. Hier nun - das habe ich noch vergessen zu sagen, im Zusammenhang mit dem rhythmischen System -entwickeln wir unser Fühlen oder werden wir unseres Fühlens bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man so auf den Menschen einmal schaut, kann man es anatomisch bis in die letzten Details verfolgen. Man kann es morphologisch, physiologisch in jede Richtung hin verfolgen. Man wird sehen, dass dieses Prinzip des Dreigegliedertseins des Menschen einem förmlich überall entgegen springt und dass darauf eigentlich überhaupt letzten Endes eine Verständnisgrundlage geschaffen werden kann, für die Pädagogik, für die Medizin - also eine entsprechende Medizin - oder für die Landwirtschaft und für alles Übrige ebenso. Also man spricht hier von der Dreigliederung des Menschen. Auf diese Sache werde ich erst am Freitag noch mal zurückkommen. Und möchte jetzt ... Wollen Sie was sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich hätte eine Frage. Und zwar: Ich verstehe das nicht so ganz, dass der Kopf quasi ... den Tod da drin und den Abbau ... das verstehe ich halt nicht so ganz, weil im Gehirn ja auch ganz viele Aufbauprozesse ja auch wieder vonstattengehen. Also jeden Moment, wenn Synapsenverbindungen sich trennen, entstehen auch wieder neue. Und da kann halt auch im Laufe eines Zeitraums ein Aufbau entstehen. So Erinnerungen, die bleiben und neue, die dazukommen. Dann hat man ja im Endeffekt auch einen Aufbauprozess. Und genau das verstehe ich nicht so ganz, warum man vom Kopf als Abbauprodukt redet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Abbau ist notwendig, damit wir überhaupt ein denkendes Bewusstsein haben. Das erleben wir ja gerade hier im Nervensinnessystem. Es muss natürlich auch erhalten werden, es muss sozusagen in einem Zustand erhalten werden. Man kann es nicht mehr steigern, man kann es gerade noch erhalten. Und das sind natürlich schon Regenerationsvorgänge auch im Gehirn, das ist keine Frage. Aber letzten Endes funktionell physiologisch ist es ein ständiges Abbauen und muss natürlich wiederaufgebaut werden, selbstverständlich. Aber dieser Abbauprozess als solcher ist ein Todesprozess. Durch den Tod entsteht überhaupt erst ein denkendes Bewusstsein. Ohne Tod gäbe es kein Bewusstsein. Das muss man sich mal versuchen klar zu machen. Anders gesagt: Wenn man eine Verletzung hat, am Kopf oder so ... dann sind möglicherweise so und so viele seelische Möglichkeiten ausgeschaltet. Und jetzt muss er sich natürlich wieder regenerieren in diese Richtung, dass es wieder möglich wird, dass diese Abläufe stattfinden. Es wird immer gerade am Leben gehalten, so möchte ich mal sagen. Also es steht im Vordergrund der Abbau. Und der Aufbau dient gerade, dass immer wieder abgebaut werden kann. Während hier im Stoffwechsel genau das Gegenteil der Fall ist. Von hier kommt alles, steigt herauf bis in die Nerven-Sinnes-Bereiche, um diesen Pol am Leben zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dreigliederung, die ich versuche hinzustellen, also zu aphoristisch fast, möchte ich sagen. Aber nur mal dieses Bild hinstellen und wir werden daran nochmal anknüpfen am nächsten Freitag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Viergliederung des Menschen und Verbindung zur Natur 00:43:26 =====&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich aber noch einen anderen Aspekt kurz schildern und das ist die Viergliederung des Menschen. Schauen Sie, man kann nämlich jetzt nicht nur unter diesem Aspekt des Aufbaus des menschlichen Leibes den Menschen betrachten, sondern auch: &amp;lt;blockquote&amp;gt;Welche Verwandtschaft trägt er zu den ganzen Naturreichen?  Wie steht er im Verhältnis zu der ganzen ihn umgebenden Natur? Ist er ein ganz fremdes Wesen oder ist er eben auch zugleich ein Naturwesen?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Da kann man zunächst feststellen, dass, wenn man den Menschen vergleicht mit all dem, was sich in der mineralischen Welt abspielt, die rein anorganisch ist, physikalisch tot ist, das Mineral unterliegt nur den physischen Gesetzen. Alles, was ich da stofflich, kräftemäßig im Zusammenhang des toten mineralischen Reiches abspielt, spielt sich auch im Menschen ab. Im Menschen sind alle die Stoffe, die Kräfte, die Gesetze wirksam, die auch im Mineralreich wirksam sind. Das kann man heute bis ins Detail förmlich verfolgen. Ja, das verführt einen geradezu, den Mediziner, den Naturwissenschaftler, zu glauben, das wären die einzigen Gesetze, die wirklich Geltung haben. Das ist eine Verführung, weil die Gesetze so schlüssig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was sozusagen mineralisch, stofflich, kräftemäßig im Menschen wirkt, ist in sich so schlüssig, dass man darauf regelrecht eine medizinische Weltanschauung begründen kann. Oder generell eine Weltanschauung begründet hat, die nennt man heute den Materialismus. Der Materialismus hat seine große Bedeutung, aber nur auf dieser Ebene hier. Eine Verwandtschaft der mineralisch-anorganischen Natur mit dem Menschen. Man findet alles, was da draußen ist, auch im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerer Ausdruck dessen sind zum einen die Sinnesorgane und zum anderen das Skelett oder alle Stützgewebe. Da wirken dieselben Kräfte. Auch stoffliche Kompositionen wirken, wie man sie auch in der Außenwelt findet. Das ist nach denselben Prinzipien aufgebaut. Kann ich jetzt nicht in die Details gehen. Das würde zu weit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnesorgane sind wirklich, das habe ich schon gesagt, die Gehörknöchelchen zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass das Licht durch die Linse hindurch gleichsam fixiert wird, durch den Glaskörper hindurch, hinten auf die Gelbkörper auf die eigentlichen Lichtzellen, auf dem Hintergrund des Auges. Das sind alles physikalische Vorgänge, wie man sie in der Kamera auch hat. Also insofern besteht hier eine tiefe Verwandtschaft, aber die bezieht sich eben nur auf das, was man den physischen Leib oder die physische Organisation des Menschen nennen kann. Wenn das nur Geltung hätte, dann wäre der Mensch ein Stein. Ein Stein, also er hätte keine eigene Regsamkeit, gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt sieht, dass der Mensch tatsächlich in der Lage ist, eine Eigenbewegung zu entwickeln, ja in sich Lebensvorgänge abspielen zu lassen, zeigt er eine Verwandtschaft mit den Pflanzen. Die Pflanze ist ja ein Gebilde, die vereint das Mineralische, die nimmt das Mineralische auch auf und verwandelt es auf eine höhere Stufe. Da entwickeln sich nun in der Pflanze Kraft von Substanzen und Kräften, die nicht mehr rein irdischer Natur sind, sondern wo der ganze Planetenumkreis mitwirken muss, dass die Pflanze überhaupt Leben erzeugt. Keine Pflanze kann leben, ohne dass die Sonne scheint. Das muss man sich mal klarmachen. Es gibt kein Leben auf der Erde ohne den ganzen planetarischen Umkreis. Insofern hebt sich die Pflanze gleichsam aus der toten, mineralisch-irdischen Sphäre heraus und wird zur Offenbarerin von Lebensvorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt 00:48:26 =====&lt;br /&gt;
Auch in diesem erweist sich im Menschen eine Verwandtschaft. Und diese drückt sich aus im Drüsensystem. Das Drüsensystem ist natürlich überall im Menschen zu finden, aber hauptsächlich im unteren Menschen. Und das bewirkt, dass der Mensch einen Lebensleib hat, wie die Pflanze oder eine Lebensorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man weiß ja, dass die Pflanzen von Natur aus eigentlich nur gesund sind. Es gibt eigentlich keine kranke Pflanze, streng genommen. Wenn man nicht selbst dafür sorgt, dass die Pflanze quasi äußerlich krank wird, also etwa abstirbt oder so, durch Infektionen, welche alle von außen kommen. Die Pflanze ist eigentlich ein gesundmachendes, durch und durch gesundes Wesen innerhalb der Naturreiche. Ein solcher Mensch wie Paracelsus, der einer der größten Ärzte in der ganzen Menschheitsgeschichte war, hat die Bemerkung gemacht, dass es kein Kräutlein gibt auf der Welt, das nicht irgendeine Krankheit beim Menschen heilen könnte. So benutzen wir ja die Heilpflanzen. Die Heilpflanzen in der verschiedensten Art benutzen wir, um irgendetwas, was hier derangiert ist, innerhalb der menschlichen komplizierten Organisation, gerade auf der Ebene des Lebendigen, dass das wiederum in ein ausgewogenes Verhältnis zu allem Übrigen kommen kann, gesundend also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verbindung des Menschen zur Tierwelt 00:50:14 =====&lt;br /&gt;
Dann zeigt der Mensch eine Verwandtschaft zum Tier. Diese Verwandtschaft zum Tier ist ganz evident, denn das Tier hat eine Seele. Das ist ein beseeltes Wesen. Hier (Pflanze) ist nur Leben. Hier (Mineral) ist nur Tod. Das Tier ist ein beseeltes Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was dem modernen Bewusstsein so maßlos schwerfällt, das zu verstehen, dass wir einem Tier ein Seelisches zusprechen können. Uns Menschen können wir ein Seelisches zusprechen, wenngleich in den Wissenschaften man manchmal den Eindruck hat, da gäbe es auch keine Seele mehr. Aber im eigenen Empfinden, in der eigenen Erfahrung merken wir, dass wir ein beseeltes Wesen sind. Wir können denken, wir können fühlen, wir können eben jene Tätigkeiten wollen. Also wir haben ein Bewusstsein, dass wir neben dem, dass wir ein Lebendiges, auch ein beseeltes Wesen sind. Dieses Bewusstsein kann man sich wirklich erwerben. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es immer im Bewusstsein gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tier ist es nun so, dass es auch eine Seele hat. Stellen Sie sich mal vor, irgendeine Mücke fliegt da durch die Luft. Da sollen wir sagen, da ist eine Seele drin? Oder Käfer da im Boden, ein Regenwurm im Boden, da soll eine Seele drin sein? Man merkt ja, dass die Art, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, in der Massentierhaltung und so, da fühlt man sich irritiert. Da stimmt etwas nicht. Aber man dringt nicht wirklich durch zu sagen: Das Tier hat eine Seele und diese Seele hat ihre eigene, geistig-wesenhafte Existenz in Welten, die gar nicht hier auf Erden nur ist, sondern eben die jetzt in diesem einzelnen Tier so inkarniert ist. Man dringt nicht bis zum Phänomen selber durch, sondern man bleibt immer davor stehen und merkt: Die Art, wie man heute mit den Tieren umgeht, das kann man eigentlich nicht verantworten. Ja, warum eigentlich nicht? Die Begriffe, die Gedanken in der Richtung zu verdichten, da scheut man immer wieder zurück. Weil man zurückscheut, wird man sehr leicht zum Fundamentalisten. Die größten Fundamentalisten, die heute herumlaufen, sind vielfach die Tierschützer. Leider Gottes ist das so, auch die Naturschützer. Dort entsteht sehr schnell ein Fundamentalismus, weil man sagt: &amp;quot;Nein, ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht.&amp;quot; Dann nagelt man das fest: &amp;quot;Du darfst nicht, du darfst nicht so ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend kommen moralische Forderungen ohne eine klare Erkenntnis der Zusammenhänge. Deshalb ist es gerade für den biologisch-dynamischen Landwirt so wichtig, dass er sich versucht hineinzuleben in das, was da eigentlich seelisch wirksam ist in dem Tier. Da werden Sie bemerken, dass dieses Seelische im Tier deswegen so schwer zu fassen ist, weil es ohne Rest aufgeht in die Leibesbildung, ohne Rest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00 =====&lt;br /&gt;
Das Tier kann nicht denken. Es kann keine Gedanken haben über die Welt, sondern es sind bestenfalls die Gedanken in ihm wirksam. Das, was sonst das Denken des Menschen ist, ist in ihm als weisheitsvolles Instrument des Tier-Seins in den Leib hinein gebunden. Und so das Fühlen und so das Wollen. Das Tier hat gar keine Möglichkeit, irgendwelche Freiheitsgrade zu entwickeln, sondern es ist notwendigerweise ein Pferd, eine Kuh, ein Elefant, ein Löwe oder was auch immer. Oder eben eine Mücke. Darin liegt eine gewisse Tragik der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich mal auf so eine Empfindung einlassen und den Blick ruhen lassen auf irgendeinem Tier und seinem ganzen Verhalten. Dann muss man einfach sagen: &amp;quot;Mein Gott, mein Gott, bist du festgelegt in deinem Sein, so festgelegt, so definiert. Du kannst gar nicht ausbrechen. Du bist nur zu diesen Handlungen fähig. Allerdings, wenn man auf die Handlung schaut, diese ist unendlich weise.&amp;quot; Die Weisheit ist ausgebreitet im ganzen Tierreich. Es gab einen Zeitgenossen Goethes, Oken hieß der. Der hat gesagt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Würde man alle Tiere, Tierarten mal, Tierseelen, zusammen schmeißen in einen Topf und würde da ganz groß drin herumrühren, dann würde die menschliche Seele rauskommen. Und würde man die menschliche Seele zerstückeln in lauter einzelne Facetten und würde jeder einzelnen Facette einen Leib zusprechen, dann käme das Tierreich heraus.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ein Bild. Aber ein Bild, was sehr viel aussagt. Es zeigt sich eine Verwandtschaft des Menschen mit dem Tier, die ist da. Aber beim Tier ist das Seelische vollständig leibgebunden und das macht seine Tragik aus, aber gleichzeitig ist es die Offenbarung einer unendlichen Weisheit. Wenn man Weisheit - der Begriff ist ja heute auch schon nicht mehr sehr aktuell - also das Zusammenstimmen von verschiedenen Verhältnissen zu einem Ganzen, wenn man das wirklich studieren will, dann muss man das Tier studieren in dem, was es tut, in seinen Aktionen. Denn alles, was das Tier tut, ist nichts anderes als eine Offenbarung dessen, was seelisch, weisheitsvoll in diesem Leib gebunden ist. Es ist keine Freiheit da. Es ist ein Muss. Es ist eine Notwendigkeit, dass das Tier so handelt, wie es handelt. Wenn ich das Tierseelische wirklich tiefer verstehen will, mit meinem ganz normalen Bewusstsein -Vernunftbewusstsein allerdings - dann muss ich darauf hingucken: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Was macht das Tier?“ „Was tut das Tier?“ „Was macht der Elefant in freier Wildbahn?“ Oder der Löwe? Oder wie verhält sich die Kuh? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Verhaltensforschung ist eine sehr, sehr junge Wissenschaft - eigentlich ganz erstaunlich - sie hat sich zuerst der Wildnatur angenommen in Bezug auf das Erforschen der Verhaltensweisen der Tierarten, zuletzt dem Haustier komischerweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haustier ist lange Zeit hinten runtergefallen, das entdeckt man jetzt erst. Da ist man auch noch sehr, sehr unsicher, wie das überhaupt mit dem Haustier beschaffen ist. Deswegen hält man es ja als Nutztier. Dann stellen Sie sich mal vor, was der Begriff Nutztier eigentlich heißt. Da verneine ich jede seelische, besondere Eigenschaft im Tier. Ich verneine sie plötzlich, indem ich das Tier zum Nutztier degradiere, das nur noch mir nutzt. Wem nutzt es dann? Nicht, sich selbst, indem, wie ich es so mäste und zu Maximalleistungen zwinge, sondern es nutzt mir. Das ist der glatte menschliche Egoismus, der eigentlich dem Tier den Namen Nutztier verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Tier hat ein objektiv Seelisches in sich wirksam. Und das drückt sich in seinem gesamten Verhalten aus. Und wenn wir es verstehen wollen, müssen wir auf dieses Verhalten unser Augenmerk lenken. Darin können wir sehr weit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Moderne Ökologie und Tierverhalten 00:59:17 =====&lt;br /&gt;
Es gab natürlich schon in den Naturwissenschaften immer Ansätze in diese Richtung. Die hat man dann weitgehend verloren. Heute kommt es langsam wieder auf, in der Ökologie, dass man plötzlich studiert, die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Insektenreiches, innerhalb der Vögel und innerhalb des Edaphons, der Tiere im Boden. Und so weiter und so weiter. Man fängt jetzt an, nicht mehr nur das einzelne Tier zu definieren, wie viele Beine es hat und wie viel Knie oder wo eigentlich das Herz ist beim Tier oder die Sinnesorgane, wie die beschaffen sind, die Facettenaugen. Das hat man natürlich längst alles anatomisch genauestens rausgekriegt. Aber wie sich das Tier einfügt in die gesamten seelisch-lebendigen Zusammenhang des Tierreiches und welche Funktionen es in aller Spezialität hier und dort erfüllt, diese Zusammenhänge tauchen erst heute in der modernen Ökologie mehr und mehr auf. Vielfach immer noch unter dem Nutzaspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Z.B. wie kann ich Nützlinge einsetzen im Glashaus, dass sie mir dort die Läuse auffressen? Das wird ja heute schon zu einer Technologie entwickelt, wie wird damit verfahren. Aber dennoch ist es so, dass man merkt: Eigentlich bedarf das nur noch eines kleinen Ruckes in der Erkenntnis und man würde erkennen: Das Tier hat eine Seele. Und diese Seele ist dominant. Die ist so wie das Leben in der Pflanze dominant ist über das Physische, so ist die Seele des Tieres dominant über das Lebendige und Physische des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch der Mensch eine Seele, er hat einen Seelenleib. In der anthroposophischen Ausdrucksweise sagt man auch Astralleib. Und der hat nun seine physische Repräsentanz in all dem, was sich ausdrückt im Nerven-Sinnes-System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt unter diesem Aspekt auf den Menschen, auf die menschliche Seele schauen, dann ist es so, dass die menschliche Seele ja unendlich viele Rätsel aufgibt. Der alte Heraklit, das war ein griechischer Philosoph, der noch vor Sokrates gelebt hat - so um das fünfte Jahrhundert vor Christus - er hat die Bemerkung gemacht, er habe die Seele durchwandert, alle Straßen und Wege der Seele, soweit nur irgendwie möglich. Er ist an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein ganz bedeutender Geist. Er hat die Seele erforscht und hat kein Ende gefunden. Man geht Wege und Straßen. Überall verzweigt es sich in die ganze Welt. Aber er hat kein Ende gefunden. Die menschliche Seele hat kein Ende. Die tierische Seele ist leibgebunden. Die menschliche Seele ist auch leibgebunden bis zu einem gewissen Grad, weiß Gott, ja. Wir haben Hunger. Das ist ein Gefühl, Hunger zu haben. Wir haben Durst. Ein Gefühl, Durst zu haben. Das heißt, der Leib fordert da etwas. Und das drückt sich seelisch aus. Und so sind alle Emotionen, die man so hat, Zornesausbrüche oder weiß nicht was. Da merkt man ganz deutlich: Es hängt mit meiner Leiblichkeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Falle ist mein Seelisches noch in den Leib gebunden, wie beim Tier. Und eigentlich hat man immer den Eindruck beim Menschen, bei sich selbst -ein bisschen Selbsterkenntnis muss man da üben - wird man bemerken: Man befindet sich eigentlich immer zwischen Himmel und Hölle. Das heißt: zwischen Himmel - das heißt, dass man befreit ist vom Leib in dem Seelischen - und Hölle - das heißt, dass man plötzlich untertaucht in eine Welt des Leiblichen, wo man sich nicht mehr ohne Weiteres unter Kontrolle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dieses Spannungsfeld, in dem sich der Mensch erlebt und das Böse in der Welt - was man heute so hat - das wirkt durch den Menschen, als eine objektive Kraft durch den Menschen - immer dann, wenn er heruntersinkt in seine Leiblichkeit und keine Freiheitsgrade mehr zulässt. Dann entsteht das Böse in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Leiblichkeit und menschliche Tugenden 01:04:33 =====&lt;br /&gt;
Andererseits hat der Mensch sich zu befreien aus seiner Leiblichkeit. Das macht den Menschen zum Menschen. Das ist das Wunderbare. Dass, wenn ich versuche, mit einem anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, in Korrespondenz zu kommen, dann merke ich ganz deutlich: Da spricht nicht mehr nur der Leib, sondern da löse ich mich heraus. Dann entwickle ich lauter Tugenden. Also „Tugend“ ist heute auch schon kein Begriff mehr, nämlich Ehrfurcht zu haben, Liebeskraft zu haben für das andere Wesenhafte, was mir da begegnet. Oder aber in Hingabe etwas zu tun. Das sind alles Qualitäten, bei denen der Mensch sozusagen merkt: Das ist nicht mein Leib, der da arbeitet, sondern das bin ich losgelöst von meinem Leibe. Da ist ein Höheres in mir wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Zwei Seelen in der menschlichen Brust 01:05:33 =====&lt;br /&gt;
Goethe hat dieses herrliche Gedicht geschrieben, wo er bemerkt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das heißt eine Seele, die leibgebunden ist, die andere Seele, die leibbefreit ist. Die ganze menschliche Entwicklung in alle Zukunft besteht darin, dass wir uns immer mehr üben darin, frei zu werden von unseren Emotionen. Frei zu werden von diesen Zwängen, die in uns walten, von diesen unkontrollierten Instinkten und so weiter, sondern frei zu kommen davon, nämlich das zu verwandeln. Nicht sie wegzuschieben, kein Asket zu werden, sondern sie zu erkennen, in sich zu erkennen, als wirksame Kraft und die zu verwandeln in etwas, was man dann als Leibfreies, als Seelisches erkennen oder handhaben kann. So, dass wir hier jetzt eine neue Trennungslinie ziehen müssen. Das leibgebundene Seelische (unter der gestrichelten Linie) und die leibfreie Seele. Die steht über dieser gestrichelten Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Naturwesen 01:07:06 ====&lt;br /&gt;
Wenn man diese drei Naturreiche und deren Repräsentanz im Menschen verfolgt, wird man sagen: Der Mensch ist auch ein Naturwesen. Er ist völlig abhängig von alldem, was ich da geschildert habe. Auch er hat entsprechende Organe überall, hier oben im Kopf, wie im Bauch, wie Herz und Lunge, wie die Säugetiere sie haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist es so, dass sich dadurch, dass der Mensch mehr ist nur als eine Seele – nämlich, dass er ein Ich hat, dass er einen Wesenskern hat, dass er etwas hat, wo er sagt: „Ich&amp;quot; zu sich selbst und nicht: „Du&amp;quot; zu sich selbst, sondern „Du“ zu einem anderen Menschen, der wiederum zu sich „Ich“ sagt. Das macht man sich heute alles gar nicht so bewusst. Man handhabt das irgendwie. Aber das wirklich mal tiefer zu hinterfragen: Was drückt sich eigentlich darin aus, dass hier in mir etwas waltet, was dann die Kraft hat, irgendwo im Seelischen Ordnung zu schaffen? Und nicht nur im Seelischen, sondern was im Grunde genommen hereinstrahlt in diese Sphäre hier und versucht, das leibgebundene Seelische zu verwandeln, in leibungebundenes Seelisches, in höhere Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses „Ich“ herein kraftet hier jetzt tiefer noch in die Lebenszusammenhänge des Menschen und auch diese versucht zu verwandeln. Da geschieht vieles in tiefer, tiefer Unbewusstheit. Aber wir können uns darum bemühen, die Voraussetzungen, die Bedingungen zu schaffen, dass das Ich wirklich einwirken kann, noch unter das Seelische herunter oder über das Seelische in das Lebendige hinein, das Lebendige zu verwandeln, dass wir auch da die Kontrolle über uns selbst gewinnen und dass das Ich schließlich herein wirkt, bis in den physischen Leib herunter. Es durchstrahlt den ganzen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Einfluss des Ichs auf den physischen Leib 01:09:30 ====&lt;br /&gt;
Das kann man heute - mit den Methoden der modernen Naturwissenschaft förmlich nachweisen, dass die sogenannte DNA - so nennt sich eine bestimmte Desoxyribonukleinsäure, das ist eine Erbsubstanz - dass die einen Prägestempel hat, wodurch man durch Analyse der DNA den Menschen definieren kann. Jeder einzelne Mensch hat seine Komposition des Stofflichen. Der ganze Stoff als Leib ist natürlich aufgebaut. Da sind Eiweiße. Da sind Kohlehydrate. Da sind Fette. Da sind alle möglichen Hormone und Fermente wirksam - der ganze Organismus es ist alles da, muss da sein. Aber wie es da ist und wie es komponiert ist, stofflich, und wie es ineinander wirkt, da kraftet etwas herein, was den Menschen zu diesem bestimmten Menschen macht. Darauf muss man sein Augenmerk legen.  &amp;lt;blockquote&amp;gt;Da ist ein Höheres in uns. Das: „Ich bin“! Dass ich sage: „Ich bin“ und ich bin nicht jemand anders. „Ich bin nur der, der ich bin.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;[Publikum:] Aber, also jedes einzelne Tier und jede einzelne Pflanze hat ja auch ihre eigene DNA. Ich verstehe nicht so richtig den Zusammenhang zum Ich, zum individuellen des Menschen. Im Gegensatz zur Pflanze und Tier, in dem Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass beim Tier diese ganzen physiologischen Prozesse sehr viel einheitlicher sind. Also von den Arten natürlich unterschiedlich. Man kann sich eigentlich dieses Bild noch mal vor Augen stellen, dass, wenn man verstehen will, was das Tier eigentlich ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten hier vor sich eine große Leinwand und die ist ziemlich undurchsichtig. Dann machen sie fünf Löcher rein und stecken durch die Löcher ihre Finger. Nun stehen Sie (andere Person) auf der anderen Seite und sehen plötzlich diese Finger. Die bewegen sich sogar. Jetzt müssen Sie sich klar machen: Es ist offensichtlich, dass sie sich bewegen, da muss hinter der Leinwand was sein, was diese Bewegungen hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist es evident. Da steht der Mensch direkt hinter der Leinwand und streckt seine Hände, Finger da durch die Löcher. Dieses Bild kann man übertragen aufs Tierreich und sagen: Das, was da als Finger erscheint, sind die einzelnen Individuen. Löwen in der Serengeti, alle Löwen der Welt oder alle Rinder oder Kühe der Welt oder jede Art steht sozusagen verborgen hinter einer solchen Leinwand. Und was erscheint, sind die einzelnen Individuen losgelöst von ihrem eigentlichen wesenhaften ichhaften Urgrund. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert. Das ist das Problem des Tieres. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menschen-Ich hat sich mit dem Leib verbunden, aber nicht vollständig. Da ist sozusagen ein geistiger Überschuss im Menschen, der ihn Denken, Fühlen und Wollen lässt. Ähnlich ist es mit den Pflanzen. Bei den Pflanzen sind die Eiweiß-Strukturen zum Beispiel bei den Getreidekörnern oder bei der roten Rübe sehr ähnlich. Wenn sie die untersuchen, sind die Eiweiß-Strukturen sehr verwandt, sehr ähnlich. Im Prinzip eigentlich nicht zu unterscheiden innerhalb der Art. Das macht den Menschen eigentlich zum Menschen, dass da ein übersinnliches Wesen in uns kraftet. Das ist nicht irgendwo nur in der Welt, sondern es ist zugleich in uns. Das macht es, dass wir seelenleibfrei denken lernen können. Dass wir uns mit unserem Fühlen mehr dem Denken zuwenden können oder mehr den leiblichen Vorgängen. Wir können mithilfe des Denkens und Fühlens so in den Willen eingreifen, dass wir tatsächlich die Fähigkeit erreichen können zum freien Wollen. Stellen Sie sich so was mal vor. Wenn der Mensch von sich sagen kann, er ist ein frei wollender Mensch. Was gibt es eigentlich Erstrebenswerteres als das? Dass wir nicht  nur durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften sozusagen befeuert werden von unten, sondern dass wir in aller Ruhe aus unserem Denken, aus einem Bewusstsein heraus so hereinkraften können in unsere ganze Leiblichkeit, dass wir dadurch zum vernünftigen Handeln, zum sozialen Handeln, in solchen Sphären uns fähig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Manfred Klett Buch Das Organismusprinzip ... .jpg|verweis=https://biodyn.wiki/Manfred_Klett|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] Das Organismusprinzip in den Naturreichen, im Menschen und in der Landwirtschaft. Erstauflage 2024. Verlag am Goetheanum. &#039;&#039;ISBN: 978-3-7235-1781-9&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese drei Bereiche hier zusammen anschauen - das Mineralische, Pflanzliche und das Seelische des Tieres - ist hiermit der Organismusbegriff erfüllt. Das macht den Organismus zum Organismus. Hier herrscht eine Abgeschlossenheit. Das Tier führt es uns förmlich vor Augen, was eigentlich gemeint ist mit dem Begriff der Abgeschlossenheit. Da ist eine Haut, eine leibliche Abgrenzung. Der Elefant hat eine Haut, er ist begrenzt. Er ist riesig groß, natürlich ein riesiges Tier, aber er ist es doch irgendwo begrenzt mit der Elefantenhaut. Das Tier ist dadurch charakterisiert, dass es sich nach innen in eine bestimmte Organwelt gliedert. Das ist Ausdruck eines Seelischen. Das Seelische steht über dem Leben, steht über dem rein Physischen, obwohl es evolutiv noch sehr jung ist. Aber es steht darüber und steuert gewissermaßen oder prägt sich rein in das Lebendige, prägt sich rein ins Physische und lässt ein abgegrenztes Gebilde entstehen, mit einer Haut umgeben. Innerhalb der Haut sind bestimmte Organe, die auch in sich wiederum abgegrenzt sind, die dann überhaupt dem Seelischen die Möglichkeit bieten, anwesend zu sein, inkarniert zu sein. So dass man sagen kann: Der Organismusbegriff erfüllt sich. Die relative Abgeschlossenheit erfüllt sich, wenn ich sage, da ist ein Seelisches, das ist übersinnlich, was ich nur in seinem Verhalten und in seinen Phänomenen erfassen kann. Da ist ein Seelisches, das grenzt sich nach außen ab in einer Gestalt und gliedert sich nach innen in Organe. Da haben Sie so ein bisschen eine Art, ich möchte sagen, Definition. Es ist ein Begriff, eine Idee, die sich aber mit Inhalt erfüllt, wenn man darauf schaut. Es grenzt sich ab nach außen, in eine bestimmte Gestalt, die ist so spezifisch, dass sich dort schon so der Ausdruck des Wesenhaft-Seelischen repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Reh aus dem Waldrand heraustritt und dann plötzlich den Kopf mit dem Gehörn anhebt. Oder der Hirsch sozusagen mit seinem Geweih da den ganzen atmosphärischen Umkreis abtastet. Wenn das Reh da heraustritt aus dem Wald und steht da und äugt. Das Bild muss man sich mal vor Augen führen. Da merken Sie: Das ist ein Atmosphärisches. Und alles Atmosphärische ist eigentlich nichts anderes wie eine Erscheinungsweise des Seelischen, was man in der Anschauung unmittelbar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kann das Tier unendlich viel über sich selbst sagen, wenn man auf die Formen hinschaut, auf die Gestalt hinschaut. Wie ist die Gestalt beschaffen? Und eben dann auch seine eigene Innenwelt, wie die organisiert ist und wie es sich nach außen hin gibt in seinem Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das macht den Organismus aus. Dass da Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches zusammenklingt zu einem höheren Ganzen. Alles, was da zusammenklingt, ist in sich weisheitsvoll. Da kann ich gar nicht dran rütteln. Das macht man natürlich heute. Ich versuche ja, mit der Gentechnik an allem zu rütteln oder mit der Art der modernen Düngung oder den Insektiziden, durch Pestizide, die ich einsetze in der Landwirtschaft rüttle ich ständig an der Weisheit der Natur. Wo aber genau hingeschaut wird: Diese Welt ist durch und durch weisheitsvoll. Da reicht keine menschliche Vernunft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das greift, wenn das in ein richtiges Verhältnis zueinander gebracht wird, im Sinne eines Organismus. Dann wirkt diese Weisheit durch sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismus und Individualiät 01:20:05 ===&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt aufsteigen im Menschen, bis in diese Sphäre, dann erfassen wir das, was man Individualität nennt. Wenn wir von Individualität sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist. Also Geist. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes Wesen ausspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spricht sich aus im Ich des Menschen. Jetzt stehen wir vor der Forderung der Aufgabe, im biologisch-dynamischen Landbau, unseren landwirtschaftlichen Betrieb in dem Sinne zu entwickeln, dass wir ihm eine Geschlossenheit verschaffen. Eine relative Geschlossenheit im Sinne des Organismusbegriffs und den Begriff der Individualität fassen, den wir nur durch uns selbst in Selbsterkenntnis fassen können und diesen mit diesem Begriff nun versuchen, so herreinzukraften in diese Sphären hier, dass. wenn ich es so auffasse, heißt es da in dem Satz, dann kann ich so arbeiten, so gestalten, so hineinwirken in die äußere Natur, dass etwas entsteht, was auch im Geiste dem Menschen verwandt ist. Was nicht nur auf dieser Stufe dem Menschen verwandt ist oder dieser oder dieser. Sondern hier in Freiheit, das heißt, dass es losgelöst ist von der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich einen Begriff versuchen, so zu erfassen, aufgrund der Erkenntnis meiner selbst, dass diese jetzt für mich zum Instrument werden kann, meinen landwirtschaftlichen Hof nicht nur zu einem Organismus in diesem Sinne hier durch Zusammenschluss der Naturreiche herstellen kann, sondern dass das Ganze durchstrahlt wird von meinen Intentionen, die nicht mehr leibgebunden sind. Meine Ideen, meine höchsten Gedanken, die ich denken kann, die kann ich jetzt investieren. Aber eben nur auf der Basis der Selbstlosigkeit. Denn sobald das Selbst nur so leibgebunden mitspricht, dann ist es eigentlich schon Egoismus. Das erfordert eigentlich eine Seelenverfassung vom Menschen, die er sich erübt, dass er sich erst in den Zustand, in den geistigen Zustand versetzt, in vollkommener Reinheit zu versuchen, herein zu wirken in den Haushalt der Natur, dass es nicht nur seinem Nutzen, dient, sondern dass er da eine Art Evolution, eine Entwicklung veranlagt, die mit ihm innigst verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen aus dem Publikum 01:23:28 ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir sind am Ende ... Aber Sie hatten noch eine Frage ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Die bezieht sich eigentlich nur auf diese Trennung zwischen der körperlich gebundenen Seele und der geistigen Seele. Da bin ich jetzt gerade wieder durch dieses Geistig-Individuelle drauf gekommen. Glauben Sie oder glaubst du, dass Tiere... also du hattest das beschrieben mit diesem: Wenn wir eine andere Seele erleben und mit dieser kommunizieren, dass das diese geistige Seele ausmacht. Glaubst du, dass Tiere das nicht können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Na ja, so wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Durch sie selbst? Kann der Elefant mehr werden, als er ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als wir sind? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als ein Mensch? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir vielleicht auch einfach ein Adler sein? Wenn wir ein Adler sind, haben wir dann ein Ich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Mensch ist in gewissem Sinne sogar ein Adler, wenn er denkt. Das haben früher die Menschen so erlebt. Da ist man Adler, wenn man die Gedanken in ihrer Höhe, der Höhe des Geistes, die Gedanken so denkt, dann haben sie sich als Adler empfunden. Wenn sie sich empfunden haben als kraftvoll tätiger Mensch, haben sie sich als Stier empfunden. Wenn sie sich empfunden haben, als jemand, der ganz aus der Mitte heraus wirkt und daraus tätig ist in der Welt, haben sie sich als Löwe empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Aber was wir ja nicht können, ist, dem Tier in seinen Kopf zu gucken um zu wissen, als was sich dieses Tier empfindet. Ich denke mal nämlich, wenn eine andere Spezies sich uns als Mensch angucken würde, würde diese Spezies auch ganz klar uns sehen, so wie wir sind. Die würde uns nicht als Adler sehen und nicht als Löwe sehen und nicht als Bär sehen, sondern die würde uns als Menschen sehen und könnte vielleicht auch nicht nachvollziehen, wie wir uns vielleicht als Adler fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wissen Sie, eines muss man sich eingestehen als Mensch. Wir können so denken, wie ich es jetzt mal so versucht habe, so hier vorzustellen. Aber wir haben bei weitem nicht die Weisheit, die im Tierreich liegt. Das Tier ist weit, weit höher weisheitsvoll. In seinen ganzen Tätigkeiten steht es weit, weit über dem Menschen. Aber eines hat der Mensch: Er kann das, was er kann, steigern durch die Kraft seines Ichs. Er kann lernen. Er kann lernen. Er kann sozusagen sich immer mehr zum Menschen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist, wenn ich sage: Kann der Elefant mehr Elefant werden? Er kann nur Elefant sein, auch innerlich, als dieses Wesen, das er geworden ist, evolutiv. Der Mensch hat die Möglichkeit, obwohl er eigentlich viel weniger weisheitsvoll ist, er ist viel zu stark emotionell, auch wie er sich gibt. So ist doch der Mensch einer, der lernen kann. Lernen, lernen, lernen, mehr zu werden als er ist. Diese Fähigkeit ist noch so zart, aber sie ist da. Kraft dessen, was in mir als Mensch ist oder mich zum Menschen macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns nicht einfach nur so leichtfertig über die Tiere erheben und meinen, wie herrlich weit haben wir es gebracht. Wir haben aber eine Fähigkeit in uns, die uns die Möglichkeit gibt, das Tier in seinem wahren Wesen, den Adler in seinem Wesen, den Löwen in seinem Wesen, den Stier in seinem Wesen, so zu erkennen, dass wir erkennen, die sind alle in uns. Trotzdem ist da noch etwas, was sie zusammenfasst zu einem höheren Ganzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen. Aber es soll nur eine Eröffnung sein, was wir heute besprochen haben, für das Düngungsthema, was wir dann morgen anschlagen. Ich bin eigentlich leider Gottes noch nicht sehr weit gekommen. Also wir müssen dann morgen noch mehr Tempo anlegen. Ja, also dann wünsche ich noch einen schönen Tag heute. Und morgen sehen wir uns wieder.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebsorganismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Düngung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 327]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Manfred Klett]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Eva Lang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katrin Amler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11510</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
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		<updated>2025-12-30T13:34:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 6. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (1. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 ===&lt;br /&gt;
Ja, ich wünsche einen schönen guten Morgen. Und ich wünsche Ihnen auch, dass hier eine interessante Woche vor Ihnen steht und neue Einblicke in die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]]. Nun möchte ich mich kurz vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin hier Mitbegründer der [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof]] gewesen, 1968, als wir hier angefangen haben auf dem [[Dottenfelderhof]]. Aber ich war schon hier auf dem Hof 1956/57 als Lehrling tätig. Ich habe hier meine landwirtschaftliche Lehre schon durchlaufen, in einer ersten Phase der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Bewirtschaftung]] von 1946 bis 1957. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das an ein Ende. Die Bewirtschaftung wurde wieder konventionell auf zehn Jahre, ein Interregnum. Weil eben dieser Hof im Zuge der Bodenreform - die gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Besatzungszonen - auch in der russischen. Die Bodenreform, dass jeder Landbesitzer, der über 100 Hektar Land besaß Land abgeben musste, zur Ansiedlung ostvertriebener Bauern.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landgraf von Hessen, dem dieser Betrieb gehört hat, hat den Betrieb dann komplett abtreten müssen an eine Siedlungsgesellschaft. Die wurden ja damals neu belebt nach dem zweiten Weltkrieg, um diese ganzen Vorgänge zu steuern. Sodass wir uns damit abfinden mussten, dass jetzt der Eigentümer eine Siedlungsgesellschaft war, die nur die eine Absicht hatte, diesen Hof zunächst einmal für ostvertriebene Landwirte freizumachen. Andererseits später, nachdem das nicht so gelungen war, diesen Hof scheibchenweise nach der Salamitaktik zu verscherbeln. Stadtnah gelegen und sehr hohe Bodenpreise - Baupreise hier in der Gegend - sodass der Dottenfelderhof also in seinem ganzen geschichtlichen Verlauf seinen Nullpunkt erreicht hat, in den 60er, 70er, 80er Jahren, nein, sagen wir einmal, 60er Jahren, 50er, 60er Jahren. &lt;br /&gt;
=== Der Dottenfelderhof als Klostergut bis in die heutige Zeit 00:03:30 ===&lt;br /&gt;
Der Hof selber hat eine Geschichte, die weit über 1.000 Jahre hinausgeht. Er ist einer der ältesten Siedlungsorte überhaupt, weit und breit, weil er wird urkundlich schon erwähnt im Jahre 843, als ein freies Königsgut, unter Karl dem Großen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also in der Zeit war Karl der Große schon gestorben, aber es waren dann seine Söhne und Enkel. Er war ein freies Königsgut, ein karolingisches Königsgut. Es kamen ja dann die Sachsen-Kaiser, und es war dann Otto der Zweite, der Kaiser also, der jetzt diesen Hof seinerzeit dem Kloster Worms als Lehen gegeben hat im Jahre 976. Das ist alles urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 976 wurde der Dottenfelderhof ein Klostergut von Worms. Die Klöster konnten nur existieren, wenn sie Pfründe hatten. Das heißt, ihnen ist entsprechender Landbesitz zugeteilt und zu Lehen gegeben worden, damit sie in der Lage waren in der Landwirtschaft nicht nur täglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu erarbeiten, sondern damit ein paar Mönche freigestellt worden sind, um die Bibel abzuschreiben. So war das damals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bibel abzuschreiben, brauchte man Pfründe, man brauchte also den Zehnten, der dann abgeliefert worden ist an das Kloster, damit das Kloster überhaupt existieren konnte. So war der Dottenfelderhof ein solches Lehensgut geworden. Dann 1121, 1122, 1123 wurde das erneut zu Lehen gegeben, an den gerade eben gegründeten Orden der Prämonstratenser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prämonstratenser waren ein relativ kleiner Orden in der Aufsplitterung der [[Zisterzienser]] gewesen. Auch wiederum seit dieser Zeit war der Dottenfelderhof ein Klostergut, von Kloster Ilbenstadt hier ganz in der Nähe, und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation. 1803 bis 1806 unter Napoleon wurde der ganze Klosterbesitz hier aufgeteilt in Mitteleuropa. So kam der Hof in die Hände schließlich der Landgrafen von Hessen, Kassel. Er wurde dann eine Art Beispielbetrieb im 19. Jahrhundert für moderne Verfahren in der Landwirtschaft, wie Zuckerrübenanbau und dergleichen mehr. Weitere Details möchte ich jetzt nicht darüber sagen, sonst verlieren wir zu viel Zeit. Aber es war ja so, dass 1946 hier ein Landwirt eingeheiratet hat, der eigentlich aus einer Goldschmiedfamilie stammte. Ein hochintelligenter, befähigter Mann, der diesen Hof hier dann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt hat. Der Dottenfelderhof sollte eigentlich in den 50er Jahren das Zentrum der biologisch-dynamischen Bewegung in Deutschland werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann zerbrach das 1954, weil eben der Druck auf das Land hier so groß war. Sie wollten hier formal noch ostvertriebene Landwirte ansiedeln, aber das Ganze zerbrach dann, wie ein Kartenhaus fiel das in sich zusammen, 1957. Das war eine unglaubliche Tragik, weil die Möglichkeit, hier jetzt so eine ganz neue Entwicklung zu inaugurieren, erstmal aussichtslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da habe ich eben versucht in der Folgezeit mit meinem ehemaligen Lehrchef hier zu prüfen, ob wir diesen Hof doch wiedergewinnen können. Das war uns nach vierjährigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von 1964 bis 1968 schließlich gelungen. Allerdings in Form von Kriegszuständen, kann man fast sagen, in den Verhandlungen mit dem Land Hessen. Also man hat sich sozusagen mit schärfsten Waffen da bekämpft. Wir mit den Waffen der Idee, wir hatten ja keine anderen. Es war eine Zeit, wo der konventionelle Landbau sozusagen sein Aufstiegserlebnis hatte: &amp;quot;Jetzt endlich können wir also technologisch alles so machen, dass der Mensch als Arbeitender überflüssig wird in der Landwirtschaft.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung fing damals an. Wir haben vier Jahre mit dem Land Hessen verhandelt und dann schließlich einen Pachtvertrag über fünf Jahre bekommen, einen Knebelvertrag, bei dem jeder Sachverständige auf diesem Feld gesagt hat: &amp;quot;Damit habt ihr die Schlinge um den Hals mitgeliefert bekommen&amp;quot;. Das war ein furchtbarer Knebelvertrag. Ich kann jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen. Aber jedenfalls war der so, dass sie sich gesagt haben: &amp;quot;So stehen die das nie durch&amp;quot;. Sie versuchten eben, uns irgendwie hier von vornherein wegzukriegen. Nur der Minister selber und ein paar wenige Menschen, die haben ein bisschen die Hand über uns gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das waren also außerordentliche schwierige Jahre. Der Dottenfelderhof war heruntergewirtschaftet bis zum geht nicht mehr. Das war eine Räuberburg, so wurde sie damals bezeichnet, alles war völlig am Boden. Sowohl der Zustand der Böden als auch der Gebäude. Es war jahrzehntelang nichts mehr gemacht worden. Wir haben uns damals gesagt, einmal den Fuß zwischen Tür und Angel, kriegt uns niemand mehr von dem Hof runter. So war es dann auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es manchmal aussah, wie wenn wir morgen hier weggehen müssten. Ende der 70er Jahre, haben wir schließlich endlich erreicht, hier einen 18-jährigen Pachtvertrag neu zu bekommen für den Hof und haben durchgesetzt, dass das Land Hessen den Hof gekauft hat, von der Siedlungsgesellschaft. Wir sind in den Kauf eingestiegen und haben die Hofgebäude mit 20 Hektar drum herum gekauft, als gemeinnütziger Verein. Jetzt sind die Gebäude und diese 20 Hektar Eigentum des gemeinnützigen Trägers Landbauschule Dottenfelderhof und alles übrige Land sind natürlich noch Zupachtungen von außerhalb. Jetzt sind es direkt um den Hof arrondiert ungefähr 165 Hektar. Insofern war jetzt zunächst mal eine Entwicklung gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnten wir überhaupt investieren, auch in den folgenden Jahren. Das war ja vorher völlig unmöglich. Wir haben dann die [[Landbauschule Dottenfelderhof]] gegründet, schon in den 70er Jahren, und haben hier auch eine Forschung eingerichtet - dort drüben, das werden Sie vielleicht noch sehen, oder Sie haben das schon gesehen. Unsere ganze Züchtung, die wir hier jetzt auf dem Hof betreiben, die Forschung, die wir hier auf dem Hof betreiben und alle möglichen sonstigen Initiativen, die hier eben stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die soziale Frage 00:11:29 ===&lt;br /&gt;
So hat sich das entwickelt und ich möchte nur noch ein Wort sagen zur [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof|Betriebsgemeinschaft]]. Weil ich meine, dass das der springende Punkt ist für die gesamte Zukunft der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] in Europa, in Mitteleuropa ganz besonders. Wir müssen da Pioniere sein auf diesem Felde, dass nicht mehr der bäuerliche Familienbetrieb das eigentliche Ideal sein kann in die Zukunft. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber jedenfalls, da liegen ja auch Probleme vor. Denn wie soll eine einzelne Familie in der Lage sein, einen biologisch-dynamischen Betrieb, Viehhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Heckenbau, Wiesen- und Weidewirtschaft betreiben und dann auch noch Weiterverarbeitung und Vermarktung unter einem Dach möglich zu machen? Ganz aussichtslos. Man ist dann burned out nach nicht allzu langer Zeit. Man muss sehen: Wie können wir sozial, nicht nur biologisch-dynamisch -Pause- Das Biologisch-Dynamische ist eine ungeheuere Zukunftsaufgabe. Und so ist auch in Verbindung mit dem Biologisch-Dynamischen die soziale Frage ungeheuer aktuell. Die Landwirtschaft hat in Zukunft dafür eine ungeheure Aufgabe, eine Mission förmlich, neue soziale Entwicklungen zu inaugurieren. Das war auch von Anfang an unser Anliegen hier auf dem Dottenfelderhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgemeinschaft ergab sich nun nicht aus diesem Anliegen primär. Wir hatten keinen - wie soll man sagen - sozialen Impetus, hier und da etwas zu schaffen, sondern es ergab sich rein und ausschließlich aus den Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir haben gesagt, ein Einzelner kann niemals mit angestellten Mitarbeitern auf die Dauer einen biologisch-dynamischen Betrieb umtreiben, sondern die Mitarbeiter müssen selbst motiviert sein. Die müssen selber aus sich heraus das Motiv haben, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, und zwar auf Augenhöhe. Also nicht mehr die hierarchische Struktur von einst: Da ist der Betriebsleiter und dann kommen die verschiedenen Stufen bis herunter über die Lehrlinge und Mägde und dann die Ratten und Mäuse, so war das ja früher. Sondern dass diejenigen, die hier wirtschaften- das war ja unser großes Ideal gewesen, das hat sich ein bisschen hier gewandelt, ist unser großes Ideal gewesen. Und das ist es für mich auch in alle Zukunft, dass wir eine Form, eine soziale Form entwickeln müssen, wo jeder Einzelne voll motiviert ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Person ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir wollten eigentlich jede Lohnarbeit abschaffen. Das ist auch noch heute mein Ideal, dass wir keine Lohnarbeitskräfte mehr haben, sondern dass jeder, der da mitarbeitet, Mitunternehmer ist. Geistiger Mitunternehmer. Voll motiviert und dann auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Das war der Grund, warum wir überhaupt die Betriebsgemeinschaft gegründet haben. Das war damals ein derartiges Novum, 1968. Obwohl es gab schon Bemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab ja schon Bemühungen nach dem zweiten Weltkrieg in der biologisch-dynamischen Bewegung. Die sind alle zerbrochen, alle zerbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie wir dann 68&#039; anfingen, unter den unmöglichen Bedingungen hier: kein Geld, kein nichts, kein gar nichts, sondern nur die Idee. Da leuchtete plötzlich sozusagen historisch ein Moment auf und man sagte: &amp;quot;Jetzt. Jetzt ist der Moment da, jetzt ist er reif. Jetzt können wir diesen Versuch wagen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten so gut wie keine Rückendeckung von irgendwo. Also es kann man an fünf Fingern abzählen, die Menschen, die uns sozusagen gesagt haben, dass wir nicht total verrückt sind. So sind es jetzt 50 Jahre, dass der Hof in dieser Form existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich vieles gewandelt, nicht mehr so ganz, wie ich mir das wünsche. Aber das ist immer so, alle Entwicklung ist immer ein Stirb und Werde, immer ein Stirb und Werde. Das hört man nicht gern, wenn man jung ist. Man möchte ja immer, dass etwas wird, oder dass man jedenfalls Teil hat, dass da irgendwas wird. Aber dass auch etwas sterben muss, das möchte man so gar nicht so wahrhaben wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist ein Entwicklungsgesetz, dass alles erst mal- wenn etwas wird, dann muss erst etwas sterben, um neu zu werden, um immer neue Stufen der Entwicklung zu erklimmen. So ist es auch heute, dass durch die Erweiterung der Entwicklung des Dottenfelderhofes, durch die Weiterverarbeitung, durch den Laden hier unten, durch die Bäckerei, die Konditorei, die Käserei und dann die Forschung und allem, was sich hier angesiedelt hat, dass dadurch natürlich viele Menschen von außen hinzukamen. Die konnten zunächst nur als Lohnarbeitskräfte oder als Angestellte hier am Rande, sozusagen um den Kernbetrieb herum hier ihre Arbeit aufnehmen. Das hat sich dann auch irgendwo ausgewirkt auf den Hof selbst. Ich möchte damit sagen, das Ideal steht. Die ersten Erfahrungen auf diesem Felde sind gemacht. Und ich weiß, wie schwer es ist, eine Betriebsgemeinschaft wirklich am Leben zu erhalten. Ich weiß das. Bis in den letzten Winkel weiß ich das, welche Gefährdungen und welche Probleme auftreten können. Einfach damit, dass man lernt, als Individuum, als individueller Mensch wirklich dieses Maß von Selbstlosigkeit - objektiver Selbstlosigkeit, nicht emotionaler - objektive Selbstlosigkeit zu entwickeln, dass man wirklich mit dem anderen zusammen eine wirkliche Gemeinschaft zielstrebig in eine Zukunft hineinarbeitet, um der Sache willen, nicht um seiner selbst willen! Aber das ist die Perspektive in die Zukunft, das möchte ich Ihnen ans Herz legen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Schicksal läuft anders. Da gibt es keine Norm. Aber es muss klar sein: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist nicht nur biologisch-dynamischer Pionier, sondern auch im sozialen Felde muss sie Pionieraufgaben haben, muss sie etwas vorleben, anderen Menschen, der Gesellschaft vorleben, dass ganz andere Entwicklungsgänge in die Zukunft möglich sind, die heilsam sind, im Sozialen heilsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und der Betriebsorganismus 00:18:48 ===&lt;br /&gt;
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Thema, über das ich hier heute spreche, sondern ich habe jetzt noch mal ein bisschen historisch zurückgegriffen. Ich bin ja gefragt worden, noch etwas zu sagen über die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und das im Kontext mit dem Betriebsorganismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung in den Betriebsorganismus 00:19:11 ====&lt;br /&gt;
In aller Kürze möchte ich erst mal eingehen auf den Betriebsorganismus, was das eigentlich ist, wie man ihn überhaupt verstehen kann, welchen Zugang es da überhaupt gibt. Es wird ja immer drüber geredet, aber es ist irgendwie ein Wort, das ist ein Nomen. Was verbindet man damit jetzt ganz konkret? Von da ausgehend beschäftigen wir uns morgen mit der Frage der tierischen Düngung, gerade im Kontext des Organismus-Gedanken und am Freitag und Samstag wollen wir auf dieser Grundlage uns noch wenigstens symptomatisch mit einzelnen Aspekten der biologisch-dynamischen Präparate befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Frage nach dem landwirtschaftlichen Organismus 00:20:11 ====&lt;br /&gt;
So, aber jetzt diese Frage nach dem Betriebsorganismus. Sie stehen ja alle irgendwo in der Landwirtschaft drinnen, sind auf irgendwelchen Höfen, haben da ihre Erfahrungen gemacht und da gibt es vielleicht Kühe, da gibt es auch das und jenes und die Felder und Gartenbau da oder dort. Aber das hat sich alles so entwickelt, wie sich eben die Zeitverhältnisse ergeben haben, wie es die Marktverhältnisse ergeben haben in den letzten Jahren. Und die Frage ist immer: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Hat man wirklich eine Idee dessen, was ein landwirtschaftlicher Organismus sein kann?&amp;quot; Was eigentlich die Grundlagen, die ideellen Grundlagen sind zum Verständnis dieses Begriffs Organismus?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nun ja, und da möchte ich erst auf drei Hinweise Rudolf Steiners, den Begründer des biologisch-dynamischen Landbaus, aus seinem [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftlichen Kurs]] zitieren und von dort meinen Ausgangspunkt nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der erste, ich möchte sagen &#039;&#039;Initialsatz&#039;&#039; förmlich im &#039;&#039;Landwirtschaftlichen Kurs&#039;&#039;, im Hinblick auf die Aufgabe eines zukünftigen Landbaus, ist einer, den man eigentlich schier nicht verstehen kann. Und dennoch enthält er alles! Den möchte ich einfach mal zitieren. Da heißt es am Beginn des zweiten Vortrags, also letzten Endes den Kurs eröffnend, da heißt es: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Eine Landwirtschaft ...&amp;quot; also stellen Sie sich mal irgendeinen Hof vor, &amp;quot;&#039;&#039;Eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen&#039;&#039; ...&amp;quot;, und dann setzt er hier nach: &amp;quot;&#039;&#039;im besten Sinne des Wortes erfüllt sie ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann&#039;&#039;...&amp;quot;, völlig freilassend, &amp;quot;aufgefasst werden kann &#039;&#039;als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[1]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annäherung an das Ideal der Individualität 00:22:10 ====&lt;br /&gt;
Jede Landwirtschaft müsste sich annähern, diesem Ideal, eine solche Individualität zu sein. Jetzt muss man sich fragen: &amp;quot;Was soll das eigentlich? Was ist damit ausgedrückt?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist zunächst mal dieses gesagt: &amp;quot;Eine Landwirtschaft erfüllt &#039;&#039;nur dann ihr Wesen&#039;&#039;.&amp;quot; &#039;&#039;Sie hat es gar nicht!&#039;&#039; Sie hat noch nicht ihr Wesen. Es sei denn, &#039;&#039;ich fasse sie auf als eine Art Individualität. Ich, also ich als Landwirt!&#039;&#039; Das ist nicht gegeben da draußen, sondern ich muss es auffassen, ich muss es mit Gedanken fassen. Das ist eine Anstrengung, eine Erkenntnisanstrengung. Ich muss erfassen - diesen Gedanken fassen - , dass eine Landwirtschaft eine Art Individualität ist, ja, eine wirklich in sich geschlossene Individualität! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat man natürlich &#039;&#039;lauter Begriffe,&#039;&#039; mit denen man auch noch gar nicht so richtig zurechtkommt. Was ist überhaupt eine &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Was ist denn da überhaupt die &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;? Und so weiter. Und was ist &#039;&#039;das Wesen überhaupt?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Satz im Landwirtschaftlichen Kurs, der nimmt noch mal Bezug auf diese ganze Sache und sagt aus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;quot;Im Grunde ist die volle Geschlossenheit in einem landschaftlichen Betrieb nicht zu erreichen&amp;quot;&#039;&#039;. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist verständlich, ich meine, der Wind weht hier über unseren Betrieb, der kommt von England rüber, ein Sturm oder so, da kommt alles von außen rein. Oder es regnet von Wolken, die voll beladen sind mit dem Dreck von Frankfurt hier auf den Dottenfelderhof. Oder wir kaufen Maschinen von außen dazu oder auch hin und wieder mal Vieh, oder was es auch sein mag. Also wir können nicht autark, total autark sein, als landwirtschaftlicher Betrieb nicht in voller Geschlossenheit. Aber er sagt, man müsse doch den &#039;&#039;Begriff&#039;&#039; der &#039;&#039;notwendigen Geschlossenheit&#039;&#039; haben. &#039;&#039;Wenn man den nicht hat, dann kann man auch keine Geschlossenheit eines landwirtschaftlichen Organismus schaffen,&#039;&#039; sondern ich muss den Begriff haben. Das heißt, in diesen beiden Äußerungen, die ich zitiert habe, ist schon klar: Der Mensch ist gefordert, sich mal ordentlich Gedanken zu machen, mein Gott! Und &#039;&#039;nicht nur so vor sich hin zu pfriemeln und nur seinen Egoismus auszuleben&#039;&#039;, sondern sich &#039;&#039;klare Gedanken&#039;&#039; machen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;Was heißt das eigentlich? &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Kann denn hier jemals ein landwirtschaftlicher Betrieb Individualität sein? Es gebührt doch eigentlich nur dieser Begriff dem Menschen im strengen Sinne? Und ebenso: Wie steht es mit dem Begriff der &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Grundlage 00:24:55 ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Das Dritte, was ich noch kurz zitieren will, ist: Am Ende des vierten Vortrages, wo gesagt wird: &amp;quot;&#039;&#039;In allem wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[2]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Also in allem, was eigentlich in der Landwirtschaft gestaltungsmäßig sich vollziehen kann und vollziehen muss, da muss man die &#039;&#039;Kriterien von der Erkenntnis des Menschen hernehmen&#039;&#039; und kann sie &#039;&#039;nicht draußen in der Natur&#039;&#039; ohne Weiteres &#039;&#039;finden&#039;&#039;. Sondern ich muss da einen &#039;&#039;Begriff bilden&#039;&#039;, der abgeleitet ist vom &#039;&#039;Verständnis des Menschen selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das möchte ich jetzt tun, und zwar in aller Kürze. Es tut mir leid, solche Dinge müssten sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber nur, um das Prinzipielle mal sichtbar zu machen. &#039;&#039;Gehen wir mal vom Menschen aus&#039;&#039;, und zwar unter dem Gesichtspunkt, diesen jetzt als Grundlage zu nehmen für den Begriff der &#039;&#039;landwirtschaftlichen Individualität&#039;&#039; bzw. des &#039;&#039;landwirtschaftlichen Organismus&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind jetzt genötigt, ganz abzusehen von der Landwirtschaft um den Blick wirklich auf den Menschen zu lenken und zu sehen: &#039;&#039;Wie ist eigentlich der Mensch organismusmäßig konstituiert?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch vom Tier ausgehen, aber da fehlt dann was. Wir könnten auch von der Pflanze ausgehen, da fehlt noch mehr, um den Organismusbegriff wirklich zu fassen. Wir können auch vom Mineral ausgehen. Und da fehlt am allermeisten. Aber der Mensch erfüllt sozusagen das, worum es hier geht, als Persönlichkeit, erfüllt das voll und ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung an der Tafel): Wenn Sie sich mal den Menschen - so einen Strichmenschen vorstellen. Der steht sogar noch ein bisschen krumm, aber eigentlich ist er natürlich sozusagen voll in der Achse Erde-Sonne vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses eigenartige Gebilde Mensch zeigt nun eine ganz bestimmte physiologische und morphologische Gliederung als Grundlage für seine eigene geistig-seelische Entwicklung und Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das menschliche Haupt 00:27:45 =====&lt;br /&gt;
Wenn wir zunächst mal den Blick ... Man sieht es schon hier an dieser Gestalt, das da oben ist völlig anders als was da unten ist. Wenn wir hier oben jetzt diesen Bereich anschauen, das menschliche Haupt. Das ist wie eine Kugel da oben auf den Halswirbeln und wäre für sich auch nicht die Spur lebensfähig, sondern eigentlich ist die Tendenz, dass das Haupt das vollendet, was es ständig erlebt, nämlich abzusterben. Im Haupte haben wir lauter physiologische Vorgänge, die nur und allesamt enden in einem Abbauprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zunächst mal darauf achten, dass das Haupt umgeben ist von einer harten Knochen-Substanz. Die ist nicht kristallin, sie ist so knorpelartig, aber knorpelartig verknöchert und dies ist ziemlich tot. Es wird ein bisschen durchblutet, aber fast zu vernachlässigen. Das Haupt ist umgeben, nun gut, das muss man ihm zugestehen, hier von einer dünnen Haut, und die ist stark durchblutet. Das ist das Einzige, was so richtig lebendig ist da oben. Da wachsen dann die Haare raus. Aber die Haare sind auch schon wieder ziemlich tot. Die kann man abschneiden, ohne dass man merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist dieses Haupt erfüllt, zunächst mit einer Flüssigkeit, dem Gehirnwasser, das ist eine lympheartige Substanz. Dann ist es eben erfüllt hier vom Gehirn. Ich sehe jetzt mal ab von allem Übrigen. Erfüllt von dem Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gehirn setzt sich nach außen fort, in die Sehnerven, in die Hörnerven, in die Sinnesorgane, die wachen Sinnesorgane, mit denen wir uns am intensivsten mit der Welt in Beziehung setzen. Alles, was sich hier abspielt - selbst das Gehirnwasser - ist eigentlich tot. Das ist das reinste Wasser, was man sich überhaupt vorstellen kann, aber es ist eben ganz mineralisch tot. Da bilden sich sogar ganz feine Kriställchen drin in dem Gehirnwasser. Wenn wir denken, in der Epiphyse - die sitzt hier oben auf dem Gehirn auf - da bilden sich lauter feine organische Kriställchen. Die schwimmen dann zum Teil in dem Gehirnwasser herum. Und wenn wir einen Gedanken vergessen, lösen die sich wieder auf. Das kann man heute medizinisch nachweisen. Jeder Gedanke bildet einen Kristall, bildet etwas. Und diese Form, die sich da bildet, also jetzt ganz im Physischen, die löst sich wiederum auf, wenn etwas in Vergessenheit gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Gehirn ist eine Bildung, wo ständig Materie abgebaut wird, organische Materie. Das Blut strömt hier vom Herzen hoch, hier in das Haupt und unterhält sozusagen gerade eben das Haupt noch lebendig, den Kopf, das Gehirn lebendig. Aber eigentlich ist es also fast an der Schwelle des Todes, des Absterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser Tatsache, dass hier ständig Abbauvorgänge sind, das Gehirn hat die intensivste Atmung im ganzen Körper. Also Atmung geschieht immer dadurch, dass Kohlendioxyd entsteht durch Abbauprozesse und dann durch den Atem wieder ausgeatmet wird. Und die intensivste Atmung findet hier statt. Abbau, das heißt eigentlich Todesprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir sehen auch, dass das Haupt eigentlich dasjenige ist am Menschen, obwohl man den Kopf drehen nicken kann - glücklicherweise kann man das noch - es eigentlich der Ruhepol des Menschen ist. Dort befindet sich der Mensch eigentlich am meisten in Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Prozesse, die da im Kopf sich abspielen - natürlich muss man unter diesem Gesichtspunkt auch die Sinnesorgane mit einbeziehen, das Auge, das Ohr. Wenn Sie die anatomisch studieren, dann werden Sie bemerken, dass das eigentlich fast physikalische Apparate sind, zunächst einmal. Das Auge ist wie eine camera obscura. Und auch die Gehörknöchelchen, die die ganzen Schallwellen übertragen auf das Innenohr, das sind alles mechanische Vorgänge Plus und Minus. Dieses Haupt muss ständig von unten ernährt werden, damit es überhaupt existieren kann in dieser Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gegenläufige Organisation vom Haupt 00:33:23 =====&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir gegenläufig zum Haupt eine Organisation, die wirklich das vollständige Gegenteil darstellt, in die wir im Grunde genommen überhaupt keinen direkten, erlebnismäßigen Einblick nehmen können. Das ist das, wo zu dem, was bisher geschildert worden ist - polar dazu - man könnte dazu sagen, dass das der Lebenspol des Menschen ist. Wo alle Lebensvorgänge lokalisiert sind, wo alles in einem ständigen Wechsel und Wandel begriffen ist, wo Aufbau-Prozesse stattfinden und wo Regenerationsprozesse stattfinden. Also der Lebenspol, kann man sagen, der Lebenspol des Menschen. Und hier ist alles in Bewegung. Denken Sie mal an die Gliedmaßen, die Arme, die Hände, Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht von daher schon, dass der Mensch eigentlich ungeheuer polarisiert ist, in zwei Pole. Einen Todespol und einen Lebenspol. Aufgrund dieser Todesprozesse hier oben entwickelt der Mensch sein Denken oder werden ihm die Gedanken bewusst, so muss man es genauer sagen. Während wir uns hier unten im Willen erleben als wollende Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der ganze untere Mensch organisiert in Bezug auf die Verdauungsprozesse, die ganzen Drüsenprozesse und was da sich abspielt, sie alle dienen dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nerven-Sinnesprozesse und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System 00:35:31 =====&lt;br /&gt;
Wir können hier oben vielleicht noch die Nerven-Sinnesprozesse, das Nerven-Sinnessystem hinschreiben. Und hier ist das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Von daher gesehen ist der Mensch ein zweigliedriges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Zuschauerfrage zur stillenden Brust einer Mutter. Die stillende Brust von einer Mutter. Gehört die jetzt zu den Lebensprozessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wenn Sie ein Kind bekommen, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, sicher. Das ist ja alles unterhalb des Zwerchfells. Das hier ist das Zwerchfell. (Zeichnung). Ich treffe jetzt keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau, sondern das gilt einfach für den Menschen. Der Mensch ist Mensch, ob so oder so, Mensch ist er in erster Linie. Da haben wir hier diese Trennung zwischen diesem Oben und Unten und das ist das Zwerchfell. Unterhalb diesem spielen sich diese Lebensvorgänge insbesondere ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier dazwischen noch eine andere Wirklichkeit. Das ist da, wo nun Lunge und Herz beheimatet sind, wo der Mensch ein rhythmisches Wesen ist. Dieser mittlere Mensch, wo wir uns am allermeisten als Mensch erleben - wir erleben uns ja nicht im Kopf als Mensch so sehr, auch nicht im Bauch - sondern gerade in dieser mittleren Zone. Da erleben wir uns als am allermeisten als Mensch. Diese Organe, die hier als Zentralorgane in der Mitte angesiedelt sind, offenbaren sich in ihrer rhythmischen Tätigkeit. Und diese rhythmische Tätigkeit verbindet den Kopfpol mit dem Stoffwechselpol. Denken Sie an den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf, der vom Herzen ausströmt mit dem arteriellen Blut in den Kopf strömt, in den Kopf durch die Schlagader in den übrigen Kreislauf durch den ganzen Körper hindurch. Also diese mittlere Zone bringt diese beiden Gegensätze, das Oben und Unten, in einen Ausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fühlen und die Dreigliederung des Menschen 00:38:56 =====&lt;br /&gt;
Und darin, in diesem Ausgleich, erleben wir uns als Menschen am allermeisten, wenn wir uns einmal selbst beobachten, prüfen. Das setzt sich natürlich fort, hier in die Gliedmaßen, in den Bewegungsmenschen. Wenn man zum Beispiel an die Blutentstehung denkt, dann muss man sich vorstellen, dass sich das Blut hauptsächlich in den Röhrenknochen der Gliedmaßen bildet. Das ist auch unmittelbar mit einbezogen in die ganzen Stoffwechselvorgänge. Hier nun - das habe ich noch vergessen zu sagen, im Zusammenhang mit dem rhythmischen System -entwickeln wir unser Fühlen oder werden wir unseres Fühlens bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man so auf den Menschen einmal schaut kann man es anatomisch bis in die letzten Details verfolgen. Man kann es morphologisch, physiologisch in jede Richtung hin verfolgen. Man wird sehen, dass dieses Prinzip des Dreigegliedertseins des Menschen einem förmlich überall entgegen springt und dass darauf eigentlich überhaupt letzten Endes eine Verständnisgrundlage geschaffen werden kann, für die Pädagogik, für die Medizin - also eine entsprechende Medizin - oder für die Landwirtschaft und für alles Übrige ebenso. Also man spricht hier von der Dreigliederung des Menschen. Auf diese Sache werde ich erst am Freitag noch mal zurückkommen. Und möchte jetzt ... Wollen Sie was sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich hätte eine Frage. Und zwar: Ich verstehe das nicht so ganz, dass der Kopf quasi ... den Tod da drin und den Abbau ... das verstehe ich halt nicht so ganz, weil im Gehirn ja auch ganz viele Aufbauprozesse ja auch wieder vonstattengehen. Also jeden Moment, wenn Synapsenverbindungen sich trennen, entstehen auch wieder neue. Und da kann halt auch im Laufe eines Zeitraums ein Aufbau entstehen. So Erinnerungen, die bleiben und neue, die dazukommen. Dann hat man ja im Endeffekt auch einen Aufbauprozess. Und genau das verstehe ich nicht so ganz, warum man vom Kopf als Abbauprodukt redet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Abbau ist notwendig, damit wir überhaupt ein denkendes Bewusstsein haben. Das erleben wir ja gerade hier im Nervensinnessystem. Es muss natürlich auch erhalten werden, es muss sozusagen in einem Zustand erhalten werden. Man kann es nicht mehr steigern, man kann es gerade noch erhalten. Und das sind natürlich schon Regenerationsvorgänge auch im Gehirn, das ist keine Frage. Aber letzten Endes funktionell physiologisch ist es ein ständiges Abbauen und muss natürlich wiederaufgebaut werden, selbstverständlich. Aber dieser Abbauprozess als solcher ist ein Todesprozess. Durch den Tod entsteht überhaupt erst ein denkendes Bewusstsein. Ohne Tod gäbe es kein Bewusstsein. Das muss man sich mal versuchen klar zu machen. Anders gesagt: Wenn man eine Verletzung hat, am Kopf oder so ... dann sind möglicherweise so und so viele seelische Möglichkeiten ausgeschaltet. Und jetzt muss er sich natürlich wieder regenerieren in diese Richtung, dass es wieder möglich wird, dass diese Abläufe stattfinden. Es wird immer gerade am Leben gehalten, so möchte ich mal sagen. Also es steht im Vordergrund der Abbau. Und der Aufbau dient gerade, dass immer wieder abgebaut werden kann. Während hier im Stoffwechsel genau das Gegenteil der Fall ist. Von hier kommt alles, steigt herauf bis in die Nerven-Sinnes-Bereiche, um diesen Pol am Leben zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dreigliederung, die ich versuche hinzustellen - also zu aphoristisch fast, möchte ich sagen. Aber nur mal dieses Bild hinstellen und wir werden daran nochmal anknüpfen am nächsten Freitag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Viergliederung des Menschen und Verbindung zur Natur 00:43:26 =====&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich aber noch einen anderen Aspekt kurz schildern und das ist die Viergliederung des Menschen. Schauen Sie, man kann nämlich jetzt nicht nur unter diesem Aspekt des Aufbaus des menschlichen Leibes den Menschen betrachten, sondern auch: &amp;lt;blockquote&amp;gt;Welche Verwandtschaft trägt er zu den ganzen Naturreichen?  Wie steht er im Verhältnis zu der ganzen ihn umgebenden Natur? Ist er ein ganz fremdes Wesen oder ist er eben auch zugleich ein Naturwesen?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Da kann man zunächst feststellen, dass, wenn man den Menschen vergleicht mit all dem, was sich in der mineralischen Welt abspielt, die rein anorganisch ist, physikalisch tot ist - das Mineral unterliegt nur den physischen Gesetzen. Alles, was ich da stofflich, kräftemäßig im Zusammenhang des toten mineralischen Reiches abspielt, spielt sich auch im Menschen ab. Im Menschen sind alle die Stoffe, die Kräfte, die Gesetze wirksam, die auch im Mineralreich wirksam sind. Das kann man heute bis ins Detail förmlich verfolgen. Ja, das verführt einen geradezu, den Mediziner, den Naturwissenschaftler, zu glauben, das wären die einzigen Gesetze, die wirklich Geltung haben. Das ist eine Verführung, weil die Gesetze so schlüssig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was sozusagen mineralisch, stofflich, kräftemäßig im Menschen wirkt, ist in sich so schlüssig, dass man darauf regelrecht eine medizinische Weltanschauung begründen kann. Oder generell eine Weltanschauung begründet hat, die nennt man heute den Materialismus. Der Materialismus hat seine große Bedeutung, aber nur auf dieser Ebene hier. Eine Verwandtschaft der mineralisch-anorganischen Natur mit dem Menschen. Man findet alles, was da draußen ist, auch im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerer Ausdruck dessen sind zum einen die Sinnesorgane und zum anderen das Skelett oder alle Stützgewebe. Da wirken dieselben Kräfte. Auch stoffliche Kompositionen wirken, wie man sie auch in der Außenwelt findet. Das ist nach denselben Prinzipien aufgebaut. Kann ich jetzt nicht in die Details gehen. Das würde zu weit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnesorgane sind wirklich – das habe ich schon gesagt - die Gehörknöchelchen zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass das Licht durch die Linse hindurch gleichsam fixiert wird, durch den Glaskörper hindurch, hinten auf die Gelbkörper auf die eigentlichen Lichtzellen, auf dem Hintergrund des Auges. Das sind alles physikalische Vorgänge, wie man sie in der Kamera auch hat. Also insofern besteht hier eine tiefe Verwandtschaft, aber die bezieht sich eben nur auf das, was man den physischen Leib oder die physische Organisation des Menschen nennen kann. Wenn das nur Geltung hätte, dann wäre der Mensch ein Stein. Ein Stein. Also er hätte keine eigene Regsamkeit, gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt sieht, dass der Mensch tatsächlich in der Lage ist, eine Eigenbewegung zu entwickeln, ja in sich Lebensvorgänge abspielen zu lassen, zeigt er eine Verwandtschaft mit den Pflanzen. Die Pflanze ist ja ein Gebilde, die vereint das Mineralische, die nimmt das Mineralische auch auf und verwandelt es auf eine höhere Stufe. Da entwickeln sich nun in der Pflanze Kraft von Substanzen und Kraften, die nicht mehr rein irdischer Natur sind, sondern wo der ganze Planetenumkreis mitwirken muss, dass die Pflanze überhaupt Leben erzeugt. Keine Pflanze kann leben, ohne dass die Sonne scheint. Das muss man sich mal klarmachen. Es gibt kein Leben auf der Erde ohne den ganzen planetarischen Umkreis. Insofern hebt sich die Pflanze gleichsam aus der toten, mineralisch-irdischen Sphäre heraus und wird zur Offenbarerin von Lebensvorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt 00:48:26 =====&lt;br /&gt;
Auch in diesem erweist sich im Menschen eine Verwandtschaft. Und diese drückt sich aus im Drüsensystem. Das Drüsensystem ist natürlich überall im Menschen zu finden, aber hauptsächlich im unteren Menschen. Und das bewirkt, dass der Mensch einen Lebensleib hat, wie die Pflanze oder eine Lebensorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man weiß ja, dass die Pflanzen von Natur aus eigentlich nur gesund sind. Es gibt eigentlich keine kranke Pflanze – streng genommen. Wenn man nicht selbst dafür sorgt, dass die Pflanze quasi äußerlich krank wird, also etwa abstirbt oder so, durch Infektionen, welche alle von außen kommen. Die Pflanze ist eigentlich ein gesundmachendes, durch und durch gesundes Wesen innerhalb der Naturreiche. Ein solcher Mensch wie Paracelsus, der einer der größten Ärzte in der ganzen Menschheitsgeschichte war, hat die Bemerkung gemacht, dass es kein Kräutlein gibt auf der Welt, das nicht irgendeine Krankheit beim Menschen heilen könnte. So benutzen wir ja die Heilpflanzen. Die Heilpflanzen in der verschiedensten Art benutzen wir, um irgendetwas, was hier derangiert ist - innerhalb der menschlichen komplizierten Organisation - gerade auf der Ebene des Lebendigen, dass das wiederum in ein ausgewogenes Verhältnis zu allem Übrigen kommen kann - gesundend also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verbindung des Menschen zur Tierwelt 00:50:14 =====&lt;br /&gt;
Dann zeigt der Mensch eine Verwandtschaft zum Tier. Diese Verwandtschaft zum Tier ist ganz evident, denn das Tier hat eine Seele. Das ist ein beseeltes Wesen. Hier (Pflanze) ist nur Leben. Hier (Mineral) ist nur Tod. Das Tier ist ein beseeltes Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was dem modernen Bewusstsein so maßlos schwerfällt, das zu verstehen, dass wir einem Tier ein Seelisches zusprechen können. Uns Menschen können wir ein Seelisches zusprechen, wenngleich in den Wissenschaften man manchmal den Eindruck hat, da gäbe es auch keine Seele mehr. Aber im eigenen Empfinden, in der eigenen Erfahrung merken wir, dass wir ein beseeltes Wesen sind. Wir können denken, wir können fühlen, wir können eben jene Tätigkeiten wollen. Also wir haben ein Bewusstsein, dass wir neben dem, dass wir ein Lebendiges, auch ein beseeltes Wesen sind. Dieses Bewusstsein kann man sich wirklich erwerben. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es immer im Bewusstsein gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tier ist es nun so, dass es auch eine Seele hat. Stellen Sie sich mal vor, irgendeine Mücke fliegt da durch die Luft. Da sollen wir sagen, da ist eine Seele drin? Oder Käfer da im Boden, ein Regenwurm im Boden, da soll eine Seele drin sein? Man merkt ja, dass die Art, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, in der Massentierhaltung und so - da fühlt man sich irritiert. Da stimmt etwas nicht. Aber man dringt nicht wirklich durch zu sagen: Das Tier hat eine Seele und diese Seele hat ihre eigene, geistig-wesenhafte Existenz in Welten, die gar nicht hier auf Erden nur ist, sondern eben die jetzt in diesem einzelnen Tier so inkarniert ist. Man dringt nicht bis zum Phänomen selber durch, sondern man bleibt immer davor stehen und merkt: Die Art, wie man heute mit den Tieren umgeht, das kann man eigentlich nicht verantworten. Ja, warum eigentlich nicht? Die Begriffe, die Gedanken in der Richtung zu verdichten, da scheut man immer wieder zurück. Weil man zurückscheut, wird man sehr leicht zum Fundamentalisten. Die größten Fundamentalisten, die heute herumlaufen, sind vielfach die Tierschützer. Leider Gottes ist das so, auch die Naturschützer. Dort entsteht sehr schnell ein Fundamentalismus, weil man sagt: &amp;quot;Nein, ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht.&amp;quot; Dann nagelt man das fest: &amp;quot;Du darfst nicht, du darfst nicht so ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend kommen moralische Forderungen ohne eine klare Erkenntnis der Zusammenhänge. Deshalb ist es gerade für den biologisch-dynamischen Landwirt so wichtig, dass er sich versucht hineinzuleben in das, was da eigentlich seelisch wirksam ist in dem Tier. Da werden Sie bemerken, dass dieses Seelische im Tier deswegen so schwer zu fassen ist, weil es ohne Rest aufgeht in die Leibesbildung. Ohne Rest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00 =====&lt;br /&gt;
Das Tier kann nicht denken. Es kann keine Gedanken haben über die Welt, sondern es sind bestenfalls die Gedanken in ihm wirksam. Das, was sonst das Denken des Menschen ist, ist in ihm als weisheitsvolles Instrument des Tier-Seins in den Leib hinein gebunden. Und so das Fühlen und so das Wollen. Das Tier hat gar keine Möglichkeit, irgendwelche Freiheitsgrade zu entwickeln, sondern es ist notwendigerweise ein Pferd, eine Kuh, ein Elefant, ein Löwe oder was auch immer. Oder eben eine Mücke. Darin liegt eine gewisse Tragik der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich mal auf so eine Empfindung einlassen und den Blick ruhen lassen auf irgendeinem Tier und seinem ganzen Verhalten. Dann muss man einfach sagen: &amp;quot;Mein Gott, mein Gott, bist du festgelegt in deinem Sein, so festgelegt, so definiert. Du kannst gar nicht ausbrechen. Du bist nur zu diesen Handlungen fähig. Allerdings, wenn man auf die Handlung schaut, diese ist unendlich weise.&amp;quot; Die Weisheit ist ausgebreitet im ganzen Tierreich. Es gab einen Zeitgenossen Goethes, Oken hieß der. Der hat gesagt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Würde man alle Tiere, Tierarten mal, Tierseelen, zusammen schmeißen in einen Topf und würde da ganz groß drin herumrühren, dann würde die menschliche Seele rauskommen. Und würde man die menschliche Seele zerstückeln in lauter einzelne Facetten und würde jeder einzelnen Facette einen Leib zusprechen, dann käme das Tierreich heraus.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ein Bild. Aber ein Bild, was sehr viel aussagt. Es zeigt sich eine Verwandtschaft des Menschen mit dem Tier, die ist da. Aber beim Tier ist das Seelische vollständig leibgebunden und das macht seine Tragik aus, aber gleichzeitig ist es die Offenbarung einer unendlichen Weisheit. Wenn man Weisheit - der Begriff ist ja heute auch schon nicht mehr sehr aktuell - also das Zusammenstimmen von verschiedenen Verhältnissen zu einem Ganzen, wenn man das wirklich studieren will, dann muss man das Tier studieren in dem, was es tut, in seinen Aktionen. Denn alles, was das Tier tut, ist nichts anderes als eine Offenbarung dessen, was seelisch, weisheitsvoll in diesem Leib gebunden ist. Es ist keine Freiheit da. Es ist ein Muss. Es ist eine Notwendigkeit, dass das Tier so handelt, wie es handelt. Wenn ich das Tierseelische wirklich tiefer verstehen will, mit meinem ganz normalen Bewusstsein -Vernunftbewusstsein allerdings - dann muss ich darauf hingucken: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Was macht das Tier?“ „Was tut das Tier?“ „Was macht der Elefant in freier Wildbahn?“ Oder der Löwe? Oder wie verhält sich die Kuh? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Verhaltensforschung ist eine sehr, sehr junge Wissenschaft - eigentlich ganz erstaunlich - sie hat sich zuerst der Wildnatur angenommen in Bezug auf das Erforschen der Verhaltensweisen der Tierarten, zuletzt dem Haustier komischerweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haustier ist lange Zeit hinten runtergefallen, das entdeckt man jetzt erst. Da ist man auch noch sehr, sehr unsicher, wie das überhaupt mit dem Haustier beschaffen ist. Deswegen hält man es ja als Nutztier. Dann stellen Sie sich mal vor, was der Begriff Nutztier eigentlich heißt. Da verneine ich jede seelische, besondere Eigenschaft im Tier. Ich verneine sie plötzlich, indem ich das Tier zum Nutztier degradiere, das nur noch mir nutzt. Wem nutzt es dann? Nicht, sich selbst, indem, wie ich es so mäste und zu Maximalleistungen zwinge, sondern es nutzt mir. Das ist der glatte menschliche Egoismus, der eigentlich dem Tier den Namen Nutztier verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Tier hat ein objektiv Seelisches in sich wirksam. Und das drückt sich in seinem gesamten Verhalten aus. Und wenn wir es verstehen wollen, müssen wir auf dieses Verhalten unser Augenmerk lenken. Darin können wir sehr weit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Moderne Ökologie und Tierverhalten 00:59:17 =====&lt;br /&gt;
Es gab natürlich schon in den Naturwissenschaften immer Ansätze in diese Richtung. Die hat man dann weitgehend verloren. Heute kommt es langsam wieder auf, in der Ökologie, dass man plötzlich studiert, die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Insektenreiches, innerhalb der Vögel und innerhalb des Edaphons, der Tiere im Boden. Und so weiter und so weiter. Man fängt jetzt an, nicht mehr nur das einzelne Tier zu definieren, wie viele Beine es hat und wie viel Knie oder wo eigentlich das Herz ist beim Tier oder die Sinnesorgane, wie die beschaffen sind, die Facettenaugen. Das hat man natürlich längst alles anatomisch genauestens rausgekriegt. Aber wie sich das Tier einfügt in die gesamten seelisch-lebendigen Zusammenhang des Tierreiches und welche Funktionen es in aller Spezialität hier und dort erfüllt, diese Zusammenhänge tauchen erst heute in der modernen Ökologie mehr und mehr auf. Vielfach immer noch unter dem Nutzaspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Z.B. wie kann ich Nützlinge einsetzen im Glashaus, dass sie mir dort die Läuse auffressen? Das wird ja heute schon zu einer Technologie entwickelt, wie wird damit verfahren. Aber dennoch ist es so, dass man merkt: Eigentlich bedarf das nur noch eines kleinen Ruckes in der Erkenntnis und man würde erkennen: Das Tier hat eine Seele. Und diese Seele ist dominant. Die ist so wie das Leben in der Pflanze dominant ist über das Physische, so ist die Seele des Tieres dominant über das Lebendige und Physische des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch der Mensch eine Seele, er hat einen Seelenleib. In der anthroposophischen Ausdrucksweise sagt man auch Astralleib. Und der hat nun seine physische Repräsentanz in all dem, was sich ausdrückt im Nerven-Sinnes-System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt unter diesem Aspekt auf den Menschen, auf die menschliche Seele schauen, dann ist es so, dass die menschliche Seele ja unendlich viele Rätsel aufgibt. Der alte Heraklit, das war ein griechischer Philosoph, der noch vor Sokrates gelebt hat - so um das fünfte Jahrhundert vor Christus - er hat die Bemerkung gemacht, er habe die Seele durchwandert, alle Straßen und Wege der Seele, soweit nur irgendwie möglich. Er ist an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein ganz bedeutender Geist. Er hat die Seele erforscht und hat kein Ende gefunden. Man geht Wege und Straßen. Überall verzweigt es sich in die ganze Welt. Aber er hat kein Ende gefunden. Die menschliche Seele hat kein Ende. Die tierische Seele ist leibgebunden. Die menschliche Seele ist auch leibgebunden bis zu einem gewissen Grad, weiß Gott, ja. Wir haben Hunger. Das ist ein Gefühl, Hunger zu haben. Wir haben Durst. Ein Gefühl, Durst zu haben. Das heißt, der Leib fordert da etwas. Und das drückt sich seelisch aus. Und so sind alle Emotionen, die man so hat, Zornesausbrüche oder weiß nicht was. Da merkt man ganz deutlich: Es hängt mit meiner Leiblichkeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Falle ist mein Seelisches noch in den Leib gebunden, wie beim Tier. Und eigentlich hat man immer den Eindruck beim Menschen, bei sich selbst -ein bisschen Selbsterkenntnis muss man da üben - wird man bemerken: Man befindet sich eigentlich immer zwischen Himmel und Hölle. Das heißt: zwischen Himmel - das heißt, dass man befreit ist vom Leib in dem Seelischen - und Hölle - das heißt, dass man plötzlich untertaucht in eine Welt des Leiblichen, wo man sich nicht mehr ohne Weiteres unter Kontrolle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dieses Spannungsfeld, in dem sich der Mensch erlebt und das Böse in der Welt - was man heute so hat - das wirkt durch den Menschen, als eine objektive Kraft durch den Menschen - immer dann, wenn er heruntersinkt in seine Leiblichkeit und keine Freiheitsgrade mehr zulässt. Dann entsteht das Böse in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Leiblichkeit und menschliche Tugenden 01:04:33 =====&lt;br /&gt;
Andererseits hat der Mensch sich zu befreien aus seiner Leiblichkeit. Das macht den Menschen zum Menschen. Das ist das Wunderbare. Dass, wenn ich versuche, mit einem anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, in Korrespondenz zu kommen, dann merke ich ganz deutlich: Da spricht nicht mehr nur der Leib, sondern da löse ich mich heraus. Dann entwickle ich lauter Tugenden. Also „Tugend“ ist heute auch schon kein Begriff mehr, nämlich Ehrfurcht zu haben, Liebeskraft zu haben für das andere Wesenhafte, was mir da begegnet. Oder aber in Hingabe etwas zu tun. Das sind alles Qualitäten, bei denen der Mensch sozusagen merkt: Das ist nicht mein Leib, der da arbeitet, sondern das bin ich losgelöst von meinem Leibe. Da ist ein Höheres in mir wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Zwei Seelen in der menschlichen Brust 01:05:33 =====&lt;br /&gt;
Goethe hat dieses herrliche Gedicht geschrieben, wo er bemerkt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das heißt eine Seele, die leibgebunden ist, die andere Seele, die leibbefreit ist. Die ganze menschliche Entwicklung in alle Zukunft besteht darin, dass wir uns immer mehr üben darin, frei zu werden von unseren Emotionen. Frei zu werden von diesen Zwängen, die in uns walten, von diesen unkontrollierten Instinkten und so weiter, sondern frei zu kommen davon, nämlich das zu verwandeln. Nicht sie wegzuschieben, kein Asket zu werden, sondern sie zu erkennen, in sich zu erkennen, als wirksame Kraft und die zu verwandeln in etwas, was man dann als Leibfreies, als Seelisches erkennen oder handhaben kann. So, dass wir hier jetzt eine neue Trennungslinie ziehen müssen. Das leibgebundene Seelische (unter der gestrichelten Linie) und die leibfreie Seele. Die steht über dieser gestrichelten Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Naturwesen 01:07:06 ====&lt;br /&gt;
Wenn man diese drei Naturreiche und deren Repräsentanz im Menschen verfolgt, wird man sagen: Der Mensch ist auch ein Naturwesen. Er ist völlig abhängig von alldem, was ich da geschildert habe. Auch er hat entsprechende Organe überall, hier oben im Kopf, wie im Bauch, wie Herz und Lunge, wie die Säugetiere sie haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist es so, dass sich dadurch, dass der Mensch mehr ist nur als eine Seele – nämlich, dass er ein Ich hat, dass er einen Wesenskern hat, dass er etwas hat, wo er sagt: „Ich&amp;quot; zu sich selbst und nicht: „Du&amp;quot; zu sich selbst, sondern „Du“ zu einem anderen Menschen, der wiederum zu sich „Ich“ sagt. Das macht man sich heute alles gar nicht so bewusst. Man handhabt das irgendwie. Aber das wirklich mal tiefer zu hinterfragen: Was drückt sich eigentlich darin aus, dass hier in mir etwas waltet, was dann die Kraft hat, irgendwo im Seelischen Ordnung zu schaffen? Und nicht nur im Seelischen, sondern was im Grunde genommen hereinstrahlt in diese Sphäre hier und versucht, das leibgebundene Seelische zu verwandeln, in leibungebundenes Seelisches, in höhere Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses „Ich“ herein kraftet hier jetzt tiefer noch in die Lebenszusammenhänge des Menschen und auch diese versucht zu verwandeln. Da geschieht vieles in tiefer, tiefer Unbewusstheit. Aber wir können uns darum bemühen, die Voraussetzungen, die Bedingungen zu schaffen, dass das Ich wirklich einwirken kann, noch unter das Seelische herunter oder über das Seelische in das Lebendige hinein, das Lebendige zu verwandeln, dass wir auch da die Kontrolle über uns selbst gewinnen und dass das Ich schließlich herein wirkt, bis in den physischen Leib herunter. Es durchstrahlt den ganzen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Einfluss des Ichs auf den physischen Leib 01:09:30 ====&lt;br /&gt;
Das kann man heute - mit den Methoden der modernen Naturwissenschaft förmlich nachweisen, dass die sogenannte DNA - so nennt sich eine bestimmte Desoxyribonukleinsäure, das ist eine Erbsubstanz - dass die einen Prägestempel hat, wodurch man durch Analyse der DNA den Menschen definieren kann. Jeder einzelne Mensch hat seine Komposition des Stofflichen. Der ganze Stoff als Leib ist natürlich aufgebaut. Da sind Eiweiße. Da sind Kohlehydrate. Da sind Fette. Da sind alle möglichen Hormone und Fermente wirksam - der ganze Organismus es ist alles da, muss da sein. Aber wie es da ist und wie es komponiert ist, stofflich, und wie es ineinander wirkt, da kraftet etwas herein, was den Menschen zu diesem bestimmten Menschen macht. Darauf muss man sein Augenmerk legen.  &amp;lt;blockquote&amp;gt;Da ist ein Höheres in uns. Das: „Ich bin“! Dass ich sage: „Ich bin“ und ich bin nicht jemand anders. „Ich bin nur der, der ich bin.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;[Publikum:] Aber, also jedes einzelne Tier und jede einzelne Pflanze hat ja auch ihre eigene DNA. Ich verstehe nicht so richtig den Zusammenhang zum Ich, zum individuellen des Menschen. Im Gegensatz zur Pflanze und Tier, in dem Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass beim Tier diese ganzen physiologischen Prozesse sehr viel einheitlicher sind. Also von den Arten natürlich unterschiedlich. Man kann sich eigentlich dieses Bild noch mal vor Augen stellen, dass, wenn man verstehen will, was das Tier eigentlich ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten hier vor sich eine große Leinwand und die ist ziemlich undurchsichtig. Dann machen sie fünf Löcher rein und stecken durch die Löcher ihre Finger. Nun stehen Sie (andere Person) auf der anderen Seite und sehen plötzlich diese Finger. Die bewegen sich sogar. Jetzt müssen Sie sich klar machen: Es ist offensichtlich, dass sie sich bewegen, da muss hinter der Leinwand was sein, was diese Bewegungen hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist es evident. Da steht der Mensch direkt hinter der Leinwand und streckt seine Hände, Finger da durch die Löcher. Dieses Bild kann man übertragen aufs Tierreich und sagen: Das, was da als Finger erscheint, sind die einzelnen Individuen. Löwen in der Serengeti, alle Löwen der Welt oder alle Rinder oder Kühe der Welt oder jede Art steht sozusagen verborgen hinter einer solchen Leinwand. Und was erscheint, sind die einzelnen Individuen losgelöst von ihrem eigentlichen wesenhaften ichhaften Urgrund. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert. Das ist das Problem des Tieres. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menschen-Ich hat sich mit dem Leib verbunden, aber nicht vollständig. Da ist sozusagen ein geistiger Überschuss im Menschen, der ihn Denken, Fühlen und Wollen lässt. Ähnlich ist es mit den Pflanzen. Bei den Pflanzen sind die Eiweiß-Strukturen zum Beispiel bei den Getreidekörnern oder bei der roten Rübe sehr ähnlich. Wenn sie die untersuchen, sind die Eiweiß-Strukturen sehr verwandt, sehr ähnlich. Im Prinzip eigentlich nicht zu unterscheiden innerhalb der Art. Das macht den Menschen eigentlich zum Menschen, dass da ein übersinnliches Wesen in uns kraftet. Das ist nicht irgendwo nur in der Welt, sondern es ist zugleich in uns. Das macht es, dass wir seelenleibfrei denken lernen können. Dass wir uns mit unserem Fühlen mehr dem Denken zuwenden können oder mehr den leiblichen Vorgängen. Wir können mithilfe des Denkens und Fühlens so in den Willen eingreifen, dass wir tatsächlich die Fähigkeit erreichen können zum freien Wollen. Stellen Sie sich so was mal vor. Wenn der Mensch von sich sagen kann, er ist ein frei wollender Mensch. Was gibt es eigentlich Erstrebenswerteres als das? Dass wir nicht  nur durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften sozusagen befeuert werden von unten, sondern dass wir in aller Ruhe aus unserem Denken, aus einem Bewusstsein heraus so hereinkraften können in unsere ganze Leiblichkeit, dass wir dadurch zum vernünftigen Handeln, zum sozialen Handeln, in solchen Sphären uns fähig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Manfred Klett Buch Das Organismusprinzip ... .jpg|verweis=https://biodyn.wiki/Manfred_Klett|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] Das Organismusprinzip in den Naturreichen, im Menschen und in der Landwirtschaft. Erstauflage 2024. Verlag am Goetheanum. &#039;&#039;ISBN: 978-3-7235-1781-9&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese drei Bereiche hier zusammen anschauen - das Mineralische, Pflanzliche und das Seelische des Tieres - ist hiermit der Organismusbegriff erfüllt. Das macht den Organismus zum Organismus. Hier herrscht eine Abgeschlossenheit. Das Tier führt es uns förmlich vor Augen, was eigentlich gemeint ist mit dem Begriff der Abgeschlossenheit. Da ist eine Haut, eine leibliche Abgrenzung. Der Elefant hat eine Haut, er ist begrenzt. Er ist riesig groß, natürlich ein riesiges Tier, aber er ist es doch irgendwo begrenzt mit der Elefantenhaut. Das Tier ist dadurch charakterisiert, dass es sich nach innen in eine bestimmte Organwelt gliedert. Das ist Ausdruck eines Seelischen. Das Seelische steht über dem Leben, steht über dem rein Physischen, obwohl es evolutiv noch sehr jung ist. Aber es steht darüber und steuert gewissermaßen oder prägt sich rein in das Lebendige, prägt sich rein ins Physische und lässt ein abgegrenztes Gebilde entstehen, mit einer Haut umgeben. Innerhalb der Haut sind bestimmte Organe, die auch in sich wiederum abgegrenzt sind, die dann überhaupt dem Seelischen die Möglichkeit bieten, anwesend zu sein, inkarniert zu sein. So dass man sagen kann: Der Organismusbegriff erfüllt sich. Die relative Abgeschlossenheit erfüllt sich, wenn ich sage, da ist ein Seelisches, das ist übersinnlich, was ich nur in seinem Verhalten und in seinen Phänomenen erfassen kann. Da ist ein Seelisches, das grenzt sich nach außen ab in einer Gestalt und gliedert sich nach innen in Organe. Da haben Sie so ein bisschen eine Art, ich möchte sagen, Definition. Es ist ein Begriff, eine Idee, die sich aber mit Inhalt erfüllt, wenn man darauf schaut. Es grenzt sich ab nach außen, in eine bestimmte Gestalt, die ist so spezifisch, dass sich dort schon so der Ausdruck des Wesenhaft-Seelischen repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Reh aus dem Waldrand heraustritt und dann plötzlich den Kopf mit dem Gehörn anhebt. Oder der Hirsch sozusagen mit seinem Geweih da den ganzen atmosphärischen Umkreis abtastet. Wenn das Reh da heraustritt aus dem Wald und steht da und äugt. Das Bild muss man sich mal vor Augen führen. Da merken Sie: Das ist ein Atmosphärisches. Und alles Atmosphärische ist eigentlich nichts anderes wie eine Erscheinungsweise des Seelischen, was man in der Anschauung unmittelbar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kann das Tier unendlich viel über sich selbst sagen, wenn man auf die Formen hinschaut, auf die Gestalt hinschaut. Wie ist die Gestalt beschaffen? Und eben dann auch seine eigene Innenwelt, wie die organisiert ist und wie es sich nach außen hin gibt in seinem Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das macht den Organismus aus. Dass da Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches zusammenklingt zu einem höheren Ganzen. Alles, was da zusammenklingt, ist in sich weisheitsvoll. Da kann ich gar nicht dran rütteln. Das macht man natürlich heute. Ich versuche ja, mit der Gentechnik an allem zu rütteln oder mit der Art der modernen Düngung oder den Insektiziden, durch Pestizide, die ich einsetze in der Landwirtschaft rüttle ich ständig an der Weisheit der Natur. Wo aber genau hingeschaut wird: Diese Welt ist durch und durch weisheitsvoll. Da reicht keine menschliche Vernunft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das greift, wenn das in ein richtiges Verhältnis zueinander gebracht wird, im Sinne eines Organismus. Dann wirkt diese Weisheit durch sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismus und Individualiät 01:20:05 ===&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt aufsteigen im Menschen, bis in diese Sphäre, dann erfassen wir das, was man Individualität nennt. Wenn wir von Individualität sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist. Also Geist. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes Wesen ausspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spricht sich aus im Ich des Menschen. Jetzt stehen wir vor der Forderung der Aufgabe, im biologisch-dynamischen Landbau, unseren landwirtschaftlichen Betrieb in dem Sinne zu entwickeln, dass wir ihm eine Geschlossenheit verschaffen. Eine relative Geschlossenheit im Sinne des Organismusbegriffs und den Begriff der Individualität fassen, den wir nur durch uns selbst in Selbsterkenntnis fassen können und diesen mit diesem Begriff nun versuchen, so herreinzukraften in diese Sphären hier, dass. wenn ich es so auffasse, heißt es da in dem Satz, dann kann ich so arbeiten, so gestalten, so hineinwirken in die äußere Natur, dass etwas entsteht, was auch im Geiste dem Menschen verwandt ist. Was nicht nur auf dieser Stufe dem Menschen verwandt ist oder dieser oder dieser. Sondern hier in Freiheit, das heißt, dass es losgelöst ist von der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich einen Begriff versuchen, so zu erfassen, aufgrund der Erkenntnis meiner selbst, dass diese jetzt für mich zum Instrument werden kann, meinen landwirtschaftlichen Hof nicht nur zu einem Organismus in diesem Sinne hier durch Zusammenschluss der Naturreiche herstellen kann, sondern dass das Ganze durchstrahlt wird von meinen Intentionen, die nicht mehr leibgebunden sind. Meine Ideen, meine höchsten Gedanken, die ich denken kann, die kann ich jetzt investieren. Aber eben nur auf der Basis der Selbstlosigkeit. Denn sobald das Selbst nur so leibgebunden mitspricht, dann ist es eigentlich schon Egoismus. Das erfordert eigentlich eine Seelenverfassung vom Menschen, die er sich erübt, dass er sich erst in den Zustand, in den geistigen Zustand versetzt, in vollkommener Reinheit zu versuchen, herein zu wirken in den Haushalt der Natur, dass es nicht nur seinem Nutzen, dient, sondern dass er da eine Art Evolution, eine Entwicklung veranlagt, die mit ihm innigst verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen aus dem Publikum 01:23:28 ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir sind am Ende ... Aber Sie hatten noch eine Frage ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Die bezieht sich eigentlich nur auf diese Trennung zwischen der körperlich gebundenen Seele und der geistigen Seele. Da bin ich jetzt gerade wieder durch dieses Geistig-Individuelle drauf gekommen. Glauben Sie oder glaubst du, dass Tiere... also du hattest das beschrieben mit diesem: Wenn wir eine andere Seele erleben und mit dieser kommunizieren, dass das diese geistige Seele ausmacht. Glaubst du, dass Tiere das nicht können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Na ja, so wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Durch sie selbst? Kann der Elefant mehr werden, als er ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als wir sind? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als ein Mensch? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir vielleicht auch einfach ein Adler sein? Wenn wir ein Adler sind, haben wir dann ein Ich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Mensch ist in gewissem Sinne sogar ein Adler, wenn er denkt. Das haben früher die Menschen so erlebt. Da ist man Adler, wenn man die Gedanken in ihrer Höhe, der Höhe des Geistes, die Gedanken so denkt, dann haben sie sich als Adler empfunden. Wenn sie sich empfunden haben als kraftvoll tätiger Mensch, haben sie sich als Stier empfunden. Wenn sie sich empfunden haben, als jemand, der ganz aus der Mitte heraus wirkt und daraus tätig ist in der Welt, haben sie sich als Löwe empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Aber was wir ja nicht können, ist, dem Tier in seinen Kopf zu gucken um zu wissen, als was sich dieses Tier empfindet. Ich denke mal nämlich, wenn eine andere Spezies sich uns als Mensch angucken würde, würde diese Spezies auch ganz klar uns sehen, so wie wir sind. Die würde uns nicht als Adler sehen und nicht als Löwe sehen und nicht als Bär sehen, sondern die würde uns als Menschen sehen und könnte vielleicht auch nicht nachvollziehen, wie wir uns vielleicht als Adler fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wissen Sie, eines muss man sich eingestehen als Mensch. Wir können so denken, wie ich es jetzt mal so versucht habe, so hier vorzustellen. Aber wir haben bei weitem nicht die Weisheit, die im Tierreich liegt. Das Tier ist weit, weit höher weisheitsvoll. In seinen ganzen Tätigkeiten steht es weit, weit über dem Menschen. Aber eines hat der Mensch: Er kann das, was er kann, steigern durch die Kraft seines Ichs. Er kann lernen. Er kann lernen. Er kann sozusagen sich immer mehr zum Menschen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist, wenn ich sage: Kann der Elefant mehr Elefant werden? Er kann nur Elefant sein, auch innerlich, als dieses Wesen, das er geworden ist, evolutiv. Der Mensch hat die Möglichkeit, obwohl er eigentlich viel weniger weisheitsvoll ist, er ist viel zu stark emotionell, auch wie er sich gibt. So ist doch der Mensch einer, der lernen kann. Lernen, lernen, lernen, mehr zu werden als er ist. Diese Fähigkeit ist noch so zart, aber sie ist da. Kraft dessen, was in mir als Mensch ist oder mich zum Menschen macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns nicht einfach nur so leichtfertig über die Tiere erheben und meinen, wie herrlich weit haben wir es gebracht. Wir haben aber eine Fähigkeit in uns, die uns die Möglichkeit gibt, das Tier in seinem wahren Wesen, den Adler in seinem Wesen, den Löwen in seinem Wesen, den Stier in seinem Wesen, so zu erkennen, dass wir erkennen, die sind alle in uns. Trotzdem ist da noch etwas, was sie zusammenfasst zu einem höheren Ganzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen. Aber es soll nur eine Eröffnung sein, was wir heute besprochen haben, für das Düngungsthema, was wir dann morgen anschlagen. Ich bin eigentlich leider Gottes noch nicht sehr weit gekommen. Also wir müssen dann morgen noch mehr Tempo anlegen. Ja, also dann wünsche ich noch einen schönen Tag heute. Und morgen sehen wir uns wieder.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge [[Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018|1]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 2. Folge von Manfred Klett, 2018|2]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 3. Folge von Manfred Klett, 2018|3]] - [[Betriebsorganismus und Düngung - 4. Folge von Manfred Klett, 2018|4]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11509</id>
		<title>Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett, 2018</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Betriebsorganismus_und_D%C3%BCngung_-_1._Folge_von_Manfred_Klett,_2018&amp;diff=11509"/>
		<updated>2025-12-30T13:29:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katrin Amler: /* Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Betriebsorganismus und Düngung - 1. Folge von Manfred Klett.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] am 6. März 2018 bei seinem Vortrag &amp;quot;Betriebsorganismus und Düngung&amp;quot; (1. Folge) in der [[Landbauschule Dottenfelderhof]]. [https://www.youtube.com/watch?v=lkQ-ehrfy_8 Hier geht&#039;s zum Film:] Film/Foto: François Hagdorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription vom Vortrag am 6. März 2018 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Werdegang von Manfred Klett auf dem Dottenfelderhof 00:00:48 ===&lt;br /&gt;
Ja, ich wünsche einen schönen guten Morgen. Und ich wünsche Ihnen auch, dass hier eine interessante Woche vor Ihnen steht und neue Einblicke in die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]]. Nun möchte ich mich kurz vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin hier Mitbegründer der [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof]] gewesen, 1968, als wir hier angefangen haben auf dem [[Dottenfelderhof]]. Aber ich war schon hier auf dem Hof 1956/57 als Lehrling tätig. Ich habe hier meine landwirtschaftliche Lehre schon durchlaufen, in einer ersten Phase der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Bewirtschaftung]] von 1946 bis 1957. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das an ein Ende. Die Bewirtschaftung wurde wieder konventionell auf zehn Jahre, ein Interregnum. Weil eben dieser Hof im Zuge der Bodenreform - die gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Besatzungszonen - auch in der russischen. Die Bodenreform, dass jeder Landbesitzer, der über 100 Hektar Land besaß Land abgeben musste, zur Ansiedlung ostvertriebener Bauern.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landgraf von Hessen, dem dieser Betrieb gehört hat, hat den Betrieb dann komplett abtreten müssen an eine Siedlungsgesellschaft. Die wurden ja damals neu belebt nach dem zweiten Weltkrieg, um diese ganzen Vorgänge zu steuern. Sodass wir uns damit abfinden mussten, dass jetzt der Eigentümer eine Siedlungsgesellschaft war, die nur die eine Absicht hatte, diesen Hof zunächst einmal für ostvertriebene Landwirte freizumachen. Andererseits später, nachdem das nicht so gelungen war, diesen Hof scheibchenweise nach der Salamitaktik zu verscherbeln. Stadtnah gelegen und sehr hohe Bodenpreise - Baupreise hier in der Gegend - sodass der Dottenfelderhof also in seinem ganzen geschichtlichen Verlauf seinen Nullpunkt erreicht hat, in den 60er, 70er, 80er Jahren, nein, sagen wir einmal, 60er Jahren, 50er, 60er Jahren. &lt;br /&gt;
=== Der Dottenfelderhof als Klostergut bis in die heutige Zeit 00:03:30 ===&lt;br /&gt;
Der Hof selber hat eine Geschichte, die weit über 1.000 Jahre hinausgeht. Er ist einer der ältesten Siedlungsorte überhaupt, weit und breit, weil er wird urkundlich schon erwähnt im Jahre 843, als ein freies Königsgut, unter Karl dem Großen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also in der Zeit war Karl der Große schon gestorben, aber es waren dann seine Söhne und Enkel. Er war ein freies Königsgut, ein karolingisches Königsgut. Es kamen ja dann die Sachsen-Kaiser, und es war dann Otto der Zweite, der Kaiser also, der jetzt diesen Hof seinerzeit dem Kloster Worms als Lehen gegeben hat im Jahre 976. Das ist alles urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 976 wurde der Dottenfelderhof ein Klostergut von Worms. Die Klöster konnten nur existieren, wenn sie Pfründe hatten. Das heißt, ihnen ist entsprechender Landbesitz zugeteilt und zu Lehen gegeben worden, damit sie in der Lage waren in der Landwirtschaft nicht nur täglich ihren eigenen Lebensunterhalt zu erarbeiten, sondern damit ein paar Mönche freigestellt worden sind, um die Bibel abzuschreiben. So war das damals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bibel abzuschreiben, brauchte man Pfründe, man brauchte also den Zehnten, der dann abgeliefert worden ist an das Kloster, damit das Kloster überhaupt existieren konnte. So war der Dottenfelderhof ein solches Lehensgut geworden. Dann 1121, 1122, 1123 wurde das erneut zu Lehen gegeben, an den gerade eben gegründeten Orden der Prämonstratenser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prämonstratenser waren ein relativ kleiner Orden in der Aufsplitterung der [[Zisterzienser]] gewesen. Auch wiederum seit dieser Zeit war der Dottenfelderhof ein Klostergut, von Kloster Ilbenstadt hier ganz in der Nähe, und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation. 1803 bis 1806 unter Napoleon wurde der ganze Klosterbesitz hier aufgeteilt in Mitteleuropa. So kam der Hof in die Hände schließlich der Landgrafen von Hessen, Kassel. Er wurde dann eine Art Beispielbetrieb im 19. Jahrhundert für moderne Verfahren in der Landwirtschaft, wie Zuckerrübenanbau und dergleichen mehr. Weitere Details möchte ich jetzt nicht darüber sagen, sonst verlieren wir zu viel Zeit. Aber es war ja so, dass 1946 hier ein Landwirt eingeheiratet hat, der eigentlich aus einer Goldschmiedfamilie stammte. Ein hochintelligenter, befähigter Mann, der diesen Hof hier dann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt hat. Der Dottenfelderhof sollte eigentlich in den 50er Jahren das Zentrum der biologisch-dynamischen Bewegung in Deutschland werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann zerbrach das 1954, weil eben der Druck auf das Land hier so groß war. Sie wollten hier formal noch ostvertriebene Landwirte ansiedeln, aber das Ganze zerbrach dann, wie ein Kartenhaus fiel das in sich zusammen, 1957. Das war eine unglaubliche Tragik, weil die Möglichkeit, hier jetzt so eine ganz neue Entwicklung zu inaugurieren, erstmal aussichtslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da habe ich eben versucht in der Folgezeit mit meinem ehemaligen Lehrchef hier zu prüfen, ob wir diesen Hof doch wiedergewinnen können. Das war uns nach vierjährigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von 1964 bis 1968 schließlich gelungen. Allerdings in Form von Kriegszuständen, kann man fast sagen, in den Verhandlungen mit dem Land Hessen. Also man hat sich sozusagen mit schärfsten Waffen da bekämpft. Wir mit den Waffen der Idee, wir hatten ja keine anderen. Es war eine Zeit, wo der konventionelle Landbau sozusagen sein Aufstiegserlebnis hatte: &amp;quot;Jetzt endlich können wir also technologisch alles so machen, dass der Mensch als Arbeitender überflüssig wird in der Landwirtschaft.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung fing damals an. Wir haben vier Jahre mit dem Land Hessen verhandelt und dann schließlich einen Pachtvertrag über fünf Jahre bekommen, einen Knebelvertrag, bei dem jeder Sachverständige auf diesem Feld gesagt hat: &amp;quot;Damit habt ihr die Schlinge um den Hals mitgeliefert bekommen&amp;quot;. Das war ein furchtbarer Knebelvertrag. Ich kann jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen. Aber jedenfalls war der so, dass sie sich gesagt haben: &amp;quot;So stehen die das nie durch&amp;quot;. Sie versuchten eben, uns irgendwie hier von vornherein wegzukriegen. Nur der Minister selber und ein paar wenige Menschen, die haben ein bisschen die Hand über uns gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das waren also außerordentliche schwierige Jahre. Der Dottenfelderhof war heruntergewirtschaftet bis zum geht nicht mehr. Das war eine Räuberburg, so wurde sie damals bezeichnet, alles war völlig am Boden. Sowohl der Zustand der Böden als auch der Gebäude. Es war jahrzehntelang nichts mehr gemacht worden. Wir haben uns damals gesagt, einmal den Fuß zwischen Tür und Angel, kriegt uns niemand mehr von dem Hof runter. So war es dann auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es manchmal aussah, wie wenn wir morgen hier weggehen müssten. Ende der 70er Jahre, haben wir schließlich endlich erreicht, hier einen 18-jährigen Pachtvertrag neu zu bekommen für den Hof und haben durchgesetzt, dass das Land Hessen den Hof gekauft hat, von der Siedlungsgesellschaft. Wir sind in den Kauf eingestiegen und haben die Hofgebäude mit 20 Hektar drum herum gekauft, als gemeinnütziger Verein. Jetzt sind die Gebäude und diese 20 Hektar Eigentum des gemeinnützigen Trägers Landbauschule Dottenfelderhof und alles übrige Land sind natürlich noch Zupachtungen von außerhalb. Jetzt sind es direkt um den Hof arrondiert ungefähr 165 Hektar. Insofern war jetzt zunächst mal eine Entwicklung gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnten wir überhaupt investieren, auch in den folgenden Jahren. Das war ja vorher völlig unmöglich. Wir haben dann die [[Landbauschule Dottenfelderhof]] gegründet, schon in den 70er Jahren, und haben hier auch eine Forschung eingerichtet - dort drüben, das werden Sie vielleicht noch sehen, oder Sie haben das schon gesehen. Unsere ganze Züchtung, die wir hier jetzt auf dem Hof betreiben, die Forschung, die wir hier auf dem Hof betreiben und alle möglichen sonstigen Initiativen, die hier eben stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die soziale Frage 00:11:29 ===&lt;br /&gt;
So hat sich das entwickelt und ich möchte nur noch ein Wort sagen zur [[Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof|Betriebsgemeinschaft]]. Weil ich meine, dass das der springende Punkt ist für die gesamte Zukunft der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] in Europa, in Mitteleuropa ganz besonders. Wir müssen da Pioniere sein auf diesem Felde, dass nicht mehr der bäuerliche Familienbetrieb das eigentliche Ideal sein kann in die Zukunft. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber jedenfalls, da liegen ja auch Probleme vor. Denn wie soll eine einzelne Familie in der Lage sein, einen biologisch-dynamischen Betrieb, Viehhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Heckenbau, Wiesen- und Weidewirtschaft betreiben und dann auch noch Weiterverarbeitung und Vermarktung unter einem Dach möglich zu machen? Ganz aussichtslos. Man ist dann burned out nach nicht allzu langer Zeit. Man muss sehen: Wie können wir sozial, nicht nur biologisch-dynamisch -Pause- Das Biologisch-Dynamische ist eine ungeheuere Zukunftsaufgabe. Und so ist auch in Verbindung mit dem Biologisch-Dynamischen die soziale Frage ungeheuer aktuell. Die Landwirtschaft hat in Zukunft dafür eine ungeheure Aufgabe, eine Mission förmlich, neue soziale Entwicklungen zu inaugurieren. Das war auch von Anfang an unser Anliegen hier auf dem Dottenfelderhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgemeinschaft ergab sich nun nicht aus diesem Anliegen primär. Wir hatten keinen - wie soll man sagen - sozialen Impetus, hier und da etwas zu schaffen, sondern es ergab sich rein und ausschließlich aus den Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir haben gesagt, ein Einzelner kann niemals mit angestellten Mitarbeitern auf die Dauer einen biologisch-dynamischen Betrieb umtreiben, sondern die Mitarbeiter müssen selbst motiviert sein. Die müssen selber aus sich heraus das Motiv haben, biologisch-dynamisch wirtschaften zu wollen, und zwar auf Augenhöhe. Also nicht mehr die hierarchische Struktur von einst: Da ist der Betriebsleiter und dann kommen die verschiedenen Stufen bis herunter über die Lehrlinge und Mägde und dann die Ratten und Mäuse, so war das ja früher. Sondern dass diejenigen, die hier wirtschaften- das war ja unser großes Ideal gewesen, das hat sich ein bisschen hier gewandelt, ist unser großes Ideal gewesen. Und das ist es für mich auch in alle Zukunft, dass wir eine Form, eine soziale Form entwickeln müssen, wo jeder Einzelne voll motiviert ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Person ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir wollten eigentlich jede Lohnarbeit abschaffen. Das ist auch noch heute mein Ideal, dass wir keine Lohnarbeitskräfte mehr haben, sondern dass jeder, der da mitarbeitet, Mitunternehmer ist. Geistiger Mitunternehmer. Voll motiviert und dann auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Das war der Grund, warum wir überhaupt die Betriebsgemeinschaft gegründet haben. Das war damals ein derartiges Novum, 1968. Obwohl es gab schon Bemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab ja schon Bemühungen nach dem zweiten Weltkrieg in der biologisch-dynamischen Bewegung. Die sind alle zerbrochen, alle zerbrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie wir dann 68&#039; anfingen, unter den unmöglichen Bedingungen hier: kein Geld, kein nichts, kein gar nichts, sondern nur die Idee. Da leuchtete plötzlich sozusagen historisch ein Moment auf und man sagte: &amp;quot;Jetzt. Jetzt ist der Moment da, jetzt ist er reif. Jetzt können wir diesen Versuch wagen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten so gut wie keine Rückendeckung von irgendwo. Also es kann man an fünf Fingern abzählen, die Menschen, die uns sozusagen gesagt haben, dass wir nicht total verrückt sind. So sind es jetzt 50 Jahre, dass der Hof in dieser Form existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich vieles gewandelt, nicht mehr so ganz, wie ich mir das wünsche. Aber das ist immer so, alle Entwicklung ist immer ein Stirb und Werde, immer ein Stirb und Werde. Das hört man nicht gern, wenn man jung ist. Man möchte ja immer, dass etwas wird, oder dass man jedenfalls Teil hat, dass da irgendwas wird. Aber dass auch etwas sterben muss, das möchte man so gar nicht so wahrhaben wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist ein Entwicklungsgesetz, dass alles erst mal- wenn etwas wird, dann muss erst etwas sterben, um neu zu werden, um immer neue Stufen der Entwicklung zu erklimmen. So ist es auch heute, dass durch die Erweiterung der Entwicklung des Dottenfelderhofes, durch die Weiterverarbeitung, durch den Laden hier unten, durch die Bäckerei, die Konditorei, die Käserei und dann die Forschung und allem, was sich hier angesiedelt hat, dass dadurch natürlich viele Menschen von außen hinzukamen. Die konnten zunächst nur als Lohnarbeitskräfte oder als Angestellte hier am Rande, sozusagen um den Kernbetrieb herum hier ihre Arbeit aufnehmen. Das hat sich dann auch irgendwo ausgewirkt auf den Hof selbst. Ich möchte damit sagen, das Ideal steht. Die ersten Erfahrungen auf diesem Felde sind gemacht. Und ich weiß, wie schwer es ist, eine Betriebsgemeinschaft wirklich am Leben zu erhalten. Ich weiß das. Bis in den letzten Winkel weiß ich das, welche Gefährdungen und welche Probleme auftreten können. Einfach damit, dass man lernt, als Individuum, als individueller Mensch wirklich dieses Maß von Selbstlosigkeit - objektiver Selbstlosigkeit, nicht emotionaler - objektive Selbstlosigkeit zu entwickeln, dass man wirklich mit dem anderen zusammen eine wirkliche Gemeinschaft zielstrebig in eine Zukunft hineinarbeitet, um der Sache willen, nicht um seiner selbst willen! Aber das ist die Perspektive in die Zukunft, das möchte ich Ihnen ans Herz legen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Schicksal läuft anders. Da gibt es keine Norm. Aber es muss klar sein: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist nicht nur biologisch-dynamischer Pionier, sondern auch im sozialen Felde muss sie Pionieraufgaben haben, muss sie etwas vorleben, anderen Menschen, der Gesellschaft vorleben, dass ganz andere Entwicklungsgänge in die Zukunft möglich sind, die heilsam sind, im Sozialen heilsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und der Betriebsorganismus 00:18:48 ===&lt;br /&gt;
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Thema, über das ich hier heute spreche, sondern ich habe jetzt noch mal ein bisschen historisch zurückgegriffen. Ich bin ja gefragt worden, noch etwas zu sagen über die Düngung im biologisch-dynamischen Landbau und das im Kontext mit dem Betriebsorganismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung in den Betriebsorganismus 00:19:11 ====&lt;br /&gt;
In aller Kürze möchte ich erst mal eingehen auf den Betriebsorganismus, was das eigentlich ist, wie man ihn überhaupt verstehen kann, welchen Zugang es da überhaupt gibt. Es wird ja immer drüber geredet, aber es ist irgendwie ein Wort, das ist ein Nomen. Was verbindet man damit jetzt ganz konkret? Von da ausgehend beschäftigen wir uns morgen mit der Frage der tierischen Düngung, gerade im Kontext des Organismus-Gedanken und am Freitag und Samstag wollen wir auf dieser Grundlage uns noch wenigstens symptomatisch mit einzelnen Aspekten der biologisch-dynamischen Präparate befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Frage nach dem landwirtschaftlichen Organismus 00:20:11 ====&lt;br /&gt;
So, aber jetzt diese Frage nach dem Betriebsorganismus. Sie stehen ja alle irgendwo in der Landwirtschaft drinnen, sind auf irgendwelchen Höfen, haben da ihre Erfahrungen gemacht und da gibt es vielleicht Kühe, da gibt es auch das und jenes und die Felder und Gartenbau da oder dort. Aber das hat sich alles so entwickelt, wie sich eben die Zeitverhältnisse ergeben haben, wie es die Marktverhältnisse ergeben haben in den letzten Jahren. Und die Frage ist immer: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Hat man wirklich eine Idee dessen, was ein landwirtschaftlicher Organismus sein kann?&amp;quot; Was eigentlich die Grundlagen, die ideellen Grundlagen sind zum Verständnis dieses Begriffs Organismus?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nun ja, und da möchte ich erst auf drei Hinweise Rudolf Steiners, den Begründer des biologisch-dynamischen Landbaus, aus seinem [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftlichen Kurs]] zitieren und von dort meinen Ausgangspunkt nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der erste, ich möchte sagen &#039;&#039;Initialsatz&#039;&#039; förmlich im &#039;&#039;Landwirtschaftlichen Kurs&#039;&#039;, im Hinblick auf die Aufgabe eines zukünftigen Landbaus, ist einer, den man eigentlich schier nicht verstehen kann. Und dennoch enthält er alles! Den möchte ich einfach mal zitieren. Da heißt es am Beginn des zweiten Vortrags, also letzten Endes den Kurs eröffnend, da heißt es: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Eine Landwirtschaft ...&amp;quot; also stellen Sie sich mal irgendeinen Hof vor, &amp;quot;&#039;&#039;Eine Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen&#039;&#039; ...&amp;quot;, und dann setzt er hier nach: &amp;quot;&#039;&#039;im besten Sinne des Wortes erfüllt sie ihr Wesen, wenn sie aufgefasst werden kann&#039;&#039;...&amp;quot;, völlig freilassend, &amp;quot;aufgefasst werden kann &#039;&#039;als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[1]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annäherung an das Ideal der Individualität 00:22:10 ====&lt;br /&gt;
Jede Landwirtschaft müsste sich annähern, diesem Ideal, eine solche Individualität zu sein. Jetzt muss man sich fragen: &amp;quot;Was soll das eigentlich? Was ist damit ausgedrückt?&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist zunächst mal dieses gesagt: &amp;quot;Eine Landwirtschaft erfüllt &#039;&#039;nur dann ihr Wesen&#039;&#039;.&amp;quot; &#039;&#039;Sie hat es gar nicht!&#039;&#039; Sie hat noch nicht ihr Wesen. Es sei denn, &#039;&#039;ich fasse sie auf als eine Art Individualität. Ich, also ich als Landwirt!&#039;&#039; Das ist nicht gegeben da draußen, sondern ich muss es auffassen, ich muss es mit Gedanken fassen. Das ist eine Anstrengung, eine Erkenntnisanstrengung. Ich muss erfassen - diesen Gedanken fassen - , dass eine Landwirtschaft eine Art Individualität ist, ja, eine wirklich in sich geschlossene Individualität! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat man natürlich &#039;&#039;lauter Begriffe,&#039;&#039; mit denen man auch noch gar nicht so richtig zurechtkommt. Was ist überhaupt eine &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Was ist denn da überhaupt die &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;? Und so weiter. Und was ist &#039;&#039;das Wesen überhaupt?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Satz im Landwirtschaftlichen Kurs, der nimmt noch mal Bezug auf diese ganze Sache und sagt aus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;quot;Im Grunde ist die volle Geschlossenheit in einem landschaftlichen Betrieb nicht zu erreichen&amp;quot;&#039;&#039;. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist verständlich, ich meine, der Wind weht hier über unseren Betrieb, der kommt von England rüber, ein Sturm oder so, da kommt alles von außen rein. Oder es regnet von Wolken, die voll beladen sind mit dem Dreck von Frankfurt hier auf den Dottenfelderhof. Oder wir kaufen Maschinen von außen dazu oder auch hin und wieder mal Vieh, oder was es auch sein mag. Also wir können nicht autark, total autark sein, als landwirtschaftlicher Betrieb nicht in voller Geschlossenheit. Aber er sagt, man müsse doch den &#039;&#039;Begriff&#039;&#039; der &#039;&#039;notwendigen Geschlossenheit&#039;&#039; haben. &#039;&#039;Wenn man den nicht hat, dann kann man auch keine Geschlossenheit eines landwirtschaftlichen Organismus schaffen,&#039;&#039; sondern ich muss den Begriff haben. Das heißt, in diesen beiden Äußerungen, die ich zitiert habe, ist schon klar: Der Mensch ist gefordert, sich mal ordentlich Gedanken zu machen, mein Gott! Und &#039;&#039;nicht nur so vor sich hin zu pfriemeln und nur seinen Egoismus auszuleben&#039;&#039;, sondern sich &#039;&#039;klare Gedanken&#039;&#039; machen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;Was heißt das eigentlich? &#039;&#039;Individualität?&#039;&#039; Kann denn hier jemals ein landwirtschaftlicher Betrieb Individualität sein? Es gebührt doch eigentlich nur dieser Begriff dem Menschen im strengen Sinne? Und ebenso: Wie steht es mit dem Begriff der &#039;&#039;Geschlossenheit&#039;&#039;?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Grundlage 00:24:55 ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Das Dritte, was ich noch kurz zitieren will, ist: Am Ende des vierten Vortrages, wo gesagt wird: &amp;quot;&#039;&#039;In allem wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;[2]&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Also in allem, was eigentlich in der Landwirtschaft gestaltungsmäßig sich vollziehen kann und vollziehen muss, da muss man die &#039;&#039;Kriterien von der Erkenntnis des Menschen hernehmen&#039;&#039; und kann sie &#039;&#039;nicht draußen in der Natur&#039;&#039; ohne Weiteres &#039;&#039;finden&#039;&#039;. Sondern ich muss da einen &#039;&#039;Begriff bilden&#039;&#039;, der abgeleitet ist vom &#039;&#039;Verständnis des Menschen selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das möchte ich jetzt tun, und zwar in aller Kürze. Es tut mir leid, solche Dinge müssten sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber nur, um das Prinzipielle mal sichtbar zu machen. &#039;&#039;Gehen wir mal vom Menschen aus&#039;&#039;, und zwar unter dem Gesichtspunkt, diesen jetzt als Grundlage zu nehmen für den Begriff der &#039;&#039;landwirtschaftlichen Individualität&#039;&#039; bzw. des &#039;&#039;landwirtschaftlichen Organismus&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind jetzt genötigt, ganz abzusehen von der Landwirtschaft um den Blick wirklich auf den Menschen zu lenken und zu sehen: &#039;&#039;Wie ist eigentlich der Mensch organismusmäßig konstituiert?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch vom Tier ausgehen, aber da fehlt dann was. Wir könnten auch von der Pflanze ausgehen, da fehlt noch mehr, um den Organismusbegriff wirklich zu fassen. Wir können auch vom Mineral ausgehen. Und da fehlt am allermeisten. Aber der Mensch erfüllt sozusagen das, worum es hier geht, als Persönlichkeit, erfüllt das voll und ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung an der Tafel): Wenn Sie sich mal den Menschen - so einen Strichmenschen vorstellen. Der steht sogar noch ein bisschen krumm. Aber eigentlich ist er natürlich sozusagen voll in der Achse Erde-Sonne vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses eigenartige Gebilde Mensch zeigt nun eine ganz bestimmte physiologische und morphologische Gliederung als Grundlage für seine eigene geistig-seelische Entwicklung und Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das menschliche Haupt 00:27:45 =====&lt;br /&gt;
Wenn wir zunächst mal den Blick ... Man sieht es schon hier an dieser Gestalt, das da oben ist völlig anders als was da unten ist. Wenn wir hier oben jetzt diesen Bereich anschauen, das menschliche Haupt. Das ist wie eine Kugel da oben auf den Halswirbeln und wäre für sich auch nicht die Spur lebensfähig, sondern eigentlich ist die Tendenz, dass das Haupt das vollendet, was es ständig erlebt, nämlich abzusterben. Im Haupte haben wir lauter physiologische Vorgänge, die nur und allesamt enden in einem Abbau-Prozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zunächst mal darauf achten, dass das Haupt umgeben ist von einer harten Knochen-Substanz. Die ist nicht kristallin, sie ist so knorpelartig, aber knorpelartig verknöchert und dies ist ziemlich tot. Es wird ein bisschen durchblutet, aber fast zu vernachlässigen. Das Haupt ist umgeben - nun gut, das muss man ihm zugestehen, hier von einer dünnen Haut, und die ist stark durchblutet. Das ist das Einzige, was so richtig lebendig ist da oben. Da wachsen dann die Haare raus. Aber die Haare sind auch schon wieder ziemlich tot. Die kann man abschneiden, ohne dass man merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ist dieses Haupt erfüllt - zunächst mit einer Flüssigkeit, dem Gehirnwasser, das ist eine lympheartige Substanz. Dann ist es eben erfüllt hier vom Gehirn. Ich sehe jetzt mal ab von allem Übrigen. Erfüllt von dem Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gehirn setzt sich nach außen fort, in die Sehnerven, in die Hörnerven, in die Sinnesorgane, die wachen Sinnesorgane, mit denen wir uns am intensivsten mit der Welt in Beziehung setzen. Alles, was sich hier abspielt - selbst das Gehirnwasser - ist eigentlich tot. Das ist das reinste Wasser, was man sich überhaupt vorstellen kann. Aber es ist eben ganz mineralisch tot. Da bilden sich sogar ganz feine Kriställchen drin in dem Gehirnwasser. Wenn wir denken, in der Epiphyse - die sitzt hier oben auf dem Gehirn auf - da bilden sich lauter feine organische Kriställchen. Die schwimmen dann zum Teil in dem Gehirnwasser herum. Und wenn wir einen Gedanken vergessen, lösen die sich wieder auf. Das kann man heute medizinisch nachweisen. Jeder Gedanke bildet einen Kristall, bildet etwas. Und diese Form, die sich da bildet, also jetzt ganz im Physischen, die löst sich wiederum auf, wenn etwas in Vergessenheit gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Gehirn ist eine Bildung, wo ständig Materie abgebaut wird, organische Materie. Das Blut strömt hier vom Herzen hoch, hier in das Haupt und unterhält sozusagen gerade eben das Haupt noch lebendig, den Kopf, das Gehirn lebendig. Aber eigentlich ist es also fast an der Schwelle des Todes, des Absterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser Tatsache, dass hier ständig Abbau-Vorgänge sind ... das Gehirn hat die intensivste Atmung im ganzen Körper. Also Atmung geschieht immer dadurch, dass Kohlendioxyd entsteht durch Abbau Prozesse und dann durch den Atem wieder ausgeatmet wird. Und die intensivste Atmung findet hier statt. Abbau, das heißt eigentlich Todesprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir sehen auch, dass das Haupt eigentlich dasjenige ist am Menschen, obwohl man den Kopf drehen nicken kann - glücklicherweise kann man das noch - es eigentlich der Ruhepol des Menschen ist. Dort befindet sich der Mensch eigentlich am meisten in Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Prozesse, die da im Kopf sich abspielen - natürlich muss man unter diesem Gesichtspunkt auch die Sinnesorgane mit einbeziehen, das Auge, das Ohr. Wenn Sie die anatomisch studieren, dann werden Sie bemerken, dass das eigentlich fast physikalische Apparate sind, zunächst einmal. Das Auge ist wie eine camera obscura. Und auch die Gehörknöchelchen, die die ganzen Schallwellen übertragen auf das Innenohr, das sind alles mechanische Vorgänge Plus und Minus. Dieses Haupt muss ständig von unten ernährt werden, damit es überhaupt existieren kann in dieser Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gegenläufige Organisation vom Haupt 00:33:23 =====&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir gegenläufig zum Haupt eine Organisation, die wirklich das vollständige Gegenteil darstellt, in die wir im Grunde genommen überhaupt keinen direkten, erlebnismäßigen Einblick nehmen können. Das ist das, wo zu dem, was bisher geschildert worden ist - polar dazu - man könnte dazu sagen, dass das der Lebenspol des Menschen ist. Wo alle Lebensvorgänge lokalisiert sind, wo alles in einem ständigen Wechsel und Wandel begriffen ist, wo Aufbau-Prozesse stattfinden und wo Regenerationsprozesse stattfinden. Also der Lebenspol, kann man sagen, der Lebenspol des Menschen. Und hier ist alles in Bewegung. Denken Sie mal an die Gliedmaßen, die Arme, die Hände, Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht von daher schon, dass der Mensch eigentlich ungeheuer polarisiert ist, in zwei Pole. Einen Todespol und einen Lebenspol. Aufgrund dieser Todesprozesse hier oben entwickelt der Mensch sein Denken oder werden ihm die Gedanken bewusst, so muss man es genauer sagen. Während wir uns hier unten im Willen erleben als wollende Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der ganze untere Mensch organisiert in Bezug auf die Verdauungsprozesse, die ganzen Drüsenprozesse und was da sich abspielt, sie alle dienen dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Nerven-Sinnesprozesse und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System 00:35:31 =====&lt;br /&gt;
Wir können hier oben vielleicht noch die Nerven-Sinnesprozesse, das Nerven-Sinnessystem hinschreiben. Und hier ist das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Von daher gesehen ist der Mensch ein zweigliedriges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Zuschauerfrage zur stillenden Brust einer Mutter. Die stillende Brust von einer Mutter. Gehört die jetzt zu den Lebensprozessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wenn Sie ein Kind bekommen, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja, sicher. Das ist ja alles unterhalb des Zwerchfells. Das hier ist das Zwerchfell. (Zeichnung). Ich treffe jetzt keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau, sondern das gilt einfach für den Menschen. Der Mensch ist Mensch, ob so oder so, Mensch ist er in erster Linie. Da haben wir hier diese Trennung zwischen diesem Oben und Unten und das ist das Zwerchfell. Unterhalb diesem spielen sich diese Lebensvorgänge insbesondere ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier dazwischen noch eine andere Wirklichkeit. Das ist da, wo nun Lunge und Herz beheimatet sind, wo der Mensch ein rhythmisches Wesen ist. Dieser mittlere Mensch, wo wir uns am allermeisten als Mensch erleben - wir erleben uns ja nicht im Kopf als Mensch so sehr, auch nicht im Bauch - sondern gerade in dieser mittleren Zone. Da erleben wir uns als am allermeisten als Mensch. Diese Organe, die hier als Zentralorgane in der Mitte angesiedelt sind, offenbaren sich in ihrer rhythmischen Tätigkeit. Und diese rhythmische Tätigkeit verbindet den Kopfpol mit dem Stoffwechselpol. Denken Sie an den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf, der vom Herzen ausströmt mit dem arteriellen Blut in den Kopf strömt, in den Kopf durch die Schlagader in den übrigen Kreislauf durch den ganzen Körper hindurch. Also diese mittlere Zone bringt diese beiden Gegensätze, das Oben und Unten, in einen Ausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fühlen und die Dreigliederung des Menschen 00:38:56 =====&lt;br /&gt;
Und darin, in diesem Ausgleich, erleben wir uns als Menschen am allermeisten, wenn wir uns einmal selbst beobachten, prüfen. Das setzt sich natürlich fort, hier in die Gliedmaßen, in den Bewegungsmenschen. Wenn man zum Beispiel an die Blutentstehung denkt, dann muss man sich vorstellen, dass sich das Blut hauptsächlich in den Röhrenknochen der Gliedmaßen bildet. Das ist auch unmittelbar mit einbezogen in die ganzen Stoffwechselvorgänge. Hier nun - das habe ich noch vergessen zu sagen, im Zusammenhang mit dem rhythmischen System -entwickeln wir unser Fühlen oder werden wir unseres Fühlens bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man so auf den Menschen einmal schaut kann man es anatomisch bis in die letzten Details verfolgen. Man kann es morphologisch, physiologisch in jede Richtung hin verfolgen. Man wird sehen, dass dieses Prinzip des Dreigegliedertseins des Menschen einem förmlich überall entgegen springt und dass darauf eigentlich überhaupt letzten Endes eine Verständnisgrundlage geschaffen werden kann, für die Pädagogik, für die Medizin - also eine entsprechende Medizin - oder für die Landwirtschaft und für alles Übrige ebenso. Also man spricht hier von der Dreigliederung des Menschen. Auf diese Sache werde ich erst am Freitag noch mal zurückkommen. Und möchte jetzt ... Wollen Sie was sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Ich hätte eine Frage. Und zwar: Ich verstehe das nicht so ganz, dass der Kopf quasi ... den Tod da drin und den Abbau ... das verstehe ich halt nicht so ganz, weil im Gehirn ja auch ganz viele Aufbauprozesse ja auch wieder vonstattengehen. Also jeden Moment, wenn Synapsenverbindungen sich trennen, entstehen auch wieder neue. Und da kann halt auch im Laufe eines Zeitraums ein Aufbau entstehen. So Erinnerungen, die bleiben und neue, die dazukommen. Dann hat man ja im Endeffekt auch einen Aufbauprozess. Und genau das verstehe ich nicht so ganz, warum man vom Kopf als Abbauprodukt redet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Abbau ist notwendig, damit wir überhaupt ein denkendes Bewusstsein haben. Das erleben wir ja gerade hier im Nervensinnessystem. Es muss natürlich auch erhalten werden, es muss sozusagen in einem Zustand erhalten werden. Man kann es nicht mehr steigern, man kann es gerade noch erhalten. Und das sind natürlich schon Regenerationsvorgänge auch im Gehirn, das ist keine Frage. Aber letzten Endes funktionell physiologisch ist es ein ständiges Abbauen und muss natürlich wiederaufgebaut werden, selbstverständlich. Aber dieser Abbauprozess als solcher ist ein Todesprozess. Durch den Tod entsteht überhaupt erst ein denkendes Bewusstsein. Ohne Tod gäbe es kein Bewusstsein. Das muss man sich mal versuchen klar zu machen. Anders gesagt: Wenn man eine Verletzung hat, am Kopf oder so ... dann sind möglicherweise so und so viele seelische Möglichkeiten ausgeschaltet. Und jetzt muss er sich natürlich wieder regenerieren in diese Richtung, dass es wieder möglich wird, dass diese Abläufe stattfinden. Es wird immer gerade am Leben gehalten, so möchte ich mal sagen. Also es steht im Vordergrund der Abbau. Und der Aufbau dient gerade, dass immer wieder abgebaut werden kann. Während hier im Stoffwechsel genau das Gegenteil der Fall ist. Von hier kommt alles, steigt herauf bis in die Nerven-Sinnes-Bereiche, um diesen Pol am Leben zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dreigliederung, die ich versuche hinzustellen - also zu aphoristisch fast, möchte ich sagen. Aber nur mal dieses Bild hinstellen und wir werden daran nochmal anknüpfen am nächsten Freitag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Viergliederung des Menschen und Verbindung zur Natur 00:43:26 =====&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich aber noch einen anderen Aspekt kurz schildern und das ist die Viergliederung des Menschen. Schauen Sie, man kann nämlich jetzt nicht nur unter diesem Aspekt des Aufbaus des menschlichen Leibes den Menschen betrachten, sondern auch: &amp;lt;blockquote&amp;gt;Welche Verwandtschaft trägt er zu den ganzen Naturreichen?  Wie steht er im Verhältnis zu der ganzen ihn umgebenden Natur? Ist er ein ganz fremdes Wesen oder ist er eben auch zugleich ein Naturwesen?&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Da kann man zunächst feststellen, dass, wenn man den Menschen vergleicht mit all dem, was sich in der mineralischen Welt abspielt, die rein anorganisch ist, physikalisch tot ist - das Mineral unterliegt nur den physischen Gesetzen. Alles, was ich da stofflich, kräftemäßig im Zusammenhang des toten mineralischen Reiches abspielt, spielt sich auch im Menschen ab. Im Menschen sind alle die Stoffe, die Kräfte, die Gesetze wirksam, die auch im Mineralreich wirksam sind. Das kann man heute bis ins Detail förmlich verfolgen. Ja, das verführt einen geradezu, den Mediziner, den Naturwissenschaftler, zu glauben, das wären die einzigen Gesetze, die wirklich Geltung haben. Das ist eine Verführung, weil die Gesetze so schlüssig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was sozusagen mineralisch, stofflich, kräftemäßig im Menschen wirkt, ist in sich so schlüssig, dass man darauf regelrecht eine medizinische Weltanschauung begründen kann. Oder generell eine Weltanschauung begründet hat, die nennt man heute den Materialismus. Der Materialismus hat seine große Bedeutung, aber nur auf dieser Ebene hier. Eine Verwandtschaft der mineralisch-anorganischen Natur mit dem Menschen. Man findet alles, was da draußen ist, auch im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerer Ausdruck dessen sind zum einen die Sinnesorgane und zum anderen das Skelett oder alle Stützgewebe. Da wirken dieselben Kräfte. Auch stoffliche Kompositionen wirken, wie man sie auch in der Außenwelt findet. Das ist nach denselben Prinzipien aufgebaut. Kann ich jetzt nicht in die Details gehen. Das würde zu weit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnesorgane sind wirklich – das habe ich schon gesagt - die Gehörknöchelchen zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass das Licht durch die Linse hindurch gleichsam fixiert wird, durch den Glaskörper hindurch, hinten auf die Gelbkörper auf die eigentlichen Lichtzellen, auf dem Hintergrund des Auges. Das sind alles physikalische Vorgänge, wie man sie in der Kamera auch hat. Also insofern besteht hier eine tiefe Verwandtschaft, aber die bezieht sich eben nur auf das, was man den physischen Leib oder die physische Organisation des Menschen nennen kann. Wenn das nur Geltung hätte, dann wäre der Mensch ein Stein. Ein Stein. Also er hätte keine eigene Regsamkeit, gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt sieht, dass der Mensch tatsächlich in der Lage ist, eine Eigenbewegung zu entwickeln, ja in sich Lebensvorgänge abspielen zu lassen, zeigt er eine Verwandtschaft mit den Pflanzen. Die Pflanze ist ja ein Gebilde, die vereint das Mineralische, die nimmt das Mineralische auch auf und verwandelt es auf eine höhere Stufe. Da entwickeln sich nun in der Pflanze Kraft von Substanzen und Kraften, die nicht mehr rein irdischer Natur sind, sondern wo der ganze Planetenumkreis mitwirken muss, dass die Pflanze überhaupt Leben erzeugt. Keine Pflanze kann leben, ohne dass die Sonne scheint. Das muss man sich mal klarmachen. Es gibt kein Leben auf der Erde ohne den ganzen planetarischen Umkreis. Insofern hebt sich die Pflanze gleichsam aus der toten, mineralisch-irdischen Sphäre heraus und wird zur Offenbarerin von Lebensvorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verwandtschaft des Menschen mit der Pflanzenwelt 00:48:26 =====&lt;br /&gt;
Auch in diesem erweist sich im Menschen eine Verwandtschaft. Und diese drückt sich aus im Drüsensystem. Das Drüsensystem ist natürlich überall im Menschen zu finden, aber hauptsächlich im unteren Menschen. Und das bewirkt, dass der Mensch einen Lebensleib hat, wie die Pflanze oder eine Lebensorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man weiß ja, dass die Pflanzen von Natur aus eigentlich nur gesund sind. Es gibt eigentlich keine kranke Pflanze – streng genommen. Wenn man nicht selbst dafür sorgt, dass die Pflanze quasi äußerlich krank wird, also etwa abstirbt oder so, durch Infektionen, welche alle von außen kommen. Die Pflanze ist eigentlich ein gesundmachendes, durch und durch gesundes Wesen innerhalb der Naturreiche. Ein solcher Mensch wie Paracelsus, der einer der größten Ärzte in der ganzen Menschheitsgeschichte war, hat die Bemerkung gemacht, dass es kein Kräutlein gibt auf der Welt, das nicht irgendeine Krankheit beim Menschen heilen könnte. So benutzen wir ja die Heilpflanzen. Die Heilpflanzen in der verschiedensten Art benutzen wir, um irgendetwas, was hier derangiert ist - innerhalb der menschlichen komplizierten Organisation - gerade auf der Ebene des Lebendigen, dass das wiederum in ein ausgewogenes Verhältnis zu allem Übrigen kommen kann - gesundend also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Verbindung des Menschen zur Tierwelt 00:50:14 =====&lt;br /&gt;
Dann zeigt der Mensch eine Verwandtschaft zum Tier. Diese Verwandtschaft zum Tier ist ganz evident, denn das Tier hat eine Seele. Das ist ein beseeltes Wesen. Hier (Pflanze) ist nur Leben. Hier (Mineral) ist nur Tod. Das Tier ist ein beseeltes Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was dem modernen Bewusstsein so maßlos schwerfällt, das zu verstehen, dass wir einem Tier ein Seelisches zusprechen können. Uns Menschen können wir ein Seelisches zusprechen, wenngleich in den Wissenschaften man manchmal den Eindruck hat, da gäbe es auch keine Seele mehr. Aber im eigenen Empfinden, in der eigenen Erfahrung merken wir, dass wir ein beseeltes Wesen sind. Wir können denken, wir können fühlen, wir können eben jene Tätigkeiten wollen. Also wir haben ein Bewusstsein, dass wir neben dem, dass wir ein Lebendiges, auch ein beseeltes Wesen sind. Dieses Bewusstsein kann man sich wirklich erwerben. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es immer im Bewusstsein gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tier ist es nun so, dass es auch eine Seele hat. Stellen Sie sich mal vor, irgendeine Mücke fliegt da durch die Luft. Da sollen wir sagen, da ist eine Seele drin? Oder Käfer da im Boden, ein Regenwurm im Boden, da soll eine Seele drin sein? Man merkt ja, dass die Art, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, in der Massentierhaltung und so - da fühlt man sich irritiert. Da stimmt etwas nicht. Aber man dringt nicht wirklich durch zu sagen: Das Tier hat eine Seele und diese Seele hat ihre eigene, geistig-wesenhafte Existenz in Welten, die gar nicht hier auf Erden nur ist, sondern eben die jetzt in diesem einzelnen Tier so inkarniert ist. Man dringt nicht bis zum Phänomen selber durch, sondern man bleibt immer davor stehen und merkt: Die Art, wie man heute mit den Tieren umgeht, das kann man eigentlich nicht verantworten. Ja, warum eigentlich nicht? Die Begriffe, die Gedanken in der Richtung zu verdichten, da scheut man immer wieder zurück. Weil man zurückscheut, wird man sehr leicht zum Fundamentalisten. Die größten Fundamentalisten, die heute herumlaufen, sind vielfach die Tierschützer. Leider Gottes ist das so, auch die Naturschützer. Dort entsteht sehr schnell ein Fundamentalismus, weil man sagt: &amp;quot;Nein, ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht.&amp;quot; Dann nagelt man das fest: &amp;quot;Du darfst nicht, du darfst nicht so ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend kommen moralische Forderungen ohne eine klare Erkenntnis der Zusammenhänge. Deshalb ist es gerade für den biologisch-dynamischen Landwirt so wichtig, dass er sich versucht hineinzuleben in das, was da eigentlich seelisch wirksam ist in dem Tier. Da werden Sie bemerken, dass dieses Seelische im Tier deswegen so schwer zu fassen ist, weil es ohne Rest aufgeht in die Leibesbildung. Ohne Rest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Tragik der Tiere und ihre gebundenen Fähigkeiten 00:54:00 =====&lt;br /&gt;
Das Tier kann nicht denken. Es kann keine Gedanken haben über die Welt, sondern es sind bestenfalls die Gedanken in ihm wirksam. Das, was sonst das Denken des Menschen ist, ist in ihm als weisheitsvolles Instrument des Tier-Seins in den Leib hinein gebunden. Und so das Fühlen und so das Wollen. Das Tier hat gar keine Möglichkeit, irgendwelche Freiheitsgrade zu entwickeln, sondern es ist notwendigerweise ein Pferd, eine Kuh, ein Elefant, ein Löwe oder was auch immer. Oder eben eine Mücke. Darin liegt eine gewisse Tragik der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich mal auf so eine Empfindung einlassen und den Blick ruhen lassen auf irgendeinem Tier und seinem ganzen Verhalten. Dann muss man einfach sagen: &amp;quot;Mein Gott, mein Gott, bist du festgelegt in deinem Sein, so festgelegt, so definiert. Du kannst gar nicht ausbrechen. Du bist nur zu diesen Handlungen fähig. Allerdings, wenn man auf die Handlung schaut, diese ist unendlich weise.&amp;quot; Die Weisheit ist ausgebreitet im ganzen Tierreich. Es gab einen Zeitgenossen Goethes, Oken hieß der. Der hat gesagt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Würde man alle Tiere, Tierarten mal, Tierseelen, zusammen schmeißen in einen Topf und würde da ganz groß drin herumrühren, dann würde die menschliche Seele rauskommen. Und würde man die menschliche Seele zerstückeln in lauter einzelne Facetten und würde jeder einzelnen Facette einen Leib zusprechen, dann käme das Tierreich heraus.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist ein Bild. Aber ein Bild, was sehr viel aussagt. Es zeigt sich eine Verwandtschaft des Menschen mit dem Tier, die ist da. Aber beim Tier ist das Seelische vollständig leibgebunden und das macht seine Tragik aus, aber gleichzeitig ist es die Offenbarung einer unendlichen Weisheit. Wenn man Weisheit - der Begriff ist ja heute auch schon nicht mehr sehr aktuell - also das Zusammenstimmen von verschiedenen Verhältnissen zu einem Ganzen, wenn man das wirklich studieren will, dann muss man das Tier studieren in dem, was es tut, in seinen Aktionen. Denn alles, was das Tier tut, ist nichts anderes als eine Offenbarung dessen, was seelisch, weisheitsvoll in diesem Leib gebunden ist. Es ist keine Freiheit da. Es ist ein Muss. Es ist eine Notwendigkeit, dass das Tier so handelt, wie es handelt. Wenn ich das Tierseelische wirklich tiefer verstehen will, mit meinem ganz normalen Bewusstsein -Vernunftbewusstsein allerdings - dann muss ich darauf hingucken: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Was macht das Tier?“ „Was tut das Tier?“ „Was macht der Elefant in freier Wildbahn?“ Oder der Löwe? Oder wie verhält sich die Kuh? &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Verhaltensforschung ist eine sehr, sehr junge Wissenschaft - eigentlich ganz erstaunlich - sie hat sich zuerst der Wildnatur angenommen in Bezug auf das Erforschen der Verhaltensweisen der Tierarten, zuletzt dem Haustier komischerweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haustier ist lange Zeit hinten runtergefallen, das entdeckt man jetzt erst. Da ist man auch noch sehr, sehr unsicher, wie das überhaupt mit dem Haustier beschaffen ist. Deswegen hält man es ja als Nutztier. Dann stellen Sie sich mal vor, was der Begriff Nutztier eigentlich heißt. Da verneine ich jede seelische, besondere Eigenschaft im Tier. Ich verneine sie plötzlich, indem ich das Tier zum Nutztier degradiere, das nur noch mir nutzt. Wem nutzt es dann? Nicht, sich selbst, indem, wie ich es so mäste und zu Maximalleistungen zwinge, sondern es nutzt mir. Das ist der glatte menschliche Egoismus, der eigentlich dem Tier den Namen Nutztier verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Tier hat ein objektiv Seelisches in sich wirksam. Und das drückt sich in seinem gesamten Verhalten aus. Und wenn wir es verstehen wollen, müssen wir auf dieses Verhalten unser Augenmerk lenken. Darin können wir sehr weit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Moderne Ökologie und Tierverhalten 00:59:17 =====&lt;br /&gt;
Es gab natürlich schon in den Naturwissenschaften immer Ansätze in diese Richtung. Die hat man dann weitgehend verloren. Heute kommt es langsam wieder auf, in der Ökologie, dass man plötzlich studiert, die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Insektenreiches, innerhalb der Vögel und innerhalb des Edaphons, der Tiere im Boden. Und so weiter und so weiter. Man fängt jetzt an, nicht mehr nur das einzelne Tier zu definieren, wie viele Beine es hat und wie viel Knie oder wo eigentlich das Herz ist beim Tier oder die Sinnesorgane, wie die beschaffen sind, die Facettenaugen. Das hat man natürlich längst alles anatomisch genauestens rausgekriegt. Aber wie sich das Tier einfügt in die gesamten seelisch-lebendigen Zusammenhang des Tierreiches und welche Funktionen es in aller Spezialität hier und dort erfüllt, diese Zusammenhänge tauchen erst heute in der modernen Ökologie mehr und mehr auf. Vielfach immer noch unter dem Nutzaspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Z.B. wie kann ich Nützlinge einsetzen im Glashaus, dass sie mir dort die Läuse auffressen? Das wird ja heute schon zu einer Technologie entwickelt, wie wird damit verfahren. Aber dennoch ist es so, dass man merkt: Eigentlich bedarf das nur noch eines kleinen Ruckes in der Erkenntnis und man würde erkennen: Das Tier hat eine Seele. Und diese Seele ist dominant. Die ist so wie das Leben in der Pflanze dominant ist über das Physische, so ist die Seele des Tieres dominant über das Lebendige und Physische des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch der Mensch eine Seele, er hat einen Seelenleib. In der anthroposophischen Ausdrucksweise sagt man auch Astralleib. Und der hat nun seine physische Repräsentanz in all dem, was sich ausdrückt im Nerven-Sinnes-System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt unter diesem Aspekt auf den Menschen, auf die menschliche Seele schauen, dann ist es so, dass die menschliche Seele ja unendlich viele Rätsel aufgibt. Der alte Heraklit, das war ein griechischer Philosoph, der noch vor Sokrates gelebt hat - so um das fünfte Jahrhundert vor Christus - er hat die Bemerkung gemacht, er habe die Seele durchwandert, alle Straßen und Wege der Seele, soweit nur irgendwie möglich. Er ist an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war ein ganz bedeutender Geist. Er hat die Seele erforscht und hat kein Ende gefunden. Man geht Wege und Straßen. Überall verzweigt es sich in die ganze Welt. Aber er hat kein Ende gefunden. Die menschliche Seele hat kein Ende. Die tierische Seele ist leibgebunden. Die menschliche Seele ist auch leibgebunden bis zu einem gewissen Grad, weiß Gott, ja. Wir haben Hunger. Das ist ein Gefühl, Hunger zu haben. Wir haben Durst. Ein Gefühl, Durst zu haben. Das heißt, der Leib fordert da etwas. Und das drückt sich seelisch aus. Und so sind alle Emotionen, die man so hat, Zornesausbrüche oder weiß nicht was. Da merkt man ganz deutlich: Es hängt mit meiner Leiblichkeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Falle ist mein Seelisches noch in den Leib gebunden, wie beim Tier. Und eigentlich hat man immer den Eindruck beim Menschen, bei sich selbst -ein bisschen Selbsterkenntnis muss man da üben - wird man bemerken: Man befindet sich eigentlich immer zwischen Himmel und Hölle. Das heißt: zwischen Himmel - das heißt, dass man befreit ist vom Leib in dem Seelischen - und Hölle - das heißt, dass man plötzlich untertaucht in eine Welt des Leiblichen, wo man sich nicht mehr ohne Weiteres unter Kontrolle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dieses Spannungsfeld, in dem sich der Mensch erlebt und das Böse in der Welt - was man heute so hat - das wirkt durch den Menschen, als eine objektive Kraft durch den Menschen - immer dann, wenn er heruntersinkt in seine Leiblichkeit und keine Freiheitsgrade mehr zulässt. Dann entsteht das Böse in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Leiblichkeit und menschliche Tugenden 01:04:33 =====&lt;br /&gt;
Andererseits hat der Mensch sich zu befreien aus seiner Leiblichkeit. Das macht den Menschen zum Menschen. Das ist das Wunderbare. Dass, wenn ich versuche, mit einem anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, in Korrespondenz zu kommen, dann merke ich ganz deutlich: Da spricht nicht mehr nur der Leib, sondern da löse ich mich heraus. Dann entwickle ich lauter Tugenden. Also „Tugend“ ist heute auch schon kein Begriff mehr, nämlich Ehrfurcht zu haben, Liebeskraft zu haben für das andere Wesenhafte, was mir da begegnet. Oder aber in Hingabe etwas zu tun. Das sind alles Qualitäten, bei denen der Mensch sozusagen merkt: Das ist nicht mein Leib, der da arbeitet, sondern das bin ich losgelöst von meinem Leibe. Da ist ein Höheres in mir wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Zwei Seelen in der menschlichen Brust 01:05:33 =====&lt;br /&gt;
Goethe hat dieses herrliche Gedicht geschrieben, wo er bemerkt:  &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.&amp;quot; &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das heißt eine Seele, die leibgebunden ist, die andere Seele, die leibbefreit ist. Die ganze menschliche Entwicklung in alle Zukunft besteht darin, dass wir uns immer mehr üben darin, frei zu werden von unseren Emotionen. Frei zu werden von diesen Zwängen, die in uns walten, von diesen unkontrollierten Instinkten und so weiter, sondern frei zu kommen davon, nämlich das zu verwandeln. Nicht sie wegzuschieben, kein Asket zu werden, sondern sie zu erkennen, in sich zu erkennen, als wirksame Kraft und die zu verwandeln in etwas, was man dann als Leibfreies, als Seelisches erkennen oder handhaben kann. So, dass wir hier jetzt eine neue Trennungslinie ziehen müssen. Das leibgebundene Seelische (unter der gestrichelten Linie) und die leibfreie Seele. Die steht über dieser gestrichelten Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch als Naturwesen 01:07:06 ====&lt;br /&gt;
Wenn man diese drei Naturreiche und deren Repräsentanz im Menschen verfolgt, wird man sagen: Der Mensch ist auch ein Naturwesen. Er ist völlig abhängig von alldem, was ich da geschildert habe. Auch er hat entsprechende Organe überall, hier oben im Kopf, wie im Bauch, wie Herz und Lunge, wie die Säugetiere sie haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist es so, dass sich dadurch, dass der Mensch mehr ist nur als eine Seele – nämlich, dass er ein Ich hat, dass er einen Wesenskern hat, dass er etwas hat, wo er sagt: „Ich&amp;quot; zu sich selbst und nicht: „Du&amp;quot; zu sich selbst, sondern „Du“ zu einem anderen Menschen, der wiederum zu sich „Ich“ sagt. Das macht man sich heute alles gar nicht so bewusst. Man handhabt das irgendwie. Aber das wirklich mal tiefer zu hinterfragen: Was drückt sich eigentlich darin aus, dass hier in mir etwas waltet, was dann die Kraft hat, irgendwo im Seelischen Ordnung zu schaffen? Und nicht nur im Seelischen, sondern was im Grunde genommen hereinstrahlt in diese Sphäre hier und versucht, das leibgebundene Seelische zu verwandeln, in leibungebundenes Seelisches, in höhere Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses „Ich“ herein kraftet hier jetzt tiefer noch in die Lebenszusammenhänge des Menschen und auch diese versucht zu verwandeln. Da geschieht vieles in tiefer, tiefer Unbewusstheit. Aber wir können uns darum bemühen, die Voraussetzungen, die Bedingungen zu schaffen, dass das Ich wirklich einwirken kann, noch unter das Seelische herunter oder über das Seelische in das Lebendige hinein, das Lebendige zu verwandeln, dass wir auch da die Kontrolle über uns selbst gewinnen und dass das Ich schließlich herein wirkt, bis in den physischen Leib herunter. Es durchstrahlt den ganzen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Einfluss des Ichs auf den physischen Leib 01:09:30 ====&lt;br /&gt;
Das kann man heute - mit den Methoden der modernen Naturwissenschaft förmlich nachweisen, dass die sogenannte DNA - so nennt sich eine bestimmte Desoxyribonukleinsäure, das ist eine Erbsubstanz - dass die einen Prägestempel hat, wodurch man durch Analyse der DNA den Menschen definieren kann. Jeder einzelne Mensch hat seine Komposition des Stofflichen. Der ganze Stoff als Leib ist natürlich aufgebaut. Da sind Eiweiße. Da sind Kohlehydrate. Da sind Fette. Da sind alle möglichen Hormone und Fermente wirksam - der ganze Organismus es ist alles da, muss da sein. Aber wie es da ist und wie es komponiert ist, stofflich, und wie es ineinander wirkt, da kraftet etwas herein, was den Menschen zu diesem bestimmten Menschen macht. Darauf muss man sein Augenmerk legen.  &amp;lt;blockquote&amp;gt;Da ist ein Höheres in uns. Das: „Ich bin“! Dass ich sage: „Ich bin“ und ich bin nicht jemand anders. „Ich bin nur der, der ich bin.“ &amp;lt;/blockquote&amp;gt;[Publikum:] Aber, also jedes einzelne Tier und jede einzelne Pflanze hat ja auch ihre eigene DNA. Ich verstehe nicht so richtig den Zusammenhang zum Ich, zum individuellen des Menschen. Im Gegensatz zur Pflanze und Tier, in dem Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass beim Tier diese ganzen physiologischen Prozesse sehr viel einheitlicher sind. Also von den Arten natürlich unterschiedlich. Man kann sich eigentlich dieses Bild noch mal vor Augen stellen, dass, wenn man verstehen will, was das Tier eigentlich ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten hier vor sich eine große Leinwand und die ist ziemlich undurchsichtig. Dann machen sie fünf Löcher rein und stecken durch die Löcher ihre Finger. Nun stehen Sie (andere Person) auf der anderen Seite und sehen plötzlich diese Finger. Die bewegen sich sogar. Jetzt müssen Sie sich klar machen: Es ist offensichtlich, dass sie sich bewegen, da muss hinter der Leinwand was sein, was diese Bewegungen hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist es evident. Da steht der Mensch direkt hinter der Leinwand und streckt seine Hände, Finger da durch die Löcher. Dieses Bild kann man übertragen aufs Tierreich und sagen: Das, was da als Finger erscheint, sind die einzelnen Individuen. Löwen in der Serengeti, alle Löwen der Welt oder alle Rinder oder Kühe der Welt oder jede Art steht sozusagen verborgen hinter einer solchen Leinwand. Und was erscheint, sind die einzelnen Individuen losgelöst von ihrem eigentlichen wesenhaften ichhaften Urgrund. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert. Das ist das Problem des Tieres. Auch das Tier hat ein Ich, aber es ist nicht inkarniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menschen-Ich hat sich mit dem Leib verbunden, aber nicht vollständig. Da ist sozusagen ein geistiger Überschuss im Menschen, der ihn Denken, Fühlen und Wollen lässt. Ähnlich ist es mit den Pflanzen. Bei den Pflanzen sind die Eiweiß-Strukturen zum Beispiel bei den Getreidekörnern oder bei der roten Rübe sehr ähnlich. Wenn sie die untersuchen, sind die Eiweiß-Strukturen sehr verwandt, sehr ähnlich. Im Prinzip eigentlich nicht zu unterscheiden innerhalb der Art. Das macht den Menschen eigentlich zum Menschen, dass da ein übersinnliches Wesen in uns kraftet. Das ist nicht irgendwo nur in der Welt, sondern es ist zugleich in uns. Das macht es, dass wir seelenleibfrei denken lernen können. Dass wir uns mit unserem Fühlen mehr dem Denken zuwenden können oder mehr den leiblichen Vorgängen. Wir können mithilfe des Denkens und Fühlens so in den Willen eingreifen, dass wir tatsächlich die Fähigkeit erreichen können zum freien Wollen. Stellen Sie sich so was mal vor. Wenn der Mensch von sich sagen kann, er ist ein frei wollender Mensch. Was gibt es eigentlich Erstrebenswerteres als das? Dass wir nicht  nur durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften sozusagen befeuert werden von unten, sondern dass wir in aller Ruhe aus unserem Denken, aus einem Bewusstsein heraus so hereinkraften können in unsere ganze Leiblichkeit, dass wir dadurch zum vernünftigen Handeln, zum sozialen Handeln, in solchen Sphären uns fähig machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Organismusbegriff und die Abgeschlossenheit 01:15:10 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Manfred Klett Buch Das Organismusprinzip ... .jpg|verweis=https://biodyn.wiki/Manfred_Klett|thumb|[[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] Das Organismusprinzip in den Naturreichen, im Menschen und in der Landwirtschaft. Erstauflage 2024. Verlag am Goetheanum. &#039;&#039;ISBN: 978-3-7235-1781-9&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese drei Bereiche hier zusammen anschauen - das Mineralische, Pflanzliche und das Seelische des Tieres - ist hiermit der Organismusbegriff erfüllt. Das macht den Organismus zum Organismus. Hier herrscht eine Abgeschlossenheit. Das Tier führt es uns förmlich vor Augen, was eigentlich gemeint ist mit dem Begriff der Abgeschlossenheit. Da ist eine Haut, eine leibliche Abgrenzung. Der Elefant hat eine Haut, er ist begrenzt. Er ist riesig groß, natürlich ein riesiges Tier, aber er ist es doch irgendwo begrenzt mit der Elefantenhaut. Das Tier ist dadurch charakterisiert, dass es sich nach innen in eine bestimmte Organwelt gliedert. Das ist Ausdruck eines Seelischen. Das Seelische steht über dem Leben, steht über dem rein Physischen, obwohl es evolutiv noch sehr jung ist. Aber es steht darüber und steuert gewissermaßen oder prägt sich rein in das Lebendige, prägt sich rein ins Physische und lässt ein abgegrenztes Gebilde entstehen, mit einer Haut umgeben. Innerhalb der Haut sind bestimmte Organe, die auch in sich wiederum abgegrenzt sind, die dann überhaupt dem Seelischen die Möglichkeit bieten, anwesend zu sein, inkarniert zu sein. So dass man sagen kann: Der Organismusbegriff erfüllt sich. Die relative Abgeschlossenheit erfüllt sich, wenn ich sage, da ist ein Seelisches, das ist übersinnlich, was ich nur in seinem Verhalten und in seinen Phänomenen erfassen kann. Da ist ein Seelisches, das grenzt sich nach außen ab in einer Gestalt und gliedert sich nach innen in Organe. Da haben Sie so ein bisschen eine Art, ich möchte sagen, Definition. Es ist ein Begriff, eine Idee, die sich aber mit Inhalt erfüllt, wenn man darauf schaut. Es grenzt sich ab nach außen, in eine bestimmte Gestalt, die ist so spezifisch, dass sich dort schon so der Ausdruck des Wesenhaft-Seelischen repräsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Reh aus dem Waldrand heraustritt und dann plötzlich den Kopf mit dem Gehörn anhebt. Oder der Hirsch sozusagen mit seinem Geweih da den ganzen atmosphärischen Umkreis abtastet. Wenn das Reh da heraustritt aus dem Wald und steht da und äugt. Das Bild muss man sich mal vor Augen führen. Da merken Sie: Das ist ein Atmosphärisches. Und alles Atmosphärische ist eigentlich nichts anderes wie eine Erscheinungsweise des Seelischen, was man in der Anschauung unmittelbar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kann das Tier unendlich viel über sich selbst sagen, wenn man auf die Formen hinschaut, auf die Gestalt hinschaut. Wie ist die Gestalt beschaffen? Und eben dann auch seine eigene Innenwelt, wie die organisiert ist und wie es sich nach außen hin gibt in seinem Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das macht den Organismus aus. Dass da Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches zusammenklingt zu einem höheren Ganzen. Alles, was da zusammenklingt, ist in sich weisheitsvoll. Da kann ich gar nicht dran rütteln. Das macht man natürlich heute. Ich versuche ja, mit der Gentechnik an allem zu rütteln oder mit der Art der modernen Düngung oder den Insektiziden, durch Pestizide, die ich einsetze in der Landwirtschaft rüttle ich ständig an der Weisheit der Natur. Wo aber genau hingeschaut wird: Diese Welt ist durch und durch weisheitsvoll. Da reicht keine menschliche Vernunft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das greift, wenn das in ein richtiges Verhältnis zueinander gebracht wird, im Sinne eines Organismus. Dann wirkt diese Weisheit durch sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organismus und Individualiät 01:20:05 ===&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt aufsteigen im Menschen, bis in diese Sphäre, dann erfassen wir das, was man Individualität nennt. Wenn wir von Individualität sprechen, dann reicht es nicht, nur vom Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen zu sprechen, sondern von dem zu sprechen, was eigentlich das Ich seiner tiefsten Natur nach ist. Also Geist. Realer, in sich ruhender Geist, der sich selbst in Bezug auf sein eigenes Wesen ausspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spricht sich aus im Ich des Menschen. Jetzt stehen wir vor der Forderung der Aufgabe, im biologisch-dynamischen Landbau, unseren landwirtschaftlichen Betrieb in dem Sinne zu entwickeln, dass wir ihm eine Geschlossenheit verschaffen. Eine relative Geschlossenheit im Sinne des Organismusbegriffs und den Begriff der Individualität fassen, den wir nur durch uns selbst in Selbsterkenntnis fassen können und diesen mit diesem Begriff nun versuchen, so herreinzukraften in diese Sphären hier, dass. wenn ich es so auffasse, heißt es da in dem Satz, dann kann ich so arbeiten, so gestalten, so hineinwirken in die äußere Natur, dass etwas entsteht, was auch im Geiste dem Menschen verwandt ist. Was nicht nur auf dieser Stufe dem Menschen verwandt ist oder dieser oder dieser. Sondern hier in Freiheit, das heißt, dass es losgelöst ist von der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich einen Begriff versuchen, so zu erfassen, aufgrund der Erkenntnis meiner selbst, dass diese jetzt für mich zum Instrument werden kann, meinen landwirtschaftlichen Hof nicht nur zu einem Organismus in diesem Sinne hier durch Zusammenschluss der Naturreiche herstellen kann, sondern dass das Ganze durchstrahlt wird von meinen Intentionen, die nicht mehr leibgebunden sind. Meine Ideen, meine höchsten Gedanken, die ich denken kann, die kann ich jetzt investieren. Aber eben nur auf der Basis der Selbstlosigkeit. Denn sobald das Selbst nur so leibgebunden mitspricht, dann ist es eigentlich schon Egoismus. Das erfordert eigentlich eine Seelenverfassung vom Menschen, die er sich erübt, dass er sich erst in den Zustand, in den geistigen Zustand versetzt, in vollkommener Reinheit zu versuchen, herein zu wirken in den Haushalt der Natur, dass es nicht nur seinem Nutzen, dient, sondern dass er da eine Art Evolution, eine Entwicklung veranlagt, die mit ihm innigst verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen aus dem Publikum 01:23:28 ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir sind am Ende ... Aber Sie hatten noch eine Frage ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Die bezieht sich eigentlich nur auf diese Trennung zwischen der körperlich gebundenen Seele und der geistigen Seele. Da bin ich jetzt gerade wieder durch dieses Geistig-Individuelle drauf gekommen. Glauben Sie oder glaubst du, dass Tiere... also du hattest das beschrieben mit diesem: Wenn wir eine andere Seele erleben und mit dieser kommunizieren, dass das diese geistige Seele ausmacht. Glaubst du, dass Tiere das nicht können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Na ja, so wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Durch sie selbst? Kann der Elefant mehr werden, als er ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als wir sind? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir mehr werden als ein Mensch? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:]  Ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Können wir vielleicht auch einfach ein Adler sein? Wenn wir ein Adler sind, haben wir dann ein Ich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Der Mensch ist in gewissem Sinne sogar ein Adler, wenn er denkt. Das haben früher die Menschen so erlebt. Da ist man Adler, wenn man die Gedanken in ihrer Höhe, der Höhe des Geistes, die Gedanken so denkt, dann haben sie sich als Adler empfunden. Wenn sie sich empfunden haben als kraftvoll tätiger Mensch, haben sie sich als Stier empfunden. Wenn sie sich empfunden haben, als jemand, der ganz aus der Mitte heraus wirkt und daraus tätig ist in der Welt, haben sie sich als Löwe empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Publikum:] Aber was wir ja nicht können, ist, dem Tier in seinen Kopf zu gucken um zu wissen, als was sich dieses Tier empfindet. Ich denke mal nämlich, wenn eine andere Spezies sich uns als Mensch angucken würde, würde diese Spezies auch ganz klar uns sehen, so wie wir sind. Die würde uns nicht als Adler sehen und nicht als Löwe sehen und nicht als Bär sehen, sondern die würde uns als Menschen sehen und könnte vielleicht auch nicht nachvollziehen, wie wir uns vielleicht als Adler fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett:] Wissen Sie, eines muss man sich eingestehen als Mensch. Wir können so denken, wie ich es jetzt mal so versucht habe, so hier vorzustellen. Aber wir haben bei weitem nicht die Weisheit, die im Tierreich liegt. Das Tier ist weit, weit höher weisheitsvoll. In seinen ganzen Tätigkeiten steht es weit, weit über dem Menschen. Aber eines hat der Mensch: Er kann das, was er kann, steigern durch die Kraft seines Ichs. Er kann lernen. Er kann lernen. Er kann sozusagen sich immer mehr zum Menschen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist, wenn ich sage: Kann der Elefant mehr Elefant werden? Er kann nur Elefant sein, auch innerlich, als dieses Wesen, das er geworden ist, evolutiv. Der Mensch hat die Möglichkeit, obwohl er eigentlich viel weniger weisheitsvoll ist, er ist viel zu stark emotionell, auch wie er sich gibt. So ist doch der Mensch einer, der lernen kann. Lernen, lernen, lernen, mehr zu werden als er ist. Diese Fähigkeit ist noch so zart, aber sie ist da. Kraft dessen, was in mir als Mensch ist oder mich zum Menschen macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns nicht einfach nur so leichtfertig über die Tiere erheben und meinen, wie herrlich weit haben wir es gebracht. Wir haben aber eine Fähigkeit in uns, die uns die Möglichkeit gibt, das Tier in seinem wahren Wesen, den Adler in seinem Wesen, den Löwen in seinem Wesen, den Stier in seinem Wesen, so zu erkennen, dass wir erkennen, die sind alle in uns. Trotzdem ist da noch etwas, was sie zusammenfasst zu einem höheren Ganzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen. Aber es soll nur eine Eröffnung sein, was wir heute besprochen haben, für das Düngungsthema, was wir dann morgen anschlagen. Ich bin eigentlich leider Gottes noch nicht sehr weit gekommen. Also wir müssen dann morgen noch mehr Tempo anlegen. Ja, also dann wünsche ich noch einen schönen Tag heute. Und morgen sehen wir uns wieder.&lt;br /&gt;
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		<author><name>Katrin Amler</name></author>
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