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	<title>BiodynWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11644</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2026-02-20T18:54:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Rückblick auf Folge 6 00:03:31 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=74s Einleitung 00:01:14] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=211s Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:03:31] ===&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=805s Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:13:25] ===&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=930s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum 00:15:30] ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=1255s Die Trias 00:20:55] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=1302s Buntsandstein 00:21:42] =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über den Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=1830s Verbreitung des Buntsandstein in Deutschland 00:30:30] ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=1975s Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:32:55] ======&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=2233s Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13] ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=2566s Reichtum an Quellen 00:42:46] ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=2635s Der Muschelkalk 00:43:55] =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=2722s Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22] ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks [wahrscheinlich gemeint: Buntsandstein] schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=2834s Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14] ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=3202s Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=3621s Der Keuper 01:00:21] =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=3778s Unterer Keuper 01:02:58] ======&lt;br /&gt;
Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=3827s Mittlerer und Oberer Keuper 01:03:47] ======&lt;br /&gt;
Und über diesem Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der [[w:Gipskeuper|Gipskeuper]]. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der [[w:Stuttgart-Formation|Schilfsandstein]]. Und das sehen Sie, dass im Keuper -hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe, und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein. Die Stiftskirche, die Mauern, die sie da verbaut haben, außer dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die [[w:Steigerwald-Formation|unteren Bunten Mergel]]. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch, und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der [[w:Kieselsandstein|Kieselsandstein]] an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Fallinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit transportiert zu werden, das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die [[w:Mainhardt-Formation|oberen Bunten Mergel]], und dann kommt der [[w:Löwenstein-Formation|Stubensandstein]]. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt, daher hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist der [[w:Trossingen-Formation|Knollenmergel]], ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das [[w:Oberer_Keuper|Rät]]. Das ist nochmal ein Sandsteinton, auch Rät genannt. Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=4205s Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:10:05] =====&lt;br /&gt;
Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Fauna-Besiedlungen ... sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem [[w:Chirotherium|Chirotherium]]. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr eingewandert von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie..., aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=4381s Der Jura 01:13:01] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=4429s Unterer Jura (Lias) 01:13:49] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das [[w:Rhaetium|Rät]] folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den [[w:Schwarzer_Jura|Schwarzen Jura]]. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwärzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Oder [[w:Lias_(Geologie)|Lias]] genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwarze Jura. und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über, und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten [[w:Ölschiefer|Ölschiefer]], kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat da mal Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten – der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da findet sich jetzt ein Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]] oder [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]], Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da das Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also en-masse, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreuchte und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass das Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=4642s Mittlerer Jura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22] =====&lt;br /&gt;
Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt – und dann geht es über in den [[w:Brauner_Jura|Braunjura]], genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich [[w:Opalinuston-Formation|Opalinuston]], Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da im wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt der [[w:Eisensandstein-Formation|Eisensandstein]], das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommen nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant, und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]]. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind Weißer Jura, Kalk, und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebard] Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand, der Weiße Jura, stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=4949s Die Kreidezeit 01:22:29] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt folgt diesem Jura, der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgeapert ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgeapert worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sie durch lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Ur-ur-urzeiten stammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide. Aber dann insbesondere die schönste Kreide, die es überhaupt gibt: einerseits auf Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt darauf zu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, [[w:Foraminiferen|Foraminiferen]], [[w:Kalkalgen|Kalkalgen]], alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=5068s Untere Kreide: der große Florenschnitt 01:24:28] =====&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja nur mal andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das [[w:Paläophytikum|Paläophytikum]] sich verändert hat in das [[w:Mesophytikum|Mesophytikum]]. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die [[w:Nacktsamige_Pflanzen|Gymnospermen]] stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die [[w:Araukarien|Araukarien]] und plus/minus viele andere Arten oder die [[w:Mammutbäume|Sequoien]], der Redwood Tree, sagen die in Amerika, oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt Wald-bildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der oberen Unterkreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auf, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=5274s Oberkreide: Blütenpflanzen, Gräser und das Ende der Saurier 01:27:54] =====&lt;br /&gt;
Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die [[w:Süßgräser|Gramineen]]. Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]], [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]] oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, [[w:Archaeopteryx|Archäopteryx]] und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen: Saurier und Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben im Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde. Also ein neues Zeitalter bricht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=5480s Ausblick und Diskussion 01:31:20] ===&lt;br /&gt;
[Mit] diesem Zeitalter müssen wir dann am Montag fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Weil uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Ja, also die letzten 500.000-1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde sowas von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte [[w:Kimmerischer_Faltengürtel|kimmerische Gebirgsbildung]], die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY&amp;amp;t=5632s Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin 1] Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so reinfindet, da gibt es kaum noch... Also das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bodenentwicklung]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Manfred Klett]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gunter Gebhard]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seminare]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Stefan Sylla]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2026-02-20T18:41:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Problem der Datierung 00:12:24 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 6. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=116s Einführung 00:01:56] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also, da kommen noch zwei, gell? Das ist übrigens ein Vulkanit aus dem Kaiserstuhl. Ein junges Exemplar, sehr blasig, schon ein bisschen... Feldspäte sind da drin, aber das sind eigentlich schon keine reinen Feldspäte mehr. Also, das ist eine sehr junge Bildung aus dem Kaiserstuhl. Der Kaiserstuhl bei Freiburg, da im Rheintal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist das nicht Vulkanfelsen? Vulkan. Das ist doch eigentlich Vulkan, oder nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkanisch. Vulkanisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=174s Ergänzung zu Folge 5: Altersdatierung 00:02:54] ===&lt;br /&gt;
So, wir fangen einfach mal an. Ich möchte noch eine Ergänzung machen zu dem, was wir gestern angefangen haben. Das habe ich einfach schlicht, glaube ich, vergessen. Ich weiß nicht, ob ich es gesagt habe. Ich bin so vergesslich geworden, daß ich nicht mehr weiß, was ich gesagt hab. Nämlich zu dieser Zeitmessung. Es ist ja doch so, dass wir heute so leichtfüßig von Jahrmillionen und Milliarden sprechen, und meinen, dass es jetzt einen Granit gibt, der sich da vor 3,9 Milliarden Jahren gebildet hat. Da merkt man ganz deutlich, dass man mit einer solchen Zeitangabe eigentlich gar nichts anfangen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist dazwischen? Oder: welche Qualitäten kann ich dieser Dimension geben? Man kann es sagen, natürlich, das ist ein Wort, viel mehr ist es eigentlich nicht. Welche Qualität kann ich jetzt einer solchen Dimension der Zeit geben, dass ich sage, vor so vielen Millionen Jahren, also schon gar nicht vorstellbar Millionen Jahre, und dann noch tausend Millionen Jahre, und dann nochmal drei. Wie soll man da irgendwie damit anfangen wollen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dass man überhaupt dahin gekommen ist, so zu denken, das liegt natürlich in dem [[A:Materialismus|Materialismus]] unserer Zeit, aber eben auch damit, dass man die Zeit in dem Sinne berechenbar gemacht hat, da haben wir ja drüber gesprochen. Und man hat sie eben schließlich und endlich so berechenbar gemacht, dass man bestimmte Phänomene entdeckt hat am Ende des 19. Jahrhunderts. Das war [[w:Henri_Becquerel|Henri Becquerel]] in Paris, er war ein Physiker. Eines Tages, das war im Jahr 1896, hat er da so eine Fotoplatte gehabt, und die war vollkommen eingeschlossen in Papier, bzw. also lichtgeschützt eingeschlossen. Und dann hat er, ob zufällig oder bewusst, weiß ich nicht jedenfalls, da ein Mineral draufgelegt, nämlich die [[w:Uraninit|Pechblende]]. Die kannte man aus Böhmen, und da hat er die da draufgelegt, und dann hat er diese Platte dann entwickelt, und dann war plötzlich da ein ganz schwarzer Fleck. Obwohl es lichtgeschützt war, diese Fotoplatte, war da dann ein schwarzer Fleck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war für ihn natürlich ein unglaubliches Phänomen. Wo kommt jetzt diese quasi Lichtwirkung her? Und das war eigentlich der Ausgangspunkt der Entdeckung der Radioaktivität. Henri Becquerel, 1896. Und dann, wenige Jahre später, war das dann [[w:Marie_Curie|Madame Curie]], Chemikerin, und [[w:Pierre_Curie|Henri Curie]] in Paris, Physiker. Die haben zusammen dann das weiter verfolgt. Man wusste nicht, das muss ja eine Strahlung irgendwie sein. Und haben dann also tatsächlich isoliert das Radon als Zwischenstadium eines Zerfalls des Urans. Also man hat dann konstatiert, dass da irgendwie ein Massezerfall stattfinden muss, und eine starke Energieabstrahlung, also dass da offensichtlich die Mineral nicht irgendwie konstant ist in seiner Substanz und Kontur, sondern allmählich übergeht, offensichtlich, durch Zerfallsprozesse, Abstrahlungen, in Elemente, die leichter sind als das Ausgangselement.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat man dann die entsprechenden [[w:Zerfallsreihe|Zerfallsreihen]] auch nach und nach entdeckt. Also es gibt eine Uran-Zerfallsreihe, die über das [[w:Radon|Radon]] geht, und dann endet im Element Blei. Nicht Radioaktivem Blei, das gibt es auch. Und eine Thorium-Zerfallsreihe, und so verschiedene Zerfallsreihen hat man dann entdeckt. [[w:Ernest_Rutherford|Rutherford]] hat drei Jahre später, um 1903, schon die erste Zerfallstheorie begründet. Also man merkte da, es war ein Aufbruch eben in Richtung der ganzen Atomphysik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Strahlung nun, dann hat man sich gesagt, welcher Art sind die überhaupt? Dann hat man entdeckt, dass es drei verschiedene [[w:Radioaktivität#Zerfallsarten|Arten von Strahlung]] sind. Die Alpha-Strahlung, das ist so eine Protonenstrahlung, beziehungsweise eine Heliumkernstrahlung, die nicht in großen Distanzen wirkt, aber sehr intensiv. Und dann eine Elektronenstrahlung, also was da so eben das Atom aufbaut, also da wird irgendwas abgestrahlt, also Elektronen und dann noch die Gammastrahlung, das war eine sehr energiereiche Licht-Quantenstrahlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das hat man da entdeckt und aufgrund dieser ganzen Entwicklungen, die damit verbunden waren, zusätzliche Entdeckungen hat man festgestellt, dass diese Zerfallszeiten, dass sie nicht nach irgendwelchen äußeren bekannten Regeln sich abspielen, sondern im gewissen Sinne zufällig. Gesetzmäßig zufällig, könnte man sagen. Also nur statistisch erfassbar, nicht wirklich als eine Regel ein kontinuierlicher Zerfall von Materie, sondern, wer mal einen [[w:Zählrohr|Geiger-Zähler]] in der Hand gehabt hat, der weiß, wie das Ding funktio... nicht funktioniert, sondern wie es reagiert auf Strahlungen, auf Erdstrahlungen, dass es immer macht: de... dededede... de... dedededede... de... also ganz zufällig reagiert ein solcher Szintillator auf solche Strahlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man hat eben da das mal statistisch irgendwie erfasst, wie das bei den einzelnen radioaktiven Elementen aussieht und aufgrund dessen hat man dann eben ausgerechnet, wie lange es dauert, bis eine bestimmte Menge Uran zerfallen ist, zu Radon zum Beispiel. Wie viel Masseverlust ist damit verbunden, also wie Uran, und wie viel ist daraus Radon entstanden. Man hat also diese Strahlung quasi in einem bestimmten Zeitraum gemessen, also statistisch erfasst und hat daraus dann die Zerfallszeiten errechnet, also die Zeit, die es braucht, bis so und so viel Masse sich umgesetzt hat oder abgestrahlt worden ist vom Uran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=610s Rubidium-Strontium. und Radiokarbon-Methode 00:10:10] ====&lt;br /&gt;
Naja, und daraus, das hat man dann in sogenannten [[w:Halbwertszeit|Halbwertszeiten]] erfasst, und, man rechnet normalerweise immer in Halbwertszeiten, also nicht in der vollen Zeit, und da stellt sich heraus, dass es also Elemente gibt, wie zum Beispiel den Kohlenstoff, der sehr kurze Zerfallszeiten hat in der entsprechenden Einheit, und andere Elemente gibt mit sehr endlos langen Zerfallszeiten. Und aufgrund dessen, aufgrund dieser Tatsache hat man jetzt also versucht, Elemente mit sehr langen Zerfallszeiten einzusetzen, um hier zu einer Zeitmessung zu kommen der gesamten Erdenentwicklung. Und da gibt es also zum Beispiel die [[w:Rubidium-Strontium-Datierung|Rubidium-Strontium-Methode]], die erfasst ungefähr 1,25 Milliarden Jahre. Zerfallszeit bis also die Hälfte der Substanz wirklich zerfallen ist, dauert ungefähr 1,25 Milliarden Jahre. Und andere Stoffe, wie zum Beispiel Elemente wie der [[w:Radiokarbonmethode|Kohlenstoff]], da geht es sehr viel rascher, und so hat man jetzt diese verschiedenen Methoden zur Zeitmessung eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglaublich abstrakt, also auch wiederum aufgrund von Messungs-Schlussfolgerungen. Und mit der sogenannten [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbon-Methode]], die vielfach heute eingesetzt wird, gerade in archäologischen Zusammenhängen, der hat dann ungefähr eine Zerfallszeit..., Halbwertszeit von über 50.000 Jahren, zu 51-52.000 Jahren, und da kann man jetzt gerade bei organischen Substanzen, kann man da den Anteil an Kohlenstoff, ein C40, wie man das nennen würde, also ein bestimmtes Isotop, kann man dann jetzt messen, wieviel davon in einer bestimmten Zeit zerfallen ist und kann dann Altersbestimmungen machen bis 60.000, 70.000 Jahre Vergangenheit bei organischen Stoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=744s Problem der Datierung 00:12:24] ====&lt;br /&gt;
Also da hat sich von daher eine sehr, sehr ingeniöse, kann man wirklich sagen, Zeitmessung ergeben, und auf die stützt man sich heute, wenn man von diesen großen Zeiträumen spricht. Aber man muss einfach wissen, auch hier liegt das Aktualitätsprinzip zugrunde, denn man geht davon aus, dass selbstverständlich diese radioaktiven Substanzen zu allen Zeiten, vom Anbeginn der Erdenentwicklung, die Materie in einem Zustand war, dass sie schon im Zerfall begriffen ist. Schon dieses Phänomen der Materieauflösung, könnte man sagen, bestanden hat. Das ist meines Erachtens eben eine glatte [[w:Prämisse|Prämisse]]. Und das muss man immer im Hintergrund haben, wenn man von solchen Zeitbestimmungen hört, dass sie eigentlich aufgrund statistischer Messungen oder Erfassungen von Messungen und letztlich im Grunde genommen eine unglaubliche Reduktion der ganzen, alles dessen bedingt, was mit Zeit zusammenhängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben gestern ja das angesprochen, dass wenn man von Zeitprozessen spricht, dann sind es Prozesse, es ist ein Geschehen, es ist eine Entwicklung, es ist Leben, was sich entfaltet. Die Zeit ist im Grunde genommen auch nur ein abstrakter Ausdruck dafür, dass es ein Beziehungsverhältnis gibt zwischen dem Jetzt und dem Nachher oder dem Vorher. Die Idee des Nacheinander kennzeichnet die Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wollte ich doch nochmal ergänzen, das habe ich schlicht vergessen nochmal zu sagen, dass man da heute wirklich Messmethoden hat, die scheinbar eben tatsächlich eine Altersbestimmung zulassen, aber wenn man damit irgendetwas konkretes verbinden will, dann ist man eigentlich hoffnungslos verloren. Man muss immer fragen, heute, in all diesen Dingen muss man immer fragen: was sind eigentlich die Prämissen? Welche Prämissen stehen am Anfang? Dann wird man wieder urteilsfähig in diesen Dingen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=912s Rückblick auf 5. Folge 00:15:12] ===&lt;br /&gt;
Dann haben wir uns gestern, sind wir übergegangen, jetzt auf der Grundlage einer Relativzeitbestimmung, in dem wir gesagt haben, was hat sich jetzt in der Erdenevolution abgespielt, und setzt das einfach mal abstrakt gleich 100, und jetzt versucht man jetzt die ganzen Entwicklungsstufen, die man feststellen kann, die sich phänomenologisch ergeben, wie kann man die jetzt auch prozentual auf 100% beziehen. Und da haben wir angefangen mit dem Archaikum, dem Erdurbeginn, wo man eigentlich sehr schnell an Grenzen stößt, das irgendwie in seinem realen prozessualen Geschehen zu erfassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und haben ja noch die Betrachtung eingefügt, wie man das jetzt vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft anschauen kann, dass da ja auch große Evolutionsschritte sich vollzogen haben in der Erdenentwicklung. Und wie diese in einem Verhältnis stehen können zu dem, was man heute geologisch überhaupt phänomenal erfassen kann. Und da kommt man eben dazu, zunächst mal zu entdecken, es gibt da irgendwo ein Erdanfang, ein Uranfang, der sich in bestimmten Ablagerungen, bestimmten Gesteinsbildungen und so weiter kundtut. Und die man dann eben als Archaikum bezeichnet, dieses Zeitalter. Und ich bin dann also mit der Vermutung, also ich meine, dass sie einigermaßen zutreffend ist, ich habe Zustimmung, glaube ich, so ein bisschen bekommen, dass man sagen kann, dass das, was die früheren Inkarnationsstufen der Erde waren, und die noch einmal wiederholt worden sind zu Beginn der Erdenentwicklung, dass diese bei jedem neuen Entwicklungsschritt in der Folgezeit sich wieder wiederholen auf jeweils höherer Stufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt keine Wiederholung auf derselben Stufe. So wie man eine Treppe hochgeht, ist es immer wieder eine neue Stufe, die man erklimmt. Aber man wiederholt den Treppenaufstiegsvorgang als solchen. Und so ist die Evolution eine solche, die immer wieder neue Stufen erklimmt, aber die vorangehenden wiederholt, die hat man wirklich durchlaufen. Sonst käme man gar nicht auf diese Stufe da hoch. Und so ist eben der Beginn dessen, was wir heute Erdenentwicklung in diesem äußeren Sinne verstehen, das muss man ansiedeln in der Wiederholungsstufe des alten Mondes, in der alten Mondenentwicklung zu Beginn, nachdem die Saturnentwicklung, die Sonnenentwicklung vorausgegangen war, zu sehen in dem, was man die lemurische Entwicklungsperiode der Erde nennt. Also dass es sich zunächst nicht um die Erdenentwicklung als solche, sondern erst einmal um Wiederholungsstufen handelt auf der höheren Stufe der lemurischen Zeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Stufe ist die des Archaikums, von der wir gesagt haben, dass es 50 Prozent der ganzen Erdenentwicklung schon in Anspruch nimmt. Also sehr, sehr zeitlich, das möchte ich nochmal sagen, das kann man nicht zeitlich fassen. Wie soll ich zeitlich 50 Prozent der Erdenentwicklung fassen? Wie soll ich mir vorstellen, dass die Hälfte der Zeit der gesamten Evolution in ein Zeitalter fällt, wo kaum etwas äußerlich passiert ist. Außer dem, dass da Granitbildungen stattgefunden haben, wo sich aus einer noch urbildlichen Materie langsam formhafte Gebilde, die Grundstücke unserer Kontinente herausgebildet haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben dann gesagt, dass da auch, man glaubt, dass da schon Lebensvorgänge im äußeren Sinne drin zu sehen, aber man müsste eigentlich sagen, dass ist gar nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist, dass das Ganze lebendig war. Dass es durch und durch noch von Leben durchdrungen war, diese ganzen materiellen Vorgänge, die da im Archaikum sich abgespielt haben. Also diese Formungsvorgänge in einer noch relativ ungeformten Masse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man spricht dann eben auch von einer Diskordanz, also da kommt irgendwas zu Ende, am Ende dieses Archaikums. Das heißt insofern zu Ende, als man Spuren entdeckt, Formspuren, dass da Ablagerungen sind oder jedenfalls eine Grundlage, Gesteinsgrundlage ist, sei es Granit. Und dass plötzlich da drauf jetzt mehr Sedimente sich ablagern, eben ablagern, horizontal, und dass da ein Sprung ist, offensichtlich ein Entwicklungssprung. Und der kennzeichnet den Übergang dann in das Proterozoikum, früher hat man es auch Algonkium genannt oder auch mal Eozoikum. Also es sind einfach Namen, die bezeichnen jetzt eben ein Zeitalter, was sich daran anschließt, wo jetzt sich immer deutlicher herausformt, das Leben, das gestaltete Leben. Nicht das allgemeine, sondern das gestaltete Leben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Zeitalter des Proterozoikums ist dadurch charakterisiert, dass insbesondere jetzt die Algen, die Meeresalgen, und zwar sind es [[w:Kieselalgen|Kieselalgen]] vor allen Dingen, oder überhaupt, die da jetzt deutlicher in der Formgebung, in Erscheinung treten im älteren Proterozoikum. Und je weiter diese Zeit, 23 Prozent der ganzen Evolution, der relativen Evolution, je weiter wir da fortschreiten in das jüngere Proterozoikum, desto mehr treten schon Urformen, also sehr keimhafte Formen der gesamten niederen Tierfauna in Erscheinung. Und außerdem ist es eine Zeit, wo sich heute im großen Stil Eisenerze finden lassen, also die großen Eisenerzvorkommen in Kanada sind alle aus dieser Zeit des Proterozoikums. Auch in Skandinavien, oben in Nordschweden, Kiruna, die Vorkommen, die stammen auch aus den frühen Zeiten. Außerdem Gold, Silber und Kupfererzvorkommen, die sind sehr, sehr ausgedehnt. Und wie gesagt, eine vermehrte Sedimentation, die sich da in diesem Zeitalter abspielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es endet das Proterozoikum mit einer Eiszeit. Das ist auch sehr schwer nachzuvollziehen. Natürlich in dieser Frühzeit einer Eiszeit sich zu denken, in der Erdenentwicklung, aber man findet eben die sogenannten [[w:Tillit|Tillite]]. Das habe ich schon mal angesprochen. Das nennt man diese Ablagerung dieser früheren Eiszeiten. Und vor allen Dingen hat man die zuerst in Australien gefunden, also auch in der Südhalbkugel. Aber damals, wie gesagt, ist Australien noch nicht da, wo es heute ist, also eine wohl doch sehr ausgedehnte Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die kennzeichnet jetzt wiederum eine Grenze. Also ich war mal in Australien, in Adelaide, das ist Südaustralien, da liegen die Tillite direkt über dem Kambrium. Also diese Eiszeit in der Ablagerung über dem Kambrium, das ist das erste Zeitalter des Paläozoikums. Also wir treten jetzt in ein neues Zeitalter ein, nach dem Proterozoikum. Das Proterozoikum hatte eine ungeheure Ausdehunung, also über die ganze Welt natürlich hin, aber in Kanada hat man nachgewiesen, dass das bis zu 25 Kilometer mächtig ist, diese Ablagerung des Proterozoikums. Oder des Grand Canyon haben wir angesprochen in Amerika. Also diese Zeit ist jetzt vorbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=1532s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 2): Paläozoikum (Forts.) 00:25:32] ===&lt;br /&gt;
Und jetzt eine Schwelle einer Eiszeit und danach, also Eiszeit bedeutet ja auch ein Todesprozess, und danach plötzlich ein unglaublicher Aufbruch. Also so unvorstellbar, was sich da jetzt in dem nächsfolgenden Zeitalter des Paläozoikums entwickelt. Eine explosive Entwicklung des jetzt höher organisierten Lebens. Und dann -muss ich jetzt nochmal die Tafel malen- also wir hatten diese Zeitalter, die setzen sich hier jetzt fort ins Paläozoikum. Und dieses Paläozoikum gliedert sich seinerseits wiederum in eine ganze Reihe, großer, sehr ereignisreicher Zeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=1595s Kambrium: Entwicklung des Lebens 00:26:35] ====&lt;br /&gt;
Und das erste nach dieser Diskordanz des Proterozoikums ist das [[w:Kambrium|Kambrium]]. Und dieses Kambrium hat seinen Namen nach [[w:Kambrium#Geschichte_und_Namensgebung|Cambria]]. Cambria, das ist das alte Wales, was heute in England Wales ist, das  hieß früher Cambria, bei den keltischen Stämmen, die da ja besonders zu Hause sind. Alles Namensgebungen, die auf [[w:Charles_Lyell|Lyell]] zurückgehen. Und dieses Kambrium ist nun dadurch gekennzeichnet, dass da wiederum irgendwo eine Einsenkung stattgefunden hat. Heute nennt man das eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]], aber ich würde mal sagen, dass plötzlich die Erde langsam einsinkt, großflächig, und dadurch so eine Art Becken entsteht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Becken, das darf man so sagen, vollzieht sich die gesamte Evolution. Ich nenne sie immer Evolutionsbecken, die da entstehen. Also Absenkungen, wo jetzt vielfach dann am Rande auch Gebirgsbildungen entstehen oder Erhebungen zumindest. Aber hier senkt sich jetzt etwas ab, und hier entwickelt sich jetzt zunächst mal eine Überflutung. Also da ist plötzlich Wasser. Da ist jetzt Wasser, da sondert sich das Wasser immer mehr, sozusagen von dem materiellen allgemeinen Leben der Erde heraus, wird echt Wasser, und die Sonne scheint, jedenfalls in Grenzen, auf dieses Wasser. Also Goethe würde das sagen, der Gesang der Geister über den Wassern, das ist die Zeit, in die wir jetzt eintreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in einem solchen Senkungsgebiet entwickelt sich das Kambrium, aber eben weltweit. Also die größten Ausdehnungen des Kambriums findet man in Nordamerika, also kontinentalweit. Riesen, also spätere Geosynklinalen sind relativ schmal, aber die jüngeren, die ersten großen, schon im Proterozoikum wahrscheinlich, aber dann im Paläozoikum, das sind auch noch riesen ausgedehnte Gebiete, in denen sich jetzt im Wasser ein höheres Leben herausformt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=1758s Lebensformen im Kambrium 00:29:18] =====&lt;br /&gt;
Und alles, was sich da herausformt, ist relativ stark noch geprägt von der Kieselnatur. Die Kalknatur tritt noch nicht so in Erscheinung. Die Algen sind [[w:Kieselalgen|Kieselalgen]]. Die Schwämme sind [[w:Hornkieselschwämme|Kieselschwämme]], es gab später dann auch Kalkschwämme, jedenfalls Kieselschwämme. Und so ist das ganze Leben, was sich hier entwickelt, eines, wo man sagen kann: die gesamte [[w:Wirbellose|wirbellose Fauna]] ist in ihren Urformen schon da. Schlagartig. Man spricht, also ich weiß nicht, ob man heute schon ein paar mehr gefunden hat vielleicht, man spricht ungefähr von 2.500 verschiedener Arten von solchen wasserbewohnenden Tieren, wirbellos, also wirbellos, die da sich finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und unter denen, also es sind schon, es sind, wie gesagt, diese [[w:Hornkieselschwämme|Kieselschwämme]], es sind [[w:Strahlentierchen|Radiolarien]], das sind auch [[w:Protozoen|Protozoen]], die ein Kieselgehäuse haben. Und ähnlich, wie später die [[w:Foraminiferen|Foraminiferen]], das sind Kalkgebilde, die dann viel, viel später sich erst entwickelt haben, diese Radiolarien und dann auch später die Diatomeen [Kieselalgen], das sind also Kiesel, die haben ein Kieselgehäuse von einer kunstvollen Gestaltung, was über jede Menschenphantasie hinausgeht. Also wo man den Eindruck hat, die Natur wird selber zur Künstlerin. Und das hat ja Goethe auch mal formuliert, die größte Künstlerin ist die Natur. Und wenn man da [in] diese Uhrzeit eintaucht und die Versteinerungen sieht, dann muss man einfach sagen, hier hat ein großer Künstler Hand angelegt und hat mit einer geradezu, ich möchte mal sagen, in Weisheit getauchten Fantasie, jetzt diese wunderbaren Formen, die alle vollendet sind, jede für sich ist so vollendet. Man kann da nicht sagen, naja, das war ein schlechter Versuch gewesen oder so, hätte auch besser sein können. Nein, jede Einzelform ist in sich ihrem Stile nach vollendet. Bei diesen Radiolarien und Diatomeen, also eine ungeheure Artenfülle erscheint, und zwar eben die gesamte wirbellose Fauna in ihren Urbildern ist da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=1939s Sedimentationssenken als Werde-Orte früher Organismen 00:32:19] =====&lt;br /&gt;
2500 Arten, die man da, das ist schon 30, 40 Jahre her, es hat sich uferlos vermehrt. Also man macht sich da überhaupt gar keine Vorstellung. Wie ist sowas möglich? Da hast du wirklich den Eindruck, dass in eine solche Evolutionswanne [Senke] hier, jetzt -also das ist mein Bild, was ich habe, muss ich wirklich sagen- dass das nicht etwas ist, was nur jetzt von der Seite eingeschwemmtes Material ist, irgendwo von irgendwelchen Erhebungen des Erdreiches, was sich dann hier sozusagen jetzt in einzelnen Schichten sedimentiert hat, das sind ungefähr vier bis sechs Kilometer mächtig, das Kambrium, vier bis sechs Kilometer, in denen es sich Schicht um Schicht aufbaut, sondern dass diese Sedimentationen im Zusammenhang zu sehen ist mit den Werden dieser Organismen. Also ich kann das gar nicht trennen, ich muss einfach sagen, das ist auch ein Niederschlag aus dem Umkreis, der jetzt sedimentbildend auf Erden stattfindet. Da fällt etwas heraus, es stirbt und sedimentiert, lagert sich ab, wird erdenschwer, möchte ich mal sagen. Aber doch noch, es fällt heraus aus einem umfassenden Lebensprozess im Umkreis und was damit herausfällt, sind dann diese schon stärker geformten Organismen, die hier jetzt in einer gerade explosiven Entfaltung sich entwickelt haben im Kambrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=2058s Trilobiten: Die Ur-Idee tierischer und menschlicher Leibesbildung 00:34:18] =====&lt;br /&gt;
Nun, dieses Kambrium hat ein wesentliches Leitfossil, und das ist das hier. Da können Sie mal sehen, wie hoch entwickelt damals schon, ein Leitfossil, ein [[w:Trilobiten|Dreilappkrebs]] nennt man den, das ist ein [[w:Trilobiten|Trilobit]]. Und diese Trilobiten sind in großer Masse aufgetreten, das stammt übrigens aus Marokko, die Sahara gehörte auch in diese Zeit, das ist auch Kambrium, noch und noch. Und diese Dreilappkrebse, wenn Sie die angucken, die haben Augen, ganz große Augen haben die, und haben eine ganz deutliche Gliederung, und da können Sie schon den Urtypus aller zukünftigen Gliederungen, aller tierischen und menschlichen Organismen entdecken, nämlich das Prinzip der [[Dreigliederung des Menschen|Dreigliederung]] nach Kopf, Brust und Gliedmaßen, Abdomen in diesem Falle. Deswegen heißen die Trilobiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und für mich ist das so faszinierend, gerade dieses Gebilde, weil ich mir einfach sage, da haben sich Ideen inkarniert. Und daran kann man erkennen, dass Ideen nicht Ideen-Nomen sind, irgendwie mal ein schöner Gedanke, den mal jemand gedacht hat, sondern dass Ideen wirksame Prinzipien sind. Was da draußen sich als Trilobit niederschlägt, hat sein geistiges Gegenbild, sozusagen sein geistiges Urbild, das sich jetzt verkörpert hat in diesem Trilobit, aber was ideell als Idee erfasst werden kann, wenn wir in der Anschauung eines solchen Trilobiten plötzlich bemerken, mein Gott, das Bildeprinzip ist da schon veranlagt, das auch dem Menschsein zugrunde liegt. In allerersten Urbildern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Leibesbildung des Menschen oder der Tiere, die musste durch diese Stufen alle durch. Überall musste die Natur erstmal quasi experimentieren, um bestimmte geistige Inhalte, Urbilder in die äußere Gestaltung bringen. Und erst auf dieser Grundlage baute sich dann langsam erst die Leibesbildung der weiteren evolutiven Entwicklung der Wesen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jetzt das Kambrium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=2229s Ordovizium 00:37:09] ====&lt;br /&gt;
Und da folgt dann wieder eine [[w:Diskordanz|Diskordanz]], die zwar nicht so überdeutlich ist, aber doch eine. Und das nächst folgende Zeitalter ist das [[w:Ordovizium|Ordovizium]]. Also das sind hier ungefähr 4 bis 6 Kilometer mächtig. Ich hab das hier oben hingeschrieben, ... Und dieses Ordovizium nun setzt eigentlich diese kambrische Entwicklung fort. Nur finden sich genauso die Trilobiten, da finden sich genauso die Kieselschwämme und alle diese Radiolarien und alles das, auch muschelartige Gebilde, das findet sich da genauso. Aber da tritt ein neues Wesen auf, was dann als Leitfossil gilt für diese... Also hier ist es der Trilobit und hier [im Ordovizium] sind es die Grapholithen [Anmerkung des Transkripteurs: der Begriff [https://elexikon.ch/Grapholith Grapholith] taucht in der modernen Geologie-Literatur kaum mehr auf, allenfalls als alte Bezeichnung für Tafelschiefer/Schreibschiefer/Tonschiefer, in dem die, womöglich hier gemeinten [[w:Graptolithen|Graptolithen]], ein wichtiges Leitfossil des Alt-Paläozoikums, zu finden sind]. Grapholithen. Und diese Grapholithen sind sogenannte Wurzeltierchen, [[w:Wurzelfüßer|Rhizopoden]] genannt. Winzig klein, 1 bis 3 Millimeter groß. Und die man findet in den Schiefern der damaligen Ablagerungen wie so Schriftzeichen. Daher heißen sie Grapholithen, also γράφειν (&#039;&#039;gráphein&#039;&#039;), heißt das auf Griechisch, schreiben. Grapholithen, also Schriftsteine könnte man sagen. Und die sind ganz typisch. Es gibt Gegenden, wo das übersät ist, diese Schieferablagerung, dunkler Schiefer, und da diese hellen, feinen, weißen fast, wie Einzeichnungen in diesem dunklen Schiefer. Das sind die Grapholithen, charakteristisch gerade, die jetzt neu auftreten in diesem Ordovizium. Sonst ist die ganze Fauna und Flora dieselbe noch wie im Kambrium. Ich hatte vergessen zu sagen, dass hier selbstverständlich auch die Algen weiterhin sind. Und auch die [[w:Seetang|Tange]] hier anfängt. Die Tange haben dann hier im Odovizium ihre Hochblüte. Also man merkt, wie auch in einer solchen Entwicklung immer etwas erst zunächst ganz zart veranlagt ist. Und dann entwickelt es sich zur Hochblüte und dann vergeht es wieder. Also das Prinzip, was die Einzelpflanze charakterisiert, dieses Prinzip findet man in der gesamten Evolution im Großen wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]: Bitte? Tang... Hoch...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]: Hochblüte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]: Hochblüte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]: So, und dieses Odovizium, da ist auch noch eine weitere Entfaltung, aber nicht wesentlich unterschieden vom Kambrium. Es findet sich alles das...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=2471s Silur 00:41:11] ====&lt;br /&gt;
Und dieses Odovizium, das hat man früher zusammengefasst mit dem [[w:Silur|Silur]], der nächsten großen Periode, die dann hier einsetzt. Ob das eine Diskordanz ist, das weiß ich nicht so recht zu sagen. Oder mehr ein Formenwechsel. Jedenfalls hat sich hier im Odovizium schon etwas angedeutet, einer neuen Evolutionswanne. Also einer erneuten Geosynklinale, dass wiederum das Land sich abgesenkt hat. Das war hier irgendwo zu Ende. Und jetzt bildet sich wiederum eine neue Evolutionswanne, die in dem Maße absinkt, als sich neue Schichten auflagern. Also dass man es immer mit flachen Überflutungen zu tun hat. Also relativ flachen Meeresoberflächen durchlichtet, wo diese wassergeborenen Organismen sich entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, und dann geht das über mit dieser Evolutionswanne hier herein, in die nächste Zeit des Silurs. Das bilden zusammen Ablagerungen von 6 bis 9 Kilometer Mächtigkeit. Also solche Mächtigkeiten hier in Schichten abgelagert. Und mit dieser Einsenkung vollzieht sich jetzt schon seit dem Ordovizium, entwickelt sich jetzt eine ganz charakteristische Gebirgsbildung, die dann das ganze Silur beherrscht. Also wo man sagen muss, dass hier am Rande dieser großen Geosynklinale hier plötzlich sich ein Gebirge aufbaut. Und dieses Gebirge nennt man das [[w:Kaledonische_Orogenese|kaledonische Gebirge]]. Ein Gebirgszug weit, weit größer, weit breiter, weit höher, so denkt man, als die Alpen heute sind. Und der sich hingezogen hat, und wir haben heute sozusagen die Reste noch vor Augen, Nordirland, Wales, Schottland, die Hybriden, dann die ganzen norwegischen Gebirgszüge bis nach Spitzbergen rauf, und das zieht sich noch fort, jenseits von Spitzbergen bis ins arktische Amerika. Also ein gewaltiger Gebirgszug, die kaledonischen Alpen. Und jetzt muss man sich vorstellen, dass in der Zeit Amerika ja nicht da lag, wo es heute liegt, sondern man nimmt sogar an, dass der ganze amerikanische Kontinent damals erst so richtig mit Grönland zusammen verschweißt worden ist, mit Eurasia, also dann erst den Nordkontinent gebildet hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=2662s Entwicklung der Ur-Fische 00:44:22] =====&lt;br /&gt;
Und nun vollzieht sich hier auch, während dieses ganzen Zeitalters, vor allen Dingen in dem jungen Silur, treten die ersten Fische auf. Neben all dem, was wir schon so genannt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Fische hat man jetzt schon im alten Kambrium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich? Das ist ja unverschämt! Echte Fische, wirklich? [[w:Kieferlose|Agnathen]] oder auch so diese... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agnathen. Also schon am Ende des Kambriums kamen sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also zu meiner Zeit war das noch irgendwie so...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei mir war es noch im Ordovizium, inzwischen hat man es im Kambrium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich. Das gibt es doch gar nicht. Nichts sein kann, was nicht sein darf. Aber es darf scheinbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das, was ich jetzt sage, kann sich nach hier verlagern. Es gibt also die Urfische. Und die nennt man die [[w:Kieferlose|Agnathen]]. Und diese Urfische sind dadurch charakterisiert, dass sie kein Innenskelett haben. Sondern nur so eine verfestigte Außenhaut, und die haben nur einen Saugmund, der saugt das Wasser ein. Keine Kiemen, nur eine Nasenöffnung. Also wie die [[w:Neunaugen|Neunaugen]], die gibt es heute noch, diese Fische auf dieser Evolutionsstufe in etwa, die nennt man die Neunaugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Agnathen entwickeln sich jetzt aber weiter, indem jetzt diese Außenhaut immer mehr verknöchert, und dann die Panzerfische entstehen. Also schuppenartig gepanzert, [[w:Placodermi|Panzerfische]]. Und dann zuletzt hier ganz am Ende des Silur tauchen die ersten [[w:Knorpelfische|Knorpelfische]] auf, also eine Art Innenskelett. Kann natürlich auch schon früher sein, angesichts der Tatsache, dass die Agnathen schon hier sind. Also die Knorpelfische. Und ihr kennt ja alle Knorpelfische. Ab und zu hat man auch eine Begegnung mit denen, sehr unschön, das sind die Haie. Die gibt es also heute noch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind mit die frühesten Bildungen überhaupt in der ganzen Evolution. Noch sehr wenig, noch nicht sehr verbreitet in dieser Zeit des Ordoviziums und Silur, also gegen Ende dieser Zeit. Aber man merkt, wie da plötzlich eine unglaubliche evolutive Entwicklung stattgefunden hat. Diese Zeit, das habe ich schon geschrieben, das sind sechs bis neun Kilometer mächtige Ablagerungen. Und wo man natürlich jetzt schon sagen kann, wenn da eine solche Gebirgsbildung damit verbunden ist, wie die kaledonischen Gebirge in dieser Mächtigkeit, dass da schon jetzt erste Sedimentationen in diesem Sinne wirklich, also irdische Art, erosionsartige Art stattfinden, kann ja sein. Und doch möchte ich sagen, das hört noch lange nicht auf, dass sich der Umkreis hereinbildet in solche Evolutionsbecken. Und indem man ständig Neues schafft, entstehen eben damit auch Sedimentationen, die Ausdruck dieses Neuen sind, aus dem Umkreis heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=2973s Devon: erste Landpflanzen und Landtiere 00:49:33] ====&lt;br /&gt;
Diese kaledonischen Alpen, die wurden sehr schnell wieder abgetragen. Also natürlich, man rechnet damit ja, Millionen auch wiederum, nämlich in dem nächstfolgenden Zeitalter, da ist auch wieder eine deutliche Diskordanz, da treffen wir auf das [[w:Devon_(Geologie)|Devon]]. [[w:Devon_(England)|Devonshire]] im Englischen, auch eine Wortbildung von [[w:Charles_Lyell|Lyell]]. Und im Übergang vom Silur, am Ende des Silur zum Devon, da ist nun was ganz Erstaunliches, dass nämlich jetzt offensichtlich eben das Land so geartet ist, das feste Land, nicht von Wasser überdeckt, dass da die erste Landpflanze in Erscheinung tritt. Maßlos primitiv, die sogenannten [[w:Urfarne|Psilophyten]]. Psi-lo-phy-ten. Ganz einfach, also eine Wurzel, die man kaum noch als solche bezeichnen kann, ein Spross, der noch keine richtigen Blätter hat, sondern mehr so stengelartige Gebilde, keine Blüte, nichts, aber eben etwas, was jetzt aus den Festen der Erde heraus sich als Pflanzengebilde der Schwere entgegen nach oben wendet. Vorher war alles in Wassern getragen. Die Algen und die Tange, das waren alles Gebilde, die sich in der Schwebe bewegt haben. Und jetzt festig wächst da etwas vertikal. Kaum, dass es den festen Boden unter den Füßen hat. Die Psilophyten hat man auch in Australien zum ersten Mal entdeckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann tauchen da im Übergang und zu Beginn des Devon, währenddem dieses kaledonische Gebirge abgetragen wird, im Devon war das schon völlig ein Rumpfgebirge geworden, das war völlig weg, tauchen da jetzt die ersten Landtiere auf in Form von [[w:Urinsekten|flügellosen Insekten]]. Also die konnten sich noch in die Luft erheben, also Insekten eben. Krebse gab es schon vorher, aber dass solche an Land gegangen sind, dass die ersten Landtiere aus dem Wasser heraus steigen, Amphibien, und jetzt sich das Land erobern, das ist ein tolles Bild der Evolution. Dass aus dem Wasser heraus die Tierheit sich an Land begibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und gleichzeitig eben die Pflanzen auch jetzt einen großen Schritt an Land tun. Und in dem Maße verliert sich dann auch die ungeheure Wachstumskraft im Wasser selbst, die sich ausdrückt in diesen Riesentangen des Silur, also die 50 Zentimeter Durchmesser gehabt und 4 Meter hohe, gewaltige Tange und gewaltige Algenbildungen, dies lässt immer mehr nach und die Tange sterben dann auch nach und nach, die Riesenhaftigkeit aus. Nun, der Devon ist dadurch charakterisiert, dass verhältnismäßig rasch jetzt diese Psilophyten, diese ganz primitiven Pflanzen im Übergang vom Silur zum Devon, sich übergangslos weiterentwickeln in die sogenannten [[w:Bärlappgewächse|Bärlappgewächse]], die es ja heute noch gibt, und in die [[w:Schachtelhalme|Schachtelhalme]] und in die [[w:Farne|Farne]]. Also diese Dreiheit von Farnen, von Schachtelhalmen und Bärlappgewächsen, die leiten sich aus diesen Psilophyten gleichsam wie ab. Also die haben dann eben die Blätter angenommen, die haben aber noch keine Blüten, aber sie sind jedenfalls jetzt auf der Erde wachsende Pflanzen, bilden ein Wurzelsystem aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt taucht auch in dieser devonischen Zeit noch ein weiterer Schritt der Pflanzenevolution. Also ich möchte mal sagen, wenn vorher bis in das Silur hinein man noch sagen kann, dass die Pflanze und Tier noch nicht richtig geschieden sind voneinander, dass sie noch miteinander irgendwie verwoben sind, das ist evolutiv noch nicht getrennt richtig, jetzt trennen sie sich. Jetzt im Devon trennt sich das Pflanzliche vom Tierischen immer stärker. Die Tiere werden wirklich Tier, beseelte Wesen, also immer mehr beseelte Wesen mit einem Innenleben, und die Pflanzen entwickeln sich zu diesen rein lebendigen Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da in dieser devonischen Zeit setzt nun etwas ein, was man nennen kann, einerseits das Ende der Algenzeit, also alles das, was im Wasser so ist gedeiht, und es findet ein Florenschnitt statt, wie man das nennt, das plötzlich nämlich das [[w:Paläophytikum|Paläophytikum]] einsetzt, eben mit diesen Farnen und den Schachtelhalmen usw. Und ein sekundäres [[w:Dickenwachstum|Dickenwachstum]] ist von diesem Zeitpunkt an zu beobachten. Also es ist auch eine unglaubliche Geschichte, dass dann in diesem Zeitalter jetzt die Pflanzen jetzt Stämme bilden, baumartige Gebilde mit sekundärem Dickenwachstum, mit Einlagerungen von Lignin im Holz und die Insekten mit einem Cutinenpanzer ausgerüstet sind. Also man merkt so, dass Tier und Pflanze sondern sich immer mehr voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=3316s Karbon: Explosion der Pflanzenwelt 00:55:16] ====&lt;br /&gt;
Und das Devon ist weiter dadurch charakterisiert, dass, wie gesagt, das ganze kaledonische Gebirge abgetragen wird, aber gleichzeitig sich am Ende des Devons schon wieder eine neue Geosynklinale andeutet. Also wiederum ein neues Absenkungsgebiet, was dann überleitet in das [[w:Karbon|Karbon]], in das Zeitalter des Karbon. Das ist auch eine deutliche Diskordanz, und jetzt folgt das Zeitalter des Karbon. Und dieses Karbon, wie gesagt, ist wieder so ein Evolutionsbecken, riesig ausgedehnt in einer nördlichen Halbkugel. Und da findet jetzt die Pflanzenwelt vor allem eine ganz, ganz ungeheuer starke Entwicklung. Weniger die Tierwelt, insbesondere die Pflanzenwelt. Was vorher das allgemeine Faunistische im Vordergrund stand, wenn Gleiches auch noch verwoben war mit dem Pflanzlichen, jetzt löst sich das und jetzt treten die Pflanzen immer stärker in Erscheinung, in einer ungeheuren Fülle. Also man hat hier ja schon, so in dieser Zeit hat man schon damals, wie gesagt, das liegt bei mir schon 50 Jahre zurück, hat man noch von 26.000 Arten gesprochen, die man da heute beschreiben kann. Und das hat sich natürlich alles jetzt vermehrt und jetzt verlagert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir hier diesen Florenschnitt, beziehungsweise den Beginn des [[w:Paläophytikum|Paläophytikums.]] Also das alte Pflanzenzeitalter. Und das entfaltet sich jetzt in einer geradezu unvorstellbaren Masse. Da im Karbon, in diesem Absenkungstrichter, der dann später begleitet ist von der karbonischen Gebirgsbildung, der variskischen Gebirgsbildung, komme ich noch drauf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=3479s Steinkohle 00:57:59] =====&lt;br /&gt;
Jedenfalls hier bilden sich wiederum solche gewaltigen Ablagerungen mit einer Unzahl von [[w:Flöz|Kohleflözen]]. Also die [[w:Kohle|Kohle]], jetzt verstanden als eine Ablagerung aus solchen organischen Bildungen, die da abgestorben sind und allmählich dann durch den auflagernden Gebirgsdruck und so weiter sich in Kohle verwandeln. Und die Kohlen, das Karbon, das sind ja dann im Wesentlichen die [[w:Steinkohle|Steinkohlen]], also die durch den Gebirgsdruck stark entgast sind, im Gegensatz zu den [[w:Braunkohle|Braunkohlen]], die sehr viel mehr Gase freisetzen, sind richtiges versteinertes, organisches Material. Das ist eine typische Steinkohle. Und da finden sich jetzt solche Kohlenflöze, wo man nachgewiesen hat, dass die praktisch nur aus [[w:Spore|Sporen]] bestehen. Aus den Sporen von diesen Farnen und eben auch von den Bärlappgewächsen und so weiter. Die hatten ja alle keine Blüten, sondern die haben sich durch Sporen vermehrt. Also man muss sich vorstellen, dass da möglicherweise meterdicke Flöze nur aus Sporen bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie soll man sich sowas denken? Es ist überhaupt, wenn man zurückschaut in diese ganzen Ablagerungsgeschichten, da fragt man sich immer, wie ist es möglich, dass ein und dieselbe Gesteinsart beziehungsweise dieselben organischen Ablagerungen solche Mächtigkeiten erreichen? Dass da nichts dazwischen kommt, sondern dass es wirklich gleichbleibend und offenbar einen längeren Evolutionsraum hier nur diese Sporen oder nur diese bestimmte Pflanzenart abgelagert und sich karbonisiert. Das ist also für mich ein völlig ungeklärtes Rätsel bis zum heutigen Tag. Also bis in die jüngste Erzvergangenheit, dass man überall Ablagerungen sieht. Es muss gleichbleibend, ohne dass da jetzt irgendwas dazwischenfunkt, müssen da über lange Zeiträume, muss das so gleichbleibend sedimentiert worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, also dieses Karbon ist das große Kohlezeitalter der Erde gewesen, wenngleich es auch schon vorher Kohle gab. Also es gibt so eine silurische Kohle und so. Im gesamten Paläozoikum haben sich Kohlen gebildet, also gegen das Karbon zu immer mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=3671s Karbonische Baumwelten 01:01:11] =====&lt;br /&gt;
Im Karbon taucht dann eine Pflanzenwelt auf, die ganz aus Bäumen bestand. Aber eben aus baumgewordenen Kräutern. Also man kann sagen, zunächst waren es diese [[w:Urfarne|Psilophyten]], und dann waren es diese [[w:Schachtelhalme|Schachtelhalme]] und [[w:Bärlappgewächse|Bärlappgewächse]] und so weiter. Und die sind jetzt plötzlich, werden alle zu Bäumen. Also das ganze Karbon ist eigentlich eine Baumwelt. Kräuter in dem Sinne gab es gar nicht, sondern es hat sich immer mehr durch [[w:Dickenwachstum|Dickenwachstum]] und die Stämme gebildet, sodass es regelrechte Bärlappwälder, und bis zu 30 Meter Höhe waren diese Bärlappgewächse. Und die Kalamnitten, also die Schachtelhalme, hatten auch Höhen von 15 Meter, 20 Meter erreicht. Also richtige Wälder, insbesondere aus diesen Pflanzen. Und dann haben sich im Karbon noch weitere Baumarten dazugesellt. Die ersten [[w:Nacktsamige_Pflanzen|Gymnospermen]], also die Nacktsamer, zu denen auch der [[w:Ginkgo|Ginkgo]] gehört, der hier auf dem Hof an verschiedenen Orten zu sehen ist. Glücklicherweise hat er den Frost dann doch überstanden. Ich habe schon gedacht, die sterben ab, dieses Jahr waren alle Blätter weg. Und dann haben die doch wieder ganz neu getrieben. Der Ginkgo biloba, der stammt also aus dieser Zeit, aus dem Karbon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=3770s Tierwelt 01:02:50] =====&lt;br /&gt;
Also dann, die Insekten sind nicht mehr flügellos, sondern die fliegen jetzt da durch die Luft, wie Libellenartig, sehr reiche Libellenfauna. Und die ersten, naja, Amphibien sind schon länger da, aber die jetzt zu echten Reptilien werden, die tauchen da auch auf. Man merkt auch, die Tierwelt fängt jetzt an, das Land sich systematisch zu erobern. Also eine unglaubliche Lebensentfaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=3816s Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36] =====&lt;br /&gt;
Wenn man dann aber den Blick auf das Karbon richtet, und dann auf das nachfolgende Perm, dann merkt man, dass im Grunde genommen ein Zeitalter unfassbarer Katastrophen zugegegen ist. Weil nämlich gleichzeitig eine mächtige Gebirgsbildung stattgefunden hat, im Karbon, die hat sich schon am Ende des Devon angedeutet. Und eine Gebirgsbildung, die heute noch in ihren, nicht in ihren Resten, die sind nämlich völlig verschwunden, sondern in dem, was sich später wieder gehoben hat, als der Grundstock dieser Gebirge, wieder in Erscheinung getreten ist. Das ist ein Gebirgszug, der von Südirland über Cornwall, also Südengland, Bretagne, Zentralplateau, Vogesen, Schwarzwald, Odenwald, dann Spessart, naja, so halb. Und dann der Taunus hier, der ist wieder erschienen, obwohl er devonischen Ursprungs ist. Der Taunus-Quarzit, die stammen alle aus devonischem Untergrund. Aber es waren Rumpfgebirge, die sind wieder gehoben worden, durch die [[w:Variszische_Orogenese|variskischen]] Ereignisse. Und da haben sich dann die variskischen Gebirge drüber gestülpt. Also auch ein erdumspannender Gebirgsbildungsprozess, der einhergegangen ist mit dieser Evolutionswanne, wo diese ganzen großen Entwicklungen im Pflanzen- und Tierreich stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=3941s Bedeutende Kohlevorkommen des Karbon 01:05:41] =====&lt;br /&gt;
Und die Vorkommen von diesen ganzen Bildungen, gerade das Karbon, findet man hier in Deutschland im Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet, der Abbau der Kohle im Ruhrgebiet, der stammt aus dieser Zeit. Und die größten dieser Vorkommen an Kohle sind wahrscheinlich doch das [[w:Donezbecken|Donezk-Becken]]. Donezk ist also da, wo sich jetzt dieser Ostteil der Ukraine abspalten möchte, von der Ukraine, eigentlich wegen des Kohlevorkommens. So hat sich ja die ganze Industrie auch entwickelt in der Ukraine. Und diese Kohlevorkommen, die sind 12 bis 16 Kilometer, reichen die bis in die Tiefe. Also ungheure Mengen an Kohle, die da vorhanden sind. Aber auch in Amerika, in den [[w:Appalachen-Plateau|Appalachen]] und überall findet man in großen Massen diese Kohlevorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=4008s Die Permokarbonische Vereisung 01:06:48] =====&lt;br /&gt;
Und noch ein weiteres ist jetzt kennzeichnend für diese Zeit des Karbons, dass da auf der Südhalbkugel wiederum eine Vereisung stattgefunden hat. Die fing schon in der Mitte des Karbons an und setzt sich dann in der Folgezeit gewaltig fort. Das ist die [[w:Permokarbonische_Vereisung|permokarbonische Vereisung]], die wir schon mal angesprochen haben. Nämlich deren Geschiebe, deren Rückstände heute noch zu konstatieren sind auf der Südhalbkugel. Eben in Afrika, Südafrika bis rüber nach Brasilien, also im südamerikanischen Kontinent. Die sich ja auch in Indien finden, in Südindien, die sich auch in Australien finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wo damals noch dieser ganze Südkontinent [[w:Gondwana|Gondwana]] eine große Einheit gebildet hat. Das charakterisiert dieses ganze Paläozoikum. Dass es einen Südkontinentv gab [Gondwana] und einen Nordkontinent, [[w:Laurasia|Laurasia]]. Da waren die ganzen Nordkontinente mehr oder weniger zusammengeschweißt zu einem Riesenkontinent. Nordamerika, Grönland, Europa, Asien. Und Indien und Australien hingen noch am afrikanischen Kontinent. Dazwischen dann die [[w:Tethys_(Ozean)|Tethys]], die alte Tethys. Ein Meeresgürtel, der diese beiden großen Kontinente voneinander teilte. Und die Permokarbonische Eiszeit fand statt auf der Südhalbkugel im Gondwanaland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die große Verkohlungsnzeit parallel dazu, gleichzeitig auf der Nordhalbkugel. Das muss man sich mal vorstellen. Hier ein unglaubliches Wachstum und dort im Süden diese massive Vereisung, von der man sagt, dass sie 50 mal intensiver war als die Vereisung, die wir jetzt im [[A:Tertiär|Tertiär]] hatten, im ausklingenden Tertiär. Und auch untergliedert in sogenannte [[w:Warmzeit|interglaziale]] Perioden. Das heißt, wo sich das Eis zurückgezogen hat und sich wieder Lebensprozesse in Gang gesetzt haben. Und dann kam der nächste Zug der Vereisung. So, die Permokarbonische Vereisung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=4176s Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36] ====&lt;br /&gt;
Und hier eben in Verbindung mit diesem Absenkungsbecken diese Aufwölbung der [[w:Variszische_Orogenese#Lage_der_variszischen_Gebirge|Variskischen Gebirgszüge]]. Und diese Variskischen Gebirgszüge wurden dann aber auch in der Folge schon im Perm, nachfolgenden Perm, das Perm ist auch wiederum eine Diskordanz, dem letzten Zeitalter des Erdaltertums, also des Paläozoikums. Bis in dieses Zeitalter hinein haben sich diese Variskischen Gebirgsentwicklungen fortgesetzt. Und wurden dann aber auch während dieses Perm auch schon wieder abgetragen. Und das Abtragungsergebnis, das findet man jetzt sedimentiert, tatsächlich jetzt sedimentiert, hier in einer Geosynklinale, die direkt vor dem Taunus liegt. Der Taunus ist eine ältere Bildung, die emporgehoben worden ist, und dann in der Variskischen Gebirgsbildung wieder abgetragen wurde, weitgehend. Und die dann sedimentiert hat in diese tiefe Talsenkung, die sich vom Taunus hier anschließt nach Süden. Also wo der Dottenfelder Hof heute liegt, die wären damals abgesoffen. Alles Wasser, das wurde erst nach und nach sedimentiert mit den Erosionsprodukten dieser ehemaligen Gebirgsbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen findet man hier unten, wenn man hier tiefer gräbt, Ablagerungen oder Bildungen, die so kristalline Schieferplättchen, also fast wie Geld, wenn man Geld anhäuft, hat man diese kristallinen Schieferplättchen vom Taunus. Taunusschiefer, also [[w:Phyllit|Phyllite]], die liegen hier im Untergrund sedimentiert. Und das ganze Perm hat sich hier auch in dieser Gegend aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sind in einer Sondersituation weit und weit, das Perm ist nicht überall so deutlich entwickelt, in einer Situation, wo wir hier auch auf 3-4.000 Meter Tiefe eine Sedimentation haben, hier vor dem Taunus, direkt geht es da runter und es steigt dann auf. Es gibt dann nochmal eine solche Welle nach dem Süden, und es zieht sich bis ins Saargebiet darüber. Auch die Saarkohle, die stammt weitgehend aus dem Perm. Das unterste Perm, da setzte sich gleichsam die Kohlebildung des Karbon noch fort. Aber dann bauten sich auf dieser Permkohle, die untersten Schichten, bauten sich jetzt systematisch die verschiedenen Schichten der Sedimentation der variskischen Gebirgsbildung fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=4377s Dyas: die zweifache Aufteilung des Perm in Mitteleuropa 01:12:57] =====&lt;br /&gt;
Und man spricht hier jetzt beim Perm von, das heißt auch bei den Geologen, die nennen es das [[w:Dyas_(Geologie)|Dyas]], Dyas geschrieben, die Zweiheit, weil man nämlich da im Wesentlichen nur zwei Schichten unterscheidet, nämlich das [[w:Rotliegend|Rotliegende]], das Liegende, und das Hangende in diesem Falle wäre der [[w:Zechstein|Zechstein]]. Und da treten wir in ein Zeitalter ein, vom Karbon ins Perm, ins spätere Perm, wo man sagen kann, jetzt stirbt die Erde, jetzt ist es aus, jetzt haben wir es ausgedient. Auf der einen Seite auf der Südhalbkugel diese Eiszeiten, und auf der Nordhalbkugel stirbt alles ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist noch eine Kohlebildung, wie gesagt, an der Basis des Perm, ganz unten, auch nur lokal, die ganze Saarbrückener Gegend dort, das ist also permische Kohle. Und dann kommt es zu so uferlosen Abtragungen und Sedimentationen und die Pflanzenwelt stirbt so ziemlich aus. Also bleibt gar nicht mehr viel übrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also von diesen ganzen Bärlappbäumen und diesen Riesenschachtelhalmen und diesen Riesenfarnengewächsen, von diesen Wäldern des Karbon ist so gut wie nichts mehr übrig, ein paar [[w:Nacktsamige_Pflanzen|Gymnospermen]] bleiben noch übrig, also quasi die Vorläufer der Nadelgehölze, die man heute noch auf Erden findet, wie die [[A:Araukarien|Araukarien]] zum Beispiel, da in Südamerika, sind ja sehr verbreitet. Aber man hat den Eindruck, eigentlich ist da nichts mehr übrig. Also wirklich die ganze Faunaflora stirbt weitgehend ab. Es tauchen Landwirbeltiere vermehrt auf, aber auch nur in so einem relativ geringen Umfang. Und man fragt sich, wie kann da überhaupt noch eine Entwicklung weiter stattfinden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=4542s Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42] =====&lt;br /&gt;
Die Krone dieser ganzen Sache ist dann der [[w:Zechstein|Zechstein]], der die oberste Lage des Perm ist und einen riesen Umfang hat über die ganze Nordkugel, dass da unter klimatischen Bedingungen etwas stattgefunden hat, was man auch, also ich jedenfalls nicht, mir auch nur annähernd erklären kann, wie sowas möglich ist, dass da Salze sich abgelagert haben, im großen Stil. Salze, Salze, Salze, die ganze Erde ist versalzt. Heute finden sich auf den Kontinenten mehr Salze in Formen von, also verfestigt, kristallisiert, als im Meerwasser gelöst sind. Und das nicht nur in Deutschland, Deutschland ist da ziemlich versalzt, sondern auch, also es zieht sich bis zum Ural hin, also riesen, riesen Salzvorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Zechstein ist nicht nur jetzt ein solches Salz, was ich hier nochmal mitgebracht habe, das ist jetzt also ein Salz aus dem [[w:Muschelkalk|Muschelkalk]], also aus dem Muschelkalk, das ist nicht Zechsteinsalz, aber es ist NaCl, da kann man daran lecken, es sei gestattet. Es ist also NaCl, kubisch. Ja, also diese Salzablagerungen sind nicht nur diese, sondern eben auch die [[w:Kalisalz|Kalisalze]], also die Kalisalze, die heute abgebaut werden und in der Landwirtschaft verbraucht werden, die stammen auch alle aus dem Zechstein. Also jetzt müssen Sie sich vorstellen, dieses Salz hier ist aus dem Muschelkalk, natürlich ist es spätere Zeit, aber auch 18 Meter, 20 Meter, einfach nur NaCl, da ist sonst nichts, ein paar tonische Verschmutzungen drin, aber sonst reines Salz. Dann kommt plötzlich eine Bank reines [[w:Sylvinit|Sylvinit]], also so ein Kalisalz, und so eins immer, und dann kommt eine [[w:Dolomit_(Gestein)|Dolomit]]-Schicht noch, Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat, also man fragt sich, wie ist es möglich, dass Bedingungen geherrscht haben, dass solche Ablagerungen sich in der Einheit jeweils stufenweise so vollzogen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Zechstein hat enorme Mächtigkeiten, ich war mal bei Fulda eingefahren in einem Zechsteinberg, 500 Meter tief, da wird es schon ganz schön warm, und da unten ist in dem Zechstein-Areal, diese Zechstein-Salzen, wo eben Kalisalz insbesondere abgebaut wird, das ist wie eine Stadt, da fährt man wie durch eine Stadt mit Ampelverkehr. Also Tunnels, Tunnels, Tunnels, neben Tunnels, mächtige Säulen dazwischen, und da bauen die da unten, also wenn das mal zusammensackt, da sackt eine ganze Landschaft in die Tiefe. Und da muss man furchtbar aufpassen bei dem Abbau der Salze, dass sie nicht mal irgendwo zu tief irgendwo reinbohren, vorweg, und es dann plötzlich einen Wasserdurchbruch gibt, dann sauft das ganze Bergwerk ab. Aber solange der Salzkörper geschlossen ist, ist es da unten eine ganz trockene Luft, also wirklich wie eine Stadt für sich. Im großen Stil werden die Kalisalze heute da in Russland abgebaut, in der Ural-Gegend, da ist eins der Hauptvorkommen, auch in Kanada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt übrigens auch, ist das permisch? Nee, das ist [?] im südbadischen, aber da gibt es auch nochmal Kalisalze, die da abgebaut werden, das ist auch permisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tertiär sind die.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sind das Tertiärsalze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so eine Parallelerscheinung hat Karbon-Kohle-Stein-Kohle, und dann Kalisalze-[?], und die Braunkohle im Tertiär, und dann wieder Kalisalze. Eine ganz spannende Beziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=4830s Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man taucht da jetzt in eine Welt, und ich möchte nur jetzt noch sagen, dass der Dottenfelder Hof hier das Schicksal hat, auf dem [[w:Rotliegend|Rotliegenden]] sich zu befinden. Und das Rotliegende ist das übelste Zeug, was man sich vorstellen kann für die Landwirtschaft. Das heißt Rotliegendes, das wird aus der Bergmann-Sprache entnommen, dieses Wort, dass man nämlich in Thüringen, im östlichen Harzgebiet, hat man den sogenannten [[w:Kupferschiefer|Kupferschiefer]] abgebaut. Und der Kupferschiefer, der liegt hier zwischen dem Rotliegenden und dem Zechstein, dazwischen gelagert, nicht sehr mächtig, den hat man da abgebaut. Und da haben die Bergleute gesagt, das was zu Füßen ist, das Rotliegende, das hat keinen Wert, und dann kommt der Kupferschiefer, und das Hangende oben ist der Zechstein. Daher diese Benennung Rotliegendes. Und rot, eben, praktisch reiner Ton, rot gefärbt, und das weist immer hin auf sehr aride Verhältnisse während dieser Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darunter liegen dann Tone, die mehr gelb gefärbt sind, mehr grau gefärbt sind, manchmal sogar ein bisschen bläulich gefärbt sind, aber eben Tone, Tone, Tone. Und dazwischen gelagert sind dann die sogenannten [[w:Arkose|Arkosesandsteine]], aus denen hier dieser Hof gebaut ist. Das ist ein reiner Kieselsandstein. Da ist kein Kalk drin, und auch Gerölle, wenn man genau hinguckt, mal diese Steine, die haben immer so Gerölle, dazwischen mal größere, mal kleinere, und sonst ist es einfach verkieselter, mit Kieselgröllen verbackener Quarz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wenn man darauf Landwirtschaft betreiben soll, dann ist das schon so eine schwierige Sache, und wir haben hier in dieser Zwischenzone, auf dem Dottenfelder Hof, haben wir das Rotliegende direkt anstehen. Deswegen stehen da diese Obstbäume, deswegen ist es Weideland. Man hat es auch immer wieder mal zu Acker gemacht. Wir hatten früher Acker da oben, wo die Obstanlage ist, rechts am Wege vor der Straße. Und wenn man da gepflügt hat, dann konnten wir regelmäßig im ausgehenden Winter, wenn es ein bisschen drauf geregnet hat, konnten wir dann versteinertes Holz absammeln. Es gibt hier in diesen arkosen Sandsteinen, gibt es versteinertes Holz, Baumstämme, die eben versteinert und [[w:Verkieselung|verkieselt]] sind. Und in [Bad] Vilbel hat man mal in einem Steinbruch einen ganzen Baumstamm rausgegraben, der liegt in Darmstadt im Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese verkieselten Hölzer, die sind typisch für das Rotliegende. Also auch wiederum ein Phänomen. Ist das noch eine Grundlage für die weitere Evolution der Erde? Ein solcher klimatischer und auch sonstiger Zustand der Erde? Die Erde ist erstorben im Perm. Wirklich. Ein paar Gymnospermen wachsen da oder dort noch. Ein paar Reptilien kriechen da noch mühsam durch die Gegend. Also man hat wirklich den Eindruck, hier ist was zu Ende. Da endet dann auch das [[A:Paläozoikum|Paläozoikum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=5060s Geistewissenschaftlicher Blick auf das Ende des Paläozoikums 01:24:20] ===&lt;br /&gt;
Das Paläozoikum, das ja charakterisiert ist, das muss ich nochmal betonen, dass es die große Schieferzeit ist. Also hier spielt sich alles in diesem Becken ab. Und da entwickelt sich die ganze Pflanzen- und Tiernatur. In einer Zeit, als die Erde noch mit dem Mond verbunden war. Sie erinnern sich, wie ich gesagt habe, dass langsam in den verschiedenen Entwicklungsstufen der Erde die einzelnen Planeten ausgesondert worden sind [s. [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Erdentwicklung aus geisteswissenschaftlicher Sicht 00:39:12|Folge 5 Abschnitt 3]]]. Einschließlich der Sonne, und dann Venus und Merkur, aber der Mond blieb noch in der Erde drin. Seit dem Beginn der [[A:Lemurische Zeit|Lemuris]] ist der Mond noch mit der Erde vereinigt. Und durch dieses Mondensein der Erde in der Wiederholung der Mondentwicklung als solcher, also nicht mehr jetzt der Wiederholung in der Hyperboräischen Zeit des Proterozoikums der [[A:Alte Sonne|alten Sonne]] oder des Archaikums des [[A:Alter Saturn|alten Saturn]], so haben wir im Paläozoikum die Wiederholungsstufe der Mondentwicklung als solcher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da ist der Mond noch mit der Erde vereint. Und dieses Mondensein spricht sich im ganzen Pflanzenwachstum, spricht sich in den ganzen faunistischen Entwicklungen, überall spricht sich das aus. Das ist doch alles, war aus dem Wasser geboren. Mindestens die erste Hälfte des ganzen Paläozoikums ist noch eine Geburt aus dem Wasser, wie auf dem alten Mond. Und erst langsam, langsam, langsam erobert sich die Tierwelt und Pflanzenwelt dann das feste Land. Und zuletzt stirbt das Ganze quasi eines vorzeitigen Todes am Ende des Paläozoikums in Perm. Und ich meine, dass dieser Zustand der Erde, der sich noch fortsetzt in die folgende Zeit, nämlich mit [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]], also dem sogenannten [[w:Trias_(Geologie)|Trias]], dass dieser Zustand wirklich darauf hinweist, auf eine Bemerkung, Rudolf Steiners aus der [[A:GA 13|Geheimwissenschaft]], dass die Erde in einen Zustand geraten ist der Verhärtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die [[w:Holzstein|Kieselhölzer]] sind für mich quasi so ein Bild gewordener Zustand, wie das da beschrieben wird in der Geheimwissenschaft, dass die Erde immer mehr einer Verhärtung unterlegen ist. Dass sie sich dieser verhärtenden Kräfte befreien musste. Und das ist dann geschehen eben durch den [[A:Mondentrennung|Mondaustritt]]. Der Mond ist gleichsam der Körper, der die Erde, der alle diesen Überschuss noch als alter Mondenhaftigkeit verkörpert, indem er sich herausgezogen hat aus der Erde, hat er die Erde befreit. Und dann fängt plötzlich ein ganz neuer Evolutionsschritt an. Die Erde ist wirklich durch einen Tod hindurchgegangen in dieser Zeit, des Perm und noch der folgenden Buntsandsteinzeit. Aber diese Zeit ist meines Erachtens diejenige, wo man sagen muss, wo tatsächlich der Mond begonnen hat, sich aus der Erde herauszulösen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die große Frage ist natürlich, wo ist das geschehen? Denn damals hingen die Kontinente noch alle zusammen. Das Gondwana im Süden, am Ende des Paläozoikums, da hing ja unten noch das Gondwana und da oben war das Laurasia, das war alles noch beieinander, mit der Thetis in der Mitte. Da war also der übrige Erdkörper, was man heute den Pazifik nennen könnte, aber der hatte natürlich eine ganz andere Dimension, dass man sich fragt, ist eigentlich der Gegenpol zu der verfestigten Erde derjenige, wo sich dann diese verhärtenden Kräfte herausgelöst hatten, aus dem Erdenzusammenhang, und haben sich dann in dem Mond vereinigt. Der Mond besteht im Wesentlichen aus Basalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das haben diese Flügel da hinten, haben ja da so ein paar Basalthandstücke, kleine Stücke, zur Erde gebracht. Also das ist nachgewiesen offensichtlich, dass der Mond eigentlich eine Erdenmaterie ist, aber eine Erdenmaterie aus den Tiefen der Erde selber, also aus den basaltbildenden Erden. Und das ist eigentlich die Grenze zu dem, wo die Erde sozusagen am stärksten sich die Tendenz hat zu verhärten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=mDa8WlZaRJo&amp;amp;t=5408s Fragen 01:30:08] ===&lt;br /&gt;
[Student]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einteilung in die verschiedenen Zeiten, seit wann gibt es die? Diese Einteilung in die verschiedenen Zeiten, Devon, Silur und so weiter, die Bezeichnung, seit wann gibt es die?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, seit Lyell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Lyell!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert, der war eben der große Stratigraph, der hat wirklich die ganze äußere Erdrinde und andere selbstverständlich, haben diese Grenzziehungen, diese Diskordanzen überall festgestellt oder Leitfossilien erfasst, die charakteristisch sind für solche verschiedenen Schichten. Und aufgrund dessen hat er dann diese ganze Klassifizierung vorgenommen. Geht alles eigentlich, diese Namen, auf Lyell zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Basalt vom Mond zeitlich, das hat man ja bestimmt doch auch mal mit einer Zeitrechnung, wie man das so macht, gemessen, wie alt das ist, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich meine, da stecken andere Probleme jetzt noch mit drin, wenn man die Entwicklung, wie wir es jetzt angeschaut haben, sieht, dann ist es unmittelbar nachvollziehbar, dass Ende Perm diese Zeit sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiefer, der Schiefer ist zu Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt von dem ganzen astrophysikalischen Geschehen, so ein Mondaustritt am Ende des Perms mechanisch vollziehen will, kommt man dabei in Schwierigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geht gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und beim Mond ist ja [[w:Entstehung_des_Mondes#Theorien_zur_Entstehung_des_Mondes|lange die Streiterei]] gewesen, ist der Mond ein eingefallener Asteroid, oder ist er aus der Erde? Und das, was die neuesten Theorien sind, über die ganzen Gesteinsanalysen, die man da vom Mond hat, dass hat beides unterstützt, dass man also von einer, in der Astrophysik jetzt, Kollision eines Asteroiden mit der Erde spricht und Erdmasse sich mit dieser Asteroidenmasse vermischt hat und das den Mond gebildet hat. Nur von der ganzen Mechanik muss man das in einer viel früheren Zeit annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Erdkruste so erhärtet ist wie da im Perm, das doch schon da ist mit den geosynklinalen Ableitungsgesteinen, all dem, wird es schwer, das da zu denken. Also da ist irgendwo nochmal eine ganz offene Frage, wie greift man das, dass der Mond austritt? Oder man muss sich das Ganze nochmal ganz anders denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber was haben denn diese Gesteinsanalysen ergeben, wie alt der Mond ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altersmäßig ist man da bei 4 Milliarden, also der hat ältere Anteile als wir sie auf der Erde messen können, weil eben auf dem Mond keine Verwitterung und Abtragung und all das nicht stattfindet. Der hat 4,2 Milliarden und 4,5 nimmt man etwa das Alter der Erde an, astronomisch, in Tränen aus dem ganzen Solarsystem. Also da ist der Zusammenhang Erde-Mond ganz eindeutig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eindeutig. Ich habe neulich nochmal eine Stelle bei Rudolf Steiner gefunden, wo er nochmal über dem Mond austritt spricht. Er tut es ja nie, nie selber festlegen. Er tut ja nirgends sagen, das war dann und dann geschehen. Sondern man kann das eigentlich nur aus den ganzen Entwicklungen so herleiten, dass es am Anfang des Mesozoikums, also des nächsten Zeitalters, im Übergang vom Paläozoikum zum Mesozoikum stattgefunden hat, mit dann den folgenden Konsequenzen, die das ganze Mesozoikum bestimmen. Aber er schildert das so, dass man nicht meinen könnte, da sind irgendwelche Brocken daraus geflogen, sondern dass es ein materiell immaterieller Vorgang war. Er sagt sogar an einer Stelle, man hätte es gar nicht sehen können. Man hätte es gar nicht sehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde das Gleiche, was Sie ansprechen mit den Ablagerungen, Sie haben heute so einen schönen Satz gesagt. Man könnte es eigentlich gar nicht als Zusammendenkendes Erscheinens dieser Tier- und Pflanzenwelt und die Ablagerungsgesteine, dass es nur so zweierlei wäre, das zusammenkommt. Und wenn das aus dem, wie Sie es formuliert haben, aus dem Umkreis abgeschieden Ablagerungsgesteine entstehen, dann hat man das gleiche gedankliche Problem, der Sand muss doch irgendwo aus dem Quarz herkommen. Also der Mond muss doch als Substanz aus der Erde weggegangen sein. Und das berührt einfach Bereiche, wo man sagen muss, da ist unser wissenschaftliches Denken noch nicht offen genug, solche Prozesse zu erfassen. Ich glaube, das ist aus dem schulwissenschaftlichen Denken, muss man sagen, da gibt es noch kein Begriffsinventar, mit dem man das irgendwie greifen kann. Und das sind Geduldübungen. Ich sage nicht, deswegen ist es falsch, weil wir es nicht denken können, oder sagen, das muss ich annehmen, alles andere ist Quatsch, sondern mit dieser offenen Frage leben lernen. Ich glaube, das ist eine Herausforderung der Geduldübung, dass man nicht eine Antwort hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gibt es bestimmte Literatur, wo wir lesen könnten, mehr oder weniger, wie Sie das gefunden haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also da gibt es natürlich einen Haufen Literatur. Es gibt natürlich einmal wissenschaftliche Literatur, die sozusagen nur die Phänomene schildert. Da ist ja nach wie vor für mich der Georg Wagner eine herrliche Quelle. Aber der ist leider Gottes vergriffen, der ist nicht wieder aufgelegt worden. Erd- und Landschaftsgeschichte. Das ist eine Perle, in meinen Augen eine Perle, das ist so ein dickes Buch. Georg Wagner, der einfach mal die ganzen, alles, was man gesammelt hat, und was man sich klar gemacht hat, in Bezug auf die Zusammenhänge, sehr klar und objektiv mal so geschildert. Rein vom naturwissenschaftlichen Gesichtspunkt aus. Das ist eine wunderschöne Darstellung, die kann man aber nur antiquarisch kriegen. Antiquarisch, ich weiß nicht, mal versuchen, ob man da so eins kriegt. Dieses Buch hat mich lange sehr gefesselt, weil es die Phänomene sind, die da über die ganze Welt hin, aber hauptsächlich natürlich auch in Bezug auf Mitteleuropa, da geschildert sind, aber sie gelten eben weltweit, letzten Endes doch. Das ist sehr lesenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jüngere Literatur, also es gibt ja jetzt von dem, ich weiß nicht, was Sie davon halten, ich habe selber noch nicht darin rumgeschmökert, vom Bosse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind ganz viele anregende Dinge drin. Ich habe es mir auch so letztes Mal, als ich im Mai da war, angeschaut. Ich würde es nicht als Einstiegsliteratur empfehlen. Es ist sinnvoll, wenn man schon ein Bild hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss die Phänomene überhaupt erst mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde es nicht empfehlen als etwas, wo man in die Geologie einsteigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_5._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11642</id>
		<title>Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_5._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11642"/>
		<updated>2026-02-20T17:19:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 5. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE|thumb|19. Juli 2017, [[Landbauschule Dottenfelderhof|Landbauschule]] Dottenfelderhof, [[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] und Dr. Gunter Gebhard. [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE Hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=37s Nachtrag von G. Gebhard zur 4. Folge 00:00:37] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=37s Die besondere Stellung von Kalk unter den Sedimenten 00:00:37] ====&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz kurz nur zwei kleine Bemerkungen zum heutigen Morgen. Da waren ja ganz am Schluss diese drei Ablagerungsgesteine: tonig-schiefrig, der Sandstein und der Kalk. Wenn man sich das dynamische Entstehen der Gesteine anschaut, dann spielt da der Kalk eben eine ganz besondere Rolle. Insofern, als alle anderen Ablagerungsgesteine entstehen aus dem Verwitterungsprodukt der Gesteine an der Erdoberfläche. Und das Kalzium kommt eben überwiegend aus den Feldspäten, geht aber in Lösung, geht gelöst ins Meerwasser, und geht im gelösten Zustand durch das Organische durch. Das heißt, 99% des gesamten Kalkes auf der Erde ging durchs Leben. Und ich habe noch gelernt, als ich anfing, Mitte der 70er Jahre, im Studium, dass es Ausscheidungskalk, Fällungskalk gibt. Ich habe in der Studienzeit noch gemeint, es wäre Fällungskalk. Und inzwischen ist durch das Elektronenmetroskop überall nachgewiesen, es sind alles kleinste Kalkschalen, überwiegend von Kalkalgen, [[w:Coccolithophorida|Coccolithophoriden]] heißen die Dinger. Und das heißt, ein Gestein, das durchs Leben ging. Und das ist erdgeschichtlich auch ein interessanter Moment, wo mit Beginn des Erdaltertums - ihr habt das schon ein bisschen so angeschaut, oder noch gar nicht, diese Erze? - ist egal, ziemlich alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Versteinerungen davor anschaut, sind die alle nur weichhäutig. Das heißt, man hat nur Abdrücke von irgendwelchen Weichteilen, aber keine Skelettteile. Und dann kommt schlagartig ein Moment, wo ganz viele Organismen und Gruppen Kalkschalen bilden, die Brachiopoden, die Muscheln, die Schnecken. Bei den Wirbeltier-Vorfahren beginnt Kalkablagerung, die [[w:Stachelhäuter|Echinodermen]] sind da, die Stachelhäuter, Seeigel und so weiter. Das heißt, da ist ein Moment, wo das Leben plötzlich dieses mineralisch Tote ins Leben wieder integriert. Durchs Leben durchgeht und ausgeschieden wird, bis auf die Wirbeltiere, wo es dann im Stoffwechsel bleibt. Aber dass der Kalk so eine ganz besondere Rolle mit dem Leben nochmal zu tun hat, dass er einmal [in] dieses Tote mineralisch ausgefallen, und dann aber in einer sehr frühen Zeit, wenn man auf die Lebewelt der Erde schaut, wieder integriert wird ins Leben. Das heißt, das Leben nimmt das Tote wieder auf, geht damit um oder muss damit umgehen, je nachdem, wie man das anschauen will. Und wenn man sagt, das Tote wird wieder lebendig, dann kann man das Auferstehen nennen. Das Tote ist wieder lebendig geworden, das ist der Auferstehungsimpuls, der da ganz früh in der Erdgeschichte schon mal auftaucht, als ein erstes Zeichen, so etwas ist möglich. Das Abgestorbene kann wieder ins Leben integriert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Stellen gibt es mehrfach. Aber da der Kalk so eine ganz besondere Rolle spielt, und wenn ihr euch an den dritten Vortag erinnert, das Calcium, das Aufsaugen, des Seelischen, das heißt die [[w:Gastrulation|Gastrulation]], die beim Tierreich da ist, das Nach-Innen-Nehmen des Lebens in einem mikrokosmischen Zusammenhang. Da den ganzen Kalk-Zusammenhang, da könnte man sehr viel weiter dran anschauen, aber das nur so als ein Hinweis, dass ist ein Gestein, das eine Besonderheit hat, weil es ein Gestein gibt, in dem es aus dem Leben wieder rausfällt, aber durchs Leben durchgeht. Die abgestorbenen Kalkschalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=293s Zum Begriff &amp;quot;Leben&amp;quot; 00:04:53] ====&lt;br /&gt;
Vielleicht noch drei kleine Bemerkungen. Herr Klett hat erwähnt, diese Metamorph-Gesteine, die er da gesehen hat, nach dem Sturm, wo die Bäume umlagen. Diese Schlieren, wo man das wie lebendig erleben kann. Und wenn wir den Begriff des Lebendigen, ich glaube, wir hatten das sogar schon mal angeschaut, jetzt nicht im biologischen Sinn definieren - Leben ist Eiweißstoffwechsel und Vererbung - das ist die biologische Definition. Man mag sagen, Leben zeichnet sich dadurch aus, dass etwas sich aus einer eigenen Innendynamik bewegt, dass es nicht von außen nur bewegt wird. Dann müssen wir diese ganz frühen Zustände der Erde, wo es noch keine Gesteine gab, als lebendig bezeichnen, denn die ganze Dynamik ist aus der Erde selbst und nicht von außen angestoßen. Das heißt, die ganze Erde ist lebendig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=355s Der Beginn des einzelligen Lebens 00:05:55] ====&lt;br /&gt;
Und dann beginnt ein Alterungsprozess, ein Absterben, es beginnen die ersten Gesteine sichtbar zu werden. Und das ist jetzt einfach von den Phänomenen interessant, die ältesten Gesteine, die wir kennen, mit den 3,8, 3,9 Milliarden Jahren, da hat man auf Grönland und in Australien Gesteine gefunden, in denen Kieselgesteine, in denen eindeutig zelluläre Strukturen sind, also organisches Leben, und Kohlenstoff gefunden, der aufgrund der Isotopenzusammensetzung eindeutig organischer Kohlenstoff ist. Das heißt, in dem Moment, wo die Gesamterde beginnt, in Teilen abzusterben, erscheint sofort das biologische Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Gesamtorganismus und das biologische Leben ist dann sehr, sehr lange in den Meeren einzellig. Also alles, was wir da an Überresten finden, sind einzellige Organismen, noch keine Vielzeller, das kommt relativ spät. Wenn wir uns jetzt aber eines vorstellen, ein bisschen makabres Bild: unser ganzer Körper ist aus Zellen aufgebaut, und zwischen allen Zellen ist die Zwischenzellflüssigkeit in der Zellular[...?]. Und jetzt würde jemand von euch baden gehen, und dieses Wasser im Meer würde in alle Interzellularräume reingehen. Und ihr würdet euch auflösen in die einzelnen Zellen im ganzen Meer. Ihr wärt aber immer noch eines. Aber aufgelöst in diese ganzen einzelnen Zellen. Und wenn wir uns diese Einzeller anschauen in der Biologie, dann finden wir da in den Zelltypen fast alle Organzellen. [[w:Amöbe|Amöboide]] Zellen, die aussehen wie unsere weißen Blutkörperchen, Kieselzellen, Kieselnadel-bildende Zellen, die aussehen wie Nervenzellen, und so weiter. Das heißt, man hat den Eindruck, das ist eigentlich wie ein aufgelöster, zellulär aufgelöster Gesamtorganismus, dieses Einzeller-Leben, und nicht lauter verschiedene einzelne Organismen, sondern ein großer Organismus in seiner Differenzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man diesen Übergang jetzt so sieht, die Gesteine bilden sich immer mehr, und in dem Moment, wo das Meerwasser da ist, erscheint das biologische Leben. Und daß ein Absterbeprozess der Gesamterde, als solcher betrachtet werden kann. Und da kann man unmittelbar verstehen, wo Herr Klett darauf hingewiesen hat, diese Gesteine in diesem beginnenden Absterben der Gesamterde, die sind noch ungeheuer lebendig. Da ist noch ganz viel Stoff drin. Dass man eigentlich sagen kann, diese Metamorph-Gesteine, die sind eigentlich ein Ausdruck vom Stoffwechsel der Erde. Ich habe dasselbe unter Tage in den Bergwerken im Kaukasus gehabt, wo man wirklich den Eindruck hat, man geht durch Gewebe in einem Organismus. Die gleichen Mineralien in verschiedenen Klüften, aber in jeder Kluft eine andere Komposition, andere Formen, andere Zusammensetzungen. Und man das Gefühl hat, man geht wie durch Gewebe, wo man auch sagen kann, es sind alles Zellen. Aber jede Gewebezelle hat ihren ganz charakteristischen Druck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=582s Calcit: das Mineral der größten Vielfalt 00:09:42] ====&lt;br /&gt;
Und dieser [[w:Calcit|Calcit]], der ist jetzt schon nicht mehr da, dieser schöne, klare [[w:Calcit|Kalkspat]], das ist das Mineral, das die größte Vielfalt an Kristallformen überhaupt hat. Etwa 4.000, 5.000 verschiedene Kristallformen kennt man. Es ist immer das gleiche Mineral, Calciumcarbonat, kristallisiert immer nach diesem Gitter, in dem es dann auch spaltet. Das heißt, die Form dieser Kristalle ist nicht bedingt durch das innere Gitter, das ist bei keinem Kristall so. Das ist eine Geschichte, die man schnell vergessen sollte. Man lernt das in der Schule immer noch. Dass das Kristallgitter innen drin die Kristallform bedingen würde. Das stimmt nicht, sondern es schränkt nur die Kristallform ein, aber die Kristallform selbst, die hängt vom Ort auf der Erde ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein guter Kristallkenner bei den Bergkristallen, der sagt genau aus welchem Tal in den Alpen welcher [[w:Quarz|Bergkristall]] kommt. Weil es ortsspezifisch ist, in welchem Habitus nimmt man das, in welcher Erscheinung diese Kristalle kristallisieren. Das heißt, die Erde wirkt auf das Kristallwerden ein in der Formbildung von außen. Könnte man in der Mineralogie jetzt noch herleiten, warum das wirklich von außen wirkt... Aber dass man diese Formbildung als von der Erde bedingt hat, und das materielle, was dann mit dem Gitter zusammenhängt, das ist der Calcit. Aber diese 4000 Formen, das hängt mit der Differenzierung auf der Erde zusammen, und nicht mit dem Calcit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=689s Zum Wesen der Granit-Minerale 00:11:29] ====&lt;br /&gt;
Und zum Granit noch eine kleine Bemerkung. In unserer Mineralogie-Epoche mit 6-Klässlern, da schauen wir auch den Granit an, und da schauen wir so auf die Bildung, wenn also die Magma abkühlt. Und die ersten Kristalle, die auskristallisieren, sind diese Glimmer. Kleine Glimmerschüppchen, die schwimmen in dem Magma. Das kann man auch, wenn man da im Dünnschliff das anschaut, sehr gut nachvollziehen, was nacheinander kommt. Das sind die ersten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite, was dann auskristallisiert, sind die Feldspäte. Und da ist es interessant, dass die ihren Raum bilden, und wenn da ein Glimmer ist, dann wachsen die so um den Glimmer. Also sie sind sehr, wenn man so will, sozial. Sie bilden sich selber aus, aber akzeptieren das andere. Wenn, während die Feldspäte schon auskristallisieren, sich auch noch Glimmer bilden, und so ein Glimmer entsteht, und da ist ein Feldspat nebendran, dann schneidet der sich durch den Feldspat durch. Das heißt, der wird aufgelöst. Die schneiden sich dann einfach rein. Da wo ich bin, da bin ich, und ich will da hin. Das ist diese Wachstumsrichtung vom Glimmer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn dann Glimmer und Feldspäte auskristallisiert sind, die letzten Hohlräume, da geht dann überall der Quarz rein. Ein wirklicher Altruist. Im Granit findet man vom Quarz keinen Kristall mit Kristallfläche im Granit. Der ist immer nur, bildet ab, die andere Form. Der geht wie Wasser da rein in den Granit, zwischen die Feldspäte und die Glimmer. Und wenn man die drei Mineralien, ich muss das jetzt eben sehr kurz machen, in ihrem seelischen Charakter charakterisiert, dann hat man in dem Glimmer so etwas ganz Egozentrisches, auf sich Bedachtes, und ich schaue nicht rechts und links, ich spiegel nur. Wenn man es seelisch ausdrückt, in einer moralischen Weise, etwas Egoistisches, Selbstisches. Der Feldspat hat etwas Selbstbewusstes, gestaltet sich in seiner Form, aber geht immer auf das ein, was in der Umgebung da ist, offen für die Umgebung. Und der Quarz ist wirklich der Altruist, der einfach das nimmt, was übrig ist, und sich in dem zufrieden macht. Der auch keine innere Kristallstruktur zeigt, sondern der bricht wie Glas, wenn man ihn zerschlägt. Der eben keine innere Strukturierung zeigt. Obwohl er sie hat, aber er zeigt sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Längsachse war ja angesprochen, mit der geraden Wärmebewegung im Quarz, aber er zeigt es nicht in seiner Gestaltung, er bricht wie Glas. Und wenn ich dann die Fühler, nachdem wir die Mineralien ausführlich so beschrieben haben, in ihrem Charakter, und wenn ihr jetzt auf euch schaut, wann muss ich denn so sein wie im Glimmer, dass ich jetzt überhaupt nicht Rücksicht nehme auf die Anderen. Wenn zum Beispiel ein Kind rennt, und da ist ein Abgrund, und ich sehe, das Kind rennt auf den Abgrund zu, freudig, und ich sage, Stopp, und du bleibst jetzt stehen! Ich nehme überhaupt keine Rücksicht auf dieses fröhliche Kind, den seelischen Zustand von dem Kind, ich muss jetzt wie Glimmer handeln, weil ich genau sehe, was da los ist. Ich darf nicht Rücksicht nehmen auf den Anderen, egoistisch insofern. Ich verwirkliche jetzt nur das, was jetzt in mir lebt, nämlich das Erfassen einer Gefahr. Das andere ist das in Kommunikation sein, im Feldspat. Und der Altruist, das ist der Quarz, den hat man eben seelisch auch zu erleben, wenn man heimkommt und ist hungrig und müde, und will jetzt Abendessen, freut sich da hinsitzen zu dürfen, das Kind rennt einem entgegen, fällt die Treppe runter und reißt sich die Lippe auf. Mein Hunger ist vergessen, meine Müdigkeit ist weg, ich darf nicht mehr auf mich gucken, ich muss mit dem Kind zum nächsten Arzt zum Nähen gehen. Ich schaue überhaupt nicht auf das, was in mir ist, sondern ich schaue auf das, was im Anderen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann frage ich, wie viel Prozent, denkt ihr denn so etwa, braucht ein Mensch, damit er ein guter Mensch ist, gesund ist, von dem Glimmer, von dem Feldspat, und von dem Quarzcharakter. Und dann schreiben wir das auf, und das Interessante, was immer rauskommt, wir kriegen die prozentuale Verteilung von Feldspat, Quarz und Glimmer in Granit. 5-10% Glimmer, 35-60/70% Feldspat, und entsprechend den Quarz. Das heißt, in der Komposition dieser drei Mineralien mit ihrem Charakter, ist im Granit schon das menschliche Seelenleben veranlagt. Und man wie von Anfang an sowas Menschliches in dem Granit erlebt, wenn man ihn von der Perspektive aus wirklich als das Urgestein ansehen darf. Und man in den Charakteren von den drei Mineralien - und das Sprüchle kennt ihr vielleicht auch noch, früher hat man es in der Schule immer lernen müssen - Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer. Also diese Komposition, nur so eine Andeutung, man könnte es jetzt in möglichen vielen Feinheiten anschauen. Und das vielleicht nur als Ergänzung [...?] Zusammenhang heute Morgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1044s Kristallgestalt und Entstehungsort 00:17:24] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss nur sagen, anknüpfend an das, was sie gerade sagten. Dieser Kristall hier, der ist ganz anders als der, den ich heute rumgereicht habe, der diese typische Pyramidenspitze hatte, den habe ich wieder mitgenommen. Sie sagten, dass die Kristallgestalt vielfach eine Überprägung bekommt von der irdischen Umgebung. Beim Kalk ist das am allerstärksten, der macht ja alles nach, der ist ein Nachahmer, der ist vornehm, aber er ist auch betroffen von dieser Tatsache, dass immer die Umgebung die Form prägt. Das ist ein brasilianischer Quarz, ein völlig anderer Typus. Und wenn man in Tessin Quarze sucht, und dann eben, ja, der Gotthard-Quarz, der sieht dort wunderbar aus, der hat fast Edelstein-Charakter. Weiter südlich, in der tessinischen Decke, wo sehr stark, ich möchte sagen, das Klimaprinzip auch überwiegt - Kristalliner Schiefer - da ist er selber so ein bisschen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tessiner Habitus, nennt man das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... der Habitus! Das ist dann natürlich ein anderer, also das wollte ich nur nochmal sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1121s Einführung in die Zeitbestimmung 00:18:41] ===&lt;br /&gt;
Und jetzt steigen wir nochmal ein in ein Kapitel, was nun besonders, eigentlich schwierig ist, sehr schwierig. Und das ist die Frage der Zeitbestimmung. Das ist das ganze Problem der Zeitbestimmung, geologische Zeitalter. Und zunächst war es ja so, dass wir hier jetzt betrachtet haben, was mehr Raumgestalt hat, also hier diese Gesteine, die liegen alle nebeneinander. Es kann nicht derselbe Stein an der Stelle liegen, wo der liegt, sondern die liegen nebeneinander. Das ist eine Raumbeziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das hat den [[w:Immanuel_Kant|Kant]] dazu veranlasst, den Philosophen Kant veranlasst, zu sagen, ja, diese räumlichen Verhältnisse, das ist so subjektiv, der Mensch schaut es eben so, das ist eine Anschauungsform der Sinne, dass diese so alle nebeneinander liegen. Und hat es also rein auf das Subjekt des Menschen geschoben, dass der Raum eine Anschauungsform der Sinne sei. Und da hat sich der Goethe dagegen gewehrt, mit Entschiedenheit, und hat gesagt, alles Räumliche ist letzten Endes eben doch auch eine Idee. Nämlich die Idee des Nebeneinander. Alles reduziert, alle Qualitäten weggedacht, bleibt nur noch an Beziehungsgefüge im Raum übrig, dass alles irgendwie an einem Nebeneinander organisiert ist. Also im Granit auch die Dreiheit in einer eigenartigen Form organisiert [ist], die mich immer wieder erstaunt, trotz der unterschiedlichen Kristallisations- und Schmelzpunkte von Glimmer, Quarz und Feldspat. Dass sie diese gleichmäßige Verteilung haben im Raum, dass nicht also jetzt dasselbe neben dem anderen ist, sondern dass jeweils das andere neben dem anderen ist. Also für mich war das immer schon ein Wunder, das zu sehen, dass da eine Verteilung im Raum ist, ganz unterschiedlicher Körper, die sich nichts... der Glimmer mag[?], also diesen besonderen Charakter haben, den hat er auch, er schneidet einfach irgendwo durch, aber trotzdem im Granit ist das in einem derartigen harmonischen Gleichgewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1300s Das Wesen der Zeit 00:21:40] ====&lt;br /&gt;
Also das ist die etwas, was man eigentlich heute kaum zur Frage erhebt, sondern weil man der Auffassung ist, dass Zeit genauso berechenbar wäre wie die Raumbeziehungen. Es wäre eine Größe, also Raum kann man immer durch Größen bestimmen, durch Gewicht, durch Zahl, durch Distanzen, irgendwie so, aber wie ist es mit der Zeit? Kann man die überhaupt berechnen? Ist die überhaupt berechenbar? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität der Zeit ist nämlich eine Qualitätsfrage, die bleibt außer Betracht normalerweise, sondern man möchte die Zeit auch in das Schema der Berechenbarkeit zwängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun tritt alles Zeitliche gerade nicht als ein Nebeneinander im Raum in Erscheinung, sondern in einem Nacheinander. Die Idee des Nacheinander ist das Wesen der Zeit. Dass etwas in einem Beziehungsverhältnis ist, nicht in einem Nebeneinander, sondern im Beziehungsverhältnis in der Folge, also im prozessualen Geschehen. Und so ist, ... die Zeit offenbart sich überall dort, wo ein Geschehen ist, wo etwas aufeinander folgt. Und am wunderbarsten ist es zu sehen bei den Pflanzen. Die Pflanze offenbart förmlich das Wesen der Zeit in ihren äußeren Formen, wie sie sich aufeinander entwickeln, von Blatt zu Blatt bis hin zur Blüte. Zunächst muss man sagen, wenn man mit der Zeit Umgang pflegt, dann ist es so, dass man sofort den Blick nicht nur auf die Erde richtet, sondern in den Kosmos, denn der eigentliche Zeitgeber in Bezug auf die irdischen Verhältnisse, wo wir hier leben, ist die Sonne. Die Sonne ist zeitschaffend. Und weil sie zeitschaffend ist, ist sie lebensschaffend. Denn das Leben ist sozusagen in den Zeitprozess wie eingebettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1453s Zeit und Rhythmus 00:24:13] ====&lt;br /&gt;
Nun, ja, wie soll ich das sagen? Wenn wir uns mit der Zeit beschäftigen, dann kann uns am besten einerseits das Bild des Rhythmus uns ins Auge fallen, das heißt, dass alles, was sich in einer Folge entwickelt, letztlich einem Rhythmus folgt, in irgendeiner Form rhythmisch ist. Und am deutlichsten ist es natürlich das Verhältnis Erde-Sonne in Bezug auf Tag und Nacht, und in Bezug auf die Jahreszeiten. Also der Umlauf der Erde um sich selbst im Verhältnis zur Sonne, der den Tagesrhythmus verursacht, und der Umlauf der Erde um die Sonne, der den Jahresrhythmus verursacht. Und alles Rhythmische ist eine Offenbarung des Wesens der Zeit, immer der Rhythmus. Das ist eine Qualität, in dem Bewegung drinsteckt, in dem sich etwas in ständiger Wandlung offenbart, im Rhythmus. Und deswegen sagt man ja auch, Rhythmus ist Kraft. Das heißt, wenn ich selber ein rhythmisches Leben führe, versuche jedenfalls, Rhythmus in mein Leben zu bringen, dann merke ich, dass das so gut ist, wie wenn ich Kraft tanken würde. Ich werde einfach ganz anders leistungsfähig, wenn ich mir wirklich einen Rhythmus gebe. Es muss nicht unbedingt ein Rhythmus sein von Tag und Nacht. Jetzt kann er lange in die Nacht arbeiten oder so, warum nicht, aber es muss doch irgendwie kompensiert werden, indem ich diesen Rhythmus selber mir selbst gebe, mich selbst bestimme in diesem Rhythmus. Er ist von außen gegeben, aber der Mensch kann sich in diesen Rhythmus ganz bewusst reinstellen. Und seinen eigenen Rhythmus in seinem täglichen Tun selbst bestimmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1615s Ist Zeit berechenbar? 00:26:55] ====&lt;br /&gt;
Das Problem der Zeit. Man möchte sie berechenbar machen, um mit der Zeit umzugehen. Im Grunde genommen, wenn man es genau nimmt, muss man einfach sagen, die Zeit ist unberechenbar. Sie ist [[w:Inkommensurabilität|inkommensurabel]]. Die Planetenbewegungen, die ja auch zeitbestimmend sind in ihren Rhythmen, oder eben der Sonnenrhythmus als solcher, oder alles, was Rhythmus genannt werden kann, das ist nicht genau mathematisch festlegbar, fixierbar, sondern es bleibt immer ein Rest übrig, obwohl, kann man sagen, die Erde als solche die Tendenz hat, in die Berechenbarkeit immer mehr übergegangen zu sein, im Verlauf ihrer Evolution. Das ist das Schicksal der Erde, dass wir eigentlich in einer Phase der Entwicklung sind, wo man sagen muss, die Erde stirbt unter unseren Füßen ab. Sie ist eigentlich in ihrer Entwicklung zu Ende gekommen. Sie ist Werk. Sie ist, wie wenn ich irgendwas in Ton geformt habe und brenne den, im Ofen, dann ist das Werk fertig, dann kann sich da nicht mehr groß was verändern. Und in diesem Zustand befindet sich eigentlich die Erde in der Gegenwart, dass alles in gewissem Sinne an ein Ende gekommen ist. Man kann ja auch nicht in der Natur ohne weiteres beobachten, dass plötzlich neue Bäume irgendwo entstehen, oder neue Tierarten entstehen. Es ist immer so ein bisschen eine leise, wie soll ich sagen, eine gewisse Variation. Es entwickeln sich neue Resistenzen bei den Unkräutern gegenüber Roundup Ready oder so. Das passiert. Milben sind auch verhältnismäßig wandlungsfähig in ihren ganzen Lebensverhältnissen. Aber grundsätzlich muss man sagen, eigentlich ist die Erde an ihr Ende gekommen. Die Naturreiche, das mineralisch Tote sowieso - das kann nur noch verwittern - und die Pflanzen, die sind da. Viele sind schon ausgestorben und [[w:Massenaussterben#Das_gegenw%C3%A4rtige_Massenaussterben|heute sterben ja am laufenden Band auf Erden Tierarten, Pflanzenarten]] aus. Also die Erde ist Werk geworden. Und weil es so ist, können wir Menschen unser Selbstbewusstsein entwickeln. An den gewordenen Formen des Physischen der Erde. Insofern kann man sagen, es kann den Menschen heute leicht fallen, alles zu berechnen. Aber ganz berechnen lässt es sich eben nicht. Es ist immer ein Rest übrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zum Beispiel sagen, das Jahr dauert 365 Tage, dann kriege ich es doch nicht hin, ich muss mal wieder ein Schaltjahr einrichten, oder muss es irgendwie wieder ausgleichen. Oder die Tage im Monat, im Januar sind es 31, im Februar 29, im März sind es dann wieder 31, und dann im April 30 usw. Ich muss immer irgendwo wieder eine Reparatur vornehmen, um diese Berechenbarkeit zu durchbrechen, oder um dem Zeitverlauf gerecht zu werden. Insofern hat man heute eine berechenbare Zeit sich zurechtgelegt, wo man eben auf die Uhr ständig guckt, ist die Stunde rum, oder ist sie nicht rum? Oder der Zug fährt dann und dann ab, dann muss man zur Stelle sein, und alles ist sehr genau fixiert, unser ganzes Leben ist von dieser Art. Und das widerspricht eigentlich dem Lebendigen vollkommen. Also man rechnet heute mit einer berechenbaren Zeit. Und darauf beruht ja dann auch die ganze Berechnung der [[w:Geologische_Zeitskala|Erdzeitalter]] usw. &lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1853s Evolution: Zeit und Metamorphose 00:30:53] ====&lt;br /&gt;
Ich möchte nur jetzt nochmal aufmerksam machen, dass es auch eine ganz andere Zeitbestimmung gibt, nämlich die evolutionäre Zeit. Und die offenbart natürlich am allerdeutlichsten die Pflanze, die Pflanzenwelt. Zunächst mal hat man in der Pflanze den Samen, das ist eben wie so ein Stein eigentlich, von der äußeren Form her gesehen lässt es nichts vermuten, dass da irgendwas noch draus werden könnte, außer dass es verwittert. Aber dann legt man es in den Boden, und plötzlich erscheint da etwas, was man da nicht, wenn man es nicht wüsste, je vermuten könnte, dass da jetzt der Keim erscheint und aus dem Keim entwickelt sich jetzt eine Pflanze, Blatt und Blatt und Blatt, in Metamorphose. Auch die Metamorphose als eine Offenbarung der Zeit: dass die Blätter von Gestalt zu Gestalt gegen die Blüte hin ständig in Verwandlung begriffen sind. Und zwar zunächst in einer zögerlichen Entfaltung und dann in einer maximalen Entfaltung und dann wieder rückbildend in den Stängel hinein gleichsam verschwinden, ehe dann die Blüte in Erscheinung tritt. Da offenbart sich das Wesen der Zeit in Metamorphose. Da offenbart sich, dass da etwas in die Zeit hineinwirkt, was die Zeitverhältnisse in dieser Weise strukturiert. Da ist ein Wesenhaftes, das überzeitlich ist, überräumlich, was immerfort jetzt Verwandlungen in den Zeitprozess in einer ganz spezifischen Weise hinein trägt, bei jeder Pflanzenart anders, bei jeder Tierart anders und beim Menschen auch ganz und gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die evolutionäre Zeit, rein aus der Anschauung heraus, kann man in der Natur sehen. Die Zeit hat eigentlich einen ganz anderen Charakter, als dass sie berechenbar wäre, sondern sie offenbart sich in dieser Metamorphose, sie offenbart sich in der Verwandlung, sie offenbart sich darin, dass es ein ständiges Stirb und Werden ist. Dass dem Werden immer ein Sterben folgt. Und das Sterben aber einen Keim veranlagt, der wieder fast diesen Charakter wie so einen Stein hat, und aus dem quillt wiederum eine neue Entfaltung hervor, und so von Generation zu Generation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2016s Biografische Dehnung der Zeit 00:33:36] ====&lt;br /&gt;
Eine zweite Qualität der Zeit kann man empfinden. Also, dieses Stirb und Werde, was ich jetzt mit Bezug auf die Pflanzen mal kurz nur angedeutet habe, das lebt eigentlich auch in uns, wenn wir auf unsere eigene Biografie hinschauen. Dann erleben wir uns ja so, so geht es mir jedenfalls, das muss jeder selber beobachten bei sich, wenn man an seine eigene Kindheit schaut, dann spielt sich das natürlich auch in einem Jahreslauf ab, wenn man neun Jahre ist oder acht Jahre oder sieben Jahre, aber man schaut mal darauf hin, was man da erlebt hat. Ob man genauso mit als Neunjähriger lebt, wie man als Vierzig- oder Fünfzigjähriger die Dinge erlebt. Man merkt, dass die Zeit sich viel mehr dehnt in der Jugend und in der Kindheit ganz und gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man dann noch weiter zurückgeht in die Embryonalentwicklung, dann sind das riesen, riesen evolutive Prozesse. Die Individualentwicklung ist eine Wiederholung der Stammesentwicklung, also da wird nochmal alles, alles, alles wiederholt in endlosen Evolutionsstufen, die zusammengedrängt sind, zeitlich, gewiss, äußerlich, aber innerlich werden sie ganz anders erlebt. Und je älter man wird, desto schneller geht, desto beschleunigter vollzieht sich alles. Und wenn man dann so alt ist wie ich, dann weiß ich gar nicht, wo die Tage bleiben. Also es ist wirklich so, dass man ganz erschüttert ist, was man früher so geleistet hat und was man heute zu leisten imstande ist. Es wird immer weniger, und es wird alles viel, viel schneller. Also dieses biografische Leben gehört meines Erachtens mit dazu, diese Betrachtung, um sich deutlich zu machen, dass wir eigentlich zu einer ganz anderen Zeitauffassung kommen müssen, auch in Bezug auf die Entwicklung der Erde insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2150s Problem der Geologischen Zeitberechnung 00:35:50] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nochmal auf einen Punkt hinweisen. Man ist ja heute geneigt, die Zeit dadurch berechenbar zu machen, dass ich die Gegenwart extrapoliere in die Vergangenheit. Also das [[w:Aktualismus_(Geologie)|Aktualitätsprinzip]] angewendet auf die Zeit. Und dadurch kann ich ja Millionen, also ohne weiteres berechnen, das ist gar kein Problem. Ich extrapoliere meine Gegenwart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich jetzt annehmen würde, dass ich meine Größe messen würde, wenn ich 20 Jahre alt bin oder irgendjemand würde das machen und messe dann nach einem Jahr wieder, dann ist man vielleicht nochmal einen Zentimeter größer geworden. Könnte ja sein, wenn man nicht schon mit 20 ausgewachsen ist. Wenn man das jetzt extrapoliert auf die folgenden 60, 80 Jahre, die man da noch lebt, 60 Jahre sagen wir mal, dann müsste man ja ein Riese geworden sein. Jedes Jahr ein Zentimeter zuwachsen. Dann extrapoliert man aus der Gegenwart in die Zukunft. Und wenn ich dasselbe machen würde von meinem 20. Lebensjahr in die Vergangenheit, dann wäre ich ein ganz kleiner Zwerg. Dann wäre ich gerade mal 20 Zentimeter größer. Das zeigt einfach, da ist was ganz Irreales, wenn man die Erde wirklich wie ein vom Ursprung her lebendiges, beseeltes Wesen anschaut, dann muss man einfach sagen, da stimmt irgendwas nicht. Man kommt in solche Widersprüche und es lässt einem überhaupt keine Ruhe, wenn man dann von Jahrmillionen sprechen hört oder gar mal Jahrmilliarden. Wie soll ich die Qualität in einem solchen Zeitbegriff finden? Die Qualität?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2269s Grenzen der geologischen Zeitberechnung? 00:37:49] =====&lt;br /&gt;
Das ist wie eine Raumesbeziehung, die ich da herstelle. Da spricht nicht das Wesen der Zeit sich aus. Es gibt da so einen Hinweis Rudolf Steiners, wo er mal bemerkt, dass man im Grunde genommen heutzutage, früher war es anders, nur von einer berechenbaren Zeit sprechen kann, wenn man in die Kulturepochen rückwärts geht, bis in das sogenannte [[w:Zyklus_der_Präzession#Zw%C3%B6lf_Platonische_Monate|Jungfrau-Zeitalter]]. Wir leben jetzt im [[w:Fischezeitalter|Fische-Zeitalter]], und wenn wir dann zurückgehen über den Widder, den Stier, die Zwillinge und den Krebs, dann kommen wir in die Urindische Kultur, und dann davorliegenden, letzt-atlantischen Kulturen, das Löwe-Zeitalter und das Jungfrau-Zeitalter, dann hört jede Berechenbarkeit auf. Also wenn man die Kulturepochen mit 2160 Jahren rechnet und dann mal zurückschaut, dann ist man eigentlich schnell mit der berechenbaren Zeit am Ende. Dann fängt schon eine Entwicklung an, die noch immerfort inkommensurabel neue Erscheinungen hervorbringt. Seit der Zeit ist die Erde wirklich Werk geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2352s Erdentwicklung aus geisteswissenschaftlicher Sicht 00:39:12] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich noch einmal einen anderen Gesichtspunkt einnehmen, nämlich die Zeit, die nun im großen, größten Rahmen die Erde selber durchlaufen hat in ihrer eigenen Entwicklung, wie sie in der [[a:GA_13|Geheimwissenschaft]] geschildert wird. Denn das scheint mir ganz wesentlich dann auch für die folgenden Betrachtungen zu sein. Ihr habt ja die Geheimwissenschaft zum Teil gelesen, noch nicht ganz, aber jedenfalls das Kapitel [[s:GA_13#DIE_WELTENTWICKELUNG_UND_DER_MENSCH|Erde und Mensch]] habt ihr doch auch gelesen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht komplett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2452s Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls ist es ja so, dass da geschildert wird, dass in einem ersten Entwicklungsstadium der Erde in aller Frühzeit, also nicht der jetzigen Erde so wie sie jetzt ist, sondern in dem ersten Stadium, dem [[a:Alter_Saturn|Saturn-Stadium]], dass ein Wärmekörper war, ein reiner Wärmekörper ohne Licht, nur Wärme, also ein äußerer Ausdruck von dem, was da die Geister - die [[a:Geister_des_Willens|Throne]] - die Geister des Willens und ihrer eigenen Wesensubstanz ausgeströmt haben. Und das ist ein reiner Wärmekörper, der in Wärmekörpern gegliedert war, und dass in der Mitte des Saturns überhaupt die Zeit erst entstanden ist. Vorher gab es keine Zeit, es gab nur Ewigkeit. Und erst in der Mitte des Saturns ist die Zeit geboren worden, wesenhaft, und von da an kann man überhaupt erst von Entwicklung sprechen. Weil Entwicklung ist sozusagen ein anderer Ausdruck des Wesens der Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2484s Wärme und Wasser: Sonnen- und Mondstadium 00:41:24] ====&lt;br /&gt;
Und dieser Saturn endet dann als Wärmekörper, in dem wieder alles sich zurückbildet in die Ununterscheidbarkeit des Kosmos, in einen Ruhezustand, [[a:Pralaya|Pralaya-Zustand]] wurde er da genannt, und dann taucht das Ganze wieder neu auf in der [[a:Alte_Sonne|alten Sonne]], in dem jetzt die Wärme sich verdichtet, ein Teil der Wärme, nicht alle, ein Teil der Wärme sich verdichtet zur Luft, zum Element der Luft, und gleichzeitig dann auch eine, ich möchte jetzt nicht über die Ätherarten sprechen, also noch eine andere, sehr viel feinere Substanz. Die Sonne ist also charakterisiert durch einen Luft-Wärmekörper und Licht, auch das Licht taucht auf. Das ist ja kein..., in diesem Sinne gehört nicht zu den Elementen, und dieser Sonnenkörper entwickelt sich jetzt auch, und da ist ja der Mensch involviert in seiner ganzen Wesenheit, eben auch als Luft-Wärmekörper, und wiederum entsteht ein solcher Ruhezustand, ein Pralaya-Zustand, und das taucht dann als dritte Inkarnation der Erde, der [[a:Alter_Mond|alte Mondenzustand]] auf, wo zu den Elementen Wärme und Luft dann, durch Verdichtung der Luft, das Wasser, das Wässrige als Element entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2579s Feste: Erdenenstadium 00:42:59] ====&lt;br /&gt;
Und in alles das hinein muss man jetzt sehen die Entwicklung des Menschen. Also die Entwicklung des Menschen ist einfach nichts anderes, als was sich jetzt äußerlich hier in diesen Zuständen beschreiben lässt. Und dann endet dann diese [[a:Alter_Mond|Mondentwicklung]], wo diese drei Elementenzustände also jetzt eine Entwicklungsstufe erreicht haben, und das Ganze steht natürlich unter der Führung geistiger Wesenheiten aus dem Umkreis, die dann an diesem ganzen Geschehen beteiligt sind. Und dann kommt wieder ein Pralaya-Zustand, ein Ruhezustand, wo alles in die Ununterscheidbarkeit des Kosmos zurückkehrt. Und aus dieser Sicht dann plötzlich wieder herausbildet ein neuer planetarischer Zustand, eben die Erde. Und die [[a:Erde_(Planet)#Die_Erdentwicklung|Erdenentwicklung]] darin ihre Bedeutung hat, dass zu dem Zustand der Wärme, der Luft, der Wärme, des Wassers noch das erdig Feste, also das hier Schwere, das Materielle, was sich da in dieser Weise äußert, dass es hart ist, dass sich das noch hinzufügt als viertes Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2664s Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24] ====&lt;br /&gt;
Und nun ist das Besondere, was alle Entwicklungen kennzeichnen, im Übrigen, das drückt [[w:Ernst_Haeckel|Häckel]] schon in diesem wunderbaren - also ich muss den Häckel bewundern, als diesen extremsten [[w:Monismus|Monisten]], den man sich denken kann - dass er dieses [[w:Biogenetische_Grundregel|biogenetische Grundgesetz]] formuliert hat. Dass er sagt, die individuale Entwicklung eines jeden Wesens ist eine Wiederholung der Stammesentwicklung. Und so ist es eigentlich mit der Erde insgesamt. Das ist ein Entwicklungsgesetz. Das muss man sich zehnmal hinter die Ohren schreiben, würde ich sagen. Dass man sich das mal klar macht, dass kein Schritt in die Zukunft getan werden kann, ohne dass man das Vergangene wiederholt. Ohne dass man in irgendeiner Form das wieder sich vergegenwärtigt. Die Vergangenheit vergegenwärtigt. Und erst wenn das vollgültig geschehen ist, kann der nächste Schritt in der Evolution getan werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir jetzt, dass zu Beginn der [[a:Erde_(Planet)#Die_Erdentwicklung|Erdenentwicklung]], alle Zustände, die vorausgegangen sind, wiederholt werden. Und in einer ersten Wiederholungsstufe ist die [[a:Polarische_Zeit|polarische Entwicklung]] der Erde. Die Erde wiederum als Wärmekörper erscheint. Reiner Wärmekörper, saturnisch. Und dann wieder einen kurzen Pralaya-Zustand übergeht und dann wieder auftaucht in der hyperboräischen Epoche. Der polarischen Epoche folgt dann die [[a:Hyperboräische_Zeit|hyperboräische]], so wird die genannt. Und in dieser hyperboräischen Epoche ist die Erde ein Wärmeluftkörper. Muss ich jetzt schnell die Tafel nochmal malen. Wir haben es also in der polarischen Epoche mit einem Wärmekörper zu tun. Und dann in der hyperboräischen Epoche mit Wärmeluft. Und dann kommt die [[a:Lemurische_Zeit|lemurische Epoche]] als Wiederholung der alten Mondentwicklung. Wärme, Luft, Wasser. Und dann folgt eigentlich erst die eigentliche Erdenentwicklung. Erde. Wo dann zudem noch das Feste dazukommt. Das sind Wiederholungs-Epochen der Vergangenheit. Da kann man noch nichts davon sprechen, dass sich irgendetwas Festes entwickelt hat. Sondern das Feste entwickelt sich erst im Verlaufe der lemurischen Epoche. Fängt das langsam langsam an. Und die eigentliche Erdenentwicklung ist dann erst nach dem Ende der lemurischen Epoche, [[a:Atlantis|Atlantis]]. In dieser polarischen Entwicklung hatte die Erde eine Ausdehnung bis zum heutigen Saturn als Wärmekörper. Das war so ein unglaublicher, mächtiger Wärmekörper. Wo noch diese Wiederholung stattfindet, des alten Saturn. Und am Ende der polarischen Entwicklung bleibt übrig ein Planet. Und das ist der Saturn. Und dann schrumpft sozusagen das ganze Gebilde zusammen. Und zwar wo jetzt am Ende dieser Epoche der Jupiter ausgeschieden wird aus dem Gesamtzusammenhang, also erst der Saturn, dann der Jupiter. Und dann in einer dritten... das ist polarisch... die Polarisch-Epoche, Hyperboräische Epoche usw. Und dann kommt eine dritte. Und da vollzieht sich nun eine gewaltige Veränderung in der ganzen Entwicklung, indem einerseits der Mars ausgeschieden wird aus dem gesamt-kosmischem Zusammenhang. Und gleichzeitig in dieser selben Zeit, also zwischen Hyperboräis... Entschuldigung, ich muss aufpassen, dass ich nichts Falsches sage. Aber das stimmt schon, dieser Kreis. Während dieser Zeit der Hyperboräischen Epoche wird schon die Sonne ausgeschieden. Und wird dann im weiteren aus dem gesamten Zusammenhang die Venus und der Merkur, und schließlich die Erde selbst plus Mond, der ist noch in der Erde drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen hier, wie in den Wiederholungsepochen der Erdenentwicklung in der polarischen Epoche ein Wärmekörper entstand. Am Ende steht dann die Aussonderung des Atoms. Und dann Schrumpfungsprozesse, und schließlich wird der Jupiter aus dem Gesamtzusammenhang herausgeschieden, als selbstständiger Körper. Und dann in dieser hyperboräischen Zeit auch der Mars, der jetzt um das ganze herum kreist, dann Sonne usw. Das wäre hier jetzt die Situation der Lemurischen Epoche. Lemuris. Polaris, Hyperboräis, Lemuris. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind alles nur Wiederholungsstufen der Vergangenheit. Wenn wir jetzt die [[w:Geologische_Zeitskala|Erdzeitalter]] versuchen uns vor Augen zu führen, dann müssen wir sagen, dass es eigentlich Zustände sind, die tatsächlich jeder höhere Organismus einfach durchläuft. Wenn man also die Embryonalentwicklung des Menschen nimmt, dann werden alle diese Zustände tatsächlich von Anfang bis Ende durchlaufen. Und wenn man jetzt das auf die Erde bezieht, dann muss man sagen, wo sind die eigentlich? Wo kann man die überhaupt entdecken?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=3158s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38] ===&lt;br /&gt;
Und damit kommen wir jetzt zu der eigentlichen Betrachtung der nächsten Tage. Wann kann man überhaupt sagen, dass das, was wir heute geologisch uns vor Augen führen können, als eine gewordene Welt der Naturreiche, wo haben die ihren Anfang? In der polarischen Epoche? In der hyperboräischen Epoche, oder in der lemurischen Epoche? Und wenn man da versucht, Relationen herzustellen, dann kommt man in Zustände der Verzweiflung. Weil man natürlich geneigt ist, mit Begriffen, die man gerade hat, die kurz zu schließen mit solchen Ereignissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erdenentwicklung im heutigen geologischen Sinne, die wird angesetzt mit dem Zeitalter des [[w:Archaikum|Archaikums]]. Wir kommen gleich nochmal hier drauf zu sprechen. Das heißt, da ist ein Urbeginn. Und wenn man das Johannes-Evangelium zur Hand nimmt, dann fängt es ja an: im Urbeginne, also Archaikum könnte man sagen, Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος [en archē ēn ho lógos], so heißt es im Griechischen, im Urbeginne war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Und ein Gott war das Wort. So fängt das Johannes-Evangelium an. Und so muss man eigentlich sagen, in dieser Zeit der Lemuris ist alles noch, das eigentliche Wesenhafte, um was es geht, ist noch im Umkreis. Und bildet sich erst dann langsam herein, in dem Sinne, wie das vorhin auch von Ihnen geschildert worden ist, dass das alles zunächst einmal noch ein undifferenziertes Gebilde war, wo sich langsam erst die Formen hereingebildet haben. Und da eben der Kalk auch dann im Verlauf dieser Entwicklung eine ganz große Rolle gespielt hat in der Formgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muss ich jetzt doch nochmal zurückgreifen auf das, was ich vorhin gesagt habe. Nämlich auf einen weiteren Zeitbegriff, deren sich die Geologie heute bedient. Sie macht es zwar, glaube ich, nicht mehr so, wie sie es noch vor Jahrzehnten gemacht hat. Das ist, was ich nenne, die Relativzeit. Dass ich einfach mal diesen ganzen Prozess hier, den man auch geologisch überschauen kann auf der Erde, dass ich den mal gleich 100 setze. Und jetzt die einzelnen Zeitalter, die sich abgespielt haben seit dem Uranfang, dem Archaikum, jetzt prozentual eingliedere in diese hundertprozentige Ganzheit der Erde, der Erdentwicklung. Und da stellt sich eben heraus, dass wenn man das so macht, dass tatsächlich in der ganzen Evolution eine ungeheure Beschleunigung ist. Eine ungeheure Beschleunigung der Evolution. Das ist immer schneller, immer schneller. Das heißt, in immer kürzeren Zeiten haben sich ungeheure Dinge dann entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=3388s Archaikum: der Urbeginn 00:56:28] ====&lt;br /&gt;
Und das möchte ich jetzt anknüpfend an das, was ich hier so kurz angedeutet habe, mal anfangen. Da müssten wir eigentlich hier anfangen. Also angenommen, wir sind..., die Erdenentwicklung ist jetzt in den Zustand eingetreten, dass sie eine Feuer-Luft-Erde war, die Hyperboräis. Also noch ganz an, man könne sagen, mehr oder weniger immaterieller Zustand. Und jetzt der Übergang sich vollzieht in die lemurische Epoche. Und ich habe lange gerungen mit mir selbst und bin selbstverständlich bereit, immer wieder Gegenargumente oder andere Argumente zu hören. Aber ich meine, dass die Lemuris beginnt eben genau dort, wo die Geologie heute anfängt. Da habe ich lange dran rumgemacht. Und zwar im [[w:Archaikum|Archaikum]]. Und dieses Archaikum, der Urbeginn, da muss man sich die Erde vorstellen in dem Sinne, wie ich es vorhin auch geschildert habe. Und wie sie der Aristoteles meines Erachtens gemeint hat, wenn er gesagt hat, alles Leben ist aus dem Schlamm entstanden. Das war eigentlich eine große Schlamm-Pfütze. So, eingeflappt gesagt. Es war wirklich ein Körper, der war nicht Wasser und nicht fest. Alles Wesentliche war im Umkreis, eine Eiweißatmosphäre hat die ganze Erde umgeben. Und es war sozusagen noch ein Urzustand, wo alles Werden noch im Keimzustand war. Also das Wasser und das Feste und alles war noch irgendwie in einem Art schlammigen Zustand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=3527s Granitbildung im Archaikum 00:58:47] =====&lt;br /&gt;
Und da aus dem heraus hat sich erst langsam etwas herausgeformt, und das sind eben in meinen Augen, jetzt nach meinem Verständnis, da muss ich mich auch gerne korrigieren lassen, aus meinem Verständnis ist diese erste Zeit des Archaikums, oder überhaupt das ganze Archaikum, ist noch einmal zu Beginn der Lemuris eine Wiederholung des Saturnzustandes. Also der Wärme, da ist noch die Wärme sozusagen das Element, was überhaupt das Ganze noch so in Bewegung hält und dem Urzustand verhaftet. Und aus diesen Bildungen, Wärmedurchdrungen, wo die Wärme das bestimmende Element der Bildung war, der Entwicklung war, das ist die Zeit der Granitbildung. Da bin ich also mehr und mehr dazu gekommen zu sagen, die Körnigkeit des Granits ist wie eine Widerspiegelung dieser seltsamen Wärmekörper des alten Saturn. Und sodass das ganze Archaikum diesen Charakter hat, eine endlose Zeit überdeckend, wo, ich möchte sagen, alles sich erstmal so ganz langsam aus Keimzuständen heraus in die irdische Form hineingestaltet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es wird sogar geschildert, das war der [[w:Hans_Georg_Wunderlich|Wunderlich]], sagt das, dieser Geologe, dass im Archaikum die damaligen granitischen [[w:Schild_(Geologie)|Schilde]] aufgetaucht sind und wieder vergangen sind. Und dasselbe findet man bei Rudolf Steiner. Er spricht nicht von Granit, er spricht von hornartigen Bildungen, also verhärtenden Bildungen, die auftauchen und dann wieder wegsinken und neu bilden. Wie aus dem Schlamm, nicht aus dem Wasser, das war noch kein Wasserkörper, wie heute die Weltmeere beschaffen sind, sondern das war eine Masse, chaotisch, aber in der das ganze Potenzial der Zukunft lag. Und da bilden sich jetzt langsam diese Grundfesten der Kontinente. Das ist die eigentliche granitische Bildung. Und so kann man Beschreibungen jetzt lesen in Bezug auf das Archaikum, wo eigentlich schon alles irgendwie doch auch veranlagt wird, selbst das Leben. Dass man Spuren glaubt, des Lebens zu entdecken, also Niederschläge für lebendige Vorgänge in bestimmten Kohlenstoff...[?]. Diese Kohlenstoff..., diese Graphitvorkommen, also Kohlenstoffvorkommen, die darauf hindeuten, dass es da eben schon gestaltete Lebensvorgänge gegeben hätte. Im übrigen aber beschreibt die heutige geologische Forschung dieses Archaikum als eine Zeit der [[w:Gebirgsbildung|Orogenesen]]. Und Orogenesen heißt Berg, Oros heißt auf Griechisch Berg. Gen heißt im Grunde genommen das Werden, der Stamm des Verbums werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Gebirgsbildung, das ganze Archaikum ist ein solches, wo sich etwas gebildet hat und wieder entbildet hat. Heute würde man sagen Gebirgsbildung, aber nicht im heutigen Sinne, selbstverständlich gemeint, sondern eben Gestaltung und wieder Entstaltung. Das charakterisiert nun das Archaikum, granitisch. Also die ältesten Gesteine, die wurden vorhin genannt mit 3,9 Milliarden Jahren, wenn man diese Zählung nimmt, die finden sich eben in diesen alten Schilden. Diese sogenannten Gebirgsbildungen werden auch so charakterisiert, dass sie im Gegensatz zu den heutigen Gebirgsbildungen, ja, also diese Gebirgsbildungen werden so geschildert, dass sie verhältnismäßig nicht in diesen Abständen erfolgt sind wie heute Gebirge, die weit, weit auseinanderliegen. Also die Alpen sind einfach beherrschend für ganz Europa, sondern dass das sozusagen Gebilde waren, die auf 100 Kilometer Entfernung so Ballungen waren, die zur Gebirgsbildung geführt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigenartige ist ja, dass wir auf unseren Kontinenten so große Verebnungen finden, [[w:Senke_(Geowissenschaften)|Becken]] nennt man das, und dann diese eigenartigen Aufwölbungen der Erdkruste: Schilde. Und manchmal hat man den Eindruck, dass wie wenn das ein Bienengewebe wäre, also eine Bienenwabe wäre, solche Riesenbecken und dann eine Gebirgsbildung außen rum. In Afrika ist es ganz deutlich zu sehen, dass es ungeheure Becken sind, also nicht topfeben, aber so ein bisschen Einsenkungen, und außen rum Gebirgsbildungen. Also immer dann, wenn sich etwas einsenkt, dann woanders etwas sich erhebt. Auch ein rhythmischer Vorgang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, dieses Archaikum beinhaltet jetzt alles, was man sich nur denken kann. Und man findet zum Beispiel in den Graniten jetzt nicht nur Quarz, Feldspat und Glimmer, und nicht nur Aluminiumsilikate, also Kalium-Aluminiumsilikate oder so, sondern man findet alle Elemente des Periodischen Systems. Das ist alles da drin. Da findet man das Gold, da findet man eben auch die schweren Metalle, da findet man Uran, also 10 Tonnen Granit enthalten 3 Gramm Uran immerhin, also das ist ganz schön strahlendes Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so alle Gesteine enthalten auch Uran, also strahlende Materie in kleinsten Mengen. Interessanterweise, je tiefer man kommt, desto weniger, habe ich mir mal sagen lassen. Die Basalte haben weniger Urangehalt als die Granite. Also man findet in diesen Gesteinen alles, es ist noch alles da, alles veranlagt in diesen Gesteinen. Was sich nachher immer mehr differenziert, ist da vorhanden. Und dieses Archaikum, das umschließt 50% dieser Relativzeit der Entwicklung. Also es ist interessant, dass man in der Geologie zu einer solchen Betrachtung kommt, dass am Anfang also eigentlich unendliche Zeiträume der Entwicklung vorausgegangen sind, die sich dann immer deutlicher und immer deutlicher in äußere Gestaltungen verdichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4036s Proterozoikum: die ersten Sedimente 01:07:16] ====&lt;br /&gt;
Und dem Archaikum folgt nun das [[w:Proterozoikum|Proterozoikum]], wie man das nennt. Proterozoikum. Von dem die Geologie sagt, dass es ungefähr 23% der ganzen Entwicklung überdeckt. Und zwischen diesen beiden Zeitaltern des sogenannten [[w:Präkambrium|Präkambriums]], also da komme ich gleich darauf zu sprechen, da ist eine Grenze. Deswegen unterscheidet man diese beiden Zeitalter. Und diese Grenze, die man da zieht, die ist gegeben durch äußere Beobachtungen, dass da nämlich gewisse Sprünge sind in der Folge der Ablagerungen, sogenannte [[w:Diskordanz|Diskordanzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es sind die Diskordanzen, diejenigen, die überhaupt die ganze [[w:Stratigraphie_(Geologie)|Stratigraphie]] in der weiteren Erdentwicklung weitgehend bestimmen. Auch die [[w:Leitfossil|Leitfossilien]] usw., da haben wir schon drüber gesprochen. Aber diese Diskordanzen besagen, dass da eine Entwicklung war, wo eine intensive, konvulsive Bewegung der ganzen Erdkruste noch gewirkt hat, und da etwas zu Ruhe gekommen ist. Und da jetzt plötzlich Ablagerungen sich drüber lagern auf eine, sagen wir mal, so geformte Erdoberfläche. Plötzlich hier eine Ablagerung sich ablagert und darauf sich ein neuer Schichtenaufbau sich anzeigt. Also das nennt man normalerweise, nach meinem Verständnis, Diskordanzen. Eine irgendwie geformte Unterlage und plötzlich lagert sich jetzt eine ganz neue Schicht drüber, wie wenn da etwas zur Ruhe gekommen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man muss wirklich sagen, da ist wohl die Zeit, wo sich jetzt mehr und mehr Wasser und das irdisch Feste beginnt voneinander zu sondern. Denn in dieser Zeit des Proterozoikums, so schildert es jedenfalls die Geologie, erfolgen über die feste Erdkruste oben große [[w:Transgression_(Geologie)|Meeres-Transgressionen]]. So sagt man das, Überflutungen. Aber ich habe mehr den Eindruck, da scheidet sich das Feste langsam mit den Kontinentalbildungen. Und das Wasser wird sozusagen dünner. Also mehr Wasser als es vorher war. Vorher war es nur schlammartig, wässrig. Aber jetzt findet man nämlich hier bereits die ersten echten Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4239s Algen: Übergang vom pflanzlichen zum tierischen? 01:10:39] =====&lt;br /&gt;
Schon in dem Alt-Proterozoikum und eben deutlich strukturierte Organismen, also Algen, da beginnt die Algenzeit. Und [[w:Alge|Algen]] sind ganz seltsame Wesen. Die sind pflanzlich, kann man sagen, aber vieles deutet darauf hin, dass sie auch tierisch sind. Und so sind die Algen wie ein Bild dessen, was auch Rudolf Steiner für den alten Mond geschildert hat, dass es da Pflanzentiere gab. Also Bildungen, die eine unglaubliche Lebendigkeit hatten und gleichzeitig die Tendenz, etwas zu verinnerlichen. Ein Zwischenprodukt zwischen Pflanzen und Tieren. Und diese Welt taucht jetzt hier plötzlich im Proterozoikum auf. Noch sehr sehr ursprünglich, noch sehr anfänglich. Auch schon echte, ja, kann man sie Tiere nennen? Die Primitivtierfauna, die da auftritt, aber alle noch in dem Charakter, dass man nicht weiß, sind das Pflanzen, ist es mehr pflanzlich oder tierisch. So ein Zwischenprodukt. Und so merkt man jetzt plötzlich, wie hier aus diesem allgemeinen ursprünglichen Zustand über lange Zeiten hinweg jetzt eine Entwicklung sich anbahnt, wo die Primitivflora und -Fauna sich anbahnt, langsam sich in bestimmten Gestaltungen herauszubilden. Es gab noch keine Fische, es gab noch keine Pflanzen, Landpflanzen oder irgendwas, nichts, sondern alles war im Wasser. Die ganze Evolution vollzieht sich in den Weltwinkel, also den überfluteten Kontinenten, also in einer Wässrigkeit, die einen anderen Charakter hatte als vorher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Ablagerungen des Proterozoikums, und das setzt sich fort in das Alte und das Frühe Proterozoikum, also das Jüngere, da treten immer mehr und mehr eine sehr primitive Fauna auf, und immer mehr Abdrücke im Gestein, also Versteinerungen, und eben diese Sedimente. Das heißt, wo man merkt, das ist eine Zeit der Ruhe, der Gebirgsbildung, wo sich gewaltige Sedimentationen vollzogen haben, in denen dieses Leben sich im Wässrigen abgespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4421s Wie könnten die proterozoischen Sedimente entstanden sein? 01:13:41] =====&lt;br /&gt;
Da ist natürlich jetzt immer die Frage, wo kommen diese Sedimente jetzt eigentlich her? Das ist für mich immer wieder erneut eine offene Frage, bei allen Sedimenten. Die Geologie sagt heute, das sind hald Abtragungen von diesen alten Gebirgsbildungen, und die sind durch das Wassertransport dahin verteilt, und dann hat sich das so schön zur Ruhe gekommen in diesem Wasser und hat sich da zu mächtigen, gewaltigen Schichten aufgebaut. Wenn man das versucht, mal innerlich nachzuvollziehen, natürlich kann man sagen, das war ein endlos langer Zeitraum, 23% der Evolution, aber ist das wirklich real? Ist das real, dass da schon ein Erstorbenes transportiert wird vom Wasser wie heute Wasser Stoff transportiert und dann irgendwo sedimentiert? In der Zeit, der Frühzeit der Erdenentwicklung? Oder sind es Hereinbildungen aus dem Umkreis? Sedimentationen aus dem Umkreis? Das ist für mich immer wieder erneut die Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat sich nicht alles, was man Sedimentgestein nennt, plus minus -also ich würde da auch vorsichtig sein- aber ist das nicht etwas, was sich hereinbildet aus dem Umkreis, wo das Leben eigentlich noch hauptsächlich im Umkreis war, die Urbilder der Pflanzen lebten im Umkreis der Erde, die Urbilder des Tieres langsam sich heranbilden, jetzt sich so inkarnieren auf Erden, und der Mensch selbst noch ganz im Umkreis lebend. Soll sich da unten nur etwas mechanisch abgespielt haben, ohne dass das, indem das sich langsam hereinbildet in die Erde, substanzbildend auf der Erde selbst wirkt in den Sedimentationen? Das ist für mich noch eine offene Frage. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stark diese Sedimentationen sind, die kann man an verschiedenen Punkten der Erde verfolgen, und das ist eben beim [[w:Grand_Canyon|Grand Canyon]] der Fall. Also [[w:Colorado_River|Colorado River]], da sieht man tausend Meter, wir haben ja schon drüber gesprochen, tausend Meter [[w:Geologie_des_Grand_Canyon|gebankte Schichten]], die so stirnseitig erschlossen sind, in einem Wüstenklima, also nicht jetzt verwittert irgendwie und überdeckt, sondern vor den eigenen Augen sieht man da wieder mächtige, gewaltige Sandsteine im Wesentlichen sich da übertürmen, in deutlichen Schichtungen. Die stammen aus diesem Proterozoikum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4596s Globale Eiszeit am Übergang vom Proterozoikum zum Paläozoikum 01:16:36] =====&lt;br /&gt;
Nun muss ich jetzt zu Ende kommen, indem ich in Bezug auf das Proterozoikum noch sagen möchte, dass gegen Ende des Proterozoikums etwas eingetreten ist, was auch einen wirklich umwirft irgendwie, nämlich da spricht man von der ersten Eiszeit [Anmerkung: die [[w:Paläoproterozoische_Vereisung|erste Eiszeit]] (paläo-proterozoische Vereisung) fand am Übergang vom Archaikum zum Proterozoikum statt; hier sind wahrscheinlich die späteren, globalen Vereisungen gemeint, die unter dem Namen &amp;quot;[[w:Schneeball_Erde|Snowball-Earth]]&amp;quot; beim Übergang vom Proterozoikum zum Paläozoikum stattfanden], also der nachweisbaren Eiszeit auf der Erde. Also im Übergang von dem Proterozoikum auf das Paläozoikum, da kommen wir dann morgen drauf zu sprechen, dass sich da eine Eiszeit vollzogen hat, die man, soviel ich mich erinnere, ich weiß es nicht genau, [[w:Schneeball_Erde#Geschichte_der_Hypothese|zum ersten Mal in Australien]] glaube ich, genauer beschrieben hat, wo man ganz deutlich erkennt, wie Geröll, also ein richtig eiszeitliches Geschiebe mit den entsprechenden Merkmalen, also Gekritze und so weiter, sich da auf dieser Zeit finden, des Übergangs vom Proterozoikum auf das Paläozoikum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist für mich sehr rätselvoll, aber es ist wirklich ein Einschnitt gewesen, der auch wiederum im Sinne einer solchen Diskordanz dann einen Übergang anzeigt auf die nächst folgende Epoche, dann das Erdaltertum, [[w:Paläozoikum|Paläozoikum]]. Also man muss furchtbar aufpassen, dass man da nicht ins spekulieren kommt, sondern sich ein bisschen an den Phänomenen hält, was man tatsächlich beobachten kann. Aber die Tatsache, dass die Geologie selbst zu dieser Auffassung kommt, dass man diesem Zeitalter [dem Paläozoikum] allein schon 73% der gesamten Evolution zuspricht, und die nachfolgende Zeit dann explosionsartig, das werden wir morgen sehen, explosionsartig plötzlich eine Fauna sich entwickeln lässt. Dass es immer stärker und immer beschleunigter sich vollzieht, das ist schon für mich sehr verwunderlich. Also wenn man die Relativzeit diesbezüglich anschaut. [nachstehend geht es um den Zeitbegriff, Fortsetzung zum Paläozoikum im nächsten [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 2): Paläozoikum (Forts.) 00:25:32|Vortrag 6]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4755s Ergänzungen zum Zeitbegriff 01:19:15] =====&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Wenn man die absoluten Zeiten in Jahrmilliarden nimmt... Ich habe das mal gemacht, diese Einschnitte in der Lebensentwicklung. Das ist ganz spannend, das ist eine logarithmische Beziehung, und ein Logarithmus auf der Basis e. Das heißt, die Zahl, die im Fünfstern drinsteckt, die in der Fibonacci-Reihe drinsteckt, die allen lebendigen Spiralentwicklungen zugrunde liegt, die ist auch da zeitlich drin. Also das ist natürlich ein Lebenszusammenhang. Die Zahl e ist 2,7818 oder so irgendwie. Und das schwankt immer um diese Zahl. Von 3,1 bis 2,6. Aber die Basis für diese Logarithmen ist immer so. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ihr merkt ja, dass wenn man sich versucht, da mal ein bisschen reinzudenken in diese Zeitvorstellungen, dass es nicht so eine ganz einfache Materie ist. Wo fühlt man sozusagen den Halt? Den begrifflichen Halt? Weil man die Zeit nicht definiert, es handelt sich immer um Qualitäten und nicht um Quantitäten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4834s Erdentwicklung: lebendige vs mechanische Sichtweise 01:20:34] =====&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Darf ich da noch vielleicht einfach eins, was man für das ganze Weitere vielleicht mit, immer so ein bisschen im Hintergrund als Empfindung braucht: Sie haben ja immer wieder die Frage in dem Sedimentieren, ist das nicht ein anderer Prozess, als wir das so rein mechanisch denken? Ich habe es vorhin angedeutet, wenn man das Leben anders auffasst. Das was mit Zeit zu tun hat, das erleben wir am lebendigen Leib, und in dem Absterben und Aufbau. Und das ist jetzt eine ganz große Frage in der Geologie, weil wir in der Geologie nur mit physikalischen und chemischen Parametern umgehen, wie man das im Grunde in der Biologie heute auch sieht. Das heißt, das, was [https://www.doew.at/erinnern/biographien/oesterreichische-stalin-opfer-bis-1945/stalin-opfer-t/trincher-karl Karl Trincher] noch sagt, es gibt einen vierten Aggregatzustand auf der Erde, das ist das lebendige Wasser in der Zelle, und wenn ich es rausnehme, ist es tot, wenn ich die Zelle aufmache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der lebendige Zustand, der durchdringt das ganze chemisch-physikalische. Und wenn das Ganze mit einem immer weniger lebendig werden des Gesamt- Erdorganismus, und wir Strukturen finden, die von mir aus Fließbewegungen sind, Schrägschichtungen, Kreuzschichtungen, Abrollungen von Quarzen..., das hat man ja alles im Grand Canyon. Das heißt, man kann das alles auf die mechanische Art erklären und sagen, fertig. Wir haben aber auch bei uns in dem lebendigen Organismus Fließbewegungen des Wassers, Blut, Lymphe, [... unverständlich], den ganzen Pflanzensaft im Kambium. Das sind alles mechanische Fließbewegungen, die ich auch nur rein mechanisch anschauen kann. Bedingt sind sie aber durch Lebensprozesse. Das ist, glaube ich, die Frage, auf die sie hindeuten, wo sind die Phänomene, die uns vielleicht doch aufmerksam machen, die sind nicht rein anorganisch-mechanische Fließbewegungen. Das heißt, es ist nicht nur Hydromechanik, wie man das in der Physik nennt, sondern es ist Physiologie. Findet man die physiologischen Aspekte von dem Ganzen, und dann hat man, glaube ich, den Hinweis, dass man nicht sagen muss, das ist alles Quatsch, sondern man findet das Zusätzliche, was man jetzt die Dinge vollständiger macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Fragen, die sind ganz spannend, dass man nur den Lebensbegriff mit drin lässt in der Erdentwicklung. Und ich sage, die ganze Erdentwicklung ist ein toter Prozess, und das macht eigentlich die Physiologie. Das haben wir im Blut, dass wir Leben auf Biologie reduzieren. Leben in der Erde. Und das ist ganz wichtig, glaube ich, dass wir das immer so ein bisschen mit Wachheit... [?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=5014s Gesteine erzählen vom Übergang 01:23:34] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das hier, das ist polarisch, das ist saturnisch, das ist Archaikum [zeigt einen Granit]. Und das hier, das wollte ich doch immer noch mal betonen, das hier ist hyperboräisch [zeigt metamorphes Gestein aus Skandinavien].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist meine jüngste Erkenntnis auf diesem Feld, dass ich das wirklich differenzieren möchte, also diese sogenannten Metamorphen Gesteine, seitdem das auch gerechnet wird, normalerweise, also skandinavisch, das ganze Skandinavische, Phänoskania-Gebirgsblock, besteht aus diesen Metamorphen Gesteinen. Man findet da kaum Granit. Aber diese hier, und ich meine, das heißt Hyperboräis, ich habe mich immer gefragt, warum haben die Griechen den ganzen Norden [[w:Hyperborea|Hyperboräis]] genannt, und warum tun die Geologen jetzt hier das auch Hypoporäisch nennen? Und ich habe mir gedacht, das ist ja so, dass ich den Eindruck habe, das ist ein Entwicklungsschritt. Das Körnige des Granits, das sich Abgrenzende, jetzt übergeht in eine neue Phase der Entwicklung, wo dieses Schlierenartige, dieses Lebendige, wo das Ganze sozusagen in Bewegung noch mal kommt, und eine neue Entwicklung einleitet, also das nochmal von dem Wässrigen überformt wird, von dem Flüssigen. Deswegen habe ich den Eindruck, das ist ein Spiegelbild der hyperboräischen Epoche, und das ein Spiegelbild der Wiederholung der polarischen Epoche zur Beginn der Lemuris.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=5123s Elemente und Mineralbildung 01:25:23] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Polarische, Wiederholung alter Saturn, und nur Elementwärme. Das Element Wärme hat im [[w:Vier-Elemente-Lehre#Nachfolger:_Platon,_Aristoteles,_Stoiker|Aristotelischen]] die Eigenschaft, trocken und warm zu sein. Das Trockene ist die Voraussetzung für Abgrenzung. Das ist Körnigkeit. Ich nehme jetzt nur diese Worte noch von einer anderen Seite, was sie beschreiben, und wenn man ins Hyperboräische geht, dann wäre das der Übergang des Elementes Luft, und das Element Luft ist jetzt immer noch warm, wie das Feuer, aber feucht. Und das Feuchte löst alle Grenzen auf. Dann kommt man in diese Struktur [zeigt auf einen Stein]. Das passt wirklich ganz in das Bild, auch was uns die Elemente in der ideellen Form von Aristoteles filtern, dass man plötzlich in ein formauflösendes Prinzip kommt, das dann erst nachdem Wasser, sprich Lemuris, vorbei ist, in der Erde erst wieder auftaucht, in der Form wie wir jetzt solche Kristalle haben. Trocken, kalt. Und da das ganze Wiederholungszustände sind, müssen wir eigentlich, wenn wir jetzt von der Erde sprechen, und die Erde hat eben mit dem Element Erde dann schon zu tun, in den schon materieller erscheinenden Zuständen muss ich das Feurige wiedererkennen und das Wässrige wiedererkennen. Das ist natürlich nicht Luft. Die Hyperboräis war nicht Luft in dem sie auf der Erde diese Wiederholung halten sollen. Aber die Qualität des Luftigen, nämlich das warm-feuchte, das muss ich wiederentdecken in dem inzwischen festes Mineral gewordenes. Ich hatte es erwähnt in der Chemie mit dem Silizium, als der [[w:Gotthardtunnel|St. Gotthard]] im 19. Jahrhundert durch die Alpen getrieben wurde. Da sind Bergarbeiter da unten raufgekommen und haben gesagt, da unten wär ganz komisch, da waren Quarze, die waren weich wie Gelée. Die Mineralogen haben gesagt, naja, die haben so eine Art Tiefenrausch, die haben sich nicht mal dafür interessiert, da runterzugucken. Aber ein Hinweis darauf, die Prozesse der Mineralbildung, die ist nicht unbedingt so, wie wir es im Labor haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es gibt eine Smaragd-Fundstelle im Ural. Der Smaragd ist ein sehr hartes Edelmineral. Die werden mit größter Vorsicht dort aus den Schiefern geborgen und in Wasser gelegt, in Eimern, und an der Luft in dem Wasser gelassen. Denn wenn man die aus dem Berg frisch rausholt, kann man die Smaragde mit dem Messer schneiden, die sind weich. Die härten erst unter den atmosphärischen Bedingungen an der Atmosphäre aus zu dem Edelmineral Smaragd. Das heißt, wir müssen in der Erde einfach auch heute noch mit physiologischen Zuständen rechnen, die nichts mit diesen ganzen Laborerfahrungen zu tun haben. So wie die organische Chemie im chemisch-pharmazeutischen Labor nichts mit dem zu tun hat, was bei uns in der Leber geschieht. Die gleichen chemischen Produkte erscheinen da im Labor und hier in der Leber, aber auf völlig anderem Wege. Das nur so als noch ein bisschen zu dem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, mit dem [...?] macht man das heute noch. Das kann man schneiden. Wenn der trocken wird, dann wird er [...?]-hart. Ja, also dann schließen wir für heute ab und treffen uns dann morgen und machen dann hier mit der Relativzeit weiter. Also dann, noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_4._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11641</id>
		<title>Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_4._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11641"/>
		<updated>2026-02-20T17:10:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Erkennungsmerkmale der Granitischen Minerale 00:21:13 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 4. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=35s Einleitung 00:00:35] ===&lt;br /&gt;
Ja, einen schönen guten Morgen, alle da. Wir haben ja gestern uns mit dieser ganzen Verteilung der Kontinente über die Erde beschäftigt, die eigentlich erst verständlich geworden ist im Laufe des 20. Jahrhunderts mehr und mehr durch die Untermeeresgeologie, die dadurch zuerst hier von Deutschland aus zwischen den beiden Weltkriegen, aber dann vor allen Dingen in den 50er Jahren, 60er Jahren von Amerika aus im großen Stil durchgeführt worden ist. Die Forschungen, die eben gezeigt haben, dass die Untermeeresböden zwar auch ein ganz deutliches Relief zeigen durch diese unterirdischen Gebirgszüge, die da rund um die Erde gehen, von Nord nach Süd, von Ost nach West und dass sie alle eigentlich an Störungszonen liegen, das heißt vulkanisch noch bis heute tätig, vulkanisch wirksam sind und wesentlich beteiligt sind an der Verteilung der Kontinente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man dann durch diese Meeresgeologie anschaut, dann muss man einfach sagen, das ist vollkommen einheitlich. Also da ist eigentlich gar kein großer Unterschied zwischen irgendwelchen Gesteinen. Das ist im Wesentlichen alles Basalt, also relativ junge Bildungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=149s Die Vielfalt der Gesteine auf den Kontinenten 00:02:29] ===&lt;br /&gt;
Basalt ist, ich komme nachher nochmal drauf hier, [eine] relativ junge Bildung, während, wenn man jetzt auf die Gesteine der Erde schaut, dann schaut man auf die Kontinente. Und da zeigt sich nun eine derartige Vielfalt, Mannigfaltigkeit, die, ich möchte mal fast sagen, größer ist als die des Pflanzenreiches oder des Tierreiches. Also sowas von einer unendlichen Mannigfaltigkeit, Variationen, an jedem Standort ein klein wenig anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe es gestern auch vorgelesen bei Goethe im Granit, im Aufsatz, wo auch der Granit schon angeben, wo immer man hinkommt, findet man denselben, dasselbe Gestein in seiner selben Struktur, Aufbau, Mineralaufbau, und dennoch farblich, strukturell, kleinkörnig, grobkörnig und so weiter, jeweils immer in einer bestimmten Variante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt freuen wir uns heute, wie man das hier schon ein bisschen auf dem Tisch sieht, uns gerade mal der Kontinentalen Gesteine, und ich kann nicht aus der ganzen Welt hier etwas präsentieren, das eine oder andere kommt aus anderen Kontinenten, aber das übrige ist doch relativ lokal. Und meine einzige Sammlung, die ich hatte, die ist eben, leider Gottes, hier auf dem Dottenfelderhof, wie so manches, hat es das Zeitliche gesegnet, die ist irgendwo verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass ich ja so alles mühsam wieder in den letzten Jahren, obgleich ich keine großen Reisen mehr machen konnte - vieles habe ich damals noch gesammelt in den Alpen, also meine schönsten Stücke waren eigentlich aus den Alpen, aus den Schweizerischen Alpen vor allen Dingen. Und das ist eben, wie gesagt, alles nicht mehr vorhanden. Da muss ich mühsam jetzt wieder das in späteren Jahren zusammensammeln. Und das Schönste ist immer, dass man die Steine selber sammelt und nicht irgendwo, das ist das Interessante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=282s Granit: die Grundlage der Kontinente 00:04:42] ===&lt;br /&gt;
Ja, und da möchte ich jetzt ausgehen, noch einmal von dem Gestein, was gestern der Goethe da thematisiert hat, nämlich der [[w:Granit|Granit]]. Und Goethe hat den Granit so angesprochen, eigentlich als den Ursohn der Erde ist. Und es ist zweifellos, die Grundlage der Kontinente ist alles Granit. Und dieser Granit setzt sich allerdings in den Tiefen noch in andere verwandte Gesteinsarten fort, die werden wir nachher hier besprechen, die liegen hier oben. Zunächst möchte ich einfach mal nochmal auf den Granit eingehen in Bezug auf dessen eigenartige, dreigeteilte Zusammensetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wenn wir hier mal Granit nehmen, da möchte ich nochmal sagen, er hat ihn als den Ursohn der Erde angesprochen, und man könnte sich leicht verleitet sehen zu sagen, der Granit wäre sozusagen der Repräsentant aller Gesteine auf der Erde. Es liegt sehr nahe, sowas zu sagen. Das ist er natürlich irgendwo auch, aber er ist auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn er ist selbst wiederum ein Ausdruck, aber eben ein idealtypischer Ausdruck der Idee des Gesteins schlechthin. Also es ist nicht so, dass man sagen könnte, der Granit wäre, so wie er hier jetzt auf dem Tisch liegt, wäre sozusagen das Urbild schlechthin. Es ist ein Ausdruck des Urbildes. Das Urbild aller Gesteinsbildung findet einen idealen Ausdruck, materialisiert im Granit. Aber das Urbild als solches, das muss man selber denken. Das muss man selber im Bewusstsein ausbilden als eine Bildgestalt, die sich jetzt vielfältig variiert in allen Erscheinungsformen des Granits. Also nicht der Granit ist jetzt sozusagen das Urbild, sondern das Urbild kann eigentlich nur ideell gefasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=441s Die Minerale des Granits: Quarz, Feldspat und Glimmer 00:07:21] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man unter diesem Gesichtspunkt jetzt den Granit anschaut, dann hat er eben diese dreifache Zusammensetzung, die ja eigentlich so bekannt ist. Das ist, dass ein wesentlicher Bestandteil der [[w:Quarz|Quarz]] ist. Der Quarz, das ist also chemisch gesprochen, sagt man heute, SiO2, Siliziumdioxid. Also der ist nicht gasförmig wie Kohlendioxid, sondern der ist eben tatsächlich fest. Und das ist dieser Bergkristall hier. Der Bergkristall - kannst du ja mal rumgeben, nochmal in der Sechsäuligkeit anschauen - das ist eben ein relativ leichtes Mineral. Also spezifisch ziemlich leicht, aber natürlich wesentlich schwerer als Wasser. Aber jedenfalls ein Mineral, das der Hauptbestandteil der Erdkruste überhaupt ist. Also der Quarz, beziehungsweise der Kiesel, wie man eben auch sagt im Landwirtschaftlichen Kurs. Also das würde ich mal als erstes sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist dann der [[w:Feldspat|Feldspat]]. Und der Feldspat, das ist jetzt ein Mineral - das ist hier ein [[w:Calcit|Kalkspat]], den habe ich ja schon gezeigt, lass ich auch nochmal rumgehen - weil der Feldspat praktisch ähnlich kristallisiert. Also nur der Winkel der beiden Flächen ist ein bisschen anders. Einfach nochmal... Aber hier habe ich das Feldspäte, das stammt, glaube ich, auch aus Norwegen oder irgendwoher. Das habe ich hier mal rausgekloppt. Also das ist hier auch ein [[w:Albit|Albit-Feldspat]], wahrscheinlicher Albit. Aber ich habe da noch andere von hier. Das ist auch ein Feldspat hier, und da sieht man diese wunderschönen Spaltflächen. Also wenn man da mit dem Hammer drauf schlägt, dann spaltet er immer in bestimmten Winkeln und Flächen. Also der Kristall bleibt immer sozusagen erhalten in seiner Struktur. Im Gegensatz zum Quarz, wenn man da mit dem Hammer drauf haut, dann ist das Kristall kaputt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt auch Feldspat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist ein Kalkspat. Aber er kristallisiert eben sehr ähnlich wie das. Die Idealform ist da besonders sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hab ich meine Brille nicht auf... Ja, der gehört hier nicht hin. Das ist was anderes. Aber hier ist nochmal ein Feldspatstück. Da sieht man, dass der zum Teil unglaublich mächtig kristallisiert, innerhalb der Grundmasse, die granitisch ist. Feldspat. Das ist die Sache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun das dritte ist der Glimmer. Zum Feldspat möchte ich noch sagen, dass der seinen Namen hat daher, dass er eigentlich das Feld macht. Den Acker. Das Feld ist Acker. Und daher der Name Feldspat. Denn wenn der verwittert, dann entsteht Ton. Tonmineralien. Der schwere Boden, der ist in aller Regel aus der Feldspat Verwitterung. Die verschiedenen Feldspäte erzeugen dann verschiedene Tonmineralien. Und wenn die drei verwittern hier, alle drei, der Granit als solcher verwittert, dann entsteht das, was wir eigentlich den klassischen Lehmboden bezeichnen. Denn der klassische Lehmboden enthält Quarz in Form von Sand, der stammt aus dem Granit. Enthält eben Lehm, im engeren Sinne Tonmineralien, und auch der Glimmer verwittert zu Tonmineralien, zu den sogenannten Eliten, da kommen wir gleich nochmal drauf zu sprechen. Also die Verwitterung des Granits erzeugt eigentlich den klassischen Lehmboden. Lehm ist nämlich nicht nur Ton, sondern da ist auch Sand enthalten und eben auch noch Glimmer Mineralien und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=754s Der Granit als Träger der &amp;quot;Raumbildung&amp;quot;? 00:12:34] ====&lt;br /&gt;
So und jetzt möchte ich auf etwas hindeuten, was sozusagen, das habe ich nirgends gelesen, dass es so ist, aber ich möchte einfach mal sagen, weil ich mir da mal so Gedanken drüber gemacht habe. Der Quarz, der kristallisiert ja, wie man das sieht, sechssäulig. Ich mal das mal so an. Und wenn wir ein Doppelende haben - die gibt es nämlich, Quarz und Doppelenden - also wo wirklich an beiden Enden die Pyramide ausgebildet ist, das sind oft Quarze, die dann irgendwo hier an einer Stelle auf dem Muttergestein aufsitzen. Wenn man so ein Kristall nimmt, ich hatte mal kleine gefunden, aber nicht in den Alpen, sondern bei Pforzheim. Also das war ein Muschelkalk, glaube ich. Da gibt es Quarze, Doppelende sind aber nur so groß. Schwärzlich. So, und wenn man jetzt hier an einem solchen Kristall eine Spannung anlegt, beziehungsweise irgendwie eine Wärmequelle hier jetzt ansetzt, dann ist der Wärmefluss innerhalb dieses Kristalls nicht gleichmäßig, sondern in der Zentralachse setzt sich der Wärmefluss schneller fort als quer dazu. Und zwar in dem Verhältnis von 1,9 : 1. Das heißt doppelt so schnell ist der Wärmefluss innerhalb dieses Kristalls in der Achse. Das ist ein Phänomen. Also da ist im gewissen Sinne, wenn man dessen Wärmeverhalten anschaut, muss man eigentlich sagen, hier ist materiell die Idee der Gerade andeutungsweise verwirklicht. Geometrisch gesprochen die Gerade. Also hier ist alles sozusagen in die Längsrichtung ausgedehnt und der Wärmefluss deutet das an, dass diese Kristallgestalt etwas zu tun hat oder man muss sagen, ich sage es mal so, eine Materialisierung quasi der Idee der Gerade ist. Nehmen Sie es mal so hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man jetzt ein Feldspaltkristall, der [[w:Rhomboeder|Rhomboeder]] kristallisiert, wenn man da eine solche Wärmequelle ansetzt, dann ist der Wärmefluss von hier nach hier und von hier nach hier überall gleich. Das heißt die Wärme setzt sich in einem solchen Kristall gleichförmig, man könnte mal sagen von Fläche zu Fläche mit gleicher Geschwindigkeit fort. Das heißt das Verhältnis ist 1:1. Und man könnte also sagen, in Bezug auf sein Wärmeverhalten, verkörpert sozusagen ein solcher Feldspaltkristall eher dasjenige, was dann auch rauskommt, wenn man ihn spaltet und immer weiter spaltet und immer weiter spaltet, sodass praktisch nur noch ein Punkt übrig bleibt. Also man könnte sozusagen einen solchen klassischen Feldspaltkristall immer weiter und weiter zerhämmern. Es würde zuletzt nur noch mal ein winziges Kriställchen sein, noch mal ein winziges, das kann man ideell fortsetzen und zuletzt bleibt eigentlich nur noch ein Nichts übrig. Letzten Endes löst sich das auf in die Idee des Punktes. Geometrisch gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man jetzt hier, das habe ich noch gar nicht rumgereicht, einen [[w:Glimmergruppe|Glimmer]] anschaut - das ist also ein [[w:Muskovit|Muscovit-Glimmer]], nicht ganz so präzise, das ist ein schöner Muscovit-Glimmer hier - das ist also eine Plättchenstruktur, hauchdünn, also praktisch eine kristallisierte Struktur, die eine Grenze hat, die ist hexagonal. Der Glimmer kristallisiert in dieser Plättchenstruktur, hauchdünn, unendlich dünn, und Plättchen lagern sich an das Plättchen wie die Blätter eines Buches, aber die Außengrenze ist immer hexagonal. Und wenn man das jetzt sich materialisiert, also wenn man das jetzt sozusagen sich idealisiert denkt, was hier materialisiert erscheint, würde ich sagen, es ist so wie hier die Gerade, hier der Punkt, hier die Fläche. Und das sind eben drei Elemente, die der euklidischen Geometrie zugrunde liegen und die letzten Endes Raumbildend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss das vielleicht noch mehr untersuchen, aber ich habe den Eindruck, dass tatsächlich der Granit eine Bildung ist, wo überhaupt erst, sozusagen, die Idee des Raumes sich verwirklicht hat in der Durchgestaltung dieses Gesteins. Indem die Idee der Gerade, die euklidischen Elemente der Geometrie, die Raumgestalt aufbauen, dass die hier in diesem Gestein veranlagt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das beim Feldspat noch nicht ganz genau verstanden. Wenn man da Wärme anlegt, verteilt sich das gleichmäßig auf die ganze Fläche?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber immer in gleicher Entfernung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In gleicher Entfernung. Ah ok.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wie auf einen Punkt, dehnt sich das dann gleichmäßig aus. Das ist hier [beim Bergkristall] nicht der Fall. Hier hat man einen beschleunigten Wärmefluss hier in der Gerade und hier hat man einen beschleunigten - das habe ich noch vergessen zu sagen - hier hat man ein Wärmeverhalten von 1 : 4. Das heißt, wenn man hier eine Wärmequelle anlegt, dann wird die Wärmeleitfähigkeit viermal größer als senkrecht zu dieser Fläche. Innerhalb der Fläche breitet sich die Wärme viel schneller aus als in Bezug auf ihre Dicke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man merkt, das ist ein ganz unterschiedliches Wärmeverhalten dieser drei Mineralien und die weisen ein bisschen, also für mich jedenfalls ist es wie ein Ausdruck, dieser drei euklidischen Grundelemente, die raumbildend, raumschaffend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt etwas, worüber ich noch nie geredet habe, ob man das überhaupt so sehen kann. Aber es ist für mich, es scheint mir eben die Besonderheit des Granits zu sein, dass er das kontinentale Fundament so bildet, dass man sagen kann, hier baut sich jetzt etwas räumlich, gestaltet sich etwas in die äußere Räumlichkeit, in die Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=1273s Erkennungsmerkmale granitischer Minerale 00:21:13] ====&lt;br /&gt;
So und jetzt wollen wir uns noch einmal betrachten, wie sich jetzt die ganze [[w:Erdkruste|Erdkruste]] aufbaut in den verschiedenen Gesteinen bis zu einer Tiefe, also die äußere Erdkruste eben. Und da haben wir es zunächst einmal wirklich zentral mit dem Granit zu tun. Und das möchte ich jetzt [... (unverständlich)] wo Sie jetzt deutlich sehen, dass der Granit eine körnige Struktur hat. Das müssen Sie sich einmal angucken. Eine körnige Struktur und diese Struktur besteht immer aus diesen drei Elementen, Quarz, Feldspat und Glimmer. Und ich reiche das mal rum. Wenn Sie das mal sehen, dann sehen Sie, dass da so weiße Flecken sind, also weiße. Und das ist im Wesentlichen ein Feldspat. Und wenn man das dann gegen das Licht hält, dann merkt man, dass auch so Spaltflächen sichtbar werden. Das ist jetzt alles ein bisschen verstaubt, aber wenn man das gegens Licht hält, dann glänzt es so ein bisschen plötzlich. Und das Graue innerhalb dieses Weißen, das ist der Quarz. Und dann ist hier schwärzlich. Das sind leider keine Muscovit-Glimmer, hätte ich gerne gezeigt, sondern das ist [[w:Biotit|Biotit-Glimmer]], beziehungsweise das geht schon über in die [[w:Augit|Augite]] und [[w:Amphibolgruppe#Calcium-Amphibole|Hornblenden]]. Das lässt sich jetzt schwer ausmachen. Aber hier sieht man also deutlich die Feldspäte, hell, weißlich. Und alle Feldspäte, die weiß sind, sind entweder [[w:Feldspat#Plagioklase|Natriumfeldspäte]] oder [[w:Feldspat#Alkalifeldspate|Kaliumfeldspäte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die finden sich aber in aller Regel erst in den tieferen Schichten der Erdkruste. An der Oberfläche tauchen dann meistens Granite auf, von denen ich eben leider Gottes - mein bestes Exemplar ist weg - wo der [[w:Orthoklas|Orthoklas]], also der Kaliumfeldspat, beherrschend ist. Und dieser Kaliumfeldspat, der kommt jetzt hier besonders schön zum Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=1431s Syenit -- Rosengranit 00:23:51] ====&lt;br /&gt;
Zwei Mineralien, zwei Gesteine, die ich hier jetzt mal umgehen lasse: Das ist kein Granit mehr, sondern den nennt man jetzt [[w:Syenit|Syenit]]. Das ist ein Mordsbrocken hier, also wer den heben kann... Aber das ist mein heiligstes Exemplar, denn der Herkunftsort, den darf ich gar nicht laut sagen, sonst werde ich noch im Nachhinein belangt. Ich habe den nämlich auf der Cheops-Pyramide geklaut. Beziehungsweise an der Mykorrhinos-Pyramide, die dritte von denen. Den habe ich damals mitgehen lassen, denn das ist ein Stück von der Abdeckung der Mykorrhinos-Pyramide. Die [[w:Cheops-Pyramide|Cheops]]- und die [[w:Chephren-Pyramide|Chephren-Pyramide]] waren mit Kalksteinplatten abgedeckt, poliert. Während die Chephren mit dem sogenannten [[w:Rosengranit|Rosengranit]] aus Syene, dem heutigen Assuan, also Oberägypten. Da ist der größte Steinbruch gewesen der Ägypter. Die haben dort diesen Rosengranit gebrochen, tausend Kilometer südlich von den Pyramiden, südöstlich. Und haben dann diese Riesenbrocken/platten per Schiff tausend Kilometer runter gefahren bis nach Gizeh, nach Kairo. Und haben da ihre Pyramiden damit abgedeckt. Aber auch die Obelisken sind aus diesem Stein. Großer Teil der Obelisken. Es ist so unglaublich, wenn man das sieht. Was so ein Obelisken ist, ein Monolith. Das ist ein Stück, die sind nicht zusammengesetzt. Da liegt noch im Steinbruch in Syene ein Exemplar eines Obelisken, der bei der Bearbeitung gebrochen ist. Da haben sie den nicht mehr rausgeholt aus dem Steinbruch. Der ist 40 Meter lang. 40 Meter lang. Einen Stab quasi behauen mit der Pyramidenspitze oben drauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich traue mich fast gar nicht zu fragen, aber wie haben die das gemacht? Mit dem härtesten Metall, das verfügbar war. So etwas zu bearbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, das fragt man sich natürlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Bearbeitung, noch nicht der Transport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Transport, das war auch schon eine Sache. Dass sie solche Lasten noch transportieren konnten. Die haben ja nicht nur einen Obelisk transportiert, sondern zig. In Oron, heißt dieser Ort, das ist heute [[w:Heliopolis|Heliopolis]] bei Cairo. Das war eine alte Mysterienstätte, da standen die meisten Obelisken. Und einer davon steht im Rom, im Vatikan. Die haben damals auch die Päpste, die ja viel Ägyptisches aufgenommen haben in ihr Christentum - haben sie sich auch ein paar Obelisken da unter Nagel gerissen. In Paris steht ein Obelisk. In New York steht ein Obelisk. Alle aus dem Rosengranit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=1638s Gesteinsbearbeitung als sakrale Handlung 00:27:18] =====&lt;br /&gt;
Ja, also wie haben die das gemeißelt? Es ist mir auch eigentlich ziemlich schleierhaft. Denn es ist ja die Bronzezeit gerade mal angefangen. Also man kann sich nur vorstellen, dass sie das wirklich mit solchem Material behandelt haben. Aber wie die das fertiggebracht haben, diese Steine so zu behauen, und so zu polieren, dass die ganze Pyramide in ihrer Gesamtfläche, wenn die Sonne aufgegangen ist, ein großer Spiegel war. Nicht verschieden, nicht ein bisschen abschattiert, sondern es war wirklich ein großer Spiegel. Und die Steine, die gemauert worden sind, waren so behauen, dass keine Messersklinge dazwischen kommt. So exakt, kurvistisch behauen. Nicht nur die Außensteine, sondern gemauert bis nach innen, in dieser Form. Das haben die ersten Ägypter nicht gemacht. Der Bauer der [[w:Sakkara|Sakkara-Pyramide]] hat nach außen gemauert und innen verfüllt. Und plötzlich sind die Pyramiden auseinandergefallen, durch den Druck der Gesteine von oben. Und die klassischen [[w:Pyramiden_von_Gizeh|Pyramiden von Gizeh]] sind alle durchgemauert bis nach innen, aus solchen präzise geformten Steinen. Da muss das halbe Volk gemeißelt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich meine ja, dass das hat zur Kultur damals gehört. Also wir schweifen jetzt ein bisschen ab. Dass die ägyptische Kultur dadurch charakterisiert ist, gegenüber der urpersischen - die ja mit dem Lebendigen umgegangen ist, also die die Pflanzen gezüchtet haben und alles das - die Ägypter haben keine Pflanzen mehr gezüchtet, sondern sie haben den Stein gezüchtet. Das ist so, wie man früher die Haustiere gezüchtet hat, noch früher, auch noch zu Beginn der urpersischen Kultur war das ganz wesentlich, dass das Tier selber sesshaft wurde, also Haus hier wurde, mit den Menschen. So hat in der ägyptischen Kultur, hat man jetzt begonnen, den Stein zu züchten, noch mehr bei den Griechen. Das ist eine absolute Steigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Züchten bestand darin, dass der Mensch jetzt mit einem Meißel und einem Hammer punktuell - man musste ja draufschlagen, dass da was wegspringt - natürlich haben die ihre Gesteine so geformt, die Griechen, von denen weiß man das, dass sie nicht durchgeschlagen haben, bis zu dem Punkt, wo jetzt die Gestalt in Erscheinung tritt, sondern die haben sie rausgeschält. Die haben immer Schalen, so langsam haben sie das rausgeschält aus dem Stein. Und die Ägypter, die haben jedenfalls ja zunächst einmal keine Göttermonumente geschaffen, das haben sie erst später gemacht, aber ursprünglich haben sie nur die Steine in dieser Weise geometrisch, rechtwinklig, exakt geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mir scheint es so zu sein, dass das wie eine Art sakrale Handlung war. Das kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen. Eine sakrale Handlung, das heißt, dass das Bewusstsein des Menschen, der jetzt ganz in der [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] lebt, jetzt mit seiner Empfindung gleich sich empfindet, in dem Schlag, auf diesem Punkt des festen Gesteins. Und dadurch ist das Bewusstsein, hat sich langsam das Bewusstsein entwickelt zur Empfindungsseele, vom Empfindungsleib bei den Ur-Persern zur Empfindungsseele der alten Ägypter. Und insofern möchte ich mal sagen, war das eine sakrale Handlung, das müssen Hunderttausende von Menschen gewesen sein, ich möchte mal sagen, wer hat da nicht geklopft?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das war wirklich, gehörte zur Bewusstseinsbildung, zum Erwachen der Empfindungsseele, punktuell jetzt das harte, feste, erdige zu bearbeiten. Und daran sich zu erleben. Einen ersten Grad eines empfindenden Selbstbewusstseins in sich zu erwecken. Also diese Theorien, die man heute hat, dass sie alle versklavt worden seien, härteste Arbeiter unter unmöglichen Bedingungen diese Pyramiden gebaut hätten, das kann man alles vergessen, meines Erachtens. Das war ein Erziehungsmittel für die damalige Menschheit: sich am Erdigen selber, die waren ja vorher, noch mehr im Bewusstsein, ganz im Umkreis. Und jetzt erfassen sie wirklich das tote, irdisch feste Material und bearbeiten es künstlerisch, aber zugleich sakral. Das heißt, das diente ja einem Ziel, nämlich dem Pyramidenbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die wurde so geformt, dass der Himmel sich sozusagen in dieser geometrischen Figur der Pyramide, die Sonne sich gespiegelt hat, der Mond, die Sterne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist eben dieser [[w:Rosengranit|Rosengranit]]. Hier ist nochmal so ein Stück. Ich glaube, ich habe das auch damals mitgeben lassen. Charakteristisch bei diesem Rosengranit sind die großen, roten Feldspäte. Und wenn so ein Granit verwittert, wie der hier, der Rosengranit, dann hat man einen hervorragenden Boden. Weil das sehr feldspatreich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Rose kommt von welchem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rote? Das ist Orthoklas. Und da muss ich jetzt noch ein paar Bemerkungen dazu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir haben hier den Granit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2062s Granit in der Bodenbildung 00:34:22] ====&lt;br /&gt;
Wir haben jetzt zunächst einmal betrachtet den Granit. Und das ist der mit den roten Feldspäten drin. Das ist der sogenannte Syenit von Syene oder dem heutigen [[w:Assuan|Assuan]]. Benannt aus Ägypten. Und der Granit ist dadurch charakterisiert, dass er sehr saure Böden bildet, wenn er verwittert. Also man hat dann in aller Regel von diesen Graniten hier, die wir herum gehen haben lassen, diese hier, die erzeugen also sehr, sehr saure Böden. Alles in der Regel sehr sandig, wegen der Körnigkeit. Und insbesondere der Granit hat eben ungefähr 80% SiO2. Also einen sehr hohen Kieselgehalt. Und von daher sehr sauer. Hat also einen relativ geringen basischen Anteil. Und das verändert sich sofort beim Syenit. Der hat ungefähr 60% noch SiO2. Und hat eben diese großen Feldspäte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dadurch ersetzt sozusagen der Feldspat viel von dem SiO2-Quarz. Und wenn der verwittert, dann bildet es eben einen sehr relativ guten Boden mit einem relativ hohen Kaliumgehalt. Der Kaliumgehalt, der nimmt immer mehr ab, je tiefer die Gesteine, also zunächst mal nimmt er zu, Entschuldigung, nimmt er zu bis zum Syenit, das Kalium. Beim Granit ist das relativ wenig. Und je mehr eben solche roten Feldspäte auftreten, desto mehr Kalium findet man in diesen Urgesteinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2195s Weitere magmatische Gesteine der Granit-Folge 00:36:35] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2195s Diorit 00:36:35] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir dann weiter fortfahren in der Reihe, die nächste in der Reihe ist jetzt der sogenannte [[w:Diorit|Diorit]]. Ich hatte da auch mal ein schönes Exemplar. Ich kann hier nur so Andeutungen in dieser Richtung anbieten. Da findet man auch große Feldspäte drin. Und auch ganz weiß, das sind sogenannte [[w:Albit|Albit]]-Feldspäte, also nicht Orthoklas. Und Albit ist ein Natriumfeldspat. Ich schreibe mal hin, Diorit. Und der hat noch rund 50 bis 55 Prozent SiO2. Also man merkt, je tiefer man kommt in den kontinentalen granitischen Bildungen, Urgesteinen, desto mehr nimmt das SiO2 ab. Und bis hierher [bis zur Grenze Syenit/Diorit] nimmt das Kalium noch zu, also in Bezug auf die Böden, während hier, nimmt das Kalium immer mehr ab. Also Minus-Kalium, hier haben wir noch Plus-Kalium bis hierher. Dann nimmt das Kalium immer mehr ab. Und es nimmt aber jetzt im vermehrten Umfang das Magnesium und das Eisen zu. Das verursacht die dunklere Färbung dieser Gesteine. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2319s Gabbro 00:38:39] ====&lt;br /&gt;
Und ein weiterer Schritt ist dann der [[w:Gabbro|Gabbro]]. Der Gabbro - muss ich auch mal schnell rumgeben - das Gestein wird immer dunkler. Das ist hier so ein Brocken. Der hat auch noch körnige Struktur, meistens relativ feinkörnig. Es gibt auch ab und zu mal größere Feldspäte drin, aber im Grunde ganz dunkel, sehr eisenreich, sehr zunehmender Kalkgehalt auch. Der hat noch 40 bis 45 Prozent SiO2. Der Kiesel nimmt wirklich nach unten immer mehr ab. Die Kontinente gegen die Oberfläche sind sehr kieselreich, und je tiefer es herunter geht, desto mehr nimmt die Kieselsäure ab. Und hier nimmt auch das Kalium ab, immer mehr, und es nimmt immer mehr Magnesium und Eisen hinzu. Stattdessen nimmt das Calcium in den Urgesteinen zu, in den Tiefen. Das ist ein erstaunliches Phänomen. Weil vom Diorit ab nicht mehr der rote Feldspat beherrschend ist, sondern der weiße Feldspat. Und der enthält eben vermehrt Calcium und Natrium als basischen Bestandteil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2431s Tiefen-Abfolge der Granit-verwandten Minerale 00:40:31] ====&lt;br /&gt;
Ich möchte an dieser Stelle mal unterbrechen und sagen, dass hier [beim Granit], die Mineralien hier ganz vorherrschend ist, wie gesagt, der Quarz SiO2. Und hier der, [[w:Muskovit|Muscovitglimmer]] heißt der, dass ist der helle, im Vordergrund steht. Und je weiter es in die Tiefe geht, der [[w:Biotit|Biotitglimmer]], der schon dunkel ist, eisenhaltig, magnesiumhaltig. Nach hier kommen dann die sogenannten Augite und Hornblenden. Die treten an die Stelle der Glimmer. Der Muscovitglimmer ist noch hell, das haben wir ja gesehen. Dann der Biotitglimmer ist das schwärzliche im Granit, und das geht dann schon über in die Augite, der wird immer schwärzer, je tiefer sich das Gestein befindet in der Erdrinde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufbau des Muscovitglimmers, der ist chemisch ein sogenanntes Kalium-Aluminium-Silikat. Also der basische Anteil dieses Gesteins [Minerales] ist das Kalium. Und das ist sozusagen für unsere Böden das Nonplusultra, wenn wir Gesteine haben, Ausgangsgesteine, wo das Kalium im Vordergrund steht. Einerseits im Orthoklas beim Syenit, und andererseits der Muscovitglimmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt, das muss ich hier noch dazwischen schreiben, den Feldspat kurz nochmal charakterisiert, dann ist der so aufgebaut, also Orthoklas, dass da ein basischer Anteil ist Kalium, dann ein Aluminium-Anteil und dann ein Kiesel-Anteil Si3O8. Also das ist die chemische Summenformel dieses Feldspates. Man sieht, es ist also ein Kalium-Aluminium-Silikat. Man nennt es, glaube ich, ein Komplexsalz. Aber es ist natürlich sehr fragwürdig, diese Bezeichnung. Es ist ein basischer Bestandteil, das heißt basisch, und die Kieselsäure ist sauer und das Aluminium ist sowohl sauer wie ... Es ist also eine Art Salzbildung und doch keine. Salz ist eindeutig Lauge-Säure, NaCl. HCl + NaOH, Dann gibt es eben Salz. Es handelt sich hier tendenziell um eine Salzbildung, die doch keine ist. So würde ich mal sagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt zum Muscovitglimmer kommen, dann hat er auch einen basischen Bestandteil, nämlich Calcium [hier ist mit Sicherheit Kalium gemeint, so auch an der Tafel geschrieben], dann auch Aluminium, aber dann ein Kristallwasser und Si3O10. Das ist also der Muscovitglimmer. Jetzt sehen wir auch, wo wir Muscovitglimmer haben, sobald Glimmer in unseren Böden ist, haben wir auch Kalium in unseren Böden. Und im übrigen Aluminiumsilikat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so ist es auch mit dem Biotit. Der Biotit hat auch Kalium als basischen Bestandteil, aber anstelle des Aluminiums tritt hier vermehrt Magnesium und Eisen [auf]. Daher die dunkle Färbung dieser Mineralien... und auch ein Kristallwasser, Si3O10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich hier wirklich um Aluminium... Kalium-Aluminium-Silikate. Bei beiden Glimmern, sowohl dem dunklen wie auch bei dem hellen. Bei den Augiten und Hornblenden, die in den tieferen Gesteinen der Erdrinde zu finden sind, da ist die Formel noch sehr viel komplizierter, die möchte ich jetzt nicht an die Tafel malen. Aber im Wesentlichen handelt es sich auch darum, jetzt nicht mehr Kalium, sondern Calcium, sowohl bei der Hornblende und Augit haben das Calcium als wesentlichen basischen Bestandteil. Im Übrigen sind es Calcium-Aluminium-Silikate mit einem sehr hohen Eisen- und Magnesiumgehalt. Die sind alle dunkel, dunkel gefärbt, also schwarz kann man sagen. Der einzige von denen, der wirklich silberglänzend ist, ist hier der Muscovit-Glimmer. Das wollte ich nur noch schnell dazwischen schieben, ehe wir mit unserem Gesteinsaufbau fortfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt die Abfolge der Granitartigen, der Granitverwandten. Die sind alle irgendwo verwandt und werden nur immer von oben nach unten von Grobkörnigkeit immer feinkörniger, werden immer dunkler bis zum [[w:Peridotit|Peridotit]] hin, schwerer auch im spezifischen Gewicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2903s Gang- und Intrusivgesteine 00:48:23] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt gibt es noch die sogenannten Tiefengesteine. Und jetzt gibt es hier eben in diesen Tiefengesteinen auch noch eine andere Gesteinsart, aber doch die gleiche letzten Endes, das sind die [[w:Plutonit|Ganggesteine]]. In granitischen Bildungen findet man so große Schlieren ab und zu mal, die ziehen sich so durch das Gestein hindurch. Manchmal sind es nur Streifen, so breit vielleicht oder noch enger, manchmal kann es ja 20 Meter dick sein. Und diese Ganggesteine beinhalten im Grunde genommen dieselben Mineralien wie auch die entsprechenden Herkünfte der drum herum liegenden Gesteine wie Granit, Syenit usw. Aber diese Ganggesteine sind für denjenigen, der sich für Gesteine interessiert, das Allerinteressanteste. Weil nämlich darin findet man jetzt das stark voneinander getrennt, was den Granit als solchen aufbaut, nämlich Quarz, Feldspat und Glimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da findet man also gerade in den Ganggesteinen findet man die herrlichsten Bergkristalle, also in Brasilien die ganzen brasilianischen Bergkristalle, die großen Dinger, solche Apparate, die kommen in solchen Ganggesteinen vor. Eingebettet in [[w:Kaolinit|Kaolin]], das ist verwitterter Feldspat. Total verwitterter Feldspat, weiß, das weiße Kaolin. Und dann finden sich die Glimmer, solche Glimmer hier, in Tafeln, übereinander so dick, solche Tafeln, Schichtungen übereinander, findet man dort isoliert und eingebettet in das Kaolin. Und da finden sich auch die Edelsteine, da finden sich auch, also [[w:Turmalingruppe|Turmaline]] zum Beispiel, da finden sich auch Gold und Silber, die ganzen Erze findet man gerade insbesondere in diesen Ganggesteinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wo Sie in einer Granitwand irgendwo so ein Band sehen, da muss man mal in dem Geröll unten gucken, also ich habe mal tatsächlich in den Alpen einen [[w:Aquamarin|Aquamarin]] gefunden. Unterhalb von so einer Granitwand, da war auch so ein Band drin, und da habe ich gesagt, da musst du jetzt gucken, da muss sich was finden lassen. Und tatsächlich hatte man plötzlich ein Aquamarin in der Hand. Und das ist sehr, sehr selten. Also das sind die Ganggesteine, die einfach jetzt hier so wie so Schlieren, sich durch diese ganze homogene, relativ homogene Gesteinswelt der tiefen Gesteine hindurchzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3093s Porphyr und Melaphyr 00:51:33] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es die Metamorphen Gesteine oder, nein, noch nicht, [[w:Intrusion_(Geologie)|Intrusivgesteine]]! Und das sind auch wiederum Abwandlungen der Tiefengesteine, das sind nämlich Granit-ähnliche, Granit-verwandte Gesteine, die jetzt nicht bis an die Oberfläche der Erde kommen, sondern in den darüber [oberhalb ihres Ursprungsorte tieferen Schichten] lagernden Erdschichten als Intrusivgesteine auftreten, zwischen die Schichten sich abgelagert haben und da stecken geblieben sind gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind die [[w:Porphyr|Porphyre]]. Und ich schreibe das mal schön an die Tafel, das ist einmal abgeleitet vom Granit, der [[w:Rhyolith|Quarzporphyr]]. Also sehr quarzhaltig. Dann der eigentliche Porphyr, hier vom Syenit. Dann der Porphyrit, und dann eben, wunderschöne Steine, das ist der [[w:Melaphyr|Melaphyr]], oder [[w:Diabas|Diabas]]. Die sind Basalt-ähnlich, aber ein bisschen heller gefärbt in der Regel, ein bisschen grünlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist eine Reihe, die leitet sich jeweils ab von den entsprechenden Tiefengesteinen und sind dadurch charakterisiert, dass sie alle in der Regel relativ große Feldspäte zeigen in einer feinkörnigen Grundmasse. Da habe ich keine idealen Beispiele mehr, aber doch immerhin. Also hier sieht man einen typischen Porphyr mit einem mächtigen Feldspat da oben. Also hier sieht man auch, das ist auch ein Porphyr mit kleineren Feldspäten, also was größer kristallisiert ist, sind Feldspäte. Und die Masse an Glimmern, bzw. Augiten, bzw. an Quarzen ist ziemlich kleinkörnig. Also eine Art Grundmasse, kleinkörnige Grundmasse mit eingebetteten Feldspäten, großen Feldspäten. Das charakterisiert die Porphyre im Wesentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch eben in unendlicher Vielfalt. Das sind Tiefengesteine, die nicht bis zur Oberfläche gedrungen sind, sondern auf halbem Wege irgendwo sich reingezwängt haben in die darüber lagernden Schichten. Typisches Beispiel sind die Melaphyre, die Diabase, die in der Regel auch wunderschöne [[w:Amethyst|Amethyste]] enthalten, Amethystdrusen. Also in Brasilien gibt es ja noch und noch Amethyste, die da auch in diesen großen Basalt-Melaphyr-Decken-Ablagerungen sich finden. Aber hier in Idar-Oberstein ist es also ein Vorkommen an Melaphyr, und der wurde unter Tage abgebaut, über die Jahrhunderte, bis dann die Idarer so arm geworden sind. Das waren alles Bauern, die im Nebenerwerb diese Amethyste gebrochen haben und geschliffen, zu Schmucksteinen. Und im 19. Jahrhundert wurden die so arm und so wanderten sie aus nach Brasilien. Und dann haben sie in [[w:Rio_Grande_do_Sul|Rio Grande do Sul]] auf ihren Äckern so runde Kugeln gefunden, haben sie aufgeschlagen: die tollsten Amethysten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die haben das dann ein bisschen heimlich gehalten und haben die Kugeln gesammelt und auch abgebaut, und haben sie als Schiffsbeschwerer in die Segelschiffe gepackt, unten rein, und haben sie nach Rotterdam gefahren und dann den Rhein hoch und die Nahe hoch und haben in Idar wieder die Schmuckstückschleiferei wieder angefangen. Insofern ist Idar-Oberstein heute noch eine Schmuckstadt. Das sind die Melaphyre. Das findet sich auch hier, im Übrigen, unter dem Dottenfelderhof. Wenn man hier runterbohren würde, so 150 bis 200 Meter, würde man auf eine Melaphyr-Schicht stoßen und mit Sicherheit dort auch Amethyste finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So und jetzt schreiten wir fort von den Intrusivgesteinen zu den [[w:Glimmerschiefer|Glimmerschiefern]]. Also kristalline Schiefer schreibe ich mal hin. Und diese kristallinen Schiefer zeigen auch Verwandtschaft zu diesen ursprünglichen Urgesteinen. Da möchte ich mal welche rumgehen lassen. Also das was hier ist, da sieht man auch wunderschöne Muskovit-Glimmer. Der spielt ja eine ganz große Rolle. Das ist auch noch mal ein Exemplar. Also man merkt jetzt, dass hier eine ganz andere... aber ich muss jetzt... ich habe jetzt etwas Falsches gesagt. Das kommt gleich anschließend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3502s Ergußgesteine (Vulkanite) 00:58:22] ====&lt;br /&gt;
Es gibt dann noch die [[w:Vulkanit|Ergußgesteine]] bevor wir zu den kristallinen Schiefern kommen. Ergußgesteine. Die jetzt, wo sozusagen der Glutfluss, wie man heute sagt - also dasselbe Material was aus den Urgesteinen da ist - das jetzt in Form von Vulkanen, bzw. Ergußgesteinen an die Oberfläche der Erde tritt. Und da haben wir zunächst einmal den Liparit [heutige Bez.: [[w:Rhyolith|Rhyolith]]]. Das ist auch ein ganz saures Zeug, sehr Quarzreich. Das hat den Namen bekommen von der Insel Lipari. Da ist ja auch mal die ganze Insel in die Luft geflogen, ein Großteil jedenfalls, sogar in historischer Zeit. Und die ist also auch außerordentlich SiO2-reich und sehr hart. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt ein Stein der heißt [[w:Phonolith|Phonolith]]. Der Phonolith ist ein Ergußgestein das man findet am [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]]. Der Hohentwiel ist ein Riesenpfropf von Phonolith, und wenn man den in die Hand nimmt und schlägt einen anderen Stein dagegen, dann klingt der. Phonolith heißt eigentlich Klangstein oder Klingstein. Sehr hart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3616s Basalt 01:00:16] =====&lt;br /&gt;
Und dann kommt der [[w:Andesit|Andesit]]. Den möchte ich nur erwähnen, und schließlich der Basalt. Das lasse ich nochmal rumgehen. Also Basalte, da laufen wir hier ständig drüber im Hof. Das sind alles Basalte, und... das ist ein Gabbro... Und das ist hier ein Basalt von besonderer Art. Den habe ich nämlich gefunden im Brandegger Mar. Da gibt es nämlich auch Basaltdurchbrüche mit großem Krater. Und da findet man, wenn man da hinguckt, so helle Flächen drin. Das ist kein Feldspat, sondern das sind Weißjura [[w:Brekzie|Breccie]], die sich vermengt haben mit diesem Basalt beim Ausbruch. Das ist auch eine besondere Variante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe hier noch ein anderes Stück, was ich bei der Gelegenheit noch zeigen wollte. Eine echte Breccie. Gefunden nördlich des Harz in einem alten Bergwerk. Das ist also Weißjura Breccie hier. Also Stücke vom Weißjura, der ganz da oben weit, weit, weit drüber liegt, bei der Entstehung des Harzes. Und das Weiße ist alles Quarz. Und das Dunkle, das ist Erz. Das sind die Erze. Das findet man also häufig im Basalt, dass auch andere Gesteine dann in den Glutfluss mit eingemengt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3754s Obsidian und Bimsstein 01:02:34] =====&lt;br /&gt;
Und das hier ist auch ein Basaltgebilde. Das stammt aus Island. Das ist also quasi kristallisierter Glutfluss zu Glas. Es ist nicht..., also jedenfalls ist es auch basaltischen Ursprungs aus Island.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum glänzt das so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Glas glänzt. Also es ist eigentlich ein reines, ich möchte mal sagen, im Wesentlichen Quarz. Im Wesentlichen Quarz, aber eingemengt mit diesen dunkel gefärbten Elementen wie Magnesium und Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja gut, und dann muss ich nochmal was dazufügen. Und das sind jetzt die die jüngsten, die jüngsten Ergussgesteine, also auch noch Ergussgesteine, aber jüngeren Datums. Das ist einmal der Bimsstein, nein, nicht der Bimsstein Na, wie heißt das schnell? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Obsidian|Obsidian]]! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, der Obsidian, der gehört noch in diese Reihe hier. Aber hier drunter, na, nicht [[w:Bims|Bimsstein]], oder doch? Die Linie, da gibt es doch diese Gesteinslinie im Mittelmeer, 15 Meter Höhe. Das ist doch, na, ist das Bimsstein? Ich schreibe mal Bimsstein hin, fällt mir vielleicht noch ein, wenn es anders heißt. Auch sehr Kieselsäurereich, sehr hart aber blasig, schwimmt auf dem Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Bimssteine, aber das ist eigentlich aufgeschäumter Obsidian. Also chemisch das gleiche wie der Obsidian.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bimsstein und dann hier Lava. Lava, ja, bis zum Basalt hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das wollte ich doch nochmal zeigen zwei Beispiele, das ist hier eine Lava vom Ätna. Und das ist auch eine Lava vom Ätna mit einem großen Olivin-Kristall da drin. [[w:Olivingruppe|Olivin]] ist ein typisches - Leitmineral förmlich - für den [[w:Peridotit|Peridotit]]. Also für dieses Gestein hier. Hier ist es als Lava an die Oberfläche gekommen durch die Eruption vom Ätna. Ist praktisch dieselbe Zusammensetzung, und da tauchen diese Olivin-Kristalle auf, das sind also auch im Wesentlichen Eisen-Magnesium-Silikate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3969s Metamorphite 01:06:09] ===&lt;br /&gt;
Also da haben wir jetzt die ganze Reihe, die ganze Reihe der Urgesteine jetzt erstmal beieinander. Die bauen sozusagen im Wesentlichen die Kontinente auf. Und nun gibt es aber noch andere Gesteine, die auch sehr verwandt sind mit dem Granit, und die möchte ich mal nennen: die [[w:Metamorphes_Gestein|Metamorphite]]. Metamorphite. Das sind alle die Gesteine, die jetzt eine andere Struktur haben als der Granit, und zwar eine mehr ins Flächige gehende Struktur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4027s Gneis 01:07:07] ====&lt;br /&gt;
Und da ist als allererstes der [[w:Gneis|Gneis]] zu nennen. Der Gneis ist eigentlich so ein bisschen wie ein Granit, aber ganz leise schon geschichtet, eine andere Struktur. Ich habe leider kein besseres Exemplar als das hier, das erscheint quasi wie ein Granit, wenn man mal hier so hinkommt merkt man, dass ist alles ein bisschen geschiefert. Das ist ein Gneis, und die Gneise spielen eine ganz große Rolle übrigens in unserer Erdrinde, sehr sehr verbreitet. Und haben granitischen Charakter, aber eine leichte Veränderung in der Struktur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4070s Kristalliner Schiefer 01:07:50] ====&lt;br /&gt;
Und diese Veränderung in der Struktur setzt sich jetzt fort in die k[[w:Schiefer#Kristalline_Schiefer|ristallinen Schiefer]], von denen man eben sagt, das sind eigentlich ursprüngliche Sedimentgesteine, die dann im Verlaufe der Erdgeschichte sich umkristallisiert haben zu diesen kristallinen Schiefern. Und da gibt es natürlich auch die verschiedensten Abwandlungen, zum Beispiel das hier, das ist ein Garbenschiefer der kommt auch aus den Alpen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tessin, oder wo kommt der her? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das ist im östlichen Gotthardgebiet, also wenn man vom Airolo, das Tal östlich rauf geht da findet man die. So genannte Garbenschiefer, ist auch ein kristalliner Schiefer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal wieder betonen: diese ganzen Schiefer, die ich jetzt erwähne, und diese ganzen weiteren Ablagerungen, von denen meint man, das sind Sedimente, die dann später durch alle möglichen Zeitalter hindurch, sind die umkristallisiert unter dem Gebirgsdruck und der Wärmeentwicklung, sodass dann diese Schiefer kristallisiert sind. Und dann treten da auch wieder die Glimmer deutlich in Erscheinung, und alles andere auch, aber eben ganz deutlich tritt sozusagen der Glimmercharakter in den Vordergrund. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kommen auch die [[w:Phyllit|Phyllite]], die man im Taunus findet. Die Phyllite. Und ja, das ist im Grunde genommen eine große Familie die sich da versammelt, da möchte ich noch was sehen ob ich nicht irgendwo noch mal hier... das sind alles noch so Spezial-Schiefer, die stammen aus dem Tessin. Das sind [[w:Kyanit|Disthene]], und das sind Hochdruckminerale, also diese bläulichen Gebilde da. Hochdruckminerale, die dadurch entstanden sind, dass ehemalige Meeressedimente aufgeschoben worden sind, quasi nach Norden, und bauen einen Teil der südlichen Alpendecke auf, und sind umkristallisiert. Das ist in unmittelbarer Nachbarschaft zum Granit, darunter liegt Granit und drüber liegen diese großen Deckengeschiebe, aus ehemaligem Tiefseeboden des Mittelmeeres, und die sind umkristallisiert zu diesem kristallinen Schiefern mit diesen Hochdruckmineralen, die immer dann entstehen, wenn ein unglaublicher Druck da mitwirkt bei dieser Umkristallisierung. Die Phyllite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, aber jetzt muss ich sehen, also hier haben wir noch eine ganze Reihe von derartigen Verwandlungen von Sedimentgesteinen - Metamorphite - heißt eben in Verwandlung begriffen, gibt es noch eine ganze Reihe. Und die alle zusammen, die bilden 93% der gesamten Erdrinde. Also wir haben es im Grunde genommen, diese ganzen Tiefengesteine und Metamorphite, die auch im Untergrund hauptsächlich anzutreffen sind, nur in Gebirgsbildungen tauchen die an die Oberfläche. Das bildet allein 93% der Erdrinde. Und man sieht es hier kaum, nur muss man schon in die Alpen gehen oder in die Pyrenäen, oder man muss nach Norden gehen, nach Skandinavien, da sind sie dann schon direkt an der Oberfläche. Aber sonst ist es alles zugedeckt und durch was?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4374s Sedimentite 01:12:54] ===&lt;br /&gt;
Eben durch die [[w:Sedimente_und_Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], durch die Sedimente. Also wir haben es zum wenigsten zu tun mit Urgesteinen, die bodenbildend sind für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, sondern im Wesentlichen durch Sedimentablagerungen. Und diese Sedimentablagerungen gliedern sich jetzt erstaunlicherweise wiederum ganz deutlich. Einerseits in die Schiefer. Also die sind dann nicht kristallin, sondern die sind sozusagen schieferig so geblieben. Tongesteine im Grunde genommen, aber Schiefer - schiefrig ausgebildet. Dann die Sandsteine, und dann die Kalkgesteine. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4435s Dreiheit bei den Sedimentgesteinen 01:13:55] ====&lt;br /&gt;
Und wenn Sie die nehmen, diese Dreiheit, dann erinnern Sie sich mal, was wir gesagt haben in Bezug auf den Granit, dass wir in den Schiefern mehr repräsentiert haben wiederum das Glimmerprinzip, die Schieferigkeit. Und das sind ja auch alles Tonminerale, haben auch dieselbe Zusammensetzung wie die Glimmer. Die sind hier nur verhärtet, aber nicht durchkristallisiert. Die Schiefer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann die Sandsteine, das sind verbackene Quarze. Der Sandstein, den wir jetzt gleich nochmal angucken, ist im Grunde genommen zu 90% Quarzkörner, zusammengebacken, entweder durch Kielsäure oder durch andere derartige Mineralien verbacken zu einem Sandstein. Und auch die Kalkgesteine könnte man jetzt als verwandt ansehen den Feldspäten, also in Bezug auf ihre Kristallisation kommt das ja ganz klar zum Ausdruck beim Kalkspat. So meine ich, dass wir in dieser Dreiheit, jetzt in den Sedimentgesteinen wiederum eine Abspiegelung haben von dieser ursprünglichen Dreiheit, die man schon in den Graniten vorfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4522s Schiefer 01:15:22] ====&lt;br /&gt;
So, und die [[w:Schiefer|Schiefer]], da habe ich jetzt hier eine ganze Menge Exemplare, die stammen alle aus Holzmaden[?]. In dem hier kann man sehen, wie fein geschiefert die sind, ganz fein geschichtet. Also voller Fossilien. Also das sind [[w:Schiefer#Tonschiefer|Tonschiefer]], da ist auch ein [[w:Belemniten|Belemnit]] drin. Und das hier, das zeige ich einfach mal so, das ist auch ein Schwarzjura [[w:Posidonienschiefer_(Jura)|Posidonienschiefer]], der so eine Schwarzfärbung hier zeigt, das ist versteinertes Holz, oder zu Bitumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gagatisiert nennt man die. [[w:Gagat|Gagat]]. Dieses Holz, wenn es nicht mineralisiert sondern so kohlt, das sind Gagate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber hier ist es also, zeigt jedenfalls eine Abprägung von Holz, und wir werden auch das Museum aufsuchen, wo diese Funde, die im großen Stil dann zu sehen sind, da sieht man dann schwimmendes Holz im Weltmeer verwachsen, das sehen wir dann im Einzelnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4628s Sandstein 01:17:08] ====&lt;br /&gt;
Also das ist der Schiefer, und dann wollen wir noch, das gehört noch dazu... und dann der Sand als Sediment, ist hier das typische Exemplar [[w:Sandstein|Buntsandstein]], das sehen wir auch auf unserer Exkursion... das ist auch ein Buntsandstein, der hin und wieder ziemlich glimmerreich ist, das wechselt sehr stark. Buntsandstein, das ist also wirklich zu 90% Quarz. Bei dem klassischen Hauptbuntsandstein ist das so. Und die sind also so verbreitet, wie über die ganze Welt hin, also auch in Mitteleuropa - Deutschland ist praktisch ein [[w:Buntsandstein|Buntsandsteinland]], also der größte Teil der deutschen Hoch-/Waldgebiete sind Buntsandstein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4698s Kalkstein 01:18:18] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir noch als drittes den [[w:Kalkstein|Kalk]]. Der ist natürlich sehr unterschiedlich, Kalkausprägung, sehr fossilreich im [[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]. Und dann in reinster Ausprägung als Kalk, wirklich nur Kalk, das ist im [[w:Weißer_Jura|Weißjura]]. Nicht ganz 100%, aber CaCO3, also reiner Karbonatkalk, aus dem wird dann der Weißkalk hergestellt mit dem man die Wände weist. Und dann tue ich das nur noch kurz rumgehen lassen, das ist hier auch ein Weißjura Kalk mit einem kleinen Einschluss von amorpher Kieselsäure, das hier auch. Also Kalk mit Einschlüssen von amorpher Kieselsäure. Das ist auch so ein Phänomen, wo man eigentlich nur staunen kann, diese Polarität von Kalk und Kiesel, also was eigentlich die größten Weltgegensätze sind, Kalk und Kiesel, die findet man hier in dieser Form versteinert beieinander. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, was haben wir jetzt noch...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist das mit [[w:Feuerstein|Feuerstein]], wo ist der einzuordnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte, die?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feuerstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feuerstein ist dasselbe. Ich habe hier noch einen klassischen Feuerstein, auch das ist aus der Kreide glaube ich, da haben die früher ihre Sachen draus gekloppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4828s Anteil der Sedimentite an der Erdkruste 01:20:28] ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt kommt aber noch was. Dieser Schiefer macht ungefähr 3,7% aus. 3,7% also in der gesamten Masse der Erdoberfläche der Kontinente findet man 3,7%, ist da Schiefer dieser Art. Und Sandstein ist glaube ich 0,7%, und Kalkgesteine noch 0,2%. Also schierbar vernachlässigbar, und dennoch ist das sozusagen die Grundlage auf der wir Landbau betreiben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4894s Der Rest: Salz, Löß und Öl 01:21:34] ===&lt;br /&gt;
Und da gibt es eben nochmal etwas. Da haben wir 95%, 98,7%, 99,4%, 99,6%, bleiben immer noch 0,4% übrig, und das ist dann eben alles das, was da noch in der Erde ist, nämlich [[w:Steinsalz|Salz]], [[w:Löss|Löß]], und eben Öl, Gas. Die letzten Bruchteile von einem Prozent, 0,4%, kann man sich ausrechnen. Das letzte, was sich auch abgelagert hat, das jüngste ist das Salz. Also als mineralische Ablagerung ist es zwar schon älter, es gibt auch alte Salze, aber sie sind, sozusagen, innerhalb der Entwicklung der Gesteine ist das Salz das allerletzte. Also das allerletzte in Bezug auf alles das was sonst mit der ganzen Entwicklung der Gesteine zusammenhängt. Es gibt von Rudolf Steiner die Bemerkung, dass mit dem Salz eigentlich erst die Menschheitsentwicklung, oder die Menschheitsentwicklung direkt auf Erden verbunden ist mit der Ausbildung des Salzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologische Karten für die eigene Standortuntersuchung [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4995s 01:23:15] ===&lt;br /&gt;
So, da haben wir jetzt alles, das zusammen gibt ungefähr 100% der ganzen Gesteinsbildung der Erdkruste. Und jetzt muss man jeden Standort natürlich zu Hause prüfen, was steht hier eigentlich im Untergrund bei mir an, auf meinem Hof. Und es empfiehlt sich deswegen, dass jeder Betrieb eine [[w:Geologische_Karte|geologische Karte]] 1,25.000 hat, das gehört eigentlich zu jedem Ausbildungsbetrieb. 1,25.000 ist dann das sogenannte [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]], wo nicht nur die Bodenbildungen, sondern auch die Gesteinsunterlagen kartiert sind. Die Kartierung ist glaube ich nie ganz vollendet worden, ich weiß nicht ob es heute vollendet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird noch kartiert, in Baden-Würtemberg... nein, noch nicht fertig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also es gibt da immer noch Lücken. Aber das ist wertvoll auf dem Hof zu haben, dass man ein Messtischblatt hat, wo nun im Wesentlichen dann das kartiert ist, was wirklich unter den Böden selber an Gesteinen ansteht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben geschrieben Salz, Löß und Öl, oder was steht da?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl. Öl und Kohle kann man auch noch hinschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5083s Globale Verteilung des Granit 01:24:43] ===&lt;br /&gt;
So, und jetzt Wissen wir alles und wissen gar nichts. Also das ist eine unendliche Mannigfaltigkeit, und jetzt ist die Frage, wo kommen eigentlich diese Gesteine hauptsächlich auf der Erde vor. Also wo findet man die Granite hauptsächlich oder Syenit und solche Sachen. Nun zunächst ist es so, dass wir hier in unseren Gegenden findet man die eigentlich nur in Gebirgslagen, also im Schwarzwald Hauptvorkommen von Gneisen, Paragneisen, Graniten, im Südschwarzwald hauptsächlich. Und im Harz, im Böhmerwald, also Bayerischen Wald, da kommen diese Granite vor, also immer in Gebirgslagen. Hier kommen wir auf die Gebirge nochmal zu sprechen. Und sonst auf der Welt, Skandinavien ist im hohen Grade granitisch, aber eben doch nicht granitisch, sondern mehr Metamorph.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Exkurs: Alternative Deutungen der Gesteinsentstehung [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5164s 01:26:04] ====&lt;br /&gt;
Aber ich mag diesen Begriff, mit dieser Klassifikation kann ich mich nicht abfinden, dass man sagt, dass alle skandinavischen Gesteine letztlich Umkristallisationen von Sedimentgesteinen wären. Das ist jetzt nämlich das typische Ergebnis des [[w:Aktualismus_(Geologie)|Aktualitätsprinzips]], dass man meint, so wie heute eben aktuell die Dinge physisch beschaffen sind auf der Erde, so war es zu allen Zeiten irgendwo gewesen. Sondern ich meine, dass diese Metamorphite da oben, die Gneise und alle Abkömmlinge, hier diese Dinger hier, zwei Stück glaube ich, die kann man mal rumgehen lassen, da findet man so Holzstrukturen, eigenartige Holzstrukturen. Und also schlierenartige Gebilde, das rote ist alles Feldspat, und wiederum die Komponenten des Granits tauchen da auf, aber immer so in Schlieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich bin mal in Finnland in den Wäldern gewesen, da war ein unglaublicher Sturm und hat den ganzen Wald umgelegt. Und dann waren die Wurzelteller, die waren nach oben gerichtet, und drunter war der blanke Fels. Und weil natürlich, durch die Huminsäuren, die ständig in diesem feuchten kalten Klima an dem Stein nagen, war der Stein so frisch in der Farbe, wie man sich das nur vorstellen kann. Und da sah man die ganzen Schlieren, das war wie ein Meer sich bewegenden, aber jetzt festgewordenen Gesteins, und da wurde mir das zum ersten Mal deutlich, das sind keine Sedimentgesteine mehr, im Sinne von umkristallisiert, sind eben uralt, nein, das ist eigentlich ein Zustand - vielleicht komme ich dann heute Nachmittag nochmal darauf zu sprechen im Zusammenhang mit der ganzen Zeitmessung. Ich meine, dass es wirklich jüngere Granite sind in einer jüngeren Phase der ganzen Gesamt-Erdenentwicklung, bevor überhaupt Gesteine Gesteine geworden sind, war das ein Zustand, wo sich eine frühere Periode der Erdenentwicklung wiederholt hat. Ich komme da nochmal drauf zurück. Also dass es jüngere Bildungen sind, wahrscheinlich aus dem Granit, evolutiv wohl jüngere Bildungen, aber eben in einem Zustand, wo jetzt noch nicht die Materie sich voll in dem Sinne ausgebildet hat, wie hier, sondern das war luftig-wärmehaft. Aus Luftwärmeströmungen sind letzten Endes diese alten Metamorphen Gesteine meines Erachtens hervorgegangen. Während der Granit ist rein aus der Wärme entstanden, das ist mehr eine Wärmebildung, aber da komme ich nochmal kurz darauf zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Granit Schilde: die ältesten Landschaften der Erde [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5371s 01:29:31] ====&lt;br /&gt;
Also man findet jetzt die Granite auf den Kontinenten vor allen Dingen als Bildung bis an die Erdoberfläche in den sogenannten [[w:Schild_(Geologie)|Schilden]], das sind so Aufwölbungen der Erde, findet man in Afrika. Afrika ist das klassische Granitland in diesem Sinne. Da gibt es also Granite in Rhodesien, in der Kalahari, dann im Kongobecken, dann auch noch ein Stück weit nördlich, sogenannte Schilde, die praktisch keine Veränderung erfahren haben in der ganzen geologischen Entwicklung der Vergangenheit. Da hat sich nichts drüber gelagert, so wie der Goethe das in seinem... nichts was je sich darüber gelagert hat, das ist wirklich der Ursohn der Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und, Afrika... und dann eben in Kanada, das ist auch so ein Gebiet, das [[w:Kanadischer_Schild|Kanadische Schild]] in Ostkanada, auch Neufundland, auch Sibirien, da tauchen solche Granit-Schilde auf, meistens nur dann von Wäldern bestanden, da kann man kaum noch Ackerbau betreiben, also reinstes Kristallin aus ur-ur-ältesten Zeiten. Vom Granit sagt man, dass es das älteste Gestein überhaupt auf Erden ist, und man hat ja heute Methoden, sowas zu messen, zu glauben, man könnte es messen, sollte ich mal sagen. Wo man sagt, die ältesten Gesteine die gehen auf eine Zeit von 3 bis... heute sind es glaube ich schon 4 Milliarden, oder...? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3,9. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3,9, ja. Wie ich [mich] damit früher mal beschäftigt habe, das ist ja schon lange her, da waren es noch 3 Milliarden. Also man spielt dann mit den Milliarden. Zum Beispiel, wenn Sie mal gehört haben von der [[w:Serengeti|Serengeti]] in Ostafrika, die tierreichste Versammlung, die man sich auf Erden vorstellen kann. Das ist eine ganz ebene Fläche südöstlich des [[w:Victoriasee|Viktoriasees]], und am Rande eines der größten Krater der Erde, [[w:Ngorongoro|Ngorongoro]], der 23 Kilometer Durchmesser hat. Da finden sich in dieser Ebene immer so Kuppen, die so herausragen, da sitzen meistens die Löwen drin, und die ganze Steppe ist voll mit Gnus und Giraffen und Zebras und ich weiß nicht was alles, schwarz bis zum Horizont mit Tieren. Und dann gibt es diese Hügel dazwischen, das ist reiner Granit. Und der Untergrund ist natürlich auch Granit sehr [...?] nach Gold hat man damals auch gegraben, und da sitzen dann [auf den] Hügeln diese Löwen und ahlen sich da auf dem Granit rum, Granit rund abgerundet, und wenn es dann Nacht wird gehen die in die Steppe und holen sich dann einfach das was sie brauchen. Die brauchen gar nicht lange suchen, sondern da finden sie gleich ihr Opfer, was ihnen die Nacht versüßt. So sind die Granite nur an wenigen Orten der Erde wirklich an der Oberfläche anstehend, ansonsten sind es alles Sedimente, die die Grundlage unseres Ackerbaus und unserer Landwirtschaft darstellen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schluß [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5616s 01:33:36] ===&lt;br /&gt;
Das war im Eilverfahren durch die Gesteinswelt gerast, aber vielleicht haben sie ein bisschen den Eindruck gewonnen, dass man da auch ein bisschen Ordnung reinkriegen kann. Und wenn man ein bisschen den Blick entwickelt, dann kann man das in etwa sagen, das ist ein Diorit oder ein Granit oder ein Orthoklas, also ein Syenit-ähnliches Gebilde, oder es sind Sedimente usw. Also man kann dann allmählich so durch die Landschaften gehen, vorausgesetzt man sucht möglichst jeden Steinbruch auf, wo man dann am deutlichsten ein Bild gewinnt, und da weiß man dann wo man ist. Dann machen wir einfach heute Nachmittag weiter. Vielen Dank &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge  [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|1]] - [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|2]] - [[Geologie - 3. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|3]] - [[Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|4]] - [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|5]] - [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|6]] - [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|7]] - [[Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|8]] - [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|9]] - [[Geologie - 10. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|10]] - [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|11]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 4. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Transkription von Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=35s Einleitung 00:00:35] ===&lt;br /&gt;
Ja, einen schönen guten Morgen, alle da. Wir haben ja gestern uns mit dieser ganzen Verteilung der Kontinente über die Erde beschäftigt, die eigentlich erst verständlich geworden ist im Laufe des 20. Jahrhunderts mehr und mehr durch die Untermeeresgeologie, die dadurch zuerst hier von Deutschland aus zwischen den beiden Weltkriegen, aber dann vor allen Dingen in den 50er Jahren, 60er Jahren von Amerika aus im großen Stil durchgeführt worden ist. Die Forschungen, die eben gezeigt haben, dass die Untermeeresböden zwar auch ein ganz deutliches Relief zeigen durch diese unterirdischen Gebirgszüge, die da rund um die Erde gehen, von Nord nach Süd, von Ost nach West und dass sie alle eigentlich an Störungszonen liegen, das heißt vulkanisch noch bis heute tätig, vulkanisch wirksam sind und wesentlich beteiligt sind an der Verteilung der Kontinente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man dann durch diese Meeresgeologie anschaut, dann muss man einfach sagen, das ist vollkommen einheitlich. Also da ist eigentlich gar kein großer Unterschied zwischen irgendwelchen Gesteinen. Das ist im Wesentlichen alles Basalt, also relativ junge Bildungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=149s Die Vielfalt der Gesteine auf den Kontinenten 00:02:29] ===&lt;br /&gt;
Basalt ist, ich komme nachher nochmal drauf hier, [eine] relativ junge Bildung, während, wenn man jetzt auf die Gesteine der Erde schaut, dann schaut man auf die Kontinente. Und da zeigt sich nun eine derartige Vielfalt, Mannigfaltigkeit, die, ich möchte mal fast sagen, größer ist als die des Pflanzenreiches oder des Tierreiches. Also sowas von einer unendlichen Mannigfaltigkeit, Variationen, an jedem Standort ein klein wenig anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe es gestern auch vorgelesen bei Goethe im Granit, im Aufsatz, wo auch der Granit schon angeben, wo immer man hinkommt, findet man denselben, dasselbe Gestein in seiner selben Struktur, Aufbau, Mineralaufbau, und dennoch farblich, strukturell, kleinkörnig, grobkörnig und so weiter, jeweils immer in einer bestimmten Variante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt freuen wir uns heute, wie man das hier schon ein bisschen auf dem Tisch sieht, uns gerade mal der Kontinentalen Gesteine, und ich kann nicht aus der ganzen Welt hier etwas präsentieren, das eine oder andere kommt aus anderen Kontinenten, aber das übrige ist doch relativ lokal. Und meine einzige Sammlung, die ich hatte, die ist eben, leider Gottes, hier auf dem Dottenfelderhof, wie so manches, hat es das Zeitliche gesegnet, die ist irgendwo verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodass ich ja so alles mühsam wieder in den letzten Jahren, obgleich ich keine großen Reisen mehr machen konnte - vieles habe ich damals noch gesammelt in den Alpen, also meine schönsten Stücke waren eigentlich aus den Alpen, aus den Schweizerischen Alpen vor allen Dingen. Und das ist eben, wie gesagt, alles nicht mehr vorhanden. Da muss ich mühsam jetzt wieder das in späteren Jahren zusammensammeln. Und das Schönste ist immer, dass man die Steine selber sammelt und nicht irgendwo, das ist das Interessante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=282s Granit: die Grundlage der Kontinente 00:04:42] ===&lt;br /&gt;
Ja, und da möchte ich jetzt ausgehen, noch einmal von dem Gestein, was gestern der Goethe da thematisiert hat, nämlich der [[w:Granit|Granit]]. Und Goethe hat den Granit so angesprochen, eigentlich als den Ursohn der Erde ist. Und es ist zweifellos, die Grundlage der Kontinente ist alles Granit. Und dieser Granit setzt sich allerdings in den Tiefen noch in andere verwandte Gesteinsarten fort, die werden wir nachher hier besprechen, die liegen hier oben. Zunächst möchte ich einfach mal nochmal auf den Granit eingehen in Bezug auf dessen eigenartige, dreigeteilte Zusammensetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wenn wir hier mal Granit nehmen, da möchte ich nochmal sagen, er hat ihn als den Ursohn der Erde angesprochen, und man könnte sich leicht verleitet sehen zu sagen, der Granit wäre sozusagen der Repräsentant aller Gesteine auf der Erde. Es liegt sehr nahe, sowas zu sagen. Das ist er natürlich irgendwo auch, aber er ist auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn er ist selbst wiederum ein Ausdruck, aber eben ein idealtypischer Ausdruck der Idee des Gesteins schlechthin. Also es ist nicht so, dass man sagen könnte, der Granit wäre, so wie er hier jetzt auf dem Tisch liegt, wäre sozusagen das Urbild schlechthin. Es ist ein Ausdruck des Urbildes. Das Urbild aller Gesteinsbildung findet einen idealen Ausdruck, materialisiert im Granit. Aber das Urbild als solches, das muss man selber denken. Das muss man selber im Bewusstsein ausbilden als eine Bildgestalt, die sich jetzt vielfältig variiert in allen Erscheinungsformen des Granits. Also nicht der Granit ist jetzt sozusagen das Urbild, sondern das Urbild kann eigentlich nur ideell gefasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=441s Die Minerale des Granits: Quarz, Feldspat und Glimmer 00:07:21] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man unter diesem Gesichtspunkt jetzt den Granit anschaut, dann hat er eben diese dreifache Zusammensetzung, die ja eigentlich so bekannt ist. Das ist, dass ein wesentlicher Bestandteil der [[w:Quarz|Quarz]] ist. Der Quarz, das ist also chemisch gesprochen, sagt man heute, SiO2, Siliziumdioxid. Also der ist nicht gasförmig wie Kohlendioxid, sondern der ist eben tatsächlich fest. Und das ist dieser Bergkristall hier. Der Bergkristall - kannst du ja mal rumgeben, nochmal in der Sechsäuligkeit anschauen - das ist eben ein relativ leichtes Mineral. Also spezifisch ziemlich leicht, aber natürlich wesentlich schwerer als Wasser. Aber jedenfalls ein Mineral, das der Hauptbestandteil der Erdkruste überhaupt ist. Also der Quarz, beziehungsweise der Kiesel, wie man eben auch sagt im Landwirtschaftlichen Kurs. Also das würde ich mal als erstes sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist dann der [[w:Feldspat|Feldspat]]. Und der Feldspat, das ist jetzt ein Mineral - das ist hier ein [[w:Calcit|Kalkspat]], den habe ich ja schon gezeigt, lass ich auch nochmal rumgehen - weil der Feldspat praktisch ähnlich kristallisiert. Also nur der Winkel der beiden Flächen ist ein bisschen anders. Einfach nochmal... Aber hier habe ich das Feldspäte, das stammt, glaube ich, auch aus Norwegen oder irgendwoher. Das habe ich hier mal rausgekloppt. Also das ist hier auch ein [[w:Albit|Albit-Feldspat]], wahrscheinlicher Albit. Aber ich habe da noch andere von hier. Das ist auch ein Feldspat hier, und da sieht man diese wunderschönen Spaltflächen. Also wenn man da mit dem Hammer drauf schlägt, dann spaltet er immer in bestimmten Winkeln und Flächen. Also der Kristall bleibt immer sozusagen erhalten in seiner Struktur. Im Gegensatz zum Quarz, wenn man da mit dem Hammer drauf haut, dann ist das Kristall kaputt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt auch Feldspat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist ein Kalkspat. Aber er kristallisiert eben sehr ähnlich wie das. Die Idealform ist da besonders sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hab ich meine Brille nicht auf... Ja, der gehört hier nicht hin. Das ist was anderes. Aber hier ist nochmal ein Feldspatstück. Da sieht man, dass der zum Teil unglaublich mächtig kristallisiert, innerhalb der Grundmasse, die granitisch ist. Feldspat. Das ist die Sache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun das dritte ist der Glimmer. Zum Feldspat möchte ich noch sagen, dass der seinen Namen hat daher, dass er eigentlich das Feld macht. Den Acker. Das Feld ist Acker. Und daher der Name Feldspat. Denn wenn der verwittert, dann entsteht Ton. Tonmineralien. Der schwere Boden, der ist in aller Regel aus der Feldspat Verwitterung. Die verschiedenen Feldspäte erzeugen dann verschiedene Tonmineralien. Und wenn die drei verwittern hier, alle drei, der Granit als solcher verwittert, dann entsteht das, was wir eigentlich den klassischen Lehmboden bezeichnen. Denn der klassische Lehmboden enthält Quarz in Form von Sand, der stammt aus dem Granit. Enthält eben Lehm, im engeren Sinne Tonmineralien, und auch der Glimmer verwittert zu Tonmineralien, zu den sogenannten Eliten, da kommen wir gleich nochmal drauf zu sprechen. Also die Verwitterung des Granits erzeugt eigentlich den klassischen Lehmboden. Lehm ist nämlich nicht nur Ton, sondern da ist auch Sand enthalten und eben auch noch Glimmer Mineralien und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=754s Der Granit als Träger der &amp;quot;Raumbildung&amp;quot;? 00:12:34] ====&lt;br /&gt;
So und jetzt möchte ich auf etwas hindeuten, was sozusagen, das habe ich nirgends gelesen, dass es so ist, aber ich möchte einfach mal sagen, weil ich mir da mal so Gedanken drüber gemacht habe. Der Quarz, der kristallisiert ja, wie man das sieht, sechssäulig. Ich mal das mal so an. Und wenn wir ein Doppelende haben - die gibt es nämlich, Quarz und Doppelenden - also wo wirklich an beiden Enden die Pyramide ausgebildet ist, das sind oft Quarze, die dann irgendwo hier an einer Stelle auf dem Muttergestein aufsitzen. Wenn man so ein Kristall nimmt, ich hatte mal kleine gefunden, aber nicht in den Alpen, sondern bei Pforzheim. Also das war ein Muschelkalk, glaube ich. Da gibt es Quarze, Doppelende sind aber nur so groß. Schwärzlich. So, und wenn man jetzt hier an einem solchen Kristall eine Spannung anlegt, beziehungsweise irgendwie eine Wärmequelle hier jetzt ansetzt, dann ist der Wärmefluss innerhalb dieses Kristalls nicht gleichmäßig, sondern in der Zentralachse setzt sich der Wärmefluss schneller fort als quer dazu. Und zwar in dem Verhältnis von 1,9 : 1. Das heißt doppelt so schnell ist der Wärmefluss innerhalb dieses Kristalls in der Achse. Das ist ein Phänomen. Also da ist im gewissen Sinne, wenn man dessen Wärmeverhalten anschaut, muss man eigentlich sagen, hier ist materiell die Idee der Gerade andeutungsweise verwirklicht. Geometrisch gesprochen die Gerade. Also hier ist alles sozusagen in die Längsrichtung ausgedehnt und der Wärmefluss deutet das an, dass diese Kristallgestalt etwas zu tun hat oder man muss sagen, ich sage es mal so, eine Materialisierung quasi der Idee der Gerade ist. Nehmen Sie es mal so hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man jetzt ein Feldspaltkristall, der [[w:Rhomboeder|Rhomboeder]] kristallisiert, wenn man da eine solche Wärmequelle ansetzt, dann ist der Wärmefluss von hier nach hier und von hier nach hier überall gleich. Das heißt die Wärme setzt sich in einem solchen Kristall gleichförmig, man könnte mal sagen von Fläche zu Fläche mit gleicher Geschwindigkeit fort. Das heißt das Verhältnis ist 1:1. Und man könnte also sagen, in Bezug auf sein Wärmeverhalten, verkörpert sozusagen ein solcher Feldspaltkristall eher dasjenige, was dann auch rauskommt, wenn man ihn spaltet und immer weiter spaltet und immer weiter spaltet, sodass praktisch nur noch ein Punkt übrig bleibt. Also man könnte sozusagen einen solchen klassischen Feldspaltkristall immer weiter und weiter zerhämmern. Es würde zuletzt nur noch mal ein winziges Kriställchen sein, noch mal ein winziges, das kann man ideell fortsetzen und zuletzt bleibt eigentlich nur noch ein Nichts übrig. Letzten Endes löst sich das auf in die Idee des Punktes. Geometrisch gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man jetzt hier, das habe ich noch gar nicht rumgereicht, einen [[w:Glimmergruppe|Glimmer]] anschaut - das ist also ein [[w:Muskovit|Muscovit-Glimmer]], nicht ganz so präzise, das ist ein schöner Muscovit-Glimmer hier - das ist also eine Plättchenstruktur, hauchdünn, also praktisch eine kristallisierte Struktur, die eine Grenze hat, die ist hexagonal. Der Glimmer kristallisiert in dieser Plättchenstruktur, hauchdünn, unendlich dünn, und Plättchen lagern sich an das Plättchen wie die Blätter eines Buches, aber die Außengrenze ist immer hexagonal. Und wenn man das jetzt sich materialisiert, also wenn man das jetzt sozusagen sich idealisiert denkt, was hier materialisiert erscheint, würde ich sagen, es ist so wie hier die Gerade, hier der Punkt, hier die Fläche. Und das sind eben drei Elemente, die der euklidischen Geometrie zugrunde liegen und die letzten Endes Raumbildend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss das vielleicht noch mehr untersuchen, aber ich habe den Eindruck, dass tatsächlich der Granit eine Bildung ist, wo überhaupt erst, sozusagen, die Idee des Raumes sich verwirklicht hat in der Durchgestaltung dieses Gesteins. Indem die Idee der Gerade, die euklidischen Elemente der Geometrie, die Raumgestalt aufbauen, dass die hier in diesem Gestein veranlagt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das beim Feldspat noch nicht ganz genau verstanden. Wenn man da Wärme anlegt, verteilt sich das gleichmäßig auf die ganze Fläche?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber immer in gleicher Entfernung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In gleicher Entfernung. Ah ok.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wie auf einen Punkt, dehnt sich das dann gleichmäßig aus. Das ist hier [beim Bergkristall] nicht der Fall. Hier hat man einen beschleunigten Wärmefluss hier in der Gerade und hier hat man einen beschleunigten - das habe ich noch vergessen zu sagen - hier hat man ein Wärmeverhalten von 1 : 4. Das heißt, wenn man hier eine Wärmequelle anlegt, dann wird die Wärmeleitfähigkeit viermal größer als senkrecht zu dieser Fläche. Innerhalb der Fläche breitet sich die Wärme viel schneller aus als in Bezug auf ihre Dicke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also man merkt, das ist ein ganz unterschiedliches Wärmeverhalten dieser drei Mineralien und die weisen ein bisschen, also für mich jedenfalls ist es wie ein Ausdruck, dieser drei euklidischen Grundelemente, die raumbildend, raumschaffend sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt etwas, worüber ich noch nie geredet habe, ob man das überhaupt so sehen kann. Aber es ist für mich, es scheint mir eben die Besonderheit des Granits zu sein, dass er das kontinentale Fundament so bildet, dass man sagen kann, hier baut sich jetzt etwas räumlich, gestaltet sich etwas in die äußere Räumlichkeit, in die Form. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=1273s Erkennungsmerkmale der Granitischen Minerale 00:21:13] ====&lt;br /&gt;
So und jetzt wollen wir uns noch einmal betrachten, wie sich jetzt die ganze [[w:Erdkruste|Erdkruste]] aufbaut in den verschiedenen Gesteinen bis zu einer Tiefe, also die äußere Erdkruste eben. Und da haben wir es zunächst einmal wirklich zentral mit dem Granit zu tun. Und das möchte ich jetzt [... (unverständlich)] wo Sie jetzt deutlich sehen, dass der Granit eine körnige Struktur hat. Das müssen Sie sich einmal angucken. Eine körnige Struktur und diese Struktur besteht immer aus diesen drei Elementen, Quarz, Feldspat und Glimmer. Und ich reiche das mal rum. Wenn Sie das mal sehen, dann sehen Sie, dass da so weiße Flecken sind, also weiße. Und das ist im Wesentlichen ein Feldspat. Und wenn man das dann gegen das Licht hält, dann merkt man, dass auch so Spaltflächen sichtbar werden. Das ist jetzt alles ein bisschen verstaubt, aber wenn man das gegens Licht hält, dann glänzt es so ein bisschen plötzlich. Und das Graue innerhalb dieses Weißen, das ist der Quarz. Und dann ist hier schwärzlich. Das sind leider keine Muscovit-Glimmer, hätte ich gerne gezeigt, sondern das ist [[w:Biotit|Biotit-Glimmer]], beziehungsweise das geht schon über in die [[w:Augit|Augite]] und [[w:Amphibolgruppe#Calcium-Amphibole|Hornblenden]]. Das lässt sich jetzt schwer ausmachen. Aber hier sieht man also deutlich die Feldspäte, hell, weißlich. Und alle Feldspäte, die weiß sind, sind entweder [[w:Feldspat#Plagioklase|Natriumfeldspäte]] oder [[w:Feldspat#Alkalifeldspate|Kaliumfeldspäte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die finden sich aber in aller Regel erst in den tieferen Schichten der Erdkruste. An der Oberfläche tauchen dann meistens Granite auf, von denen ich eben leider Gottes - mein bestes Exemplar ist weg - wo der [[w:Orthoklas|Orthoklas]], also der Kaliumfeldspat, beherrschend ist. Und dieser Kaliumfeldspat, der kommt jetzt hier besonders schön zum Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=1431s Syenit -- Rosengranit 00:23:51] ====&lt;br /&gt;
Zwei Mineralien, zwei Gesteine, die ich hier jetzt mal umgehen lasse: Das ist kein Granit mehr, sondern den nennt man jetzt [[w:Syenit|Syenit]]. Das ist ein Mordsbrocken hier, also wer den heben kann... Aber das ist mein heiligstes Exemplar, denn der Herkunftsort, den darf ich gar nicht laut sagen, sonst werde ich noch im Nachhinein belangt. Ich habe den nämlich auf der Cheops-Pyramide geklaut. Beziehungsweise an der Mykorrhinos-Pyramide, die dritte von denen. Den habe ich damals mitgehen lassen, denn das ist ein Stück von der Abdeckung der Mykorrhinos-Pyramide. Die [[w:Cheops-Pyramide|Cheops]]- und die [[w:Chephren-Pyramide|Chephren-Pyramide]] waren mit Kalksteinplatten abgedeckt, poliert. Während die Chephren mit dem sogenannten [[w:Rosengranit|Rosengranit]] aus Syene, dem heutigen Assuan, also Oberägypten. Da ist der größte Steinbruch gewesen der Ägypter. Die haben dort diesen Rosengranit gebrochen, tausend Kilometer südlich von den Pyramiden, südöstlich. Und haben dann diese Riesenbrocken/platten per Schiff tausend Kilometer runter gefahren bis nach Gizeh, nach Kairo. Und haben da ihre Pyramiden damit abgedeckt. Aber auch die Obelisken sind aus diesem Stein. Großer Teil der Obelisken. Es ist so unglaublich, wenn man das sieht. Was so ein Obelisken ist, ein Monolith. Das ist ein Stück, die sind nicht zusammengesetzt. Da liegt noch im Steinbruch in Syene ein Exemplar eines Obelisken, der bei der Bearbeitung gebrochen ist. Da haben sie den nicht mehr rausgeholt aus dem Steinbruch. Der ist 40 Meter lang. 40 Meter lang. Einen Stab quasi behauen mit der Pyramidenspitze oben drauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich traue mich fast gar nicht zu fragen, aber wie haben die das gemacht? Mit dem härtesten Metall, das verfügbar war. So etwas zu bearbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, das fragt man sich natürlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Bearbeitung, noch nicht der Transport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Transport, das war auch schon eine Sache. Dass sie solche Lasten noch transportieren konnten. Die haben ja nicht nur einen Obelisk transportiert, sondern zig. In Oron, heißt dieser Ort, das ist heute [[w:Heliopolis|Heliopolis]] bei Cairo. Das war eine alte Mysterienstätte, da standen die meisten Obelisken. Und einer davon steht im Rom, im Vatikan. Die haben damals auch die Päpste, die ja viel Ägyptisches aufgenommen haben in ihr Christentum - haben sie sich auch ein paar Obelisken da unter Nagel gerissen. In Paris steht ein Obelisk. In New York steht ein Obelisk. Alle aus dem Rosengranit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=1638s Gesteinsbearbeitung als sakrale Handlung 00:27:18] =====&lt;br /&gt;
Ja, also wie haben die das gemeißelt? Es ist mir auch eigentlich ziemlich schleierhaft. Denn es ist ja die Bronzezeit gerade mal angefangen. Also man kann sich nur vorstellen, dass sie das wirklich mit solchem Material behandelt haben. Aber wie die das fertiggebracht haben, diese Steine so zu behauen, und so zu polieren, dass die ganze Pyramide in ihrer Gesamtfläche, wenn die Sonne aufgegangen ist, ein großer Spiegel war. Nicht verschieden, nicht ein bisschen abschattiert, sondern es war wirklich ein großer Spiegel. Und die Steine, die gemauert worden sind, waren so behauen, dass keine Messersklinge dazwischen kommt. So exakt, kurvistisch behauen. Nicht nur die Außensteine, sondern gemauert bis nach innen, in dieser Form. Das haben die ersten Ägypter nicht gemacht. Der Bauer der [[w:Sakkara|Sakkara-Pyramide]] hat nach außen gemauert und innen verfüllt. Und plötzlich sind die Pyramiden auseinandergefallen, durch den Druck der Gesteine von oben. Und die klassischen [[w:Pyramiden_von_Gizeh|Pyramiden von Gizeh]] sind alle durchgemauert bis nach innen, aus solchen präzise geformten Steinen. Da muss das halbe Volk gemeißelt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich meine ja, dass das hat zur Kultur damals gehört. Also wir schweifen jetzt ein bisschen ab. Dass die ägyptische Kultur dadurch charakterisiert ist, gegenüber der urpersischen - die ja mit dem Lebendigen umgegangen ist, also die die Pflanzen gezüchtet haben und alles das - die Ägypter haben keine Pflanzen mehr gezüchtet, sondern sie haben den Stein gezüchtet. Das ist so, wie man früher die Haustiere gezüchtet hat, noch früher, auch noch zu Beginn der urpersischen Kultur war das ganz wesentlich, dass das Tier selber sesshaft wurde, also Haus hier wurde, mit den Menschen. So hat in der ägyptischen Kultur, hat man jetzt begonnen, den Stein zu züchten, noch mehr bei den Griechen. Das ist eine absolute Steigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Züchten bestand darin, dass der Mensch jetzt mit einem Meißel und einem Hammer punktuell - man musste ja draufschlagen, dass da was wegspringt - natürlich haben die ihre Gesteine so geformt, die Griechen, von denen weiß man das, dass sie nicht durchgeschlagen haben, bis zu dem Punkt, wo jetzt die Gestalt in Erscheinung tritt, sondern die haben sie rausgeschält. Die haben immer Schalen, so langsam haben sie das rausgeschält aus dem Stein. Und die Ägypter, die haben jedenfalls ja zunächst einmal keine Göttermonumente geschaffen, das haben sie erst später gemacht, aber ursprünglich haben sie nur die Steine in dieser Weise geometrisch, rechtwinklig, exakt geformt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mir scheint es so zu sein, dass das wie eine Art sakrale Handlung war. Das kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen. Eine sakrale Handlung, das heißt, dass das Bewusstsein des Menschen, der jetzt ganz in der [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] lebt, jetzt mit seiner Empfindung gleich sich empfindet, in dem Schlag, auf diesem Punkt des festen Gesteins. Und dadurch ist das Bewusstsein, hat sich langsam das Bewusstsein entwickelt zur Empfindungsseele, vom Empfindungsleib bei den Ur-Persern zur Empfindungsseele der alten Ägypter. Und insofern möchte ich mal sagen, war das eine sakrale Handlung, das müssen Hunderttausende von Menschen gewesen sein, ich möchte mal sagen, wer hat da nicht geklopft?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das war wirklich, gehörte zur Bewusstseinsbildung, zum Erwachen der Empfindungsseele, punktuell jetzt das harte, feste, erdige zu bearbeiten. Und daran sich zu erleben. Einen ersten Grad eines empfindenden Selbstbewusstseins in sich zu erwecken. Also diese Theorien, die man heute hat, dass sie alle versklavt worden seien, härteste Arbeiter unter unmöglichen Bedingungen diese Pyramiden gebaut hätten, das kann man alles vergessen, meines Erachtens. Das war ein Erziehungsmittel für die damalige Menschheit: sich am Erdigen selber, die waren ja vorher, noch mehr im Bewusstsein, ganz im Umkreis. Und jetzt erfassen sie wirklich das tote, irdisch feste Material und bearbeiten es künstlerisch, aber zugleich sakral. Das heißt, das diente ja einem Ziel, nämlich dem Pyramidenbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die wurde so geformt, dass der Himmel sich sozusagen in dieser geometrischen Figur der Pyramide, die Sonne sich gespiegelt hat, der Mond, die Sterne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist eben dieser [[w:Rosengranit|Rosengranit]]. Hier ist nochmal so ein Stück. Ich glaube, ich habe das auch damals mitgeben lassen. Charakteristisch bei diesem Rosengranit sind die großen, roten Feldspäte. Und wenn so ein Granit verwittert, wie der hier, der Rosengranit, dann hat man einen hervorragenden Boden. Weil das sehr feldspatreich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Rose kommt von welchem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rote? Das ist Orthoklas. Und da muss ich jetzt noch ein paar Bemerkungen dazu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir haben hier den Granit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2062s Granit in der Bodenbildung 00:34:22] ====&lt;br /&gt;
Wir haben jetzt zunächst einmal betrachtet den Granit. Und das ist der mit den roten Feldspäten drin. Das ist der sogenannte Syenit von Syene oder dem heutigen [[w:Assuan|Assuan]]. Benannt aus Ägypten. Und der Granit ist dadurch charakterisiert, dass er sehr saure Böden bildet, wenn er verwittert. Also man hat dann in aller Regel von diesen Graniten hier, die wir herum gehen haben lassen, diese hier, die erzeugen also sehr, sehr saure Böden. Alles in der Regel sehr sandig, wegen der Körnigkeit. Und insbesondere der Granit hat eben ungefähr 80% SiO2. Also einen sehr hohen Kieselgehalt. Und von daher sehr sauer. Hat also einen relativ geringen basischen Anteil. Und das verändert sich sofort beim Syenit. Der hat ungefähr 60% noch SiO2. Und hat eben diese großen Feldspäte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dadurch ersetzt sozusagen der Feldspat viel von dem SiO2-Quarz. Und wenn der verwittert, dann bildet es eben einen sehr relativ guten Boden mit einem relativ hohen Kaliumgehalt. Der Kaliumgehalt, der nimmt immer mehr ab, je tiefer die Gesteine, also zunächst mal nimmt er zu, Entschuldigung, nimmt er zu bis zum Syenit, das Kalium. Beim Granit ist das relativ wenig. Und je mehr eben solche roten Feldspäte auftreten, desto mehr Kalium findet man in diesen Urgesteinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2195s Weitere magmatische Gesteine der Granit-Folge 00:36:35] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2195s Diorit 00:36:35] ====&lt;br /&gt;
Wenn wir dann weiter fortfahren in der Reihe, die nächste in der Reihe ist jetzt der sogenannte [[w:Diorit|Diorit]]. Ich hatte da auch mal ein schönes Exemplar. Ich kann hier nur so Andeutungen in dieser Richtung anbieten. Da findet man auch große Feldspäte drin. Und auch ganz weiß, das sind sogenannte [[w:Albit|Albit]]-Feldspäte, also nicht Orthoklas. Und Albit ist ein Natriumfeldspat. Ich schreibe mal hin, Diorit. Und der hat noch rund 50 bis 55 Prozent SiO2. Also man merkt, je tiefer man kommt in den kontinentalen granitischen Bildungen, Urgesteinen, desto mehr nimmt das SiO2 ab. Und bis hierher [bis zur Grenze Syenit/Diorit] nimmt das Kalium noch zu, also in Bezug auf die Böden, während hier, nimmt das Kalium immer mehr ab. Also Minus-Kalium, hier haben wir noch Plus-Kalium bis hierher. Dann nimmt das Kalium immer mehr ab. Und es nimmt aber jetzt im vermehrten Umfang das Magnesium und das Eisen zu. Das verursacht die dunklere Färbung dieser Gesteine. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2319s Gabbro 00:38:39] ====&lt;br /&gt;
Und ein weiterer Schritt ist dann der [[w:Gabbro|Gabbro]]. Der Gabbro - muss ich auch mal schnell rumgeben - das Gestein wird immer dunkler. Das ist hier so ein Brocken. Der hat auch noch körnige Struktur, meistens relativ feinkörnig. Es gibt auch ab und zu mal größere Feldspäte drin, aber im Grunde ganz dunkel, sehr eisenreich, sehr zunehmender Kalkgehalt auch. Der hat noch 40 bis 45 Prozent SiO2. Der Kiesel nimmt wirklich nach unten immer mehr ab. Die Kontinente gegen die Oberfläche sind sehr kieselreich, und je tiefer es herunter geht, desto mehr nimmt die Kieselsäure ab. Und hier nimmt auch das Kalium ab, immer mehr, und es nimmt immer mehr Magnesium und Eisen hinzu. Stattdessen nimmt das Calcium in den Urgesteinen zu, in den Tiefen. Das ist ein erstaunliches Phänomen. Weil vom Diorit ab nicht mehr der rote Feldspat beherrschend ist, sondern der weiße Feldspat. Und der enthält eben vermehrt Calcium und Natrium als basischen Bestandteil. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2431s Tiefen-Abfolge der Granit-verwandten Minerale 00:40:31] ====&lt;br /&gt;
Ich möchte an dieser Stelle mal unterbrechen und sagen, dass hier [beim Granit], die Mineralien hier ganz vorherrschend ist, wie gesagt, der Quarz SiO2. Und hier der, [[w:Muskovit|Muscovitglimmer]] heißt der, dass ist der helle, im Vordergrund steht. Und je weiter es in die Tiefe geht, der [[w:Biotit|Biotitglimmer]], der schon dunkel ist, eisenhaltig, magnesiumhaltig. Nach hier kommen dann die sogenannten Augite und Hornblenden. Die treten an die Stelle der Glimmer. Der Muscovitglimmer ist noch hell, das haben wir ja gesehen. Dann der Biotitglimmer ist das schwärzliche im Granit, und das geht dann schon über in die Augite, der wird immer schwärzer, je tiefer sich das Gestein befindet in der Erdrinde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufbau des Muscovitglimmers, der ist chemisch ein sogenanntes Kalium-Aluminium-Silikat. Also der basische Anteil dieses Gesteins [Minerales] ist das Kalium. Und das ist sozusagen für unsere Böden das Nonplusultra, wenn wir Gesteine haben, Ausgangsgesteine, wo das Kalium im Vordergrund steht. Einerseits im Orthoklas beim Syenit, und andererseits der Muscovitglimmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man jetzt, das muss ich hier noch dazwischen schreiben, den Feldspat kurz nochmal charakterisiert, dann ist der so aufgebaut, also Orthoklas, dass da ein basischer Anteil ist Kalium, dann ein Aluminium-Anteil und dann ein Kiesel-Anteil Si3O8. Also das ist die chemische Summenformel dieses Feldspates. Man sieht, es ist also ein Kalium-Aluminium-Silikat. Man nennt es, glaube ich, ein Komplexsalz. Aber es ist natürlich sehr fragwürdig, diese Bezeichnung. Es ist ein basischer Bestandteil, das heißt basisch, und die Kieselsäure ist sauer und das Aluminium ist sowohl sauer wie ... Es ist also eine Art Salzbildung und doch keine. Salz ist eindeutig Lauge-Säure, NaCl. HCl + NaOH, Dann gibt es eben Salz. Es handelt sich hier tendenziell um eine Salzbildung, die doch keine ist. So würde ich mal sagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt zum Muscovitglimmer kommen, dann hat er auch einen basischen Bestandteil, nämlich Calcium [hier ist mit Sicherheit Kalium gemeint, so auch an der Tafel geschrieben], dann auch Aluminium, aber dann ein Kristallwasser und Si3O10. Das ist also der Muscovitglimmer. Jetzt sehen wir auch, wo wir Muscovitglimmer haben, sobald Glimmer in unseren Böden ist, haben wir auch Kalium in unseren Böden. Und im übrigen Aluminiumsilikat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so ist es auch mit dem Biotit. Der Biotit hat auch Kalium als basischen Bestandteil, aber anstelle des Aluminiums tritt hier vermehrt Magnesium und Eisen [auf]. Daher die dunkle Färbung dieser Mineralien... und auch ein Kristallwasser, Si3O10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich hier wirklich um Aluminium... Kalium-Aluminium-Silikate. Bei beiden Glimmern, sowohl dem dunklen wie auch bei dem hellen. Bei den Augiten und Hornblenden, die in den tieferen Gesteinen der Erdrinde zu finden sind, da ist die Formel noch sehr viel komplizierter, die möchte ich jetzt nicht an die Tafel malen. Aber im Wesentlichen handelt es sich auch darum, jetzt nicht mehr Kalium, sondern Calcium, sowohl bei der Hornblende und Augit haben das Calcium als wesentlichen basischen Bestandteil. Im Übrigen sind es Calcium-Aluminium-Silikate mit einem sehr hohen Eisen- und Magnesiumgehalt. Die sind alle dunkel, dunkel gefärbt, also schwarz kann man sagen. Der einzige von denen, der wirklich silberglänzend ist, ist hier der Muscovit-Glimmer. Das wollte ich nur noch schnell dazwischen schieben, ehe wir mit unserem Gesteinsaufbau fortfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt die Abfolge der Granitartigen, der Granitverwandten. Die sind alle irgendwo verwandt und werden nur immer von oben nach unten von Grobkörnigkeit immer feinkörniger, werden immer dunkler bis zum [[w:Peridotit|Peridotit]] hin, schwerer auch im spezifischen Gewicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=2903s Gang- und Intrusivgesteine 00:48:23] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt gibt es noch die sogenannten Tiefengesteine. Und jetzt gibt es hier eben in diesen Tiefengesteinen auch noch eine andere Gesteinsart, aber doch die gleiche letzten Endes, das sind die [[w:Plutonit|Ganggesteine]]. In granitischen Bildungen findet man so große Schlieren ab und zu mal, die ziehen sich so durch das Gestein hindurch. Manchmal sind es nur Streifen, so breit vielleicht oder noch enger, manchmal kann es ja 20 Meter dick sein. Und diese Ganggesteine beinhalten im Grunde genommen dieselben Mineralien wie auch die entsprechenden Herkünfte der drum herum liegenden Gesteine wie Granit, Syenit usw. Aber diese Ganggesteine sind für denjenigen, der sich für Gesteine interessiert, das Allerinteressanteste. Weil nämlich darin findet man jetzt das stark voneinander getrennt, was den Granit als solchen aufbaut, nämlich Quarz, Feldspat und Glimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da findet man also gerade in den Ganggesteinen findet man die herrlichsten Bergkristalle, also in Brasilien die ganzen brasilianischen Bergkristalle, die großen Dinger, solche Apparate, die kommen in solchen Ganggesteinen vor. Eingebettet in [[w:Kaolinit|Kaolin]], das ist verwitterter Feldspat. Total verwitterter Feldspat, weiß, das weiße Kaolin. Und dann finden sich die Glimmer, solche Glimmer hier, in Tafeln, übereinander so dick, solche Tafeln, Schichtungen übereinander, findet man dort isoliert und eingebettet in das Kaolin. Und da finden sich auch die Edelsteine, da finden sich auch, also [[w:Turmalingruppe|Turmaline]] zum Beispiel, da finden sich auch Gold und Silber, die ganzen Erze findet man gerade insbesondere in diesen Ganggesteinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wo Sie in einer Granitwand irgendwo so ein Band sehen, da muss man mal in dem Geröll unten gucken, also ich habe mal tatsächlich in den Alpen einen [[w:Aquamarin|Aquamarin]] gefunden. Unterhalb von so einer Granitwand, da war auch so ein Band drin, und da habe ich gesagt, da musst du jetzt gucken, da muss sich was finden lassen. Und tatsächlich hatte man plötzlich ein Aquamarin in der Hand. Und das ist sehr, sehr selten. Also das sind die Ganggesteine, die einfach jetzt hier so wie so Schlieren, sich durch diese ganze homogene, relativ homogene Gesteinswelt der tiefen Gesteine hindurchzieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3093s Porphyr und Melaphyr 00:51:33] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es die Metamorphen Gesteine oder, nein, noch nicht, [[w:Intrusion_(Geologie)|Intrusivgesteine]]! Und das sind auch wiederum Abwandlungen der Tiefengesteine, das sind nämlich Granit-ähnliche, Granit-verwandte Gesteine, die jetzt nicht bis an die Oberfläche der Erde kommen, sondern in den darüber [oberhalb ihres Ursprungsorte tieferen Schichten] lagernden Erdschichten als Intrusivgesteine auftreten, zwischen die Schichten sich abgelagert haben und da stecken geblieben sind gewissermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind die [[w:Porphyr|Porphyre]]. Und ich schreibe das mal schön an die Tafel, das ist einmal abgeleitet vom Granit, der [[w:Rhyolith|Quarzporphyr]]. Also sehr quarzhaltig. Dann der eigentliche Porphyr, hier vom Syenit. Dann der Porphyrit, und dann eben, wunderschöne Steine, das ist der [[w:Melaphyr|Melaphyr]], oder [[w:Diabas|Diabas]]. Die sind Basalt-ähnlich, aber ein bisschen heller gefärbt in der Regel, ein bisschen grünlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist eine Reihe, die leitet sich jeweils ab von den entsprechenden Tiefengesteinen und sind dadurch charakterisiert, dass sie alle in der Regel relativ große Feldspäte zeigen in einer feinkörnigen Grundmasse. Da habe ich keine idealen Beispiele mehr, aber doch immerhin. Also hier sieht man einen typischen Porphyr mit einem mächtigen Feldspat da oben. Also hier sieht man auch, das ist auch ein Porphyr mit kleineren Feldspäten, also was größer kristallisiert ist, sind Feldspäte. Und die Masse an Glimmern, bzw. Augiten, bzw. an Quarzen ist ziemlich kleinkörnig. Also eine Art Grundmasse, kleinkörnige Grundmasse mit eingebetteten Feldspäten, großen Feldspäten. Das charakterisiert die Porphyre im Wesentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch eben in unendlicher Vielfalt. Das sind Tiefengesteine, die nicht bis zur Oberfläche gedrungen sind, sondern auf halbem Wege irgendwo sich reingezwängt haben in die darüber lagernden Schichten. Typisches Beispiel sind die Melaphyre, die Diabase, die in der Regel auch wunderschöne [[w:Amethyst|Amethyste]] enthalten, Amethystdrusen. Also in Brasilien gibt es ja noch und noch Amethyste, die da auch in diesen großen Basalt-Melaphyr-Decken-Ablagerungen sich finden. Aber hier in Idar-Oberstein ist es also ein Vorkommen an Melaphyr, und der wurde unter Tage abgebaut, über die Jahrhunderte, bis dann die Idarer so arm geworden sind. Das waren alles Bauern, die im Nebenerwerb diese Amethyste gebrochen haben und geschliffen, zu Schmucksteinen. Und im 19. Jahrhundert wurden die so arm und so wanderten sie aus nach Brasilien. Und dann haben sie in [[w:Rio_Grande_do_Sul|Rio Grande do Sul]] auf ihren Äckern so runde Kugeln gefunden, haben sie aufgeschlagen: die tollsten Amethysten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die haben das dann ein bisschen heimlich gehalten und haben die Kugeln gesammelt und auch abgebaut, und haben sie als Schiffsbeschwerer in die Segelschiffe gepackt, unten rein, und haben sie nach Rotterdam gefahren und dann den Rhein hoch und die Nahe hoch und haben in Idar wieder die Schmuckstückschleiferei wieder angefangen. Insofern ist Idar-Oberstein heute noch eine Schmuckstadt. Das sind die Melaphyre. Das findet sich auch hier, im Übrigen, unter dem Dottenfelderhof. Wenn man hier runterbohren würde, so 150 bis 200 Meter, würde man auf eine Melaphyr-Schicht stoßen und mit Sicherheit dort auch Amethyste finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So und jetzt schreiten wir fort von den Intrusivgesteinen zu den [[w:Glimmerschiefer|Glimmerschiefern]]. Also kristalline Schiefer schreibe ich mal hin. Und diese kristallinen Schiefer zeigen auch Verwandtschaft zu diesen ursprünglichen Urgesteinen. Da möchte ich mal welche rumgehen lassen. Also das was hier ist, da sieht man auch wunderschöne Muskovit-Glimmer. Der spielt ja eine ganz große Rolle. Das ist auch noch mal ein Exemplar. Also man merkt jetzt, dass hier eine ganz andere... aber ich muss jetzt... ich habe jetzt etwas Falsches gesagt. Das kommt gleich anschließend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3502s Ergußgesteine (Vulkanite) 00:58:22] ====&lt;br /&gt;
Es gibt dann noch die [[w:Vulkanit|Ergußgesteine]] bevor wir zu den kristallinen Schiefern kommen. Ergußgesteine. Die jetzt, wo sozusagen der Glutfluss, wie man heute sagt - also dasselbe Material was aus den Urgesteinen da ist - das jetzt in Form von Vulkanen, bzw. Ergußgesteinen an die Oberfläche der Erde tritt. Und da haben wir zunächst einmal den Liparit [heutige Bez.: [[w:Rhyolith|Rhyolith]]]. Das ist auch ein ganz saures Zeug, sehr Quarzreich. Das hat den Namen bekommen von der Insel Lipari. Da ist ja auch mal die ganze Insel in die Luft geflogen, ein Großteil jedenfalls, sogar in historischer Zeit. Und die ist also auch außerordentlich SiO2-reich und sehr hart. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt ein Stein der heißt [[w:Phonolith|Phonolith]]. Der Phonolith ist ein Ergußgestein das man findet am [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]]. Der Hohentwiel ist ein Riesenpfropf von Phonolith, und wenn man den in die Hand nimmt und schlägt einen anderen Stein dagegen, dann klingt der. Phonolith heißt eigentlich Klangstein oder Klingstein. Sehr hart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3616s Basalt 01:00:16] =====&lt;br /&gt;
Und dann kommt der [[w:Andesit|Andesit]]. Den möchte ich nur erwähnen, und schließlich der Basalt. Das lasse ich nochmal rumgehen. Also Basalte, da laufen wir hier ständig drüber im Hof. Das sind alles Basalte, und... das ist ein Gabbro... Und das ist hier ein Basalt von besonderer Art. Den habe ich nämlich gefunden im Brandegger Mar. Da gibt es nämlich auch Basaltdurchbrüche mit großem Krater. Und da findet man, wenn man da hinguckt, so helle Flächen drin. Das ist kein Feldspat, sondern das sind Weißjura [[w:Brekzie|Breccie]], die sich vermengt haben mit diesem Basalt beim Ausbruch. Das ist auch eine besondere Variante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe hier noch ein anderes Stück, was ich bei der Gelegenheit noch zeigen wollte. Eine echte Breccie. Gefunden nördlich des Harz in einem alten Bergwerk. Das ist also Weißjura Breccie hier. Also Stücke vom Weißjura, der ganz da oben weit, weit, weit drüber liegt, bei der Entstehung des Harzes. Und das Weiße ist alles Quarz. Und das Dunkle, das ist Erz. Das sind die Erze. Das findet man also häufig im Basalt, dass auch andere Gesteine dann in den Glutfluss mit eingemengt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3754s Obsidian und Bimsstein 01:02:34] =====&lt;br /&gt;
Und das hier ist auch ein Basaltgebilde. Das stammt aus Island. Das ist also quasi kristallisierter Glutfluss zu Glas. Es ist nicht..., also jedenfalls ist es auch basaltischen Ursprungs aus Island.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum glänzt das so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Glas glänzt. Also es ist eigentlich ein reines, ich möchte mal sagen, im Wesentlichen Quarz. Im Wesentlichen Quarz, aber eingemengt mit diesen dunkel gefärbten Elementen wie Magnesium und Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja gut, und dann muss ich nochmal was dazufügen. Und das sind jetzt die die jüngsten, die jüngsten Ergussgesteine, also auch noch Ergussgesteine, aber jüngeren Datums. Das ist einmal der Bimsstein, nein, nicht der Bimsstein Na, wie heißt das schnell? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Obsidian|Obsidian]]! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, der Obsidian, der gehört noch in diese Reihe hier. Aber hier drunter, na, nicht [[w:Bims|Bimsstein]], oder doch? Die Linie, da gibt es doch diese Gesteinslinie im Mittelmeer, 15 Meter Höhe. Das ist doch, na, ist das Bimsstein? Ich schreibe mal Bimsstein hin, fällt mir vielleicht noch ein, wenn es anders heißt. Auch sehr Kieselsäurereich, sehr hart aber blasig, schwimmt auf dem Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Bimssteine, aber das ist eigentlich aufgeschäumter Obsidian. Also chemisch das gleiche wie der Obsidian.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bimsstein und dann hier Lava. Lava, ja, bis zum Basalt hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das wollte ich doch nochmal zeigen zwei Beispiele, das ist hier eine Lava vom Ätna. Und das ist auch eine Lava vom Ätna mit einem großen Olivin-Kristall da drin. [[w:Olivingruppe|Olivin]] ist ein typisches - Leitmineral förmlich - für den [[w:Peridotit|Peridotit]]. Also für dieses Gestein hier. Hier ist es als Lava an die Oberfläche gekommen durch die Eruption vom Ätna. Ist praktisch dieselbe Zusammensetzung, und da tauchen diese Olivin-Kristalle auf, das sind also auch im Wesentlichen Eisen-Magnesium-Silikate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=3969s Metamorphite 01:06:09] ===&lt;br /&gt;
Also da haben wir jetzt die ganze Reihe, die ganze Reihe der Urgesteine jetzt erstmal beieinander. Die bauen sozusagen im Wesentlichen die Kontinente auf. Und nun gibt es aber noch andere Gesteine, die auch sehr verwandt sind mit dem Granit, und die möchte ich mal nennen: die [[w:Metamorphes_Gestein|Metamorphite]]. Metamorphite. Das sind alle die Gesteine, die jetzt eine andere Struktur haben als der Granit, und zwar eine mehr ins Flächige gehende Struktur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4027s Gneis 01:07:07] ====&lt;br /&gt;
Und da ist als allererstes der [[w:Gneis|Gneis]] zu nennen. Der Gneis ist eigentlich so ein bisschen wie ein Granit, aber ganz leise schon geschichtet, eine andere Struktur. Ich habe leider kein besseres Exemplar als das hier, das erscheint quasi wie ein Granit, wenn man mal hier so hinkommt merkt man, dass ist alles ein bisschen geschiefert. Das ist ein Gneis, und die Gneise spielen eine ganz große Rolle übrigens in unserer Erdrinde, sehr sehr verbreitet. Und haben granitischen Charakter, aber eine leichte Veränderung in der Struktur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4070s Kristalliner Schiefer 01:07:50] ====&lt;br /&gt;
Und diese Veränderung in der Struktur setzt sich jetzt fort in die k[[w:Schiefer#Kristalline_Schiefer|ristallinen Schiefer]], von denen man eben sagt, das sind eigentlich ursprüngliche Sedimentgesteine, die dann im Verlaufe der Erdgeschichte sich umkristallisiert haben zu diesen kristallinen Schiefern. Und da gibt es natürlich auch die verschiedensten Abwandlungen, zum Beispiel das hier, das ist ein Garbenschiefer der kommt auch aus den Alpen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tessin, oder wo kommt der her? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das ist im östlichen Gotthardgebiet, also wenn man vom Airolo, das Tal östlich rauf geht da findet man die. So genannte Garbenschiefer, ist auch ein kristalliner Schiefer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal wieder betonen: diese ganzen Schiefer, die ich jetzt erwähne, und diese ganzen weiteren Ablagerungen, von denen meint man, das sind Sedimente, die dann später durch alle möglichen Zeitalter hindurch, sind die umkristallisiert unter dem Gebirgsdruck und der Wärmeentwicklung, sodass dann diese Schiefer kristallisiert sind. Und dann treten da auch wieder die Glimmer deutlich in Erscheinung, und alles andere auch, aber eben ganz deutlich tritt sozusagen der Glimmercharakter in den Vordergrund. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kommen auch die [[w:Phyllit|Phyllite]], die man im Taunus findet. Die Phyllite. Und ja, das ist im Grunde genommen eine große Familie die sich da versammelt, da möchte ich noch was sehen ob ich nicht irgendwo noch mal hier... das sind alles noch so Spezial-Schiefer, die stammen aus dem Tessin. Das sind [[w:Kyanit|Disthene]], und das sind Hochdruckminerale, also diese bläulichen Gebilde da. Hochdruckminerale, die dadurch entstanden sind, dass ehemalige Meeressedimente aufgeschoben worden sind, quasi nach Norden, und bauen einen Teil der südlichen Alpendecke auf, und sind umkristallisiert. Das ist in unmittelbarer Nachbarschaft zum Granit, darunter liegt Granit und drüber liegen diese großen Deckengeschiebe, aus ehemaligem Tiefseeboden des Mittelmeeres, und die sind umkristallisiert zu diesem kristallinen Schiefern mit diesen Hochdruckmineralen, die immer dann entstehen, wenn ein unglaublicher Druck da mitwirkt bei dieser Umkristallisierung. Die Phyllite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, aber jetzt muss ich sehen, also hier haben wir noch eine ganze Reihe von derartigen Verwandlungen von Sedimentgesteinen - Metamorphite - heißt eben in Verwandlung begriffen, gibt es noch eine ganze Reihe. Und die alle zusammen, die bilden 93% der gesamten Erdrinde. Also wir haben es im Grunde genommen, diese ganzen Tiefengesteine und Metamorphite, die auch im Untergrund hauptsächlich anzutreffen sind, nur in Gebirgsbildungen tauchen die an die Oberfläche. Das bildet allein 93% der Erdrinde. Und man sieht es hier kaum, nur muss man schon in die Alpen gehen oder in die Pyrenäen, oder man muss nach Norden gehen, nach Skandinavien, da sind sie dann schon direkt an der Oberfläche. Aber sonst ist es alles zugedeckt und durch was?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4374s Sedimentite 01:12:54] ===&lt;br /&gt;
Eben durch die [[w:Sedimente_und_Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], durch die Sedimente. Also wir haben es zum wenigsten zu tun mit Urgesteinen, die bodenbildend sind für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, sondern im Wesentlichen durch Sedimentablagerungen. Und diese Sedimentablagerungen gliedern sich jetzt erstaunlicherweise wiederum ganz deutlich. Einerseits in die Schiefer. Also die sind dann nicht kristallin, sondern die sind sozusagen schieferig so geblieben. Tongesteine im Grunde genommen, aber Schiefer - schiefrig ausgebildet. Dann die Sandsteine, und dann die Kalkgesteine. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4435s Dreiheit bei den Sedimentgesteinen 01:13:55] ====&lt;br /&gt;
Und wenn Sie die nehmen, diese Dreiheit, dann erinnern Sie sich mal, was wir gesagt haben in Bezug auf den Granit, dass wir in den Schiefern mehr repräsentiert haben wiederum das Glimmerprinzip, die Schieferigkeit. Und das sind ja auch alles Tonminerale, haben auch dieselbe Zusammensetzung wie die Glimmer. Die sind hier nur verhärtet, aber nicht durchkristallisiert. Die Schiefer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann die Sandsteine, das sind verbackene Quarze. Der Sandstein, den wir jetzt gleich nochmal angucken, ist im Grunde genommen zu 90% Quarzkörner, zusammengebacken, entweder durch Kielsäure oder durch andere derartige Mineralien verbacken zu einem Sandstein. Und auch die Kalkgesteine könnte man jetzt als verwandt ansehen den Feldspäten, also in Bezug auf ihre Kristallisation kommt das ja ganz klar zum Ausdruck beim Kalkspat. So meine ich, dass wir in dieser Dreiheit, jetzt in den Sedimentgesteinen wiederum eine Abspiegelung haben von dieser ursprünglichen Dreiheit, die man schon in den Graniten vorfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4522s Schiefer 01:15:22] ====&lt;br /&gt;
So, und die [[w:Schiefer|Schiefer]], da habe ich jetzt hier eine ganze Menge Exemplare, die stammen alle aus Holzmaden[?]. In dem hier kann man sehen, wie fein geschiefert die sind, ganz fein geschichtet. Also voller Fossilien. Also das sind [[w:Schiefer#Tonschiefer|Tonschiefer]], da ist auch ein [[w:Belemniten|Belemnit]] drin. Und das hier, das zeige ich einfach mal so, das ist auch ein Schwarzjura [[w:Posidonienschiefer_(Jura)|Posidonienschiefer]], der so eine Schwarzfärbung hier zeigt, das ist versteinertes Holz, oder zu Bitumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gagatisiert nennt man die. [[w:Gagat|Gagat]]. Dieses Holz, wenn es nicht mineralisiert sondern so kohlt, das sind Gagate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber hier ist es also, zeigt jedenfalls eine Abprägung von Holz, und wir werden auch das Museum aufsuchen, wo diese Funde, die im großen Stil dann zu sehen sind, da sieht man dann schwimmendes Holz im Weltmeer verwachsen, das sehen wir dann im Einzelnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4628s Sandstein 01:17:08] ====&lt;br /&gt;
Also das ist der Schiefer, und dann wollen wir noch, das gehört noch dazu... und dann der Sand als Sediment, ist hier das typische Exemplar [[w:Sandstein|Buntsandstein]], das sehen wir auch auf unserer Exkursion... das ist auch ein Buntsandstein, der hin und wieder ziemlich glimmerreich ist, das wechselt sehr stark. Buntsandstein, das ist also wirklich zu 90% Quarz. Bei dem klassischen Hauptbuntsandstein ist das so. Und die sind also so verbreitet, wie über die ganze Welt hin, also auch in Mitteleuropa - Deutschland ist praktisch ein [[w:Buntsandstein|Buntsandsteinland]], also der größte Teil der deutschen Hoch-/Waldgebiete sind Buntsandstein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4698s Kalkstein 01:18:18] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir noch als drittes den [[w:Kalkstein|Kalk]]. Der ist natürlich sehr unterschiedlich, Kalkausprägung, sehr fossilreich im [[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]. Und dann in reinster Ausprägung als Kalk, wirklich nur Kalk, das ist im [[w:Weißer_Jura|Weißjura]]. Nicht ganz 100%, aber CaCO3, also reiner Karbonatkalk, aus dem wird dann der Weißkalk hergestellt mit dem man die Wände weist. Und dann tue ich das nur noch kurz rumgehen lassen, das ist hier auch ein Weißjura Kalk mit einem kleinen Einschluss von amorpher Kieselsäure, das hier auch. Also Kalk mit Einschlüssen von amorpher Kieselsäure. Das ist auch so ein Phänomen, wo man eigentlich nur staunen kann, diese Polarität von Kalk und Kiesel, also was eigentlich die größten Weltgegensätze sind, Kalk und Kiesel, die findet man hier in dieser Form versteinert beieinander. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, was haben wir jetzt noch...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist das mit [[w:Feuerstein|Feuerstein]], wo ist der einzuordnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte, die?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feuerstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feuerstein ist dasselbe. Ich habe hier noch einen klassischen Feuerstein, auch das ist aus der Kreide glaube ich, da haben die früher ihre Sachen draus gekloppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4828s Anteil der Sedimentite an der Erdkruste 01:20:28] ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt kommt aber noch was. Dieser Schiefer macht ungefähr 3,7% aus. 3,7% also in der gesamten Masse der Erdoberfläche der Kontinente findet man 3,7%, ist da Schiefer dieser Art. Und Sandstein ist glaube ich 0,7%, und Kalkgesteine noch 0,2%. Also schierbar vernachlässigbar, und dennoch ist das sozusagen die Grundlage auf der wir Landbau betreiben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4894s Der Rest: Salz, Löß und Öl 01:21:34] ===&lt;br /&gt;
Und da gibt es eben nochmal etwas. Da haben wir 95%, 98,7%, 99,4%, 99,6%, bleiben immer noch 0,4% übrig, und das ist dann eben alles das, was da noch in der Erde ist, nämlich [[w:Steinsalz|Salz]], [[w:Löss|Löß]], und eben Öl, Gas. Die letzten Bruchteile von einem Prozent, 0,4%, kann man sich ausrechnen. Das letzte, was sich auch abgelagert hat, das jüngste ist das Salz. Also als mineralische Ablagerung ist es zwar schon älter, es gibt auch alte Salze, aber sie sind, sozusagen, innerhalb der Entwicklung der Gesteine ist das Salz das allerletzte. Also das allerletzte in Bezug auf alles das was sonst mit der ganzen Entwicklung der Gesteine zusammenhängt. Es gibt von Rudolf Steiner die Bemerkung, dass mit dem Salz eigentlich erst die Menschheitsentwicklung, oder die Menschheitsentwicklung direkt auf Erden verbunden ist mit der Ausbildung des Salzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologische Karten für die eigene Standortuntersuchung [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=4995s 01:23:15] ===&lt;br /&gt;
So, da haben wir jetzt alles, das zusammen gibt ungefähr 100% der ganzen Gesteinsbildung der Erdkruste. Und jetzt muss man jeden Standort natürlich zu Hause prüfen, was steht hier eigentlich im Untergrund bei mir an, auf meinem Hof. Und es empfiehlt sich deswegen, dass jeder Betrieb eine [[w:Geologische_Karte|geologische Karte]] 1,25.000 hat, das gehört eigentlich zu jedem Ausbildungsbetrieb. 1,25.000 ist dann das sogenannte [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]], wo nicht nur die Bodenbildungen, sondern auch die Gesteinsunterlagen kartiert sind. Die Kartierung ist glaube ich nie ganz vollendet worden, ich weiß nicht ob es heute vollendet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird noch kartiert, in Baden-Würtemberg... nein, noch nicht fertig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also es gibt da immer noch Lücken. Aber das ist wertvoll auf dem Hof zu haben, dass man ein Messtischblatt hat, wo nun im Wesentlichen dann das kartiert ist, was wirklich unter den Böden selber an Gesteinen ansteht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben geschrieben Salz, Löß und Öl, oder was steht da?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl. Öl und Kohle kann man auch noch hinschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5083s Globale Verteilung des Granit 01:24:43] ===&lt;br /&gt;
So, und jetzt Wissen wir alles und wissen gar nichts. Also das ist eine unendliche Mannigfaltigkeit, und jetzt ist die Frage, wo kommen eigentlich diese Gesteine hauptsächlich auf der Erde vor. Also wo findet man die Granite hauptsächlich oder Syenit und solche Sachen. Nun zunächst ist es so, dass wir hier in unseren Gegenden findet man die eigentlich nur in Gebirgslagen, also im Schwarzwald Hauptvorkommen von Gneisen, Paragneisen, Graniten, im Südschwarzwald hauptsächlich. Und im Harz, im Böhmerwald, also Bayerischen Wald, da kommen diese Granite vor, also immer in Gebirgslagen. Hier kommen wir auf die Gebirge nochmal zu sprechen. Und sonst auf der Welt, Skandinavien ist im hohen Grade granitisch, aber eben doch nicht granitisch, sondern mehr Metamorph.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Exkurs: Alternative Deutungen der Gesteinsentstehung [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5164s 01:26:04] ====&lt;br /&gt;
Aber ich mag diesen Begriff, mit dieser Klassifikation kann ich mich nicht abfinden, dass man sagt, dass alle skandinavischen Gesteine letztlich Umkristallisationen von Sedimentgesteinen wären. Das ist jetzt nämlich das typische Ergebnis des [[w:Aktualismus_(Geologie)|Aktualitätsprinzips]], dass man meint, so wie heute eben aktuell die Dinge physisch beschaffen sind auf der Erde, so war es zu allen Zeiten irgendwo gewesen. Sondern ich meine, dass diese Metamorphite da oben, die Gneise und alle Abkömmlinge, hier diese Dinger hier, zwei Stück glaube ich, die kann man mal rumgehen lassen, da findet man so Holzstrukturen, eigenartige Holzstrukturen. Und also schlierenartige Gebilde, das rote ist alles Feldspat, und wiederum die Komponenten des Granits tauchen da auf, aber immer so in Schlieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich bin mal in Finnland in den Wäldern gewesen, da war ein unglaublicher Sturm und hat den ganzen Wald umgelegt. Und dann waren die Wurzelteller, die waren nach oben gerichtet, und drunter war der blanke Fels. Und weil natürlich, durch die Huminsäuren, die ständig in diesem feuchten kalten Klima an dem Stein nagen, war der Stein so frisch in der Farbe, wie man sich das nur vorstellen kann. Und da sah man die ganzen Schlieren, das war wie ein Meer sich bewegenden, aber jetzt festgewordenen Gesteins, und da wurde mir das zum ersten Mal deutlich, das sind keine Sedimentgesteine mehr, im Sinne von umkristallisiert, sind eben uralt, nein, das ist eigentlich ein Zustand - vielleicht komme ich dann heute Nachmittag nochmal darauf zu sprechen im Zusammenhang mit der ganzen Zeitmessung. Ich meine, dass es wirklich jüngere Granite sind in einer jüngeren Phase der ganzen Gesamt-Erdenentwicklung, bevor überhaupt Gesteine Gesteine geworden sind, war das ein Zustand, wo sich eine frühere Periode der Erdenentwicklung wiederholt hat. Ich komme da nochmal drauf zurück. Also dass es jüngere Bildungen sind, wahrscheinlich aus dem Granit, evolutiv wohl jüngere Bildungen, aber eben in einem Zustand, wo jetzt noch nicht die Materie sich voll in dem Sinne ausgebildet hat, wie hier, sondern das war luftig-wärmehaft. Aus Luftwärmeströmungen sind letzten Endes diese alten Metamorphen Gesteine meines Erachtens hervorgegangen. Während der Granit ist rein aus der Wärme entstanden, das ist mehr eine Wärmebildung, aber da komme ich nochmal kurz darauf zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Granit Schilde: die ältesten Landschaften der Erde [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5371s 01:29:31] ====&lt;br /&gt;
Also man findet jetzt die Granite auf den Kontinenten vor allen Dingen als Bildung bis an die Erdoberfläche in den sogenannten [[w:Schild_(Geologie)|Schilden]], das sind so Aufwölbungen der Erde, findet man in Afrika. Afrika ist das klassische Granitland in diesem Sinne. Da gibt es also Granite in Rhodesien, in der Kalahari, dann im Kongobecken, dann auch noch ein Stück weit nördlich, sogenannte Schilde, die praktisch keine Veränderung erfahren haben in der ganzen geologischen Entwicklung der Vergangenheit. Da hat sich nichts drüber gelagert, so wie der Goethe das in seinem... nichts was je sich darüber gelagert hat, das ist wirklich der Ursohn der Erde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und, Afrika... und dann eben in Kanada, das ist auch so ein Gebiet, das [[w:Kanadischer_Schild|Kanadische Schild]] in Ostkanada, auch Neufundland, auch Sibirien, da tauchen solche Granit-Schilde auf, meistens nur dann von Wäldern bestanden, da kann man kaum noch Ackerbau betreiben, also reinstes Kristallin aus ur-ur-ältesten Zeiten. Vom Granit sagt man, dass es das älteste Gestein überhaupt auf Erden ist, und man hat ja heute Methoden, sowas zu messen, zu glauben, man könnte es messen, sollte ich mal sagen. Wo man sagt, die ältesten Gesteine die gehen auf eine Zeit von 3 bis... heute sind es glaube ich schon 4 Milliarden, oder...? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3,9. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3,9, ja. Wie ich [mich] damit früher mal beschäftigt habe, das ist ja schon lange her, da waren es noch 3 Milliarden. Also man spielt dann mit den Milliarden. Zum Beispiel, wenn Sie mal gehört haben von der [[w:Serengeti|Serengeti]] in Ostafrika, die tierreichste Versammlung, die man sich auf Erden vorstellen kann. Das ist eine ganz ebene Fläche südöstlich des [[w:Victoriasee|Viktoriasees]], und am Rande eines der größten Krater der Erde, [[w:Ngorongoro|Ngorongoro]], der 23 Kilometer Durchmesser hat. Da finden sich in dieser Ebene immer so Kuppen, die so herausragen, da sitzen meistens die Löwen drin, und die ganze Steppe ist voll mit Gnus und Giraffen und Zebras und ich weiß nicht was alles, schwarz bis zum Horizont mit Tieren. Und dann gibt es diese Hügel dazwischen, das ist reiner Granit. Und der Untergrund ist natürlich auch Granit sehr [...?] nach Gold hat man damals auch gegraben, und da sitzen dann [auf den] Hügeln diese Löwen und ahlen sich da auf dem Granit rum, Granit rund abgerundet, und wenn es dann Nacht wird gehen die in die Steppe und holen sich dann einfach das was sie brauchen. Die brauchen gar nicht lange suchen, sondern da finden sie gleich ihr Opfer, was ihnen die Nacht versüßt. So sind die Granite nur an wenigen Orten der Erde wirklich an der Oberfläche anstehend, ansonsten sind es alles Sedimente, die die Grundlage unseres Ackerbaus und unserer Landwirtschaft darstellen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schluß [https://www.youtube.com/watch?v=CI4mu78vXF8&amp;amp;t=5616s 01:33:36] ===&lt;br /&gt;
Das war im Eilverfahren durch die Gesteinswelt gerast, aber vielleicht haben sie ein bisschen den Eindruck gewonnen, dass man da auch ein bisschen Ordnung reinkriegen kann. Und wenn man ein bisschen den Blick entwickelt, dann kann man das in etwa sagen, das ist ein Diorit oder ein Granit oder ein Orthoklas, also ein Syenit-ähnliches Gebilde, oder es sind Sedimente usw. Also man kann dann allmählich so durch die Landschaften gehen, vorausgesetzt man sucht möglichst jeden Steinbruch auf, wo man dann am deutlichsten ein Bild gewinnt, und da weiß man dann wo man ist. Dann machen wir einfach heute Nachmittag weiter. Vielen Dank &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_11._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11435</id>
		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T14:05:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit (Pleistozän), und das darauffolgende [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter|Holozän]], in dem wir uns heute befinden]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär-Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Elster- und Mindel-Eiszeit =====&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Entstehung der Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung, und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit, die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit-Landschaft vor Augen. Die hat der Landschaft eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig, mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, im Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, mit einem [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]] 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit verfestigte Gesteine, die sogenannten [[w:Konglomerat_(Gestein)|Nagelfluh]]. Findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen von Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3638s Entstehung der Urstromtäler 1:00:38] =====&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat es diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die ein ganz charakteristisches, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbares Profil haben. Das sind die sogenannten [[w:Urstromtal|Urstromtäler]], die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder, bei der Saale-Eiszeit, weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3868s Bezug zur Sintflut? 01:04:28] ======&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuere Dimension gehabt haben – da macht man sich überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der [[a:Sintflut|Sintflut]] war. Dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Periglaziale Lössbildung 01:05:20] =====&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen dieser Vereisung hinweisen. Und das ist die sogenannte [[w:Löss|Lössbildung]]. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese [[w:Warmzeit|Interglazialzeiten]], gewiss, in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte [[w:Periglazial|Periglazialraum]]. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der ein Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskuppe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskuppen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, [[w:Permafrost|Permafrostböden]], also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge, was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig, natürlich gefrierend, tagsüber eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da prallt jetzt tagsüber die Sonne drauf, und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei, bei dem Abschmelzen, wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird, und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher – wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer – und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist, zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo solche Windschattengebiete sich ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die [[w:Kölner_Bucht|Kölner Bucht]]. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiet. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben, leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es die [[w:Hildesheimer_Börde|Hildesheimer Börde]], das sind also beste Böden, tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Das stellen Sie sich mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, da arbeiten sie sich durch, sondern sie holen sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die [[w:Magdeburger_Börde|Magdeburger Börde]]. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, die Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da lügt man sich in die eigene Tasche, mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Periglaziales Bodenfließen (Solifluktion) 01:12:35] =====&lt;br /&gt;
Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die [[w:Solifluktion|Solifluktion]]. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn dann eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe da Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammen natürlich von ganz woanders her, die sind nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen – jenseits der Straße ist das Oberfeld, das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof – dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, [[w:Parabraunerde|Parabraunerden]]. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf den Himmelacker geschwemmt worden. Und da haben wir auf dem Himmelacker Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles [[w:Illit|Illite]] sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Verwitterungs-[/Auswaschungs-]horizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf den Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine [[w:Rendzina|Rendzina]], das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen zur Nidder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: [[w:Ranker_(Bodenkunde)|Ranker]]. Sie haben doch schonmal den Bodentypus Ranker gehört? Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner-, nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina, der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch allmählich, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen – es findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die [[w:Podsol|Podsolböden]]. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst, bzw. stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Böden: das Ergebnis Postglazialer Verwitterungsprozesse 01:20:37] =====&lt;br /&gt;
Alles Bildungen, die sich dann im [[w:Holozän|Postglazial]] [Holozän] nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man vor 15.000 Jahren, in Skandinavien sagt man vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die [[w:Atmosphärilien|Atmosphärilien]], das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär, bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4918s Das nachatlantische Zeitalter: Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Holozän 01:21:58] =====&lt;br /&gt;
Und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter. Das ist nicht mehr – wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt – nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist das [[a:Kulturepochen|nachatlantische Zeitalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die [[a:Urindische_Kultur|ur-indische]], die [[a:Urpersische_Kultur|ur-persische]], dann die [[a:Ägyptisch-Chaldäische_Kultur|ägyptisch-chaldäische]] und dann die [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|griechisch-römische]] Kultur. Wir stehen jetzt in der [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Kultur]] und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ich-begabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt befinden wir uns wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreift und versucht es durch seiner eigenen Hände Werk, und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|eingangs auch gesagt]], dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke [s. [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Eintritt ins 19. Jahrhundert: Der Entwicklungsgedanke als moderner Gedanke 01:02:44|1. Vortrag]], [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23|2. Vortrag]]]. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landbaus]]. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen wirklich an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben im Entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe, nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drinnen und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|zur Bildung der Erde berufen]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;M. Klett&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt hier so – doch wirklich sehr abstrakt – ohne unmittelbare Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;G. Gebhard&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T13:59:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, und das darauffolgende [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter|Holozän]], in dem wir uns heute befinden]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Elster- und Mindel-Eiszeit =====&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Entstehung der Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung, und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit, die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit-Landschaft vor Augen. Die hat der Landschaft eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig, mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, im Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, mit einem [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]] 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit verfestigte Gesteine, die sogenannten [[w:Konglomerat_(Gestein)|Nagelfluh]]. Findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen von Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3638s Entstehung der Urstromtäler 1:00:38] =====&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat es diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die ein ganz charakteristisches, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbares Profil haben. Das sind die sogenannten [[w:Urstromtal|Urstromtäler]], die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder, bei der Saale-Eiszeit, weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3868s Bezug zur Sintflut? 01:04:28] ======&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuere Dimension gehabt haben – da macht man sich überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der [[a:Sintflut|Sintflut]] war. Dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Periglaziale Lössbildung 01:05:20] =====&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen dieser Vereisung hinweisen. Und das ist die sogenannte [[w:Löss|Lössbildung]]. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese [[w:Warmzeit|Interglazialzeiten]], gewiss, in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte [[w:Periglazial|Periglazialraum]]. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der ein Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskuppe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskuppen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, [[w:Permafrost|Permafrostböden]], also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge, was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig, natürlich gefrierend, tagsüber eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da prallt jetzt tagsüber die Sonne drauf, und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei, bei dem Abschmelzen, wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird, und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher – wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer – und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist, zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo solche Windschattengebiete sich ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die [[w:Kölner_Bucht|Kölner Bucht]]. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiet. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben, leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es die [[w:Hildesheimer_Börde|Hildesheimer Börde]], das sind also beste Böden, tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Das stellen Sie sich mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, da arbeiten sie sich durch, sondern sie holen sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die [[w:Magdeburger_Börde|Magdeburger Börde]]. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, die Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da lügt man sich in die eigene Tasche, mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Periglaziales Bodenfließen (Solifluktion) 01:12:35] =====&lt;br /&gt;
Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die [[w:Solifluktion|Solifluktion]]. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn dann eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe da Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammen natürlich von ganz woanders her, die sind nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen – jenseits der Straße ist das Oberfeld, das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof – dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, [[w:Parabraunerde|Parabraunerden]]. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf den Himmelacker geschwemmt worden. Und da haben wir auf dem Himmelacker Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles [[w:Illit|Illite]] sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Verwitterungs-[/Auswaschungs-]horizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf den Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine [[w:Rendzina|Rendzina]], das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen zur Nidder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: [[w:Ranker_(Bodenkunde)|Ranker]]. Sie haben doch schonmal den Bodentypus Ranker gehört? Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner-, nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina, der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch allmählich, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen – es findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die [[w:Podsol|Podsolböden]]. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst, bzw. stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Böden: das Ergebnis Postglazialer Verwitterungsprozesse 01:20:37] =====&lt;br /&gt;
Alles Bildungen, die sich dann im [[w:Holozän|Postglazial]] [Holozän] nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man vor 15.000 Jahren, in Skandinavien sagt man vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die [[w:Atmosphärilien|Atmosphärilien]], das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär, bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4918s Das nachatlantische Zeitalter: Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Holozän 01:21:58] =====&lt;br /&gt;
Und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter. Das ist nicht mehr – wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt – nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist das [[a:Kulturepochen|nachatlantische Zeitalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die [[a:Urindische_Kultur|ur-indische]], die [[a:Urpersische_Kultur|ur-persische]], dann die [[a:Ägyptisch-Chaldäische_Kultur|ägyptisch-chaldäische]] und dann die [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|griechisch-römische]] Kultur. Wir stehen jetzt in der [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Kultur]] und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ich-begabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt befinden wir uns wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreift und versucht es durch seiner eigenen Hände Werk, und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|eingangs auch gesagt]], dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke [s. [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Eintritt ins 19. Jahrhundert: Der Entwicklungsgedanke als moderner Gedanke 01:02:44|1. Vortrag]], [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23|2. Vortrag]]]. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landbaus]]. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen wirklich an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben im Entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe, nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drinnen und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|zur Bildung der Erde berufen]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;M. Klett&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt hier so – doch wirklich sehr abstrakt – ohne unmittelbare Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;G. Gebhard&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;small&amp;gt;Folge  [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|1]] - [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|2]] - [[Geologie - 3. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|3]] - [[Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|4]] - [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|5]] - [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|6]] - [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|7]] - [[Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|8]] - [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|9]] - [[Geologie - 10. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|10]] - [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|11]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Stefan Sylla]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_11._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11432</id>
		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T13:32:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Elster- und Mindel-Eiszeit =====&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Entstehung der Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung, und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit, die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit-Landschaft vor Augen. Die hat der Landschaft eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig, mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, im Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, mit einem [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]] 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit verfestigte Gesteine, die sogenannten [[w:Konglomerat_(Gestein)|Nagelfluh]]. Findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen von Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3638s Entstehung der Urstromtäler 1:00:38] =====&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat es diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die ein ganz charakteristisches, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbares Profil haben. Das sind die sogenannten [[w:Urstromtal|Urstromtäler]], die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder, bei der Saale-Eiszeit, weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3868s Bezug zur Sintflut? 01:04:28] ======&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuere Dimension gehabt haben – da macht man sich überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der [[a:Sintflut|Sintflut]] war. Dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Periglaziale Lössbildung 01:05:20] =====&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen dieser Vereisung hinweisen. Und das ist die sogenannte [[w:Löss|Lössbildung]]. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese [[w:Warmzeit|Interglazialzeiten]], gewiss, in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte [[w:Periglazial|Periglazialraum]]. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der ein Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskuppe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskuppen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, [[w:Permafrost|Permafrostböden]], also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge, was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig, natürlich gefrierend, tagsüber eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da prallt jetzt tagsüber die Sonne drauf, und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei, bei dem Abschmelzen, wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird, und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher – wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer – und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist, zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo solche Windschattengebiete sich ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die [[w:Kölner_Bucht|Kölner Bucht]]. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiet. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben, leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es die [[w:Hildesheimer_Börde|Hildesheimer Börde]], das sind also beste Böden, tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Das stellen Sie sich mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, da arbeiten sie sich durch, sondern sie holen sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die [[w:Magdeburger_Börde|Magdeburger Börde]]. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, die Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da lügt man sich in die eigene Tasche, mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Periglaziales Bodenfließen (Solifluktion) 01:12:35] =====&lt;br /&gt;
Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die [[w:Solifluktion|Solifluktion]]. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn dann eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe da Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammen natürlich von ganz woanders her, die sind nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen – jenseits der Straße ist das Oberfeld, das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof – dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, [[w:Parabraunerde|Parabraunerden]]. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf den Himmelacker geschwemmt worden. Und da haben wir auf dem Himmelacker Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles [[w:Illit|Illite]] sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Verwitterungs-[/Auswaschungs-]horizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf den Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine [[w:Rendzina|Rendzina]], das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen zur Nidder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: [[w:Ranker_(Bodenkunde)|Ranker]]. Sie haben doch schonmal den Bodentypus Ranker gehört? Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner-, nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina, der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch allmählich, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen – es findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die [[w:Podsol|Podsolböden]]. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst, bzw. stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Böden: das Ergebnis Postglazialer Verwitterungsprozesse 01:20:37] =====&lt;br /&gt;
Alles Bildungen, die sich dann im [[w:Holozän|Postglazial]] [Holozän] nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man vor 15.000 Jahren, in Skandinavien sagt man vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die [[w:Atmosphärilien|Atmosphärilien]], das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär, bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4918s Das nachatlantische Zeitalter: Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Holozän 01:21:58] =====&lt;br /&gt;
Und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter. Das ist nicht mehr – wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt – nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist das [[a:Kulturepochen|nachatlantische Zeitalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die [[a:Urindische_Kultur|ur-indische]], die [[a:Urpersische_Kultur|ur-persische]], dann die [[a:Ägyptisch-Chaldäische_Kultur|ägyptisch-chaldäische]] und dann die [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|griechisch-römische]] Kultur. Wir stehen jetzt in der [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Kultur]] und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ich-begabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt befinden wir uns wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreift und versucht es durch seiner eigenen Hände Werk, und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|eingangs auch gesagt]], dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke [s. [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Eintritt ins 19. Jahrhundert: Der Entwicklungsgedanke als moderner Gedanke 01:02:44|1. Vortrag]], [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23|2. Vortrag]]]. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landbaus]]. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen wirklich an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben im Entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe, nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drinnen und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|zur Bildung der Erde berufen]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;M. Klett&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt hier so – doch wirklich sehr abstrakt – ohne unmittelbare Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;G. Gebhard&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Ausbildungsbetrieb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:biologisch-dynamisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenentwicklung]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Manfred Klett]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gunter Gebhard]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seminare]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Stefan Sylla]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<updated>2025-12-27T13:31:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Elster- und Mindel-Eiszeit =====&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Entstehung der Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung, und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit, die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit-Landschaft vor Augen. Die hat der Landschaft eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig, mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, im Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, mit einem [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]] 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit verfestigte Gesteine, die sogenannten [[w:Konglomerat_(Gestein)|Nagelfluh]]. Findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen von Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3638s Entstehung der Urstromtäler 1:00:38] =====&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat es diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die ein ganz charakteristisches, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbares Profil haben. Das sind die sogenannten [[w:Urstromtal|Urstromtäler]], die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder, bei der Saale-Eiszeit, weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3868s Bezug zur Sintflut? 01:04:28] ======&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuere Dimension gehabt haben – da macht man sich überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der [[a:Sintflut|Sintflut]] war. Dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Periglaziale Lössbildung 01:05:20] =====&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen dieser Vereisung hinweisen. Und das ist die sogenannte [[w:Löss|Lössbildung]]. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese [[w:Warmzeit|Interglazialzeiten]], gewiss, in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte [[w:Periglazial|Periglazialraum]]. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der ein Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskuppe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskuppen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, [[w:Permafrost|Permafrostböden]], also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge, was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig, natürlich gefrierend, tagsüber eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da prallt jetzt tagsüber die Sonne drauf, und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei, bei dem Abschmelzen, wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird, und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher – wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer – und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist, zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo solche Windschattengebiete sich ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die [[w:Kölner_Bucht|Kölner Bucht]]. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiet. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben, leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es die [[w:Hildesheimer_Börde|Hildesheimer Börde]], das sind also beste Böden, tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Das stellen Sie sich mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, da arbeiten sie sich durch, sondern sie holen sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die [[w:Magdeburger_Börde|Magdeburger Börde]]. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, die Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da lügt man sich in die eigene Tasche, mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Periglaziales Bodenfließen (Solifluktion) 01:12:35] =====&lt;br /&gt;
Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die [[w:Solifluktion|Solifluktion]]. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn dann eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe da Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammen natürlich von ganz woanders her, die sind nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen – jenseits der Straße ist das Oberfeld, das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof – dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, [[w:Parabraunerde|Parabraunerden]]. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf den Himmelacker geschwemmt worden. Und da haben wir auf dem Himmelacker Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles [[w:Illit|Illite]] sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Verwitterungs-[/Auswaschungs-]horizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf den Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine [[w:Rendzina|Rendzina]], das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen zur Nidder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: [[w:Ranker_(Bodenkunde)|Ranker]]. Sie haben doch schonmal den Bodentypus Ranker gehört? Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner-, nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina, der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch allmählich, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen – es findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die [[w:Podsol|Podsolböden]]. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst, bzw. stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Böden: das Ergebnis Postglazialer Verwitterungsprozesse 01:20:37] =====&lt;br /&gt;
Alles Bildungen, die sich dann im [[w:Holozän|Postglazial]] [Holozän] nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man vor 15.000 Jahren, in Skandinavien sagt man vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die [[w:Atmosphärilien|Atmosphärilien]], das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär, bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4918s Das nachatlantische Zeitalter: Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Holozän 01:21:58] =====&lt;br /&gt;
Und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter. Das ist nicht mehr – wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt – nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist das [[a:Kulturepochen|nachatlantische Zeitalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die [[a:Urindische_Kultur|ur-indische]], die [[a:Urpersische_Kultur|ur-persische]], dann die [[a:Ägyptisch-Chaldäische_Kultur|ägyptisch-chaldäische]] und dann die [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|griechisch-römische]] Kultur. Wir stehen jetzt in der [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Kultur]] und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ich-begabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt befinden wir uns wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreift und versucht es durch seiner eigenen Hände Werk, und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|eingangs auch gesagt]], dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke [s. [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Eintritt ins 19. Jahrhundert: Der Entwicklungsgedanke als moderner Gedanke 01:02:44|1. Vortrag]], [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23|2. Vortrag]]]. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ======&lt;br /&gt;
Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landbaus]]. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen wirklich an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben im Entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe, nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drinnen und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|zur Bildung der Erde berufen]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;M. Klett&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt hier so – doch wirklich sehr abstrakt – ohne unmittelbare Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;G. Gebhard&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T13:30:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Inhaltliche Bearbeitung abgeschlossen. Fehlt noch: Glossar&lt;/p&gt;
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[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Elster- und Mindel-Eiszeit =====&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Entstehung der Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung, und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit, die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit-Landschaft vor Augen. Die hat der Landschaft eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig, mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, im Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, mit einem [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]] 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit verfestigte Gesteine, die sogenannten [[w:Konglomerat_(Gestein)|Nagelfluh]]. Findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen von Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3638s Entstehung der Urstromtäler 1:00:38] =====&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat es diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die ein ganz charakteristisches, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbares Profil haben. Das sind die sogenannten [[w:Urstromtal|Urstromtäler]], die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder, bei der Saale-Eiszeit, weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3868s Bezug zur Sintflut? 01:04:28] ======&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuere Dimension gehabt haben – da macht man sich überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der [[a:Sintflut|Sintflut]] war. Dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Periglaziale Lössbildung 01:05:20] =====&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen dieser Vereisung hinweisen. Und das ist die sogenannte [[w:Löss|Lössbildung]]. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese [[w:Warmzeit|Interglazialzeiten]], gewiss, in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte [[w:Periglazial|Periglazialraum]]. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der ein Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskuppe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskuppen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, [[w:Permafrost|Permafrostböden]], also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge, was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig, natürlich gefrierend, tagsüber eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da prallt jetzt tagsüber die Sonne drauf, und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei, bei dem Abschmelzen, wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird, und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher – wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer – und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist, zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo solche Windschattengebiete sich ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die [[w:Kölner_Bucht|Kölner Bucht]]. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiet. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben, leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es die [[w:Hildesheimer_Börde|Hildesheimer Börde]], das sind also beste Böden, tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Das stellen Sie sich mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, da arbeiten sie sich durch, sondern sie holen sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die [[w:Magdeburger_Börde|Magdeburger Börde]]. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, die Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da lügt man sich in die eigene Tasche, mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Periglaziales Bodenfließen (Solifluktion) 01:12:35] =====&lt;br /&gt;
Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die [[w:Solifluktion|Solifluktion]]. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn dann eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe da Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammen natürlich von ganz woanders her, die sind nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen – jenseits der Straße ist das Oberfeld, das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof – dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, [[w:Parabraunerde|Parabraunerden]]. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf den Himmelacker geschwemmt worden. Und da haben wir auf dem Himmelacker Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles [[w:Illit|Illite]] sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Verwitterungs-[/Auswaschungs-]horizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf den Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine [[w:Rendzina|Rendzina]], das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen zur Nidder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: [[w:Ranker_(Bodenkunde)|Ranker]]. Sie haben doch schonmal den Bodentypus Ranker gehört? Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner-, nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina, der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch allmählich, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen – es findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die [[w:Podsol|Podsolböden]]. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst, bzw. stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Das Holozän: unser heutiges Erdzeitalter] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Böden: das Ergebnis Postglazialer Verwitterungsprozesse 01:20:37] =====&lt;br /&gt;
Alles Bildungen, die sich dann im [[w:Holozän|Postglazial]] [Holozän] nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man vor 15.000 Jahren, in Skandinavien sagt man vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die [[w:Atmosphärilien|Atmosphärilien]], das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär, bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4918s Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Holozän: das nachatlantische Zeitalter 01:21:58] =====&lt;br /&gt;
Und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter. Das ist nicht mehr – wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt – nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist das [[a:Kulturepochen|nachatlantische Zeitalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die [[a:Urindische_Kultur|ur-indische]], die [[a:Urpersische_Kultur|ur-persische]], dann die [[a:Ägyptisch-Chaldäische_Kultur|ägyptisch-chaldäische]] und dann die [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|griechisch-römische]] Kultur. Wir stehen jetzt in der [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Kultur]] und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ich-begabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt befinden wir uns wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreift und versucht es durch seiner eigenen Hände Werk, und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|eingangs auch gesagt]], dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke [s. [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Eintritt ins 19. Jahrhundert: Der Entwicklungsgedanke als moderner Gedanke 01:02:44|1. Vortrag]], [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23|2. Vortrag]]]. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ======&lt;br /&gt;
Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landbaus]]. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen wirklich an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben im Entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe, nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drinnen und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58|zur Bildung der Erde berufen]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;M. Klett&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt hier so – doch wirklich sehr abstrakt – ohne unmittelbare Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;G. Gebhard&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_2._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11429</id>
		<title>Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_2._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11429"/>
		<updated>2025-12-27T13:19:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 2. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A|thumb|Vortrag vom 17. Juli 2017[https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=27s Einleitung und Rückblick 00:00:27] ===&lt;br /&gt;
Ja, also, können wir fortfahren. Die letzten fünf Minuten, habe ich gehört, die sind nicht mehr so ganz aufs Band gekommen. Ich will nochmal kurz wiederholen, was da am Ende unserer Vortragsbetrachtung ich noch versucht habe anzudeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte zuletzt gesagt, dass [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die gesamte [[A:Anthroposophie|anthroposophische Geisteswissenschaft]] gegründet hat, auf die Tatsache, dass drei maßgebliche Persönlichkeiten im 19. Jahrhundert als Hauptvertreter des Materialismus in Erscheinung getreten sind. Und das war erstens [[w:Matthias_Jacob_Schleiden|Schleiden]], der Begründer der [[w:Zelltheorie|Zellentheorie]], dass der Organismus aufgebaut ist aus Zellen. Das konnte man vorher gar nicht denken, der Mensch war Mensch, und jetzt ist der Mensch gar nicht mehr so richtig von Bedeutung, sondern es ist nur eine Anhäufung von Zellen. Also, Begründer der Zellentheorie, Schleiden, übrigens erwähnt er den Schleiden auch im Landwirtschaftlichen Kurs, im ersten Vortrag, im Zusammenhang mit dieser Regengeschichte, der Regentonnen, ob das Regenwasser eine andere Qualität hat als das Brunnenwasser beim Waschen. Erinnert ihr euch, [[Landwirtschaftlicher Kurs]], der erste Vortrag, wo der Andere gesagt hat: &amp;quot;Nee, nee, lass mal die Frauen entscheiden.&amp;quot; Und da haben sie alle, wenn Vollmond war und Regenschauer zu erwarten war, haben sie ihre Wäsche gewaschen und nicht bei Neumond. Das ist diese Geschichte, wo der Schleiden auch eine Rolle spielte. Also der Schleiden als Begründer der Zellentheorie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Zweite: [[w:Charles_Darwin|Darwin]] mit der Begründung der Deszendenztheorie, also [[w:Abstammungstheorie|Abstammungslehre]], 1859. Und dann 1869 [[w:Gregor_Mendel|Gregor Mendel]] mit der Begründung der [[w:Genetik#Geschichte|Vererbungstheorie]]. Er hat die Vererbungsgesetze quasi entdeckt, experimentell, Gregor Mendel. Die habe ich genannt als diejenigen, die jetzt, wo Rudolf Steiner gesagt hat, die waren Voraussetzungen, dass er überhaupt mit der Anthroposophie, ... die auf die Erde bringen konnte, weil die sozusagen die rein vom sinnlichen Wahrnehmen ausgehenden Phänomene, weil die sozusagen die in die Theorie erhoben haben und damit Generalaussagen gemacht haben über die Entstehung des Lebens. Zellentheorie, Deszendenztheorie und Vererbungslehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=223s Die Urknalltheorie und ihre Implikationen 00:03:43] ====&lt;br /&gt;
Und heute ist es so, dass diese Polterkammer, von der schon Goethe gesprochen hat, das heißt, dass das eigentlich alles nur durch Zufall irgendwie zusammengewürfelt, dann das evolutive Produkt der Pflanzenwelt, der Tierwelt, den Menschen hervorgebracht hat, dass es alles Zufallserscheinungen sind, dass das Primat die Materie hat. Das ist das Erste und Letzte. Die Materie. Und alles andere, was an Pflanze, an Tierwelt, an Menschheit da ist, ist nur abgeleitet, entsteht mit der Materie und vergeht mit der Materie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die heutige Auffassung. Und daraus ist dann eben auch entstanden, aus allerlei mathematischen Überlegungen und sonstigen Phänomenen, dass der ganze Kosmos eigentlich nichts anderes ist als ein Ergebnis eines [[w:Urknall|Urknalls]], wo aus materiellen Zusammenballungen diese - das ist alles mathematisch gründlich bearbeitet, so ist das nicht, das ist nicht einfach nur ein Fantasieprodukt, aber das ist eine maßlos abstrakte Theorie - dass es da plötzlich einen Urknall gegeben hat, und damit ist der ganze Kosmos auseinandergeflogen. Sämtliche Galaxien, die da den Himmel bevölkern, zu Tausenden und Hunderttausenden Millionen Galaxien, also Sonnensystemen, dass die immer mehr expandieren und dass natürlich in diesem Weltbild die Erde so gut wie keine Bedeutung mehr hat. Sie ist ein Staubkorn im Weltall, eigentlich mehr nicht. Da hat sich eben als Zufallsprodukt die ganze Evolution ergeben, wo wir sozusagen diejenigen sind, die diese Evolution heute denken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Urknalltheorie nimmt, die geht letzten Endes in den Anfängen auf [[w:Immanuel_Kant|Kant]] und [[w:Pierre-Simon_Laplace|Laplace]] zurück. Also schon im 18. Jahrhundert, Emanuel Kant, der große Philosoph, und Laplace, das war ein französische Naturforscher, die haben schon die Grundlagen zu dieser Theorie geschaffen. Und Goethe hat sich natürlich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Und wenn man diese Urknalltheorie nimmt, dann wird man einfach sagen müssen: Evolution oder der Entwicklungsgedanke ist sinnlos geworden. Einfach sinnentleert. Was kann ich da noch für einen evolutiven Sinn in der Tatsache sehen, dass da irgendwie ein gedachter Energieklotz hoch verdichtet, aus irgendeinem Grund platzt und dann das ganze Weltall entsteht? Was kann man dem noch für einen Sinn abgewinnen? Der Entwicklungsgedanke, der die ganzen letzten 300 Jahre der naturwissenschaftlichen Entwicklung so maßgeblich bestimmt hat, der endet damit, dass er eigentlich sinnlos ist. Das sind nur noch reaktive Folgen dieses Urknalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=443s Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23] ====&lt;br /&gt;
Naja, und wenn man jetzt nochmal auf die heutige Anschauung hinschaut, dann lebt ja der Entwicklungsgedanke irgendwo noch zart fort im &#039;&#039;ökologischen Bewusstsein&#039;&#039;. Also in der modernen [[w:Ökologie|Ökologie]] ist man ja durchaus anknüpfend, durchaus auch an [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Ernst_Haeckel_01:18:37|Haeckel]], an das [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Das_biogenetische_Grundgesetz_01:22:11|biogenetische Grundgesetz]], ist man doch noch geneigt zu sagen: Ja, man muss ja doch sehen, dass wir die Schöpfung erhalten. Das beherrscht heute das Bewusstsein aller Menschen. Jeder vernünftige Mensch würde sagen, wir müssen die Schöpfung erhalten. Wir dürfen die alle nicht vor die Hunde gehen lassen, nicht auf die Müllkippe bringen, sondern wir müssen irgendwo sehen, dass wir jetzt diese Plastikreste aus dem Pazifik da fischen und die Fische wieder ein bisschen retten und ein paar Insekten noch retten, die noch übrig geblieben sind, und überhaupt etwas verantwortlicher mit der Schöpfung umgehen. Das ist so der ökologische Gesichtspunkt als Weltanschauungsgesichtspunkt heutzutage. Übrigens geht der Begriff der Ökologie auf Haeckel zurück. Ernst Haeckel, den ich hier an die Tafel gemalt habe, der hat diesen Begriff überhaupt erst gebildet. Und aus diesem Bewusstsein heraus ist der [[w:Ökologische_Landwirtschaft|ökologische Landbau]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=548s Kritik am ökologischen Landbau und der Nachhaltigkeit 00:09:08] =====&lt;br /&gt;
Und der ökologische Landbau, der denkt auch [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Darwins_Evolutionstheorie_01:12:00|Evolution]]. Er hat auch in gewissem Sinne eine Beziehung zum Entwicklungsgedanken, insoweit, als er sagt eben: wir müssen erhalten, was da ist. Und müssen es so erhalten, dass es nachhaltig auch weiter da ist. Der Begriff der [[w:Nachhaltigkeit|Nachhaltigkeit]] ist ja ganz aus dem ökologischen Bewusstsein heraus entstanden, nicht aus dem biologischen. Im Grunde genommen ist der Begriff der Nachhaltigkeit sehr zu hinterfragen, weil es im Grunde genommen nur ein Fortsetzungsbegriff ist dessen, was schon ist, was man zu erhalten hat. Die Natur, die Schöpfung ist vor unseren Augen ausgebreitet. Und jetzt müssen wir sehen, dass wir sie erhalten anstatt kaputt machen. Und Nachhaltigkeit bedeutet, so zu arbeiten, dass wir möglichst so wenig schädigen wie nur möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökologen sind förmlich - ich möchte nicht sagen besessen - aber sie sind irgendwo blockiert von dem Gedanken, dass der Mensch eigentlich der große Verbrecher ist. Der Mensch ist es, der im Grunde genommen die Schöpfung kaputt macht. Was er auch macht, egal wie, er schädigt. Und das Beste wäre, es gäbe überhaupt keine Menschheit auf der Erde. Dann könnte die Natur sich aus ihren eigenen Gesetzen wunderschön entwickeln. Und dieser Gesichtspunkt, dass die Zukunft nichts anderes ist, als dass wir das Vergangene erhalten in dem Zustand - mindestens in dem Zustand, oder noch nicht mal in dem Zustand, wie es mal war, aber doch immerhin - dass es unsere Bemühung sein soll, das ist auch, ich möchte sagen, eine Sackgasse. Da ist eine Sackgasse, da hört es dann irgendwie auf. Dann ist die Zukunft nichts anderes als die Fortsetzung der Vergangenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und insofern ist tatsächlich der ökologische Landbau in gewissem Sinne - das wollte ich doch nochmal in diesem Zusammenhang betonen - in einer zwiespältigen Situation. Weil er treu studiert - das muss man ja wirklich sagen - dasjenige, was in der Natur an Gesetzen waltet, dass man dem versucht Rechnung zu tragen, man aber davon ausgeht, dass die Schöpfung um uns herum, die Mutter Natur, das [[w:Oikos|Oikos]], das große Haus der Natur - Oikos heißt auf Griechisch Haus - dass wir das erhalten müssen. Daraus ergibt sich aber kein Zukunftsgesichtspunkt, sondern Nachhaltigkeit heißt dann nur Fortsetzen dessen, was schon da ist. Und insofern hat sich eigentlich der Ökologe irgendwo selber Grenzen gesetzt, weil er gesagt hat, dass der Mensch eigentlich nur Zerstörer ist, und nicht Entwickler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=768s Die Mission des Menschen in Bezug auf die Natur 00:12:48] =====&lt;br /&gt;
Und das ist eigentlich eine Prämisse, die man nicht diskursiv, also nicht durch Argumentation hin und her beantworten kann, die muss jeder für sich selbst beantworten. Inwiefern es wirklich eine Möglichkeit gibt, dass der Mensch nicht nur die Natur zu retten hat, sondern dass er die Natur zu entwickeln hat. Dass das eigentlich die Aufgabe und die Mission des Menschen ist, der Natur vorauszuschauen, vorauszudenken, ihre Entwicklung in die Zukunft zu führen. Und nicht nur zu meinen: Ich kann nichts anderes tun, als den Schaden, den ich verursache, zu minimieren. Ich habe das, glaube ich, schon mal im Januar gesagt, das lässt sich vergleichen mit diesem Rätsel, was die Griechen sich selber aufgegeben haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das Beispiel genommen, [[w:Achilles_und_die_Schildkröte|Achilles und die Schildkröte]], erinnern Sie sich? Und das ist genau das Problem des ökologischen Landbaus. Achilles mit der Schildkröte, die haben eine Wette abgeschlossen, die beiden. Und die Schildkröte hat sich dann bereit erklärt zu dieser Wette mit Achilles und hat gesagt: &amp;quot;Ja, lieber Achilles, ich weiß ja, dass du ein Schnellläufer, der größte Schnellläufer bist der Welt, aber ich lasse mich mal auf die Wette ein, wer schneller von uns beiden ist.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Lieber Achilles, du kannst mir ja einen kleinen Vorsprung geben.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Ja, selbstverständlich, kein Problem.&amp;quot; Und dann hat er schon verloren gehabt. Denn jetzt kommt das Rätsel. Das Rätsel besteht darin, und das ist unauflösbar, wenn man so denkt. Das Rätsel besteht darin, dass die Schildkröte jetzt einen kleinen Vorsprung hat. Und jetzt starten die zu gleicher Zeit, die Schildkröte und Achilles. Und indem Achilles jetzt zu dem Punkt kommt, wo die Schildkröte gestartet ist, war sie schon ein Stück weiter. Und wie er zu dem Punkt gekommen ist, wo sie jetzt war, war sie schon wieder ein Stückchen weiter. Und wie Achilles an den Punkt gekommen war, war sie schon wieder ein kleines Stückchen weiter. Und so weiter und so weiter. Er kann sie nie erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kann sie nie erreichen. Es ist mathematisch nicht möglich, dass, wenn man so denkt, die Schildkröte je erreichbar ist, weil Achilles sich nur [[w:Asymptote|asymptotisch]] der Schildkröte annähern kann. Verstehen Sie das? Der Gedanke, dass der reine Raumaspekt, Abstand - wenn man nur den Raumaspekt nimmt, dann kann Achilles, der größte Schnellläufer der Welt, er kann die Schildkröte nie erreichen. Er kann sich ihr nur asymptotisch nähern. Und das ist die Situation des ökologischen Landbaus, des Entwicklungsgedankens heute. Man kann der Natur nie gerecht werden. Man kann sie nie erreichen. Die Ganzheit, die Schöpfung, die ist vom Menschen nie erreichbar, sondern man kann nur den Schaden, den man verursacht dadurch, dass man menschlich handelnd in die Natur eingreift, minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Gesetz ist eben nur möglich zu durchbrechen, wenn man zum Raum eine weitere Dimension hinzunimmt, und das ist die Zeit. Und wenn ich jetzt dasselbe - das Rätsel löst sich eigentlich nur dadurch, dass ich die Dimension der Zeit hinzunehmen muss, denn Weg x Zeit = Geschwindigkeit. Das ist ein physikalisches Gesetz. Weg mal Zeit gleich Geschwindigkeit, und selbstverständlich nach kurzer Zeit überholt der Achilles-Läufer die Schildkröte. Wenn man die Dimension der Zeit hinzunimmt. Und so müssen wir sehen, der ökologische Landbau handhabt nur diese beiden Dimensionen in gewissem Sinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt müssen wir sehen, wie können wir eine weitere Dimension hinzunehmen, dass wir als Menschen in der Lage sind, über die Natur selber hinauszuwachsen. Die Natur über sich selber hinauszuführen. Dass wir im Sinne des Spruches von [[A:Novalis|Novalis]] sagen können: Wir stehen in einer Mission, [[w:Novalis#Triadenstruktur|zur Bildung der Erde sind wir berufen]]. Das ist diese Mission. Und jetzt ist die Frage: Welcher Art kann diese Dimension nur sein? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1078s Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58] =====&lt;br /&gt;
Und die Antwort auf diese Frage ist im Grunde genommen - Entschuldigung, wenn ich das nochmal so plakativ sagen soll - der [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftliche Kurs]]. Als kleiner Ausschnitt, selbstverständlich an einem viel umfassenderen Gesichtskreis, in den der eingebettet ist.  Aber der Begriff der landwirtschaftlichen Individualität, den [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] zu Beginn des zweiten Vortrages entwickelt, ist nichts anderes wie der verkörperte Entwicklungsgedanke. Also dass der Entwicklungsgedanke, der bisher quasi ohne den Menschen - der Mensch ist sozusagen oft dem Entwicklungsgedanken mitgeschwommen, bis zum Erwachen seines Selbstbewusstseins. Da waren sozusagen die Götter noch Entwicklungstragende, und die Menschheit schlief ihren Menschheitstraum. Und das ging so bis in die vergangenen Kulturepochen, und immer mehr erwachte der Mensch zu seinem Selbstbewusstsein. Und heute ist er so weit erwacht, dass er willentlich das ganz Böse tun kann, die ganze Erde zerstören. Der atomare [[w:Overkill|Overkill]] ist ja heute möglich, und zwar hundertfach, tausendfach kann man die Erde zerstören, wenn man das Atombombenarsenal mal explodieren lassen würde. Also wir haben alle Mittel in der Hand, alles kaputt zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben wir nicht auch alle Mittel an der Hand, eine zukünftige Entwicklung zu inaugurieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ist das nicht sozusagen der Ansatzpunkt des Novalis gewesen, zu sagen: &#039;&#039;&#039;Zur Bildung der Erde sind wir berufen?&#039;&#039;&#039; Und was heißt das? Was heißt das wirklich? Dass wir nicht bei der Natur stehenbleiben, sondern die Natur mitnehmen, mit unserer eigenen Entwicklung mit in die Zukunft nehmen. Das ist unsere Aufgabe heute. Wir müssen die Natur quasi überholen, wir sind quasi ihr eigenes Produkt, leiblich, physisch gesprochen, sind wir das Produkt des Wesens, und jetzt sind wir geistig-seelisch so erwacht zu unserem eigenen Selbst, dass wir jetzt uns selber in Freiheit auffordern müssen, dieses Produkt zu verwenden, um die Natur durch unsere Arbeit in die Zukunft in eine neue Entwicklung zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern ist wirklich der Entwicklungsgedanke dem landwirtschaftlichen Kurs und der Anthroposophie von vorne bis hinten immanent. Deswegen sage ich, der Entwicklungsgedanke, wenn man den wirklich denkt, das ist der modernste, der schönste, der zukunftsträchtigste Gedanke, den man auch denken kann und - wenn ich das mal einfach so sagen soll - der christlichste. Wenn man das Christentum verstehen will, ist es nichts anderes als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens, dass ich nicht bei mir stehen bleibe in dem Selbst, wie ich nun mal gerade bin, sondern dass ich fortdauernd mich in Entwicklung begreife, fortdauernd einen Schritt in die Zukunft tue und - wie das [[w:Franz_Marc|Franz Marc]] mal gesagt hat - kennen Sie Franz Marc, den Maler? Einer der bedeutendsten Maler, oder [[w:Wassily_Kandinsky|Kandinsky]], die um die Jahrhundertwende, sozusagen Impressionisten und Expressionisten, gemalt haben. Franz Marc, der große Tiermaler, der hat mal gesagt, noch vor dem 1. Weltkrieg - er ist im 1. Weltkrieg gefallen vor Verdun - , der hat diesen Ausspruch getan: &amp;quot;Auf jedem Gegenstand der Welt ruht ein Pfand der menschlichen Erkenntnis.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir - da meinte er diesen Malerkreis, die [[w:Der_Blaue_Reiter|Blauen Reiter]] nannten die sich - wir schreiten ins Ungewisse. Wir schreiten ins Ungewisse, wo eben kein Pfand der menschlichen Erkenntnis auf den Dingen ruht. Und unsere Schritte zittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Marc. Wir schreiten in eine Welt, die noch vollkommen unbeleckt ist sozusagen. Und unsere Schritte zittern. Ein wunderbarer Ausspruch. Und so müsste unsere Haltung sein - im biologisch-dynamischen - dass wir eigentlich immerfort mit unserem Bewusstsein ein Stück voraus sind dem, was wir gerade in der Lage sind zu tun. Immer voraus sein. Immer ein Stück weiter. Nie was zur Routine gerinnen lassen. Das ist das Fürchterlichste, was einem passieren kann, wenn man nur einen Routine-Menschen [... Rest des Satzes nicht verständlich]. Sondern immer mit einem Bewusstsein voraus sein und versuchen, alles dran zu setzen, dass ich mitkomme, dass ich mit mir selbst mitkomme. Verstehen Sie, was ich damit meine? Man muss sich selbst voraus sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt Entwicklung. Und das heißt Selbstverwandlung. Und in dem Maße, als ich mich selbst verwandle, nicht derselbe bleibe, wie ich gestern war, dann kann auch Entwicklung nach außen sich mehr und mehr zur Geltung bringen, im Sozialen zum Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1428s Einführung in den Aufbau der Erde 00:23:48] ===&lt;br /&gt;
So, und jetzt aber müssen wir ein weiteres Thema anschlagen. Also, wir wollen jetzt die Frage stellen, was ist eigentlich der Aufbau der Erde? Wie stellt man sich das heute überhaupt vor? Wie kann man da überhaupt eine Anschauung gewinnen? Denn wir schauen ja immer nur auf die Oberfläche der Erde. Eigentlich sehen wir nur Formen, außer in unserem ganzen Gesichtskreis, sehen wir nur Formen der Pflanzen, Formen der Tiere, Formen des Erdbodens. Aber was ist denn unter unseren Füßen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch bis zu den Sternen hochgucken. Dann sehen wir so Leuchtpunkte am gestirnten Himmel. Wir sehen die Sonne, wir sehen den Mond, wir sehen die Planeten in ihren ganzen Bewegungen. Aber was ist unter unseren Füßen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Gegenstand der Geologie. Und wie kann ich da überhaupt Phänomene finden, dass ich mir die Frage beantworten kann, was baut eigentlich die Erdrinde, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]] auf? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr könntet mir ja die Frage beantworten. Also wie kann man überhaupt ein Bild gewinnen von etwas, was nicht mehr nur die äußere Oberfläche der Erde ist, sondern wo ich einen Eindruck gewinne von dem, was eigentlich in den Tiefen der Erde sich aufbaut. Also nicht, dass man dann meint, man müsse übersinnlich an die Dinge rangehen, sondern rein aus der Anschauung heraus. Zunächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eigentlich so naheliegend. Zunächst mal. Also Spaten nehmen. Ich könnte den Spaten nehmen, Loch graben, aber da kommt man nicht sehr weit. Das macht ihr ja hin und wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1589s Methoden zur Erforschung der Erdkruste 00:26:29] ====&lt;br /&gt;
Also dasjenige, was eigentlich als Allererstes auffallend ist in Bezug auf größere Mächtigkeiten der Erdrinde, das ist die [[w:Stratigraphie_(Geologie)|Stratigraphie]] der Erdschichtungen. Und die findet man meistens irgendwo erschlossen in den Gebirgen. Aber da ist es sehr schwierig, da sich zurechtzufinden. Man findet sie erschlossen in jedem Steinbruch. Jeder Steinbruch lässt einen im Buch der Natur lesen. Wirklich. Deswegen, wenn ich durch die Lande fahre und sehe irgendeinen Steinbruch, dann breche ich sofort die Reise ab und fahre da hin und gucke, was das ist. Das ist mir in Brasilien mal so gegangen. Da fuhren wir von [[w:Florianópolis|Florianopolis]] da irgendwo zu einem heilpädagogischen Heim. Da sah ich so einen Höhenrücken da drüben und so einen weißen Streifen. Das war ziemlich weit entfernt. Das war abends. Und da hab ich gesagt, stopp! Jetzt suchen wir den nächsten Weg. Das war so ein ganz holperiger Weg, da fuhren wir querbeet in die Landschaft auf diesen weißen Streifen zu, ich wollte wissen, was das ist. Da war das ein sogenannter [[w:Pegmatit|Pegmatit]] - ich komm da nochmal drauf zu sprechen. Dann war da so ein Tor, und da habe ich das Tor mit Gewalt aufgemacht. Da lag unten so ein großer Stein, keilförmig unter dem Tor. Da habe ich den mit den Füßen weggestoßen und den aufgehoben. Da war das ein [[w:Quarz#Variet%C3%A4ten|Bergkristall]], ein mächtiger, gewaltiger Bergkristall. Da dachte ich, hier bin ich gerade richtig. Dann sind wir da rein. Wir haben uns da rumgeguckt, die Arbeiten waren im Hintergrund. Die dachten, was sind das für Diebe, die hier des Weges kommen. Die haben Kristalle abgebaut für die optischen Gläser, so wie hier im Taunus auch. Aber das waren alles wunderbare Kristalle, die haben die zerkloppt mit dem Hammer. Die Glimmer-Pakete waren so groß - wir kommen auf den [[w:Glimmergruppe|Glimmer]] noch zu sprechen - , die [[w:Feldspat|Feldspäte]] waren alle verwittert zu [[w:Kaolin|Kaolin]]. Das ist ein weißes Tonmineral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ich hinkomme, und ich sehe nur irgendwas in der Richtung, dann weiß ich, wo ich bin. Dann weiß ich, wo ich bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Stratigraphie, das heißt, das, was der Laie entdeckt hat, die Schichtungen der äußersten Erdkruste, die kann man sich dann nach und nach erschließen, wenn man in verschiedenen Gegenden die Steinbrüche aufsucht. Oder aber [[w:Bohrkern|Bohrkerne]] studiert: heute werden ja Tiefbohrungen niedergelassen in die Erde. Und wenn man diese Bohrungen dann näher betrachtet, merkt man auch, dass man hier verschiedene Schichtungen der Erde durchstößt. Also die Stratigraphie, das ist das, die kann man eigentlich nur vernünftigerweise studieren, wo das Land, die Geografie sich verebnet. Also in großen [[w:Ebene_(Geographie)|Ebenen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber leider Gottes gibt es in den großen Ebenen keine so tiefgehenden Steinbrüche. Also die Erdablagerungen in Verebnungen der [[w:Norddeutsches_Tiefland|norddeutschen Tiefebene]] zum Beispiel, oder weit nach Russland rein, die liegen sozusagen noch in ursprünglicher Lagerung. Die obersten Schichten sind die jüngsten, die ältesten gehen nach unten. Also da kann man sich einen Aufschluss drüber verschaffen. Auch über Bergwerke, wenn man 1000 Meter abtäuft, dann weiß man auch, dass man da eine Schichtenfolge antrifft. Steinbrüche, Tiefbohrungen usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1849s Studium der Gebirgsbildungen 00:30:49] =====&lt;br /&gt;
Das Zweite ist, dass man die Gebirgsbildungen studiert. Also wenn man in die [[w:Alpen|Alpen]] kommt, oder in die [[w:Amerikanische_Kordilleren|Kordilleren]], oder in die [[w:Rocky_Mountains|Rocky Mountains]], oder wo auch immer auf der Welt, und studiert jetzt wirklich solche Gebirgsbildungen, Gesteinsbildungen im Gebirge, dann kann man auch allmählich ein Bild gewinnen für das, was unter den eigenen Füßen ansteht, aber unsichtbar ist. Im Gebirge wird es sichtbar, es ist emporgehoben. Aber sich im Gebirge zurechtzufinden in Bezug auf die entsprechenden stratigraphischen Schichten ist sehr, sehr schwer. Das hängt damit zusammen, dass durch die Gebirgsbildung nicht nur eine [[w:Hebung_(Geologie)|Hebung]] stattfindet, sondern in aller Regel auch eine Horizontalbewegung, dass ganze Schichtkörper [[w:Überschiebung|übereinander geschoben]] werden und dann möglicherweise sich falten und dann liegt plötzlich das Junge unten und das Alte oben. Also sich in den Gebirgsgegenden wirklich ein klares Bild des Krustenaufbaus der Erde zu verschaffen, das erfordert schon sehr viel Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1940s Leitfossilien als Orientierungshilfe 00:32:20] =====&lt;br /&gt;
Nun ein Weiteres in Bezug auf die Stratigraphie: Da kann man sich orientieren an den sogenannten [[w:Leitfossil|Leitfossilien]]. Das ist überhaupt die Methode, über weite, weite Gebiete, auch von Kontinent zu Kontinent, zu sagen, das gehört dann demselben Zeitalter an wie die Ablagerungen hier. In Russland, in Australien oder in Amerika, da haben sich ja zeitgleich bestimmte Prozesse vollzogen, und diese Zeitgleichheit zu entdecken, dazu dienen die Leitfossilien. Also man weiß dann, ganz bestimmte Ablagerungen haben ein ganz bestimmtes Fossil in der Evolution erhalten, sei es ein Fisch, sei es eine Pflanze, die nur in diesem Zeitalter, in dieser Form entstanden ist. Und wenn man das in Amerika findet und hier findet, dann weiß man, man ist da in einem synchronen Prozess drin. Also das können Fossilien sein von Tieren, das können Fossilien sein von Pflanzen, also Petrifakte, Versteinerungen, oder es können [[w:Mineral|Minerale]] selbst sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also in den Ablagerungen bestimmte Minerale, die nur unter Meeresbedingungen entstehen. Also zum Beispiel ist das sehr maßgeblich in der Bodenseelandschaft, im voralpinen Raum, in den [[w:Molassebecken|Molassegebieten]], da um den Bodensee herum. Wenn man Klarheit gewinnen will über die Schichten, dann ist der sicherste Hinweis, dass hier eine Süßwasserablagerung gefolgt wird von einer Meeresablagerung, weil da ein Mineral erscheint, das heißt [[w:Glaukonit|Glaukonit]]. Glaukonit bildet sich nur als Mineralkonkretion unter Meeresbedingungen. Und es ist sehr kalireich, Glaukonit. Und es ist grün. Und das sieht man dann schon an der Farbe: Das müsste eigentlich eine Meeresmolasse sein, das ist mehr eine Süßwassermolasse. Also solche Kriterien sind maßgebend, um sich Klarheit zu verschaffen über Ablagerungen verschiedener Zeitalter. Es ist heute so entwickelt, die Stratigraphie, dass man mehrere Leitfossilien für eine Schicht kennt, an der man sich orientieren kann, wenn man in Amerika ist, ob das dieselbe Schicht ist, die auch hier in Europa abgelagert ist. Das ist ein hochinteressantes Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2133s Erscheinung der Plutonite und Urgesteine 00:35:33] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres, neben der Stratigraphie und der Gebirgsbildung, ist, dass da Gesteine in Erscheinung treten, die unter den stratigraphischen Ablagerungen liegen. Also man hat oben die [[w:Erdkruste|Erdkruste]], da hat man jetzt Ablagerungen, wir kommen auf die Zeitalter im Einzelnen zu sprechen. Eine ganze Fülle von Schichten, Schichten, Schichten. Und da drunter ist was. Und das ist das Urgestein. Das sind die [[w:Plutonit|Plutonite]], die wir schon mal angesprochen haben. Wir haben oben die [[w:Sedimente_und_Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], die bilden die Ablagerungen, und darunter ist dann das eigentliche Urgestein, das man eben auch als Plutonite bezeichnet. Und ein solches Urgestein ist der [[w:Granit|Granit]]. Ich werde Ihnen noch von Goethe hier noch was vorlesen über den Granit, wenn wir irgendwann mal Zeit haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Urgestein taucht nur in den Gebirgen auf. Überall, wo Gebirgsbildungen sind, taucht etwas, was ganz, ganz tief, tief, tief unten in der Erde ist, taucht plötzlich als Gesteinsbildung in den Gebirgen auf. In verschiedensten Modifikationen. Sowohl als Granit, als auch [[w:Gneis|Gneise]] und auch andere, also eine ganze Variation, wir kommen dann auch darauf zu sprechen. Und das ist eben der gebirgsbildende Prozess. Wenn Sie zum Beispiel in die Alpen kommen, dann finden Sie an den Nordalpen, auf der Bodenseeseite sozusagen, und auf den Südalpen, auf der italienischen Seite, finden Sie hauptsächlich Sedimentgesteine, aufgetürmt in gewaltigen Mengen, Massen. Und wenn Sie in die Zentralalpen kommen, also zum Beispiel über den [[w:Grimselpass|Grimselpass]] oder den [[w:Gotthardpass|Gotthardpass]] rüber oder alle Pässe da oben, die gehen über Granit. Da ist ein Zentralstock, der jetzt da heraufgequollen ist in der Bildung der Alpen, wo das Urgestein, was unter allem die Grundfeste der Erde, der Kontinente darstellt, taucht da plötzlich auf. Also insofern hat man auch in der Gebirgsbildung die Möglichkeit, sich wirklich über die Erdkruste ein Bild zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2300s Die Tektonik und ihre Phänomene 00:38:20] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres ist die [[w:Tektonik|Tektonik]]. Tektonik heißt eigentlich auch so viel wie der Bau der Erdkruste. Aber im engeren Sinne heißt es eigentlich, dass diese Erdkruste nirgends, in den seltensten Fällen, jedenfalls nicht in der Nähe von Gebirgen, irgendwie durchgängig in Erscheinung tritt, sondern vielfach einzelne große [[w:Scholle_(Geologie)|Schollen]] der Erdkruste gegeneinander versetzt sind. Das sind [[w:Spalte_(Geologie)|Spalten]]. Wir werden sehen, auch durch Exkursionen in Steinbrüchen, wie da solche Spalten tatsächlich auf engstem Raum die ganze Erdkruste wie in einzelne Puzzles zerstückelt hat. Senkrecht meistens. Wenn man da genau hinguckt, dann kann es sein, dass von einem Gesteinskörper hier der Spalt, dann der Gesteinskörper daneben, dass der ein ganz bisschen versetzt ist. Vielleicht Zentimeter nur. Die ganze Erdkruste ist sozusagen in sich durch Erdbeben, durch alles Mögliche in dieser Weise zerstückelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Form der Tektonik sind dann die [[w:Grabenbruch|Grabenbrüche]]. Grabenbrüche oder Riftvalleys, wie man es im Englischen sagt. Riftvalleys gibt es in Amerika, in Brasilien wahrscheinlich auch. Ich habe noch keines gesehen dort. Die gibt es also hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2406s Grabenbrüche: Das Rheintal als Beispiel 00:40:06] =====&lt;br /&gt;
Der berühmteste Grabenbruch in Europa ist hier nebenan. Das ist das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Das Rheintal von Basel bis nach Frankfurt und dann noch bis Bingen, ist ein riesenhafter Grabenbruch. Da ist einfach die Erdscholle, die früher mal über die [[w:Vogesen|Vogesen]] und über dem [[w:Schwarzwald|Schwarzwald]] oben drüber lag und die heute nicht mehr da ist, die ist abgetragen, die ist erodiert, die ist einfach - wumms - abgesunken und hat die Vogesen und den Schwarzwald in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war das ein Gebirge, die Vogesen und der Schwarzwald. Dann ist plötzlich diese Erdscholle eingebrochen, und zwar 4000 Meter tief, mindestens 4000 Meter tief, sodass man in dem Grabenbruch des Rheins heute Gesteine findet, die rechts und links auch einstmals bestanden haben, die aber erodiert sind, die weg sind, abgetragen sind, aber durch das Einbrechen in den Grabenbruch heute noch nachzuweisen sind. So weiß man zum Beispiel, dass der Schwarzwald mal von [[w:Sandstein|Sandsteinen]] und [[w:Kalkstein|Kalken]] überdeckt war, die heute nicht mehr da sind. Durch den Grabenbruch findet man sie am Rand, stufenweise findet man gerade diese Gesteine wieder vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wer nach Basel fährt, heute fährt man leider durch einen Tunnel durch, aber noch vor wenigen Jahren fuhr man so am [[w:Isteiner_Klotz|Isteiner Klotz]], da sah man hier den Rhein fließen, und dann fuhr man da so eine Schlängelbahn an diesen Felsen entlang, [[w:Weißer_Jura|Weißjura]], und dieser Weißjura hat da gar nichts zu suchen. Der Weißjura hat sich mal ganz oben gebildet, wie beim Schwarzwald, wo Vogesen und Schwarzwald noch zusammenhingen. Da haben sich diese [[w:Süddeutscher_Jura|Juraablagerungen]] da oben gebildet, und durch den Grabenbruch ist dann der Jura eingebrochen und findet sich jetzt vor allem in den Randzonen -  da ist er erschlossen, da sind große Steinbrüche drin - in einer Gegend, wo es sonst überhaupt keinen Jura gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2551s Grabenbrüche weltweit und ihre Bedeutung 00:42:31] =====&lt;br /&gt;
Also die Grabenbrüche in der Welt, die sind von großer Bedeutung, und die Grabenbrüche sind meistens auch mit die fruchtbarsten Gegenden für den Ackerbau. Zum Beispiel in Amerika ist es das [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]] in Kalifornien, das ist ungefähr 1000 Kilometer lang und ungefähr 150, manchmal 200 Kilometer breit. Und da ist eine Produktivität - das war früher eine Halbwüste im Central Valley, das wird bewässert von den ganzen Flüssen, die aus der [[w:Sierra_Nevada_(Vereinigte_Staaten)|Sierra Nevada]] herunterkommen - und da ist eine solche Produktionsintensität, damit da der halbe Gemüsemarkt ganz Amerikas gedeckt wird, nur aus diesem Tal. Das ist absolut irre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Grabenbrüche, die findet man, kleinere und größere, es gibt in Deutschland viele Grabenbrüche, aber diesen einen großen hier, der ist so landschaftsbestimmend, und der setzt sich übrigens fort hier über das [[w:Nidda_(Fluss)|Nidda-Tal]], deswegen fließt hier die Nidda in einen solchen Grabenbruch, und der Main fließt noch ein ganzes Stück in einen solchen Grabenbruch in den Rhein. Das setzt sich dann fort durch die deutschen Mittelgebirge durch nach Norddeutschland, taucht da unter - die [alte] Oberfläche wurde später zusedimentiert - setzt sich fort bis in den [[w:Oslograben|Oslograben]] in Norwegen, und im Jöschersee, der Jöschersee ist der letzte Ausläufer dieses gewaltigen Grabenbruches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es nochmal einen riesen Grabenbruch auf Erden, das ist der [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanische Graben]], der zieht sich von Mosambik unten, zieht er sich rauf bis ans Rote Meer, und das [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]] selber ist auch ein Grabenbruch. Der [[w:Jordangraben|Jordangraben]] ist ein Grabenbruch. Also das sind so abgesunkene Schollen, die immer im Zusammenhang, in aller Regel im Zusammenhang mit starken Vulkantätigkeiten und vor allem mit Gebirgsbildungen im Zusammenhang stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung einer Zuhörerin über eine mögliche Grabenbildung in Brasilien]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf allen Kontinenten findet man das, aber es gibt besonders herausragende Beispiele, die stehen immer im Zusammenhang mit Gebirgsbildung. Wir werden auf das Problem nochmal zurückkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2736s Erosionsschluchten 00:45:36] =====&lt;br /&gt;
Jetzt habe ich die tektonische Varianten nochmal erwähnt, also einmal Spalten und einmal Grabenbrüche. Und jetzt kommen noch die Erosionsschluchten, wo man wunderbar die Erdkruste in ihrem Aufbau erkennen kann, und die gibt es nirgends so toll entwickelt wie in den Rocky Mountains in Amerika. Da zieht der [[w:Colorado_River|Colorado]], der Fluss von Ost nach West, und fließt bei San Diego, etwa in Südkalifornien, in den Pazifik. Und dieser Fluss hat sich über die Zeiten in die großen Tafeln der Rockies, denn die Rocky Mountains sind im größten Teil gehoben, da hat sich einfach die Erdkruste durch untermeerische Einflüsse angehoben. Ähnliches gilt in Bolivien für den [[w:Titicacasee|Titicaca-See]], das ist auch einfach hochgehoben, da findet man oben noch eine Meeresfauna im Titicaca-See, obwohl der 4000, 5000 Meter hoch liegt. Das ist alles, einstmals, aus dem Meer emporgehoben worden, und so eben auch in den Rocky Mountains. Und dann schneidet der Colorado sich in einer Erosionsschlucht 1000 Meter tief durch diese wüstenhaften Landschaften, und da kann man nun wunderbar sehen, wie eine Schicht über der anderen lagert, nahezu ungestört, in ursprünglicher Horizontale, eine Schicht über der anderen, uralt im Übrigen. Also das sind die Erosionsschluchten, die einem auch noch da Aufschluss geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2867s Die Seismik als Schlüssel zum Erdinneren 00:47:47] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt als Letztes möchte ich erwähnen das Bedeutendste von allem, mit dem man heute überhaupt über die Erdkruste bis hin zum Zentrum der Erde vorstößt, aber auf höchst abstrakte Weise, und das ist die [[w:Seismik|Seismik]]. Die Seismik, das heißt die Messung von Erdbebenwellen oder künstlich erzeugten Wellen. Und die Seismik, die hat sich natürlich schon so nach und nach vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Man kannte natürlich schon lange [[w:Seismische_Wellen|Erdbebenwellen]], aber dass man überhaupt die Seismik in dem Sinne nutzen kann, um ein Bild des Aufbaus der Erde zu gewinnen, das ist noch relativ jung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, jedes Erdbeben oder jede künstlich erzeugte Explosion auf Erden erzeugt Wellen. Und diese Wellen verlieren sich natürlich im Luftumkreis, aber man hat Atombomben explodieren lassen in Amerika, die man abgesenkt hat auf tausend Meter Tiefe. Und da sind natürlich ungeheure Explosionswellen ausgelöst worden, und da hat man überall Messapparate hingestellt, seismische Geräte, um die Ankunft der Wellen und deren Geschwindigkeit und Stärke zu messen, um auf diesem Wege auch festzustellen, wie ist der Aufbau der Erdkruste. Und da ist man heute so weit, auch durch die [[w:Tsunami|Tsunami]], die es damals in Indonesien gegeben hat, hat man heute überall über die ganze Erde seismische Stationen, wo fortdauernd die Erdbebenwellen, die fortdauern, immerfort, nur vielleicht ganz kleine, dann plötzlich gewaltige Ausschläge. Und aufgrund dieser Messungen kann man heute Erdbeben sogar voraussagen, weil bestimmte Spannungen der Erdkruste entstehen, und die lösen dann solche Wellen aus, ehe es dann wirklich zum eigentlichen Ereignis kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3019s Interpretation der seismischen Daten 00:50:19] =====&lt;br /&gt;
Diese [[w:Seismische_Wellen|Wellen]], die dringen nun ein in die Erdkruste, und je nachdem, wie jetzt die Struktur der Erdkruste beschaffen ist, werden die reflektiert. Wenn zum Beispiel [Zonen in der Erdkruste] von einem mehr festen Zustand in einen mehr plastischen oder flüssigen Zustand übergehen, dann werden sie an dieser Grenzzone entweder absorbiert oder reflektiert, diese Wellen. Und diese Wellen misst man dann vom Explosionsort entfernt gestaffelt, wann diese Reflexionswellen zurückkommen. Und dann kann man daraus berechnen, aus diesen Reflexionsereignissen berechnen, wo der Explosionsherd war, wo das Erdbeben war, in welcher Tiefe es war: man kann es heute ziemlich genau lokalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser seismischen Messungen, Untersuchungen, hat man heute einen bestimmten Aufbau der Erde, ich möchte sagen, &amp;quot;theoretisiert&amp;quot;, im höchsten Grade theoretisiert, also mit das Abstrakteste, was man sich vorstellen kann. Und trotzdem ist da was dran, weil diese Wellen ja an verschiedenen Tiefen der Erde plötzlich reflektiert werden und dann da gemessen werden und hier gemessen werden. Und man kann messen, [mittels der] Geschwindigkeit, mit der sie an der Erdoberfläche wieder erscheinen, ob es besonders heftig ist oder weniger heftig. Und darauf hat man heute ein bestimmtes Bild in Bezug auf den Gesamtaufbau der Erde. Wie gesagt, das ist das höchste Maß an Abstraktion, wie man es sich vorstellen kann, aufgrund von bestimmten Phänomenen, die nur durch einen Messvorgang auf der Erdoberfläche erfahrbar sind und erfassbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3154s Der Aufbau der Erde nach seismischen Erkenntnissen 00:52:34] =====&lt;br /&gt;
Also, was ich jetzt an die Tafel male, das beruht auf solchen Messergebnissen, aber es ist natürlich maßlos theoretisiert. Also wenn wir hier jetzt die Erde haben, dann haben wir hier oben, als Alleroberstes, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]]. Und diese Erdkruste ist nicht dicker als bei der Orangenschale, die Orangenschale ist schon ziemlich dick, die Apfelschale vielleicht. Also diese Erdkruste, die kann man heute in Bezug auf ihre Tiefe einigermaßen genau einmessen, und die liegt auf den Kontinenten, die [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentale Kruste]], also wenn das hier ein bisschen aufgebaut ist auf dem Kontinent, die liegt bei maximal 60 Kilometern. 60 Kilometer mächtig ist also die kontinentale Kruste, so sagt man heute. Und unter Gebirgstöcken ist sie noch tiefer, da geht sie vielleicht bis 70 Kilometer, 60 ist auch schon unter Gebirgstöcken gemessen, sonst ist sie zwischen 30 und 60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da ist jetzt plötzlich hier eine Grenze, und unter dieser Grenze kommt dann eine weitere Schicht, man nennt es die [[w:Mohorovičić-Diskontinuität|Moho-Schicht]], die Moho-Grenze von [[w:Andrija_Mohorovičić|Mohorovičić]]. Das war ein serbischer Geodäter oder Naturwissenschaftler, der hat im Wesentlichen diese Grenzzone als Erster erfasst. Und hier werden also so und so viele Erdbebenwellen reflektiert an dieser Grenze, nach allen Richtungen. Wenn hier Messstationen stehen, dann merkt man, hier werden, an dieser Grenze, diese Erdbebenwellen zurückgeworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3313s Lithosphäre und Asthenosphäre 00:55:13] =====&lt;br /&gt;
Dann kommt hier eine weitere Schicht, also das nennen wir mal die Kruste einschließlich aller Gebirge. Und dann kommt hier eine Schicht, die nennt man dann die [[w:Lithosphäre|Lithosphäre]]. Lithosphäre, die Gesteinssphäre, Lithos heißt auf Griechisch der Gestein. Das heißt, obwohl hier eine Grenzschicht ist zwischen Kruste und Lithosphäre, also auch noch, aber offenbar befindet sich dort schon das Gestein in einem etwas anderen Zustand an dieser 60-Kilometer-Grenze, dass hier die Erdbebenwellen überhaupt zurückgeworfen werden. Aber es ist wohl so, dass in dieser Lithosphäre noch grundsätzlich dieselbe Zusammensetzung der Gesteine, deren Mineralien und so weiter besteht wie in der Erdkruste selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gibt es eine weitere Schicht, das ist, wenn man hier so andeutet, das ist etwas mächtiger, das ist die sogenannte [[w:Asthenosphäre|Asthenosphäre]]. Und diese beiden Schichten zusammen, wenn man sie jetzt mal zusammensetzt, also die Lithosphäre, das habe ich vergessen zu sagen, die ist ungefähr 100 bis 120 Kilometer. Die Asthenosphäre ist 600 Kilometer. Und diese Asthenosphäre - ich habe nirgends irgendwo deutlichere Beschreibungen gefunden, die mir beweisen, dass die so wesentlich anders beschaffen ist als die Lithosphäre - aber es scheint so zu sein, dass hier ein Zustand besteht, eines, wie man es heute nennt, säkular-plastischen Zustandes. Das heißt, eine leichte Plastizität der Erde, die aber sich auswirkt nur in Jahrhunderten, in Bewegungsprozessen, sehr zähflüssig ist diese Schicht in Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3495s Der obere und untere Erdmantel 00:58:15] =====&lt;br /&gt;
Und diese beiden zusammen [Lithospäre und Asthenosphäre] nennt man den äußeren [oberen] [[w:Erdmantel|Erdmantel]]. Und darunter nun eine weitere Schicht, noch viel mächtiger, und die bezeichnet man jetzt als den inneren [unteren] Erdmantel. Und die geht bis zu einer Tiefe von 2900 Kilometern. Da werden wieder Wellen reflektiert hier an dieser Grenze. Also es ist unglaublich eigentlich, durch Erschütterungen an der Erdkruste setzen sich Wellen durch den ganzen Erdkörper fort, die dann irgendwo gemessen werden, [was dann] ein Hinweis darauf ist, dass da eine Grenze ist zwischen dem inneren Erdmantel und einer nachfolgenden Schicht, nach innen. Und man nimmt an, dass dieser ganze Bereich des äußeren [oberen] und inneren [unteren] Erdmantels, dass sie eben nicht flüssig sind, wie man immer meint, weil das Magma da oben aus den Vulkanen rauskommt, sondern zähplastisch. Also es sind keine kristallisierten Mineralien mehr zu finden, nur noch in der Lithosphäre. Aber in der Asthenosphäre und dem inneren Erdmantel, da handelt es sich um eine zähplastische Masse. Man sagt immer noch fest, aber zähplastisch. Komisch, aber so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3633s Der Erdkern und seine Schichten 01:00:33] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt gibt es darunter wiederum einen Schichtkörper, das sind sogenannte Kugelschalen, die man sich da so vorstellt, einen Schichtkörper. Und den nennt man den inneren Erdmantel - Entschuldigung, den oberen Erdmantel und den unteren Erdmantel [bereits oben besprochen, ist hier eigentlich eine Wiederholung] und dann den inneren Erdmantel [wahrscheinlich ist hier der &amp;quot;[[w:Erdkern#%C3%84u%C3%9Ferer_Kern|äußere Erdkern]]&amp;quot; gemeint, der sich unter dem &amp;quot;Erdmantel&amp;quot; anschließt]. Und der hat eine Tiefe, reicht bis auf 5000 Kilometer. So, solche Sachen misst man, also folgert aus den Messungen, dass das so ist. Aber immerhin etwas. Und von dem behauptet man, der sei flüssig. Also hier ist effektiv eine Zone, die aufgrund der Messungen und der Interpretation der Messungen hindeutet, dass hier der äußere Erdkern [...] [ist]. [...]. Und der, behauptet man, der ist flüssig, und zwar bestünde der im Wesentlichen aus Schwefeleisen. Das sind alles Folgerungen. Aus Schwefeleisen, also aus Pyriten, aber eben flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt - jetzt müssen wir noch eine Farbe finden - und dann kommt der innere [...] [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Erdkern#Innerer_Kern|Erdkern]]], mit dem Erdmittelpunkt und einer Tiefe von 6371 Kilometern. Das ist der Erdhalbmeter. So, also so ein Aufbau, von dem geht man heute aus, dass die Erde so aufgebaut wäre, aufgrund nur seismischer Messungen. Also man hat keine unmittelbare Anschauung von dieser Sache, sondern man geht davon aus, dass die Vulkane auf der Erde gespeist werden aus dieser Sphäre, aus der Asthenosphäre, dass da plötzlich durch Sauerstoffzufuhr gegen die Erdkruste hin mit genügend Sauerstoff, dann erhitzt sich das Material so maßlos, dass es dann flüssige Lava wird, die da oben rausquillt aus dem Vulkan. Aber hier ist der Druck so groß und die Verhältnisse sind so, dass es nur bis zum Zustand des Zähplastischen kommt und erst flüssig in diesem äußeren Erdmantel wird, und dann erst in den äußeren Erdkern und schließlich im Erdkern. Der ist wieder fest, stellt man vor als fest, und zwar in Form von Eisennickel. Da sind unglaubliche Theorien damit verbunden, aber so ist es nun mal. Also auch rein mechanisch, rein materialistisch, rein materiell, da ist kein anderer Gesang drin als dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so ist das Bild, was man heute hat, grob gesprochen. Da steckt viel Intelligenz drin, aber es ist eben das meiste sind Schlussfolgerungen. Also man schließt eben aus nur diesen wenigen Messungen, schließt man auf solchen Aufbau der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3965s Das Innere der Erde aus Sicht der Geisteswissenschaft 01:06:05] ===&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich wenigstens erwähnt haben, mehr möchte ich damit gar nicht, was nun Rudolf Steiner eigentlich dazu sagt. Und das Interessante ist, dass Rudolf Steiner 1906 Vorträge gehalten hat im Anschluss an das große [[w:Erdbeben_von_San_Francisco_1906|Erdbeben von San Francisco]]. Das war 1906, glaube ich. Und da [schwer verständlich] [sind] viele Menschen an Rudolf Steiner herangetreten: Ja, wie ist es möglich, dass so etwas passiert, dass eine ganze Stadt in einem fürchterlichen Ereignis und anschließenden Brand einfach untergeht mit unendlich vielen Opfern? Wie ist es denkbar, dass so ein Ereignis stattfinden kann? Was liegt davor? Und wahrscheinlich, ich gehe davon aus, dass Rudolf Steiner daraufhin dann [[a:GA_96|diese Vorträge]] gehalten hat, nur 1906 und nie wieder, und zwar an verschiedenen Orten in verschiedenen Variationen. Und da schildert er den Aufbau der Erde vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der ist nun so, dass er dort eine Achtgliederung des Erdinhalts schildert und noch eine neunte, über die man eigentlich nicht sprechen kann: das Zentrum des Bösen, des objektiv Bösen, evil. Und also, für mich ist es einfach ein Phänomen, es kann eigentlich nur der Auslöser [für die Vorträge(?)] dieses Erdbeben von San Francisco gewesen sein, und die Fragen [der] Menschen. Und Rudolf Steiner hat grundsätzlich nur Stellung genommen zu Sachen, die er gefragt worden ist. Und ich habe diese Vorträge alle gelesen, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wer kommt schon so ohne weiteres damit zurecht, wenn Rudolf Steiner in der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; von den [[a:Hierarchien#Gliederung_der_Hierarchien|neun Hierarchien]] spricht, das habt ihr ja wohl gelesen, oder? In der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; habt ihr wohl gelesen von den Seraphim und den Cherubim und den Thronen und von den Geistern der Weisheit, den Kyriotetes, von den Geistern der Dynamis, der Geister der Bewegung, und dann den Exusiai, den Geistern der Form und dann die Geister der Persönlichkeit, und dann die Erzengel und die Engel, neun Hierarchien. Und jetzt erscheint als geisteswissenschaftliches Forschungsergebnis, dass die Erde in ihrem inneren Aufbau [[a:Erdinneres#Die_neun_Schichten_des_Erdinneren|neun-gliedrig]] ist. Quasi, also das sind jetzt meine Worte, das habe ich nicht so bei Rudolf Steiner gelesen, also ich meine, dass es eigentlich eine Art Gegenspiegel ist zu den neun Hierarchien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4183s Die 9 Schichten der Erde nach Rudolf Steiner 01:09:43] ====&lt;br /&gt;
Und er spricht da als erste Schicht, ich möchte das jetzt nicht an die Tafel malen, als erste Schicht von der Mineralerde, also das, was man die Erdkruste auch nennen könnte, die Mineralerde. Und dann spricht er von einer zweiten Schicht, das ist die Weicherde. Das kann man auch noch nachvollziehen, also in etwa mit der Asthenosphäre, also klassisch die Weicherde, also durchaus noch mit der Erdkruste verwandt, aber eben weich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt eine dritte, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. Er nennt es Dampferde, aber er meint da nicht irgendwie so einen äußeren Dampf um Wasser unter hohem Druck, sondern es ist eine ganz andere Terminologie, aber doch ein Zustand, der eigentlich gar nicht mehr materiell zu denken ist, also ein Zustand, wo sozusagen das Materielle immer weniger noch als solches stoffbildend auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann als viertes die Wassererde. Auch da nicht nur das äußere Wasser gemeint, das ist nur ein Ausdruck dafür, dass da ein etwas anderer Zustand des Geistigen, eines aber gegenbildlich Geistigen, auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünfte Schicht wird bezeichnet als die Fruchterde. Die Fruchterde. Und wenn er die schildert, diese einzelnen Schichten, dann merkt man, es ist immer das Gegenbild zu den höheren Hierarchien, in etwa. Immer das Gegenbildliche, also das Untersinnliche, nicht das Übersinnliche, sondern das Untersinnliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die sechste Schicht wird die Feuererde genannt. Und die siebte Schicht der Erdenspiegel, wo sich sozusagen alle diese Ereignisse, die über der Erde in ihrem Gegenbild erscheinen, alles, was sonst in der Natur oder überhaupt in Gedankenformen, Ideenformen auftreten kann, was wir denken können, erscheint gegenbildlich, genau das Gegenteil in dem Erdenspiegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die achte Schicht wird dann eben der große Zersplitterer genannt, also Arimans Reich im eigentlichen Sinne. Und die neunte Schicht, die bezeichnet er dann als nichts, eigentlich nichts irgendwie beschreibbar, als das Zentrum des Bösen schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4377s Die untersinnliche Welt 01:12:57] ====&lt;br /&gt;
Also wir sprechen ja von der Übersinnlichkeit. Das heißt, dass der Mensch ist heute in seinen Gedanken zwar übersinnlich, aber die knüpfen immer noch an die sinnliche Welt an. Wir praktizieren ständig Übersinnlichkeit in unserem Gedankenleben, in unserem Gefühlsleben, in unserem Willensleben. Das ist alles übersinnlich, aber es braucht sozusagen die sinnliche Wahrnehmung, um aktiviert zu werden. Und das kann man den Schritt tun zur höheren Erkenntnis über die Imagination, zur Inspiration, zur Intuition, also die Schritte der übersinnlichen Erkenntnis. Und alle diese Schritte zur übersinnlichen Erkenntnis muss der Mensch, kann er nur erreichen, wenn er eben auch ein Bewusstsein für die [[a:Untersinnliche_Welt|untersinnliche Welt]] entwickelt. Das heißt, die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Man kann nur zu einer übersinnlichen Erkenntnis fortschreiten, wenn man gleichzeitig sich selber ausliefert, konfrontiert mit dem Bösen. Das ist die untersinnliche Welt, also wo Magnetismus, Elektrizität und Kernenergie wirksam sind. Das sind die drei untersinnlichen Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4463s Untersinnliche Kräfte 01:14:23] =====&lt;br /&gt;
Also die Kernenergie ist nicht nur ein elektromagnetisches Phänomen, sondern das ist ein Phänomen, die Kernspaltungen, also dass die Protonen gespalten werden, da werden Kräfte frei, die noch anders sind, andere sind als die elektromagnetischen. Das ist die dritte Kraft, auf die Rudolf Steiner hingewiesen hat, schon lange bevor die erste Kernspaltung stattgefunden hat, die sogenannte dritte Kraft. Und man möge wünschen, dass die Menschheit in ihrer Moralität so weit fortgeschritten sein wird, dass sie die Folgen der Entdeckung dieser dritten Kraft überhaupt besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann 1938, im Januar, im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, hat Hahn, Strassmann und Lise Meitner [[w:Entdeckung_der_Kernspaltung|die erste Kernspaltung]] im Versuch vollzogen. Also wir haben es hier mit der Schilderung aus der Geisteswissenschaft mit etwas zu tun, was ganz in die Untersinnlichkeit führt, also in das Reich der Antikräfte, zu dem, was Evolutionskräfte sind, die Antikräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mit denen gehen wir ja heute mit unseren Technologien, die wir heute so handhaben, mit der digitalen Welt, gehen wir ja ständig damit um. Also die ganze digitale Welt, ich halte sie für die größte Gefahr der Menschheit überhaupt, der wir uns heute, seit 20, 30 Jahren gestellt sehen. Es ist nicht die Atomenergie, sondern die digitale Welt, wo diese untersinnlichen Kräfte nicht nur jetzt explosiv irgendwo wirksam sind, sondern sie ergreifen die [[A:Seele|Seele]] des Menschen und verformen, verändern die Seele des Menschen, dass er eines Tages überhaupt nicht mehr weiß, wer er selber eigentlich ist, sondern nur noch Roboter und nur noch ausführendes Organ von Wesen, die über ihn herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Bild aus der [[A:Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaft]]. Ich wollte es nur erwähnt haben, es hat keinen Sinn, darüber zu spintisieren. Man muss es als Tatsache einfach mal hinnehmen, dass die Geisteswissenschaft dazu diese Ergebnisse gibt. Das ist 1906. 1909 schreibt [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die &amp;quot;[[A:Geheimwissenschaft im Umriß|Geheimwissenschaft]]&amp;quot;, da ist nichts davon enthalten, interessanterweise. Da spricht er dann über den [[A:Christus|Christus]] und alles das, was damit im Zusammenhang steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4635s Das Gesicht der Erde 01:17:15] ===&lt;br /&gt;
So, aber jetzt, die Zeit ist leider schon so weit fortgeschritten. Ich möchte jetzt wenigstens noch erwähnen, wie man verstehen lernen kann das Gesicht der Erde. Die Erde, die ganze Erde hat ja ein bestimmtes Gesicht, und dieses Gesicht ist gekennzeichnet dadurch, dass da die Kontinente, sie finden die da im Wasser, irgendwo im Meereswasser auftauchen als ganz eigenständige Gebilde. Und der größte Teil ist eigentlich Meerwasser, knapp 71% der gesamten [[w:Erdoberfläche#Daten|Erdoberfläche]] ist Meerwasser. Stellen Sie sich das mal vor, fast drei Viertel der Erdoberfläche sind Meerwasser, zusammenhängende Meere, und nur ein Viertel, in etwa ein bisschen mehr wie ein Viertel, sind kontinentale Gebilde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt sind ja diese Kontinente so eigenartig verstreut in der nördlichen Hemisphäre hauptsächlich. Der größte Anteil an kontinentalen Gebilden finden Sie in der nördlichen Hemisphäre und die größte Meeresfläche in der südlichen Hemisphäre und natürlich im Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4743s Rätsel der Verteilung der Kontinente 01:19:03] ====&lt;br /&gt;
Wie kommt es dazu, dass wir dieses Gesicht der Erde haben? Welche Kräfte waren da im Spiel, dass dieses Verhältnis von Meer und Wasser in dieser Form entstanden ist? War das immer so? Gilt hier absolutes Prinzip der Aktualität und so weiter? Und das ist alles außerordentlich rätselvoll. Und doch ist man heute durch die verschiedensten Untersuchungen sehr weit gediehen, das erklärlich zu machen, wenn es auch nach wie vor in Bezug auf die treibenden Faktoren unerklärlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie auf die Landkarte gucken, wir müssen die morgen da mal aufhängen, dann sehen Sie ja, dass wir eine Reihe von Kontinenten haben. Das ist einmal Nordamerika, Südamerika und dann Europa, zusammenhängend mit Asien, und dann der ganze afrikanische Kontinent, mächtig, gewaltig, und dann eben noch Australien und die Antarktis. Das sind die Kontinente. Also Antarktis, Australien, Eurasien, Südamerika, Nordamerika. Was habe ich noch vergessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Zuhörerin]&#039;&#039;&#039; Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie kommt es zu dieser seltsamen Verteilung über die Erdoberfläche? Und nun hat man schon immer gerätselt, wenn man auf die Landkarten geguckt hat, seit es Landkarten gibt, dass da so eine eigenartige Formgestalt sich findet zwischen Afrika und Südamerika, dass die irgendwie, wenn man die ein bisschen verschiebt, dass die da so zusammenpassen. Und man hat natürlich gerätselt, alles Mögliche, bis man eines Tages etwas entdeckt hat, was umwerfend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat nämlich entdeckt in Brasilien, also mehr an der Ostküste, aber mehr nach Süden, nach Argentinien auch hin bis runter nach Feuerland, hat man entdeckt, dass da so kugelrunde Gesteine sich finden. Und dann hat man diese Steine untersucht - das sind im wesentlichen [[w:Granit|Granite]] - und dann hat man plötzlich in Südafrika dasselbe entdeckt, die sogenannten [[w:Tillit|Tillite]]. Und dann hat man in Südindien und an der indischen Westküste auch solche Tillite entdeckt. Da war man sprachlos, erst einmal diese rundlichen Formen, große und kleine Gebilde. Und dann hat man sogar Gekritze – Gekritze heißt Ritze, also so kleine Schleifspuren drauf entdeckt, Gekritze nennt man das. Und dann sagten die, das können ja nur Eiszeitablagerungen sein, Ergebnisse von Eiszeiten, Findlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Ergebnis war, dass man gesagt hat, die sind ja alle unterschiedlicher granitischer Herkunft, aber immerhin müsste das mal zusammengehängt haben, das Ganze. Und dann hat man sogar noch gesehen, dass die Tillite in Ostafrika, also in Afrika, aber an der Westküste, da in Nigeria – nicht in Nigeria, sondern Angola, und dann kommt ja der Kongo, der einen ganz schmalen Streifen zum Atlantik hat, und dann kommt Nigeria – dass in dieser Gegend die [[w:Streichen_(Geologie)|Ausrichtung]] dieser Tillite dieselbe ist, wie man sie in Brasilien gefunden hat, die Strömungsrichtung, wie die abgelagert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gab es andere Forscher, die haben dann in Ostafrika, in diesem Winkel da unten, wo Afrika sich ausbuchtet nach Westen – das ist also Nigeria im Wesentlichen – da haben die die Pflanzen studiert und haben festgestellt, dass da oben in Brasilien sich dieselben Pflanzen finden, vor allen Dingen Versteinerungen von Pflanzen. Die Pflanzen haben sich ein bisschen verändert in der Zwischenzeit, die jetzt rezenten Pflanzen. Aber die Versteinerungen, die man in Ostafrika gefunden hat, finden sich auch in Südamerika, da oben im Nordosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4845s Alfred Wegeners Theorie 01:20:45] ====&lt;br /&gt;
Und aufgrund all dieser Beobachtungen kam dann ein Mann, der hieß [[w:Alfred_Wegener|Alfred Wegener]]. Also das ist eine echte Berühmtheit, der Alfred Wegener. Der war Klimatologe, kein Geologe, aber ein Geophysiker und Klimatologe, 1880 geboren und 1936 im Inlandeis von Grönland ums Leben gekommen, auf einer Expedition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann hat in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg und dann im Ersten Weltkrieg eine Theorie aufgestellt, die besagt, dass es mal einen Kontinent gegeben habe, [[w:Pangaea|Pangea]] genannt. Pangea, das ist Griechisch. &amp;quot;Pan&amp;quot; heißt überall, also zusammenhängend ein Ding, und &amp;quot;Gea&amp;quot; eben die Erde. Und dass dieser Kontinent einmal Australien, Indien, die Antarktis, Afrika und Südamerika vereint hat. Ein großer Südkontinent, genannt Gondwana, der [[w:Gondwana|Gondwana-Kontinent]]. Das ist ein indischer Stammteil in Südindien, der so ähnlich heißt, Gondar. [Anmerkung: Gondwana war ursprünglich ein eigener Kontinent, der später einen Teil Pangeas bildete].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war natürlich so kühn, sowas zu sagen damals, dass dieser Alfred Wegener mit allen Mitteln, die die Wissenschaft nur irgend zur Verfügung hatte, verspottet worden ist und quasi an die Wand gestellt worden ist und als der größte Fantast hingestellt worden ist, wie man sich denken kann. Und der hat das alles begründet mit diesen Phänomenen, was die Flora, die Versteinerungen angeht, hier und dort und eben diese eiszeitlichen Ablagerungen und so weiter. Er hat gesagt, die beiden Kontinente fügen sich so wunderbar. Er wurde völlig verlacht, und er hat sein ganzes Leben darauf verwendet, nachzuweisen, dass es einen eurasischen und anhängend einen nordamerikanischen Nordkontinent gab, dazwischen ein Meeresgürtel, und einen großen Südkontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mal bei den Griechen nachforscht, dann sprechen die immer vom [[w:Okeanos|Okeanos]]. Und dann meinten die einen Wassergürtel um die Erde herum, also wofür heute noch das Mittelmeer ein letzter Rest ist, das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, noch ein letzter Rest ist von diesem einzigen erdumspannenden Mittelmeer. Die Griechen haben ja die Erde noch wie einen Diskus angesehen, eine Flachscheibe, wie einen Diskus, und außenrum diesen Okeanos. Das sind noch so letzte Reste von urältesten, nennen wir es, Erinnerungen in der Menschheit, dass offenbar dieser Okeanos, dieser erdumspannende Wassergürtel, bestanden hat und ein Südkontinent im Süden, ein Nordkontinent in der nördlichen Halbkugel. Er wurde verlacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5291s Die Entdeckung des mittelatlantischen Rückens 01:28:11] ====&lt;br /&gt;
Nun kam jetzt noch folgendes Phänomen hinzu, dass die Deutschen Ende der 20er Jahre, Anfang der 30er Jahre ein Forschungsschiff ausgerüstet haben, die &amp;quot;[[w:Meteor_(Schiff,_1924)|Meteor]]&amp;quot; hieß die. Und die waren ausgestattet mit allen Messinstrumenten, die man damals zur Verfügung hatte, ausgefeilteste [[w:Echolot|Echolote]], die aus dem U-Boot-Krieg des Ersten Weltkrieges heraus entstanden sind und insbesondere nach der Katastrophe, die mit dem Eisberg gesunken ist, das Schiff südlich von Neufundland, die Titanic.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Zeit hat man angefangen, Echolote zu entwickeln, weil die hatte keine Echolote, deswegen ist sie zusammengestoßen mit dem Eisberg. Und die &amp;quot;Meteor&amp;quot; war ausgestattet mit allen Messinstrumenten, und die haben den ganzen Atlantik abgefahren in den 20er, 30er Jahren und haben festgestellt, dass es im Atlantik ein Hochgebirge gibt, der sogenannte [[w:Mittelatlantischer_Rücken|mittelatlantische Rücken]]. Und natürlich hatten die keine Kenntnisse von der Gesteinsart da unten, sondern die hatten nur die Tatsache, dass der da besteht, und zwar 3000 bis 4000 Meter hoch vom Meeresboden unten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann blieb die ganze Entwicklung stehen durch den Zweiten Weltkrieg, da passierte nichts mehr. Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner die Meeresforschung so richtig in Gang gesetzt und haben den ganzen Pazifik abgefahren mit dem Echolot, und haben da auch so seltsame Meeresrücken gefunden im pazifischen Raum, untermeerisch. Dann haben sie angefangen, den &amp;quot;[[w:Glomar_Challenger|Glomar Challenger]]&amp;quot; zu bauen, auch ein Forschungsschiff, die Amerikaner, und die haben Tiefseebohrungen gemacht. Da hatten sie zum ersten Mal den Beweis über die Beschaffenheit des Tiefseebodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5423s Die Erkenntnis der basaltischen Tiefseeböden 01:30:23] ====&lt;br /&gt;
Und was kam raus? Das sind alles keine [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentalen]] Strukturen, sondern das ist alles [[w:Basalt|Basalt]]. Dass die eigentlichen Tiefseeböden und der mittelatlantische Rücken, das ist alles Basalt. Das hat mit Granit und all dem, was die Kontinente ausmacht, überhaupt nichts zu tun. Das war schon mal ein unglaubliches Ereignis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann haben die Amerikaner und die anderen Länder auch angefangen, mit Forschungsschiffen den ganzen Meeresboden weltweit zu kartieren, am wenigsten der Indik [indischer Ozean]. Das hat man ja gemerkt bei dem Absturz [[w:Malaysia-Airlines-Flug_370|dieser Maschine]], wo sie noch immer suchen, wo sie geblieben ist, diese Maschine, die in Indonesien [Korrektur: Malaysia] gestartet war, nach Peking fliegen sollte und dann irgendwo verschwunden ist im Indik. Das sucht man ja noch heute. Dieses Gebiet war noch nie wirklich kartiert, das fangen sie jetzt erst an aufgrund dieses Ereignisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls entdecken die plötzlich, dass die Tiefseeböden alle Basalt sind, durchgehend. Keine granitische Struktur, keine kontinentale Struktur, nichts, gar nichts, sondern alles Basalt. Und zwar hat man dann festgestellt, durch alle möglichen Messungen, dass die Mächtigkeit dieser [[w:Ozeanische_Erdkruste|Tiefseeböden]] sehr gering ist, keineswegs 60 Kilometer, sondern nur 10 Kilometer mächtig, maximal 10 Kilometer. Also ganz hauchdünne Schichten zu den unterliegenden, zur Asthenosphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5536s Die Plattentektonik und die Bewegung der Kontinente 01:32:16] ====&lt;br /&gt;
Darauf hat man nun gemerkt, eigentlich hat ja Alfred Wegener gar nicht so Unrecht. Dann hat man den genau studiert und hat gemerkt, in allem stimmt das, was er gesagt hat. Und hat dann gemerkt, dass die ganze Erde sich auflöst in bestimmte Platten. Man nennt es Platten, die Plattentektonik, und zwar in [[w:Plattentektonik#Die_Lithosph%C3%A4renplatten|sieben Riesenplatten]]. Die größte dieser Platten ist die eurasische Platte, also Europa plus Asien, einschließlich dem Indien. Und eine zweite Platte ist dann Australien mit dem indonesischen Archipel. Und eine dritte Platte ist die Antarktis, eine vierte ist Südamerika, eine fünfte ist Nordamerika, und eine sechste ist der Atlantik, und eine siebte ist der Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also plötzlich löst sich die ganze Erde in Plattenstrukturen auf. Und die [[w:Plattentektonik#Gebirgsbildung_und_Vulkanismus_im_Licht_der_Plattentektonik|Plattengrenzen]] sind dadurch charakterisiert, dass da der größte Vulkanismus ist und dass diese Platten offensichtlich in Bewegung sind und dass man heute noch durch genaueste Messungen nachweisen kann, dass Südamerika und Nordamerika im Jahr ungefähr ein bis zwei Zentimeter voneinander sich entfernen in einem Jahr. Etwas ist es schon, aber in 100 Jahren ist es ein bisschen was.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, wie ist das jetzt zu verstehen, diese Problematik, dass die Kontinente einmal eine Einheit gebildet haben, der Südkontinent und der Nordkontinent? Die sind eben so einschließlich Nordamerika, einschließlich Grönland, die hingen alle zusammen, und dann plötzlich sind die auseinander gedriftet und bilden heute das Gesicht der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige Kontinent, der einen Ruhepol bildet, weitgehend jedenfalls, ist der afrikanische Kontinent. Der ist &amp;quot;in situ&amp;quot;, an dem Ort schon immer gewesen, hat sich ein bisschen gedreht, ist auch ein bisschen nach Norden gewandert, aber jedenfalls ruht der noch so urtümlich wie in den Urzeiten, und alle anderen Kontinente sind davon geschwommen. Australien hing früher an Afrika dran, Indien hing früher an Afrika dran, und ebenso die Antarktis und ebenso Südamerika, und bildeten diesen Gondwana-Kontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5734s Ausblick 01:35:34] ===&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns dann morgen – wie lang machen wir? Die Zeit ist längst um, oh Herrgott, wie sollen wir jetzt aufhören? Also, dann wollen wir dann morgen nochmal die treibenden Kräfte versuchen aufzusuchen, die dieses Kontinentaldrift, wie man sie auch bezeichnet, oder Kontinentalverschiebung, wie sie Alfred Wegener bezeichnet hat, wie das – ob es da einen Erklärungsgrund dafür geben kann für diese Tatsache. Das wollen wir dann morgen betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich möchte jetzt schon sagen, das wird auch genauso mechanisch gesagt wie alles andere auch, und kein Mensch kann sagen, was eigentlich die Idee hinter dem Ganzen ist. Goethe hat grundsätzlich gefragt, wenn er irgendein Phänomen aufgesucht hat, nicht das Phänomen jetzt stehen zu lassen und daran eine Theorie zu knüpfen, sondern immer gefragt: Was sind die treibenden Kräfte, die dieses Phänomen hervorgebracht haben? Und das muss man sich auch heute fragen: Was sind die treibenden Kräfte eigentlich, die dieses Gesicht der Erde geschaffen haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wollen wir uns dann morgen nochmal kurz damit befassen, und dann müssen wir übergehen zur Gesteinskunde, wo wir uns mal die verschiedenen Gesteine anschauen. Und dann wollen wir uns noch kurz mit einer Zeitbetrachtung befassen: Wie kann man überhaupt ein Verständnis entwickeln für Zeitepochen? Ob man von Millionen Jahren eigentlich überhaupt sprechen kann, ist es überhaupt zulässig, Milliarden Jahren? Und dann wollen wir uns mit den verschiedenen Schichten des Krustenaufbaus der Erde genauer im Einzelnen befassen, bis hin zu den Gebirgsbildungen, bis hin zu den Landschaftsstrukturen, die wir heute vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen früh machen wir weiter. Ich lasse das Buch hier nochmal liegen, da will ich eigentlich gerne morgen noch was vorlesen, wenn wir irgendwie Zeit hätten, von Goethe über den Granit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5901s Fragen 01:38:21] ===&lt;br /&gt;
[Frage von Zuhörer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist denn das mit dieser Bewegung der Kontinente oder dieser Platten? Das ist ja eine Masse, eine definierte Masse, die sich frei bewegen kann, und ein rotierender Körper in Bewegung im Raum und in sich selbst. Bei Verschiebung der Masse auf einen Punkt haben wir ja in der Physik das Problem des Ungleichgewichts, der Unwucht. Was würde denn passieren, wenn man diese ganze Masse theoretisch berechnet, konzentrieren würde an einem Punkt? Was würde mit der Achse der Erde passieren, mit der Position der Erde im All im Verhältnis zu den anderen Planeten? Mir kommt dann dieser Gedanke, dass diese Bewegung eine Ausgleichsbewegung ist in Bezug auf die Bewegung der Erde im gesamten Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber stell dir mal vor, dass die Nordhalbkugel die größte Masse der Kontinente enthält, und die Südhalbkugel die größte Wassermasse, in Verbindung mit dem Pazifik. Das sind so – Wasser hat das spezifische Gewicht von 1, und die Gesteine, die leichtesten Gesteine, haben das spezifische Gewicht von 2,4 bis 2,6. Das heißt also, wie kommt es dazu, dass viel schwerere Gesteine als das Wasser sich an der Nordhalbkugel konzentrieren und sich nicht gleichmäßig irgendwo durch die entsprechenden Kräfte von Nord- und Südpol und allem, was dazwischen an magnetischen Strömungen läuft, dass die sich nicht gleichmäßig verteilt haben? Das müsste doch eigentlich so sein, aber es ist eben nicht so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es ist viel widersprüchlicher, auch in dem heutigen Weltbild, was man hat, in dieser Hinsicht, so viel Widersprüchliches. Und dennoch muss man sagen, die Tatsache, dass sie mal zusammenhängend waren und dann auseinander gedriftet sind, die kann man nicht mehr widerlegen. Da sprechen alle sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen, also was vor allem die Flora und Fauna angeht, die Versteinerungen und auch die Mineralkörper, gerade die eiszeitlichen Ablagerungen, eine Eiszeit, die vor unserer Eiszeit war, die sogenannte [[w:Permokarbonische_Vereisung|permokarbonische Eiszeit]], da kommen wir nochmal drauf zurück, die damals abgelagert wurden. Es sind so viele Phänomene, die dafür sprechen, dass da Kräfte wirksam waren, ganz spezifischer Art, die sich nicht einfach nur berechnen lassen aus der Achsenstellung der Erde oder Fliehkräften oder sonst wie. Theorien gibt es noch und noch, und jede greift irgendein Phänomen auf, aber dann merkt man, es steht im totalen Widerspruch zu anderen Phänomenen, und man ist da noch an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Plattentheorie gilt heute. Es gibt sieben große Platten und fünf kleine Platten. Die gilt für so schlüssig, man meint, da ist man heute der Überzeugung, die sei so absolut erklärbar aus allen Zusammenhängen, dass es so ist. Und da kommt dann plötzlich wieder so einer, Wunderlich [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Hans_Georg_Wunderlich|H. G. Wunderlich]](?)] hieß der, der ist leider Gottes in jungen Jahren gestorben, aber das war ein genialer Geologe, so ein Kerl, was hätte der noch in seinem Leben zurechtrücken können. Der fängt dann an, sogar die Plattentheorie zu kritisieren, was auch keiner gewagt hat, sondern sie meinen alle, das sei jetzt klar, die sogenannten Plattentheorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phänomene sind auch da, da gibt es Plattengrenzen, die schieben sich aneinander vorbei und erzeugen Erdbeben und alles Mögliche. Das werden wir morgen nochmal sehen. Aber dieser hat sich erkühnt, der Wunderlich, Professor für Geologie in Stuttgart, auch selbst diese Theorie anfängt und hoch, hoch intelligent infrage zu stellen. Also man merkt, das Ganze ist immer noch im Prozess, es geht immer weiter, immer weiter. Aber jeder Schritt ist eben ein Erkenntnisschritt auf dem Wege, und eines Tages, wie der Goethe gesagt hat, wird gewiss einer kommen, der da quasi – wir wollen ihm vorarbeiten. Gut, also dann, bis morgen.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge  [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|1]] - [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|2]] - [[Geologie - 3. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|3]] - [[Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|4]] - [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|5]] - [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|6]] - [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|7]] - [[Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|8]] - [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|9]] - [[Geologie - 10. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|10]] - [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|11]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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* „Und dann 1869 [[Gregor Mendel]] mit der Begründung der Vererbungstheorie. Er hat die Vererbungsgesetze experimentell entdeckt …“ [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Einleitung und Rückblick 00:00:27|| Klett, M. Geologie, 2. Folge, 2017, 00:00:27]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_2._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11428</id>
		<title>Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T13:12:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Kritik am ökologischen Landbau und der Nachhaltigkeit 00:09:08 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 2. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A|thumb|Vortrag vom 17. Juli 2017[https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=27s Einleitung und Rückblick 00:00:27] ===&lt;br /&gt;
Ja, also, können wir fortfahren. Die letzten fünf Minuten, habe ich gehört, die sind nicht mehr so ganz aufs Band gekommen. Ich will nochmal kurz wiederholen, was da am Ende unserer Vortragsbetrachtung ich noch versucht habe anzudeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte zuletzt gesagt, dass [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die gesamte [[A:Anthroposophie|anthroposophische Geisteswissenschaft]] gegründet hat, auf die Tatsache, dass drei maßgebliche Persönlichkeiten im 19. Jahrhundert als Hauptvertreter des Materialismus in Erscheinung getreten sind. Und das war erstens [[w:Matthias_Jacob_Schleiden|Schleiden]], der Begründer der [[w:Zelltheorie|Zellentheorie]], dass der Organismus aufgebaut ist aus Zellen. Das konnte man vorher gar nicht denken, der Mensch war Mensch, und jetzt ist der Mensch gar nicht mehr so richtig von Bedeutung, sondern es ist nur eine Anhäufung von Zellen. Also, Begründer der Zellentheorie, Schleiden, übrigens erwähnt er den Schleiden auch im Landwirtschaftlichen Kurs, im ersten Vortrag, im Zusammenhang mit dieser Regengeschichte, der Regentonnen, ob das Regenwasser eine andere Qualität hat als das Brunnenwasser beim Waschen. Erinnert ihr euch, [[Landwirtschaftlicher Kurs]], der erste Vortrag, wo der Andere gesagt hat: &amp;quot;Nee, nee, lass mal die Frauen entscheiden.&amp;quot; Und da haben sie alle, wenn Vollmond war und Regenschauer zu erwarten war, haben sie ihre Wäsche gewaschen und nicht bei Neumond. Das ist diese Geschichte, wo der Schleiden auch eine Rolle spielte. Also der Schleiden als Begründer der Zellentheorie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Zweite: [[w:Charles_Darwin|Darwin]] mit der Begründung der Deszendenztheorie, also [[w:Abstammungstheorie|Abstammungslehre]], 1859. Und dann 1869 [[w:Gregor_Mendel|Gregor Mendel]] mit der Begründung der [[w:Genetik#Geschichte|Vererbungstheorie]]. Er hat die Vererbungsgesetze quasi entdeckt, experimentell, Gregor Mendel. Die habe ich genannt als diejenigen, die jetzt, wo Rudolf Steiner gesagt hat, die waren Voraussetzungen, dass er überhaupt mit der Anthroposophie, ... die auf die Erde bringen konnte, weil die sozusagen die rein vom sinnlichen Wahrnehmen ausgehenden Phänomene, weil die sozusagen die in die Theorie erhoben haben und damit Generalaussagen gemacht haben über die Entstehung des Lebens. Zellentheorie, Deszendenztheorie und Vererbungslehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=223s Die Urknalltheorie und ihre Implikationen 00:03:43] ====&lt;br /&gt;
Und heute ist es so, dass diese Polterkammer, von der schon Goethe gesprochen hat, das heißt, dass das eigentlich alles nur durch Zufall irgendwie zusammengewürfelt, dann das evolutive Produkt der Pflanzenwelt, der Tierwelt, den Menschen hervorgebracht hat, dass es alles Zufallserscheinungen sind, dass das Primat die Materie hat. Das ist das Erste und Letzte. Die Materie. Und alles andere, was an Pflanze, an Tierwelt, an Menschheit da ist, ist nur abgeleitet, entsteht mit der Materie und vergeht mit der Materie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die heutige Auffassung. Und daraus ist dann eben auch entstanden, aus allerlei mathematischen Überlegungen und sonstigen Phänomenen, dass der ganze Kosmos eigentlich nichts anderes ist als ein Ergebnis eines [[w:Urknall|Urknalls]], wo aus materiellen Zusammenballungen diese - das ist alles mathematisch gründlich bearbeitet, so ist das nicht, das ist nicht einfach nur ein Fantasieprodukt, aber das ist eine maßlos abstrakte Theorie - dass es da plötzlich einen Urknall gegeben hat, und damit ist der ganze Kosmos auseinandergeflogen. Sämtliche Galaxien, die da den Himmel bevölkern, zu Tausenden und Hunderttausenden Millionen Galaxien, also Sonnensystemen, dass die immer mehr expandieren und dass natürlich in diesem Weltbild die Erde so gut wie keine Bedeutung mehr hat. Sie ist ein Staubkorn im Weltall, eigentlich mehr nicht. Da hat sich eben als Zufallsprodukt die ganze Evolution ergeben, wo wir sozusagen diejenigen sind, die diese Evolution heute denken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Urknalltheorie nimmt, die geht letzten Endes in den Anfängen auf [[w:Immanuel_Kant|Kant]] und [[w:Pierre-Simon_Laplace|Laplace]] zurück. Also schon im 18. Jahrhundert, Emanuel Kant, der große Philosoph, und Laplace, das war ein französische Naturforscher, die haben schon die Grundlagen zu dieser Theorie geschaffen. Und Goethe hat sich natürlich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Und wenn man diese Urknalltheorie nimmt, dann wird man einfach sagen müssen: Evolution oder der Entwicklungsgedanke ist sinnlos geworden. Einfach sinnentleert. Was kann ich da noch für einen evolutiven Sinn in der Tatsache sehen, dass da irgendwie ein gedachter Energieklotz hoch verdichtet, aus irgendeinem Grund platzt und dann das ganze Weltall entsteht? Was kann man dem noch für einen Sinn abgewinnen? Der Entwicklungsgedanke, der die ganzen letzten 300 Jahre der naturwissenschaftlichen Entwicklung so maßgeblich bestimmt hat, der endet damit, dass er eigentlich sinnlos ist. Das sind nur noch reaktive Folgen dieses Urknalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=443s Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23] ====&lt;br /&gt;
Naja, und wenn man jetzt nochmal auf die heutige Anschauung hinschaut, dann lebt ja der Entwicklungsgedanke irgendwo noch zart fort im &#039;&#039;ökologischen Bewusstsein&#039;&#039;. Also in der modernen [[w:Ökologie|Ökologie]] ist man ja durchaus anknüpfend, durchaus auch an [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Ernst_Haeckel_01:18:37|Haeckel]], an das [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Das_biogenetische_Grundgesetz_01:22:11|biogenetische Grundgesetz]], ist man doch noch geneigt zu sagen: Ja, man muss ja doch sehen, dass wir die Schöpfung erhalten. Das beherrscht heute das Bewusstsein aller Menschen. Jeder vernünftige Mensch würde sagen, wir müssen die Schöpfung erhalten. Wir dürfen die alle nicht vor die Hunde gehen lassen, nicht auf die Müllkippe bringen, sondern wir müssen irgendwo sehen, dass wir jetzt diese Plastikreste aus dem Pazifik da fischen und die Fische wieder ein bisschen retten und ein paar Insekten noch retten, die noch übrig geblieben sind, und überhaupt etwas verantwortlicher mit der Schöpfung umgehen. Das ist so der ökologische Gesichtspunkt als Weltanschauungsgesichtspunkt heutzutage. Übrigens geht der Begriff der Ökologie auf Haeckel zurück. Ernst Haeckel, den ich hier an die Tafel gemalt habe, der hat diesen Begriff überhaupt erst gebildet. Und aus diesem Bewusstsein heraus ist der [[w:Ökologische_Landwirtschaft|ökologische Landbau]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=548s Kritik am ökologischen Landbau und der Nachhaltigkeit 00:09:08] ====&lt;br /&gt;
Und der ökologische Landbau, der denkt auch [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Darwins_Evolutionstheorie_01:12:00|Evolution]]. Er hat auch in gewissem Sinne eine Beziehung zum Entwicklungsgedanken, insoweit, als er sagt eben: wir müssen erhalten, was da ist. Und müssen es so erhalten, dass es nachhaltig auch weiter da ist. Der Begriff der [[w:Nachhaltigkeit|Nachhaltigkeit]] ist ja ganz aus dem ökologischen Bewusstsein heraus entstanden, nicht aus dem biologischen. Im Grunde genommen ist der Begriff der Nachhaltigkeit sehr zu hinterfragen, weil es im Grunde genommen nur ein Fortsetzungsbegriff ist dessen, was schon ist, was man zu erhalten hat. Die Natur, die Schöpfung ist vor unseren Augen ausgebreitet. Und jetzt müssen wir sehen, dass wir sie erhalten anstatt kaputt machen. Und Nachhaltigkeit bedeutet, so zu arbeiten, dass wir möglichst so wenig schädigen wie nur möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökologen sind förmlich - ich möchte nicht sagen besessen - aber sie sind irgendwo blockiert von dem Gedanken, dass der Mensch eigentlich der große Verbrecher ist. Der Mensch ist es, der im Grunde genommen die Schöpfung kaputt macht. Was er auch macht, egal wie, er schädigt. Und das Beste wäre, es gäbe überhaupt keine Menschheit auf der Erde. Dann könnte die Natur sich aus ihren eigenen Gesetzen wunderschön entwickeln. Und dieser Gesichtspunkt, dass die Zukunft nichts anderes ist, als dass wir das Vergangene erhalten in dem Zustand - mindestens in dem Zustand, oder noch nicht mal in dem Zustand, wie es mal war, aber doch immerhin - dass es unsere Bemühung sein soll, das ist auch, ich möchte sagen, eine Sackgasse. Da ist eine Sackgasse, da hört es dann irgendwie auf. Dann ist die Zukunft nichts anderes als die Fortsetzung der Vergangenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und insofern ist tatsächlich der ökologische Landbau in gewissem Sinne - das wollte ich doch nochmal in diesem Zusammenhang betonen - in einer zwiespältigen Situation. Weil er treu studiert - das muss man ja wirklich sagen - dasjenige, was in der Natur an Gesetzen waltet, dass man dem versucht Rechnung zu tragen, man aber davon ausgeht, dass die Schöpfung um uns herum, die Mutter Natur, das [[w:Oikos|Oikos]], das große Haus der Natur - Oikos heißt auf Griechisch Haus - dass wir das erhalten müssen. Daraus ergibt sich aber kein Zukunftsgesichtspunkt, sondern Nachhaltigkeit heißt dann nur Fortsetzen dessen, was schon da ist. Und insofern hat sich eigentlich der Ökologe irgendwo selber Grenzen gesetzt, weil er gesagt hat, dass der Mensch eigentlich nur Zerstörer ist, und nicht Entwickler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=768s Die Mission des Menschen in Bezug auf die Natur 00:12:48] ====&lt;br /&gt;
Und das ist eigentlich eine Prämisse, die man nicht diskursiv, also nicht durch Argumentation hin und her beantworten kann, die muss jeder für sich selbst beantworten. Inwiefern es wirklich eine Möglichkeit gibt, dass der Mensch nicht nur die Natur zu retten hat, sondern dass er die Natur zu entwickeln hat. Dass das eigentlich die Aufgabe und die Mission des Menschen ist, der Natur vorauszuschauen, vorauszudenken, ihre Entwicklung in die Zukunft zu führen. Und nicht nur zu meinen: Ich kann nichts anderes tun, als den Schaden, den ich verursache, zu minimieren. Ich habe das, glaube ich, schon mal im Januar gesagt, das lässt sich vergleichen mit diesem Rätsel, was die Griechen sich selber aufgegeben haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das Beispiel genommen, [[w:Achilles_und_die_Schildkröte|Achilles und die Schildkröte]], erinnern Sie sich? Und das ist genau das Problem des ökologischen Landbaus. Achilles mit der Schildkröte, die haben eine Wette abgeschlossen, die beiden. Und die Schildkröte hat sich dann bereit erklärt zu dieser Wette mit Achilles und hat gesagt: &amp;quot;Ja, lieber Achilles, ich weiß ja, dass du ein Schnellläufer, der größte Schnellläufer bist der Welt, aber ich lasse mich mal auf die Wette ein, wer schneller von uns beiden ist.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Lieber Achilles, du kannst mir ja einen kleinen Vorsprung geben.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Ja, selbstverständlich, kein Problem.&amp;quot; Und dann hat er schon verloren gehabt. Denn jetzt kommt das Rätsel. Das Rätsel besteht darin, und das ist unauflösbar, wenn man so denkt. Das Rätsel besteht darin, dass die Schildkröte jetzt einen kleinen Vorsprung hat. Und jetzt starten die zu gleicher Zeit, die Schildkröte und Achilles. Und indem Achilles jetzt zu dem Punkt kommt, wo die Schildkröte gestartet ist, war sie schon ein Stück weiter. Und wie er zu dem Punkt gekommen ist, wo sie jetzt war, war sie schon wieder ein Stückchen weiter. Und wie Achilles an den Punkt gekommen war, war sie schon wieder ein kleines Stückchen weiter. Und so weiter und so weiter. Er kann sie nie erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kann sie nie erreichen. Es ist mathematisch nicht möglich, dass, wenn man so denkt, die Schildkröte je erreichbar ist, weil Achilles sich nur [[w:Asymptote|asymptotisch]] der Schildkröte annähern kann. Verstehen Sie das? Der Gedanke, dass der reine Raumaspekt, Abstand - wenn man nur den Raumaspekt nimmt, dann kann Achilles, der größte Schnellläufer der Welt, er kann die Schildkröte nie erreichen. Er kann sich ihr nur asymptotisch nähern. Und das ist die Situation des ökologischen Landbaus, des Entwicklungsgedankens heute. Man kann der Natur nie gerecht werden. Man kann sie nie erreichen. Die Ganzheit, die Schöpfung, die ist vom Menschen nie erreichbar, sondern man kann nur den Schaden, den man verursacht dadurch, dass man menschlich handelnd in die Natur eingreift, minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Gesetz ist eben nur möglich zu durchbrechen, wenn man zum Raum eine weitere Dimension hinzunimmt, und das ist die Zeit. Und wenn ich jetzt dasselbe - das Rätsel löst sich eigentlich nur dadurch, dass ich die Dimension der Zeit hinzunehmen muss, denn Weg x Zeit = Geschwindigkeit. Das ist ein physikalisches Gesetz. Weg mal Zeit gleich Geschwindigkeit, und selbstverständlich nach kurzer Zeit überholt der Achilles-Läufer die Schildkröte. Wenn man die Dimension der Zeit hinzunimmt. Und so müssen wir sehen, der ökologische Landbau handhabt nur diese beiden Dimensionen in gewissem Sinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt müssen wir sehen, wie können wir eine weitere Dimension hinzunehmen, dass wir als Menschen in der Lage sind, über die Natur selber hinauszuwachsen. Die Natur über sich selber hinauszuführen. Dass wir im Sinne des Spruches von [[A:Novalis|Novalis]] sagen können: Wir stehen in einer Mission, [[w:Novalis#Triadenstruktur|zur Bildung der Erde sind wir berufen]]. Das ist diese Mission. Und jetzt ist die Frage: Welcher Art kann diese Dimension nur sein? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1078s Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58] ====&lt;br /&gt;
Und die Antwort auf diese Frage ist im Grunde genommen - Entschuldigung, wenn ich das nochmal so plakativ sagen soll - der [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftliche Kurs]]. Als kleiner Ausschnitt, selbstverständlich an einem viel umfassenderen Gesichtskreis, in den der eingebettet ist.  Aber der Begriff der landwirtschaftlichen Individualität, den [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] zu Beginn des zweiten Vortrages entwickelt, ist nichts anderes wie der verkörperte Entwicklungsgedanke. Also dass der Entwicklungsgedanke, der bisher quasi ohne den Menschen - der Mensch ist sozusagen oft dem Entwicklungsgedanken mitgeschwommen, bis zum Erwachen seines Selbstbewusstseins. Da waren sozusagen die Götter noch Entwicklungstragende, und die Menschheit schlief ihren Menschheitstraum. Und das ging so bis in die vergangenen Kulturepochen, und immer mehr erwachte der Mensch zu seinem Selbstbewusstsein. Und heute ist er so weit erwacht, dass er willentlich das ganz Böse tun kann, die ganze Erde zerstören. Der atomare [[w:Overkill|Overkill]] ist ja heute möglich, und zwar hundertfach, tausendfach kann man die Erde zerstören, wenn man das Atombombenarsenal mal explodieren lassen würde. Also wir haben alle Mittel in der Hand, alles kaputt zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben wir nicht auch alle Mittel an der Hand, eine zukünftige Entwicklung zu inaugurieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ist das nicht sozusagen der Ansatzpunkt des Novalis gewesen, zu sagen: &#039;&#039;&#039;Zur Bildung der Erde sind wir berufen?&#039;&#039;&#039; Und was heißt das? Was heißt das wirklich? Dass wir nicht bei der Natur stehenbleiben, sondern die Natur mitnehmen, mit unserer eigenen Entwicklung mit in die Zukunft nehmen. Das ist unsere Aufgabe heute. Wir müssen die Natur quasi überholen, wir sind quasi ihr eigenes Produkt, leiblich, physisch gesprochen, sind wir das Produkt des Wesens, und jetzt sind wir geistig-seelisch so erwacht zu unserem eigenen Selbst, dass wir jetzt uns selber in Freiheit auffordern müssen, dieses Produkt zu verwenden, um die Natur durch unsere Arbeit in die Zukunft in eine neue Entwicklung zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern ist wirklich der Entwicklungsgedanke dem landwirtschaftlichen Kurs und der Anthroposophie von vorne bis hinten immanent. Deswegen sage ich, der Entwicklungsgedanke, wenn man den wirklich denkt, das ist der modernste, der schönste, der zukunftsträchtigste Gedanke, den man auch denken kann und - wenn ich das mal einfach so sagen soll - der christlichste. Wenn man das Christentum verstehen will, ist es nichts anderes als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens, dass ich nicht bei mir stehen bleibe in dem Selbst, wie ich nun mal gerade bin, sondern dass ich fortdauernd mich in Entwicklung begreife, fortdauernd einen Schritt in die Zukunft tue und - wie das [[w:Franz_Marc|Franz Marc]] mal gesagt hat - kennen Sie Franz Marc, den Maler? Einer der bedeutendsten Maler, oder [[w:Wassily_Kandinsky|Kandinsky]], die um die Jahrhundertwende, sozusagen Impressionisten und Expressionisten, gemalt haben. Franz Marc, der große Tiermaler, der hat mal gesagt, noch vor dem 1. Weltkrieg - er ist im 1. Weltkrieg gefallen vor Verdun - , der hat diesen Ausspruch getan: &amp;quot;Auf jedem Gegenstand der Welt ruht ein Pfand der menschlichen Erkenntnis.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir - da meinte er diesen Malerkreis, die [[w:Der_Blaue_Reiter|Blauen Reiter]] nannten die sich - wir schreiten ins Ungewisse. Wir schreiten ins Ungewisse, wo eben kein Pfand der menschlichen Erkenntnis auf den Dingen ruht. Und unsere Schritte zittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Marc. Wir schreiten in eine Welt, die noch vollkommen unbeleckt ist sozusagen. Und unsere Schritte zittern. Ein wunderbarer Ausspruch. Und so müsste unsere Haltung sein - im biologisch-dynamischen - dass wir eigentlich immerfort mit unserem Bewusstsein ein Stück voraus sind dem, was wir gerade in der Lage sind zu tun. Immer voraus sein. Immer ein Stück weiter. Nie was zur Routine gerinnen lassen. Das ist das Fürchterlichste, was einem passieren kann, wenn man nur einen Routine-Menschen [... Rest des Satzes nicht verständlich]. Sondern immer mit einem Bewusstsein voraus sein und versuchen, alles dran zu setzen, dass ich mitkomme, dass ich mit mir selbst mitkomme. Verstehen Sie, was ich damit meine? Man muss sich selbst voraus sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt Entwicklung. Und das heißt Selbstverwandlung. Und in dem Maße, als ich mich selbst verwandle, nicht derselbe bleibe, wie ich gestern war, dann kann auch Entwicklung nach außen sich mehr und mehr zur Geltung bringen, im Sozialen zum Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1428s Einführung in den Aufbau der Erde 00:23:48] ===&lt;br /&gt;
So, und jetzt aber müssen wir ein weiteres Thema anschlagen. Also, wir wollen jetzt die Frage stellen, was ist eigentlich der Aufbau der Erde? Wie stellt man sich das heute überhaupt vor? Wie kann man da überhaupt eine Anschauung gewinnen? Denn wir schauen ja immer nur auf die Oberfläche der Erde. Eigentlich sehen wir nur Formen, außer in unserem ganzen Gesichtskreis, sehen wir nur Formen der Pflanzen, Formen der Tiere, Formen des Erdbodens. Aber was ist denn unter unseren Füßen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch bis zu den Sternen hochgucken. Dann sehen wir so Leuchtpunkte am gestirnten Himmel. Wir sehen die Sonne, wir sehen den Mond, wir sehen die Planeten in ihren ganzen Bewegungen. Aber was ist unter unseren Füßen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Gegenstand der Geologie. Und wie kann ich da überhaupt Phänomene finden, dass ich mir die Frage beantworten kann, was baut eigentlich die Erdrinde, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]] auf? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr könntet mir ja die Frage beantworten. Also wie kann man überhaupt ein Bild gewinnen von etwas, was nicht mehr nur die äußere Oberfläche der Erde ist, sondern wo ich einen Eindruck gewinne von dem, was eigentlich in den Tiefen der Erde sich aufbaut. Also nicht, dass man dann meint, man müsse übersinnlich an die Dinge rangehen, sondern rein aus der Anschauung heraus. Zunächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eigentlich so naheliegend. Zunächst mal. Also Spaten nehmen. Ich könnte den Spaten nehmen, Loch graben, aber da kommt man nicht sehr weit. Das macht ihr ja hin und wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1589s Methoden zur Erforschung der Erdkruste 00:26:29] ====&lt;br /&gt;
Also dasjenige, was eigentlich als Allererstes auffallend ist in Bezug auf größere Mächtigkeiten der Erdrinde, das ist die [[w:Stratigraphie_(Geologie)|Stratigraphie]] der Erdschichtungen. Und die findet man meistens irgendwo erschlossen in den Gebirgen. Aber da ist es sehr schwierig, da sich zurechtzufinden. Man findet sie erschlossen in jedem Steinbruch. Jeder Steinbruch lässt einen im Buch der Natur lesen. Wirklich. Deswegen, wenn ich durch die Lande fahre und sehe irgendeinen Steinbruch, dann breche ich sofort die Reise ab und fahre da hin und gucke, was das ist. Das ist mir in Brasilien mal so gegangen. Da fuhren wir von [[w:Florianópolis|Florianopolis]] da irgendwo zu einem heilpädagogischen Heim. Da sah ich so einen Höhenrücken da drüben und so einen weißen Streifen. Das war ziemlich weit entfernt. Das war abends. Und da hab ich gesagt, stopp! Jetzt suchen wir den nächsten Weg. Das war so ein ganz holperiger Weg, da fuhren wir querbeet in die Landschaft auf diesen weißen Streifen zu, ich wollte wissen, was das ist. Da war das ein sogenannter [[w:Pegmatit|Pegmatit]] - ich komm da nochmal drauf zu sprechen. Dann war da so ein Tor, und da habe ich das Tor mit Gewalt aufgemacht. Da lag unten so ein großer Stein, keilförmig unter dem Tor. Da habe ich den mit den Füßen weggestoßen und den aufgehoben. Da war das ein [[w:Quarz#Variet%C3%A4ten|Bergkristall]], ein mächtiger, gewaltiger Bergkristall. Da dachte ich, hier bin ich gerade richtig. Dann sind wir da rein. Wir haben uns da rumgeguckt, die Arbeiten waren im Hintergrund. Die dachten, was sind das für Diebe, die hier des Weges kommen. Die haben Kristalle abgebaut für die optischen Gläser, so wie hier im Taunus auch. Aber das waren alles wunderbare Kristalle, die haben die zerkloppt mit dem Hammer. Die Glimmer-Pakete waren so groß - wir kommen auf den [[w:Glimmergruppe|Glimmer]] noch zu sprechen - , die [[w:Feldspat|Feldspäte]] waren alle verwittert zu [[w:Kaolin|Kaolin]]. Das ist ein weißes Tonmineral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ich hinkomme, und ich sehe nur irgendwas in der Richtung, dann weiß ich, wo ich bin. Dann weiß ich, wo ich bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Stratigraphie, das heißt, das, was der Laie entdeckt hat, die Schichtungen der äußersten Erdkruste, die kann man sich dann nach und nach erschließen, wenn man in verschiedenen Gegenden die Steinbrüche aufsucht. Oder aber [[w:Bohrkern|Bohrkerne]] studiert: heute werden ja Tiefbohrungen niedergelassen in die Erde. Und wenn man diese Bohrungen dann näher betrachtet, merkt man auch, dass man hier verschiedene Schichtungen der Erde durchstößt. Also die Stratigraphie, das ist das, die kann man eigentlich nur vernünftigerweise studieren, wo das Land, die Geografie sich verebnet. Also in großen [[w:Ebene_(Geographie)|Ebenen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber leider Gottes gibt es in den großen Ebenen keine so tiefgehenden Steinbrüche. Also die Erdablagerungen in Verebnungen der [[w:Norddeutsches_Tiefland|norddeutschen Tiefebene]] zum Beispiel, oder weit nach Russland rein, die liegen sozusagen noch in ursprünglicher Lagerung. Die obersten Schichten sind die jüngsten, die ältesten gehen nach unten. Also da kann man sich einen Aufschluss drüber verschaffen. Auch über Bergwerke, wenn man 1000 Meter abtäuft, dann weiß man auch, dass man da eine Schichtenfolge antrifft. Steinbrüche, Tiefbohrungen usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1849s Studium der Gebirgsbildungen 00:30:49] =====&lt;br /&gt;
Das Zweite ist, dass man die Gebirgsbildungen studiert. Also wenn man in die [[w:Alpen|Alpen]] kommt, oder in die [[w:Amerikanische_Kordilleren|Kordilleren]], oder in die [[w:Rocky_Mountains|Rocky Mountains]], oder wo auch immer auf der Welt, und studiert jetzt wirklich solche Gebirgsbildungen, Gesteinsbildungen im Gebirge, dann kann man auch allmählich ein Bild gewinnen für das, was unter den eigenen Füßen ansteht, aber unsichtbar ist. Im Gebirge wird es sichtbar, es ist emporgehoben. Aber sich im Gebirge zurechtzufinden in Bezug auf die entsprechenden stratigraphischen Schichten ist sehr, sehr schwer. Das hängt damit zusammen, dass durch die Gebirgsbildung nicht nur eine [[w:Hebung_(Geologie)|Hebung]] stattfindet, sondern in aller Regel auch eine Horizontalbewegung, dass ganze Schichtkörper [[w:Überschiebung|übereinander geschoben]] werden und dann möglicherweise sich falten und dann liegt plötzlich das Junge unten und das Alte oben. Also sich in den Gebirgsgegenden wirklich ein klares Bild des Krustenaufbaus der Erde zu verschaffen, das erfordert schon sehr viel Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1940s Leitfossilien als Orientierungshilfe 00:32:20] =====&lt;br /&gt;
Nun ein Weiteres in Bezug auf die Stratigraphie: Da kann man sich orientieren an den sogenannten [[w:Leitfossil|Leitfossilien]]. Das ist überhaupt die Methode, über weite, weite Gebiete, auch von Kontinent zu Kontinent, zu sagen, das gehört dann demselben Zeitalter an wie die Ablagerungen hier. In Russland, in Australien oder in Amerika, da haben sich ja zeitgleich bestimmte Prozesse vollzogen, und diese Zeitgleichheit zu entdecken, dazu dienen die Leitfossilien. Also man weiß dann, ganz bestimmte Ablagerungen haben ein ganz bestimmtes Fossil in der Evolution erhalten, sei es ein Fisch, sei es eine Pflanze, die nur in diesem Zeitalter, in dieser Form entstanden ist. Und wenn man das in Amerika findet und hier findet, dann weiß man, man ist da in einem synchronen Prozess drin. Also das können Fossilien sein von Tieren, das können Fossilien sein von Pflanzen, also Petrifakte, Versteinerungen, oder es können [[w:Mineral|Minerale]] selbst sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also in den Ablagerungen bestimmte Minerale, die nur unter Meeresbedingungen entstehen. Also zum Beispiel ist das sehr maßgeblich in der Bodenseelandschaft, im voralpinen Raum, in den [[w:Molassebecken|Molassegebieten]], da um den Bodensee herum. Wenn man Klarheit gewinnen will über die Schichten, dann ist der sicherste Hinweis, dass hier eine Süßwasserablagerung gefolgt wird von einer Meeresablagerung, weil da ein Mineral erscheint, das heißt [[w:Glaukonit|Glaukonit]]. Glaukonit bildet sich nur als Mineralkonkretion unter Meeresbedingungen. Und es ist sehr kalireich, Glaukonit. Und es ist grün. Und das sieht man dann schon an der Farbe: Das müsste eigentlich eine Meeresmolasse sein, das ist mehr eine Süßwassermolasse. Also solche Kriterien sind maßgebend, um sich Klarheit zu verschaffen über Ablagerungen verschiedener Zeitalter. Es ist heute so entwickelt, die Stratigraphie, dass man mehrere Leitfossilien für eine Schicht kennt, an der man sich orientieren kann, wenn man in Amerika ist, ob das dieselbe Schicht ist, die auch hier in Europa abgelagert ist. Das ist ein hochinteressantes Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2133s Erscheinung der Plutonite und Urgesteine 00:35:33] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres, neben der Stratigraphie und der Gebirgsbildung, ist, dass da Gesteine in Erscheinung treten, die unter den stratigraphischen Ablagerungen liegen. Also man hat oben die [[w:Erdkruste|Erdkruste]], da hat man jetzt Ablagerungen, wir kommen auf die Zeitalter im Einzelnen zu sprechen. Eine ganze Fülle von Schichten, Schichten, Schichten. Und da drunter ist was. Und das ist das Urgestein. Das sind die [[w:Plutonit|Plutonite]], die wir schon mal angesprochen haben. Wir haben oben die [[w:Sedimente_und_Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], die bilden die Ablagerungen, und darunter ist dann das eigentliche Urgestein, das man eben auch als Plutonite bezeichnet. Und ein solches Urgestein ist der [[w:Granit|Granit]]. Ich werde Ihnen noch von Goethe hier noch was vorlesen über den Granit, wenn wir irgendwann mal Zeit haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Urgestein taucht nur in den Gebirgen auf. Überall, wo Gebirgsbildungen sind, taucht etwas, was ganz, ganz tief, tief, tief unten in der Erde ist, taucht plötzlich als Gesteinsbildung in den Gebirgen auf. In verschiedensten Modifikationen. Sowohl als Granit, als auch [[w:Gneis|Gneise]] und auch andere, also eine ganze Variation, wir kommen dann auch darauf zu sprechen. Und das ist eben der gebirgsbildende Prozess. Wenn Sie zum Beispiel in die Alpen kommen, dann finden Sie an den Nordalpen, auf der Bodenseeseite sozusagen, und auf den Südalpen, auf der italienischen Seite, finden Sie hauptsächlich Sedimentgesteine, aufgetürmt in gewaltigen Mengen, Massen. Und wenn Sie in die Zentralalpen kommen, also zum Beispiel über den [[w:Grimselpass|Grimselpass]] oder den [[w:Gotthardpass|Gotthardpass]] rüber oder alle Pässe da oben, die gehen über Granit. Da ist ein Zentralstock, der jetzt da heraufgequollen ist in der Bildung der Alpen, wo das Urgestein, was unter allem die Grundfeste der Erde, der Kontinente darstellt, taucht da plötzlich auf. Also insofern hat man auch in der Gebirgsbildung die Möglichkeit, sich wirklich über die Erdkruste ein Bild zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2300s Die Tektonik und ihre Phänomene 00:38:20] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres ist die [[w:Tektonik|Tektonik]]. Tektonik heißt eigentlich auch so viel wie der Bau der Erdkruste. Aber im engeren Sinne heißt es eigentlich, dass diese Erdkruste nirgends, in den seltensten Fällen, jedenfalls nicht in der Nähe von Gebirgen, irgendwie durchgängig in Erscheinung tritt, sondern vielfach einzelne große [[w:Scholle_(Geologie)|Schollen]] der Erdkruste gegeneinander versetzt sind. Das sind [[w:Spalte_(Geologie)|Spalten]]. Wir werden sehen, auch durch Exkursionen in Steinbrüchen, wie da solche Spalten tatsächlich auf engstem Raum die ganze Erdkruste wie in einzelne Puzzles zerstückelt hat. Senkrecht meistens. Wenn man da genau hinguckt, dann kann es sein, dass von einem Gesteinskörper hier der Spalt, dann der Gesteinskörper daneben, dass der ein ganz bisschen versetzt ist. Vielleicht Zentimeter nur. Die ganze Erdkruste ist sozusagen in sich durch Erdbeben, durch alles Mögliche in dieser Weise zerstückelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Form der Tektonik sind dann die [[w:Grabenbruch|Grabenbrüche]]. Grabenbrüche oder Riftvalleys, wie man es im Englischen sagt. Riftvalleys gibt es in Amerika, in Brasilien wahrscheinlich auch. Ich habe noch keines gesehen dort. Die gibt es also hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2406s Grabenbrüche: Das Rheintal als Beispiel 00:40:06] =====&lt;br /&gt;
Der berühmteste Grabenbruch in Europa ist hier nebenan. Das ist das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Das Rheintal von Basel bis nach Frankfurt und dann noch bis Bingen, ist ein riesenhafter Grabenbruch. Da ist einfach die Erdscholle, die früher mal über die [[w:Vogesen|Vogesen]] und über dem [[w:Schwarzwald|Schwarzwald]] oben drüber lag und die heute nicht mehr da ist, die ist abgetragen, die ist erodiert, die ist einfach - wumms - abgesunken und hat die Vogesen und den Schwarzwald in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war das ein Gebirge, die Vogesen und der Schwarzwald. Dann ist plötzlich diese Erdscholle eingebrochen, und zwar 4000 Meter tief, mindestens 4000 Meter tief, sodass man in dem Grabenbruch des Rheins heute Gesteine findet, die rechts und links auch einstmals bestanden haben, die aber erodiert sind, die weg sind, abgetragen sind, aber durch das Einbrechen in den Grabenbruch heute noch nachzuweisen sind. So weiß man zum Beispiel, dass der Schwarzwald mal von [[w:Sandstein|Sandsteinen]] und [[w:Kalkstein|Kalken]] überdeckt war, die heute nicht mehr da sind. Durch den Grabenbruch findet man sie am Rand, stufenweise findet man gerade diese Gesteine wieder vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wer nach Basel fährt, heute fährt man leider durch einen Tunnel durch, aber noch vor wenigen Jahren fuhr man so am [[w:Isteiner_Klotz|Isteiner Klotz]], da sah man hier den Rhein fließen, und dann fuhr man da so eine Schlängelbahn an diesen Felsen entlang, [[w:Weißer_Jura|Weißjura]], und dieser Weißjura hat da gar nichts zu suchen. Der Weißjura hat sich mal ganz oben gebildet, wie beim Schwarzwald, wo Vogesen und Schwarzwald noch zusammenhingen. Da haben sich diese [[w:Süddeutscher_Jura|Juraablagerungen]] da oben gebildet, und durch den Grabenbruch ist dann der Jura eingebrochen und findet sich jetzt vor allem in den Randzonen -  da ist er erschlossen, da sind große Steinbrüche drin - in einer Gegend, wo es sonst überhaupt keinen Jura gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2551s Grabenbrüche weltweit und ihre Bedeutung 00:42:31] =====&lt;br /&gt;
Also die Grabenbrüche in der Welt, die sind von großer Bedeutung, und die Grabenbrüche sind meistens auch mit die fruchtbarsten Gegenden für den Ackerbau. Zum Beispiel in Amerika ist es das [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]] in Kalifornien, das ist ungefähr 1000 Kilometer lang und ungefähr 150, manchmal 200 Kilometer breit. Und da ist eine Produktivität - das war früher eine Halbwüste im Central Valley, das wird bewässert von den ganzen Flüssen, die aus der [[w:Sierra_Nevada_(Vereinigte_Staaten)|Sierra Nevada]] herunterkommen - und da ist eine solche Produktionsintensität, damit da der halbe Gemüsemarkt ganz Amerikas gedeckt wird, nur aus diesem Tal. Das ist absolut irre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Grabenbrüche, die findet man, kleinere und größere, es gibt in Deutschland viele Grabenbrüche, aber diesen einen großen hier, der ist so landschaftsbestimmend, und der setzt sich übrigens fort hier über das [[w:Nidda_(Fluss)|Nidda-Tal]], deswegen fließt hier die Nidda in einen solchen Grabenbruch, und der Main fließt noch ein ganzes Stück in einen solchen Grabenbruch in den Rhein. Das setzt sich dann fort durch die deutschen Mittelgebirge durch nach Norddeutschland, taucht da unter - die [alte] Oberfläche wurde später zusedimentiert - setzt sich fort bis in den [[w:Oslograben|Oslograben]] in Norwegen, und im Jöschersee, der Jöschersee ist der letzte Ausläufer dieses gewaltigen Grabenbruches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es nochmal einen riesen Grabenbruch auf Erden, das ist der [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanische Graben]], der zieht sich von Mosambik unten, zieht er sich rauf bis ans Rote Meer, und das [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]] selber ist auch ein Grabenbruch. Der [[w:Jordangraben|Jordangraben]] ist ein Grabenbruch. Also das sind so abgesunkene Schollen, die immer im Zusammenhang, in aller Regel im Zusammenhang mit starken Vulkantätigkeiten und vor allem mit Gebirgsbildungen im Zusammenhang stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung einer Zuhörerin über eine mögliche Grabenbildung in Brasilien]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf allen Kontinenten findet man das, aber es gibt besonders herausragende Beispiele, die stehen immer im Zusammenhang mit Gebirgsbildung. Wir werden auf das Problem nochmal zurückkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2736s Erosionsschluchten 00:45:36] =====&lt;br /&gt;
Jetzt habe ich die tektonische Varianten nochmal erwähnt, also einmal Spalten und einmal Grabenbrüche. Und jetzt kommen noch die Erosionsschluchten, wo man wunderbar die Erdkruste in ihrem Aufbau erkennen kann, und die gibt es nirgends so toll entwickelt wie in den Rocky Mountains in Amerika. Da zieht der [[w:Colorado_River|Colorado]], der Fluss von Ost nach West, und fließt bei San Diego, etwa in Südkalifornien, in den Pazifik. Und dieser Fluss hat sich über die Zeiten in die großen Tafeln der Rockies, denn die Rocky Mountains sind im größten Teil gehoben, da hat sich einfach die Erdkruste durch untermeerische Einflüsse angehoben. Ähnliches gilt in Bolivien für den [[w:Titicacasee|Titicaca-See]], das ist auch einfach hochgehoben, da findet man oben noch eine Meeresfauna im Titicaca-See, obwohl der 4000, 5000 Meter hoch liegt. Das ist alles, einstmals, aus dem Meer emporgehoben worden, und so eben auch in den Rocky Mountains. Und dann schneidet der Colorado sich in einer Erosionsschlucht 1000 Meter tief durch diese wüstenhaften Landschaften, und da kann man nun wunderbar sehen, wie eine Schicht über der anderen lagert, nahezu ungestört, in ursprünglicher Horizontale, eine Schicht über der anderen, uralt im Übrigen. Also das sind die Erosionsschluchten, die einem auch noch da Aufschluss geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2867s Die Seismik als Schlüssel zum Erdinneren 00:47:47] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt als Letztes möchte ich erwähnen das Bedeutendste von allem, mit dem man heute überhaupt über die Erdkruste bis hin zum Zentrum der Erde vorstößt, aber auf höchst abstrakte Weise, und das ist die [[w:Seismik|Seismik]]. Die Seismik, das heißt die Messung von Erdbebenwellen oder künstlich erzeugten Wellen. Und die Seismik, die hat sich natürlich schon so nach und nach vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Man kannte natürlich schon lange [[w:Seismische_Wellen|Erdbebenwellen]], aber dass man überhaupt die Seismik in dem Sinne nutzen kann, um ein Bild des Aufbaus der Erde zu gewinnen, das ist noch relativ jung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, jedes Erdbeben oder jede künstlich erzeugte Explosion auf Erden erzeugt Wellen. Und diese Wellen verlieren sich natürlich im Luftumkreis, aber man hat Atombomben explodieren lassen in Amerika, die man abgesenkt hat auf tausend Meter Tiefe. Und da sind natürlich ungeheure Explosionswellen ausgelöst worden, und da hat man überall Messapparate hingestellt, seismische Geräte, um die Ankunft der Wellen und deren Geschwindigkeit und Stärke zu messen, um auf diesem Wege auch festzustellen, wie ist der Aufbau der Erdkruste. Und da ist man heute so weit, auch durch die [[w:Tsunami|Tsunami]], die es damals in Indonesien gegeben hat, hat man heute überall über die ganze Erde seismische Stationen, wo fortdauernd die Erdbebenwellen, die fortdauern, immerfort, nur vielleicht ganz kleine, dann plötzlich gewaltige Ausschläge. Und aufgrund dieser Messungen kann man heute Erdbeben sogar voraussagen, weil bestimmte Spannungen der Erdkruste entstehen, und die lösen dann solche Wellen aus, ehe es dann wirklich zum eigentlichen Ereignis kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3019s Interpretation der seismischen Daten 00:50:19] =====&lt;br /&gt;
Diese [[w:Seismische_Wellen|Wellen]], die dringen nun ein in die Erdkruste, und je nachdem, wie jetzt die Struktur der Erdkruste beschaffen ist, werden die reflektiert. Wenn zum Beispiel [Zonen in der Erdkruste] von einem mehr festen Zustand in einen mehr plastischen oder flüssigen Zustand übergehen, dann werden sie an dieser Grenzzone entweder absorbiert oder reflektiert, diese Wellen. Und diese Wellen misst man dann vom Explosionsort entfernt gestaffelt, wann diese Reflexionswellen zurückkommen. Und dann kann man daraus berechnen, aus diesen Reflexionsereignissen berechnen, wo der Explosionsherd war, wo das Erdbeben war, in welcher Tiefe es war: man kann es heute ziemlich genau lokalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser seismischen Messungen, Untersuchungen, hat man heute einen bestimmten Aufbau der Erde, ich möchte sagen, &amp;quot;theoretisiert&amp;quot;, im höchsten Grade theoretisiert, also mit das Abstrakteste, was man sich vorstellen kann. Und trotzdem ist da was dran, weil diese Wellen ja an verschiedenen Tiefen der Erde plötzlich reflektiert werden und dann da gemessen werden und hier gemessen werden. Und man kann messen, [mittels der] Geschwindigkeit, mit der sie an der Erdoberfläche wieder erscheinen, ob es besonders heftig ist oder weniger heftig. Und darauf hat man heute ein bestimmtes Bild in Bezug auf den Gesamtaufbau der Erde. Wie gesagt, das ist das höchste Maß an Abstraktion, wie man es sich vorstellen kann, aufgrund von bestimmten Phänomenen, die nur durch einen Messvorgang auf der Erdoberfläche erfahrbar sind und erfassbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3154s Der Aufbau der Erde nach seismischen Erkenntnissen 00:52:34] =====&lt;br /&gt;
Also, was ich jetzt an die Tafel male, das beruht auf solchen Messergebnissen, aber es ist natürlich maßlos theoretisiert. Also wenn wir hier jetzt die Erde haben, dann haben wir hier oben, als Alleroberstes, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]]. Und diese Erdkruste ist nicht dicker als bei der Orangenschale, die Orangenschale ist schon ziemlich dick, die Apfelschale vielleicht. Also diese Erdkruste, die kann man heute in Bezug auf ihre Tiefe einigermaßen genau einmessen, und die liegt auf den Kontinenten, die [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentale Kruste]], also wenn das hier ein bisschen aufgebaut ist auf dem Kontinent, die liegt bei maximal 60 Kilometern. 60 Kilometer mächtig ist also die kontinentale Kruste, so sagt man heute. Und unter Gebirgstöcken ist sie noch tiefer, da geht sie vielleicht bis 70 Kilometer, 60 ist auch schon unter Gebirgstöcken gemessen, sonst ist sie zwischen 30 und 60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da ist jetzt plötzlich hier eine Grenze, und unter dieser Grenze kommt dann eine weitere Schicht, man nennt es die [[w:Mohorovičić-Diskontinuität|Moho-Schicht]], die Moho-Grenze von [[w:Andrija_Mohorovičić|Mohorovičić]]. Das war ein serbischer Geodäter oder Naturwissenschaftler, der hat im Wesentlichen diese Grenzzone als Erster erfasst. Und hier werden also so und so viele Erdbebenwellen reflektiert an dieser Grenze, nach allen Richtungen. Wenn hier Messstationen stehen, dann merkt man, hier werden, an dieser Grenze, diese Erdbebenwellen zurückgeworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3313s Lithosphäre und Asthenosphäre 00:55:13] =====&lt;br /&gt;
Dann kommt hier eine weitere Schicht, also das nennen wir mal die Kruste einschließlich aller Gebirge. Und dann kommt hier eine Schicht, die nennt man dann die [[w:Lithosphäre|Lithosphäre]]. Lithosphäre, die Gesteinssphäre, Lithos heißt auf Griechisch der Gestein. Das heißt, obwohl hier eine Grenzschicht ist zwischen Kruste und Lithosphäre, also auch noch, aber offenbar befindet sich dort schon das Gestein in einem etwas anderen Zustand an dieser 60-Kilometer-Grenze, dass hier die Erdbebenwellen überhaupt zurückgeworfen werden. Aber es ist wohl so, dass in dieser Lithosphäre noch grundsätzlich dieselbe Zusammensetzung der Gesteine, deren Mineralien und so weiter besteht wie in der Erdkruste selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gibt es eine weitere Schicht, das ist, wenn man hier so andeutet, das ist etwas mächtiger, das ist die sogenannte [[w:Asthenosphäre|Asthenosphäre]]. Und diese beiden Schichten zusammen, wenn man sie jetzt mal zusammensetzt, also die Lithosphäre, das habe ich vergessen zu sagen, die ist ungefähr 100 bis 120 Kilometer. Die Asthenosphäre ist 600 Kilometer. Und diese Asthenosphäre - ich habe nirgends irgendwo deutlichere Beschreibungen gefunden, die mir beweisen, dass die so wesentlich anders beschaffen ist als die Lithosphäre - aber es scheint so zu sein, dass hier ein Zustand besteht, eines, wie man es heute nennt, säkular-plastischen Zustandes. Das heißt, eine leichte Plastizität der Erde, die aber sich auswirkt nur in Jahrhunderten, in Bewegungsprozessen, sehr zähflüssig ist diese Schicht in Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3495s Der obere und untere Erdmantel 00:58:15] =====&lt;br /&gt;
Und diese beiden zusammen [Lithospäre und Asthenosphäre] nennt man den äußeren [oberen] [[w:Erdmantel|Erdmantel]]. Und darunter nun eine weitere Schicht, noch viel mächtiger, und die bezeichnet man jetzt als den inneren [unteren] Erdmantel. Und die geht bis zu einer Tiefe von 2900 Kilometern. Da werden wieder Wellen reflektiert hier an dieser Grenze. Also es ist unglaublich eigentlich, durch Erschütterungen an der Erdkruste setzen sich Wellen durch den ganzen Erdkörper fort, die dann irgendwo gemessen werden, [was dann] ein Hinweis darauf ist, dass da eine Grenze ist zwischen dem inneren Erdmantel und einer nachfolgenden Schicht, nach innen. Und man nimmt an, dass dieser ganze Bereich des äußeren [oberen] und inneren [unteren] Erdmantels, dass sie eben nicht flüssig sind, wie man immer meint, weil das Magma da oben aus den Vulkanen rauskommt, sondern zähplastisch. Also es sind keine kristallisierten Mineralien mehr zu finden, nur noch in der Lithosphäre. Aber in der Asthenosphäre und dem inneren Erdmantel, da handelt es sich um eine zähplastische Masse. Man sagt immer noch fest, aber zähplastisch. Komisch, aber so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3633s Der Erdkern und seine Schichten 01:00:33] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt gibt es darunter wiederum einen Schichtkörper, das sind sogenannte Kugelschalen, die man sich da so vorstellt, einen Schichtkörper. Und den nennt man den inneren Erdmantel - Entschuldigung, den oberen Erdmantel und den unteren Erdmantel [bereits oben besprochen, ist hier eigentlich eine Wiederholung] und dann den inneren Erdmantel [wahrscheinlich ist hier der &amp;quot;[[w:Erdkern#%C3%84u%C3%9Ferer_Kern|äußere Erdkern]]&amp;quot; gemeint, der sich unter dem &amp;quot;Erdmantel&amp;quot; anschließt]. Und der hat eine Tiefe, reicht bis auf 5000 Kilometer. So, solche Sachen misst man, also folgert aus den Messungen, dass das so ist. Aber immerhin etwas. Und von dem behauptet man, der sei flüssig. Also hier ist effektiv eine Zone, die aufgrund der Messungen und der Interpretation der Messungen hindeutet, dass hier der äußere Erdkern [...] [ist]. [...]. Und der, behauptet man, der ist flüssig, und zwar bestünde der im Wesentlichen aus Schwefeleisen. Das sind alles Folgerungen. Aus Schwefeleisen, also aus Pyriten, aber eben flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt - jetzt müssen wir noch eine Farbe finden - und dann kommt der innere [...] [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Erdkern#Innerer_Kern|Erdkern]]], mit dem Erdmittelpunkt und einer Tiefe von 6371 Kilometern. Das ist der Erdhalbmeter. So, also so ein Aufbau, von dem geht man heute aus, dass die Erde so aufgebaut wäre, aufgrund nur seismischer Messungen. Also man hat keine unmittelbare Anschauung von dieser Sache, sondern man geht davon aus, dass die Vulkane auf der Erde gespeist werden aus dieser Sphäre, aus der Asthenosphäre, dass da plötzlich durch Sauerstoffzufuhr gegen die Erdkruste hin mit genügend Sauerstoff, dann erhitzt sich das Material so maßlos, dass es dann flüssige Lava wird, die da oben rausquillt aus dem Vulkan. Aber hier ist der Druck so groß und die Verhältnisse sind so, dass es nur bis zum Zustand des Zähplastischen kommt und erst flüssig in diesem äußeren Erdmantel wird, und dann erst in den äußeren Erdkern und schließlich im Erdkern. Der ist wieder fest, stellt man vor als fest, und zwar in Form von Eisennickel. Da sind unglaubliche Theorien damit verbunden, aber so ist es nun mal. Also auch rein mechanisch, rein materialistisch, rein materiell, da ist kein anderer Gesang drin als dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so ist das Bild, was man heute hat, grob gesprochen. Da steckt viel Intelligenz drin, aber es ist eben das meiste sind Schlussfolgerungen. Also man schließt eben aus nur diesen wenigen Messungen, schließt man auf solchen Aufbau der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3965s Das Innere der Erde aus Sicht der Geisteswissenschaft 01:06:05] ===&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich wenigstens erwähnt haben, mehr möchte ich damit gar nicht, was nun Rudolf Steiner eigentlich dazu sagt. Und das Interessante ist, dass Rudolf Steiner 1906 Vorträge gehalten hat im Anschluss an das große [[w:Erdbeben_von_San_Francisco_1906|Erdbeben von San Francisco]]. Das war 1906, glaube ich. Und da [schwer verständlich] [sind] viele Menschen an Rudolf Steiner herangetreten: Ja, wie ist es möglich, dass so etwas passiert, dass eine ganze Stadt in einem fürchterlichen Ereignis und anschließenden Brand einfach untergeht mit unendlich vielen Opfern? Wie ist es denkbar, dass so ein Ereignis stattfinden kann? Was liegt davor? Und wahrscheinlich, ich gehe davon aus, dass Rudolf Steiner daraufhin dann [[a:GA_96|diese Vorträge]] gehalten hat, nur 1906 und nie wieder, und zwar an verschiedenen Orten in verschiedenen Variationen. Und da schildert er den Aufbau der Erde vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der ist nun so, dass er dort eine Achtgliederung des Erdinhalts schildert und noch eine neunte, über die man eigentlich nicht sprechen kann: das Zentrum des Bösen, des objektiv Bösen, evil. Und also, für mich ist es einfach ein Phänomen, es kann eigentlich nur der Auslöser [für die Vorträge(?)] dieses Erdbeben von San Francisco gewesen sein, und die Fragen [der] Menschen. Und Rudolf Steiner hat grundsätzlich nur Stellung genommen zu Sachen, die er gefragt worden ist. Und ich habe diese Vorträge alle gelesen, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wer kommt schon so ohne weiteres damit zurecht, wenn Rudolf Steiner in der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; von den [[a:Hierarchien#Gliederung_der_Hierarchien|neun Hierarchien]] spricht, das habt ihr ja wohl gelesen, oder? In der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; habt ihr wohl gelesen von den Seraphim und den Cherubim und den Thronen und von den Geistern der Weisheit, den Kyriotetes, von den Geistern der Dynamis, der Geister der Bewegung, und dann den Exusiai, den Geistern der Form und dann die Geister der Persönlichkeit, und dann die Erzengel und die Engel, neun Hierarchien. Und jetzt erscheint als geisteswissenschaftliches Forschungsergebnis, dass die Erde in ihrem inneren Aufbau [[a:Erdinneres#Die_neun_Schichten_des_Erdinneren|neun-gliedrig]] ist. Quasi, also das sind jetzt meine Worte, das habe ich nicht so bei Rudolf Steiner gelesen, also ich meine, dass es eigentlich eine Art Gegenspiegel ist zu den neun Hierarchien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4183s Die 9 Schichten der Erde nach Rudolf Steiner 01:09:43] ====&lt;br /&gt;
Und er spricht da als erste Schicht, ich möchte das jetzt nicht an die Tafel malen, als erste Schicht von der Mineralerde, also das, was man die Erdkruste auch nennen könnte, die Mineralerde. Und dann spricht er von einer zweiten Schicht, das ist die Weicherde. Das kann man auch noch nachvollziehen, also in etwa mit der Asthenosphäre, also klassisch die Weicherde, also durchaus noch mit der Erdkruste verwandt, aber eben weich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt eine dritte, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. Er nennt es Dampferde, aber er meint da nicht irgendwie so einen äußeren Dampf um Wasser unter hohem Druck, sondern es ist eine ganz andere Terminologie, aber doch ein Zustand, der eigentlich gar nicht mehr materiell zu denken ist, also ein Zustand, wo sozusagen das Materielle immer weniger noch als solches stoffbildend auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann als viertes die Wassererde. Auch da nicht nur das äußere Wasser gemeint, das ist nur ein Ausdruck dafür, dass da ein etwas anderer Zustand des Geistigen, eines aber gegenbildlich Geistigen, auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünfte Schicht wird bezeichnet als die Fruchterde. Die Fruchterde. Und wenn er die schildert, diese einzelnen Schichten, dann merkt man, es ist immer das Gegenbild zu den höheren Hierarchien, in etwa. Immer das Gegenbildliche, also das Untersinnliche, nicht das Übersinnliche, sondern das Untersinnliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die sechste Schicht wird die Feuererde genannt. Und die siebte Schicht der Erdenspiegel, wo sich sozusagen alle diese Ereignisse, die über der Erde in ihrem Gegenbild erscheinen, alles, was sonst in der Natur oder überhaupt in Gedankenformen, Ideenformen auftreten kann, was wir denken können, erscheint gegenbildlich, genau das Gegenteil in dem Erdenspiegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die achte Schicht wird dann eben der große Zersplitterer genannt, also Arimans Reich im eigentlichen Sinne. Und die neunte Schicht, die bezeichnet er dann als nichts, eigentlich nichts irgendwie beschreibbar, als das Zentrum des Bösen schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4377s Die untersinnliche Welt 01:12:57] ====&lt;br /&gt;
Also wir sprechen ja von der Übersinnlichkeit. Das heißt, dass der Mensch ist heute in seinen Gedanken zwar übersinnlich, aber die knüpfen immer noch an die sinnliche Welt an. Wir praktizieren ständig Übersinnlichkeit in unserem Gedankenleben, in unserem Gefühlsleben, in unserem Willensleben. Das ist alles übersinnlich, aber es braucht sozusagen die sinnliche Wahrnehmung, um aktiviert zu werden. Und das kann man den Schritt tun zur höheren Erkenntnis über die Imagination, zur Inspiration, zur Intuition, also die Schritte der übersinnlichen Erkenntnis. Und alle diese Schritte zur übersinnlichen Erkenntnis muss der Mensch, kann er nur erreichen, wenn er eben auch ein Bewusstsein für die [[a:Untersinnliche_Welt|untersinnliche Welt]] entwickelt. Das heißt, die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Man kann nur zu einer übersinnlichen Erkenntnis fortschreiten, wenn man gleichzeitig sich selber ausliefert, konfrontiert mit dem Bösen. Das ist die untersinnliche Welt, also wo Magnetismus, Elektrizität und Kernenergie wirksam sind. Das sind die drei untersinnlichen Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4463s Untersinnliche Kräfte 01:14:23] =====&lt;br /&gt;
Also die Kernenergie ist nicht nur ein elektromagnetisches Phänomen, sondern das ist ein Phänomen, die Kernspaltungen, also dass die Protonen gespalten werden, da werden Kräfte frei, die noch anders sind, andere sind als die elektromagnetischen. Das ist die dritte Kraft, auf die Rudolf Steiner hingewiesen hat, schon lange bevor die erste Kernspaltung stattgefunden hat, die sogenannte dritte Kraft. Und man möge wünschen, dass die Menschheit in ihrer Moralität so weit fortgeschritten sein wird, dass sie die Folgen der Entdeckung dieser dritten Kraft überhaupt besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann 1938, im Januar, im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, hat Hahn, Strassmann und Lise Meitner [[w:Entdeckung_der_Kernspaltung|die erste Kernspaltung]] im Versuch vollzogen. Also wir haben es hier mit der Schilderung aus der Geisteswissenschaft mit etwas zu tun, was ganz in die Untersinnlichkeit führt, also in das Reich der Antikräfte, zu dem, was Evolutionskräfte sind, die Antikräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mit denen gehen wir ja heute mit unseren Technologien, die wir heute so handhaben, mit der digitalen Welt, gehen wir ja ständig damit um. Also die ganze digitale Welt, ich halte sie für die größte Gefahr der Menschheit überhaupt, der wir uns heute, seit 20, 30 Jahren gestellt sehen. Es ist nicht die Atomenergie, sondern die digitale Welt, wo diese untersinnlichen Kräfte nicht nur jetzt explosiv irgendwo wirksam sind, sondern sie ergreifen die [[A:Seele|Seele]] des Menschen und verformen, verändern die Seele des Menschen, dass er eines Tages überhaupt nicht mehr weiß, wer er selber eigentlich ist, sondern nur noch Roboter und nur noch ausführendes Organ von Wesen, die über ihn herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Bild aus der [[A:Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaft]]. Ich wollte es nur erwähnt haben, es hat keinen Sinn, darüber zu spintisieren. Man muss es als Tatsache einfach mal hinnehmen, dass die Geisteswissenschaft dazu diese Ergebnisse gibt. Das ist 1906. 1909 schreibt [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die &amp;quot;[[A:Geheimwissenschaft im Umriß|Geheimwissenschaft]]&amp;quot;, da ist nichts davon enthalten, interessanterweise. Da spricht er dann über den [[A:Christus|Christus]] und alles das, was damit im Zusammenhang steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4635s Das Gesicht der Erde 01:17:15] ===&lt;br /&gt;
So, aber jetzt, die Zeit ist leider schon so weit fortgeschritten. Ich möchte jetzt wenigstens noch erwähnen, wie man verstehen lernen kann das Gesicht der Erde. Die Erde, die ganze Erde hat ja ein bestimmtes Gesicht, und dieses Gesicht ist gekennzeichnet dadurch, dass da die Kontinente, sie finden die da im Wasser, irgendwo im Meereswasser auftauchen als ganz eigenständige Gebilde. Und der größte Teil ist eigentlich Meerwasser, knapp 71% der gesamten [[w:Erdoberfläche#Daten|Erdoberfläche]] ist Meerwasser. Stellen Sie sich das mal vor, fast drei Viertel der Erdoberfläche sind Meerwasser, zusammenhängende Meere, und nur ein Viertel, in etwa ein bisschen mehr wie ein Viertel, sind kontinentale Gebilde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt sind ja diese Kontinente so eigenartig verstreut in der nördlichen Hemisphäre hauptsächlich. Der größte Anteil an kontinentalen Gebilden finden Sie in der nördlichen Hemisphäre und die größte Meeresfläche in der südlichen Hemisphäre und natürlich im Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4743s Rätsel der Verteilung der Kontinente 01:19:03] ====&lt;br /&gt;
Wie kommt es dazu, dass wir dieses Gesicht der Erde haben? Welche Kräfte waren da im Spiel, dass dieses Verhältnis von Meer und Wasser in dieser Form entstanden ist? War das immer so? Gilt hier absolutes Prinzip der Aktualität und so weiter? Und das ist alles außerordentlich rätselvoll. Und doch ist man heute durch die verschiedensten Untersuchungen sehr weit gediehen, das erklärlich zu machen, wenn es auch nach wie vor in Bezug auf die treibenden Faktoren unerklärlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie auf die Landkarte gucken, wir müssen die morgen da mal aufhängen, dann sehen Sie ja, dass wir eine Reihe von Kontinenten haben. Das ist einmal Nordamerika, Südamerika und dann Europa, zusammenhängend mit Asien, und dann der ganze afrikanische Kontinent, mächtig, gewaltig, und dann eben noch Australien und die Antarktis. Das sind die Kontinente. Also Antarktis, Australien, Eurasien, Südamerika, Nordamerika. Was habe ich noch vergessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Zuhörerin]&#039;&#039;&#039; Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie kommt es zu dieser seltsamen Verteilung über die Erdoberfläche? Und nun hat man schon immer gerätselt, wenn man auf die Landkarten geguckt hat, seit es Landkarten gibt, dass da so eine eigenartige Formgestalt sich findet zwischen Afrika und Südamerika, dass die irgendwie, wenn man die ein bisschen verschiebt, dass die da so zusammenpassen. Und man hat natürlich gerätselt, alles Mögliche, bis man eines Tages etwas entdeckt hat, was umwerfend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat nämlich entdeckt in Brasilien, also mehr an der Ostküste, aber mehr nach Süden, nach Argentinien auch hin bis runter nach Feuerland, hat man entdeckt, dass da so kugelrunde Gesteine sich finden. Und dann hat man diese Steine untersucht - das sind im wesentlichen [[w:Granit|Granite]] - und dann hat man plötzlich in Südafrika dasselbe entdeckt, die sogenannten [[w:Tillit|Tillite]]. Und dann hat man in Südindien und an der indischen Westküste auch solche Tillite entdeckt. Da war man sprachlos, erst einmal diese rundlichen Formen, große und kleine Gebilde. Und dann hat man sogar Gekritze – Gekritze heißt Ritze, also so kleine Schleifspuren drauf entdeckt, Gekritze nennt man das. Und dann sagten die, das können ja nur Eiszeitablagerungen sein, Ergebnisse von Eiszeiten, Findlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Ergebnis war, dass man gesagt hat, die sind ja alle unterschiedlicher granitischer Herkunft, aber immerhin müsste das mal zusammengehängt haben, das Ganze. Und dann hat man sogar noch gesehen, dass die Tillite in Ostafrika, also in Afrika, aber an der Westküste, da in Nigeria – nicht in Nigeria, sondern Angola, und dann kommt ja der Kongo, der einen ganz schmalen Streifen zum Atlantik hat, und dann kommt Nigeria – dass in dieser Gegend die [[w:Streichen_(Geologie)|Ausrichtung]] dieser Tillite dieselbe ist, wie man sie in Brasilien gefunden hat, die Strömungsrichtung, wie die abgelagert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gab es andere Forscher, die haben dann in Ostafrika, in diesem Winkel da unten, wo Afrika sich ausbuchtet nach Westen – das ist also Nigeria im Wesentlichen – da haben die die Pflanzen studiert und haben festgestellt, dass da oben in Brasilien sich dieselben Pflanzen finden, vor allen Dingen Versteinerungen von Pflanzen. Die Pflanzen haben sich ein bisschen verändert in der Zwischenzeit, die jetzt rezenten Pflanzen. Aber die Versteinerungen, die man in Ostafrika gefunden hat, finden sich auch in Südamerika, da oben im Nordosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4845s Alfred Wegeners Theorie 01:20:45] ====&lt;br /&gt;
Und aufgrund all dieser Beobachtungen kam dann ein Mann, der hieß [[w:Alfred_Wegener|Alfred Wegener]]. Also das ist eine echte Berühmtheit, der Alfred Wegener. Der war Klimatologe, kein Geologe, aber ein Geophysiker und Klimatologe, 1880 geboren und 1936 im Inlandeis von Grönland ums Leben gekommen, auf einer Expedition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann hat in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg und dann im Ersten Weltkrieg eine Theorie aufgestellt, die besagt, dass es mal einen Kontinent gegeben habe, [[w:Pangaea|Pangea]] genannt. Pangea, das ist Griechisch. &amp;quot;Pan&amp;quot; heißt überall, also zusammenhängend ein Ding, und &amp;quot;Gea&amp;quot; eben die Erde. Und dass dieser Kontinent einmal Australien, Indien, die Antarktis, Afrika und Südamerika vereint hat. Ein großer Südkontinent, genannt Gondwana, der [[w:Gondwana|Gondwana-Kontinent]]. Das ist ein indischer Stammteil in Südindien, der so ähnlich heißt, Gondar. [Anmerkung: Gondwana war ursprünglich ein eigener Kontinent, der später einen Teil Pangeas bildete].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war natürlich so kühn, sowas zu sagen damals, dass dieser Alfred Wegener mit allen Mitteln, die die Wissenschaft nur irgend zur Verfügung hatte, verspottet worden ist und quasi an die Wand gestellt worden ist und als der größte Fantast hingestellt worden ist, wie man sich denken kann. Und der hat das alles begründet mit diesen Phänomenen, was die Flora, die Versteinerungen angeht, hier und dort und eben diese eiszeitlichen Ablagerungen und so weiter. Er hat gesagt, die beiden Kontinente fügen sich so wunderbar. Er wurde völlig verlacht, und er hat sein ganzes Leben darauf verwendet, nachzuweisen, dass es einen eurasischen und anhängend einen nordamerikanischen Nordkontinent gab, dazwischen ein Meeresgürtel, und einen großen Südkontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mal bei den Griechen nachforscht, dann sprechen die immer vom [[w:Okeanos|Okeanos]]. Und dann meinten die einen Wassergürtel um die Erde herum, also wofür heute noch das Mittelmeer ein letzter Rest ist, das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, noch ein letzter Rest ist von diesem einzigen erdumspannenden Mittelmeer. Die Griechen haben ja die Erde noch wie einen Diskus angesehen, eine Flachscheibe, wie einen Diskus, und außenrum diesen Okeanos. Das sind noch so letzte Reste von urältesten, nennen wir es, Erinnerungen in der Menschheit, dass offenbar dieser Okeanos, dieser erdumspannende Wassergürtel, bestanden hat und ein Südkontinent im Süden, ein Nordkontinent in der nördlichen Halbkugel. Er wurde verlacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5291s Die Entdeckung des mittelatlantischen Rückens 01:28:11] ====&lt;br /&gt;
Nun kam jetzt noch folgendes Phänomen hinzu, dass die Deutschen Ende der 20er Jahre, Anfang der 30er Jahre ein Forschungsschiff ausgerüstet haben, die &amp;quot;[[w:Meteor_(Schiff,_1924)|Meteor]]&amp;quot; hieß die. Und die waren ausgestattet mit allen Messinstrumenten, die man damals zur Verfügung hatte, ausgefeilteste [[w:Echolot|Echolote]], die aus dem U-Boot-Krieg des Ersten Weltkrieges heraus entstanden sind und insbesondere nach der Katastrophe, die mit dem Eisberg gesunken ist, das Schiff südlich von Neufundland, die Titanic.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Zeit hat man angefangen, Echolote zu entwickeln, weil die hatte keine Echolote, deswegen ist sie zusammengestoßen mit dem Eisberg. Und die &amp;quot;Meteor&amp;quot; war ausgestattet mit allen Messinstrumenten, und die haben den ganzen Atlantik abgefahren in den 20er, 30er Jahren und haben festgestellt, dass es im Atlantik ein Hochgebirge gibt, der sogenannte [[w:Mittelatlantischer_Rücken|mittelatlantische Rücken]]. Und natürlich hatten die keine Kenntnisse von der Gesteinsart da unten, sondern die hatten nur die Tatsache, dass der da besteht, und zwar 3000 bis 4000 Meter hoch vom Meeresboden unten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann blieb die ganze Entwicklung stehen durch den Zweiten Weltkrieg, da passierte nichts mehr. Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner die Meeresforschung so richtig in Gang gesetzt und haben den ganzen Pazifik abgefahren mit dem Echolot, und haben da auch so seltsame Meeresrücken gefunden im pazifischen Raum, untermeerisch. Dann haben sie angefangen, den &amp;quot;[[w:Glomar_Challenger|Glomar Challenger]]&amp;quot; zu bauen, auch ein Forschungsschiff, die Amerikaner, und die haben Tiefseebohrungen gemacht. Da hatten sie zum ersten Mal den Beweis über die Beschaffenheit des Tiefseebodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5423s Die Erkenntnis der basaltischen Tiefseeböden 01:30:23] ====&lt;br /&gt;
Und was kam raus? Das sind alles keine [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentalen]] Strukturen, sondern das ist alles [[w:Basalt|Basalt]]. Dass die eigentlichen Tiefseeböden und der mittelatlantische Rücken, das ist alles Basalt. Das hat mit Granit und all dem, was die Kontinente ausmacht, überhaupt nichts zu tun. Das war schon mal ein unglaubliches Ereignis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann haben die Amerikaner und die anderen Länder auch angefangen, mit Forschungsschiffen den ganzen Meeresboden weltweit zu kartieren, am wenigsten der Indik [indischer Ozean]. Das hat man ja gemerkt bei dem Absturz [[w:Malaysia-Airlines-Flug_370|dieser Maschine]], wo sie noch immer suchen, wo sie geblieben ist, diese Maschine, die in Indonesien [Korrektur: Malaysia] gestartet war, nach Peking fliegen sollte und dann irgendwo verschwunden ist im Indik. Das sucht man ja noch heute. Dieses Gebiet war noch nie wirklich kartiert, das fangen sie jetzt erst an aufgrund dieses Ereignisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls entdecken die plötzlich, dass die Tiefseeböden alle Basalt sind, durchgehend. Keine granitische Struktur, keine kontinentale Struktur, nichts, gar nichts, sondern alles Basalt. Und zwar hat man dann festgestellt, durch alle möglichen Messungen, dass die Mächtigkeit dieser [[w:Ozeanische_Erdkruste|Tiefseeböden]] sehr gering ist, keineswegs 60 Kilometer, sondern nur 10 Kilometer mächtig, maximal 10 Kilometer. Also ganz hauchdünne Schichten zu den unterliegenden, zur Asthenosphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5536s Die Plattentektonik und die Bewegung der Kontinente 01:32:16] ====&lt;br /&gt;
Darauf hat man nun gemerkt, eigentlich hat ja Alfred Wegener gar nicht so Unrecht. Dann hat man den genau studiert und hat gemerkt, in allem stimmt das, was er gesagt hat. Und hat dann gemerkt, dass die ganze Erde sich auflöst in bestimmte Platten. Man nennt es Platten, die Plattentektonik, und zwar in [[w:Plattentektonik#Die_Lithosph%C3%A4renplatten|sieben Riesenplatten]]. Die größte dieser Platten ist die eurasische Platte, also Europa plus Asien, einschließlich dem Indien. Und eine zweite Platte ist dann Australien mit dem indonesischen Archipel. Und eine dritte Platte ist die Antarktis, eine vierte ist Südamerika, eine fünfte ist Nordamerika, und eine sechste ist der Atlantik, und eine siebte ist der Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also plötzlich löst sich die ganze Erde in Plattenstrukturen auf. Und die [[w:Plattentektonik#Gebirgsbildung_und_Vulkanismus_im_Licht_der_Plattentektonik|Plattengrenzen]] sind dadurch charakterisiert, dass da der größte Vulkanismus ist und dass diese Platten offensichtlich in Bewegung sind und dass man heute noch durch genaueste Messungen nachweisen kann, dass Südamerika und Nordamerika im Jahr ungefähr ein bis zwei Zentimeter voneinander sich entfernen in einem Jahr. Etwas ist es schon, aber in 100 Jahren ist es ein bisschen was.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, wie ist das jetzt zu verstehen, diese Problematik, dass die Kontinente einmal eine Einheit gebildet haben, der Südkontinent und der Nordkontinent? Die sind eben so einschließlich Nordamerika, einschließlich Grönland, die hingen alle zusammen, und dann plötzlich sind die auseinander gedriftet und bilden heute das Gesicht der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige Kontinent, der einen Ruhepol bildet, weitgehend jedenfalls, ist der afrikanische Kontinent. Der ist &amp;quot;in situ&amp;quot;, an dem Ort schon immer gewesen, hat sich ein bisschen gedreht, ist auch ein bisschen nach Norden gewandert, aber jedenfalls ruht der noch so urtümlich wie in den Urzeiten, und alle anderen Kontinente sind davon geschwommen. Australien hing früher an Afrika dran, Indien hing früher an Afrika dran, und ebenso die Antarktis und ebenso Südamerika, und bildeten diesen Gondwana-Kontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5734s Ausblick 01:35:34] ===&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns dann morgen – wie lang machen wir? Die Zeit ist längst um, oh Herrgott, wie sollen wir jetzt aufhören? Also, dann wollen wir dann morgen nochmal die treibenden Kräfte versuchen aufzusuchen, die dieses Kontinentaldrift, wie man sie auch bezeichnet, oder Kontinentalverschiebung, wie sie Alfred Wegener bezeichnet hat, wie das – ob es da einen Erklärungsgrund dafür geben kann für diese Tatsache. Das wollen wir dann morgen betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich möchte jetzt schon sagen, das wird auch genauso mechanisch gesagt wie alles andere auch, und kein Mensch kann sagen, was eigentlich die Idee hinter dem Ganzen ist. Goethe hat grundsätzlich gefragt, wenn er irgendein Phänomen aufgesucht hat, nicht das Phänomen jetzt stehen zu lassen und daran eine Theorie zu knüpfen, sondern immer gefragt: Was sind die treibenden Kräfte, die dieses Phänomen hervorgebracht haben? Und das muss man sich auch heute fragen: Was sind die treibenden Kräfte eigentlich, die dieses Gesicht der Erde geschaffen haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wollen wir uns dann morgen nochmal kurz damit befassen, und dann müssen wir übergehen zur Gesteinskunde, wo wir uns mal die verschiedenen Gesteine anschauen. Und dann wollen wir uns noch kurz mit einer Zeitbetrachtung befassen: Wie kann man überhaupt ein Verständnis entwickeln für Zeitepochen? Ob man von Millionen Jahren eigentlich überhaupt sprechen kann, ist es überhaupt zulässig, Milliarden Jahren? Und dann wollen wir uns mit den verschiedenen Schichten des Krustenaufbaus der Erde genauer im Einzelnen befassen, bis hin zu den Gebirgsbildungen, bis hin zu den Landschaftsstrukturen, die wir heute vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen früh machen wir weiter. Ich lasse das Buch hier nochmal liegen, da will ich eigentlich gerne morgen noch was vorlesen, wenn wir irgendwie Zeit hätten, von Goethe über den Granit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5901s Fragen 01:38:21] ===&lt;br /&gt;
[Frage von Zuhörer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist denn das mit dieser Bewegung der Kontinente oder dieser Platten? Das ist ja eine Masse, eine definierte Masse, die sich frei bewegen kann, und ein rotierender Körper in Bewegung im Raum und in sich selbst. Bei Verschiebung der Masse auf einen Punkt haben wir ja in der Physik das Problem des Ungleichgewichts, der Unwucht. Was würde denn passieren, wenn man diese ganze Masse theoretisch berechnet, konzentrieren würde an einem Punkt? Was würde mit der Achse der Erde passieren, mit der Position der Erde im All im Verhältnis zu den anderen Planeten? Mir kommt dann dieser Gedanke, dass diese Bewegung eine Ausgleichsbewegung ist in Bezug auf die Bewegung der Erde im gesamten Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber stell dir mal vor, dass die Nordhalbkugel die größte Masse der Kontinente enthält, und die Südhalbkugel die größte Wassermasse, in Verbindung mit dem Pazifik. Das sind so – Wasser hat das spezifische Gewicht von 1, und die Gesteine, die leichtesten Gesteine, haben das spezifische Gewicht von 2,4 bis 2,6. Das heißt also, wie kommt es dazu, dass viel schwerere Gesteine als das Wasser sich an der Nordhalbkugel konzentrieren und sich nicht gleichmäßig irgendwo durch die entsprechenden Kräfte von Nord- und Südpol und allem, was dazwischen an magnetischen Strömungen läuft, dass die sich nicht gleichmäßig verteilt haben? Das müsste doch eigentlich so sein, aber es ist eben nicht so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es ist viel widersprüchlicher, auch in dem heutigen Weltbild, was man hat, in dieser Hinsicht, so viel Widersprüchliches. Und dennoch muss man sagen, die Tatsache, dass sie mal zusammenhängend waren und dann auseinander gedriftet sind, die kann man nicht mehr widerlegen. Da sprechen alle sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen, also was vor allem die Flora und Fauna angeht, die Versteinerungen und auch die Mineralkörper, gerade die eiszeitlichen Ablagerungen, eine Eiszeit, die vor unserer Eiszeit war, die sogenannte [[w:Permokarbonische_Vereisung|permokarbonische Eiszeit]], da kommen wir nochmal drauf zurück, die damals abgelagert wurden. Es sind so viele Phänomene, die dafür sprechen, dass da Kräfte wirksam waren, ganz spezifischer Art, die sich nicht einfach nur berechnen lassen aus der Achsenstellung der Erde oder Fliehkräften oder sonst wie. Theorien gibt es noch und noch, und jede greift irgendein Phänomen auf, aber dann merkt man, es steht im totalen Widerspruch zu anderen Phänomenen, und man ist da noch an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Plattentheorie gilt heute. Es gibt sieben große Platten und fünf kleine Platten. Die gilt für so schlüssig, man meint, da ist man heute der Überzeugung, die sei so absolut erklärbar aus allen Zusammenhängen, dass es so ist. Und da kommt dann plötzlich wieder so einer, Wunderlich [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Hans_Georg_Wunderlich|H. G. Wunderlich]](?)] hieß der, der ist leider Gottes in jungen Jahren gestorben, aber das war ein genialer Geologe, so ein Kerl, was hätte der noch in seinem Leben zurechtrücken können. Der fängt dann an, sogar die Plattentheorie zu kritisieren, was auch keiner gewagt hat, sondern sie meinen alle, das sei jetzt klar, die sogenannten Plattentheorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phänomene sind auch da, da gibt es Plattengrenzen, die schieben sich aneinander vorbei und erzeugen Erdbeben und alles Mögliche. Das werden wir morgen nochmal sehen. Aber dieser hat sich erkühnt, der Wunderlich, Professor für Geologie in Stuttgart, auch selbst diese Theorie anfängt und hoch, hoch intelligent infrage zu stellen. Also man merkt, das Ganze ist immer noch im Prozess, es geht immer weiter, immer weiter. Aber jeder Schritt ist eben ein Erkenntnisschritt auf dem Wege, und eines Tages, wie der Goethe gesagt hat, wird gewiss einer kommen, der da quasi – wir wollen ihm vorarbeiten. Gut, also dann, bis morgen.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge  [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|1]] - [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|2]] - [[Geologie - 3. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|3]] - [[Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|4]] - [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|5]] - [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|6]] - [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|7]] - [[Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|8]] - [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|9]] - [[Geologie - 10. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|10]] - [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|11]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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* „Und dann 1869 [[Gregor Mendel]] mit der Begründung der Vererbungstheorie. Er hat die Vererbungsgesetze experimentell entdeckt …“ [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Einleitung und Rückblick 00:00:27|| Klett, M. Geologie, 2. Folge, 2017, 00:00:27]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_2._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11427</id>
		<title>Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T13:10:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 2. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A|thumb|Vortrag vom 17. Juli 2017[https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=27s Einleitung und Rückblick 00:00:27] ===&lt;br /&gt;
Ja, also, können wir fortfahren. Die letzten fünf Minuten, habe ich gehört, die sind nicht mehr so ganz aufs Band gekommen. Ich will nochmal kurz wiederholen, was da am Ende unserer Vortragsbetrachtung ich noch versucht habe anzudeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte zuletzt gesagt, dass [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die gesamte [[A:Anthroposophie|anthroposophische Geisteswissenschaft]] gegründet hat, auf die Tatsache, dass drei maßgebliche Persönlichkeiten im 19. Jahrhundert als Hauptvertreter des Materialismus in Erscheinung getreten sind. Und das war erstens [[w:Matthias_Jacob_Schleiden|Schleiden]], der Begründer der [[w:Zelltheorie|Zellentheorie]], dass der Organismus aufgebaut ist aus Zellen. Das konnte man vorher gar nicht denken, der Mensch war Mensch, und jetzt ist der Mensch gar nicht mehr so richtig von Bedeutung, sondern es ist nur eine Anhäufung von Zellen. Also, Begründer der Zellentheorie, Schleiden, übrigens erwähnt er den Schleiden auch im Landwirtschaftlichen Kurs, im ersten Vortrag, im Zusammenhang mit dieser Regengeschichte, der Regentonnen, ob das Regenwasser eine andere Qualität hat als das Brunnenwasser beim Waschen. Erinnert ihr euch, [[Landwirtschaftlicher Kurs]], der erste Vortrag, wo der Andere gesagt hat: &amp;quot;Nee, nee, lass mal die Frauen entscheiden.&amp;quot; Und da haben sie alle, wenn Vollmond war und Regenschauer zu erwarten war, haben sie ihre Wäsche gewaschen und nicht bei Neumond. Das ist diese Geschichte, wo der Schleiden auch eine Rolle spielte. Also der Schleiden als Begründer der Zellentheorie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Zweite: [[w:Charles_Darwin|Darwin]] mit der Begründung der Deszendenztheorie, also [[w:Abstammungstheorie|Abstammungslehre]], 1859. Und dann 1869 [[w:Gregor_Mendel|Gregor Mendel]] mit der Begründung der [[w:Genetik#Geschichte|Vererbungstheorie]]. Er hat die Vererbungsgesetze quasi entdeckt, experimentell, Gregor Mendel. Die habe ich genannt als diejenigen, die jetzt, wo Rudolf Steiner gesagt hat, die waren Voraussetzungen, dass er überhaupt mit der Anthroposophie, ... die auf die Erde bringen konnte, weil die sozusagen die rein vom sinnlichen Wahrnehmen ausgehenden Phänomene, weil die sozusagen die in die Theorie erhoben haben und damit Generalaussagen gemacht haben über die Entstehung des Lebens. Zellentheorie, Deszendenztheorie und Vererbungslehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=223s Die Urknalltheorie und ihre Implikationen 00:03:43] ====&lt;br /&gt;
Und heute ist es so, dass diese Polterkammer, von der schon Goethe gesprochen hat, das heißt, dass das eigentlich alles nur durch Zufall irgendwie zusammengewürfelt, dann das evolutive Produkt der Pflanzenwelt, der Tierwelt, den Menschen hervorgebracht hat, dass es alles Zufallserscheinungen sind, dass das Primat die Materie hat. Das ist das Erste und Letzte. Die Materie. Und alles andere, was an Pflanze, an Tierwelt, an Menschheit da ist, ist nur abgeleitet, entsteht mit der Materie und vergeht mit der Materie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die heutige Auffassung. Und daraus ist dann eben auch entstanden, aus allerlei mathematischen Überlegungen und sonstigen Phänomenen, dass der ganze Kosmos eigentlich nichts anderes ist als ein Ergebnis eines [[w:Urknall|Urknalls]], wo aus materiellen Zusammenballungen diese - das ist alles mathematisch gründlich bearbeitet, so ist das nicht, das ist nicht einfach nur ein Fantasieprodukt, aber das ist eine maßlos abstrakte Theorie - dass es da plötzlich einen Urknall gegeben hat, und damit ist der ganze Kosmos auseinandergeflogen. Sämtliche Galaxien, die da den Himmel bevölkern, zu Tausenden und Hunderttausenden Millionen Galaxien, also Sonnensystemen, dass die immer mehr expandieren und dass natürlich in diesem Weltbild die Erde so gut wie keine Bedeutung mehr hat. Sie ist ein Staubkorn im Weltall, eigentlich mehr nicht. Da hat sich eben als Zufallsprodukt die ganze Evolution ergeben, wo wir sozusagen diejenigen sind, die diese Evolution heute denken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Urknalltheorie nimmt, die geht letzten Endes in den Anfängen auf [[w:Immanuel_Kant|Kant]] und [[w:Pierre-Simon_Laplace|Laplace]] zurück. Also schon im 18. Jahrhundert, Emanuel Kant, der große Philosoph, und Laplace, das war ein französische Naturforscher, die haben schon die Grundlagen zu dieser Theorie geschaffen. Und Goethe hat sich natürlich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Und wenn man diese Urknalltheorie nimmt, dann wird man einfach sagen müssen: Evolution oder der Entwicklungsgedanke ist sinnlos geworden. Einfach sinnentleert. Was kann ich da noch für einen evolutiven Sinn in der Tatsache sehen, dass da irgendwie ein gedachter Energieklotz hoch verdichtet, aus irgendeinem Grund platzt und dann das ganze Weltall entsteht? Was kann man dem noch für einen Sinn abgewinnen? Der Entwicklungsgedanke, der die ganzen letzten 300 Jahre der naturwissenschaftlichen Entwicklung so maßgeblich bestimmt hat, der endet damit, dass er eigentlich sinnlos ist. Das sind nur noch reaktive Folgen dieses Urknalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=443s Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23] ====&lt;br /&gt;
Naja, und wenn man jetzt nochmal auf die heutige Anschauung hinschaut, dann lebt ja der Entwicklungsgedanke irgendwo noch zart fort im &#039;&#039;ökologischen Bewusstsein&#039;&#039;. Also in der modernen [[w:Ökologie|Ökologie]] ist man ja durchaus anknüpfend, durchaus auch an [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Ernst_Haeckel_01:18:37|Haeckel]], an das [[b:Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017#Das_biogenetische_Grundgesetz_01:22:11|biogenetische Grundgesetz]], ist man doch noch geneigt zu sagen: Ja, man muss ja doch sehen, dass wir die Schöpfung erhalten. Das beherrscht heute das Bewusstsein aller Menschen. Jeder vernünftige Mensch würde sagen, wir müssen die Schöpfung erhalten. Wir dürfen die alle nicht vor die Hunde gehen lassen, nicht auf die Müllkippe bringen, sondern wir müssen irgendwo sehen, dass wir jetzt diese Plastikreste aus dem Pazifik da fischen und die Fische wieder ein bisschen retten und ein paar Insekten noch retten, die noch übrig geblieben sind, und überhaupt etwas verantwortlicher mit der Schöpfung umgehen. Das ist so der ökologische Gesichtspunkt als Weltanschauungsgesichtspunkt heutzutage. Übrigens geht der Begriff der Ökologie auf Haeckel zurück. Ernst Haeckel, den ich hier an die Tafel gemalt habe, der hat diesen Begriff überhaupt erst gebildet. Und aus diesem Bewusstsein heraus ist der [[w:Ökologische_Landwirtschaft|ökologische Landbau]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=548s Kritik am ökologischen Landbau und der Nachhaltigkeit 00:09:08] ====&lt;br /&gt;
Und der ökologische Landbau, der denkt auch [[w:Evolution|Evolution]]. Er hat auch in gewissem Sinne eine Beziehung zum Entwicklungsgedanken, insoweit, als er sagt eben: wir müssen erhalten, was da ist. Und müssen es so erhalten, dass es nachhaltig auch weiter da ist. Der Begriff der [[w:Nachhaltigkeit|Nachhaltigkeit]] ist ja ganz aus dem ökologischen Bewusstsein heraus entstanden, nicht aus dem biologischen. Im Grunde genommen ist der Begriff der Nachhaltigkeit sehr zu hinterfragen, weil es im Grunde genommen nur ein Fortsetzungsbegriff ist dessen, was schon ist, was man zu erhalten hat. Die Natur, die Schöpfung ist vor unseren Augen ausgebreitet. Und jetzt müssen wir sehen, dass wir sie erhalten anstatt kaputt machen. Und Nachhaltigkeit bedeutet, so zu arbeiten, dass wir möglichst so wenig schädigen wie nur möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökologen sind förmlich - ich möchte nicht sagen besessen - aber sie sind irgendwo blockiert von dem Gedanken, dass der Mensch eigentlich der große Verbrecher ist. Der Mensch ist es, der im Grunde genommen die Schöpfung kaputt macht. Was er auch macht, egal wie, er schädigt. Und das Beste wäre, es gäbe überhaupt keine Menschheit auf der Erde. Dann könnte die Natur sich aus ihren eigenen Gesetzen wunderschön entwickeln. Und dieser Gesichtspunkt, dass die Zukunft nichts anderes ist, als dass wir das Vergangene erhalten in dem Zustand - mindestens in dem Zustand, oder noch nicht mal in dem Zustand, wie es mal war, aber doch immerhin - dass es unsere Bemühung sein soll, das ist auch, ich möchte sagen, eine Sackgasse. Da ist eine Sackgasse, da hört es dann irgendwie auf. Dann ist die Zukunft nichts anderes als die Fortsetzung der Vergangenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und insofern ist tatsächlich der ökologische Landbau in gewissem Sinne - das wollte ich doch nochmal in diesem Zusammenhang betonen - in einer zwiespältigen Situation. Weil er treu studiert - das muss man ja wirklich sagen - dasjenige, was in der Natur an Gesetzen waltet, dass man dem versucht Rechnung zu tragen, man aber davon ausgeht, dass die Schöpfung um uns herum, die Mutter Natur, das [[w:Oikos|Oikos]], das große Haus der Natur - Oikos heißt auf Griechisch Haus - dass wir das erhalten müssen. Daraus ergibt sich aber kein Zukunftsgesichtspunkt, sondern Nachhaltigkeit heißt dann nur Fortsetzen dessen, was schon da ist. Und insofern hat sich eigentlich der Ökologe irgendwo selber Grenzen gesetzt, weil er gesagt hat, dass der Mensch eigentlich nur Zerstörer ist, und nicht Entwickler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=768s Die Mission des Menschen in Bezug auf die Natur 00:12:48] ====&lt;br /&gt;
Und das ist eigentlich eine Prämisse, die man nicht diskursiv, also nicht durch Argumentation hin und her beantworten kann, die muss jeder für sich selbst beantworten. Inwiefern es wirklich eine Möglichkeit gibt, dass der Mensch nicht nur die Natur zu retten hat, sondern dass er die Natur zu entwickeln hat. Dass das eigentlich die Aufgabe und die Mission des Menschen ist, der Natur vorauszuschauen, vorauszudenken, ihre Entwicklung in die Zukunft zu führen. Und nicht nur zu meinen: Ich kann nichts anderes tun, als den Schaden, den ich verursache, zu minimieren. Ich habe das, glaube ich, schon mal im Januar gesagt, das lässt sich vergleichen mit diesem Rätsel, was die Griechen sich selber aufgegeben haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das Beispiel genommen, [[w:Achilles_und_die_Schildkröte|Achilles und die Schildkröte]], erinnern Sie sich? Und das ist genau das Problem des ökologischen Landbaus. Achilles mit der Schildkröte, die haben eine Wette abgeschlossen, die beiden. Und die Schildkröte hat sich dann bereit erklärt zu dieser Wette mit Achilles und hat gesagt: &amp;quot;Ja, lieber Achilles, ich weiß ja, dass du ein Schnellläufer, der größte Schnellläufer bist der Welt, aber ich lasse mich mal auf die Wette ein, wer schneller von uns beiden ist.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Lieber Achilles, du kannst mir ja einen kleinen Vorsprung geben.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Ja, selbstverständlich, kein Problem.&amp;quot; Und dann hat er schon verloren gehabt. Denn jetzt kommt das Rätsel. Das Rätsel besteht darin, und das ist unauflösbar, wenn man so denkt. Das Rätsel besteht darin, dass die Schildkröte jetzt einen kleinen Vorsprung hat. Und jetzt starten die zu gleicher Zeit, die Schildkröte und Achilles. Und indem Achilles jetzt zu dem Punkt kommt, wo die Schildkröte gestartet ist, war sie schon ein Stück weiter. Und wie er zu dem Punkt gekommen ist, wo sie jetzt war, war sie schon wieder ein Stückchen weiter. Und wie Achilles an den Punkt gekommen war, war sie schon wieder ein kleines Stückchen weiter. Und so weiter und so weiter. Er kann sie nie erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kann sie nie erreichen. Es ist mathematisch nicht möglich, dass, wenn man so denkt, die Schildkröte je erreichbar ist, weil Achilles sich nur [[w:Asymptote|asymptotisch]] der Schildkröte annähern kann. Verstehen Sie das? Der Gedanke, dass der reine Raumaspekt, Abstand - wenn man nur den Raumaspekt nimmt, dann kann Achilles, der größte Schnellläufer der Welt, er kann die Schildkröte nie erreichen. Er kann sich ihr nur asymptotisch nähern. Und das ist die Situation des ökologischen Landbaus, des Entwicklungsgedankens heute. Man kann der Natur nie gerecht werden. Man kann sie nie erreichen. Die Ganzheit, die Schöpfung, die ist vom Menschen nie erreichbar, sondern man kann nur den Schaden, den man verursacht dadurch, dass man menschlich handelnd in die Natur eingreift, minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Gesetz ist eben nur möglich zu durchbrechen, wenn man zum Raum eine weitere Dimension hinzunimmt, und das ist die Zeit. Und wenn ich jetzt dasselbe - das Rätsel löst sich eigentlich nur dadurch, dass ich die Dimension der Zeit hinzunehmen muss, denn Weg x Zeit = Geschwindigkeit. Das ist ein physikalisches Gesetz. Weg mal Zeit gleich Geschwindigkeit, und selbstverständlich nach kurzer Zeit überholt der Achilles-Läufer die Schildkröte. Wenn man die Dimension der Zeit hinzunimmt. Und so müssen wir sehen, der ökologische Landbau handhabt nur diese beiden Dimensionen in gewissem Sinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt müssen wir sehen, wie können wir eine weitere Dimension hinzunehmen, dass wir als Menschen in der Lage sind, über die Natur selber hinauszuwachsen. Die Natur über sich selber hinauszuführen. Dass wir im Sinne des Spruches von [[A:Novalis|Novalis]] sagen können: Wir stehen in einer Mission, [[w:Novalis#Triadenstruktur|zur Bildung der Erde sind wir berufen]]. Das ist diese Mission. Und jetzt ist die Frage: Welcher Art kann diese Dimension nur sein? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1078s Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58] ====&lt;br /&gt;
Und die Antwort auf diese Frage ist im Grunde genommen - Entschuldigung, wenn ich das nochmal so plakativ sagen soll - der [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftliche Kurs]]. Als kleiner Ausschnitt, selbstverständlich an einem viel umfassenderen Gesichtskreis, in den der eingebettet ist.  Aber der Begriff der landwirtschaftlichen Individualität, den [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] zu Beginn des zweiten Vortrages entwickelt, ist nichts anderes wie der verkörperte Entwicklungsgedanke. Also dass der Entwicklungsgedanke, der bisher quasi ohne den Menschen - der Mensch ist sozusagen oft dem Entwicklungsgedanken mitgeschwommen, bis zum Erwachen seines Selbstbewusstseins. Da waren sozusagen die Götter noch Entwicklungstragende, und die Menschheit schlief ihren Menschheitstraum. Und das ging so bis in die vergangenen Kulturepochen, und immer mehr erwachte der Mensch zu seinem Selbstbewusstsein. Und heute ist er so weit erwacht, dass er willentlich das ganz Böse tun kann, die ganze Erde zerstören. Der atomare [[w:Overkill|Overkill]] ist ja heute möglich, und zwar hundertfach, tausendfach kann man die Erde zerstören, wenn man das Atombombenarsenal mal explodieren lassen würde. Also wir haben alle Mittel in der Hand, alles kaputt zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben wir nicht auch alle Mittel an der Hand, eine zukünftige Entwicklung zu inaugurieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ist das nicht sozusagen der Ansatzpunkt des Novalis gewesen, zu sagen: &#039;&#039;&#039;Zur Bildung der Erde sind wir berufen?&#039;&#039;&#039; Und was heißt das? Was heißt das wirklich? Dass wir nicht bei der Natur stehenbleiben, sondern die Natur mitnehmen, mit unserer eigenen Entwicklung mit in die Zukunft nehmen. Das ist unsere Aufgabe heute. Wir müssen die Natur quasi überholen, wir sind quasi ihr eigenes Produkt, leiblich, physisch gesprochen, sind wir das Produkt des Wesens, und jetzt sind wir geistig-seelisch so erwacht zu unserem eigenen Selbst, dass wir jetzt uns selber in Freiheit auffordern müssen, dieses Produkt zu verwenden, um die Natur durch unsere Arbeit in die Zukunft in eine neue Entwicklung zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern ist wirklich der Entwicklungsgedanke dem landwirtschaftlichen Kurs und der Anthroposophie von vorne bis hinten immanent. Deswegen sage ich, der Entwicklungsgedanke, wenn man den wirklich denkt, das ist der modernste, der schönste, der zukunftsträchtigste Gedanke, den man auch denken kann und - wenn ich das mal einfach so sagen soll - der christlichste. Wenn man das Christentum verstehen will, ist es nichts anderes als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens, dass ich nicht bei mir stehen bleibe in dem Selbst, wie ich nun mal gerade bin, sondern dass ich fortdauernd mich in Entwicklung begreife, fortdauernd einen Schritt in die Zukunft tue und - wie das [[w:Franz_Marc|Franz Marc]] mal gesagt hat - kennen Sie Franz Marc, den Maler? Einer der bedeutendsten Maler, oder [[w:Wassily_Kandinsky|Kandinsky]], die um die Jahrhundertwende, sozusagen Impressionisten und Expressionisten, gemalt haben. Franz Marc, der große Tiermaler, der hat mal gesagt, noch vor dem 1. Weltkrieg - er ist im 1. Weltkrieg gefallen vor Verdun - , der hat diesen Ausspruch getan: &amp;quot;Auf jedem Gegenstand der Welt ruht ein Pfand der menschlichen Erkenntnis.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir - da meinte er diesen Malerkreis, die [[w:Der_Blaue_Reiter|Blauen Reiter]] nannten die sich - wir schreiten ins Ungewisse. Wir schreiten ins Ungewisse, wo eben kein Pfand der menschlichen Erkenntnis auf den Dingen ruht. Und unsere Schritte zittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Marc. Wir schreiten in eine Welt, die noch vollkommen unbeleckt ist sozusagen. Und unsere Schritte zittern. Ein wunderbarer Ausspruch. Und so müsste unsere Haltung sein - im biologisch-dynamischen - dass wir eigentlich immerfort mit unserem Bewusstsein ein Stück voraus sind dem, was wir gerade in der Lage sind zu tun. Immer voraus sein. Immer ein Stück weiter. Nie was zur Routine gerinnen lassen. Das ist das Fürchterlichste, was einem passieren kann, wenn man nur einen Routine-Menschen [... Rest des Satzes nicht verständlich]. Sondern immer mit einem Bewusstsein voraus sein und versuchen, alles dran zu setzen, dass ich mitkomme, dass ich mit mir selbst mitkomme. Verstehen Sie, was ich damit meine? Man muss sich selbst voraus sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt Entwicklung. Und das heißt Selbstverwandlung. Und in dem Maße, als ich mich selbst verwandle, nicht derselbe bleibe, wie ich gestern war, dann kann auch Entwicklung nach außen sich mehr und mehr zur Geltung bringen, im Sozialen zum Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1428s Einführung in den Aufbau der Erde 00:23:48] ===&lt;br /&gt;
So, und jetzt aber müssen wir ein weiteres Thema anschlagen. Also, wir wollen jetzt die Frage stellen, was ist eigentlich der Aufbau der Erde? Wie stellt man sich das heute überhaupt vor? Wie kann man da überhaupt eine Anschauung gewinnen? Denn wir schauen ja immer nur auf die Oberfläche der Erde. Eigentlich sehen wir nur Formen, außer in unserem ganzen Gesichtskreis, sehen wir nur Formen der Pflanzen, Formen der Tiere, Formen des Erdbodens. Aber was ist denn unter unseren Füßen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch bis zu den Sternen hochgucken. Dann sehen wir so Leuchtpunkte am gestirnten Himmel. Wir sehen die Sonne, wir sehen den Mond, wir sehen die Planeten in ihren ganzen Bewegungen. Aber was ist unter unseren Füßen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Gegenstand der Geologie. Und wie kann ich da überhaupt Phänomene finden, dass ich mir die Frage beantworten kann, was baut eigentlich die Erdrinde, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]] auf? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr könntet mir ja die Frage beantworten. Also wie kann man überhaupt ein Bild gewinnen von etwas, was nicht mehr nur die äußere Oberfläche der Erde ist, sondern wo ich einen Eindruck gewinne von dem, was eigentlich in den Tiefen der Erde sich aufbaut. Also nicht, dass man dann meint, man müsse übersinnlich an die Dinge rangehen, sondern rein aus der Anschauung heraus. Zunächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eigentlich so naheliegend. Zunächst mal. Also Spaten nehmen. Ich könnte den Spaten nehmen, Loch graben, aber da kommt man nicht sehr weit. Das macht ihr ja hin und wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1589s Methoden zur Erforschung der Erdkruste 00:26:29] ====&lt;br /&gt;
Also dasjenige, was eigentlich als Allererstes auffallend ist in Bezug auf größere Mächtigkeiten der Erdrinde, das ist die [[w:Stratigraphie_(Geologie)|Stratigraphie]] der Erdschichtungen. Und die findet man meistens irgendwo erschlossen in den Gebirgen. Aber da ist es sehr schwierig, da sich zurechtzufinden. Man findet sie erschlossen in jedem Steinbruch. Jeder Steinbruch lässt einen im Buch der Natur lesen. Wirklich. Deswegen, wenn ich durch die Lande fahre und sehe irgendeinen Steinbruch, dann breche ich sofort die Reise ab und fahre da hin und gucke, was das ist. Das ist mir in Brasilien mal so gegangen. Da fuhren wir von [[w:Florianópolis|Florianopolis]] da irgendwo zu einem heilpädagogischen Heim. Da sah ich so einen Höhenrücken da drüben und so einen weißen Streifen. Das war ziemlich weit entfernt. Das war abends. Und da hab ich gesagt, stopp! Jetzt suchen wir den nächsten Weg. Das war so ein ganz holperiger Weg, da fuhren wir querbeet in die Landschaft auf diesen weißen Streifen zu, ich wollte wissen, was das ist. Da war das ein sogenannter [[w:Pegmatit|Pegmatit]] - ich komm da nochmal drauf zu sprechen. Dann war da so ein Tor, und da habe ich das Tor mit Gewalt aufgemacht. Da lag unten so ein großer Stein, keilförmig unter dem Tor. Da habe ich den mit den Füßen weggestoßen und den aufgehoben. Da war das ein [[w:Quarz#Variet%C3%A4ten|Bergkristall]], ein mächtiger, gewaltiger Bergkristall. Da dachte ich, hier bin ich gerade richtig. Dann sind wir da rein. Wir haben uns da rumgeguckt, die Arbeiten waren im Hintergrund. Die dachten, was sind das für Diebe, die hier des Weges kommen. Die haben Kristalle abgebaut für die optischen Gläser, so wie hier im Taunus auch. Aber das waren alles wunderbare Kristalle, die haben die zerkloppt mit dem Hammer. Die Glimmer-Pakete waren so groß - wir kommen auf den [[w:Glimmergruppe|Glimmer]] noch zu sprechen - , die [[w:Feldspat|Feldspäte]] waren alle verwittert zu [[w:Kaolin|Kaolin]]. Das ist ein weißes Tonmineral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ich hinkomme, und ich sehe nur irgendwas in der Richtung, dann weiß ich, wo ich bin. Dann weiß ich, wo ich bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Stratigraphie, das heißt, das, was der Laie entdeckt hat, die Schichtungen der äußersten Erdkruste, die kann man sich dann nach und nach erschließen, wenn man in verschiedenen Gegenden die Steinbrüche aufsucht. Oder aber [[w:Bohrkern|Bohrkerne]] studiert: heute werden ja Tiefbohrungen niedergelassen in die Erde. Und wenn man diese Bohrungen dann näher betrachtet, merkt man auch, dass man hier verschiedene Schichtungen der Erde durchstößt. Also die Stratigraphie, das ist das, die kann man eigentlich nur vernünftigerweise studieren, wo das Land, die Geografie sich verebnet. Also in großen [[w:Ebene_(Geographie)|Ebenen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber leider Gottes gibt es in den großen Ebenen keine so tiefgehenden Steinbrüche. Also die Erdablagerungen in Verebnungen der [[w:Norddeutsches_Tiefland|norddeutschen Tiefebene]] zum Beispiel, oder weit nach Russland rein, die liegen sozusagen noch in ursprünglicher Lagerung. Die obersten Schichten sind die jüngsten, die ältesten gehen nach unten. Also da kann man sich einen Aufschluss drüber verschaffen. Auch über Bergwerke, wenn man 1000 Meter abtäuft, dann weiß man auch, dass man da eine Schichtenfolge antrifft. Steinbrüche, Tiefbohrungen usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1849s Studium der Gebirgsbildungen 00:30:49] =====&lt;br /&gt;
Das Zweite ist, dass man die Gebirgsbildungen studiert. Also wenn man in die [[w:Alpen|Alpen]] kommt, oder in die [[w:Amerikanische_Kordilleren|Kordilleren]], oder in die [[w:Rocky_Mountains|Rocky Mountains]], oder wo auch immer auf der Welt, und studiert jetzt wirklich solche Gebirgsbildungen, Gesteinsbildungen im Gebirge, dann kann man auch allmählich ein Bild gewinnen für das, was unter den eigenen Füßen ansteht, aber unsichtbar ist. Im Gebirge wird es sichtbar, es ist emporgehoben. Aber sich im Gebirge zurechtzufinden in Bezug auf die entsprechenden stratigraphischen Schichten ist sehr, sehr schwer. Das hängt damit zusammen, dass durch die Gebirgsbildung nicht nur eine [[w:Hebung_(Geologie)|Hebung]] stattfindet, sondern in aller Regel auch eine Horizontalbewegung, dass ganze Schichtkörper [[w:Überschiebung|übereinander geschoben]] werden und dann möglicherweise sich falten und dann liegt plötzlich das Junge unten und das Alte oben. Also sich in den Gebirgsgegenden wirklich ein klares Bild des Krustenaufbaus der Erde zu verschaffen, das erfordert schon sehr viel Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1940s Leitfossilien als Orientierungshilfe 00:32:20] =====&lt;br /&gt;
Nun ein Weiteres in Bezug auf die Stratigraphie: Da kann man sich orientieren an den sogenannten [[w:Leitfossil|Leitfossilien]]. Das ist überhaupt die Methode, über weite, weite Gebiete, auch von Kontinent zu Kontinent, zu sagen, das gehört dann demselben Zeitalter an wie die Ablagerungen hier. In Russland, in Australien oder in Amerika, da haben sich ja zeitgleich bestimmte Prozesse vollzogen, und diese Zeitgleichheit zu entdecken, dazu dienen die Leitfossilien. Also man weiß dann, ganz bestimmte Ablagerungen haben ein ganz bestimmtes Fossil in der Evolution erhalten, sei es ein Fisch, sei es eine Pflanze, die nur in diesem Zeitalter, in dieser Form entstanden ist. Und wenn man das in Amerika findet und hier findet, dann weiß man, man ist da in einem synchronen Prozess drin. Also das können Fossilien sein von Tieren, das können Fossilien sein von Pflanzen, also Petrifakte, Versteinerungen, oder es können [[w:Mineral|Minerale]] selbst sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also in den Ablagerungen bestimmte Minerale, die nur unter Meeresbedingungen entstehen. Also zum Beispiel ist das sehr maßgeblich in der Bodenseelandschaft, im voralpinen Raum, in den [[w:Molassebecken|Molassegebieten]], da um den Bodensee herum. Wenn man Klarheit gewinnen will über die Schichten, dann ist der sicherste Hinweis, dass hier eine Süßwasserablagerung gefolgt wird von einer Meeresablagerung, weil da ein Mineral erscheint, das heißt [[w:Glaukonit|Glaukonit]]. Glaukonit bildet sich nur als Mineralkonkretion unter Meeresbedingungen. Und es ist sehr kalireich, Glaukonit. Und es ist grün. Und das sieht man dann schon an der Farbe: Das müsste eigentlich eine Meeresmolasse sein, das ist mehr eine Süßwassermolasse. Also solche Kriterien sind maßgebend, um sich Klarheit zu verschaffen über Ablagerungen verschiedener Zeitalter. Es ist heute so entwickelt, die Stratigraphie, dass man mehrere Leitfossilien für eine Schicht kennt, an der man sich orientieren kann, wenn man in Amerika ist, ob das dieselbe Schicht ist, die auch hier in Europa abgelagert ist. Das ist ein hochinteressantes Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2133s Erscheinung der Plutonite und Urgesteine 00:35:33] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres, neben der Stratigraphie und der Gebirgsbildung, ist, dass da Gesteine in Erscheinung treten, die unter den stratigraphischen Ablagerungen liegen. Also man hat oben die [[w:Erdkruste|Erdkruste]], da hat man jetzt Ablagerungen, wir kommen auf die Zeitalter im Einzelnen zu sprechen. Eine ganze Fülle von Schichten, Schichten, Schichten. Und da drunter ist was. Und das ist das Urgestein. Das sind die [[w:Plutonit|Plutonite]], die wir schon mal angesprochen haben. Wir haben oben die [[w:Sedimente_und_Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], die bilden die Ablagerungen, und darunter ist dann das eigentliche Urgestein, das man eben auch als Plutonite bezeichnet. Und ein solches Urgestein ist der [[w:Granit|Granit]]. Ich werde Ihnen noch von Goethe hier noch was vorlesen über den Granit, wenn wir irgendwann mal Zeit haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Urgestein taucht nur in den Gebirgen auf. Überall, wo Gebirgsbildungen sind, taucht etwas, was ganz, ganz tief, tief, tief unten in der Erde ist, taucht plötzlich als Gesteinsbildung in den Gebirgen auf. In verschiedensten Modifikationen. Sowohl als Granit, als auch [[w:Gneis|Gneise]] und auch andere, also eine ganze Variation, wir kommen dann auch darauf zu sprechen. Und das ist eben der gebirgsbildende Prozess. Wenn Sie zum Beispiel in die Alpen kommen, dann finden Sie an den Nordalpen, auf der Bodenseeseite sozusagen, und auf den Südalpen, auf der italienischen Seite, finden Sie hauptsächlich Sedimentgesteine, aufgetürmt in gewaltigen Mengen, Massen. Und wenn Sie in die Zentralalpen kommen, also zum Beispiel über den [[w:Grimselpass|Grimselpass]] oder den [[w:Gotthardpass|Gotthardpass]] rüber oder alle Pässe da oben, die gehen über Granit. Da ist ein Zentralstock, der jetzt da heraufgequollen ist in der Bildung der Alpen, wo das Urgestein, was unter allem die Grundfeste der Erde, der Kontinente darstellt, taucht da plötzlich auf. Also insofern hat man auch in der Gebirgsbildung die Möglichkeit, sich wirklich über die Erdkruste ein Bild zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2300s Die Tektonik und ihre Phänomene 00:38:20] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres ist die [[w:Tektonik|Tektonik]]. Tektonik heißt eigentlich auch so viel wie der Bau der Erdkruste. Aber im engeren Sinne heißt es eigentlich, dass diese Erdkruste nirgends, in den seltensten Fällen, jedenfalls nicht in der Nähe von Gebirgen, irgendwie durchgängig in Erscheinung tritt, sondern vielfach einzelne große [[w:Scholle_(Geologie)|Schollen]] der Erdkruste gegeneinander versetzt sind. Das sind [[w:Spalte_(Geologie)|Spalten]]. Wir werden sehen, auch durch Exkursionen in Steinbrüchen, wie da solche Spalten tatsächlich auf engstem Raum die ganze Erdkruste wie in einzelne Puzzles zerstückelt hat. Senkrecht meistens. Wenn man da genau hinguckt, dann kann es sein, dass von einem Gesteinskörper hier der Spalt, dann der Gesteinskörper daneben, dass der ein ganz bisschen versetzt ist. Vielleicht Zentimeter nur. Die ganze Erdkruste ist sozusagen in sich durch Erdbeben, durch alles Mögliche in dieser Weise zerstückelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Form der Tektonik sind dann die [[w:Grabenbruch|Grabenbrüche]]. Grabenbrüche oder Riftvalleys, wie man es im Englischen sagt. Riftvalleys gibt es in Amerika, in Brasilien wahrscheinlich auch. Ich habe noch keines gesehen dort. Die gibt es also hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2406s Grabenbrüche: Das Rheintal als Beispiel 00:40:06] =====&lt;br /&gt;
Der berühmteste Grabenbruch in Europa ist hier nebenan. Das ist das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Das Rheintal von Basel bis nach Frankfurt und dann noch bis Bingen, ist ein riesenhafter Grabenbruch. Da ist einfach die Erdscholle, die früher mal über die [[w:Vogesen|Vogesen]] und über dem [[w:Schwarzwald|Schwarzwald]] oben drüber lag und die heute nicht mehr da ist, die ist abgetragen, die ist erodiert, die ist einfach - wumms - abgesunken und hat die Vogesen und den Schwarzwald in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war das ein Gebirge, die Vogesen und der Schwarzwald. Dann ist plötzlich diese Erdscholle eingebrochen, und zwar 4000 Meter tief, mindestens 4000 Meter tief, sodass man in dem Grabenbruch des Rheins heute Gesteine findet, die rechts und links auch einstmals bestanden haben, die aber erodiert sind, die weg sind, abgetragen sind, aber durch das Einbrechen in den Grabenbruch heute noch nachzuweisen sind. So weiß man zum Beispiel, dass der Schwarzwald mal von [[w:Sandstein|Sandsteinen]] und [[w:Kalkstein|Kalken]] überdeckt war, die heute nicht mehr da sind. Durch den Grabenbruch findet man sie am Rand, stufenweise findet man gerade diese Gesteine wieder vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wer nach Basel fährt, heute fährt man leider durch einen Tunnel durch, aber noch vor wenigen Jahren fuhr man so am [[w:Isteiner_Klotz|Isteiner Klotz]], da sah man hier den Rhein fließen, und dann fuhr man da so eine Schlängelbahn an diesen Felsen entlang, [[w:Weißer_Jura|Weißjura]], und dieser Weißjura hat da gar nichts zu suchen. Der Weißjura hat sich mal ganz oben gebildet, wie beim Schwarzwald, wo Vogesen und Schwarzwald noch zusammenhingen. Da haben sich diese [[w:Süddeutscher_Jura|Juraablagerungen]] da oben gebildet, und durch den Grabenbruch ist dann der Jura eingebrochen und findet sich jetzt vor allem in den Randzonen -  da ist er erschlossen, da sind große Steinbrüche drin - in einer Gegend, wo es sonst überhaupt keinen Jura gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2551s Grabenbrüche weltweit und ihre Bedeutung 00:42:31] =====&lt;br /&gt;
Also die Grabenbrüche in der Welt, die sind von großer Bedeutung, und die Grabenbrüche sind meistens auch mit die fruchtbarsten Gegenden für den Ackerbau. Zum Beispiel in Amerika ist es das [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]] in Kalifornien, das ist ungefähr 1000 Kilometer lang und ungefähr 150, manchmal 200 Kilometer breit. Und da ist eine Produktivität - das war früher eine Halbwüste im Central Valley, das wird bewässert von den ganzen Flüssen, die aus der [[w:Sierra_Nevada_(Vereinigte_Staaten)|Sierra Nevada]] herunterkommen - und da ist eine solche Produktionsintensität, damit da der halbe Gemüsemarkt ganz Amerikas gedeckt wird, nur aus diesem Tal. Das ist absolut irre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Grabenbrüche, die findet man, kleinere und größere, es gibt in Deutschland viele Grabenbrüche, aber diesen einen großen hier, der ist so landschaftsbestimmend, und der setzt sich übrigens fort hier über das [[w:Nidda_(Fluss)|Nidda-Tal]], deswegen fließt hier die Nidda in einen solchen Grabenbruch, und der Main fließt noch ein ganzes Stück in einen solchen Grabenbruch in den Rhein. Das setzt sich dann fort durch die deutschen Mittelgebirge durch nach Norddeutschland, taucht da unter - die [alte] Oberfläche wurde später zusedimentiert - setzt sich fort bis in den [[w:Oslograben|Oslograben]] in Norwegen, und im Jöschersee, der Jöschersee ist der letzte Ausläufer dieses gewaltigen Grabenbruches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es nochmal einen riesen Grabenbruch auf Erden, das ist der [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanische Graben]], der zieht sich von Mosambik unten, zieht er sich rauf bis ans Rote Meer, und das [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]] selber ist auch ein Grabenbruch. Der [[w:Jordangraben|Jordangraben]] ist ein Grabenbruch. Also das sind so abgesunkene Schollen, die immer im Zusammenhang, in aller Regel im Zusammenhang mit starken Vulkantätigkeiten und vor allem mit Gebirgsbildungen im Zusammenhang stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung einer Zuhörerin über eine mögliche Grabenbildung in Brasilien]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf allen Kontinenten findet man das, aber es gibt besonders herausragende Beispiele, die stehen immer im Zusammenhang mit Gebirgsbildung. Wir werden auf das Problem nochmal zurückkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2736s Erosionsschluchten 00:45:36] =====&lt;br /&gt;
Jetzt habe ich die tektonische Varianten nochmal erwähnt, also einmal Spalten und einmal Grabenbrüche. Und jetzt kommen noch die Erosionsschluchten, wo man wunderbar die Erdkruste in ihrem Aufbau erkennen kann, und die gibt es nirgends so toll entwickelt wie in den Rocky Mountains in Amerika. Da zieht der [[w:Colorado_River|Colorado]], der Fluss von Ost nach West, und fließt bei San Diego, etwa in Südkalifornien, in den Pazifik. Und dieser Fluss hat sich über die Zeiten in die großen Tafeln der Rockies, denn die Rocky Mountains sind im größten Teil gehoben, da hat sich einfach die Erdkruste durch untermeerische Einflüsse angehoben. Ähnliches gilt in Bolivien für den [[w:Titicacasee|Titicaca-See]], das ist auch einfach hochgehoben, da findet man oben noch eine Meeresfauna im Titicaca-See, obwohl der 4000, 5000 Meter hoch liegt. Das ist alles, einstmals, aus dem Meer emporgehoben worden, und so eben auch in den Rocky Mountains. Und dann schneidet der Colorado sich in einer Erosionsschlucht 1000 Meter tief durch diese wüstenhaften Landschaften, und da kann man nun wunderbar sehen, wie eine Schicht über der anderen lagert, nahezu ungestört, in ursprünglicher Horizontale, eine Schicht über der anderen, uralt im Übrigen. Also das sind die Erosionsschluchten, die einem auch noch da Aufschluss geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2867s Die Seismik als Schlüssel zum Erdinneren 00:47:47] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt als Letztes möchte ich erwähnen das Bedeutendste von allem, mit dem man heute überhaupt über die Erdkruste bis hin zum Zentrum der Erde vorstößt, aber auf höchst abstrakte Weise, und das ist die [[w:Seismik|Seismik]]. Die Seismik, das heißt die Messung von Erdbebenwellen oder künstlich erzeugten Wellen. Und die Seismik, die hat sich natürlich schon so nach und nach vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Man kannte natürlich schon lange [[w:Seismische_Wellen|Erdbebenwellen]], aber dass man überhaupt die Seismik in dem Sinne nutzen kann, um ein Bild des Aufbaus der Erde zu gewinnen, das ist noch relativ jung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, jedes Erdbeben oder jede künstlich erzeugte Explosion auf Erden erzeugt Wellen. Und diese Wellen verlieren sich natürlich im Luftumkreis, aber man hat Atombomben explodieren lassen in Amerika, die man abgesenkt hat auf tausend Meter Tiefe. Und da sind natürlich ungeheure Explosionswellen ausgelöst worden, und da hat man überall Messapparate hingestellt, seismische Geräte, um die Ankunft der Wellen und deren Geschwindigkeit und Stärke zu messen, um auf diesem Wege auch festzustellen, wie ist der Aufbau der Erdkruste. Und da ist man heute so weit, auch durch die [[w:Tsunami|Tsunami]], die es damals in Indonesien gegeben hat, hat man heute überall über die ganze Erde seismische Stationen, wo fortdauernd die Erdbebenwellen, die fortdauern, immerfort, nur vielleicht ganz kleine, dann plötzlich gewaltige Ausschläge. Und aufgrund dieser Messungen kann man heute Erdbeben sogar voraussagen, weil bestimmte Spannungen der Erdkruste entstehen, und die lösen dann solche Wellen aus, ehe es dann wirklich zum eigentlichen Ereignis kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3019s Interpretation der seismischen Daten 00:50:19] =====&lt;br /&gt;
Diese [[w:Seismische_Wellen|Wellen]], die dringen nun ein in die Erdkruste, und je nachdem, wie jetzt die Struktur der Erdkruste beschaffen ist, werden die reflektiert. Wenn zum Beispiel [Zonen in der Erdkruste] von einem mehr festen Zustand in einen mehr plastischen oder flüssigen Zustand übergehen, dann werden sie an dieser Grenzzone entweder absorbiert oder reflektiert, diese Wellen. Und diese Wellen misst man dann vom Explosionsort entfernt gestaffelt, wann diese Reflexionswellen zurückkommen. Und dann kann man daraus berechnen, aus diesen Reflexionsereignissen berechnen, wo der Explosionsherd war, wo das Erdbeben war, in welcher Tiefe es war: man kann es heute ziemlich genau lokalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser seismischen Messungen, Untersuchungen, hat man heute einen bestimmten Aufbau der Erde, ich möchte sagen, &amp;quot;theoretisiert&amp;quot;, im höchsten Grade theoretisiert, also mit das Abstrakteste, was man sich vorstellen kann. Und trotzdem ist da was dran, weil diese Wellen ja an verschiedenen Tiefen der Erde plötzlich reflektiert werden und dann da gemessen werden und hier gemessen werden. Und man kann messen, [mittels der] Geschwindigkeit, mit der sie an der Erdoberfläche wieder erscheinen, ob es besonders heftig ist oder weniger heftig. Und darauf hat man heute ein bestimmtes Bild in Bezug auf den Gesamtaufbau der Erde. Wie gesagt, das ist das höchste Maß an Abstraktion, wie man es sich vorstellen kann, aufgrund von bestimmten Phänomenen, die nur durch einen Messvorgang auf der Erdoberfläche erfahrbar sind und erfassbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3154s Der Aufbau der Erde nach seismischen Erkenntnissen 00:52:34] =====&lt;br /&gt;
Also, was ich jetzt an die Tafel male, das beruht auf solchen Messergebnissen, aber es ist natürlich maßlos theoretisiert. Also wenn wir hier jetzt die Erde haben, dann haben wir hier oben, als Alleroberstes, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]]. Und diese Erdkruste ist nicht dicker als bei der Orangenschale, die Orangenschale ist schon ziemlich dick, die Apfelschale vielleicht. Also diese Erdkruste, die kann man heute in Bezug auf ihre Tiefe einigermaßen genau einmessen, und die liegt auf den Kontinenten, die [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentale Kruste]], also wenn das hier ein bisschen aufgebaut ist auf dem Kontinent, die liegt bei maximal 60 Kilometern. 60 Kilometer mächtig ist also die kontinentale Kruste, so sagt man heute. Und unter Gebirgstöcken ist sie noch tiefer, da geht sie vielleicht bis 70 Kilometer, 60 ist auch schon unter Gebirgstöcken gemessen, sonst ist sie zwischen 30 und 60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da ist jetzt plötzlich hier eine Grenze, und unter dieser Grenze kommt dann eine weitere Schicht, man nennt es die [[w:Mohorovičić-Diskontinuität|Moho-Schicht]], die Moho-Grenze von [[w:Andrija_Mohorovičić|Mohorovičić]]. Das war ein serbischer Geodäter oder Naturwissenschaftler, der hat im Wesentlichen diese Grenzzone als Erster erfasst. Und hier werden also so und so viele Erdbebenwellen reflektiert an dieser Grenze, nach allen Richtungen. Wenn hier Messstationen stehen, dann merkt man, hier werden, an dieser Grenze, diese Erdbebenwellen zurückgeworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3313s Lithosphäre und Asthenosphäre 00:55:13] =====&lt;br /&gt;
Dann kommt hier eine weitere Schicht, also das nennen wir mal die Kruste einschließlich aller Gebirge. Und dann kommt hier eine Schicht, die nennt man dann die [[w:Lithosphäre|Lithosphäre]]. Lithosphäre, die Gesteinssphäre, Lithos heißt auf Griechisch der Gestein. Das heißt, obwohl hier eine Grenzschicht ist zwischen Kruste und Lithosphäre, also auch noch, aber offenbar befindet sich dort schon das Gestein in einem etwas anderen Zustand an dieser 60-Kilometer-Grenze, dass hier die Erdbebenwellen überhaupt zurückgeworfen werden. Aber es ist wohl so, dass in dieser Lithosphäre noch grundsätzlich dieselbe Zusammensetzung der Gesteine, deren Mineralien und so weiter besteht wie in der Erdkruste selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gibt es eine weitere Schicht, das ist, wenn man hier so andeutet, das ist etwas mächtiger, das ist die sogenannte [[w:Asthenosphäre|Asthenosphäre]]. Und diese beiden Schichten zusammen, wenn man sie jetzt mal zusammensetzt, also die Lithosphäre, das habe ich vergessen zu sagen, die ist ungefähr 100 bis 120 Kilometer. Die Asthenosphäre ist 600 Kilometer. Und diese Asthenosphäre - ich habe nirgends irgendwo deutlichere Beschreibungen gefunden, die mir beweisen, dass die so wesentlich anders beschaffen ist als die Lithosphäre - aber es scheint so zu sein, dass hier ein Zustand besteht, eines, wie man es heute nennt, säkular-plastischen Zustandes. Das heißt, eine leichte Plastizität der Erde, die aber sich auswirkt nur in Jahrhunderten, in Bewegungsprozessen, sehr zähflüssig ist diese Schicht in Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3495s Der obere und untere Erdmantel 00:58:15] =====&lt;br /&gt;
Und diese beiden zusammen [Lithospäre und Asthenosphäre] nennt man den äußeren [oberen] [[w:Erdmantel|Erdmantel]]. Und darunter nun eine weitere Schicht, noch viel mächtiger, und die bezeichnet man jetzt als den inneren [unteren] Erdmantel. Und die geht bis zu einer Tiefe von 2900 Kilometern. Da werden wieder Wellen reflektiert hier an dieser Grenze. Also es ist unglaublich eigentlich, durch Erschütterungen an der Erdkruste setzen sich Wellen durch den ganzen Erdkörper fort, die dann irgendwo gemessen werden, [was dann] ein Hinweis darauf ist, dass da eine Grenze ist zwischen dem inneren Erdmantel und einer nachfolgenden Schicht, nach innen. Und man nimmt an, dass dieser ganze Bereich des äußeren [oberen] und inneren [unteren] Erdmantels, dass sie eben nicht flüssig sind, wie man immer meint, weil das Magma da oben aus den Vulkanen rauskommt, sondern zähplastisch. Also es sind keine kristallisierten Mineralien mehr zu finden, nur noch in der Lithosphäre. Aber in der Asthenosphäre und dem inneren Erdmantel, da handelt es sich um eine zähplastische Masse. Man sagt immer noch fest, aber zähplastisch. Komisch, aber so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3633s Der Erdkern und seine Schichten 01:00:33] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt gibt es darunter wiederum einen Schichtkörper, das sind sogenannte Kugelschalen, die man sich da so vorstellt, einen Schichtkörper. Und den nennt man den inneren Erdmantel - Entschuldigung, den oberen Erdmantel und den unteren Erdmantel [bereits oben besprochen, ist hier eigentlich eine Wiederholung] und dann den inneren Erdmantel [wahrscheinlich ist hier der &amp;quot;[[w:Erdkern#%C3%84u%C3%9Ferer_Kern|äußere Erdkern]]&amp;quot; gemeint, der sich unter dem &amp;quot;Erdmantel&amp;quot; anschließt]. Und der hat eine Tiefe, reicht bis auf 5000 Kilometer. So, solche Sachen misst man, also folgert aus den Messungen, dass das so ist. Aber immerhin etwas. Und von dem behauptet man, der sei flüssig. Also hier ist effektiv eine Zone, die aufgrund der Messungen und der Interpretation der Messungen hindeutet, dass hier der äußere Erdkern [...] [ist]. [...]. Und der, behauptet man, der ist flüssig, und zwar bestünde der im Wesentlichen aus Schwefeleisen. Das sind alles Folgerungen. Aus Schwefeleisen, also aus Pyriten, aber eben flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt - jetzt müssen wir noch eine Farbe finden - und dann kommt der innere [...] [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Erdkern#Innerer_Kern|Erdkern]]], mit dem Erdmittelpunkt und einer Tiefe von 6371 Kilometern. Das ist der Erdhalbmeter. So, also so ein Aufbau, von dem geht man heute aus, dass die Erde so aufgebaut wäre, aufgrund nur seismischer Messungen. Also man hat keine unmittelbare Anschauung von dieser Sache, sondern man geht davon aus, dass die Vulkane auf der Erde gespeist werden aus dieser Sphäre, aus der Asthenosphäre, dass da plötzlich durch Sauerstoffzufuhr gegen die Erdkruste hin mit genügend Sauerstoff, dann erhitzt sich das Material so maßlos, dass es dann flüssige Lava wird, die da oben rausquillt aus dem Vulkan. Aber hier ist der Druck so groß und die Verhältnisse sind so, dass es nur bis zum Zustand des Zähplastischen kommt und erst flüssig in diesem äußeren Erdmantel wird, und dann erst in den äußeren Erdkern und schließlich im Erdkern. Der ist wieder fest, stellt man vor als fest, und zwar in Form von Eisennickel. Da sind unglaubliche Theorien damit verbunden, aber so ist es nun mal. Also auch rein mechanisch, rein materialistisch, rein materiell, da ist kein anderer Gesang drin als dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so ist das Bild, was man heute hat, grob gesprochen. Da steckt viel Intelligenz drin, aber es ist eben das meiste sind Schlussfolgerungen. Also man schließt eben aus nur diesen wenigen Messungen, schließt man auf solchen Aufbau der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3965s Das Innere der Erde aus Sicht der Geisteswissenschaft 01:06:05] ===&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich wenigstens erwähnt haben, mehr möchte ich damit gar nicht, was nun Rudolf Steiner eigentlich dazu sagt. Und das Interessante ist, dass Rudolf Steiner 1906 Vorträge gehalten hat im Anschluss an das große [[w:Erdbeben_von_San_Francisco_1906|Erdbeben von San Francisco]]. Das war 1906, glaube ich. Und da [schwer verständlich] [sind] viele Menschen an Rudolf Steiner herangetreten: Ja, wie ist es möglich, dass so etwas passiert, dass eine ganze Stadt in einem fürchterlichen Ereignis und anschließenden Brand einfach untergeht mit unendlich vielen Opfern? Wie ist es denkbar, dass so ein Ereignis stattfinden kann? Was liegt davor? Und wahrscheinlich, ich gehe davon aus, dass Rudolf Steiner daraufhin dann [[a:GA_96|diese Vorträge]] gehalten hat, nur 1906 und nie wieder, und zwar an verschiedenen Orten in verschiedenen Variationen. Und da schildert er den Aufbau der Erde vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der ist nun so, dass er dort eine Achtgliederung des Erdinhalts schildert und noch eine neunte, über die man eigentlich nicht sprechen kann: das Zentrum des Bösen, des objektiv Bösen, evil. Und also, für mich ist es einfach ein Phänomen, es kann eigentlich nur der Auslöser [für die Vorträge(?)] dieses Erdbeben von San Francisco gewesen sein, und die Fragen [der] Menschen. Und Rudolf Steiner hat grundsätzlich nur Stellung genommen zu Sachen, die er gefragt worden ist. Und ich habe diese Vorträge alle gelesen, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wer kommt schon so ohne weiteres damit zurecht, wenn Rudolf Steiner in der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; von den [[a:Hierarchien#Gliederung_der_Hierarchien|neun Hierarchien]] spricht, das habt ihr ja wohl gelesen, oder? In der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; habt ihr wohl gelesen von den Seraphim und den Cherubim und den Thronen und von den Geistern der Weisheit, den Kyriotetes, von den Geistern der Dynamis, der Geister der Bewegung, und dann den Exusiai, den Geistern der Form und dann die Geister der Persönlichkeit, und dann die Erzengel und die Engel, neun Hierarchien. Und jetzt erscheint als geisteswissenschaftliches Forschungsergebnis, dass die Erde in ihrem inneren Aufbau [[a:Erdinneres#Die_neun_Schichten_des_Erdinneren|neun-gliedrig]] ist. Quasi, also das sind jetzt meine Worte, das habe ich nicht so bei Rudolf Steiner gelesen, also ich meine, dass es eigentlich eine Art Gegenspiegel ist zu den neun Hierarchien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4183s Die 9 Schichten der Erde nach Rudolf Steiner 01:09:43] ====&lt;br /&gt;
Und er spricht da als erste Schicht, ich möchte das jetzt nicht an die Tafel malen, als erste Schicht von der Mineralerde, also das, was man die Erdkruste auch nennen könnte, die Mineralerde. Und dann spricht er von einer zweiten Schicht, das ist die Weicherde. Das kann man auch noch nachvollziehen, also in etwa mit der Asthenosphäre, also klassisch die Weicherde, also durchaus noch mit der Erdkruste verwandt, aber eben weich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt eine dritte, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. Er nennt es Dampferde, aber er meint da nicht irgendwie so einen äußeren Dampf um Wasser unter hohem Druck, sondern es ist eine ganz andere Terminologie, aber doch ein Zustand, der eigentlich gar nicht mehr materiell zu denken ist, also ein Zustand, wo sozusagen das Materielle immer weniger noch als solches stoffbildend auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann als viertes die Wassererde. Auch da nicht nur das äußere Wasser gemeint, das ist nur ein Ausdruck dafür, dass da ein etwas anderer Zustand des Geistigen, eines aber gegenbildlich Geistigen, auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünfte Schicht wird bezeichnet als die Fruchterde. Die Fruchterde. Und wenn er die schildert, diese einzelnen Schichten, dann merkt man, es ist immer das Gegenbild zu den höheren Hierarchien, in etwa. Immer das Gegenbildliche, also das Untersinnliche, nicht das Übersinnliche, sondern das Untersinnliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die sechste Schicht wird die Feuererde genannt. Und die siebte Schicht der Erdenspiegel, wo sich sozusagen alle diese Ereignisse, die über der Erde in ihrem Gegenbild erscheinen, alles, was sonst in der Natur oder überhaupt in Gedankenformen, Ideenformen auftreten kann, was wir denken können, erscheint gegenbildlich, genau das Gegenteil in dem Erdenspiegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die achte Schicht wird dann eben der große Zersplitterer genannt, also Arimans Reich im eigentlichen Sinne. Und die neunte Schicht, die bezeichnet er dann als nichts, eigentlich nichts irgendwie beschreibbar, als das Zentrum des Bösen schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4377s Die untersinnliche Welt 01:12:57] ====&lt;br /&gt;
Also wir sprechen ja von der Übersinnlichkeit. Das heißt, dass der Mensch ist heute in seinen Gedanken zwar übersinnlich, aber die knüpfen immer noch an die sinnliche Welt an. Wir praktizieren ständig Übersinnlichkeit in unserem Gedankenleben, in unserem Gefühlsleben, in unserem Willensleben. Das ist alles übersinnlich, aber es braucht sozusagen die sinnliche Wahrnehmung, um aktiviert zu werden. Und das kann man den Schritt tun zur höheren Erkenntnis über die Imagination, zur Inspiration, zur Intuition, also die Schritte der übersinnlichen Erkenntnis. Und alle diese Schritte zur übersinnlichen Erkenntnis muss der Mensch, kann er nur erreichen, wenn er eben auch ein Bewusstsein für die [[a:Untersinnliche_Welt|untersinnliche Welt]] entwickelt. Das heißt, die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Man kann nur zu einer übersinnlichen Erkenntnis fortschreiten, wenn man gleichzeitig sich selber ausliefert, konfrontiert mit dem Bösen. Das ist die untersinnliche Welt, also wo Magnetismus, Elektrizität und Kernenergie wirksam sind. Das sind die drei untersinnlichen Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4463s Untersinnliche Kräfte 01:14:23] =====&lt;br /&gt;
Also die Kernenergie ist nicht nur ein elektromagnetisches Phänomen, sondern das ist ein Phänomen, die Kernspaltungen, also dass die Protonen gespalten werden, da werden Kräfte frei, die noch anders sind, andere sind als die elektromagnetischen. Das ist die dritte Kraft, auf die Rudolf Steiner hingewiesen hat, schon lange bevor die erste Kernspaltung stattgefunden hat, die sogenannte dritte Kraft. Und man möge wünschen, dass die Menschheit in ihrer Moralität so weit fortgeschritten sein wird, dass sie die Folgen der Entdeckung dieser dritten Kraft überhaupt besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann 1938, im Januar, im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, hat Hahn, Strassmann und Lise Meitner [[w:Entdeckung_der_Kernspaltung|die erste Kernspaltung]] im Versuch vollzogen. Also wir haben es hier mit der Schilderung aus der Geisteswissenschaft mit etwas zu tun, was ganz in die Untersinnlichkeit führt, also in das Reich der Antikräfte, zu dem, was Evolutionskräfte sind, die Antikräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mit denen gehen wir ja heute mit unseren Technologien, die wir heute so handhaben, mit der digitalen Welt, gehen wir ja ständig damit um. Also die ganze digitale Welt, ich halte sie für die größte Gefahr der Menschheit überhaupt, der wir uns heute, seit 20, 30 Jahren gestellt sehen. Es ist nicht die Atomenergie, sondern die digitale Welt, wo diese untersinnlichen Kräfte nicht nur jetzt explosiv irgendwo wirksam sind, sondern sie ergreifen die [[A:Seele|Seele]] des Menschen und verformen, verändern die Seele des Menschen, dass er eines Tages überhaupt nicht mehr weiß, wer er selber eigentlich ist, sondern nur noch Roboter und nur noch ausführendes Organ von Wesen, die über ihn herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Bild aus der [[A:Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaft]]. Ich wollte es nur erwähnt haben, es hat keinen Sinn, darüber zu spintisieren. Man muss es als Tatsache einfach mal hinnehmen, dass die Geisteswissenschaft dazu diese Ergebnisse gibt. Das ist 1906. 1909 schreibt [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die &amp;quot;[[A:Geheimwissenschaft im Umriß|Geheimwissenschaft]]&amp;quot;, da ist nichts davon enthalten, interessanterweise. Da spricht er dann über den [[A:Christus|Christus]] und alles das, was damit im Zusammenhang steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4635s Das Gesicht der Erde 01:17:15] ===&lt;br /&gt;
So, aber jetzt, die Zeit ist leider schon so weit fortgeschritten. Ich möchte jetzt wenigstens noch erwähnen, wie man verstehen lernen kann das Gesicht der Erde. Die Erde, die ganze Erde hat ja ein bestimmtes Gesicht, und dieses Gesicht ist gekennzeichnet dadurch, dass da die Kontinente, sie finden die da im Wasser, irgendwo im Meereswasser auftauchen als ganz eigenständige Gebilde. Und der größte Teil ist eigentlich Meerwasser, knapp 71% der gesamten [[w:Erdoberfläche#Daten|Erdoberfläche]] ist Meerwasser. Stellen Sie sich das mal vor, fast drei Viertel der Erdoberfläche sind Meerwasser, zusammenhängende Meere, und nur ein Viertel, in etwa ein bisschen mehr wie ein Viertel, sind kontinentale Gebilde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt sind ja diese Kontinente so eigenartig verstreut in der nördlichen Hemisphäre hauptsächlich. Der größte Anteil an kontinentalen Gebilden finden Sie in der nördlichen Hemisphäre und die größte Meeresfläche in der südlichen Hemisphäre und natürlich im Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4743s Rätsel der Verteilung der Kontinente 01:19:03] ====&lt;br /&gt;
Wie kommt es dazu, dass wir dieses Gesicht der Erde haben? Welche Kräfte waren da im Spiel, dass dieses Verhältnis von Meer und Wasser in dieser Form entstanden ist? War das immer so? Gilt hier absolutes Prinzip der Aktualität und so weiter? Und das ist alles außerordentlich rätselvoll. Und doch ist man heute durch die verschiedensten Untersuchungen sehr weit gediehen, das erklärlich zu machen, wenn es auch nach wie vor in Bezug auf die treibenden Faktoren unerklärlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie auf die Landkarte gucken, wir müssen die morgen da mal aufhängen, dann sehen Sie ja, dass wir eine Reihe von Kontinenten haben. Das ist einmal Nordamerika, Südamerika und dann Europa, zusammenhängend mit Asien, und dann der ganze afrikanische Kontinent, mächtig, gewaltig, und dann eben noch Australien und die Antarktis. Das sind die Kontinente. Also Antarktis, Australien, Eurasien, Südamerika, Nordamerika. Was habe ich noch vergessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Zuhörerin]&#039;&#039;&#039; Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie kommt es zu dieser seltsamen Verteilung über die Erdoberfläche? Und nun hat man schon immer gerätselt, wenn man auf die Landkarten geguckt hat, seit es Landkarten gibt, dass da so eine eigenartige Formgestalt sich findet zwischen Afrika und Südamerika, dass die irgendwie, wenn man die ein bisschen verschiebt, dass die da so zusammenpassen. Und man hat natürlich gerätselt, alles Mögliche, bis man eines Tages etwas entdeckt hat, was umwerfend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat nämlich entdeckt in Brasilien, also mehr an der Ostküste, aber mehr nach Süden, nach Argentinien auch hin bis runter nach Feuerland, hat man entdeckt, dass da so kugelrunde Gesteine sich finden. Und dann hat man diese Steine untersucht - das sind im wesentlichen [[w:Granit|Granite]] - und dann hat man plötzlich in Südafrika dasselbe entdeckt, die sogenannten [[w:Tillit|Tillite]]. Und dann hat man in Südindien und an der indischen Westküste auch solche Tillite entdeckt. Da war man sprachlos, erst einmal diese rundlichen Formen, große und kleine Gebilde. Und dann hat man sogar Gekritze – Gekritze heißt Ritze, also so kleine Schleifspuren drauf entdeckt, Gekritze nennt man das. Und dann sagten die, das können ja nur Eiszeitablagerungen sein, Ergebnisse von Eiszeiten, Findlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Ergebnis war, dass man gesagt hat, die sind ja alle unterschiedlicher granitischer Herkunft, aber immerhin müsste das mal zusammengehängt haben, das Ganze. Und dann hat man sogar noch gesehen, dass die Tillite in Ostafrika, also in Afrika, aber an der Westküste, da in Nigeria – nicht in Nigeria, sondern Angola, und dann kommt ja der Kongo, der einen ganz schmalen Streifen zum Atlantik hat, und dann kommt Nigeria – dass in dieser Gegend die [[w:Streichen_(Geologie)|Ausrichtung]] dieser Tillite dieselbe ist, wie man sie in Brasilien gefunden hat, die Strömungsrichtung, wie die abgelagert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gab es andere Forscher, die haben dann in Ostafrika, in diesem Winkel da unten, wo Afrika sich ausbuchtet nach Westen – das ist also Nigeria im Wesentlichen – da haben die die Pflanzen studiert und haben festgestellt, dass da oben in Brasilien sich dieselben Pflanzen finden, vor allen Dingen Versteinerungen von Pflanzen. Die Pflanzen haben sich ein bisschen verändert in der Zwischenzeit, die jetzt rezenten Pflanzen. Aber die Versteinerungen, die man in Ostafrika gefunden hat, finden sich auch in Südamerika, da oben im Nordosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4845s Alfred Wegeners Theorie 01:20:45] ====&lt;br /&gt;
Und aufgrund all dieser Beobachtungen kam dann ein Mann, der hieß [[w:Alfred_Wegener|Alfred Wegener]]. Also das ist eine echte Berühmtheit, der Alfred Wegener. Der war Klimatologe, kein Geologe, aber ein Geophysiker und Klimatologe, 1880 geboren und 1936 im Inlandeis von Grönland ums Leben gekommen, auf einer Expedition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann hat in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg und dann im Ersten Weltkrieg eine Theorie aufgestellt, die besagt, dass es mal einen Kontinent gegeben habe, [[w:Pangaea|Pangea]] genannt. Pangea, das ist Griechisch. &amp;quot;Pan&amp;quot; heißt überall, also zusammenhängend ein Ding, und &amp;quot;Gea&amp;quot; eben die Erde. Und dass dieser Kontinent einmal Australien, Indien, die Antarktis, Afrika und Südamerika vereint hat. Ein großer Südkontinent, genannt Gondwana, der [[w:Gondwana|Gondwana-Kontinent]]. Das ist ein indischer Stammteil in Südindien, der so ähnlich heißt, Gondar. [Anmerkung: Gondwana war ursprünglich ein eigener Kontinent, der später einen Teil Pangeas bildete].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war natürlich so kühn, sowas zu sagen damals, dass dieser Alfred Wegener mit allen Mitteln, die die Wissenschaft nur irgend zur Verfügung hatte, verspottet worden ist und quasi an die Wand gestellt worden ist und als der größte Fantast hingestellt worden ist, wie man sich denken kann. Und der hat das alles begründet mit diesen Phänomenen, was die Flora, die Versteinerungen angeht, hier und dort und eben diese eiszeitlichen Ablagerungen und so weiter. Er hat gesagt, die beiden Kontinente fügen sich so wunderbar. Er wurde völlig verlacht, und er hat sein ganzes Leben darauf verwendet, nachzuweisen, dass es einen eurasischen und anhängend einen nordamerikanischen Nordkontinent gab, dazwischen ein Meeresgürtel, und einen großen Südkontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mal bei den Griechen nachforscht, dann sprechen die immer vom [[w:Okeanos|Okeanos]]. Und dann meinten die einen Wassergürtel um die Erde herum, also wofür heute noch das Mittelmeer ein letzter Rest ist, das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, noch ein letzter Rest ist von diesem einzigen erdumspannenden Mittelmeer. Die Griechen haben ja die Erde noch wie einen Diskus angesehen, eine Flachscheibe, wie einen Diskus, und außenrum diesen Okeanos. Das sind noch so letzte Reste von urältesten, nennen wir es, Erinnerungen in der Menschheit, dass offenbar dieser Okeanos, dieser erdumspannende Wassergürtel, bestanden hat und ein Südkontinent im Süden, ein Nordkontinent in der nördlichen Halbkugel. Er wurde verlacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5291s Die Entdeckung des mittelatlantischen Rückens 01:28:11] ====&lt;br /&gt;
Nun kam jetzt noch folgendes Phänomen hinzu, dass die Deutschen Ende der 20er Jahre, Anfang der 30er Jahre ein Forschungsschiff ausgerüstet haben, die &amp;quot;[[w:Meteor_(Schiff,_1924)|Meteor]]&amp;quot; hieß die. Und die waren ausgestattet mit allen Messinstrumenten, die man damals zur Verfügung hatte, ausgefeilteste [[w:Echolot|Echolote]], die aus dem U-Boot-Krieg des Ersten Weltkrieges heraus entstanden sind und insbesondere nach der Katastrophe, die mit dem Eisberg gesunken ist, das Schiff südlich von Neufundland, die Titanic.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Zeit hat man angefangen, Echolote zu entwickeln, weil die hatte keine Echolote, deswegen ist sie zusammengestoßen mit dem Eisberg. Und die &amp;quot;Meteor&amp;quot; war ausgestattet mit allen Messinstrumenten, und die haben den ganzen Atlantik abgefahren in den 20er, 30er Jahren und haben festgestellt, dass es im Atlantik ein Hochgebirge gibt, der sogenannte [[w:Mittelatlantischer_Rücken|mittelatlantische Rücken]]. Und natürlich hatten die keine Kenntnisse von der Gesteinsart da unten, sondern die hatten nur die Tatsache, dass der da besteht, und zwar 3000 bis 4000 Meter hoch vom Meeresboden unten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann blieb die ganze Entwicklung stehen durch den Zweiten Weltkrieg, da passierte nichts mehr. Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner die Meeresforschung so richtig in Gang gesetzt und haben den ganzen Pazifik abgefahren mit dem Echolot, und haben da auch so seltsame Meeresrücken gefunden im pazifischen Raum, untermeerisch. Dann haben sie angefangen, den &amp;quot;[[w:Glomar_Challenger|Glomar Challenger]]&amp;quot; zu bauen, auch ein Forschungsschiff, die Amerikaner, und die haben Tiefseebohrungen gemacht. Da hatten sie zum ersten Mal den Beweis über die Beschaffenheit des Tiefseebodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5423s Die Erkenntnis der basaltischen Tiefseeböden 01:30:23] ====&lt;br /&gt;
Und was kam raus? Das sind alles keine [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentalen]] Strukturen, sondern das ist alles [[w:Basalt|Basalt]]. Dass die eigentlichen Tiefseeböden und der mittelatlantische Rücken, das ist alles Basalt. Das hat mit Granit und all dem, was die Kontinente ausmacht, überhaupt nichts zu tun. Das war schon mal ein unglaubliches Ereignis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann haben die Amerikaner und die anderen Länder auch angefangen, mit Forschungsschiffen den ganzen Meeresboden weltweit zu kartieren, am wenigsten der Indik [indischer Ozean]. Das hat man ja gemerkt bei dem Absturz [[w:Malaysia-Airlines-Flug_370|dieser Maschine]], wo sie noch immer suchen, wo sie geblieben ist, diese Maschine, die in Indonesien [Korrektur: Malaysia] gestartet war, nach Peking fliegen sollte und dann irgendwo verschwunden ist im Indik. Das sucht man ja noch heute. Dieses Gebiet war noch nie wirklich kartiert, das fangen sie jetzt erst an aufgrund dieses Ereignisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls entdecken die plötzlich, dass die Tiefseeböden alle Basalt sind, durchgehend. Keine granitische Struktur, keine kontinentale Struktur, nichts, gar nichts, sondern alles Basalt. Und zwar hat man dann festgestellt, durch alle möglichen Messungen, dass die Mächtigkeit dieser [[w:Ozeanische_Erdkruste|Tiefseeböden]] sehr gering ist, keineswegs 60 Kilometer, sondern nur 10 Kilometer mächtig, maximal 10 Kilometer. Also ganz hauchdünne Schichten zu den unterliegenden, zur Asthenosphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5536s Die Plattentektonik und die Bewegung der Kontinente 01:32:16] ====&lt;br /&gt;
Darauf hat man nun gemerkt, eigentlich hat ja Alfred Wegener gar nicht so Unrecht. Dann hat man den genau studiert und hat gemerkt, in allem stimmt das, was er gesagt hat. Und hat dann gemerkt, dass die ganze Erde sich auflöst in bestimmte Platten. Man nennt es Platten, die Plattentektonik, und zwar in [[w:Plattentektonik#Die_Lithosph%C3%A4renplatten|sieben Riesenplatten]]. Die größte dieser Platten ist die eurasische Platte, also Europa plus Asien, einschließlich dem Indien. Und eine zweite Platte ist dann Australien mit dem indonesischen Archipel. Und eine dritte Platte ist die Antarktis, eine vierte ist Südamerika, eine fünfte ist Nordamerika, und eine sechste ist der Atlantik, und eine siebte ist der Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also plötzlich löst sich die ganze Erde in Plattenstrukturen auf. Und die [[w:Plattentektonik#Gebirgsbildung_und_Vulkanismus_im_Licht_der_Plattentektonik|Plattengrenzen]] sind dadurch charakterisiert, dass da der größte Vulkanismus ist und dass diese Platten offensichtlich in Bewegung sind und dass man heute noch durch genaueste Messungen nachweisen kann, dass Südamerika und Nordamerika im Jahr ungefähr ein bis zwei Zentimeter voneinander sich entfernen in einem Jahr. Etwas ist es schon, aber in 100 Jahren ist es ein bisschen was.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, wie ist das jetzt zu verstehen, diese Problematik, dass die Kontinente einmal eine Einheit gebildet haben, der Südkontinent und der Nordkontinent? Die sind eben so einschließlich Nordamerika, einschließlich Grönland, die hingen alle zusammen, und dann plötzlich sind die auseinander gedriftet und bilden heute das Gesicht der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige Kontinent, der einen Ruhepol bildet, weitgehend jedenfalls, ist der afrikanische Kontinent. Der ist &amp;quot;in situ&amp;quot;, an dem Ort schon immer gewesen, hat sich ein bisschen gedreht, ist auch ein bisschen nach Norden gewandert, aber jedenfalls ruht der noch so urtümlich wie in den Urzeiten, und alle anderen Kontinente sind davon geschwommen. Australien hing früher an Afrika dran, Indien hing früher an Afrika dran, und ebenso die Antarktis und ebenso Südamerika, und bildeten diesen Gondwana-Kontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5734s Ausblick 01:35:34] ===&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns dann morgen – wie lang machen wir? Die Zeit ist längst um, oh Herrgott, wie sollen wir jetzt aufhören? Also, dann wollen wir dann morgen nochmal die treibenden Kräfte versuchen aufzusuchen, die dieses Kontinentaldrift, wie man sie auch bezeichnet, oder Kontinentalverschiebung, wie sie Alfred Wegener bezeichnet hat, wie das – ob es da einen Erklärungsgrund dafür geben kann für diese Tatsache. Das wollen wir dann morgen betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich möchte jetzt schon sagen, das wird auch genauso mechanisch gesagt wie alles andere auch, und kein Mensch kann sagen, was eigentlich die Idee hinter dem Ganzen ist. Goethe hat grundsätzlich gefragt, wenn er irgendein Phänomen aufgesucht hat, nicht das Phänomen jetzt stehen zu lassen und daran eine Theorie zu knüpfen, sondern immer gefragt: Was sind die treibenden Kräfte, die dieses Phänomen hervorgebracht haben? Und das muss man sich auch heute fragen: Was sind die treibenden Kräfte eigentlich, die dieses Gesicht der Erde geschaffen haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wollen wir uns dann morgen nochmal kurz damit befassen, und dann müssen wir übergehen zur Gesteinskunde, wo wir uns mal die verschiedenen Gesteine anschauen. Und dann wollen wir uns noch kurz mit einer Zeitbetrachtung befassen: Wie kann man überhaupt ein Verständnis entwickeln für Zeitepochen? Ob man von Millionen Jahren eigentlich überhaupt sprechen kann, ist es überhaupt zulässig, Milliarden Jahren? Und dann wollen wir uns mit den verschiedenen Schichten des Krustenaufbaus der Erde genauer im Einzelnen befassen, bis hin zu den Gebirgsbildungen, bis hin zu den Landschaftsstrukturen, die wir heute vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen früh machen wir weiter. Ich lasse das Buch hier nochmal liegen, da will ich eigentlich gerne morgen noch was vorlesen, wenn wir irgendwie Zeit hätten, von Goethe über den Granit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5901s Fragen 01:38:21] ===&lt;br /&gt;
[Frage von Zuhörer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist denn das mit dieser Bewegung der Kontinente oder dieser Platten? Das ist ja eine Masse, eine definierte Masse, die sich frei bewegen kann, und ein rotierender Körper in Bewegung im Raum und in sich selbst. Bei Verschiebung der Masse auf einen Punkt haben wir ja in der Physik das Problem des Ungleichgewichts, der Unwucht. Was würde denn passieren, wenn man diese ganze Masse theoretisch berechnet, konzentrieren würde an einem Punkt? Was würde mit der Achse der Erde passieren, mit der Position der Erde im All im Verhältnis zu den anderen Planeten? Mir kommt dann dieser Gedanke, dass diese Bewegung eine Ausgleichsbewegung ist in Bezug auf die Bewegung der Erde im gesamten Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber stell dir mal vor, dass die Nordhalbkugel die größte Masse der Kontinente enthält, und die Südhalbkugel die größte Wassermasse, in Verbindung mit dem Pazifik. Das sind so – Wasser hat das spezifische Gewicht von 1, und die Gesteine, die leichtesten Gesteine, haben das spezifische Gewicht von 2,4 bis 2,6. Das heißt also, wie kommt es dazu, dass viel schwerere Gesteine als das Wasser sich an der Nordhalbkugel konzentrieren und sich nicht gleichmäßig irgendwo durch die entsprechenden Kräfte von Nord- und Südpol und allem, was dazwischen an magnetischen Strömungen läuft, dass die sich nicht gleichmäßig verteilt haben? Das müsste doch eigentlich so sein, aber es ist eben nicht so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es ist viel widersprüchlicher, auch in dem heutigen Weltbild, was man hat, in dieser Hinsicht, so viel Widersprüchliches. Und dennoch muss man sagen, die Tatsache, dass sie mal zusammenhängend waren und dann auseinander gedriftet sind, die kann man nicht mehr widerlegen. Da sprechen alle sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen, also was vor allem die Flora und Fauna angeht, die Versteinerungen und auch die Mineralkörper, gerade die eiszeitlichen Ablagerungen, eine Eiszeit, die vor unserer Eiszeit war, die sogenannte [[w:Permokarbonische_Vereisung|permokarbonische Eiszeit]], da kommen wir nochmal drauf zurück, die damals abgelagert wurden. Es sind so viele Phänomene, die dafür sprechen, dass da Kräfte wirksam waren, ganz spezifischer Art, die sich nicht einfach nur berechnen lassen aus der Achsenstellung der Erde oder Fliehkräften oder sonst wie. Theorien gibt es noch und noch, und jede greift irgendein Phänomen auf, aber dann merkt man, es steht im totalen Widerspruch zu anderen Phänomenen, und man ist da noch an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Plattentheorie gilt heute. Es gibt sieben große Platten und fünf kleine Platten. Die gilt für so schlüssig, man meint, da ist man heute der Überzeugung, die sei so absolut erklärbar aus allen Zusammenhängen, dass es so ist. Und da kommt dann plötzlich wieder so einer, Wunderlich [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Hans_Georg_Wunderlich|H. G. Wunderlich]](?)] hieß der, der ist leider Gottes in jungen Jahren gestorben, aber das war ein genialer Geologe, so ein Kerl, was hätte der noch in seinem Leben zurechtrücken können. Der fängt dann an, sogar die Plattentheorie zu kritisieren, was auch keiner gewagt hat, sondern sie meinen alle, das sei jetzt klar, die sogenannten Plattentheorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phänomene sind auch da, da gibt es Plattengrenzen, die schieben sich aneinander vorbei und erzeugen Erdbeben und alles Mögliche. Das werden wir morgen nochmal sehen. Aber dieser hat sich erkühnt, der Wunderlich, Professor für Geologie in Stuttgart, auch selbst diese Theorie anfängt und hoch, hoch intelligent infrage zu stellen. Also man merkt, das Ganze ist immer noch im Prozess, es geht immer weiter, immer weiter. Aber jeder Schritt ist eben ein Erkenntnisschritt auf dem Wege, und eines Tages, wie der Goethe gesagt hat, wird gewiss einer kommen, der da quasi – wir wollen ihm vorarbeiten. Gut, also dann, bis morgen.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge  [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|1]] - [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|2]] - [[Geologie - 3. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|3]] - [[Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|4]] - [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|5]] - [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|6]] - [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|7]] - [[Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|8]] - [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|9]] - [[Geologie - 10. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|10]] - [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|11]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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* „Und dann 1869 [[Gregor Mendel]] mit der Begründung der Vererbungstheorie. Er hat die Vererbungsgesetze experimentell entdeckt …“ [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Einleitung und Rückblick 00:00:27|| Klett, M. Geologie, 2. Folge, 2017, 00:00:27]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_1._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11426</id>
		<title>Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T13:07:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Das biogenetische Grundgesetz 01:22:11 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=109s Einleitung - Verbindung von Geologie und biologisch-dynamischer Landwirtschaft 00:01:49] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So. Also. Ihr seid ja jetzt so überladen mit allem Möglichen, dass ich eigentlich gar nichts mehr sagen brauche, oder? Vollgestopft mit Eindrücken, mit Wissen, überquellend. Da soll noch was rein. Gibt es da noch Platz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen uns ja mit dem Thema beschäftigen, dass nun, wie es so scheinen mag, ganz abwegig ist zu dem, was eigentlich unser Interessengebiet ist, die Landwirtschaft, das [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamische]]. Und da ist es eben doch sehr, sehr miteinander verbunden. Denn wenn man darauf hinschaut, auf den landwirtschaftlichen Betrieb, dann ist der ja, bedeckt der ja einen kleinen Teil der Erdoberfläche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dottenfelderhof]], eben diese Fläche hier, die ihr ja kennengelernt habt. Und überhaupt jeder landwirtschaftliche Betrieb ist Teil der Erdoberfläche. Und wir betrachten sonst immer nur die Erdoberfläche, das, was gerade eben sinnlich in Erscheinung tritt, den Boden, den wir pflügen, den wir ecken, den wir striegeln. Aber was dann aus diesem Boden heraus wächst, die gesamte Pflanzennatur, die wächst nur deshalb, weil dann noch unter dem Boden Erdentiefen sind und über dem Boden der ganze Kosmos sich ausweitet. Also das muss man immer ins Auge fassen, dass wir es da mit Kräften zu tun haben, die aus dem Umkreis wirken und solchen, die aus den Erdentiefen wirken, und der Boden ist nur, sozusagen, die sinnfällige Haut der Erde. Und nun ist jeder landwirtschaftliche Betrieb ein Glied der umgebenden Landschaft. Die umgebende Landschaft zeigt dieselben Phänomene plus minus, die man hier auch auf dem Hof findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so spricht man ja heute von Landschaften und die haben in aller Regel auch einen Namen, interessanterweise: das kommt aus der Vergangenheit, dass man hier von der &#039;&#039;Wetterau&#039;&#039; spricht. Und wer die &#039;&#039;Wetterau&#039;&#039; mal so ein bisschen kennengelernt hat, das ist so eine richtig typische Ackerbaulandschaft, dann muss man sagen, ja, die hat tatsächlich einen ganz eigenen Charakter. Das ist eine Ur-alte Kulturlandschaft, die schon seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend kultiviert war, von den Bannkeramikern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man dann einfach ein paar Schritte weiter geht, dann kommt man in den &#039;&#039;Taunus&#039;&#039;. Ein vollständig anderer Landschaftscharakter, Landschaftstypus. Taunusgebirge, und dann der Hintertaunus, wird wieder ganz anders. Und wenn man hier in den &#039;&#039;Vogelsberg&#039;&#039; kommt, hier östlich von uns gelegen, ein vollkommen eigener Landschaftstypus und entsprechend auch die landwirtschaftlichen Betriebe, die man dort findet. Und so ist es, wenn man hinter den Vogelsberg rauskommt, da kommt man in die &#039;&#039;Rhön&#039;&#039;, wiederum ein völlig eigener Landschaftstypus. Und so könnte man jetzt den &#039;&#039;Odenwald&#039;&#039; nennen oder den Südschwarzwald, den Nordschwarzwald, Südvogesen, Nordwogesen, den Pfälzerwald, die Bodenseelandschaft. Oder man könnte in Norddeutschland jetzt die verschiedensten Landschaften nehmen, zum Beispiel Schleswig-Holstein an der Ostküste. Mit den Knicks, ein ganz eigener Landschaftstypus gegenüber West-Holstein, den Sondergebieten und dann wieder den Marschgebieten und so weiter. Die Landschaften haben einen eigenen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=383s Landschaft und Volksseele 00:06:23] ====&lt;br /&gt;
Und dieser Charakter, das wurde mir zum ersten Mal in meinem Leben deutlich, als ich 17-jährig als Austauschschüler nach England kam. Das war unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, 1949-50, und da musste ich täglich so zwölf Kilometer mit dem Rad in die Schule fahren und fuhr dann da durch die südenglische Landschaft &#039;&#039;Sussex&#039;&#039; und guckte mir diese Landschaft an. So etwas habe ich noch nie gesehen in meinem Leben, als ich in Süddeutschland aufgewachsen bin. Diese unglaublich ausladenden Baumkronen, diese Buchen, diese dicken Stämme, diese Hecken an den Straßen dahinter, die deutlich gegliederten Landschaften, aber alles spielerisch, keineswegs systematisch. In England gibt es ja keine Systematik in dem Sinne. Das hat mich derart erstaunt. Da habe ich mich umgeguckt, welche Stimmungen in einer solchen Landschaft gewaltet haben. Und da kam es mir vor, wie wenn plötzlich hinter jedem Busch oder jedem Baum irgendeine Gestalt aus den Dramen von Shakespeare hervorkäme, &#039;&#039;Fallstaff&#039;&#039; oder so einer, da hatte man wirklich einen guten Eindruck gehabt. Die ganze englische Volksseele lebt in einer solchen Landschaft, die hat sich irgendwo einen Prägestempel geschaffen. Und ich schaute dann in die englische Poesie und schaute dann auf die Landschaft draußen und sagte, ja, das ist doch eigentlich identisch. Das war damals ein Gefühl, was ich hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kam ich nach Holland. Da habe ich die dortigen Landschaften kennengelernt: völlig flach, weicher. Und da habe ich gesagt, das ist doch typisch holländisch. Also so wie die Holländer sind, so sind auch ihre Landschaften. Und dann kam ich nach Schweden. Und dann wiederum schaute ich in diese schwedischen Landschaften, schaute wie durchlichtet dort die Wälder sind. Wie durchlichtet überhaupt die ganze Landschaft ist, wenn sie nicht gerade dunkel ist im Winter, da ist ja ewig dunkel. Und da habe ich mal die Selma Lagerlöf gelesen und habe mir gesagt: dieselbe Poesie, die aus den Schriften der Selma Lagerlöf einem entgegenkommt, genau diese Poesie findet man in dieser Landschaft. Und so war das für mich dann auch eine Art Studienobjekt geworden, mehr und mehr einfach einen Blick für Landschaften zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das empfehle ich sehr. Das ist heute ein Riesen Lapsus, ein Armutszeugnis unserer Zeit, weil wir durch unsere Verkehrsmittel heute derart durch die Landschaften rasen, dass wir gar nicht mehr merken, was die für einen besonderen Charakter haben. Und der ist in Europa einzigartig, wirklich vollkommen einzigartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sieht in anderen Ländern, in Südamerika oder in Nordamerika oder in Asien, wohin man kommt, in Afrika, sind die vollkommen anders strukturiert und ganz andere Stimmungen leben da. Also Landschaften haben einen Charakter. Das ist die Frage, woher kommt eigentlich dieser Charakter?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=590s Landschaft und die vier Elemente des Empedokles 00:09:50] ====&lt;br /&gt;
Wenn man zum Beispiel in die Toskana kommt nach Italien oder nach Umbrien kommt in Italien oder sonst wo, Piemont oder wohin auch immer, man merkt, da ist was und man kann es eigentlich nicht richtig greifen. Also die haben einen Charakter. Wenn man jetzt zunächst mal diesen Charakter nur so charakterisiert, dass er im Wesentlichen bestimmt ist, durch das Zusammenwirken der vier Elemente, also Erde, Wasser, Luft, Wärme. Das sind die vier klassischen Elemente aus der griechischen Philosophie des Empedokles. Empedokles hat im 5. Jahrhundert vor Christus gelebt, war Sizilianer eigentlich, also aus der griechischen Kolonie aufgewachsen, da in Südsizilien. Der hat diese Lehre von den vier Elementen am ausführlichsten eigentlich nicht nur dargestellt, philosophisch, sondern auch selber vorgelebt. Für ihn waren diese Elemente geistdurchdrungen, also nicht sinnlich wahrnehmbar. Das waren Ideen, aber eben wirkende Ideen, nicht so wie wir heute denken, das ist eine Idee, was ist denn das schon? Sondern wirksame Ideen, wo sozusagen aus dem Geistigen sich etwas im Physischen konfiguriert, und durch die Durchdringung dieses Geistigen, das formt im Wesentlichen eine Landschaft. Die Durchdringung dieser vier Elemente. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man nun unter diesen vier Elementen mal diejenigen nimmt, die am allerdeutlichsten eine Landschaft prägen, die Erdennatur, dann ist es gerade das &#039;&#039;erdig-feste&#039;&#039; Element und das &#039;&#039;wässrige&#039;&#039; Element. Und nur über der Erde trifft man dann &#039;&#039;Luft&#039;&#039; und &#039;&#039;Wärme&#039;&#039; so im Wesentlichen an, aber die Erde selber und die Landschaft wird geprägt von &#039;&#039;Erde&#039;&#039; und &#039;&#039;Wasser&#039;&#039;. Und dieses Feld nun, dessen hat sich die Geologie als Wissenschaft angenommen. Gerade dem, was die Festen der Erde eigentlich begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=744s Geologie und Geomorphologie: Landschaftsgestalt, -Geschichte und -Entwicklung 00:12:24] ====&lt;br /&gt;
Da hat sich zunächst einmal die Geologie als solche angenommen, dem erdig-festen, nämlich der Gesteinswelt. Was bildet die Gesteine? Wie lagern sie? Wie ist überhaupt die ganze Erdkruste durchformt von der Gesteinswelt? Das ist sozusagen das Schwerpunktgebiet der Geologie als solcher. Und dann gibt es hier so ein Buch, Geomorphologie. Die Geomorphologie ist mit der Geologie engstens verbunden, die schildert nämlich die Landschaftsgestalt. Wie ist eine Landschaft gestaltet von Festen, auch vom Wässrigen her, insbesondere vom Wässrigen? Und das ist eigentlich für uns auch das Interessanteste, denn eine Landschaft hat ja eine Gestalt. Der [[Dottenfelderhof]] hat eine bestimmte Gestalt: wir haben da unten das Unterland, das ist Schwemmland ursprünglich. Ich habe das immer als &amp;quot;Holland&amp;quot; bezeichnet. Und dann haben wir ganz da oben, haben wir die Höhen, eine Höhenlage, wo ziemlich bald da drunter auch Gesteine anstehen, das &#039;&#039;Rotliegende&#039;&#039;. Und dazwischen ist so eine Übergangszone, die habe ich immer als &amp;quot;Toskana&amp;quot; bezeichnet, wo die Bäume stehen, die Obstbäume und so. Also es sind drei Landschaftselemente, die sich hier in einer besonderen Weise vereinigen. Und die Ausdruck sind eben der Geomorphae, der Landschaftsgestalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man sich damit beschäftigt, also wenn man das nicht nur einfach konstatiert, da gewesen, da gewesen, so ungefähr, hingeguckt und dann war&#039;s es dann auch. Sondern, dass man sich wirklich Fragen daran stellt, wie kommt es, dass hier so eine Ansteigung ist, warum das Tal hier ansteigt. Warum prallt die Nidda in Bad Vilbel an einen Hang an, der ziemlich steil hoch geht? Und warum ist sie verflachend nach der anderen Seite? Wie kommt es, dass hier eine Anhöhe ist oder ein kleiner Berghügel, und hier eben eine Vertalung oder eine Verebnung der Landschaft? Was spricht sich da aus? Und wenn man dem nachgeht, dann trifft man auf die Landschaftsgeschichte. Das erweckt Fragen, wie hat sich jetzt diese Gestalt an diesem Ort über die Zeiten hinweg so gebildet und nicht anders. Da knüpfen sich Fragen, und dann stellt man Fragen nach der Landschaftsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man solche Fragen hat, dann ist es nicht weit, dass einem der Entwicklungsgedanke aus den Landschaften förmlich ins Gesicht springt. Dass man den Entwicklungsgedanken aus der Natur sozusagen nicht nur jetzt bei der Pflanze studieren kann, nicht nur, von mir aus beim Tier, in der Embryologie, sondern in der Landschaftsgestalt selber. Wenn man nur fragt, wie hat sich diese besondere Landschaftsgestalt unserer Umgebung hier entwickelt, daran knüpfen sich solche Fragen, die einen in den Entwicklungsgedanken mitten hineinführen. Da hat sich was entwickelt, auch die Landschaftsgestalt hat sich entwickelt. Die ist nicht immer so gewesen, sondern hat sich erst in dieser besonderen Weise herausgebildet. Das ist die Geomorphologie. Das ist ein zweites Gebiet der Geologie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=978s Die Rolle der Hydrogeologie und das unsichtbare Wasser in der Erdkruste 00:16:18] ====&lt;br /&gt;
Und ein drittes ist die Hydrogeologie. Das betrifft das ganze Gebiet der Gewässer, also Quellen, Quellhorizonte, Rinnsale, die sich zu Bächen vereinigen, Bäche, die sich zu Flüssen vereinigen und schließlich in Seen münden und aus den Seen dann als Ströme ins Meer strömen. Das ist das eine Feld, das sichtbare Feld. Dass da an der Erdoberfläche da diese Wässrigkeit in Verbindung mit den geologischen Verhältnissen in einem besonderen Verhältnis steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dann gibt es eben eine Hydrogeologie, die man gar nicht sieht. Das ist das, was die Gründe sind, dass eine Quelle überhaupt in Erscheinung tritt, oder ein Wasserlauf überhaupt fließt. Wo kommt denn das Wasser her? Da wird man verwiesen auf die Grundwasserströme und verwiesen auf hydrogeologische Verhältnisse des Untergrundes, die ungeheuer kompliziert sein können, sehr unterschiedlich sein können. Und die bedingen eben, dass zunächst einmal das wässrige Element die äußerste Erdkruste insgesamt durchdringt. Das ist eins mit der Erdkruste. Keinen Stein gibt es, der nicht ein bisschen Wasser enthielte. Der nicht irgendwie mit dem Wässrigen in Beziehung stünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=1079s Der Einfluss des Menschen auf die Landschaft 00:17:59] ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt haben wir also drei Gebiete. Die Geologie, die Hydrogeologie und die Geomorphologie. Jetzt kommt noch ein Viertes hinzu, was landschaftsbildend ist. Das habe ich schon eingangs ein bisschen erwähnt, das ist die Hand des Menschen. Man hält es eigentlich gar nicht für möglich, wie doch seit Ur-ur-urzeiten der Mensch aus seiner Wesenheit heraus verwandelnd, verändernd auf die Erde gewirkt hat. Und heute tritt es übermächtig in Erscheinung darin, dass wir derart eingreifen, nicht nur in die Pflanzenwelt und die Tierwelt, sondern in die Erdenwelt, im höchsten Grade zerstörend. Es hat sich im 20. Jahrhundert vorbereitet, aber heute hat es Riesendimensionen angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=1145s Vom Menschen ausgelöste Denudation und Erosion 00:19:05] =====&lt;br /&gt;
Es war insbesondere die sogenannte &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Denudation&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; und die sogenannte &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Erosion&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;. Denudation heißt, dass man &#039;&#039;&#039;am falschen Ort den Boden so bearbeitet hat&#039;&#039;&#039;, dass durch Staubstürme das ganze Erdreich abgetragen worden ist. Das haben die Amerikaner am besten gekonnt, bis zum heutigen Tag. Kentucky, ein Staat in Amerika, war einstmals der fruchtbarste Standort überhaupt in den Anfängen der Kolonisation. Und das Land des grünen Rohrs hat man das auch genannt. Und dann hat man alles abgeholzt, hat da einen tollen Ackerbau draufentwickelt, sehr kalkreiche Standorte auch, und binnen kürzester Frist, in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts schon, Monokulturen angebaut, Weizen, Weizen, Weizen, der Mais war noch nicht so aktuell. Und da kamen die Staubstürme und haben den ganzen Oberboden abgetragen. Heute sind es zum Teil ganz arme Standorte geworden, nur durch Winderosion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mir ist es so begegnet, in Nord Dakota. Das ist ein Staat, also Süd Dakota, Nord Dakota, liegt oben an der kanadischen Grenze, geht über nach Saskatchewan. Das sind alles schwarze Erdböden, die hat man alle umgepflügt, das war ursprünglich Prairie. Und da kam ich zu einem Bauern, der hatte ein ganz schwarzes Gesicht und da waren nur so helle Streifen drin, das waren die Schweißperlen, die über das Gesicht gelaufen sind und die Tränen, die ihm kamen, wenn er gesehen hat, wie der Wind die ganze schwarze Erde wegweht. Also mit einer Geschwindigkeit geht das vor sich, das glaubt man nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich ist es mir in Brasilien gegangen. In Brasilien weniger die Winderosion als vielmehr die Wassererosion. Brasilien ist ein Land, sehr regenreich, nicht in allen Gegenden, aber doch ganz wesentlich, einen großen Teil des Amazonas. Also sehr starke Regen unter Umständen und sehr konzentriert im Jahreslauf. Es gibt die Trockenzeiten und die Regenzeiten. Und da hat man dann die Monokultur, sagen wir mal, Zuckerrohr oder sowas, und gerade der Zuckerrohr verhält sich sehr ähnlich wie der Mais, der das Wasser sammelt über die Blätter, und dann am Stängel runterlaufen lässt. Am Fuß der Pflanze und vom Fuß der Pflanze bildet sich ein kleines Rinnsal. Und das ist der Anfang einer Erosion. Und am Ende von vielleicht 200, 300 oder 1000 Hektar Zuckerrohr ist dann plötzlich ein Bachlauf geworden mit einer Erosionsrinne von zwei Meter Tiefe. Das geht so rasend schnell!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Mensch hat da in einem hohen Grade heute, durch seine modernen Technologien und eben Monokultur und alles das, so eingewirkt, dass man berechnet wie von Jahr zu Jahr die kultivierbare Fläche auf der Erde rasend abnimmt. Aber er macht etwas anderes. Und das ist ja gerade der Punkt, wo wir heute stehen, dass wir wirklich ein neues Verhältnis zur Erde entwickeln müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=1374s Die Mission der Menschheit: Verantwortung für die Erde 00:22:54] ====&lt;br /&gt;
Und dass der Mensch heute aufgerufen ist, dasjenige, was einstmals von Natur aus landschaftsbildend und landschaftsgestaltend war über unendliche Zeiträume hinweg, dass wir heute an die Stelle getreten sind. Wir bewegen heute ganze Landschaften. Wir bauen da so ganze Berge ab mit Steinbrüchen, oder wo Eisenerz gewonnen wird. Wir haben ganze Berge hier oder Braunkohleabbau ist eines der besten Beispiele. Da werden ja ganze Landschaften total bis zu Tiefen von 30, 40 Metern rumgewühlt und so weiter. Aber wir haben eben daran, gerade dass wir sozusagen den Todesprozess, der allgemein die Erde angeht, denn alles was sich formt und gestaltet und so weiter, ist auch schon erstorben, dass wir diesen Prozess nur noch impulsieren und weiter stimulieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und angesichts dessen können wir erwachen, dass wir eigentlich eine Mission haben. Und das hat Novalis, der Dichter Novalis, ich komme nachher nochmal kurz auf ihn zurück, hat es ausgesprochen in seinen Fragmenten, in dem er gesagt hat, &#039;&#039;die Menschheit ist auf einer Mission. Zur Bildung der Erde ist sie berufen&#039;&#039;. Ein wunderbarer Ausdruck: &#039;&#039;zur Bildung der Erde ist sie berufen&#039;&#039;. Also sie muss fortan, wo wir heute diese ungeheuren Fähigkeiten haben einzugreifen in die Erde, müssen wir in uns die Fähigkeit auch entwickeln, jetzt aus höheren Gesichtspunkten heraus, wirklich an der Bildung der Erde zu wirken in die Zukunft. Und Novalis war ein Zeitgenosse Goethes, die haben damals das kommen sehen, wie man in Zukunft mit der Erde umgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so stehen wir wirklich vor der Frage, was ist eigentlich unsere Mission? Und wenn man diese Frage mal so stellt, dann kommt man sofort auf den bio-dynamischen Landbau. Man merkt, dass wir die Möglichkeit haben in der Landwirtschaft so einzuwirken auf die irdischen Verhältnisse durch unsere Tätigkeit, durch unsere Arbeit, durch unsere Ideen, die wir haben, dass wir sozusagen das, was vorher vorgebildet war, evolutiv über lange Zeiträume hinweg, dass wir das erkennen und aus der Erkenntnis jetzt weiterführen in die Zukunft. Der Mensch schaltet sich ein in diesen ganzen Werdeprozess, in den Entwicklungsgedanken, in die Zukunft, indem er das alles erkennt, was er heute kaputt macht. Also das ist zunächst mal eine Veranlassung. Wenn man dem Tod sich wirklich bewusst wird, dann kann man daran wachsen und kann daran neue Ideen entwickeln, wie es eigentlich sein müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es gibt keine Entwicklung ohne Tod. Leben und Tod, das sind die beiden Grundsäulen jeder Entwicklung. Stirb und Werde, das Stirb und Werde. Und so sind wir eigentlich aufgefordert angesichts dessen, was geworden ist, und das sagt uns die Geologie, das sagt uns die Geomorphologie und die Hydrogeologie, sagt uns das, was durch die langen Zeiträume der Vergangenheit geworden ist, wo der Mensch nur quasi den Boden gefunden hat für seine eigene Entwicklung hier auf Erden. Dass wir jetzt das alles erkennen, was die Welt vor uns ausbreitet und daraus Ideen in uns wachrufen, die uns in unserer täglichen Arbeit anleiten. Wir sind auf einer Mission, das kann man wirklich sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=1639s Ein Blick auf die Geschichte der Geologie 00:27:19] ===&lt;br /&gt;
Nun, das war jetzt nur eine kleine Einleitung und ich möchte den heutigen Vormittag noch darauf verwenden, jetzt einmal den Blick auf die Geschichte der Geologie zu lenken. Weil das eigentlich ein sehr interessantes Kapitel ist, wie überhaupt erst das Bewusstsein der Menschen aufmerksam geworden ist auf das, was die irdische Grundlage hier auf Erden ist. Das ist ganz, ganz jung! Die Geologie als Wissenschaft hat sich im Wesentlichen erst seit dem 19. Jahrhundert entwickelt. Und wenn wir jetzt zurückschauen nochmal in die Menschheitsvergangenheit, dann wundert man sich eigentlich immer, dass zum Beispiel die Griechen, die alten Griechen vorchristlicher Zeit oder die alten Ägypter, dass die nicht irgendwie schon eine Art Verständnis von Geologie gehabt hätten. Nichts, gar nichts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mal ein Beispiel nennen aus der alten ägyptischen Kultur, dass aus dem Jahre 2750 die ersten Pyramiden gebaut worden sind. Die Cheops-, Schäfrin- und Mykrinos-Pyramide auf Gizeh bei Kairo, oben auf dem Nilrand. Vorher noch die Pyramide von Saqqara, die ist noch älter, das ist eine Stufenpyramide. Und wenn man da hinkommt und guckt sich da die Steine an, dann findet man, dass diese Steine ganz feine, runde, kreisartige Gebilde haben, fast auch wie Spiralen gebildet, eins am anderen. Und da müsste man doch aufmerksam werden, als Ägypter, wo die angefangen haben die Steine zu kloppen, was das für ein komischer Stein ist, wo diese lauter kleinen, runden Kreise sind. Und heute weiß man, dass es die sogenannten Nummuliten-Kalke sind. Nummuliten sind Protozoen. Protozoen sind Ur-Tierchen, sind Einzeller. Einzeller, also die Ur-Ur-Ur-Formen des lebendigen, des tierischen Lebens, wobei man nicht sagen kann, das wäre ein Tier gewesen, da könnte ich auch genausogut sagen, es wäre ein pflanzliches Gebilde gewesen. Ein &#039;&#039;Pflanzentier&#039;&#039;, könnte man sagen. So sind diese Kalke aufgebaut. Kein Mensch in dem alten Ägypten sah sich veranlasst, so hinzugucken, dass er gesagt hat, ja da ist ja ein Stein und da sind pflanzentierische Gebilde drin. Das lebte gar nicht als Frage. Da muss man sich mal hineinversetzen. Die haben eine unglaubliche Kunst geschafft, ein unglaubliches Wissen gehabt in Bezug auf den Kosmos. Aber was die Erde da produziert hat, das interessierte gar nicht. Die haben diese Blöcke von 1,20 m x 1,20 m, 3 Tonnen schwer, haben sie von riesiegen Steinbrüchen von der anderen Seite des Nils gebrochen und dann über den Nil rüber gebracht, auf die andere Seite da oben rauf geschafft und damit die Pyramiden gebaut. Aber keine Frage, wie es da angeknüpft hat. Und so nicht bei den Griechen. Und so nicht bei den Römern. Und so nicht das ganze Mittelalter durch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die haben ja die mittelalterlichen Kirchen alle aus Sedimentgesteinen gebaut, in aller Regel nicht aus Granit, aus Urgesteinen, sondern aus Sedimentgesteinen. Und da waren überall Versteinerungen drin. Aber das war keine Veranlassung, auch für den mittelalterlichen Menschen, der ja viel weiter bewusstseinsmäßig vorangeschritten war, daran eine Frage zu knüpfen. Und es musste eben erst eine Schwelle überschritten werden. Das ist die Neuzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=1905s Der Beginn eines neuen Bewusstseins in der früheren Neuzeit 00:31:45] ====&lt;br /&gt;
Und sie glauben, ihr glaubt gar nicht, was das für eine Schwelle war und ist, bis zum heutigen Tag ist. Wo plötzlich ein vollkommen neues Bewusstsein die Menschen ergreift, nämlich hinzugucken, punktuell hinzuschauen auf die Welt. Was finde ich da vor? Welche Pflanze ist das? Welches Gestein ist das? Was ist das für ein Tier? Gab es vorher nicht. Natürlich hat man Namen für den Löwen gehabt und für den Elefanten und alles das. Klar, man hat es als gegeben hingenommen. Das gehörte zum gesamten Weltbild ungetrennt dazu. Aber jetzt tritt man plötzlich der Natur gegenüber und stellt Fragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=1955s Leonardo da Vinci als Pionier der Naturbeobachtung 00:32:35] =====&lt;br /&gt;
Und der erste, den ich hier nennen möchte, das ist Leonardo da Vinci. Ich möchte die einfach mal anschreiben. Das sind die großen. Leonardo da Vinci. 1452 bis 1519. Ich schreibe mal auch die Jahreszahlen hin, weil es einfach wichtig ist, dass man mal sieht, wie das durch die Jahrhunderte jetzt in einer ganz spezifischen Weise ist. Dieser Leonardo, der ja eigentlich ein Künstler war, ein Maler, aber zugleich ein unglaublicher Technologe, der ja die ersten großen technischen Erfindungen gemacht hat im [?], die Belagerung von Städten und so weiter. Dieser Leonardo, der stammte aus Vinci, daher der Name. Das ist ein bisschen nördlich von Florenz in den Bergen, und das sind auch relativ junge Ablagerungen, kalkschiefriger Art. Und da guckt er plötzlich auf den Boden und hebt die Steine auf und nimmt sie in die Hand und guckt sie an. Nicht, dass er sie kloppt wie vorher, die alle wunderschön gestaltet haben, sondern er guckt sie einfach an und sieht, da sind Abdrücke von Pflanzen. Da sind Abdrücke oder Versteinerungen von Tieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat ihn interessiert. Das war für ihn plötzlich die Frage, was ist das eigentlich? Und er hatte schon einzelne derartige Petrifakte, wie man sie nennt, also Fossilien, die hat er schon angefangen zu unterscheiden.   Aber es knüpfte sich kein Entwicklungsgedanke daran. Es knüpfte sich kein Gedanke daran, dass dieses Gestein hier einstmals lebendig war und diese Pflanzen und Tiere hervorgebracht hat. Also der Entwicklungsgedanke war noch so jung, den gab es vorher gar nicht, den kannten die Ägypter nicht, die Griechen nicht. Er guckte jetzt diese Steine an und sieht, da sind also pflanzliche und tierische Wesen, irgendwo versteinert drin, aber der Gedanke, dass das ein Leben war unter ganz anderen Umständen in früheren Zeiten, der knüpfte sich noch nicht daran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=2130s Francesco Redi und die Entstehung des Lebens 00:35:30] =====&lt;br /&gt;
Und dann kommt eine weitere Gestalt, das ist der Francesco Redi. Der hat dann ein Jahrhundert später, also 15. bis 16. Jahrhundert, 1626 bis 1698 gelebt. Also Leonardo war 14. bis 15. Jahrhundert und jetzt im 16. Jahrhundert tauchte so ein Kerl auf in Italien, Arzt von Haus aus, und Schriftsteller. Damals, wenn man krank war, wurde man zur Ader gelassen. Und wie wurde man da zur Ader gelassen, wenn man Lungenentzündung hatte oder sowas? Dann hat man Leberegel genommen. Und die Leberegel, die fanden sich im Schlamm irgendwo, so im Wässrigen, schreckliche Dinger. Und die haben dann das Blut rausgesaugt aus dem Körper. Und dieser Arzt nun, der sagt, wo kommen die Leberegel eigentlich her? Und dann wühlt er da im Schlamm rum und sieht, dass es da Stablarven gab, Stabwürmer vom Leberegel. Und dann hat er gesagt, die kommen also aus diesen Larven, die verwandeln sich zu Leberegeln. Und dann hat er gesagt, wo kommen die Larven her? Und dann hat er Eier entdeckt, im Schlamm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war wie eine Offenbarung, eine menschheitliche Offenbarung. Weil nämlich bis dato galt strikt, der Lehrsatz von Aristoteles, alles Leben entsteht aus dem Schlamm. Und dann hat er gesagt, das stimmt doch gar nicht. Da ist eine Welt zusammengebrochen damals. Eine Weltanschauung, die über Jahrhunderte Gewalt hatte von Aristoteles her. Alles Lebendige entsteht aus dem Schlamm. Und jetzt stellt er fest, der Schlamm ist zwar da und drum herum, aber das Lebendige entsteht immer aus einem Keim, aus einem Ei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Sie müssen sich mal vorstellen, was das für eine Bewusstseinsveränderung war. Der hat natürlich den Aristoteles, wenn man das heute richtig verstehen will, total falsch verstanden. Jetzt ist eine Bewusstseinshaltung entstanden, dass die Menschen genau hingeguckt haben, wie das eine sich aus dem anderen entwickelt. Das hat man vorher gar nicht gemacht. Sondern hat sich immer auf Aristoteles berufen. Und man hat jetzt plötzlich Aristoteles in Frage gestellt, weil man den Schlamm anders gedeutet hat als Aristoteles. Der Schlamm ist nur die äußere Bedingung, dass sich hier etwas aus einem Ei über Larve bis zum fertigen Imago, also dem Leberegel, entwickelt. Und Aristoteles hat einen ganz anderen Begriff von Schlamm gehabt. Der hat so einen Begriff von Schlamm gehabt, wie man in der Geheimwissenschaft lesen kann, in der alten Mondentwicklung. Also ein Begriff von Schlamm, das heißt, dass alles aus dem Chaos entsteht, aus dem noch Ungeordneten sich Ordnung bildet. Das ist ein ganz anderer Begriff von Schlamm, das Chaotische, was dem anhaftet. Und die haben das jetzt sinnlich fixiert in dem, was sie als Schlamm bezeichnet haben, und daraus geht auch nichts Lebendiges hervor. Also dieser Francesco Redi, man nannte die Stablarven, die er da entdeckt hat, die Redien, auch heute noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=2402s Nikolaus Steno und die Grundlagen der Mineralogie 00:40:02] =====&lt;br /&gt;
Und dann gab es einen zweiten Arzt jener Zeit, den ich auch noch erwähnen will, der große Bedeutung hat für die ganzen Entwicklungsgedanken, für die Geologie. Das ist Nikolaus Steno. Aber der hieß eigentlich Niels Stensen, das war ein dänischer Arzt. Und der lebte von 1638 bis 1686. Das sind die Vertreter des 17. Jahrhunderts. Und was hat dieser Steno gemacht? Der hat auch als Arzt natürlich Forschung getrieben und hat dann Messungen der mineralischen Welt vorgenommen und hat dann Kristalle vermessen und hat festgestellt, dass bei einem solchen Kristall, also das ist ein Kalkspat hier, das ist ein typischer Rhomboeder. Man unterscheidet den Kubus, das ist ein Kubus, das ist ein Pyrit hier. Das ist ein Kubus und wenn ein Kubus gekippt ist, dann entsteht ein Rhomboeder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hat er die Kristallflächen vermessen und hat festgestellt, dass dieser Winkel hier zwischen diesen beiden Kristallflächen, dass der bei gleicher mineralischer Zusammensetzung konstant ist. Die Winkelkonstanz der Kristalle gleicher Zusammensetzung, die geht auf Steno zurück. Das war der Begründer der Mineralogie. Also dazu muss man so ein Kristall in die Hand nehmen und muss dann gucken. Ich stehe hier und da ist der Kristall, da habe ich Fragen. Jetzt fange ich an zu messen. Ich messe die Winkel und stelle plötzlich fest, dieser Kristall, der hat dessen Winkel hier, alle Winkel sind konstant bei gleicher Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder ein anderes Beispiel, das sind hier also Pyrite. Man kann ja nur staunen, wenn man sowas sieht. Ohne Staunen geht sowieso nichts. Hier sind diese Würfel. Da sieht man auch, die Winkelkonstanz beträgt hier 90 Grad.  Die Winkelkonstanz beim Würfel beträgt 90 Grad. Hier beim Kalkspat sind es entsprechend weniger. Ich weiß jetzt nicht auswendig, aber das sind über 45 Grad. Irgendwo was dazwischen. Und beim Feldspat, das ist auch ein Rhomboeder, wie wir noch sehen werden. Feldspäte, die haben ein bisschen einen anderen Winkel, aber konstant. Alle Feldspäte haben den gleichen Winkel, wie der Kalkspat hier ein anderer. Und so haben alle Kristalle ganz charakteristische, von der Zusammensetzung abhängige Winkel, Kristallwinkel. Die spielen in der Mineralogie eine ganz große Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also auch wieder ein Mensch, der auf etwas aufmerksam geworden ist. Ein Arzt, meistens waren es Ärzte. Und wurden dann zum Begründer einer Wissenschaft der Mineralogie. Steno.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=2640s Das 18. Jahrhundert: Die Ära der Aufklärung und des Sammelns 00:44:00] ====&lt;br /&gt;
Und dann treten wir ein ins 18. Jahrhundert. Das 18. Jahrhundert ist charakterisiert dadurch, dass die Menschen fast besessen geworden sind, in Bezug auf das, was die Natur eigentlich an Geheimnissen birgt. Da ist jeder, der noch ein bisschen was auf sich gehalten hat, also alle Dorfschullehrer und Pfarrer, und in den Dörfern sind rausgerannt, auf die Äcker und in den Wald und überall, haben Pflanzen genommen, haben Herbarien angelegt, haben die Tiere, Tierwelt studiert, die Schmetterlingsforscher, die Insektenforscher. Also Riesensammlungen unvorstellbarer Art, die vielfach heute in den Museen zu sehen sind. Man hat gesammelt, gesammelt, gesammelt, gesammelt. Das 18. Jahrhundert ist das Jahrhundert der &#039;&#039;Aufklärung&#039;&#039;. Die Menschheit hat sich aufgeklärt, nicht über sich selbst, sondern über was die Natur alles an Fülle von Erscheinungen birgt. Dann entstanden auch die großen Gesteinssammlungen dieser Zeit. Was wir auf den Äckern gefunden haben, in Steinbrüchen, die da überall natürlich waren. Man hat gesucht und gesucht. Man hat es einfach nur mal gesammelt und nebeneinander gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=2732s Karl von Linné und die Systematisierung der Natur 00:45:32] =====&lt;br /&gt;
Und da gibt es jetzt wieder eine Gestalt, das ist Karl von Linné. Linné. Und dieser Linné, genau in diesem Jahr 1707 ist er geboren. 1707 bis 1775 ungefähr hat er gelebt. Karl von Linné, habt ihr von dem schon mal was gehört? Also der große Pflanzensystematiker. Der hat nämlich jetzt all dieses, was man da an Fülle plötzlich gesammelt und dessen man bewusst geworden ist, das hat er jetzt systematisiert. Und zwar, eine Wissenschaft fängt immer dann an, wenn man was systematisiert. Und er hat es systematisiert nach den Blüten, nach dem Aufbau der Blüten. Die ganze Pflanzensystematik baut auf dem Bau der Blüten auf. Und das hat er gemacht. Er war Professor in Uppsala in Schweden. Und mit einer unglaublichen Lebensleistung hat er die gesamte Pflanzenwelt der Welt, weitgehend, soweit sie bekannt war, der damaligen Zeit, hat er systematisiert, und mit einem lateinischen Namen versehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so auch die Tierwelt. Goethe, wenn er auf Reisen war, der hatte in der Tasche, seiner Reisetasche, das Kompendium von Linné drinstecken. Da hat er Pflanzen studiert und so weiter. Dann hat er immer den Linné rausgezogen und hat mal gesagt, wie ist jetzt diese Pflanzenart systematisch einzuordnen. Also der prägt quasi das ganze 18. Jahrhundert, aber jetzt rein durch eine Systematik der Blütenunterschiede der Pflanzen. Und wie gesagt, in der Zeit wurden dann auch die großen Gesteinssammlungen angelegt, sodass die Geologie jetzt so langsam das Bewusstsein der Menschen ergriffen hat. Die Gesteinswelt, hat man festgestellt, die ist ja mindestens so vielfältig wie die Pflanzenwelt selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=2883s Gottlieb Werner und die empirische Geologie 00:48:03] =====&lt;br /&gt;
Und dann gab es nun, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gab es nun einen neuen Aufbruch. Da taucht jetzt so eine Gestalt auf, wie Gottlieb Werner. Der steht heute noch nicht mal in den Lexika drin, dieser Mensch. Er ist der Begründer eigentlich der Geologie vom rein empirischen Standpunkt aus. 1749 bis 1815.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gottlieb Werner, der war Professor in Freiberg im Harz, also an der dortigen Bergbauschule. Und ein unglaublicher Kenner der Gesteinswelt. Empirisch, das heißt, rein durch die Sinnesanschauungen hat er sozusagen die ganzen ungeheuren Fülle an verschiedenen Erzen, an verschiedenen Mineralien usw. studiert, und er war befreundet mit Goethe. Und Goethe war ja nun an allem interessiert, und so eben auch an der Geologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=2975s Johann Wolfgang von Goethe 00:49:35] =====&lt;br /&gt;
Und man könnte sagen, den Geologen in Goethe muss man entdecken. Aber der hat sich Zeit seines Lebens mit Geologie befasst. Intensiv. Hat mit allen Zeitgenossen, die auf diesem Felde was zu sagen hatten, so insbesondere der Werner, hat er korrespondiert, hat sich mit denen auseinandergesetzt, mit den Theorien, mit allen. Und Goethe selbst hat eine Gesteinssammlung besessen von 18.000 Handstücken. 18.000 Handstücke. Handstücke nennt man ein typisches Exemplar einer bestimmten Gesteinsbildung. Also spezifische Handstücke, nicht irgendwo von einem und demselben, dasselbe nochmal, sondern Handstücke, ganz spezifische Fundstücke und zwar von der ganzen Welt. Er hat noch 1832 in seinem Todesjahr, Goethe, hat noch eine Bestellung aufgegeben für ein spezifisches Zinnerz aus Cornwall in England, was er für seine Sammlung dringend brauchte. Er hatte verschiedene Zinnerze von anderen Herkünften. Ihn interessierten vor allen Dingen auch die Herkünfte. Wo kommen diese Gesteine her? Wo findet sich gerade diese besondere Ausprägung? Die hat er ja alle studiert. Riesenschubladen hat er, das kann man aufziehen, und da finden sich wohlgeordnet diese Gesteine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, ich schreibe nur nochmal Goethe hin, Johann Wolfgang Goethe, der ist aus der Geologie gar nicht wegzudenken, 1749, wie Werner, bis 1832. So, und dieser Goethe, der war auch stark empirisch orientiert, also hat geguckt, wo findet sich was, wie hat sich hier der Fels ausgestaltet, wie dort, usw. Es ging ihm immer darum, um den Zusammenhang, in dem ein Gestein erscheint. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und er hatte ja auch Riesenexkursionen gemacht, auch mit Gesteinskundigen, im Fichtelgebirge, im heutigen Tschechien, also von Karlsbad aus, in Italien, wo er hinkam hat er die Steine aufgelesen und angeguckt, wie der Leonardo, aber er hat sie schon intensiver, sozusagen in einen Entwicklungszusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=3143s Neptunisten und Plutonisten 00:52:23] =====&lt;br /&gt;
Das 18. Jahrhundert war geprägt von zwei Theorien. Die Theorie der &#039;&#039;Neptunisten&#039;&#039;, der gehörte auch Gottlieb Werner an, der war eigentlich der Begründer, Mitbegründer, der Neptunisten, die haben gesagt, alles ist aus dem Wasser entstanden. Und haben sich auf Thales berufen, den griechischen Philosophen, ein Vorsokratiker aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert, Thales. Alles ist aus dem Wasser entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem gegenüber standen die &#039;&#039;Plutonisten&#039;&#039;, die haben gesagt, alles ist aus dem Feuer entstanden. Und die haben sich berufen auf Heraklit, den großen Geist, der in Ephesus lebte, ein feuriger Geist war das eben auch, und auf den haben die sich also berufen. Und das war eine richtige Streiterei, eine kräftige wissenschaftliche Auseinandersetzung, weil plötzlich in dieser Zeit, der Mitte des 18. Jahrhunderts, in allen Menschen so etwas regsam wurde wie der Entwicklungsgedanke. Sie fragten, wie ist das entstanden? Wo kommt es her? Aus dem Wasser? Aus dem Feuer? Die kommen doch nicht aus der Erde einfach nur so, da muss doch irgendwas vorausgegangen sein. Und der Francesco Redi hat gesagt, es ist aus dem Schlamm, wie der Aristoteles es selbst formuliert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=3232s Deutscher Idealismus: Gottfried Ephraim Lessing 00:53:52] =====&lt;br /&gt;
Also man merkt, überall regte sich etwas, und Goethe war nun der Mittelpunkt, in gewissem Sinne, in Bezug auf das, was da aufbrach. Man könnte da viele andere Geister nennen, zum Beispiel Lessing. Also man muss sich einfach mal mit dem deutschen Idealismus befassen, um mal dahinter zu leuchten, was eigentlich menschheitsgeschichtlich da vor sich gegangen ist. Lessing, Gottfried Ephraim Lessing, der hat am Ende seines Lebens einen Aufsatz geschrieben, der heißt &amp;quot;Die Erziehung des Menschengeschlechts&amp;quot;. Den muss man einfach mal gelesen haben, das ist ein Stück Weltliteratur. Und da schildert er nun ganz zuletzt den Reinkarnationsgedanken. Dass der Mensch notwendigerweise, er leitet das ab, also naturwissenschaftlich gesehen, dass der Mensch gar nicht nur einmal auf der Erde sein kann, sondern dass er in wiederholten Malen auf Erden lebt. Der Begründer des Reinkarnationsgedankens in dieser Form ist Lessing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=3305s Goethes wissenschaftliche Haltung zur Geologie 00:55:05] =====&lt;br /&gt;
Aber es gab noch andere, die in diese Richtung gedacht haben. Goethe ganz und gar. Nur das hat Goethe in seinen ganzen Schriften so verborgen. Aber nehmen Sie mal das Gedicht &amp;quot;Der Gesang der Geister über den Wassern&amp;quot; von Goethe. Da formuliert er den Reinkarnationsgedanken also wunderbar, einzigartig, einzigartig, &amp;quot;Der Gesang der Geister über den Wassern&amp;quot;. Also Goethe neigte jetzt in gewissem Sinne zum Neptunismus. Und Gottlieb Werner, der der Begründer des Neptunismus ist, aber er hatte dann doch wieder Vorbehalte. Und so, er war immer irgendwo abwägend, sind es mehr die Plutonisten, sind es mehr die Neptunisten. Und er ist dann selber sozusagen der große geologische Forscher geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da wollte ich Ihnen jetzt mal doch was vorlesen. Er schreibt nämlich da einmal an die Frau von Stein von Ilmenau. Er hat ja in Ilmenau das Bergwerk wieder neu in Gang gesetzt. Damals als Minister in Weimar. Goethe war ja Minister des Herzogs, und hatte die Aufgabe, jetzt diese Bergwerke wieder in Gang zu setzen, um die wirtschaftliche Lage des Herzogtums zu verbessern. Und wurde dann dadurch eigentlich immer intensiver interessiert an der Gesteinswelt. Und da schreibt er nun, das war auf einer Harzreise, ... Moment mal. Er schreibt von Ilmenau aus in den Briefen. Da möchte ich mal nur ein paar Zeilen vorlesen.&amp;lt;blockquote&amp;gt;Da sagt er, wir sind auf die Gipfel gestiegen. Also auf den Harz damals. Harz ist ein Granitkegel. Wir sind auf die hohen Gipfel gestiegen und in die Tiefen der Erde eingekrochen. Die Bergwerke. Da gab es eine große Höhle, die von Menschenhand entstanden ist, auch durch Abbau. Und in die Tiefen der Erde eingekrochen und mögten gar zu gern der großen, formenden Hand nächste Spuren entdecken. Der großen, formenden Hand nächste Spuren entdecken. Es kommt gewiss noch ein Mensch, der darüber klar sieht, wir wollen ihm vorarbeiten. Wir haben recht schöne, große Sachen entdeckt, die der Seele einen Schwung geben und sie in der Wahrheit ausweiten. &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Das ist Goethe. Goethes Naturforscher der Art. Es ging ihm nie darum, so einfach Erkenntnisse intellektuell anzurufen. Wie steht ein Mensch seelisch, geistig zu dem, was er da wahrnimmt, was er da entdeckt. Wir sind auf die Höhen gestiegen und in die Tiefen der Erde eingekrochen. Das ist ein Urmotiv Goethes, dass er immer im Vergleich lebt. Wie stellt sich die Erde dar auf einer Anhöhe, wo man die Weiten schauen kann und wie verengt sie sich, wenn man da in einem Bergwerk unten drin ist. Da hat er nicht nur die Steinswelt angeschaut, sondern er hat es innerlich erlebt. Er kannte den ganzen Zusammenhang, sich vergegenwärtigt, seelisch, geistig. Und daraus haben sich überhaupt seine tieferen Einsichten herauskristallisiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Satz kann ich auswendig, ich brauche eigentlich nicht das Buch, weil es einfach so etwas Wunderbares ist. Weil darin sich ausdrückt, wie in Goethe der Entwicklungsgedanke auflebte. Wo er sagt, &#039;&#039;gewiss wird jemand kommen, der da klar sieht, wir wollen ihm vorarbeiten&#039;&#039;. Das ist eine wissenschaftliche Haltung. Ihm ging es gar nicht darum, Riesendruck, Entdeckungen zu machen, Mordsnamen zu haben. Er wollte einfach der Entwicklung des menschlichen Geistes vorarbeiten. Dass da jemand auf dieser Grundlage zu einer noch tieferen Erkenntnis fortschreiten kann. Das war seine Grundhaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=3632s Goethes Kritik an zeitgenössischen geologischen Theorien 01:00:32] =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sich dann in diese Auseinandersetzungen eingelassen mit den Neptunisten und den Plutonisten. Und kam dann irgendwann dazu, dass das alles ein bisschen Unsinn ist, die Art, wie die die Sache behandeln. Wie man das nur ursache-wirkungsmäßig behandelt, das ganze Thema der Geologie. Und da schreibt er mal, wahrscheinlich war das auch ein bisschen ärgerlich: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Sache mag sein, wie sie will. So muss geschrieben stehen, dass ich diese vermaledeite Polterkammer der neuen Weltschöpfung verfluche.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Diese Polterkammer, wo die Theologie angefangen hat, die Theorien zu entwickeln, wie das alles so entstanden ist. Ich diese vermaledeite Polterkammer der neuen Weltschöpfung verfluche. Und es wird gewiss, irgendein junger, geistreicher Mann -hier taucht nochmal das Thema auf- so aufstehen, oder ein Mann aufstehen, der sich diesem allgemein verrückten Konsens zu widersetzen den Mut hat. Da spricht der Goethe mal ganz eindeutig, nicht nur poetisch. Also das ist jetzt der Goethe. Der Goethe ist eigentlich der Mittelpunkt dieses ganzen 18. Jahrhunderts. Nicht nur, weil er ein großer Geologe war, wirklich, muss man wirklich sagen, unglaublich kenntnisreich, sondern er war auch Mineraloge, er war auch ein Anatom, er war eben auch ein unendlich künstlerischer Mensch. Und er war Dichter, er war alles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=3764s Eintritt ins 19. Jahrhundert: Der Entwicklungsgedanke als moderner Gedanke 01:02:44] ====&lt;br /&gt;
Nun schreiten wir weiter in das 19. Jahrhundert. Also hier steht ganz zentral in dieser Zeit der Goethe drin. Ich möchte Ihnen wirklich sagen, er ist im eigentlichen Sinne der Schöpfer des Entwicklungsgedankens. Das hat sich alles vorbereitet, durch die Jahrhunderte hindurch. Und jetzt plötzlich taucht er auf. Bei Lessing, bei Goethe, bei Schiller, bei Herder, bei Schelling und so weiter, bei Fichte, da taucht dieser Entwicklungsgedanke auf. Aber Goethe hat ihn gefasst als Idee. Nicht als Polterkammer da unten, nicht als das, was man jetzt sinnlich wahrnimmt, laut ein Stein liegt neben dem anderen. Und da an ursächliche Verhältnisse, Erklärungen zu suchen. Sondern zu fragen, wie ist dieser Stein entstanden? Wo kommt der her? Welche sind die Kräfte, die diesen Stein haben entstehen lassen? Also überall im Hintergrund diese Frage nach der Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte von hier aus nur sagen: der modernste Gedanke, den wir heute haben, das ist der Entwicklungsgedanke. Es gibt keinen moderneren als diesen. Wenn man sich den zu eigen macht, dann kann einen nichts mehr umschmeißen. Weil man diesen Gedanken selber denken kann, aufgrund dessen, was man selber ist. Ich bin als Mensch in der Lage, den Entwicklungsgedanken zu erfassen an mir selbst, durch Selbsterkenntnis. Jeder Mensch kann sich selbst erkennen, er hat die Veranlagung dazu, und indem er das tut, merkt er, er ist ein &#039;&#039;sich Entwickelnder&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl im Leben, wie wir jetzt hier so stehen, muss ich nicht morgen derselbe sein wie heute. Ich muss sozusagen immer wieder neue Stufen meines Erkenntnisweges gehen, muss mich selber verwandeln lernen, Fehler erkennen und kompensieren. Und aber auch menschheitlich, durch den Reinkarnationsgedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=3922s Charles Lyell: Begründer der Geologie als Wissenschaft 01:05:22] =====&lt;br /&gt;
Jetzt kommen wir ins 19. Jahrhundert. Da tritt, geologisch gesprochen, jetzt eine besondere Gestalt auf, und das war ein Schotte. Ein richtiger Schotte. Charles Lyell. 1797 bis 1875. Und Charles Lyell, den kann man eigentlich im strengsten Sinne als den Begründer der Geologie als Wissenschaft nennen. Der war der große &#039;&#039;Stratigraph&#039;&#039;. Der hat die &#039;&#039;Stratigraphie&#039;&#039; entwickelt. Das heißt, er hat beobachtet in Südengland, also in North Devonshire, dann aber vor allen Dingen in Wales, hat er beobachtet, dass es Erdschichten gibt, die übereinander liegen. Das ist keinem früher groß aufgefallen. Natürlich, man hatte schon gewisse Vorkenntnisse, die hatte man, aber jetzt hat er die studiert. Und kam jetzt dazu zu sagen, die oberste Schicht ist die jüngste, bei normaler Lagerung noch, die oberste Schicht ist die jüngste, und je weiter man runtergeht, die Schichten sind jeweils die älteren. Und ganz unten ist die älteste. Also er hat jetzt den Entwicklungsgedanken eingefasst in die Zeit. Er hat gesagt, das ist jung, die oberste Schicht, und dann alle darunterliegenden sind älter. Also da sind Epochen über die Erde gegangen, Entwicklungsepochen, die diese Ablagerungen bewirkt haben. Und dadurch wurde er der Stratigraph. Und er hat praktisch dadurch der Geologie ihr wissenschaftliches Fundament gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=4066s Das Aktualitätsprinzip 01:07:46] ======&lt;br /&gt;
Und noch durch ein anderes. Und zwar hat er es dadurch zur Wissenschaft gemacht, dass er eine Art Prämisse aufgestellt hat, die man heute nicht mehr als Prämisse auffasst, sondern man handhabt sie einfach. Das ist ja auch eine Eigenart in der ganzen wissenschaftlichen Entwicklung, dass man von bestimmten Theorien oder Prämissen ausgeht. Und zuerst herrscht da noch ein Streit drüber, ob das so stimmt oder nicht stimmt, und irgendwann ist es eine Selbstverständlichkeit und dann denken wir überhaupt nicht mehr darüber nach. Und so hat er die Prämisse aufgestellt, das [[w:Aktualismus_(Geologie)|Aktualitätsprinzip]]. Aktualitätsprinzip, das ist so entscheidend. Damit hat er die Geologie zur Wissenschaft gemacht. Nur durch dieses Prinzip. Das heißt nämlich, dass die Gesetze, die heute in der Natur gelten, zu allen Zeiten der Entwicklung gegolten haben. Die Gesetze, physikalischen, chemischen, astronomischen Gesetze oder wie auch immer, alles, was nur heute studierbar ist, in Physik und Chemie, in klassischen Naturwissenschaften, diese Gesetze haben zu allen Zeiten gegolten. Das ist das Aktualitätsprinzip. Jetzt muss man sich mal ganz klar machen, was dieses eigentlich bedeutet, welche Konsequenzen das hat. Aber damit hat er quasi einen wissenschaftlichen Boden geschaffen, auf den man jetzt alles bezogen hat. Wenn es sich damals so entwickelt hat, hat es sich aus denselben Gesetzen wie heute entwickelt. Das ist einfach eine Prämisse. Man hat gar nicht gesagt, das könnte ja auch anders gewesen sein. Die Gesetze müssen sich ja auch irgendwie entwickelt haben. Nein, so wie heute, so schon zu allen Zeiten. Das Aktualitätsprinzip. Damit ist Lyell zum Begründer der Geologie als Wissenschaft geworden. Und die meisten Namensgebungen in Bezug auf die ganzen geologischen Schichtenfolgen, die stammen von ihm. Da kommen wir noch drauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=4207s Charles Darwin und der Entwicklungsgedanke 01:10:07] =====&lt;br /&gt;
Na ja, und dann taucht eine zweite Gestalt auf, da im 19. Jahrhundert. Und die heißt Charles Darwin. 1809 bis 1881. Charles Darwin. Auch ein Engländer, kein Schotte. Und der wollte ja Pfarrer werden. Und am Ende seines Lebens ist er auch fast wieder geworden. Und dieser Charles Darwin wurde dann Biologe und ist dann auf seine Weltreise nach Südamerika. Rund um Südamerika bis zu den Galapagos-Inseln. Und hat gesammelt, gesammelt, gesammelt. Alles auf sein Schiff gepackt, ist nach Hause gefahren und hat den Rest seines Lebens damit zugebracht, das zu ordnen und daraus sein System zu entwickeln. Und sein System bestand eben in der Begründung des Entwicklungsgedankens rein nach äußeren Merkmalen. Also worauf ich hinaus will ist, wie der Entwicklungsgedanke sich durch die Jahrhunderte seit der Neuzeit entwickelt. Im Bewusstsein sich einpflanzt der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=4320s Darwins Evolutionstheorie 01:12:00] ======&lt;br /&gt;
Und so sucht Darwin nun mit all dem Material, was er da gesammelt hat, zu verfolgen, wie ein Organismus sich auseinander entwickelt hat. Er leitet den Entwicklungsgedanken aus den Organismen ab, die er da studiert hat, gefunden hat. Und begründet dann seine berühmte Theorie 1859: &amp;quot;The Origin of Species by Means of Natural Selection&amp;quot;, wie er das genannt hat, also die Entstehung der Arten aufgrund natürlicher Zuchtwahl. Das ist sein zentrales Werk und das begründet den Darwinismus. Der Darwinismus besagt nichts anderes, als dass sich die ganze Entwicklung von primitiven, sehr primitiven Organismen herleitet, stufenweise voneinander ableitbar, wenn man es genauer anatomisch verfolgt, bis herauf zum Menschen. Der Mensch ist das höchste Tier in der Tierreihe. Nur dass ihm leider bis zum Ende seines Lebens der endgültige Beweis gefehlt hat, nämlich der &#039;&#039;Missing Link&#039;&#039; zwischen Tier und Mensch. Dieser Missing Link, das hat ihn sozusagen die Zeit seines Lebens irritiert, dass er diesen letzten Übergang von den Primaten, also von den affenähnlichen bis herauf zum Menschen, doch nicht gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=4441s Reaktionen auf den Darwinismus 01:14:01] ======&lt;br /&gt;
Diese darwinische Theorie hat sich unendlich verfeinert. Im 19. Jahrhundert waren Kämpfe in wissenschaftlichen Kreisen zwischen den Darwinisten und denjenigen, die mit aller Macht gegen diese Theorie opponiert haben. Diese Kämpfe sind nie ausgefochten worden, also sind nie gelöst worden, aber man ist darüber hinweggegangen. Heute gilt es als selbstverständlich, ähnlich wie das Aktualitätsprinzip von Lyell, wie selbstverständlich, dass das die Grundlage des Werdens der ganzen Schöpfung ist. Da gibt es nur ein paar Verrückte, heute in der Welt sind es die Kreationisten in Amerika, die sich streng an die Bibel halten und die Bibel interpretieren rein materialistisch und sagen, na ja, die Welt ist etwa 3500 v. Chr. entstanden. Die sogenannten Kreationisten halten sich ganz streng an die Bibel und interpretieren sie ebenso materialistisch wie der Francesco Redi den Aristoteles interpretiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gibt es natürlich jetzt Erdogan in der Türkei, der verbietet jetzt auch die Entwicklungslehre des Westens. Es darf nicht mehr in den Schulen gelehrt werden. Das widerspricht einfach dem Islam. Und das Interessante ist, wenn Sie das mal beobachten, der Islam kennt den Entwicklungsgedanken nicht. Das ist die Tragik des Islam. Das ist eine unendliche Tragik, dass seit 622, dem Marsch von Mekka nach Medina, seit der Zeit hat sich gar nichts verändert, sondern sie berufen sich immer auf diesen absoluten Ursprung und das ist es, verewigt. Da ist nichts mehr zu verwandeln. Wer sich erdreistet, dagegen anderer Meinung zu sein, der ist eigentlich von vornherein vom Teufel. Der muss bekämpft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist Darwin also der Begründer des Entwicklungsgedankens vom naturwissenschaftlichen Standpunkt, indem er streng die Erscheinungsformen der Organismen durch alle Evolutionszeiten der Erde verfolgt und mit einer gewissen Schlüssigkeit ableitet, wie ein Organismus sich aus dem anderen heraus entwickelt hat. Und man muss sehr aufpassen, dass man nicht diesem Gedanken glatt verfällt. Wenn man sich wirklich damit beschäftigt, würde man wirklich sagen, da ist doch ein hohes Maß an Schlüssigkeit in der ganzen Sache drin, wenn es auch dem &#039;&#039;Missing Link&#039;&#039; nicht gelungen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sage Ihnen, Rudolf Steiner, der hatte in seinen jungen Jahren vor der Jahrhundertwende, mit seinem literarischen Frühwerk, findet sich ein Satz, dass man als moderner Mensch sämtliche Bilder von den Wänden hängen sollte, diese alten Schinken mit Vorfahrenbildern. Sollen wir alle abhängen und sollen zwei Bildnisse anhängen an die Wand, nämlich das von Darwin und von Lyell. Der hat sich derartig beschäftigt mit dem Lyell und auch mit dem Darwin und dann später mit dem Haeckel, dass er selber diese Menschen geworden ist. Der hat sich so hineinversetzt in deren Gedankengänge, um zu prüfen, wo sind da eigentlich die Grenzen, die sie erreicht haben. Also er hat die nicht einfach abgelehnt, weil sein eigener Ansatzpunkt war ja ein ganz anderer, auch schon in seinen jungen Jahren. Sondern er hat davon ganz abgesehen und hat sich hineingedacht in diese Geister und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=4717s Ernst Haeckel 01:18:37] =====&lt;br /&gt;
Nun folgte ja dem Charles Darwin, also ich sage nochmal, der Darwinismus hat seine ganz großen Bedeutungen, aber in dem Augenblick, wo ich ihn auf das soziale Leben übertrage, da merke ich, wie katastrophal er ist. Solche Leute wie der Marx oder der Engels oder Lassalle oder wie sie alle hießen im 19. Jahrhundert, die großen Sozialtheoretiker, die haben sich alle auf Darwin berufen. Oder Lenin, ganz und gar. Stalin, ganz und gar. Die Ideologie war so stark, dass es gar keine Rolle spielt, wie viele Menschen hops gehen, über die Klinge springen müssen, nur damit diese Theorie stimmt. Also das ist nach wie vor ein großes Fragezeichen. Dann gab es einen Nächsten, das war der, ganz bekannt, aber das ist manchmal, ich weiß nicht, hat man einen Blackout. Das ist, ich sage es doch schon, ihr wisst es alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Was hat er denn so gemacht? -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hat den Darwin fortgesetzt und hat sozusagen noch wirklich in Deutschland den Darwinismus nochmal erweitert und vertieft und verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, der hat alles gemacht. Der war ein großer Embryologe. Also geboren ist er jedenfalls 1834 und gestorben 1919. Das ist, ich sage es doch wirklich, das gibt es gar nicht, Ernst Haeckel, Ernst Haeckel ist das! Ernst Haeckel. Und dieser Haeckel, der hat noch gelebt zu Rudolf Steiners Zeiten (Rudolf Steiner hat ihn hoch geschätzt). Der war der extremste Materialist, den man sich vorstellen kann. Und zwar deswegen, weil er den Materialismus zu seiner Weltanschauung gemacht hat. Ganz bewusst. Er war Monist. Der Monismus heißt, ich stehe zu dem, was ich denke. Wenn ich materialistisch denke, dann stehe ich auch dazu. Mit meinem vollen Menschsein verstehe ich mich in diesem Sinne, wie ich denke. Das hat Rudolf Steiner an Haeckel anerkannt, die Konsequenz, die er aus seiner eigenen Erkenntnis gezogen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=4931s Das biogenetische Grundgesetz 01:22:11] ======&lt;br /&gt;
Und trotzdem, Haeckel war ein ganz großer Embryologe und hat formuliert, schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, das sogenannte [[w:Biogenetische_Grundregel|biogenetische Grundgesetz]]. Und das ist genial. Biogenetisches Grundgesetz. Das heißt, die Individualentwicklung ist die Wiederholung der Stammesentwicklung. Kann man das verstehen? Die Individualentwicklung ist die Wiederholung der Stammesentwicklung. Das heißt so viel wie, als individuelles Wesen, das sich jetzt, hier und jetzt ausgestaltet auf Erden, muss in dieser Ausgestaltung die gesamte Evolution noch einmal wiederholen. Und das hat er geprüft und untersucht, haarklein in der Embryologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die haeckelische Embryologie ist klassisch. Der hat wirklich die ganzen Entwicklungsstufen von der ersten Zellvermehrung durch alle Stufen hindurchverfolgt und gesagt, das ist ja nichts anderes als die Wiederholung der gesamten Stammesentwicklung der Menschheit beziehungsweise der ganzen Naturreiche. Also jeder Organismus wiederholt die ganze Stammesentwicklung in seiner Embryologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist natürlich der Gipfel des Entwicklungsgedankens. Er hat den Darwin einfach weitergeführt, dass er gesagt hat, kein Organismus ist primär schon einfach da, sondern er muss erstmal in seiner Embryonalentwicklung alle Stufen der Evolution noch einmal durchlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=5054s Haeckel als Künstler 01:24:14] ======&lt;br /&gt;
Und der Haeckel war auch ein großer Künstler, der hat nämlich gemalt, gezeichnet, gemalt die ganze niedere Tierwelt, da gibt es also ganze Kartonblätter, mit einer solchen Präzision --das sind keine Fotografien-- von Protozoen, also nicht gerade die Nummuliten, sondern alle möglichen, es gibt ja einen unglaublichen Variationsreichtum dieser Protozoen. Entweder kalkschalig und mit Fortsätzen, so künstlerisch, also die Natur hat da sozusagen mit einer Fantasie gearbeitet im Zusammenhang mit der Entwicklung der Protozoen. Oder dann die Diatomeen, die haben eine Kieselschale, die hat er gemalt. Das ist absolut beispielhaft in der ganzen Entwicklung der Naturwissenschaft, dass einer mal quasi die niederen Naturreiche porträtiert hat. Das ist Ernst Haeckel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=Wg0GxZgUWY8&amp;amp;t=5122s Rudolf Steiners Würdigung von Haeckels Leistungen 01:25:22] ======&lt;br /&gt;
Und [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] hat in Berlin, wo der Ernst Haeckel nun die Koryphäe schlechthin war, also da als Naturwissenschaftler, und wo dann Jubiläen waren und Geburtstage gefeiert wurden von Ernst Haeckel, hat er mehrere Vorträge gehalten bei diesen Versammlungen, indem er den Ernst Haeckel in höchste Höhen gehoben hat in Bezug auf seine wissenschaftlichen Leistungen. Und er hat ja mal geschrieben, die Zeit ist schon wieder um, hat er mal die Bemerkung gemacht, dass er die Geheimwissenschaft schreiben konnte, 1909-10, schreiben konnte, weil durch das Studium der Welträtsel von Ernst Haeckel, des großen materialistischen Humanisten, durch das Studium, der hat sich so hineingedacht in dieses Werk von Haeckel, dass er dazu die Möglichkeit gefunden hat, überhaupt aus der Geisteswissenschaft heraus die Geheimwissenschaft zu schreiben. Und dasselbe gilt, das muss ich ganz zuletzt noch kurz sagen, dasselbe gilt für die Anthroposophie insgesamt. Wo er die Bemerkung machte, ich konnte überhaupt erst die Anthroposophie als Geisteswissenschaft entwickeln, durch drei Menschen des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-27T11:32:07Z</updated>

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[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Elster- und Mindel-Eiszeit =====&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] =====&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Entstehung der Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung, und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit, die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit-Landschaft vor Augen. Die hat der Landschaft eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig, mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, im Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, mit einem [[w:Messtischblatt|Messtischblatt]] 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit verfestigte Gesteine, die sogenannten [[w:Konglomerat_(Gestein)|Nagelfluh]]. Findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen von Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3638s Entstehung der Urstromtäler 1:00:38] =====&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat es diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die ein ganz charakteristisches, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbares Profil haben. Das sind die sogenannten [[w:Urstromtal|Urstromtäler]], die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder, bei der Saale-Eiszeit, weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3868s Bezug zur Sintflut? 01:04:28] ======&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuere Dimension gehabt haben – da macht man sich überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der [[a:Sintflut|Sintflut]] war. Dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Lössbildung im Periglazialraum 01:05:20] =====&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen dieser Vereisung hinweisen. Und das ist die sogenannte [[w:Löss|Lössbildung]]. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese [[w:Warmzeit|Interglazialzeiten]], gewiss, in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte [[w:Periglazial|Periglazialraum]]. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der ein Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskuppe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskuppen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, [[w:Permafrost|Permafrostböden]], also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge, was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig, natürlich gefrierend, tagsüber eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da prallt jetzt tagsüber die Sonne drauf, und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei, bei dem Abschmelzen, wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird, und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher – wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer – und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist, zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo solche Windschattengebiete sich ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die [[w:Kölner_Bucht|Kölner Bucht]]. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiet. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben, leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es die [[w:Hildesheimer_Börde|Hildesheimer Börde]], das sind also beste Böden, tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Das stellen Sie sich mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, da arbeiten sie sich durch, sondern sie holen sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die [[w:Magdeburger_Börde|Magdeburger Börde]]. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, die Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da lügt man sich in die eigene Tasche, mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Bodenfließen (Solifluktion) und lokale Bodentypen 01:12:35] =====&lt;br /&gt;
Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die [[w:Solifluktion|Solifluktion]]. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn dann eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe da Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammen natürlich von ganz woanders her, die sind nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen – jenseits der Straße ist das Oberfeld, das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof – dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, [[w:Parabraunerde|Parabraunerden]]. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf den Himmelacker geschwemmt worden. Und da haben wir auf dem Himmelacker Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles [[w:Illit|Illite]] sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Verwitterungs-[/Auswaschungs-]horizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf den Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine [[w:Rendzina|Rendzina]], das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen zur Nidder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: [[w:Ranker_(Bodenkunde)|Ranker]]. Sie haben doch schonmal den Bodentypus Ranker gehört? Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner-, nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina, der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch allmählich, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen – es findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die [[w:Podsol|Podsolböden]]. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst, bzw. stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Postglaziale Bodenentwicklung &amp;amp; Nachatlantische Zeit 01:20:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Alles Bildungen, die sich dann im Postglazial nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man, vor 15.000 Jahren, in Skandinavien, sagt man, vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die Atmosphärilien, das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter – das ist nicht mehr, wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt, nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist nachatlantische Zeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die ur-indische, die ur-persische, dann die ägyptisch-chaldäische und dann die griechisch-römische Kultur. Wir stehen jetzt in der fünften nachatlantischen Kultur und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ichbegabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und das finden wir wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass er jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreifen und versucht es durch sein eigenes Händewerk und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja eingangs auch gesagt, dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des biologisch-dynamischen Landbaus. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verkörperung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drin und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir zur Bildung der Erde berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt sieht – doch wirklich sehr abstrakt – ohne ungefähre Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nützt nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_11._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11374</id>
		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-23T10:42:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:57:37&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Elster- und Mindel-Eiszeit ======&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung 00:33:46] ======&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2287s Die glaziale Serie: Spuren der Vergletscherung in der Landschaft 00:38:07] ======&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Endmoränen, sie sind meistens das Allergröbste was man sich denkt, wo [[w:Findling|Findlinge]] – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, und dann nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten [[w:Rapakiwi|Rapakiwi-Granit]], das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Material von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diesen riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen – dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]]. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch rübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt – die Schweiz war praktisch total vereist – hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehend. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Inntal herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben, zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben, sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2940s Weichsel/Würm-Eiszeit 00:49:00] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. [[w:Weichsel-Kaltzeit|Weichsel-Eiszeit]], beziehungsweise die [[w:Würm-Kaltzeit|Würm-Eiszeit]]. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über in die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar, Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel aus der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt, das Blaue hier sind die Marschen, und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt/Oder, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier, man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Jungmoränen-Landschaften 00:52:01] ======&lt;br /&gt;
Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen, und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet [[w:Alt-_und_Jungmoräne|Jungmoränen]], wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel bis weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone in ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alle aus Backstein gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. Da hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3457s Nagelfluh, Urstromtäler und Sintflut-Erinnerung 00:57:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung. Und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit. Die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, die Riss-Eiszeit, Entschuldigung. Aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit, die Landschaft vor Augen. Die Landschaft hat eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Nicht mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig. Mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie einen gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, in Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, wenn Sie mit einem Messtischblatt 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit, gibt es verfestigte Gesteine, die sogenannten Nagelfluh, findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen und Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Gebackene, verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die einen ganz charakteristischen, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbaren Profil haben. Das sind die sogenannten Urstromtäler, die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder bei der Saale-Eiszeit weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuerdimension gehabt haben – das macht mir überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der Sintflut war. Nicht dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Lössbildung im Periglazialraum 01:05:20] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen hinweisen, diese Vereisung. Und das ist die sogenannte Lössbildung. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese Interglazialzeiten, gewiss, zeitlich in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte Periglazialraum. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der einen Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskappe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskappen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, Permafrostböden, also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, dass über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, höchstwüstenförmig, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge. Was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig natürlich gefrierend tagsüber, eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da peitscht jetzt tagsüber die Sonne drauf. Und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei bei dem Abschmelzen wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher. Wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt und in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo sie solche Windschattengebiete ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die Kölner Bucht. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiete. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben. Leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es diese Hildesheimer Börde, das sind also beste Böden, also tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Da stellen Sie sich sowas mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, arbeiten sie durch, sondern sie holen sich sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die Magdeburger Börde. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, der Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da legt man sich in die eigene Tasche mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Bodenfließen (Solifluktion) und lokale Bodentypen 01:12:35] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die Solifluktion. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn da eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe der Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammt natürlich von ganz woanders her, die ist nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen. Jenseits der Straße ist das Oberfeld. Das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof. Dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, Parabraunerden. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf dem Himmelacker geschwemmt worden. Und das haben wir auf dem Himmelacker: Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles Illite sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Auswaschungshorizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf dem Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine Rendzina. Das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen nieder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: Ranker. Du hast doch mal den Bodentypus Ranker gehört. Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina. Der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch ein wenig, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die Podsolböden. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst oder beziehungsweise stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Postglaziale Bodenentwicklung &amp;amp; Nachatlantische Zeit 01:20:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Alles Bildungen, die sich dann im Postglazial nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man, vor 15.000 Jahren, in Skandinavien, sagt man, vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die Atmosphärilien, das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter – das ist nicht mehr, wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt, nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist nachatlantische Zeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die ur-indische, die ur-persische, dann die ägyptisch-chaldäische und dann die griechisch-römische Kultur. Wir stehen jetzt in der fünften nachatlantischen Kultur und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ichbegabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und das finden wir wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass er jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreifen und versucht es durch sein eigenes Händewerk und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja eingangs auch gesagt, dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des biologisch-dynamischen Landbaus. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verkörperung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drin und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir zur Bildung der Erde berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt sieht – doch wirklich sehr abstrakt – ohne ungefähre Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nützt nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_11._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11373</id>
		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-23T09:25:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:40:04&lt;/p&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen und Verbreitung der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen, das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgestoßen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von den Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student 1]&#039;&#039;&#039; Nochmal eine Frage, und zwar, das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter tiefer, 80 bis 100 Meter tiefer bei der größten Vereisung. Also die ganze [[w:Doggerland|Nordsee war Festland]], bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten in Deutschland 00:27:38] =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, ein [[w:Warmzeit|Interglazial]], wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit, unter Umständen, größter Ausdehnung, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind..., es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von [[w:Fennoskandinavien|Fennoskandia]], von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein Riesen-Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden, und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn das die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung, bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Elster- und Mindel-Eiszeit ======&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung. Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Baltischen Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte [[w:Elster-Kaltzeit|Elster-Eiszeit]]. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die [[w:Mindel-Kaltzeit|Mindel-Eiszeit]] entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte [[w:Feuersteinlinie|Flintstein-Linie]] ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der [[w:Feuerstein|Feuerstein]]. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung und Moränenbildung 00:33:46] ======&lt;br /&gt;
Und dann gibt es ein Interglazial, dazwischen hier, und dann kommt die [[w:Saale-Komplex|Saale-Eiszeit]], die parallelisiert ist mit der [[w:Riß-Kaltzeit|Riss-Eiszeit]] im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier, das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, also den Kanal überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine, und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen, an welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Student]&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Die glaziale Serie 00:38:07 ======&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte [[w:Endmoräne|Stirnmoräne]]. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten [[w:Seitenmoräne|Seitenmoränen]], in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die [[w:Grundmoräne|Grundmoränen]]. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebenes Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2404s Erratische Blöcke (Findlinge) und Gletschertransport 00:40:04] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und während die Endmoränen sind meistens das allergröbste, was man sich denkt, wo Findlinge – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, sondern nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten Rapakiwi-Granit, das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Materials von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diese riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen. Dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2769s Weichsel/Würm-Eiszeit und Jungmoränenlandschaften 00:46:09] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die Riss-Eiszeit. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch drübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt, die Schweiz war praktisch total vereist, hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehen. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch durch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Innental herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben. Sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. Weichsel-Eiszeit, beziehungsweise die Würm-Eiszeit. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar. Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel in der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt. Das Blaue hier sind die Marschen. Und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt-Oder nach Westen, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Rückzugsstadien der Saale-Eiszeit: Endmoränen und Sander 00:52:01] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten – na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben zu große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet Jungmoränen, wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone im ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alles Backsteine gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. So hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3457s Nagelfluh, Urstromtäler und Sintflut-Erinnerung 00:57:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung. Und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit. Die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, die Riss-Eiszeit, Entschuldigung. Aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit, die Landschaft vor Augen. Die Landschaft hat eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Nicht mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig. Mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie einen gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, in Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, wenn Sie mit einem Messtischblatt 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit, gibt es verfestigte Gesteine, die sogenannten Nagelfluh, findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen und Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Gebackene, verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die einen ganz charakteristischen, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbaren Profil haben. Das sind die sogenannten Urstromtäler, die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder bei der Saale-Eiszeit weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuerdimension gehabt haben – das macht mir überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der Sintflut war. Nicht dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Lössbildung im Periglazialraum 01:05:20] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen hinweisen, diese Vereisung. Und das ist die sogenannte Lössbildung. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese Interglazialzeiten, gewiss, zeitlich in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte Periglazialraum. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der einen Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskappe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskappen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, Permafrostböden, also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, dass über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, höchstwüstenförmig, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge. Was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig natürlich gefrierend tagsüber, eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da peitscht jetzt tagsüber die Sonne drauf. Und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei bei dem Abschmelzen wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher. Wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt und in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo sie solche Windschattengebiete ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die Kölner Bucht. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiete. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben. Leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es diese Hildesheimer Börde, das sind also beste Böden, also tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Da stellen Sie sich sowas mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, arbeiten sie durch, sondern sie holen sich sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die Magdeburger Börde. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, der Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da legt man sich in die eigene Tasche mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Bodenfließen (Solifluktion) und lokale Bodentypen 01:12:35] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die Solifluktion. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn da eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe der Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammt natürlich von ganz woanders her, die ist nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen. Jenseits der Straße ist das Oberfeld. Das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof. Dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, Parabraunerden. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf dem Himmelacker geschwemmt worden. Und das haben wir auf dem Himmelacker: Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles Illite sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Auswaschungshorizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf dem Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine Rendzina. Das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen nieder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: Ranker. Du hast doch mal den Bodentypus Ranker gehört. Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina. Der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch ein wenig, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die Podsolböden. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst oder beziehungsweise stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Postglaziale Bodenentwicklung &amp;amp; Nachatlantische Zeit 01:20:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Alles Bildungen, die sich dann im Postglazial nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man, vor 15.000 Jahren, in Skandinavien, sagt man, vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die Atmosphärilien, das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter – das ist nicht mehr, wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt, nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist nachatlantische Zeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die ur-indische, die ur-persische, dann die ägyptisch-chaldäische und dann die griechisch-römische Kultur. Wir stehen jetzt in der fünften nachatlantischen Kultur und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ichbegabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und das finden wir wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass er jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreifen und versucht es durch sein eigenes Händewerk und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja eingangs auch gesagt, dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des biologisch-dynamischen Landbaus. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verkörperung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drin und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir zur Bildung der Erde berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt sieht – doch wirklich sehr abstrakt – ohne ungefähre Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nützt nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 11. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0 hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ====&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres, des Neozoikums zuwenden. Ich habe [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|gestern]] an die Tafel geschrieben, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt, ich habe das ja genannt, dass die [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55|Rinder]], was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Nochmal Ko-Evolution: Mensch, Kopftiere, Rhythmustiere und Stoffwechseltiere 00:17:47] =====&lt;br /&gt;
Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Lebensformen im Kambrium 00:29:18|Protozoen]] dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo, während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alles diesen kopfartigen Charakter hat. Die [[w:Kopffüßer|Cephalopoden]], so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Das Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ====&lt;br /&gt;
Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, das [[w:Pleistozän|Pleistozän]] [Anmerkung: heute wird das Pleistozän dem [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] zugeteilt, dem heutigen Erdzeitalter, das sich dem Tertiär anschließt, charakterisiert durch die beginnende Eiszeit, s. u.]. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1223s Parallelen zum Paläozoikum 00:20:23] =====&lt;br /&gt;
Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär, oder Neozoikum insgesamt, sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|ungeheure Lebensentfaltung]] stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Ein Sterben]]. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle, und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten, und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen der Eiszeiten 00:21:29] =====&lt;br /&gt;
Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendeiner bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen Poles, der Erdachse, die [[w:Milanković-Zyklen#Erdbahnparameter|Stellung der Erdachse]], dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[G. Gebhard]&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man eine Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit eine Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1390s Klimatische Verhältnisse im Süden 00:23:10] =====&lt;br /&gt;
Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung auf der nördlichen Hemisphäre, und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise, kann man nicht sagen, sondern ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün, und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht, war ergrünt, und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hält man überhaupt nicht für möglich. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1498s Ausdehnung der Vereisungen und Meeresspiegelschwankungen 00:24:58] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen. Das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgeschossen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Das bezieht sich nochmal an die Frage, und zwar das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass die Erde geblieben ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter Tiefe, 80 bis 100 Meter Tiefe bei der größten Vereisung. Also die ganze Nordsee war Festland, bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten: Nord- und Süddeutschland 00:27:38] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, eine Interglaziale, wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit unter Umständen größter Ausdehnung, das werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind, es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von Fennoskandinavien, von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein riesen Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn es die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung. Bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung: Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Elbe-Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte Elster-Eiszeit. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die Mindel-Eiszeit entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte Flintstein-Linie ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der Feuerstein. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung und Moränenbildung 00:33:46] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und dann gibt es ein Interglazial dazwischen hier und dann kommt die Saale-Eiszeit, die parallelisiert ist mit der Riss-Eiszeit im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier. Das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen. An welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte Stirnmoräne. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten Seitenmoränen, in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die Grundmoränen. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebene Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2404s Erratische Blöcke (Findlinge) und Gletschertransport 00:40:04] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und während die Endmoränen sind meistens das allergröbste, was man sich denkt, wo Findlinge – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, sondern nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten Rapakiwi-Granit, das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Materials von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diese riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen. Dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2769s Weichsel/Würm-Eiszeit und Jungmoränenlandschaften 00:46:09] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die Riss-Eiszeit. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch drübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt, die Schweiz war praktisch total vereist, hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehen. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch durch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Innental herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben. Sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. Weichsel-Eiszeit, beziehungsweise die Würm-Eiszeit. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar. Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel in der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt. Das Blaue hier sind die Marschen. Und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt-Oder nach Westen, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Rückzugsstadien der Saale-Eiszeit: Endmoränen und Sander 00:52:01] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten – na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben zu große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet Jungmoränen, wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone im ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alles Backsteine gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. So hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3457s Nagelfluh, Urstromtäler und Sintflut-Erinnerung 00:57:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung. Und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit. Die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, die Riss-Eiszeit, Entschuldigung. Aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit, die Landschaft vor Augen. Die Landschaft hat eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Nicht mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig. Mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie einen gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, in Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, wenn Sie mit einem Messtischblatt 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit, gibt es verfestigte Gesteine, die sogenannten Nagelfluh, findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen und Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Gebackene, verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die einen ganz charakteristischen, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbaren Profil haben. Das sind die sogenannten Urstromtäler, die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder bei der Saale-Eiszeit weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuerdimension gehabt haben – das macht mir überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der Sintflut war. Nicht dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Lössbildung im Periglazialraum 01:05:20] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen hinweisen, diese Vereisung. Und das ist die sogenannte Lössbildung. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese Interglazialzeiten, gewiss, zeitlich in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte Periglazialraum. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der einen Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskappe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskappen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, Permafrostböden, also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, dass über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, höchstwüstenförmig, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge. Was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig natürlich gefrierend tagsüber, eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da peitscht jetzt tagsüber die Sonne drauf. Und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei bei dem Abschmelzen wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher. Wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt und in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo sie solche Windschattengebiete ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die Kölner Bucht. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiete. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben. Leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es diese Hildesheimer Börde, das sind also beste Böden, also tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Da stellen Sie sich sowas mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, arbeiten sie durch, sondern sie holen sich sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die Magdeburger Börde. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, der Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da legt man sich in die eigene Tasche mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Bodenfließen (Solifluktion) und lokale Bodentypen 01:12:35] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die Solifluktion. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn da eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe der Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammt natürlich von ganz woanders her, die ist nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen. Jenseits der Straße ist das Oberfeld. Das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof. Dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, Parabraunerden. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf dem Himmelacker geschwemmt worden. Und das haben wir auf dem Himmelacker: Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles Illite sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Auswaschungshorizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf dem Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine Rendzina. Das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen nieder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: Ranker. Du hast doch mal den Bodentypus Ranker gehört. Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina. Der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch ein wenig, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die Podsolböden. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst oder beziehungsweise stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Postglaziale Bodenentwicklung &amp;amp; Nachatlantische Zeit 01:20:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Alles Bildungen, die sich dann im Postglazial nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man, vor 15.000 Jahren, in Skandinavien, sagt man, vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die Atmosphärilien, das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter – das ist nicht mehr, wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt, nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist nachatlantische Zeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die ur-indische, die ur-persische, dann die ägyptisch-chaldäische und dann die griechisch-römische Kultur. Wir stehen jetzt in der fünften nachatlantischen Kultur und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ichbegabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und das finden wir wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass er jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreifen und versucht es durch sein eigenes Händewerk und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja eingangs auch gesagt, dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des biologisch-dynamischen Landbaus. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verkörperung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drin und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir zur Bildung der Erde berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt sieht – doch wirklich sehr abstrakt – ohne ungefähre Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nützt nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11368</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-22T11:03:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Das Auftreten des Menschen aus geisteswissenschaftlicher Sicht 01:25:20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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+++ Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums [heute wird statt Neozoikum i.d.R. der Begriff Känozoikums verwandt], da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt Oligos, heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung: das Känozoikum teilt sich auf in das ältere Tertiär (Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän) und das jüngere [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] (Pleistozän, Holozän)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Das Tertiär 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Geologische Ablagerungen =====&lt;br /&gt;
Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] =====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] =====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon, wie am Rheintalgraben, Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere [[w:Molassebecken|Meeresmolasse]]. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere [[w:Molassebecken|Süßwassermolasse]]. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Gebirgsbildungen 00:42:43] =====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] ======&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] =====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] ======&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] ======&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] =====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Klima und Vegetation: Braunkohlebildung 01:07:49] =====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär [[w:Braunkohle|Braunkohle]] gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im [[w:Horloff|Horlofftal]], eine Fortsetzung dieser [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43|Rheinischen Senke]], nach Bingenheim, [[w:Wetterauer_Braunkohlerevier|da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut]]. Das ist alles stillgelegt, und die haben es auch verfeuert, da hat man ganz schön die Luft verpestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein [[w:Steinkohle|Anthrazit]]. Der Anthrazit findet sich nur aus dem [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach. Und vielfach, das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen, bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich [[w:Mammutbäume|Sequoien]] und auch [[w:Araukarien|Araukarien]] und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit, und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat in der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, sehr dämpfig[?], muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft, große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiären Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Jetzt haben wir bisher nur von den geologischen Prozessen gesprochen, aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Paläozän]], da weiß man nicht so furchtbar viel genau, also ich jedenfalls nicht, vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Eozän]]. Die Morgenröte, die rosenfingrige [[w:Eos_(Mythologie)|Eos]], die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf, und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den [[w:Süßgräser|Gramineen]] und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihre eigentliche, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite, und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben, und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da, und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzengroß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, in die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Oligozän]], da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich vielgestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben, aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung, etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen, das eine Beispiel ist schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünf-zehig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Spezialisierung und Merkmalsreduktion im ausklingenden Tertiär 01:17:22] ======&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzehigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen, dem Huf nämlich, die Erde berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich, im Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich, ursprünglich waren es vorne vier, hinten zwei, und dann im Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen die übrig bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche, die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe, also die sprießen und sprießen und sprießen, wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4795s Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht, und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde hat kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer, dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, dass in den Mysterienstätten der Vergangenheit immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das das sakralste aller Tiere, das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens beim Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier ihre Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte, aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge, der Distelfalter, eben nur Disteln besucht. Oder das Pfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tier, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten – und das ist die artenreichste Gruppe heute noch auf der ganzen Welt – die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5120s Das Auftreten des Menschen aus geisteswissenschaftlicher Sicht 01:25:20] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und, jetzt ist die Zeit schon leider rum, aber das muss eben unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolution vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu dem mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, das wir zurückgelassen haben, was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld, unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen, dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen usw. ich danke dir, du Tier – Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich herausgesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|lemurischen Epoche]]. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09|atlantischen Zeit]], in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren, den physischen Leib, bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden – sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand, und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu dem physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig-weich alles, und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden, das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles was davor sich findet – Neandertaler oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch, ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt innigst mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten, tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir ins Pleistozän [s. [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16|Vortrag 11]]], das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_11._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11367</id>
		<title>Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-22T10:41:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:16:33&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=45s Vorgespräch zur geplanten Exkursion 00:00:45] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Ich möchte zunächst mal sagen, für morgen, dass ihr möglichst alle einen Hammer in der Hand habt. Den könnt ihr euch erholen vom Christopher, der Christopher hat ja noch einen Hammer, dass man notfalls mal auf den Stein kloppen kann. Und außerdem die ganzen übrigen Vorbereitungen im Hinblick auf unsere Mahlzeiten, die trefft ihr. Also ich weiß noch nicht genau, wie das morgen Abend wird, da waren wir bisher immer eingeladen von den Strifflers, das ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb und wenn wir da zu 14 kommen – 14 sind wir inzwischen – dann weiß ich nicht so recht, ob man das denen zumuten kann. [... weiteres organisatorisches zur Exkursion ...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=221s Exkursionsziel und geplanter Ablauf 00:03:41] ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[M. Klett]&#039;&#039;&#039; Also wir fahren ja dann in die Exkursion, das Mesozoikum, dass wir so besprochen haben, also die Buntsandstein-Formation, Muschelkalk, Keuper und Jura. In dieses Gebiet fahren wir, das ist die süddeutsche große Beckenlandschaft zwischen Schwarzwald und Bayerischer Wald. Und begrenzt oben nach Norden durch die deutschen Mittelgebirge und nach Süden durch die Geosynklinale, also das Allgäu beziehungsweise das vorgelagerte Gebiet vor der eigentlichen Alpenfaltung. Das ist nirgends in der Welt so schön aufgeschlossen wie dort. Die sogenannte schwäbische Schichtstufenlandschaft, wo diese ganzen Schichten – wo sie gemeint haben, das kann doch gar nicht sein oder wie – und dass diese ganzen Schichten so stufenweise übereinander lagern, dass man sie stirnseitig erfassen kann, sehen kann vor Augen, wie die Blätter eines Buches. Also da fahren wir hin und haben da zich Stationen. Sehr wahrscheinlich entschließe ich mich, ein bisschen anderen Weg zu fahren als sonst, also dass wir uns auf Entdeckungsreise begeben, wo ich nicht weiß, was rauskommt. Das ist eigentlich immer das Schönste, weil man sich dann umso mehr überraschen lassen kann. Aber eben auf der Suche nach einem Steinbruch im Muschelkalk, der vielleicht etwas ergiebiger ist als der andere, den wir bisher immer aufgesucht haben. Das ist ein bisschen ein Umweg, aber da müssen wir sehen, dass wir uns zeitlich wirklich an die Kandare nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=337s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Forts.) 00:05:37] ===&lt;br /&gt;
Ja, also wir wollen uns jetzt den letzten Ereignissen zuwenden, der ganzen Erdenentwicklung, die noch in die geologische Uhr fallen. Also die noch in das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Tertiär 00:25:17|Tertiär]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Känozoikum]] oder [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12|Neozoikum]] kommen, wie man es nennt, oder eben in die Zeit der [[a:Atlantis|alten Atlantis]] fällt. Und da möchte ich aber doch ganz kurz nochmal zurückschauen auf das, was wir gestern da angesprochen haben in Bezug auf diesen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Lebensaufbruch innerhalb der Atlantis]]. Man kann wirklich sagen, das ist die größte Wende eigentlich zu der Entfaltung aller Naturreiche, also insbesondere natürlich des Pflanzen- und Tierreiches. Aber auch die Mineralbedeckung der Erde, also das, was wirklich erdenhaft erscheint an der Oberfläche, das formt sich eigentlich in diesem Zeitalter so aus, wie wir es heute eben auch weitgehend vorfinden in den Großstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=416s Fossillagerstätten als Fenster ins Tertiär: Öhningen und Geiseltal 00:06:56] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nur noch auf zwei Punkte hinweisen. Erstens die Frage nämlich, wie kommt es, dass man heute eine so unglaublich detaillierte Kenntnis hat in Bezug auf die Flora und Fauna dieses Neozoikums, des Tertiäres? Wie ist es möglich, dass man wirklich bis ins letzte Detail alles erfasst hat, weitgehend, das ist unglaublich. Das ist eine weit, weit vergangene Zeit, lang noch vor den Eiszeiten, die alles verändert haben. Und da möchte ich nur zwei Beispiele nennen, abgesehen davon, dass man natürlich viele andere Orte auch noch hat, zwei Beispiele nennen, wo man eben tatsächlich die ganze Flora- und Fauna en miniature heute noch studieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen kleinen Ort, der heißt [[w:Fossillagerstätte_Öhningen|Öhningen]], das ist bei Stein am Rhein, am Ausfluss vom Rhein vom Bodensee in Richtung Basel. Und an diesem Ort hat man entdeckt eine Ascheschicht, noch vom Ausbruch der [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Hegau 00:56:20|Hegau-Vulkane]], also speziell des Hohentwiel. Eine Ascheschicht, die sonstigen Aschen sind noch weitgehend abgetragen, aber das war gerade so eine Schutzzone, wo die sich erhalten hat. Und die hat man da mal irgendwie aufgegraben. Und darunter fanden sich nun nicht [[w:Fossil|Petrefakte]] in dem Sinne, sondern einfach erhaltene Organismen aus der oberen [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01|Süßwassermolasse]]. Zur Zeit der oberen Süßwassermolasse gleichsam eine Art tropische, subtropische Landschaft trug. Und da findet sich eine so [[w:Fossillagerstätte_Öhningen#Funde|ungeheure Fülle]], von Insekten hauptsächlich. Also alles, was man sich denken kann, allein 500 Käferarten dort gefunden, Käferarten, von denen die meisten heute auch schon längst wieder ausgestorben sind, und andere derartige Insekten. Also da hat sich sozusagen das Buch der Natur regelrecht vor den Augen der Menschen geöffnet. Und ebenso Blätter von den Bäumen, die damals da von der Asche bedeckt worden sind, hat man dann auf engstem Raum alles vorgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine ähnliche Stelle gibt es, eine andere Art natürlich, aus dem frühen Tertiär, also dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38|Eozän]], in dem – mir fällt mal wieder der Namen nicht ein – da bei Halle, dieses sogenannte... nicht Gänseltal [hier ist wohl das [[w:Fossillagerstätte_Geiseltal|Geiseltal]] gemeint], aber so ähnlich, jedenfalls da ist das Eozän erschlossen, also die Morgenstunde, dieser Sonnenaufgang des ganzen Tertiärs im Eozän ist da erschlossen. Und da hat man also alle die Formen, oder einen Großteil der Formen an Pflanzen und Tieren gefunden, die zu der Zeit in ihrem Anfangsstadium der Entwicklung waren. Herrgott, das kann doch nicht sein, das kommt mir noch. Das ist bei Halle, ein Tal, wo dieses Eozän einzigartig erschlossen ist. Also aufgrund solcher Orte hat man wirklich aus den einzelnen Zeiten des Tertiärs, ob das jetzt das Eozän war oder das Oligozän, in ihren verschiedenen Unterstufungen wieder, unteres Oligozän, oberes Oligozän, wo die größten Braunkohlenbildungen seiner Zeit entstanden sind. Und dann eben das Miozän, alles findet sich dort in diesen einzelnen Schichten irgendwo hier in Mitteleuropa ganz besonders. Daher hat man diese unglaubliche Kenntnis dieser ganzen Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=697s Wiederholung alter Erdenprozesse in jüngeren Gebirgsbildungen? 00:11:37] ====&lt;br /&gt;
Dann wollte ich noch eine ganz kleine Bemerkung machen, die mich immer wieder beschäftigt hat und wo ich keine so ganz klare Antwort drauf habe. Nämlich die Tatsache, dass bei diesen letzten großen Gebirgsbildungen – das war natürlich schon bei der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Variskische Gebirgsbildung 01:03:36|variskischen Gebirgsbildung]] im Paläozoikum und auch in der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Silur 00:41:11|kaledonischen Gebirgsbildung]] der Fall – aber jetzt noch einmal in den Gebirgsbildungen während des Tertiärs, der Alpenfaltung zum Beispiel, dieses Phänomen, dass da wieder Granit erscheint und kristalline Schiefer und Gneise und all diese Gesteine, die eigentlich kennzeichnend sind für die Zeiten, als die Erde im [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Archaikum: der Urbeginn 00:56:28|Archaikum]] sozusagen die Granite gebildet hat, als Wiederholung der alten [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|polarischen Epoche]], also ein Ausdruck des Wärmekörpers, des [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52|alten Saturn]], in Wiederholungen und Wiederholungen im Archaikum, dass das jetzt wieder in diesen Gebirgsbildungen auftaucht. Ganz jung, wieder Granitbildungen, keine uralten und ebenso diese kristallinen Schiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin eigentlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es noch einmal Wiederholungen sind, dieser alten Zeiten, also dieses saturnischen Elementes, das in der Granitbildung zum Ausdruck kommt und eben das Kristallin ganz allgemein, was mehr ein Ausdruck ist der Wiederholung der alten Sonnenperiode, der Sonnenwiederholung der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|hyperboräischen Zeit]]. Man findet eben tatsächlich in den Alpen Granite, ältere Granite, das sind mehr die Zentralalpen, also auch in ihrer Struktur, in ihrer ganzen so Eigenart, so Eigen, möchte ich mal sagen, von Ort zu Ort so Eigen in den Zentralalpen. Und dann findet man plötzlich ganz, ganz junge Granite ganz am Ende der Alpenfaltung, die noch einmal hervorbrechen in den Südalpen, das sogenannte [[w:Bergell|Bergell]]. Also das Bergell, das liegt am Ende, am westlichen Ende des [[w:Engadin|Engadin]], das ist also –  in dem Kanton Graubünden, und zwar ganz im Südwesten unten, wo es an den Comer See anstößt. Und da findet sich das Bergell, das sind solche wunderbaren Granite, ganz jung, man hat das nachgewiesen, wie man das eben so versucht, aber jedenfalls deutlich zeitlich, deutlich jünger als die anderen Granite in den Zentralalpen. So wunderbare Granite, also das lohnt sich allein schon, wegen dieser Granite da mal hinzufahren und da mal zu wandern. Übrigens habe ich damals da auch den Aquamarin gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das wollte ich nur noch mal anfügen, dass man auffassen kann, die ganzen großen Gebirgsbildungen der Erde als noch einmalige Wiederholungen urältester Erdenbildungsvorgänge. Diese Gebirgsbildungen sind immer eingeschaltet in die großen Zeitalter. Die Alpen in das Neozoikum, die kaledonischen und variskischen Gebirgsbildungen eben im Altpaläozoikum, beziehungsweise in der Wiederholung der alten Mondenentwicklung. Das ist eine Vermutung von mir, dass es so ist, aber man ist wirklich überrascht, wenn man die übrigen Kalkalpen sieht, also die Südalpen, die Nordalpen, dass das alles Sedimentgesteine sind, die da aufgetürmt sind. Aber in der Mitte tauchen dann diese wunderbaren, in aller Vielfalt, kristallinen Schiefer und Granit und so weiter auf. Das nur noch zur Ergänzung, Wiederholungsstufen in der Erdenentwicklung bis in die jüngste Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=994s Abschluss des Tertiärs und Übergang zum Pleistozän 00:16:34] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Jetzt wollen wir uns aber dem letzten großen Ereignis des Tertiäres des Neozoikums zuwenden. Ich habe gestern an die Tafel geschrieben, das Paläozoikum, das Eozän, das Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän. Das sind die großen Entwicklungsschritte des Tertiäres. Die Alpenfaltung endet in etwa im oberen Miozän und dann kommt das Pliozän und fängt schon im großen Stil auch während der Alpenfaltung selbst die Abtragungen an. Also das Pliozän ist schon mehr so eine Art beginnende Trümmeransammlung dieser gewaltigen Erdbildungsvorgänge. Aber es finden noch letzte Ereignisse statt. Ich habe das ja genannt, dass die Rinder, was man die Wiederkäuer nennt, dass die eben da ungefähr erst in Erscheinung treten, als letzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1067s Evolution der Tiergruppen im Tertiär 00:17:47] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Die Stoffwechseltiere treten als letzte in Erscheinung. Die Kopftiere treten als erste in Erscheinung. Da gehören sogar die Protozoen dazu. Das sind alle Kopfbildungen, wo während der Mensch sozusagen sein Nerven-Sinnessystem sich eben ausgebildet hat, eben da etwas ausgesetzt worden ist in die Welt, was alle diesen kopfartigen Charakter hat. Die Cephalopoden, so heißen die ja, Kopffüßler, die Tintenfische und so, in den Weltmeeren. Und dann gab es eine Zeit, wo mehr die Rhythmustiere, wo mehr das Mittlere des Menschen sich im Tierreich kundgibt, also in den Reptilien und so weiter. Aber dann eben die Säugetiere zuletzt, im Tertiär, ganz schwerpunktmäßig jetzt ihre Entwicklung haben. Und am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen eigentlich die Stoffwechseltiere, die das noch, ja wie soll ich sagen, das Lebendigste im menschlichen Leib oder überhaupt im tierischen Leib zur Ausbildung kommt, einschließlich der Extremitäten, also dass sie sich auf die Erde wirklich stellen und nicht so auf der Erde rumkriechen wie Reptilien noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1156s Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Also das ist alles vorausgegangen. Jetzt kommt als letzte Periode des Tertiär, kommt das Pleistozän. Und dieses Pleistozän nennt man auch, hat man früher genannt, das Diluvium – Quartär, Tertiär, Quartär – das Diluvium. Und es ist eigentlich das Zeitalter der Eiszeiten. Das Eis, die Eiszeiten, eine große Veränderung findet statt, also die Erde kühlt sich ab, schon eigentlich seit dem Eozän wird es immer ein bisschen kühler. Im Eozän rechnet man heute noch mit 22 Grad Jahresdurchschnittstemperatur und dann hat sich das so langsam über die folgenden Zeitalter ein bisschen abgekühlt. Aber jetzt kommt eine Zeit, am Ende des Tertiärs, wo wirklich ein ungeheurer Kälteeinbruch in der nördlichen Hemisphäre zu verzeichnen ist. Und sodass man sagen kann, dass eigentlich das Tertiär oder Neozoikum insgesamt sich ebenso verhält wie auch das Paläozoikum insoweit, als am Anfang eine ungeheure Lebensentfaltung stattfindet und jetzt am Ende eine grenzenlose Zerstörung. Ein Sterben. Es ist immer wieder dieses Motiv des Werdens in aller Fülle und dann plötzlich kommt es zu Ende, hat seinen Höhepunkt erreicht und überschritten und jetzt kommt es zu einem großen Sterben. Und dieses Sterben des Tertiärs kann man sagen, die Zertrümmerung förmlich des Tertiärs, kann man eben sehen in dieser letzten Phase der Eiszeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1289s Ursachen der Eiszeiten und globale Klima-Asymmetrie 00:21:29] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und das ist wirklich auch nach wie vor ein großes Rätsel, wie die Eiszeiten zustande kommen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Masse Theorien, aber ich habe mich noch nie zu irgendjemandem bekennen wollen. Man denkt da an die Veränderung des magnetischen, oder des Poles, der Erdachse, die Stellung der Erdachse, dass die gewandert ist, mehr vom Westen an einer bestimmten Kurve macht sie zu dem Punkt, wo sie heute noch Nordpol ist oder Südpol ist, dass die Erdachse sozusagen verschiedene Neigungen hatte gegenüber der Sonne. Das sind so die Gesichtspunkte, die man da hat. Aber was da jetzt, ob das noch ein viel komplizierteres Zusammenspiel von Kräften ist, das mag jetzt mal dahingestellt sein, dass es eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Eines dazu, vielleicht sehr interessant, dass man Rhythmusübereinstimmung hat. Die Eiszeiten in der Erdgeschichte und ein Umlauf des Sonnensystems ums Zentrum der Milchstraße, da ist eine gewisse Übereinstimmung. Also da scheinen ganz großrhythmige Dinge in unserer Galaxie mit der Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist gewaltig. Das ist natürlich gewaltig. Also ich habe das nicht weiter verfolgt, was der heutige Stand der Dinge ist, aber man hatte auch schon vor Jahrzehnten verschiedene Theorien. Auch Rudolf Steiner hat sich im Übrigen mit dieser Sache sehr beschäftigt in seinen jungen Jahren. Also Tatsache jedenfalls ist, das sind die Eiszeiten. Eine ganz starke Abkühlung in der nördlichen Hemisphäre und gleichzeitig eine starke Erwärmung, beziehungsweise ein sehr temperiertes Klima in der südlichen Halbkugel. Also die ganze Sahara war damals grün und sehr bevölkert. Und die Wüste hat geblüht und war ergrünt und es war dort eine sogenannte Pluvialzeit. Man nennt es also eine Regenzeit, also wirklich ein sehr mildes Klima. Und man kann ja, wenn man in die Sahara kommt oder auch überhaupt in Afrika, so in den extremsten Gebieten, wo man genauer guckt auf der Erde, da hat man plötzlich eine Pfeilspitze in der Hand oder irgendeinen Faustkeil in der Hand oder sowas. Also Zeugnisse und überall die Felszeichnungen. Also in der Zentralsahara findet man die tollsten Felszeichnungen, beziehungsweise dann zum Beispiel im Südwesten, in der Wüste Namib – also eine der tollsten Wüsten, die es überhaupt gibt auf der Erde. Da gibt es also Felszeichnungen von einer derartigen Schönheit, die hätte man überhaupt nicht für möglich gehalten. Was da die Eiszeitkunst, also was die da hervorgebracht hat, mit wenigen Strichen das Wesen einer Sache zu erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1498s Ausdehnung der Vereisungen und Meeresspiegelschwankungen 00:24:58] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist also die Lage, denn die Südhalbkugel mildes Klima, die Nordhalbkugel eiskalt. Aber das nicht durchgängig, sondern auch in ständigen Wiederholungen. Das ist auch ein ganz großes Rätsel. Diese nördliche Vereisung hatte ihre größte Ausdehnung in Nordamerika. Nordamerika war von Kanada runter 2500 Kilometer bis in den mittleren Westen hinunter vereist. Also man muss sich das vorstellen, etwa auf der Breite von Sevilla, jetzt auf Europa bezogen, von Sevilla über Sizilien bis nach Athen. Wenn man diese Breite in Amerika aufsucht, bis dahin ist das Eis vorgeschossen, von Nord nach Süd. Und zwar in einer geschlossenen Eisdecke, von Rockies bis rüber nach Grönland. Und in Europa war aber auch über die Hälfte von Europa von Eis bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Das bezieht sich nochmal an die Frage, und zwar das ganze Eis, das Wasser, was im gefrorenen Zustand auf der Erde liegt und sich jetzt über die Erde bewegt, ist ja letztendlich nicht mehr Teil des Meeres. Wie ist das Verhältnis jetzt mit diesen Wassermassen? Wo ist das Wasser geblieben für diese Bildung dieser Eismassen, die sich ja doch nicht mehr als Wasser zurückgestellt haben? Das ist ja gebunden gewesen. Wie ist das jetzt verständlich, dass die Erde geblieben ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Also bei den großen Vereisungen war der Meeresspiegel stark gefallen. 100 Meter Tiefe, 80 bis 100 Meter Tiefe bei der größten Vereisung. Also die ganze Nordsee war Festland, bis auf Pfützen sozusagen. Auch die Ostsee konnte man durchwandern. Man findet heute offenbar – also ich höre das immer wieder, lese das – dass man am Boden der Nordsee sowohl am Boden der Ostsee alte Reste von Siedlungen findet. Die stammen aus dieser Eiszeit, aus diesen Eiszeiten. Ich komme dann gleich nochmal darauf zurück. Also Europa über die Hälfte vereist. Stellen Sie sich das doch mal so vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=1658s Gliederung der Eiszeiten: Nord- und Süddeutschland 00:27:38] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und jetzt unterscheidet man vier große Eiszeiten, wobei das auch unsicher geworden ist. Es gibt welche, die behaupten, es seien viel mehr Eiszeiten gewesen, sechs mindestens. Und in Norddeutschland kann man im Wesentlichen drei Eiszeiten unterscheiden. Es gibt wohl auch noch eine vierte, aber die ist nicht so klar eingrenzbar. Während in Süddeutschland man vier Eiszeiten unterscheiden kann. Wie auch immer, es ist ein gewisser Rhythmus da. Eine Eiszeit, die sich voll entwickelt und dann plötzlich der Eispanzer wieder zurückschmilzt. Und dann eine Warmzeit, die sich dazwischen schaltet, eine Interglaziale, wie man das nennt. Und wo dann wieder die ganze Vegetation, auch die ganze Tierwelt sich einfindet. Sogar Bodenbildungen stattfinden. Und dann plötzlich wieder ein neuer Eisvorstoß von Norden nach Süden und von den Alpen ins Vorland. Und mit unter Umständen größter Ausdehnung, das werde ich gleich darauf zurückkommen. Und dann zieht es sich wieder zurück, wieder ein Interglazial, wieder eine Warmzeit und wieder ein erneuter Vorstoß von Norden nach Süden. Also gewaltige Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich möchte mal nur diese Eiszeiten kurz beim Namen nennen. Weil die sind, es ist ja immer wieder die Rede davon, dass man es mal einordnen kann. Also wir unterscheiden eine nördliche Vereisung von Skandinavien, von Fennoskandinavien, von Norwegen, Schweden, Finnland, ausgehend nach Süden. Ein riesen Eispanzer, bis zu 3000 Meter mächtig, lagert sich über die Lande, wandert über die Ostsee und beziehungsweise durch die Senken der Nordsee und Ostsee und erreicht also die deutschen Mittelgebirge. Da prallt der Eispanzer an. Und von Süden, da gibt es ja eine südliche Vereisung von den Alpen nach Norden und auch etwas nach Süden. Nicht so toll, aber nach Norden sehr viel stärker. Auch ein großer Eispanzer, der aber mehr – das gilt letztlich auch für die nördliche Vereisung, aber dort sieht man es besonders stark – in der südlichen Vereisung von den Alpen nach Norden ins Vorland. Also wenn es die Alpen sind, dann hat sich die Vereisung ausgedehnt bis hierher. Das ganze Vorland vergletschert in der äußersten Vereisung. Bei den einzelnen Eiszeiten verschieden. Und die nördliche Vereisung, die ist vorgedrungen hier bis an die Grenze der deutschen Mittelgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nördliche Vereisung und die südliche Vereisung: Die erste, die man deutlich unterscheiden kann im Norden – man spricht dann auch noch von der Elbe-Eiszeit, weiß man aber nicht so ganz genau, wie das da so ist, oder jedenfalls von einer früheren – aber die, die man deutlich unterscheiden kann, ist die sogenannte Elster-Eiszeit. Elster-Eiszeit. Und die ist parallelisiert mit einer, also gleichzeitig hat sich da im Süden die Mindel-Eiszeit entwickelt. Mindel-Eiszeit. Also das ist sozusagen, das sind Ablagerungen, die kann man noch ausmachen irgendwo in der Landschaft. Bei der Elster-Eiszeit besonders schön, weil deren äußerste Begrenzung die sogenannte Flintstein-Linie ist an den deutschen Mittelgebirgen vom Harz auswärts bis in die Karpaten. Zieht sich da also eine Feuerstein-Linie, weil diese Eiszeiten von Norden kommend auch die ganze Kreide, die vorgelagert war im Bereich der Ostsee – weniger im Bereich der Nordsee – die großen Kreideablagerungen wurden aufgearbeitet von dem Gletscher und in der Kreide findet sich der Feuerstein. Also ähnlich wie diese Kieseleinlagerungen im Weißjura, das habt ihr ja gesehen, diese Kieseleinschlüsse, dasselbe Prinzip findet man dann in der Kreide, also solche Knollen von feinkristalliner, beziehungsweise geronnener Kieselsäure und fest geworden, die finden sich besonders in den Elster-Ablagerungen und haben am Stirnende des Gletschers, wo ein weitester Vorstoß ist, da gibt es heute eine Feuerstein-Linie, die man deutlich im Gelände finden kann. Und es gibt noch andere Phänomene, die man nutzt, auch so in der Mindel-Eiszeit, da findet man keine Feuersteine drin, das sind alles Ablagerungen, die eben von den Alpen her, von den Alpengletschern ins Vorland getragen worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2026s Die Saale/Riss-Eiszeit: Maximale Ausdehnung und Moränenbildung 00:33:46] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und dann gibt es ein Interglazial dazwischen hier und dann kommt die Saale-Eiszeit, die parallelisiert ist mit der Riss-Eiszeit im Süden. Die Bezeichnungen sind immer Flüsse, also immer bis zu denen diese Eiszeiten jeweils vorgestoßen sind, beziehungsweise deren Einzugsgebiete sich besonders entwickelt haben. Aber ja, die Begrenzungen mehr oder weniger dieser Eiszeiten. Und diese Saale-Eiszeit, die hatte nun die allergrößte Ausdehnung in Europa. Und das ist geradezu unglaublich, was sich da vollzogen hat, dass nach so einem Interglazial hier, nach einer warmen Zeit – und die war relativ lang, also das war so warm, dass man Höhlenbären gefunden hat in Spitzbergen auf 2000 Meter Höhe. Also keine Eisbären, sondern richtige Höhlenbären auf 2000 Meter Höhe in Spitzbergen. Also eine solche Wärme hat dann wiederum ganz Europa das Eis abgeschmolzen, es war alles weg. Und man könnte sagen, das war so eine Zeit, wie wir sie heute haben. Vielleicht kommt dann auch bald wieder mal so ein Eisvorstoß und löscht die ganzen Hochhäuser aus hier. Das wäre ein gefundenes Fressen. Also das ist eine unglaubliche Warmzeit, die sich hier dazwischen schaltet. Und jetzt kommt dieser riesen Eisvorstoß der Saale-Eiszeit. Und der ist auch in Nordamerika am weitesten nach Süden vorgestoßen. Und bei uns eben wurde die ganze Ostsee, die Nordsee, das ganze norddeutsche Tiefland überdeckt von Eis. Und bis hier an die Mittelgebirge, sodass sogar noch die Gletscher die Täler raufgekrochen sind in die deutsche Mittelgebirge. Aufwärts haben sie sich geschoben noch ein Stück weit. Nicht sehr weit, aber immerhin bergauf. Und dann hat der Saale-Gletscher sogar den Rhein überschritten bei Düsseldorf und ist nach Süden vorgedrungen über Belgien an den Kanal, überschritten zwischen England und Belgien, Frankreich, und hat seine großen Ablagerungen auch noch über London abgekippt. Also da findet man auch die Gesteine und die Gletscherablagerungen zumindest. Man muss natürlich klar sein, dass Schottland damals auch vereist war. Es war auch eine Eiskappe oben drüber. Und Nordirland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese große Vereisung, die hat sich dann fortgesetzt, also von England hier entlang der deutschen Mittelgebirge, entlang des Riesengebirges, also Schlesien, von Niederschlesien nach Oberschlesien, weit, weit hinein in den russischen Raum. Und ungeheure Massen an Geschieben wurden da von Skandinavien nach Süden transportiert auf diesem Eis. Ihr wart doch mit Martin in den Alpen. An welchem Gletscher wart ihr? Am Aletschgletscher oder so?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Rhone?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Aber da sieht man nicht mehr viel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Aber man kann reingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Aber der Aletschgletscher ist ja da noch ein bisschen imposanter bezüglich. Man sieht, dass dieser Gletscher sozusagen ungeheure Materialmassen auf seinem Rücken transportiert. Das ist so eine Art Mittelstreifen auf dem Gletscherrücken. Und wenn dann der Gletscher zum Stillstand kommt, dann werden diese ganzen Materialmassen, die da durch Gebirgsstürze usw. auf dem Rücken der Gletscher heruntergestürzt sind, die wandern mit dem Gletscher mit und werden dann an der Stirnseite abgelagert und bilden die sogenannte Stirnmoräne. Und die Stirnmoränen sind meistens gewaltige Schutthaufen voller unterschiedlicher Größen von Material, also vom Schluff über den Feinsand bis zu Grobgeröllen, Felsbrocken, meist schon abgerundet der verschiedensten Art, also richtige Trümmerhaufen. Und dann gibt es die sogenannten Seitenmoränen, in den Tälern zumindest, wo seitlich auch vom Gletscherrücken allmählich durch Abschmelzen solche Gesteinsmassen angehäuft werden, diese Seitenmoränen. Und dann gibt es die Grundmoränen. Das heißt, das sind die Gebiete, wo der Gletscher sich jetzt drüber bewegt hat und wo fortwährend auch Schmelzwasser sich bildet, was dann unten wegfließt durch alle möglichen Höhlungen usw. und fein bereits zerriebene Gesteinsmaterial ablagert, sodass die Grundmoränen im Allgemeinen sehr fruchtbare Böden liefern. Das ist feines Material, was sich unter dem Gletscher sedimentiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2404s Erratische Blöcke (Findlinge) und Gletschertransport 00:40:04] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und während die Endmoränen sind meistens das allergröbste, was man sich denkt, wo Findlinge – man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke – ganz skandinavischer Herkunft sich finden. Und nun hat man eben festgestellt, dass diese Saale-Eiszeit hier im Norden von Skandinavien herunter diese ganzen Gesteinsmassen transportiert hat, sodass man von London aus bis an den Dnepr in Russland einen Streufächer von den sogenannten Rhombenporphyren aus Oslo, aus dem Osloer Raum, gefunden hat. Also Oslo ist natürlich jetzt sozusagen nicht nur der Punkt, das ist natürlich der ganze Umkreis, westlich und östlich, sondern nördlich von Oslo. Diese Gesteinsart findet sich in London entlang der ganzen Linie bis an den Dnepr. Ein riesen Streufächer. Und ebenso hat man dann gefunden von einem zweiten Streufächer, der weiter östlich liegt, die Åland-Inseln, wo man den sogenannten Rapakiwi-Granit, das ist ein ganz spezifischer Granit, der dort ansteht, den hat man gefunden von Holland bis an den Don. Wieder ein irrsinniger Streufächer. Und dann hat man einen dritten Streufächer gefunden, auch Rapakiwi-Granit von Wyborg, das ist also nördlich von, ja, nordwestlich von Petersburg. Früher gehörte das noch zu Finnland, heute gehört es zu Russland. Das ist auch ein Granit, der dort, ein spezifischer Granit, heißt auch Rapakiwi-Granit, der findet sich jetzt vom Harz bis rüber an das Wolgaknie, also weit, weit, weit tief nach Russland hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so muss man sich diese Riesenvereisung vorstellen, wo das meiste Materials von Skandinavien stammt, sodass wir über ganz Norddeutschland und überhaupt in diesem ganzen Riesengebiet Findlinge finden. Man nennt es Findlinge oder erratische Blöcke. Also in Juchowo, wo ich ja auch hin und wieder tätig bin in Pommern, hinten in Polen, da habe ich selber mit dem Bagger solche Riesentrümmer tonnenschwer aus dem Boden rausgeholt, weil die Pflüge da kaputt gegangen sind. Und man merkt ja, man ist da mit dem Problem konfrontiert, dass die Steine wachsen. Haben Sie das mal gehört oder gesehen, dass Steine wachsen? Die heben sich immer höher rauf, plötzlich sind sie an der Oberfläche. Man liest jedes Jahr Steine, Steine, Steine von den Äckern und plötzlich sind sie doch wieder da. Und dieses Phänomen des Wachsens der Steine, das hängt eben mit den strengen Wintern zusammen, wo die Kälte sehr viel schneller durch die Steine in den Untergrund geleitet wird und dann an der Unterseite der Steine das Wasser gefriert. Und bekanntlich hat das Wasser, wenn es friert, dehnt es sich aus und hebt damit den Stein hoch. Zusätzlich wird durch das Gefrieren des Wassers noch Kapillarwasser angezogen aus dem Untergrund, sodass es immer mächtiger wird, diese Eisschicht unter den Steinen. Und die heben dabei den Stein immer jedes Jahr ein klein wenig höher, bis er dann plötzlich wieder vom Pflugschar erfasst wird und dann voll an die Oberfläche gebracht wird. Das sind also die Findlinge, Riesenbrocken bis zu kleineren Geröllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aus denen haben die Bauern in Norddeutschland, weit nach Polen hinein, also damals in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wurden aus diesen Findlingen die Ställe gebaut. Alle Kuhställe, auch sämtliche Ställe, Scheunen wurden gemauert aus diesen Findlingen. Die haben dann diese riesen, abgerundeten Brocken in der Mitte gespalten und dann die gespaltene Außenseite, also nach außen, so eingebaut, die Rundung nach innen, die gespaltene Seite nach außen. Und genauso an der Innenseite der Wand wie an der Außenseite der Wand, gegeneinander gemauert, das waren immer so dicke Mauern. Und wenn man dann in diese Gegenden kommt – heute sieht man es fast nicht mehr, es ist alles eingerissen. Dann haben, wenn die Sonne morgens aufgegangen ist, hat ein solches Gebäude geglitzert, geglitzert in allen nur reflektierten Farbstrahlungen, die man sich denken kann. Diese Granite, diese Urgesteine aus Norwegen, Schweden, Finnland, die haben Zusammensetzung von Ort zu Ort, eben eine ungeheure Spielbreite. Und dann glitzert das wie ein Kristallpalast, wie ein Kristallpalast. Aber leider Gottes sind diese Bauwerke heute weitgehend aus den Landschaften verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=2769s Weichsel/Würm-Eiszeit und Jungmoränenlandschaften 00:46:09] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und ja, also das ist die Saale-Eiszeit, wo man heute damit rechnet, dass sie ungefähr einen Panzer von 3000 Meter Mächtigkeit hatte. Und südlich davon, jetzt die Südvereisung, ist die Riss-Eiszeit. Und die Riss-Eiszeit hat eben auch die größte Ausdehnung hier unten in Süddeutschland gehabt. Von den Alpen kamen die Gletscher herunter, durch das Rhonetal in der Schweiz, da ging der Riss-Gletscher noch über die Rhone rüber bei Lyon bis tief nach Frankreich ein. Und dann ist der Rhone-Gletscher, hat sich das ganze Schweizer Mittelland aufgefüllt und ist sogar noch drübergekrochen über den Schweizer Jura, also weit nach Süden. Und hat sich fortgesetzt, die Schweiz war praktisch total vereist, hat sich fortgesetzt bis in den Schwarzwald, Sigmaringen, Riedlingen und dann hier die größte Ausbuchtung und dann nach Osten sich ziehen. Eine Riesenausdehnung, der Rheingletscher, der das Rheintal herunterkam über den Bodensee, der ist noch durch die Schwäbische Alb hochgekrochen, also wieder aufwärts. Und ebenso der Gletscher, der aus dem Innental herauskam, immer so große Fächer, die zum Teil dann in der Riss-Eiszeit miteinander verwachsen waren. Große Streufächer von Gletschern, die dann sich miteinander verbunden haben zum Teil jedenfalls. Später, also hauptsächlich in der Riss-Eiszeit. Und die auch jetzt ungeheure Materialmassen aus den Schweizer Alpen da heruntergebracht haben. Sehr viel Kalke von den nördlichen Kalkalpen, aber auch Kristallin aus den Zentralalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das waren diese beiden. Saale-Riss, die größte Vergletscherung in Europa. Wobei man sagen muss, dass diese beiden Vergletscherungen die Überreste von dieser Vorausgegangenen überfahren haben und soweit auch zum Teil getilgt haben, dass man sie nur noch mühsam findet. Und jetzt haben wir hier wieder ein Interglazial. Und das ist das Saale-Weichsel- oder Riss-Würm-Glazial. Weichsel-Eiszeit, beziehungsweise die Würm-Eiszeit. Wiederum sind es Flüsse. Im Norden ist es die Weichsel. Also das war auch eine Vereisung, die noch eine ziemliche Ausdehnung erfahren hat. Bei weitem nicht die der Saale-Eiszeit. Also die Weichsel-Eiszeit, die hat sich jetzt entwickelt, von Norden kommend bis in die Mitte von Schleswig-Holstein. Der Westen von Schleswig-Holstein ist Sand. Dann geht es über die Marsch. Und der Osten von Schleswig-Holstein ist ein schönes, fruchtbares Hügelland mit den ganzen Knicks drauf und Seen sogar. Plöner See und andere Seen. Die ganzen Seenbildungen, die wir heute haben, die stammen in aller Regel in der letzten Ausformung aus der letzten Eiszeit, also der Weichsel-Würm-Eiszeit. Also Schleswig-Holstein ist geteilt. Das Blaue hier sind die Marschen. Und das Rötliche hier sind die Sandgebiete, die Geest. Und hier ist die Holsteinische Schweiz, nennt man sie ja auch. Ein wunderbar bewegtes Relief und sehr fruchtbar mit Seen. Und dann zieht sich diese Vereisung, die letzte Vereisung herunter nach Hamburg, knickt dort ab und geht jetzt hier ostwärts auf der Linie Berlin-Frankfurt-Oder nach Westen, nach Osten. Also die geht noch weiter südlich, aber später gab es dann Rückhaltestationen, wo dann der Gletscher beim Rückschmelzen wieder angehalten hat, wieder vorgeschossen ist, oszilliert hat hin und her, mal stärker abgeschmolzen, dann wieder gewachsen und so weiter. Also hier man sieht ja die Ausdehnung dieser Würm-Eiszeit, der Weichsel-Eiszeitlichen Ablagerung, die geht bei Weitem nicht so weit wie die der Saale-Eiszeit. Reicht dann weit nach Polen rein eben an die Weichsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3121s Rückzugsstadien der Saale-Eiszeit: Endmoränen und Sander 00:52:01] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Schafft, arbeitet jetzt noch einmal die vorausgegangenen großen Ablagerungen der Saale-Eiszeit auf. Deswegen gibt es Gegenden, wo man sehr sehr fruchtbare Böden hat, durch die Weichsel-Eiszeit, zum Beispiel ganz Mecklenburg-Vorpommern ist von der Art. Da gibt es Riesengebiete von Grundmoränen, natürlich auch sehr viele Seen und wo diese Grundmoränen anstehen, hat man einfach gute Böden, tiefgründige sehr gute Böden. Und Wehe aber, wo von dieser letzten – na das ist noch die Saale-Eiszeit, was ich noch schnell sagen wollte. Die Saale-Eiszeit, die hat ja auf ihrem Rückweg, also die vorletzte, diese hier, hat auf ihrem Rückweg immer Zwischenhaltestationen gehabt. Die hat die größte Ausdehnung und dann auf dem Rückschmelzen, plötzlich mal ein Stillstand, dann ist sie wieder ein bisschen zuvor, wieder zurück. Und an diesen Haltestationen, Rückzugstationen, sind große Endmoränen aufgetürmt worden, die heute noch das Landschaftsbild prägen. Und die, ihre Schmelzwässer dann im Vorland, alles was da abgeschmolzen ist, haben zu große Verlagerungen vorgenommen des dort abgelagerten Materials. Die Winde haben den Staub aus diesen Sandablagerungen ausgeblasen und übrig geblieben ist der Sand. Und überall, wo heute diese großen Sandlandschaften auftreten, das sind die wesentlichen Bildungen noch aus der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Saale-Eiszeit hatte ein Rückzugstadium, was längere Zeit angehalten hat und nochmal einen neuen Vorstoß gemacht hat, das ist die sogenannte Warte-Eiszeit. Die gehört noch zur Saale-Eiszeit, also eine Untergliederung, die Warte-Eiszeit. Die Warthe ist ein Fluss, ein Nebenfluss der Oder, die kommt weit aus dem Osten Polens und mündet südlich von Frankfurt-Oder in die Oder. Und diese Warte-Eiszeit, da hat der Saale-Gletscher sehr lange verweilt, hat große Endmoränen hinterlassen. Und wie gesagt, die Schmelzwässer haben im Vorland das Material sortiert und übrig geblieben sind Grobsande. Die Mark Brandenburg ist von dieser Art. Die ganze Mark Brandenburg sind Grobsande, ganz fürchterlich. Oder aber die großen Sandergebiete auf der anderen Seite von der Elbe, die Lüneburger Heide, die ist eine Folge dieser Schmelzwasserströmungen, die in dem letzten Haltestadium des Saale-Gletschers, der Warte-Gletscher, entstanden sind. Ebenso die Geestgebiete, muss ich auch noch sagen, die Geest, die Geest in Holland, das ist reine Sande, die schließen an die Marschgebiete an. Genauso durch die norddeutschen Küstenländer, Sandgebiete bis hin dann diese großen Sandgebiete, die Geest von Schleswig-Holstein. Das sind alles Folgen der Saale-Eiszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während überall, wo die letzte Eiszeit stattgefunden hat – Weichsel/Würm – da findet man nicht mehr diese ausgesprochenen Sandablagerungsgebiete, sondern weit verbreitet Jungmoränen, wie gesagt, Mecklenburg-Vorpommern, die Uckermark, zum Beispiel weit nach Polen rein, sind das Ablagerungen, die noch nicht so sortiert sind. Also Sande und Tone im ständigen Wechsellagern, manchmal wunderbar bei den Grundmoränen, wunderbar gleich harmonisch im Verhältnis von Sand und Ton. Und dann wiederum so Endmoränen gebildet, die dann mächtige Findlinge enthalten, die man dann zu Bausteinen benutzt hat. Und weil das eine sehr harte Arbeit war, diese Riesenbrocken zu spalten, die hat man immer nur für Fundamente von den Kirchen genommen. Aber die Kirchen, die man noch im 14. Jahrhundert gebaut hat, 13., 14. bis 15. Jahrhundert im ganzen deutschen Osten, ehemaligen deutschen Osten, die sind alles Backsteine gebaut worden. Das ist die Backsteingotik, aber auf Findlingsfundamenten gestellt. Und diese Backsteine, die man damals gebrannt hat, die sind heute noch wie neu. So hat man das Handwerk noch verstanden, wie man Backsteine macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3457s Nagelfluh, Urstromtäler und Sintflut-Erinnerung 00:57:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das ist die Weichsel, die letzte Eiszeit im Norden, eine geringere Ausdehnung. Und im Süden ist es die Würm-Eiszeit. Und die hat auch eine geringere Ausdehnung als die Riss-Eiszeit. Die Würm-Eiszeit hat nicht die Weite erreicht, vor den Alpen herunterzukommen, wie die Saale-Eiszeit, die Riss-Eiszeit, Entschuldigung. Aber hat die ganze Landschaft wunderbar geformt. Und wenn man heute in die Bodenseelandschaft kommt, dann hat man eine Würm-Eiszeit, die Landschaft vor Augen. Die Landschaft hat eine ungeheure Harmonie gegeben, die man da so erleben kann. Nicht mit den Ablagerungen, sehr kleinräumig. Mal sind es kleine überfahrene Endmoränen, oder es sind Seitenmoränen, die da in der Landschaft liegen, aber alles en miniature. Das hat nie einen gewaltigen Charakter, aber eine wunderbar harmonisch ausgeformte Landschaft. Und eben, wo Würm-eiszeitliche Ablagerungen sind, relativ gute Standorte, gute Böden. Also man muss wirklich, wenn Sie irgendwo hinkommen, in Betrieb, dann können Sie sich allein schon durch die geologische Karte, wenn Sie mit einem Messtischblatt 1 zu 25.000 überfliegen, dann können Sie sehen, das ist ein guter Standort. Der hat eine natürliche Begabung, eine Naturbegabung, oder jener Standort, eben aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine sehr gute Naturbegabung. Insofern muss man sich wirklich orientieren, wohin man geht, wo ist man eigentlich, was ist da für eine Landschaftsgeschichte vorausgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Würm-eiszeitlichen Ablagerungen sind alles Locker-Sedimente. Es gibt zwar aus der Saale-Eiszeit, gibt es verfestigte Gesteine, die sogenannten Nagelfluh, findet man übrigens am Heiligenberg, also am Bodensee, wenn man zum Heiligenberg hochfährt, da sieht man mächtige Felsen und Nagelfluh, auch in dem Schweizer Mittelland findet man plötzlich solche Nagelfluhfelsen. Gebackene, verbackene Gerölle, durch im Wesentlichen Calciumcarbonat, verbackene Gerölle, sehr hart, und das sind die einzigen Felsbildungen, die man überhaupt noch in den Glazialzeiten, den Eiszeiten, noch findet. Alles andere sind Locker-Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, findet sich in diesen Landschaften, den Glaziallandschaften, finden sich ganz bestimmte Ausformungen, die auf diese gewaltigen Schmelzflüsse der abschmelzenden Gletscher entstanden sind. Sie müssen sich vorstellen, was das für Riesenwassermassen waren, die da geschmolzen sind. Dass die Welt, das Weltmeer um 80 bis 100 Meter tiefer lag, es war so ein Großteil des Meereswassers, durch Verdunstung und Niederschlag hat diese riesenhaften Eiskörper gebildet. Und die haben dann Landschaften hinterlassen, vor allem in Norddeutschland, die einen ganz charakteristischen, eigentlich, wie man es so sieht, gar nicht verstehbaren Profil haben. Das sind die sogenannten Urstromtäler, die berühmten Urstromtäler. Die Elbe zum Beispiel fließt zuletzt in einem solchen Urstromtal. Die Oder hat sich auch immer wieder gequält durch solche Urstromtäler in die Ostsee. Die haben eine ganz bestimmte Richtung. Die geht von Ost, Südost nach Nordwest oder Nord-Nordwest. Denn die riesigen Schmelzwässer – das muss man sich mal vorstellen, was das für Wassermassen waren – die mussten ja irgendwo ihren Weg ins Weltmeer finden. Jetzt war das alles versperrt, da in der Ostsee, da konnten die nicht hin. Da lag der große Eispanzer. Die konnten sich also nur westwärts bewegen, entweder bei der Saale-Eiszeit weit, weit, weit, gegen den Westen, über den umgeleiteten Rhein in den Kanal. Der Rhein war umgeleitet, er ging viel südlicher als heute, floss er in den Kanal. Oder bei den anderen Vereisungen, bei der letzten, mussten die Schmelzwässer an der Stirnseite des Gletschers eben westlich, nordwestlich fließen, bis sie in die Nordsee kamen. Später dann in die beginnende Ostsee beim weiteren Rückschmelzen. Sodass da große Eintalungen sind, die relativ flach sind, aber sehr breit angelegt. Und in diesen Urstromtälern haben sich diese Schmelzwässer in Richtung Nordsee hauptsächlich bewegt. Und die formen heute noch die Landschaft. Und man fährt dann immer durch die Landschaft und guckt: Warum ist hier so ein Tal? Da fließt doch nicht mal ein Fluss da unten, noch nicht mal ein Bach, höchstens ein Sumpf, höchstens ein Moor, ein Flachmoor. Die Flachmoore haben sich ja gerade in diesen Vertiefungen dann ausgebildet, beziehungsweise auch in Flachseen, die dann allmählich verlandet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist ganz charakteristisch, diese Urstromtäler. Und Sie müssen sich das mal vorstellen. Eine Landschaft, die über tausende Kilometer eigentlich versperrt ist, um ins Weltmeer zu gelangen. Wo sollen die Wässer denn hinfließen? Und da mussten sie sich an den Stirnseiten der Gletscher nach Westen quälen. Und diese ganzen Schmelzwässer, das möchte ich auch nochmal kurz erwähnen, die müssen ja eine solche Ungeheuerdimension gehabt haben – das macht mir überhaupt keine Vorstellung – dass das so sich eingegraben hat in die damalige Menschheit und überhaupt in die Mythologien der Völker, die da gelebt haben, dass das eben Teil der Sintflut war. Nicht dass der Begriff der Sintflut, wie man ihn in der Bibel liest, das sind sozusagen so Erinnerungsbilder an Zeiten, wo man glaubte, also die Welt ertrinkt vor diesen jetzt frei werdenden Schmelzwässern der großen Vergletscherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=3920s Lössbildung im Periglazialraum 01:05:20] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und nun möchte ich noch auf ein weiteres Phänomen hinweisen, diese Vereisung. Und das ist die sogenannte Lössbildung. Sie müssen sich vorstellen, es gab diese Interglazialzeiten, gewiss, zeitlich in zeitlicher Folge, mit diesen dazwischengeschalteten, gewaltigen Gletschervorstößen. Aber die Gletscher haben nicht ganz Europa bedeckt, sondern es gab diese große südliche und dann die noch größere nördliche Vereisung. Dazwischen ist der sogenannte Periglazialraum. Periglazialraum, das ist der nicht vergletscherte Raum, der einen Tundrenklima hatte, so wie heute in Sibirien, Nordsibirien. Die Mittelgebirge waren zum Teil vergletschert, zum Beispiel der Schwarzwald, der hatte eine Eiskappe oben drüber, und auch die Vogesen. Und so einzelne Mittelgebirge hatten Eiskappen, aber im Übrigen war dieser Zwischenraum zwischen Nord und Süd, war unvergletschert. Ein Tundrengebiet, Permafrostböden, also die immer nur oberflächlich aufgetaut sind und dann wieder vereist sind über Winter und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun muss man sich vorstellen, dass über diese unglaublichen weiten Eiswüsten, höchstwüstenförmig, von Ost nach West reichend, 3.000 Meter in der nördlichen Vereisung mächtig, und dann langsam abfallend gegen den Periglazialraum, gegen die deutschen Mittelgebirge. Was das eigentlich für ein Klima war. Also ständig natürlich gefrierend tagsüber, eine kräftige Sonneneinstrahlung, ähnlich wie man das auf den Gletschern auf den Alpen noch so erleben konnte und kann – bald nicht mehr. Sie müssen sich vorstellen, das ist eine Eiswüste über 1.500 Kilometern, die sich da von Norden nach Süden erstreckt. Und da peitscht jetzt tagsüber die Sonne drauf. Und da schmilzt das oberflächliche Eis, es fließen oberflächlich so kleine Bächlein, Rinnsale. Und dabei bei dem Abschmelzen wird Feinstaub freigelegt, der durch den Gletscher zerrieben worden ist, oder allmählich durch mechanische Zerreibung Staub entstanden ist, der jetzt tagsüber durch das Abschmelzen des Eises freigelegt wird und in der Sonne trocknet, zu Staub, wirklich zu Staub wird. Und dann kommt die Nacht und es kühlt ab. Und dann kommt es dazu, dass jetzt sich die Luft, die schwere Luft sich absenkt über die Gletscher. Wenn die Luft kalt wird, dann wird sie schwerer und fließt jetzt als Kaltluft talwärts sozusagen, gletscherabwärts bis ins Vorland, über 1000 Kilometer. Da entstehen natürlich ungeheure Winde, Stürme infolge dieser Fallwinde, die diesen Gletscherstaub aufwirbeln und mitnehmen, mitreißen und dann in einer gewissen Entfernung vom Gletscher selber, 20, 30 Kilometer ins Vorland, dann ablagern, insbesondere dort, wo man es mit Windschattengebieten zu tun hat. Also, wo die Winde dann sich abbremsen und dann allmählich der Staub sich niederschlägt und in Form von Löss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt so davon ausgehen, dass ursprünglich der gesamte Periglazialraum hier in Mitteleuropa lössbedeckt war. Also Löss war ubiquitär vertreten, überall eine Lössschicht, die eben heute längst abgetragen ist zu unserem Leidwesen. Sondern es gibt eben noch gewisse Gebiete, wo die Lösse in großer Mächtigkeit anstehen und es ist überall dort, wo sie solche Windschattengebiete ausgebildet haben, geschützt durch Gebirgszüge oder Hügelzüge. Und so unterscheiden wir ja hier in unseren Landschaften Mitteleuropas, zum Beispiel die Kölner Bucht. Das sind riesige Lössablagerungen, Zuckerrübenanbaugebiete. Also, da kann man industrialisierte Landwirtschaft betreiben. Leider Gottes werden diese Böden heute dort abgebaut, weil da drunter Braunkohle liegt. Da muss der Löss erstmal oben weggeschafft werden und da drunter liegt die Braunkohle, die dann abgebaut wird. Dann gibt es diese Hildesheimer Börde, das sind also beste Böden, also tiefgründig. Überall, wo Löss liegt, hat man es mit tiefgründigen Böden zu tun, wo die Regenwürmer bis zu sieben Meter tief gehen. Da stellen Sie sich sowas mal vor. Die Regenwürmer, die haben nicht nur das obere Bodenmaterial, arbeiten sie durch, sondern sie holen sich sozusagen von da unten den Kalk hoch. Und dann die Magdeburger Börde. Wo solche Bördenlandschaften sind, das sind die klassischen Zuckerrübenanbaugebiete. Da hat die industrialisierte Landwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts angefangen. Als es noch keinen Stickstoffdünger im Großen Stil gab, waren es diese großen humusangereicherten Lössböden, die den Stickstoff freigesetzt haben. Und seit es eben die Haber-Bosch-Verfahren gibt, der Stickstoff-Synthese, kann man heute jeden Boden quasi zu einer Pseudo-Schwarzerde machen. Da braucht man kein Humus mehr, sondern da wird es einfach von außen drauf gepulvert, was da notwendig ist. Also da legt man sich in die eigene Tasche mit dieser Art von Düngung. Und die Tasche wird zwar voll mit Scheinen und so, aber das hat eben seine Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen werden zu den Hauptwirkungen. Ein Gesetz heutzutage im sozialen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4355s Bodenfließen (Solifluktion) und lokale Bodentypen 01:12:35] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, also das sind die Lösse. Das ist eine der letzten Ablagerungen. Und dieser ganze Löss im Periglazialraum hat die Landschaften wunderbar ausgeformt. Das ist der eine Grund, warum unsere Kulturlandschaften hier in Europa, besonders auch in Deutschland, diese sehr sanften Ausformungen haben. Da ist nichts Gewalttätiges in der Landschaft, nirgends. Sondern alles hat eine gewisse Harmonie. Und das hängt einerseits mit dem Löss zusammen, zum anderen hängt es zusammen mit einem Phänomen, was man kennt heute in Sibirien, aber eben damals im Periglazialraum allgemeine Wirksamkeit entfaltet hat. Das ist das sogenannte Bodenfließen, die Solifluktion. Das sogenannte Bodenfließen. Und dieses Bodenfließen hat eigentlich im Periglazialraum wesentlich für die Ausformungen der Landschaften gesorgt. Das kommt dadurch zustande, dass im Sommer die Böden auftauen, bis vielleicht ein Meter Tiefe. Dann bildet es einen sehr wassergesättigten, sehr breiigen Standort und drunter ist Permafrost. Und wenn da eine Hanglage ist, dann fangen plötzlich die Böden an zu fließen. Das ist ein aufgetauter, wassergesättigter Boden, folgt nun der Schwerkraft und fließt hangabwärts. Sodass wir immer in den Tallagen sehr tiefgründige Standorte haben und in den Hängen sehr viel flachgründigere Standorte haben. Oder vielfach findet man, wenn man so Aufschlüsse sieht, dass da mal auf ein, zwei Meter Tiefe der Bodenmaterial ist, gleichmäßig verbraunt bis unten hin. Und dazwischen liegen solche Gerölle. Und diese Gerölle, die stammt natürlich von ganz woanders her, die ist nicht an dem Standort gewachsen. Es sind keine autochthonen Böden, die sich am Standort entwickelt haben, sondern allochthone Böden, die durch Hangfließen verlagert worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir haben das hier auf dem Dottenfelderhof im Übrigen. Jenseits der Straße ist das Oberfeld. Das Oberfeld ist eines unserer schwierigsten Äcker, die wir überhaupt haben auf dem Dottenfelderhof. Dieses Oberfeld hatte eine Bodenentwicklung durchlaufen zur Bildung von Pararendzinen, Parabraunerden. Und diese Parabraunerden haben ja das bekannte Profil A, Bt, C. Das wissen die doch alles aus der Hochschule. Also der A-Horizont ist der humose Oberboden. Dann kommt der B-Horizont, das ist die Verwitterungszone der Mineralbestandteile. Und dann der Bt-Horizont, das ist der Tonanreicherungshorizont durch Verlagerung von Ton im Untergrund. Und dann kommt der C-Horizont, das ist das unverwitterte Gestein. Und wenn man jetzt da oben diese Profile anguckt von dem Oberfeld, dann fehlt da oben der B-Horizont. Oder Bv-Horizont, wo die Tone verlagert sind im Untergrund. Und das ist alles – da stand die Straße nach Gronau noch nicht – auf dem Himmelacker geschwemmt worden. Und das haben wir auf dem Himmelacker: Böden, die sind sehr schluffreich, auch nicht leicht zu bearbeiten. Strukturell sind die sehr schwierig im Oberfeld, weil das alles Illite sind, beziehungsweise Tonminerale, gröbere Tonminerale, die noch verwitterbar sind, beziehungsweise Feinsande. Das ist der typische alte Ae-Horizont, der Auswaschungshorizont. Vom Oberfeld bis da herab durch Solifluktion gewandert auf dem Himmelacker. Und man nennt das gekappte Profile. Da ist das Bodenprofil einfach gekappt durch Solifluktion. Und dadurch haben wir immer auch tiefgründigen Boden an den unteren Hanglagen und natürlich in den Talauen selbst und eben sehr viel flachgründigen Boden an den Hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hier sogar auf dem Dottenfelderhof eine Rendzina. Das hält man nicht für möglich, das dürfte eigentlich gar nicht sein. Hinten am Kirschberg, da steht noch Löss an. Der ist nicht abgetragen. Und auf der Rückseite, wo die Bahnlinie gebaut worden ist, steht auch Löss an. Und da ist hinten eine kleine Eintalung mit Wiese. Da kann man sozusagen nieder runter nach Gronau hin am Ende von unserem Gelände. Und da gibt es tatsächlich einen AC-Horizont im kalkhaltigen Löss. Das heißt, nur humoser Oberboden und unverwitterter C-Horizont drunter. Nichts dazwischen. Ein AC-Horizont, man nennt es auch eine Rendzina. Und wir haben aber auch genau das Gegenteil davon hier, auch durch Solifluktion bewirkt: Ranker. Du hast doch mal den Bodentypus Ranker gehört. Sie kennen das, oder wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ja, gehört auf jeden Fall. Ich versuche gerade ein Bild, aber ich glaube nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Das ist genau das Gegenteil von einer Rendzina. Wir werden überhaupt unterwegs mal eine Rendzina wirklich sehen. Im Extremfall auf der Schwäbischen Alb. Reiner nur Oberboden aus Humus bestehend und darunter der blanke Kalk. Und der Ranker ist auch ein AC-Boden, aber auf Kiesel. Der eine ist auf Kalk, Rendzina. Der andere ist auf kieselhaltigen Böden, Sandstein. Da bilden sich dann die Ranker aus, das ist auch nur eine Humusauflage oben und drunter ist dann der blanke C-Horizont. Aber diese Ranker verwittern dann doch ein wenig, immer schneller und bilden dann die Braunerde. Das ist die klassische Braunerde, das ist der verwitterte Ranker. Und wenn das immer weiter geht und immer schneller, zum Beispiel auf sehr sterilen Sandstandorten, wie in der Lüneburger Heide, dann geht es so schnell vor sich, dass die oberste Zone, die humusdurchsetzte Zone, ausbleicht also grau wird bis weiß wird, durch die Eisenverlagerung. Und das Eisen findet nicht nur eine Tonverlagerung in den Untergrund statt, sondern auch die einzelnen Sandkörner werden von ihrer Eisenhülle entblößt, bleichen aus und das Eisen wandert in die Tiefe und bildet unten einen Eisenhorizont, das sind die Podsolböden. Und das kann dann so verhärten im Untergrund, dass da kein Wasser mehr durchläuft. Das sind außerordentlich saure Böden und stark grundwasserbeeinflusst oder beziehungsweise stauwasserbeeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=4837s Postglaziale Bodenentwicklung &amp;amp; Nachatlantische Zeit 01:20:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Alles Bildungen, die sich dann im Postglazial nach dem Verschwinden des Eises – hier in Mitteleuropa, sagt man, vor 15.000 Jahren, in Skandinavien, sagt man, vor etwa 7.000 Jahren – hat sich das Eis endgültig zurückgezogen und seit dieser Zeit arbeiten die Atmosphärilien, das heißt also das Wasser durch Regen oder die Jahreszeiten in unterschiedlichen Temperaturen, arbeiten jetzt so an der Oberfläche der Erde, dass da diese Verwitterungsprozesse dann allmählich die Böden entwickelt haben. Die Böden, auf denen wir heute unsere Landwirtschaft betreiben. Also das Eigenartige ist, wenn man jetzt auf das Ganze nochmal schaut, dass diese Eiszeiten, könnte man sagen, eigentlich Todeszeiten waren, Absterbezeiten des Tertiär bis hin zur Sintflut, zur großen Flut, alles versinkt in Zertrümmerungen und in Wasserfluten und dann bricht eben wieder eine neue Zeit an, ein neues Zeitalter – das ist nicht mehr, wir befinden uns im Holozän, wie man heute sagt, nicht mehr im Tertiär. Mit dem Ende der Eiszeiten fängt ein neues Zeitalter an, und das ist nachatlantische Zeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem Zeitalter sind wir schon ziemlich weit fortgeschritten, nämlich durch die großen vier Hochkulturen, die die Menschheit durchlaufen hat, während dieser Zeit: die ur-indische, die ur-persische, dann die ägyptisch-chaldäische und dann die griechisch-römische Kultur. Wir stehen jetzt in der fünften nachatlantischen Kultur und sind jetzt zu Menschen geworden, in dem Sinne, oder mehr zu Menschen geworden, in dem Sinne, dass wir zum Selbstbewusstsein erwacht sind. Das konnten diese Menschen in dieser atlantischen Zeit noch nicht in diesem Sinne. Sie waren schon ichbegabt und sie hatten auch ihre eigene Kultur entwickelt, so wie die Ur-Inder ihre eigene Kultur, die Ur-Perser, die angefangen haben, die Erde zu bearbeiten, die Pflanzen zu züchten. Die hatten ihre großen Kulturerzeugnisse der Menschheit gegeben und so die ägyptisch-chaldäische Kultur und die griechisch-römische auf ihre Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5017s Der Mensch als Schöpfer &amp;amp; Die Aufgabe der Landwirtschaft 01:23:37] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und das finden wir wiederum in einem Kulturzeitalter, was aber geprägt ist dadurch, dass jetzt nicht in der äußeren Natur so gewaltige Veränderungen naturhaft sich vollziehen. Gewiss, es gibt dann mal irgendwo einen Vulkanausbruch und so, das mag ja weitergehen, aber der Mensch ist herausgetreten aus dieser ganzen Entwicklung und ist Mensch geworden. Hoffen wir es jedenfalls. Also soweit Mensch geworden, dass er jeder Mensch zum Selbstbewusstsein erwachen kann. Und das ist das größte Ereignis, möchte ich mal sagen, der ganzen jüngsten Entwicklung der Erde insgesamt, dass der Mensch in sich selbst die Kraft findet für eine Evolution in die Zukunft. Bisher war er nur Geschöpf. Er war Geschöpf dieser ganzen Entwicklung. Und jetzt ist er auf dem Weg, selbst Schöpfer zu werden. Kraft dessen, dass er das in sich entdeckt, in seiner eigenen Leiblichkeit hineingeheimnisst, was die gesamte Evolution der äußeren Natur an Gesetzmäßigkeit, an Lebensgesetzmäßigkeit und so weiter hat. Der ganze Kosmos. Er hat sich als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, dem er einst angehört hat, herausindividualisiert, zum Selbstbewusstsein erwacht, um aus diesem Selbstbewusstsein jetzt in Freiheit Schöpfertaten zu vollbringen in die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat die Landwirtschaft eben eine so unendliche Aufgabe. Man kann die Landwirtschaft förmlich als völlig neu begründet denken, so wie ein Zarathustra diesen großen Wurf gemacht hat, den Pflug an die Erde zu setzen und die Saat in die Erde zu legen und Pflanzen zu züchten. So stehen wir heute wieder an dem Punkt, wo wir aus der Kraft des Selbstbewusstseins jeder Einzelne, sich selbstbestimmend in Freiheit, dieses Werk der Vergangenheit ergreifen und versucht es durch sein eigenes Händewerk und nicht nur durch den abstrakten Verstand, durch den Intellektualismus unserer Zeit, sondern vollmenschlich wiederum sich in den Dienst dieser Evolution zu stellen. Und deswegen habe ich Ihnen ja eingangs auch gesagt, dass für mich persönlich der vornehmste Gedanke ist, den wir überhaupt heute denken können: der Evolutionsgedanke, der Entwicklungsgedanke. Wir müssen überall erkennen, was das eigentlich bedeutet, denn das eröffnet uns die Weitsicht in die Zukunft. Und das ist das, was wir brauchen. Wir sind heute kurzsichtig geworden, furchtbar kurzsichtig. Wir nutzen gerade den Moment, die Kreide, die vor mir liegt. Und ein bisschen was wissen wir von der Vergangenheit, aber es ist auch ziemlich dürftig geworden. Wir leben in einer sehr ahistorischen Zeit und sind augenblicksbezogen, Eintagsfliegen mit unserem Bewusstsein der Gegenwart. Aber kaum, dass man den Entwicklungsgedanken entdeckt, dann merkt man, dass ich als Mensch völlig unvollendet bin. Dass ich auf dem Wege bin, wo ich sozusagen die Wahrheit und das Leben dann wirklich aus mir selbst heraus bilden und schöpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5236s Verantwortung, Altruismus und die Mission des Menschen 01:27:16] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Und diese Wahrheit des Entwicklungsgedanken, den in die Welt zu tragen, das ist unsere Aufgabe in die Zukunft. Dass wir den nicht nur bei uns behalten. Wir wissen, wir sind sich entwickelnde Menschen. Wir haben die Kraft, die ungeheuren Potenziale, wenn wir nur wollen, uns entwickeln zu können. Aber nicht dabei nur stehen bleiben, also nicht nur quasi einen Egoismus in der Selbstverwirklichung suchen, sondern hinauszutreten aus sich selbst heraus in den Entwicklungsgedanken, den schöpferischsten Gedanken, den man sich so vorstellen kann. Ich sage ja auch immer, es ist der christlichste der Gedanke, dass wir den in die Welt tragen. Und darin sehe ich eigentlich die eigentliche Kernaufgabe des biologisch-dynamischen Landbaus. Der knüpft unmittelbar an diese jetzt in groben Zügen so hingeknallten Ereignisse der ganzen Erdenentwicklung. Aber wir stehen an einer Zeitenwende, wenn wir so wollen, auf immer wieder neue Art, dass wir eben entdecken unseres eigenen Selbstbewusstseins, plötzlich sagen: Wir haben eine Aufgabe nicht in Bezug auf uns selbst nur. Der Egoismus floriert ja heute wie noch nie. Sondern das Gegenteil, dass wir altruistisch uns in den Dienst einer solchen Entwicklung stellen, indem wir sie kraftvoll aus eigenen Einsichten und in Freiheit in die Tat umsetzen. Und das bedeutet, dass man von dem Egoismus durch Selbsterkenntnis allmählich den Altruismus als zivilisatorisches Prinzip immer mehr zur Geltung bringt. Also nicht für sich, jeder nur für sich, sondern jeder für den anderen. Und das auch gegenüber der Natur. Diese innere Seelenhaltung zu entwickeln, das sehe ich als die Verkörperung des Entwicklungsgedankens. Wir stehen da drin und müssen diese Mission erkennen, die Novalis angesprochen hat, dass wir zur Bildung der Erde berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=eOn38zzqwe0&amp;amp;t=5372s Abschluss der Diskussion &amp;amp; Praktische Hinweise zur Exkursion 01:29:32] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Die Zeit ist wieder um und wir schließen es ab und sehen uns morgen in aller Frühe. Um das in Augenschein zu nehmen, was man abstrakt sieht – doch wirklich sehr abstrakt – ohne ungefähre Anschauungen zu haben, dann doch nachvollziehen kann vielleicht. In diesem Sinne. Denkt an die Hämmer. Dass es nicht morgen früh noch eine schnelle Suche gibt. Da kriegst du auch... Also, ein Holzhammer nützt nicht. Den kann man nicht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Außerdem wäre es ein guter Weg, ein, zwei Meißel zu haben, wenn es wirklich etwas sehr Schönes gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 1&#039;&#039;&#039; Ja, das ist ein guter Weg. Man kann zwei Meißel noch dazunehmen, dass man ein bisschen was spalten kann, vielleicht einen Schieferbruch. Im Übrigen kann es ein leichter Hammer sein. Also, um Gottes willen kein schweres. Denn mit einem leichten Hammer kann man ganz gezielt so einen Stein zurechtfinden. Da braucht man gar kein schweres Zeug. Das ist eine Frage, wie man... Das ist eine handwerkliche Frage.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-22T10:02:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 9. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums [heute wird statt Neozoikum i.d.R. der Begriff Känozoikums verwandt], da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt Oligos, heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung: das Känozoikum teilt sich auf in das ältere Tertiär (Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän) und das jüngere [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] (Pleistozän, Holozän)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Das Tertiär 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Geologische Ablagerungen =====&lt;br /&gt;
Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] =====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] =====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon, wie am Rheintalgraben, Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere [[w:Molassebecken|Meeresmolasse]]. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere [[w:Molassebecken|Süßwassermolasse]]. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Gebirgsbildungen 00:42:43] =====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] ======&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] =====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] ======&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] ======&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] =====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Klima und Vegetation: Braunkohlebildung 01:07:49] =====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär [[w:Braunkohle|Braunkohle]] gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im [[w:Horloff|Horlofftal]], eine Fortsetzung dieser [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43|Rheinischen Senke]], nach Bingenheim, [[w:Wetterauer_Braunkohlerevier|da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut]]. Das ist alles stillgelegt, und die haben es auch verfeuert, da hat man ganz schön die Luft verpestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein [[w:Steinkohle|Anthrazit]]. Der Anthrazit findet sich nur aus dem [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach. Und vielfach, das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen, bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich [[w:Mammutbäume|Sequoien]] und auch [[w:Araukarien|Araukarien]] und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit, und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat in der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, sehr dämpfig[?], muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft, große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiären Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Jetzt haben wir bisher nur von den geologischen Prozessen gesprochen, aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Paläozän]], da weiß man nicht so furchtbar viel genau, also ich jedenfalls nicht, vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Eozän]]. Die Morgenröte, die rosenfingrige [[w:Eos_(Mythologie)|Eos]], die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf, und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den [[w:Süßgräser|Gramineen]] und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihre eigentliche, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite, und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben, und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da, und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzengroß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, in die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Oligozän]], da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich vielgestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben, aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung, etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen, das eine Beispiel ist schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünf-zehig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Spezialisierung und Merkmalsreduktion im ausklingenden Tertiär 01:17:22] ======&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzehigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen, dem Huf nämlich, die Erde berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich, im Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich, ursprünglich waren es vorne vier, hinten zwei, und dann im Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen die übrig bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche, die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe, also die sprießen und sprießen und sprießen, wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4795s Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht, und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde hat kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer, dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, dass in den Mysterienstätten der Vergangenheit immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das das sakralste aller Tiere, das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens beim Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier ihre Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte, aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge, der Distelfalter, eben nur Disteln besucht. Oder das Pfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tier, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten – und das ist die artenreichste Gruppe heute noch auf der ganzen Welt – die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5120s Das Auftreten des Menschen aus geisteswissenschaftlicher Sicht 01:25:20] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und, jetzt ist die Zeit schon leider rum, aber das muss eben unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolution vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu dem mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, das wir zurückgelassen haben, was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld, unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen, dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen usw. ich danke dir, du Tier – Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich herausgesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|lemurischen Epoche]]. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|atlantischen Zeit]], in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren, den physischen Leib, bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden – sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand, und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu dem physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig-weich alles, und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden, das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles was davor sich findet – Neandertaler oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch, ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt innigst mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten, tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir ins Pleistozän [s. [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16|Vortrag 11]]], das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11365</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-22T07:47:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Das Auftreten des Menschen aus geisteswissenschaftlicher Sicht 01:25:20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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+++ Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums [heute wird statt Neozoikum i.d.R. der Begriff Känozoikums verwandt], da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt Oligos, heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung: das Känozoikum teilt sich auf in das ältere Tertiär (Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän) und das jüngere [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] (Pleistozän, Holozän)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Das Tertiär 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Geologische Ablagerungen =====&lt;br /&gt;
Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] =====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] =====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon, wie am Rheintalgraben, Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Gebirgsbildungen 00:42:43] =====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] ======&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] =====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] ======&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] ======&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] =====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Klima und Vegetation: Braunkohlebildung 01:07:49] =====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär [[w:Braunkohle|Braunkohle]] gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im [[w:Horloff|Horlofftal]], eine Fortsetzung dieser [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43|Rheinischen Senke]], nach Bingenheim, [[w:Wetterauer_Braunkohlerevier|da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut]]. Das ist alles stillgelegt, und die haben es auch verfeuert, da hat man ganz schön die Luft verpestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein [[w:Steinkohle|Anthrazit]]. Der Anthrazit findet sich nur aus dem [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach. Und vielfach, das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen, bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich [[w:Mammutbäume|Sequoien]] und auch [[w:Araukarien|Araukarien]] und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit, und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat in der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, sehr dämpfig[?], muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft, große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiären Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Jetzt haben wir bisher nur von den geologischen Prozessen gesprochen, aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Paläozän]], da weiß man nicht so furchtbar viel genau, also ich jedenfalls nicht, vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Eozän]]. Die Morgenröte, die rosenfingrige [[w:Eos_(Mythologie)|Eos]], die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf, und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den [[w:Süßgräser|Gramineen]] und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihre eigentliche, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite, und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben, und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da, und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzengroß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, in die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Oligozän]], da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich vielgestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben, aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung, etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen, das eine Beispiel ist schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünf-zehig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Spezialisierung und Merkmalsreduktion im ausklingenden Tertiär 01:17:22] ======&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzehigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen, dem Huf nämlich, die Erde berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich, im Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich, ursprünglich waren es vorne vier, hinten zwei, und dann im Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen die übrig bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche, die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe, also die sprießen und sprießen und sprießen, wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4795s Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht, und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde hat kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer, dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, dass in den Mysterienstätten der Vergangenheit immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das das sakralste aller Tiere, das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens beim Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier ihre Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte, aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge, der Distelfalter, eben nur Disteln besucht. Oder das Pfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tier, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten – und das ist die artenreichste Gruppe heute noch auf der ganzen Welt – die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5120s Das Auftreten des Menschen aus geisteswissenschaftlicher Sicht 01:25:20] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und, jetzt ist die Zeit schon leider rum, aber das muss eben unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolution vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu dem mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, das wir zurückgelassen haben, was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld, unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen, dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen usw. ich danke dir, du Tier – Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich herausgesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|lemurischen Epoche]]. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|atlantischen Zeit]], in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren, den physischen Leib, bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden – sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand, und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu dem physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig-weich alles, und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden, das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles was davor sich findet – Neandertaler oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch, ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt innigst mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten, tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir ins Pleistozän [s. [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Pleistozän: Zeitalter der Eiszeiten 00:19:16|Vortrag 11]]], das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11364</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-18T19:23:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Inhaltliche Bearbeitung abgeschlossen. Fehlt noch: Glossar. Gliederung muss evtl. noch angepasst werden, etwas unübersichtlich&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums [heute wird statt Neozoikum i.d.R. der Begriff Känozoikums verwandt], da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt Oligos, heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung: das Känozoikum teilt sich auf in das ältere Tertiär (Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän) und das jüngere [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] (Pleistozän, Holozän)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Das Tertiär 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Geologische Ablagerungen =====&lt;br /&gt;
Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] =====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] =====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon, wie am Rheintalgraben, Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Gebirgsbildungen 00:42:43] =====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] ======&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] =====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] ======&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] ======&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] =====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Klima und Vegetation: Braunkohlebildung 01:07:49] =====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär [[w:Braunkohle|Braunkohle]] gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im [[w:Horloff|Horlofftal]], eine Fortsetzung dieser [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43|Rheinischen Senke]], nach Bingenheim, [[w:Wetterauer_Braunkohlerevier|da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut]]. Das ist alles stillgelegt, und die haben es auch verfeuert, da hat man ganz schön die Luft verpestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein [[w:Steinkohle|Anthrazit]]. Der Anthrazit findet sich nur aus dem [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach. Und vielfach, das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen, bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich [[w:Mammutbäume|Sequoien]] und auch [[w:Araukarien|Araukarien]] und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit, und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat in der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, sehr dämpfig[?], muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft, große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiären Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Jetzt haben wir bisher nur von den geologischen Prozessen gesprochen, aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Paläozän]], da weiß man nicht so furchtbar viel genau, also ich jedenfalls nicht, vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Eozän]]. Die Morgenröte, die rosenfingrige [[w:Eos_(Mythologie)|Eos]], die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf, und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den [[w:Süßgräser|Gramineen]] und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihre eigentliche, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite, und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben, und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da, und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzengroß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, in die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Oligozän]], da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich vielgestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben, aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung, etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen, das eine Beispiel ist schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünf-zehig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Spezialisierung und Merkmalsreduktion im ausklingenden Tertiär 01:17:22] ======&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzehigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen, dem Huf nämlich, die Erde berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich, im Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich, ursprünglich waren es vorne vier, hinten zwei, und dann im Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen die übrig bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche, die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe, also die sprießen und sprießen und sprießen, wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4795s Ko-Evolution: Rind, Mensch, Insekten und Pflanzen 01:19:55] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht, und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde hat kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer, dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, dass in den Mysterienstätten der Vergangenheit immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das das sakralste aller Tiere, das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens beim Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier ihre Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte, aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge, der Distelfalter, eben nur Disteln besucht. Oder das Pfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tier, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten – und das ist die artenreichste Gruppe heute noch auf der ganzen Welt – die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5120s Das Auftreten des Menschen aus geisteswissenschaftlicher Sicht 01:25:20] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und, jetzt ist die Zeit schon leider rum, aber das muss eben unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolution vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu dem mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, das wir zurückgelassen haben, was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld, unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen, dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen usw. ich danke dir, du Tier – Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich herausgesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|lemurischen Epoche]]. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24|atlantischen Zeit]], in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren, den physischen Leib, bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden – sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand, und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu dem physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig-weich alles, und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden, das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles was davor sich findet – Neandertaler oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch, ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt innigst mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten, tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Neozoikums (Känozoikum) 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums [heute wird statt Neozoikum i.d.R. der Begriff Känozoikums verwandt], da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt Oligos, heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung: das Känozoikum teilt sich auf in das ältere Tertiär (Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän) und das jüngere [[w:Quartär_(Geologie)|Quartär]] (Pleistozän, Holozän)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Das Tertiär 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Geologische Ablagerungen =====&lt;br /&gt;
Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] =====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] ======&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] =====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon, wie am Rheintalgraben, Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Gebirgsbildungen 00:42:43] =====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] ======&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] ======&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] =====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] ======&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] ======&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] =====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Klima und Vegetation: Braunkohlebildung 01:07:49] =====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär [[w:Braunkohle|Braunkohle]] gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im [[w:Horloff|Horlofftal]], eine Fortsetzung dieser [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43|Rheinischen Senke]], nach Bingenheim, [[w:Wetterauer_Braunkohlerevier|da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut]]. Das ist alles stillgelegt, und die haben es auch verfeuert, da hat man ganz schön die Luft verpestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein [[w:Steinkohle|Anthrazit]]. Der Anthrazit findet sich nur aus dem [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach. Und vielfach, das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen, bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich [[w:Mammutbäume|Sequoien]] und auch [[w:Araukarien|Araukarien]] und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit, und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat in der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, sehr dämpfig[?], muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft, große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiären Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution der Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Jetzt haben wir bisher nur von den geologischen Prozessen gesprochen, aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Paläozän]], da weiß man nicht so furchtbar viel genau, also ich jedenfalls nicht, vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Eozän]]. Die Morgenröte, die rosenfingrige [[w:Eos_(Mythologie)|Eos]], die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf, und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den [[w:Süßgräser|Gramineen]] und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihre eigentliche, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite, und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben, und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da, und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzengroß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, in die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Oligozän]], da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich vielgestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben, aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung, etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen, das eine Beispiel ist schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünf-zehig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Spezialisierung und Merkmalsreduktion im ausklingenden Tertiär 01:17:22] ======&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzehigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen, dem Huf nämlich, die Erde berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich, im Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich, ursprünglich waren es vorne vier, hinten zwei, und dann im Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen die übrig bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche, die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe, also die sprießen und sprießen und sprießen, wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ko-Evolution von Rind und Mensch 01:18:55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht, und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde hat kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4846s Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer, dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, dass in den Mysterienstätten der Vergangenheit immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das das sakralste aller Tiere, das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens beim Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5110s Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5380s Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5470s Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5583s Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_5._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11362</id>
		<title>Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-18T11:13:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 5. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE|thumb|19. Juli 2017, [[Landbauschule Dottenfelderhof|Landbauschule]] Dottenfelderhof, [[Manfred Klett|Dr. Manfred Klett]] und Dr. Gunter Gebhard. [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE Hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=37s Nachtrag von G. Gebhard zur 4. Folge 00:00:37] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=37s Die besondere Stellung von Kalk unter den Sedimenten 00:00:37] ====&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz kurz nur zwei kleine Bemerkungen zum heutigen Morgen. Da waren ja ganz am Schluss diese drei Ablagerungsgesteine: tonig-schiefrig, der Sandstein und der Kalk. Wenn man sich das dynamische Entstehen der Gesteine anschaut, dann spielt da der Kalk eben eine ganz besondere Rolle. Insofern, als alle anderen Ablagerungsgesteine entstehen aus dem Verwitterungsprodukt der Gesteine an der Erdoberfläche. Und das Kalzium kommt eben überwiegend aus den Feldspäten, geht aber in Lösung, geht gelöst ins Meerwasser, und geht im gelösten ZustUnd durch das Organische durch. Das heißt, 99% des gesamten Kalkes auf der Erde ging durchs Leben. Und ich habe noch gelernt, als ich anfing, Mitte der 70er Jahre, im Studium, dass es Ausscheidungskalk, Fällungskalk gibt. Ich habe in der Studienzeit noch gemeint, es wäre Fällungskalk. Und inzwischen ist durch das Elektronenmetroskop überall nachgewiesen, es sind alles kleinste Kalkschalen, überwiegend von Kalkalgen, [[w:Coccolithophorida|Coccolithophoriden]] heißen die Dinger. Und das heißt, ein Gestein, das durchs Leben ging. Und das ist erdgeschichtlich auch ein interessanter Moment, wo mit Beginn des Erdaltertums - ihr habt das schon ein bisschen so angeschaut, oder noch gar nicht, diese Erze? - ist egal, ziemlich alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Versteinerungen davor anschaut, sind die alle nur weichhäutig. Das heißt, man hat nur Abdrücke von irgendwelchen Weichteilen, aber keine Skelettteile. Und dann kommt schlagartig ein Moment, wo ganz viele Organismen und Gruppen Kalkschalen bilden, die Brachiopoden, die Muscheln, die Schnecken. Bei den Wirbeltier-Vorfahren beginnt Kalkablagerung, die [[w:Stachelhäuter|Echinodermen]] sind da, die Stachelhäuter, Seeigel und so weiter. Das heißt, da ist ein Moment, wo das Leben plötzlich dieses mineralisch Tote ins Leben wieder integriert. Durchs Leben durchgeht und ausgeschieden wird, bis auf die Wirbeltiere, wo es dann im Stoffwechsel bleibt. Aber dass der Kalk so eine ganz besondere Rolle mit dem Leben nochmal zu tun hat, dass er einmal [in] dieses Tote mineralisch ausgefallen, und dann aber in einer sehr frühen Zeit, wenn man auf die Lebewelt der Erde schaut, wieder integriert wird ins Leben. Das heißt, das Leben nimmt das Tote wieder auf, geht damit um oder muss damit umgehen, je nachdem, wie man das anschauen will. Und wenn man sagt, das Tote wird wieder lebendig, dann kann man das Auferstehen nennen. Das Tote ist wieder lebendig geworden, das ist der Auferstehungsimpuls, der da ganz früh in der Erdgeschichte schon mal auftaucht, als ein erstes Zeichen, so etwas ist möglich. Das Abgestorbene kann wieder ins Leben integriert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Stellen gibt es mehrfach. Aber da der Kalk so eine ganz besondere Rolle spielt, und wenn ihr euch an den dritten Vortag erinnert, das Calcium, das Aufsaugen, des Seelischen, das heißt die [[w:Gastrulation|Gastrulation]], die beim Tierreich da ist, das Nach-Innen-Nehmen des Lebens in einem mikrokosmischen Zusammenhang. Da den ganzen Kalk-Zusammenhang, da könnte man sehr viel weiter dran anschauen, aber das nur so als ein Hinweis, dass ist ein Gestein, das eine Besonderheit hat, weil es ein Gestein gibt, in dem es aus dem Leben wieder rausfällt, aber durchs Leben durchgeht. Die abgestorbenen Kalkschalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=293s Zum Begriff &amp;quot;Leben&amp;quot; 00:04:53] ====&lt;br /&gt;
Vielleicht noch drei kleine Bemerkungen. Herr Klett hat erwähnt, diese Metamorph-Gesteine, die er da gesehen hat, nach dem Sturm, wo die Bäume umlagen. Diese Schlieren, wo man das wie lebendig erleben kann. Und wenn wir den Begriff des Lebendigen, ich glaube, wir hatten das sogar schon mal angeschaut, jetzt nicht im biologischen Sinn definieren - Leben ist Eiweißstoffwechsel und Vererbung - das ist die biologische Definition. Man mag sagen, Leben zeichnet sich dadurch aus, dass etwas sich aus einer eigenen Innendynamik bewegt, dass es nicht von außen nur bewegt wird. Dann müssen wir diese ganz frühen Zustände der Erde, wo es noch keine Gesteine gab, als lebendig bezeichnen, denn die ganze Dynamik ist aus der Erde selbst und nicht von außen angestoßen. Das heißt, die ganze Erde ist lebendig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=355s Der Beginn des einzelligen Lebens 00:05:55] ====&lt;br /&gt;
Und dann beginnt ein Alterungsprozess, ein Absterben, es beginnen die ersten Gesteine sichtbar zu werden. Und das ist jetzt einfach von den Phänomenen interessant, die ältesten Gesteine, die wir kennen, mit den 3,8, 3,9 Milliarden Jahren, da hat man auf Grönland und in Australien Gesteine gefunden, in denen Kieselgesteine, in denen eindeutig zelluläre Strukturen sind, also organisches Leben, und Kohlenstoff gefunden, der aufgrund der Isotopenzusammensetzung eindeutig organischer Kohlenstoff ist. Das heißt, in dem Moment, wo die Gesamterde beginnt, in Teilen abzusterben, erscheint sofort das biologische Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der Gesamtorganismus und das biologische Leben ist dann sehr, sehr lange in den Meeren einzellig. Also alles, was wir da an Überresten finden, sind einzellige Organismen, noch keine Vielzeller, das kommt relativ spät. Wenn wir uns jetzt aber eines vorstellen, ein bisschen makabres Bild: unser ganzer Körper ist aus Zellen aufgebaut, und zwischen allen Zellen ist die Zwischenzellflüssigkeit in der Zellular[...?]. Und jetzt würde jemand von euch baden gehen, und dieses Wasser im Meer würde in alle Interzellularräume reingehen. Und ihr würdet euch auflösen in die einzelnen Zellen im ganzen Meer. Ihr wärt aber immer noch eines. Aber aufgelöst in diese ganzen einzelnen Zellen. Und wenn wir uns diese Einzeller anschauen in der Biologie, dann finden wir da in den Zelltypen fast alle Organzellen. [[w:Amöbe|Amöboide]] Zellen, die aussehen wie unsere weißen Blutkörperchen, Kieselzellen, Kieselnadel-bildende Zellen, die aussehen wie Nervenzellen, und so weiter. Das heißt, man hat den Eindruck, das ist eigentlich wie ein aufgelöster, zellulär aufgelöster Gesamtorganismus, dieses Einzeller-Leben, und nicht lauter verschiedene einzelne Organismen, sondern ein großer Organismus in seiner Differenzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man diesen Übergang jetzt so sieht, die Gesteine bilden sich immer mehr, und in dem Moment, wo das Meerwasser da ist, erscheint das biologische Leben. Und daß ein Absterbeprozess der Gesamterde, als solcher betrachtet werden kann. Und da kann man unmittelbar verstehen, wo Herr Klett darauf hingewiesen hat, diese Gesteine in diesem beginnenden Absterben der Gesamterde, die sind noch ungeheuer lebendig. Da ist noch ganz viel Stoff drin. Dass man eigentlich sagen kann, diese Metamorph-Gesteine, die sind eigentlich ein Ausdruck vom Stoffwechsel der Erde. Ich habe dasselbe unter Tage in den Bergwerken im Kaukasus gehabt, wo man wirklich den Eindruck hat, man geht durch Gewebe in einem Organismus. Die gleichen Mineralien in verschiedenen Klüften, aber in jeder Kluft eine andere Komposition, andere Formen, andere Zusammensetzungen. Und man das Gefühl hat, man geht wie durch Gewebe, wo man auch sagen kann, es sind alles Zellen. Aber jede Gewebezelle hat ihren ganz charakteristischen Druck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=582s Calcit: das Mineral der größten Vielfalt 00:09:42] ====&lt;br /&gt;
Und dieser [[w:Calcit|Calcit]], der ist jetzt schon nicht mehr da, dieser schöne, klare [[w:Calcit|Kalkspat]], das ist das Mineral, das die größte Vielfalt an Kristallformen überhaupt hat. Etwa 4.000, 5.000 verschiedene Kristallformen kennt man. Es ist immer das gleiche Mineral, Calciumcarbonat, kristallisiert immer nach diesem Gitter, in dem es dann auch spaltet. Das heißt, die Form dieser Kristalle ist nicht bedingt durch das innere Gitter, das ist bei keinem Kristall so. Das ist eine Geschichte, die man schnell vergessen sollte. Man lernt das in der Schule immer noch. Dass das Kristallgitter innen drin die Kristallform bedingen würde. Das stimmt nicht, sondern es schränkt nur die Kristallform ein, aber die Kristallform selbst, die hängt vom Ort auf der Erde ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein guter Kristallkenner bei den Bergkristallen, der sagt genau aus welchem Tal in den Alpen welcher [[w:Quarz|Bergkristall]] kommt. Weil es ortsspezifisch ist, in welchem Habitus nimmt man das, in welcher Erscheinung diese Kristalle kristallisieren. Das heißt, die Erde wirkt auf das Kristallwerden ein in der Formbildung von außen. Könnte man in der Mineralogie jetzt noch herleiten, warum das wirklich von außen wirkt... Aber dass man diese Formbildung als von der Erde bedingt hat, und das materielle, was dann mit dem Gitter zusammenhängt, das ist der Calcit. Aber diese 4000 Formen, das hängt mit der Differenzierung auf der Erde zusammen, und nicht mit dem Calcit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=689s Zum Wesen der Granit-Minerale 00:11:29] ====&lt;br /&gt;
Und zum Granit noch eine kleine Bemerkung. In unserer Mineralogie-Epoche mit 6-Klässlern, da schauen wir auch den Granit an, und da schauen wir so auf die Bildung, wenn also die Magma abkühlt. Und die ersten Kristalle, die auskristallisieren, sind diese Glimmer. Kleine Glimmerschüppchen, die schwimmen in dem Magma. Das kann man auch, wenn man da im Dünnschliff das anschaut, sehr gut nachvollziehen, was nacheinander kommt. Das sind die ersten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite, was dann auskristallisiert, sind die Feldspäte. Und da ist es interessant, dass die ihren Raum bilden, und wenn da ein Glimmer ist, dann wachsen die so um den Glimmer. Also sie sind sehr, wenn man so will, sozial. Sie bilden sich selber aus, aber akzeptieren das andere. Wenn, während die Feldspäte schon auskristallisieren, sich auch noch Glimmer bilden, und so ein Glimmer entsteht, und da ist ein Feldspat nebendran, dann schneidet der sich durch den Feldspat durch. Das heißt, der wird aufgelöst. Die schneiden sich dann einfach rein. Da wo ich bin, da bin ich, und ich will da hin. Das ist diese Wachstumsrichtung vom Glimmer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn dann Glimmer und Feldspäte auskristallisiert sind, die letzten Hohlräume, da geht dann überall der Quarz rein. Ein wirklicher Altruist. Im Granit findet man vom Quarz keinen Kristall mit Kristallfläche im Granit. Der ist immer nur, bildet ab, die andere Form. Der geht wie Wasser da rein in den Granit, zwischen die Feldspäte und die Glimmer. Und wenn man die drei Mineralien, ich muss das jetzt eben sehr kurz machen, in ihrem seelischen Charakter charakterisiert, dann hat man in dem Glimmer so etwas ganz Egozentrisches, auf sich Bedachtes, und ich schaue nicht rechts und links, ich spiegel nur. Wenn man es seelisch ausdrückt, in einer moralischen Weise, etwas Egoistisches, Selbstisches. Der Feldspat hat etwas Selbstbewusstes, gestaltet sich in seiner Form, aber geht immer auf das ein, was in der Umgebung da ist, offen für die Umgebung. Und der Quarz ist wirklich der Altruist, der einfach das nimmt, was übrig ist, und sich in dem zufrieden macht. Der auch keine innere Kristallstruktur zeigt, sondern der bricht wie Glas, wenn man ihn zerschlägt. Der eben keine innere Strukturierung zeigt. Obwohl er sie hat, aber er zeigt sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Längsachse war ja angesprochen, mit der geraden Wärmebewegung im Quarz, aber er zeigt es nicht in seiner Gestaltung, er bricht wie Glas. Und wenn ich dann die Fühler, nachdem wir die Mineralien ausführlich so beschrieben haben, in ihrem Charakter, und wenn ihr jetzt auf euch schaut, wann muss ich denn so sein wie im Glimmer, dass ich jetzt überhaupt nicht Rücksicht nehme auf die Anderen. Wenn zum Beispiel ein Kind rennt, und da ist ein Abgrund, und ich sehe, das Kind rennt auf den Abgrund zu, freudig, und ich sage, Stopp, und du bleibst jetzt stehen! Ich nehme überhaupt keine Rücksicht auf dieses fröhliche Kind, den seelischen ZustUnd von dem Kind, ich muss jetzt wie Glimmer handeln, weil ich genau sehe, was da los ist. Ich darf nicht Rücksicht nehmen auf den Anderen, egoistisch insofern. Ich verwirkliche jetzt nur das, was jetzt in mir lebt, nämlich das Erfassen einer Gefahr. Das andere ist das in Kommunikation sein, im Feldspat. Und der Altruist, das ist der Quarz, den hat man eben seelisch auch zu erleben, wenn man heimkommt und ist hungrig und müde, und will jetzt Abendessen, freut sich da hinsitzen zu dürfen, das Kind rennt einem entgegen, fällt die Treppe runter und reißt sich die Lippe auf. Mein Hunger ist vergessen, meine Müdigkeit ist weg, ich darf nicht mehr auf mich gucken, ich muss mit dem Kind zum nächsten Arzt zum Nähen gehen. Ich schaue überhaupt nicht auf das, was in mir ist, sondern ich schaue auf das, was im Anderen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann frage ich, wie viel Prozent, denkt ihr denn so etwa, braucht ein Mensch, damit er ein guter Mensch ist, gesund ist, von dem Glimmer, von dem Feldspat, und von dem Quarzcharakter. Und dann schreiben wir das auf, und das Interessante, was immer rauskommt, wir kriegen die prozentuale Verteilung von Feldspat, Quarz und Glimmer in Granit. 5-10% Glimmer, 35-60/70% Feldspat, und entsprechend den Quarz. Das heißt, in der Komposition dieser drei Mineralien mit ihrem Charakter, ist im Granit schon das menschliche Seelenleben veranlagt. Und man wie von Anfang an sowas Menschliches in dem Granit erlebt, wenn man ihn von der Perspektive aus wirklich als das Urgestein ansehen darf. Und man in den Charakteren von den drei Mineralien - und das Sprüchle kennt ihr vielleicht auch noch, früher hat man es in der Schule immer lernen müssen - Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer. Also diese Komposition, nur so eine Andeutung, man könnte es jetzt in möglichen vielen Feinheiten anschauen. Und das vielleicht nur als Ergänzung [...?] Zusammenhang heute Morgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1044s Kristallgestalt und Entstehungsort 00:17:24] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss nur sagen, anknüpfend an das, was sie gerade sagten. Dieser Kristall hier, der ist ganz anders als der, den ich heute rumgereicht habe, der diese typische Pyramidenspitze hatte, den habe ich wieder mitgenommen. Sie sagten, dass die Kristallgestalt vielfach eine Überprägung bekommt von der irdischen Umgebung. Beim Kalk ist das am allerstärksten, der macht ja alles nach, der ist ein Nachahmer, der ist vornehm, aber er ist auch betroffen von dieser Tatsache, dass immer die Umgebung die Form prägt. Das ist ein brasilianischer Quarz, ein völlig anderer Typus. Und wenn man in Tessin Quarze sucht, und dann eben, ja, der Gotthard-Quarz, der sieht dort wunderbar aus, der hat fast Edelstein-Charakter. Weiter südlich, in der tessinischen Decke, wo sehr stark, ich möchte sagen, das Klimaprinzip auch überwiegt - Kristalliner Schiefer - da ist er selber so ein bisschen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tessiner Habitus, nennt man das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... der Habitus! Das ist dann natürlich ein anderer, also das wollte ich nur nochmal sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1121s Einführung in die Zeitbestimmung 00:18:41] ===&lt;br /&gt;
Und jetzt steigen wir nochmal ein in ein Kapitel, was nun besonders, eigentlich schwierig ist, sehr schwierig. Und das ist die Frage der Zeitbestimmung. Das ist das ganze Problem der Zeitbestimmung, geologische Zeitalter. Und zunächst war es ja so, dass wir hier jetzt betrachtet haben, was mehr Raumgestalt hat, also hier diese Gesteine, die liegen alle nebeneinander. Es kann nicht derselbe Stein an der Stelle liegen, wo der liegt, sondern die liegen nebeneinander. Das ist eine Raumbeziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das hat den [[w:Immanuel_Kant|Kant]] dazu veranlasst, den Philosophen Kant veranlasst, zu sagen, ja, diese räumlichen Verhältnisse, das ist so subjektiv, der Mensch schaut es eben so, das ist eine Anschauungsform der Sinne, dass diese so alle nebeneinander liegen. Und hat es also rein auf das Subjekt des Menschen geschoben, dass der Raum eine Anschauungsform der Sinne sei. Und da hat sich der Goethe dagegen gewehrt, mit Entschiedenheit, und hat gesagt, alles Räumliche ist letzten Endes eben doch auch eine Idee. Nämlich die Idee des Nebeneinander. Alles reduziert, alle Qualitäten weggedacht, bleibt nur noch an Beziehungsgefüge im Raum übrig, dass alles irgendwie an einem Nebeneinander organisiert ist. Also im Granit auch die Dreiheit in einer eigenartigen Form organisiert [ist], die mich immer wieder erstaunt, trotz der unterschiedlichen Kristallisations- und Schmelzpunkte von Glimmer, Quarz und Feldspat. Dass sie diese gleichmäßige Verteilung haben im Raum, dass nicht also jetzt dasselbe neben dem anderen ist, sondern dass jeweils das andere neben dem anderen ist. Also für mich war das immer schon ein Wunder, das zu sehen, dass da eine Verteilung im Raum ist, ganz unterschiedlicher Körper, die sich nichts... der Glimmer mag[?], also diesen besonderen Charakter haben, den hat er auch, er schneidet einfach irgendwo durch, aber trotzdem im Granit ist das in einem derartigen harmonischen Gleichgewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1300s Das Wesen der Zeit 00:21:40] ====&lt;br /&gt;
Also das ist die etwas, was man eigentlich heute kaum zur Frage erhebt, sondern weil man der Auffassung ist, dass Zeit genauso berechenbar wäre wie die Raumbeziehungen. Es wäre eine Größe, also Raum kann man immer durch Größen bestimmen, durch Gewicht, durch Zahl, durch Distanzen, irgendwie so, aber wie ist es mit der Zeit? Kann man die überhaupt berechnen? Ist die überhaupt berechenbar? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität der Zeit ist nämlich eine Qualitätsfrage, die bleibt außer Betracht normalerweise, sondern man möchte die Zeit auch in das Schema der Berechenbarkeit zwängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun tritt alles Zeitliche gerade nicht als ein Nebeneinander im Raum in Erscheinung, sondern in einem Nacheinander. Die Idee des Nacheinander ist das Wesen der Zeit. Dass etwas in einem Beziehungsverhältnis ist, nicht in einem Nebeneinander, sondern im Beziehungsverhältnis in der Folge, also im prozessualen Geschehen. Und so ist, ... die Zeit offenbart sich überall dort, wo ein Geschehen ist, wo etwas aufeinander folgt. Und am wunderbarsten ist es zu sehen bei den Pflanzen. Die Pflanze offenbart förmlich das Wesen der Zeit in ihren äußeren Formen, wie sie sich aufeinander entwickeln, von Blatt zu Blatt bis hin zur Blüte. Zunächst muss man sagen, wenn man mit der Zeit Umgang pflegt, dann ist es so, dass man sofort den Blick nicht nur auf die Erde richtet, sondern in den Kosmos, denn der eigentliche Zeitgeber in Bezug auf die irdischen Verhältnisse, wo wir hier leben, ist die Sonne. Die Sonne ist zeitschaffend. Und weil sie zeitschaffend ist, ist sie lebensschaffend. Denn das Leben ist sozusagen in den Zeitprozess wie eingebettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1453s Zeit und Rhythmus 00:24:13] ====&lt;br /&gt;
Nun, ja, wie soll ich das sagen? Wenn wir uns mit der Zeit beschäftigen, dann kann uns am besten einerseits das Bild des Rhythmus uns ins Auge fallen, das heißt, dass alles, was sich in einer Folge entwickelt, letztlich einem Rhythmus folgt, in irgendeiner Form rhythmisch ist. Und am deutlichsten ist es natürlich das Verhältnis Erde-Sonne in Bezug auf Tag und Nacht, und in Bezug auf die Jahreszeiten. Also der Umlauf der Erde um sich selbst im Verhältnis zur Sonne, der den Tagesrhythmus verursacht, und der Umlauf der Erde um die Sonne, der den Jahresrhythmus verursacht. Und alles Rhythmische ist eine Offenbarung des Wesens der Zeit, immer der Rhythmus. Das ist eine Qualität, in dem Bewegung drinsteckt, in dem sich etwas in ständiger Wandlung offenbart, im Rhythmus. Und deswegen sagt man ja auch, Rhythmus ist Kraft. Das heißt, wenn ich selber ein rhythmisches Leben führe, versuche jedenfalls, Rhythmus in mein Leben zu bringen, dann merke ich, dass das so gut ist, wie wenn ich Kraft tanken würde. Ich werde einfach ganz anders leistungsfähig, wenn ich mir wirklich einen Rhythmus gebe. Es muss nicht unbedingt ein Rhythmus sein von Tag und Nacht. Jetzt kann er lange in die Nacht arbeiten oder so, warum nicht, aber es muss doch irgendwie kompensiert werden, indem ich diesen Rhythmus selber mir selbst gebe, mich selbst bestimme in diesem Rhythmus. Er ist von außen gegeben, aber der Mensch kann sich in diesen Rhythmus ganz bewusst reinstellen. Und seinen eigenen Rhythmus in seinem täglichen Tun selbst bestimmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1615s Ist Zeit berechenbar? 00:26:55] ====&lt;br /&gt;
Das Problem der Zeit. Man möchte sie berechenbar machen, um mit der Zeit umzugehen. Im Grunde genommen, wenn man es genau nimmt, muss man einfach sagen, die Zeit ist unberechenbar. Sie ist [[w:Inkommensurabilität|inkommensurabel]]. Die Planetenbewegungen, die ja auch zeitbestimmend sind in ihren Rhythmen, oder eben der Sonnenrhythmus als solcher, oder alles, was Rhythmus genannt werden kann, das ist nicht genau mathematisch festlegbar, fixierbar, sondern es bleibt immer ein Rest übrig, obwohl, kann man sagen, die Erde als solche die Tendenz hat, in die Berechenbarkeit immer mehr übergegangen zu sein, im Verlauf ihrer Evolution. Das ist das Schicksal der Erde, dass wir eigentlich in einer Phase der Entwicklung sind, wo man sagen muss, die Erde stirbt unter unseren Füßen ab. Sie ist eigentlich in ihrer Entwicklung zu Ende gekommen. Sie ist Werk. Sie ist, wie wenn ich irgendwas in Ton geformt habe und brenne den, im Ofen, dann ist das Werk fertig, dann kann sich da nicht mehr groß was verändern. Und in diesem Zustand befindet sich eigentlich die Erde in der Gegenwart, dass alles in gewissem Sinne an ein Ende gekommen ist. Man kann ja auch nicht in der Natur ohne weiteres beobachten, dass plötzlich neue Bäume irgendwo entstehen, oder neue Tierarten entstehen. Es ist immer so ein bisschen eine leise, wie soll ich sagen, eine gewisse Variation. Es entwickeln sich neue Resistenzen bei den Unkräutern gegenüber Roundup Ready oder so. Das passiert. Milben sind auch verhältnismäßig wandlungsfähig in ihren ganzen Lebensverhältnissen. Aber grundsätzlich muss man sagen, eigentlich ist die Erde an ihr Ende gekommen. Die Naturreiche, das mineralisch Tote sowieso - das kann nur noch verwittern - und die Pflanzen, die sind da. Viele sind schon ausgestorben und [[w:Massenaussterben#Das_gegenw%C3%A4rtige_Massenaussterben|heute sterben ja am laufenden Band auf Erden Tierarten, Pflanzenarten]] aus. Also die Erde ist Werk geworden. Und weil es so ist, können wir Menschen unser Selbstbewusstsein entwickeln. An den gewordenen Formen des Physischen der Erde. Insofern kann man sagen, es kann den Menschen heute leicht fallen, alles zu berechnen. Aber ganz berechnen lässt es sich eben nicht. Es ist immer ein Rest übrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie zum Beispiel sagen, das Jahr dauert 365 Tage, dann kriege ich es doch nicht hin, ich muss mal wieder ein Schaltjahr einrichten, oder muss es irgendwie wieder ausgleichen. Oder die Tage im Monat, im Januar sind es 31, im Februar 29, im März sind es dann wieder 31, und dann im April 30 usw. Ich muss immer irgendwo wieder eine Reparatur vornehmen, um diese Berechenbarkeit zu durchbrechen, oder um dem Zeitverlauf gerecht zu werden. Insofern hat man heute eine berechenbare Zeit sich zurechtgelegt, wo man eben auf die Uhr ständig guckt, ist die Stunde rum, oder ist sie nicht rum? Oder der Zug fährt dann und dann ab, dann muss man zur Stelle sein, und alles ist sehr genau fixiert, unser ganzes Leben ist von dieser Art. Und das widerspricht eigentlich dem Lebendigen vollkommen. Also man rechnet heute mit einer berechenbaren Zeit. Und darauf beruht ja dann auch die ganze Berechnung der [[w:Geologische_Zeitskala|Erdzeitalter]] usw. &lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=1853s Evolutionäre Zeit und Metamorphose 00:30:53] ====&lt;br /&gt;
Ich möchte nur jetzt nochmal aufmerksam machen, dass es auch eine ganz andere Zeitbestimmung gibt, nämlich die evolutionäre Zeit. Und die offenbart natürlich am allerdeutlichsten die Pflanze, die Pflanzenwelt. Zunächst mal hat man in der Pflanze den Samen, das ist eben wie so ein Stein eigentlich, von der äußeren Form her gesehen lässt es nichts vermuten, dass da irgendwas noch draus werden könnte, außer dass es verwittert. Aber dann legt man es in den Boden, und plötzlich erscheint da etwas, was man da nicht, wenn man es nicht wüsste, je vermuten könnte, dass da jetzt der Keim erscheint und aus dem Keim entwickelt sich jetzt eine Pflanze, Blatt und Blatt und Blatt, in Metamorphose. Auch die Metamorphose als eine Offenbarung der Zeit: dass sich die Blätter von Gestalt zu Gestalt gegen die Blüte hin ständig in Verwandlung begriffen sind. Und zwar zunächst in einer zögerlichen Entfaltung und dann in einer maximalen Entfaltung und dann wieder rückbildend in den Stängel hinein gleichsam verschwinden, ehe dann die Blüte in Erscheinung tritt. Da offenbart sich das Wesen der Zeit in Metamorphose. Da offenbart sich, dass da etwas in die Zeit hineinwirkt, was die Zeitverhältnisse in dieser Weise strukturiert. Da ist ein Wesenhaftes, das überzeitlich ist, überräumlich, was immerfort jetzt Verwandlungen in den Zeitprozess in einer ganz spezifischen Weise hinein trägt, bei jeder Pflanzenart anders, bei jeder Tierart anders und beim Menschen auch ganz und gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die evolutionäre Zeit, rein aus der Anschauung heraus, kann man in der Natur sehen. Die Zeit hat eigentlich einen ganz anderen Charakter, als dass sie berechenbar wäre, sondern sie offenbart sich in dieser Metamorphose, sie offenbart sich in der Verwandlung, sie offenbart sich darin, dass es ein ständiges Stirb und Werden ist. Dass dem Werden immer ein Sterben folgt. Und das Sterben aber einen Keim veranlagt, der wieder fast diesen Charakter wie so einen Stein hat, und aus dem quillt wiederum eine neue Entfaltung hervor, und so von Generation zu Generation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2016s Biografische Zeit 00:33:36] ====&lt;br /&gt;
Eine zweite Qualität der Zeit kann man empfinden. Also, dieses Stirb und Werde, was ich jetzt mit Bezug auf die Pflanzen mal kurz nur angedeutet habe, das lebt eigentlich auch in uns, wenn wir auf unsere eigene Biografie hinschauen. Dann erleben wir uns ja so, so geht es mir jedenfalls, das muss jeder selber beobachten bei sich, wenn man an seine eigene Kindheit schaut, dann spielt sich das natürlich auch in einem Jahreslauf ab, wenn man neun Jahre ist oder acht Jahre oder sieben Jahre, aber man schaut mal darauf hin, was man da erlebt hat. Ob man genauso mit als Neunjähriger lebt, wie man als Vierzig- oder Fünfzigjähriger die Dinge erlebt. Man merkt, dass die Zeit sich viel mehr dehnt in der Jugend und in der Kindheit ganz und gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man dann noch weiter zurückgeht in die Embryonalentwicklung, dann sind das riesen, riesen evolutive Prozesse. Die Individualentwicklung ist eine Wiederholung der Stammesentwicklung, also da wird nochmal alles, alles, alles wiederholt in endlosen Evolutionsstufen, die zusammengedrängt sind, zeitlich, gewiss, äußerlich, aber innerlich werden sie ganz anders erlebt. Und je älter man wird, desto schneller geht, desto beschleunigter vollzieht sich alles. Und wenn man dann so alt ist wie ich, dann weiß ich gar nicht, wo die Tage bleiben. Also es ist wirklich so, dass man ganz erschüttert ist, was man früher so geleistet hat und was man heute zu leisten imstande ist. Es wird immer weniger, und es wird alles viel, viel schneller. Also dieses biografische Leben gehört meines Erachtens mit dazu, diese Betrachtung, um sich deutlich zu machen, dass wir eigentlich zu einer ganz anderen Zeitauffassung kommen müssen, auch in Bezug auf die Entwicklung der Erde insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2150s Problem der Geologischen Zeitberechnung 00:35:50] ====&lt;br /&gt;
Und da möchte ich nochmal auf einen Punkt hinweisen. Man ist ja heute geneigt, die Zeit dadurch berechenbar zu machen, dass ich die Gegenwart extrapoliere in die Vergangenheit. Also das [[w:Aktualismus_(Geologie)|Aktualitätsprinzip]] angewendet auf die Zeit. Und dadurch kann ich ja Millionen, also ohne weiteres berechnen, das ist gar kein Problem. Ich extrapoliere meine Gegenwart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich jetzt annehmen würde, dass ich meine Größe messen würde, wenn ich 20 Jahre alt bin oder irgendjemand würde das machen und messe dann nach einem Jahr wieder, dann ist man vielleicht nochmal einen Zentimeter größer geworden. Könnte ja sein, wenn man nicht schon mit 20 ausgewachsen ist. Wenn man das jetzt extrapoliert auf die folgenden 60, 80 Jahre, die man da noch lebt, 60 Jahre sagen wir mal, dann müsste man ja ein Riese geworden sein. Jedes Jahr ein Zentimeter zuwachsen. Dann extrapoliert man aus der Gegenwart in die Zukunft. Und wenn ich dasselbe machen würde von meinem 20. Lebensjahr in die Vergangenheit, dann wäre ich ein ganz kleiner Zwerg. Dann wäre ich gerade mal 20 Zentimeter größer. Das zeigt einfach, da ist was ganz Irreales, wenn man die Erde wirklich wie ein vom Ursprung her lebendiges, beseeltes Wesen anschaut, dann muss man einfach sagen, da stimmt irgendwas nicht. Man kommt in solche Widersprüche und es lässt einem überhaupt keine Ruhe, wenn man dann von Jahrmillionen sprechen hört oder gar mal Jahrmilliarden. Wie soll ich die Qualität in einem solchen Zeitbegriff finden? Die Qualität?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2269s Grenzen der geologischen Zeitberechnung? 00:37:49] =====&lt;br /&gt;
Das ist wie eine Raumesbeziehung, die ich da herstelle. Da spricht nicht das Wesen der Zeit sich aus. Es gibt da so einen Hinweis Rudolf Steiners, wo er mal bemerkt, dass man im Grunde genommen heutzutage, früher war es anders, nur von einer berechenbaren Zeit sprechen kann, wenn man in die Kulturepochen rückwärts geht, bis in das sogenannte [[w:Zyklus_der_Präzession#Zw%C3%B6lf_Platonische_Monate|Jungfrau-Zeitalter]]. Wir leben jetzt im [[w:Fischezeitalter|Fische-Zeitalter]], und wenn wir dann zurückgehen über den Widder, den Stier, die Zwillinge und den Krebs, dann kommen wir in die Urindische Kultur, und dann davorliegenden, letzt-atlantischen Kulturen, das Löwe-Zeitalter und das Jungfrau-Zeitalter, dann hört jede Berechenbarkeit auf. Also wenn man die Kulturepochen mit 2160 Jahren rechnet und dann mal zurückschaut, dann ist man eigentlich schnell mit der berechenbaren Zeit am Ende. Dann fängt schon eine Entwicklung an, die noch immerfort inkommensurabel neue Erscheinungen hervorbringt. Seit der Zeit ist die Erde wirklich Werk geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2352s Erdentwicklung aus geisteswissenschaftlicher Sicht 00:39:12] ===&lt;br /&gt;
Nun möchte ich noch einmal einen anderen Gesichtspunkt einnehmen, nämlich die Zeit, die nun im großen, größten Rahmen die Erde selber durchlaufen hat in ihrer eigenen Entwicklung, wie sie in der [[a:GA_13|Geheimwissenschaft]] geschildert wird. Denn das scheint mir ganz wesentlich dann auch für die folgenden Betrachtungen zu sein. Ihr habt ja die Geheimwissenschaft zum Teil gelesen, noch nicht ganz, aber jedenfalls das Kapitel [[s:GA_13#DIE_WELTENTWICKELUNG_UND_DER_MENSCH|Erde und Mensch]] habt ihr doch auch gelesen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht komplett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2452s Die Entstehung der Zeit im Saturn-Stadium 00:40:52] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls ist es ja so, dass da geschildert wird, dass in einem ersten Entwicklungsstadium der Erde in aller Frühzeit, also nicht der jetzigen Erde so wie sie jetzt ist, sondern in dem ersten Stadium, dem [[a:Alter_Saturn|Saturn-Stadium]], dass ein Wärmekörper war, ein reiner Wärmekörper ohne Licht, nur Wärme, also ein äußerer Ausdruck von dem, was da die Geister - die [[a:Geister_des_Willens|Throne]] - die Geister des Willens und ihrer eigenen Wesensubstanz ausgeströmt haben. Und das ist ein reiner Wärmekörper, der in Wärmekörpern gegliedert war, und dass in der Mitte des Saturns überhaupt die Zeit erst entstanden ist. Vorher gab es keine Zeit, es gab nur Ewigkeit. Und erst in der Mitte des Saturns ist die Zeit geboren worden, wesenhaft, und von da an kann man überhaupt erst von Entwicklung sprechen. Weil Entwicklung ist sozusagen ein anderer Ausdruck des Wesens, der Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2484s Wärme und Wasser: Sonnen- und Mondstadium 00:41:24] ====&lt;br /&gt;
Und dieser Saturn endet dann als Wärmekörper, in dem wieder alles sich zurückbildet in die Ununterscheidbarkeit des Kosmos, in einen Ruhezustand, [[a:Pralaya|Pralaya-Zustand]] wurde er da genannt, und dann taucht das Ganze wieder neu auf in der [[a:Alte_Sonne|alten Sonne]], in dem jetzt die Wärme sich verdichtet, ein Teil der Wärme, nicht alle, ein Teil der Wärme sich verdichtet zur Luft, zum Element der Luft, und gleichzeitig dann auch eine, ich möchte jetzt nicht über die Ätherarten sprechen, also noch eine andere, sehr viel feinere Substanz. Die Sonne ist also charakterisiert durch einen Luft-Wärmekörper und Licht, auch das Licht taucht auf. Das ist ja kein..., in diesem Sinne gehört nicht zu den Elementen, und dieser Sonnenkörper entwickelt sich jetzt auch, und da ist ja der Mensch involviert in seiner ganzen Wesenheit, eben auch als Luft-Wärmekörper, und wiederum entsteht ein solcher Ruhezustand, ein Pralaya-Zustand, und das taucht dann als dritte Inkarnation der Erde, der [[a:Alter_Mond|alte Mondenzustand]] auf, wo zu den Elementen Wärme und Luft dann, durch Verdichtung der Luft, das Wasser, das Wässrige als Element entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2579s Feste: Erdenenstadium 00:42:59] ====&lt;br /&gt;
Und in alles das hinein muss man jetzt sehen die Entwicklung des Menschen. Also die Entwicklung des Menschen ist einfach nichts anderes, als was sich jetzt äußerlich hier in diesen Zuständen beschreiben lässt. Und dann endet dann diese [[a:Alter_Mond|Mondentwicklung]], wo diese drei Elementenzustände also jetzt eine Entwicklungsstufe erreicht haben, und das Ganze steht natürlich unter der Führung geistiger Wesenheiten aus dem Umkreis, die dann an diesem ganzen Geschehen beteiligt sind. Und dann kommt wieder ein Pralaya-Zustand, ein Ruhezustand, wo alles in die Ununterscheidbarkeit des Kosmos zurückkehrt. Und aus dieser Sicht dann plötzlich wieder herausbildet ein neuer planetarischer Zustand, eben die Erde. Und die [[a:Erde_(Planet)#Die_Erdentwicklung|Erdenentwicklung]] darin ihre Bedeutung hat, dass zu dem Zustand der Wärme, der Luft, der Wärme, des Wassers noch das erdig Feste, also das hier Schwere, das Materielle, was sich da in dieser Weise äußert, dass es hart ist, dass sich das noch hinzufügt als viertes Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=2664s Wiederholungsepochen als Grundgesetz der (Erd-)Entwicklung 00:44:24] ====&lt;br /&gt;
Und nun ist das Besondere, was alle Entwicklungen kennzeichnen, im Übrigen, das drückt [[w:Ernst_Haeckel|Häckel]] schon in diesem wunderbaren - also ich muss den Häckel bewundern, als diesen extremsten [[w:Monismus|Monisten]], den man sich denken kann - dass er dieses [[w:Biogenetische_Grundregel|biogenetische Grundgesetz]] formuliert hat. Dass er sagt, die individuale Entwicklung eines jeden Wesens ist eine Wiederholung der Stammesentwicklung. Und so ist es eigentlich mit der Erde insgesamt. Das ist ein Entwicklungsgesetz. Das muss man sich zehnmal hinter die Ohren schreiben, würde ich sagen. Dass man sich das mal klar macht, dass kein Schritt in die Zukunft getan werden kann, ohne dass man das Vergangene wiederholt. Ohne dass man in irgendeiner Form das wieder sich vergegenwärtigt. Die Vergangenheit vergegenwärtigt. Und erst wenn das vollgültig geschehen ist, kann der nächste Schritt in der Evolution getan werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir jetzt, dass zu Beginn der [[a:Erde_(Planet)#Die_Erdentwicklung|Erdenentwicklung]], alle Zustände, die vorausgegangen sind, wiederholt werden. Und in einer ersten Wiederholungsstufe ist die [[a:Polarische_Zeit|polarische Entwicklung]] der Erde. Die Erde wiederum als Wärmekörper erscheint. Reiner Wärmekörper, saturnisch. Und dann wieder einen kurzen Pralaya-Zustand übergeht und dann wieder auftaucht in der hyperboräischen Epoche. Der polarischen Epoche folgt dann die [[a:Hyperboräische_Zeit|hyperboräische]], so wird die genannt. Und in dieser hyperboräischen Epoche ist die Erde ein Wärmeluftkörper. Muss ich jetzt schnell die Tafel nochmal malen. Wir haben es also in der polarischen Epoche mit einem Wärmekörper zu tun. Und dann in der hyperboräischen Epoche mit Wärmeluft. Und dann kommt die [[a:Lemurische_Zeit|lemurische Epoche]] als Wiederholung der alten Mondentwicklung. Wärme, Luft, Wasser. Und dann folgt eigentlich erst die eigentliche Erdenentwicklung. Erde. Wo dann zudem noch das Feste dazukommt. Das sind Wiederholungs-Epochen der Vergangenheit. Da kann man noch nichts davon sprechen, dass sich irgendetwas Festes entwickelt hat. Sondern das Feste entwickelt sich erst im Verlaufe der lemurischen Epoche. Fängt das langsam langsam an. Und die eigentliche Erdenentwicklung ist dann erst nach dem Ende der lemurischen Epoche, [[a:Atlantis|Atlantis]]. In dieser polarischen Entwicklung hatte die Erde eine Ausdehnung bis zum heutigen Saturn als Wärmekörper. Das war so ein unglaublicher, mächtiger Wärmekörper. Wo noch diese Wiederholung stattfindet, des alten Saturn. Und am Ende der polarischen Entwicklung bleibt übrig ein Planet. Und das ist der Saturn. Und dann schrumpft sozusagen das ganze Gebilde zusammen. Und zwar wo jetzt am Ende dieser Epoche der Jupiter ausgeschieden wird aus dem Gesamtzusammenhang, also erst der Saturn, dann der Jupiter. Und dann in einer dritten... das ist polarisch... die Polarisch-Epoche, Hyperboräische Epoche usw. Und dann kommt eine dritte. Und da vollzieht sich nun eine gewaltige Veränderung in der ganzen Entwicklung, indem einerseits der Mars ausgeschieden wird aus dem gesamt-kosmischem Zusammenhang. Und gleichzeitig in dieser selben Zeit, also zwischen Hyperboräis... Entschuldigung, ich muss aufpassen, dass ich nichts Falsches sage. Aber das stimmt schon, dieser Kreis. Während dieser Zeit der Hyperboräischen Epoche wird schon die Sonne ausgeschieden. Und wird dann im weiteren aus dem gesamten Zusammenhang die Venus und der Merkur, und schließlich die Erde selbst plus Mond, der ist noch in der Erde drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen hier, wie in den Wiederholungsepochen der Erdenentwicklung in der polarischen Epoche ein Wärmekörper entstand. Am Ende steht dann die Aussonderung des Atoms. Und dann Schrumpfungsprozesse, und schließlich wird der Jupiter aus dem Gesamtzusammenhang herausgeschieden, als selbstständiger Körper. Und dann in dieser hyperboräischen Zeit auch der Mars, der jetzt um das ganze herum kreist, dann Sonne usw. Das wäre hier jetzt die Situation der Lemurischen Epoche. Lemuris. Polaris, Hyperboräis, Lemuris. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind alles nur Wiederholungsstufen der Vergangenheit. Wenn wir jetzt die [[w:Geologische_Zeitskala|Erdzeitalter]] versuchen uns vor Augen zu führen, dann müssen wir sagen, dass es eigentlich Zustände sind, die tatsächlich jeder höhere Organismus einfach durchläuft. Wenn man also die Embryonalentwicklung des Menschen nimmt, dann werden alle diese Zustände tatsächlich von Anfang bis Ende durchlaufen. Und wenn man jetzt das auf die Erde bezieht, dann muss man sagen, wo sind die eigentlich? Wo kann man die überhaupt entdecken?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=3158s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38] ===&lt;br /&gt;
Und damit kommen wir jetzt zu der eigentlichen Betrachtung der nächsten Tage. Wann kann man überhaupt sagen, dass das, was wir heute geologisch uns vor Augen führen können, als eine gewordene Welt der Naturreiche, wo haben die ihren Anfang? In der polarischen Epoche? In der hyperboräischen Epoche, oder in der lemurischen Epoche? Und wenn man da versucht, Relationen herzustellen, dann kommt man in Zustände der Verzweiflung. Weil man natürlich geneigt ist, mit Begriffen, die man gerade hat, die kurz zu schließen mit solchen Ereignissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erdenentwicklung im heutigen geologischen Sinne, die wird angesetzt mit dem Zeitalter des [[w:Archaikum|Archaikums]]. Wir kommen gleich nochmal hier drauf zu sprechen. Das heißt, da ist ein Urbeginn. Und wenn man das Johannes-Evangelium zur Hand nimmt, dann fängt es ja an: im Urbeginne, also Archaikum könnte man sagen, Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος [en archē ēn ho lógos], so heißt es im Griechischen, im Urbeginne war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Und ein Gott war das Wort. So fängt das Johannes-Evangelium an. Und so muss man eigentlich sagen, in dieser Zeit der Lemuris ist alles noch, das eigentliche Wesenhafte, um was es geht, ist noch im Umkreis. Und bildet sich erst dann langsam herein, in dem Sinne, wie das vorhin auch Ihnen geschildert worden ist, dass das alles zunächst einmal noch ein undifferenziertes Gebilde war, wo sich langsam erst die Formen hereingebildet haben. Und da eben der Kalk auch dann im Verlauf dieser Entwicklung eine ganz große Rolle gespielt hat in der Formgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muss ich jetzt doch nochmal zurückgreifen auf das, was ich vorhin gesagt habe. Nämlich auf einen weiteren Zeitbegriff, deren sich die Geologie heute bedient. Sie macht es zwar, glaube ich, nicht mehr so, wie sie es noch vor Jahrzehnten gemacht hat. Das ist, was ich nenne, die Relativzeit. Dass ich einfach mal diesen ganzen Prozess hier, den man auch geologisch überschauen kann auf der Erde, dass ich den mal gleich 100 setze. Und jetzt die einzelnen Zeitalter, die sich abgespielt haben seit dem Uranfang, dem Archaikum, jetzt prozentual eingliedere in diese hundertprozentige Ganzheit der Erde, der Erdentwicklung. Und da stellt sich eben heraus, dass wenn man das so macht, dass tatsächlich in der ganzen Evolution eine ungeheure Beschleunigung ist. Eine ungeheure Beschleunigung der Evolution. Das ist immer schneller, immer schneller. Das heißt, in immer kürzeren Zeiten haben sich ungeheure Dinge dann entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=3388s Archaikum: der Urbeginn 00:56:28] ====&lt;br /&gt;
Und das möchte ich jetzt anknüpfend an das, was ich hier so kurz angedeutet habe, mal anfangen. Da müssten wir eigentlich hier anfangen. Also angenommen, wir sind..., die Erdenentwicklung ist jetzt in den Zustand eingetreten, dass sie eine Feuer-Luft-Erde war, die Hyperboräis. Also noch ganz an, man könne sagen, mehr oder weniger immaterieller Zustand. Und jetzt der Übergang sich vollzieht in die lemurische Epoche. Und ich habe lange gerungen mit mir selbst und bin selbstverständlich bereit, immer wieder Gegenargumente oder andere Argumente zu hören. Aber ich meine, dass die Lemuris beginnt eben genau dort, wo die Geologie heute anfängt. Da habe ich lange dran rumgemacht. Und zwar im [[w:Archaikum|Archaikum]]. Und dieses Archaikum, der Urbeginn, da muss man sich die Erde vorstellen in dem Sinne, wie ich es vorhin auch geschildert habe. Und wie sie der Aristoteles meines Erachtens gemeint hat, wenn er gesagt hat, alles Leben ist aus dem Schlamm entstanden. Das war eigentlich eine große Schlamm-Pfütze. So, eingeflappt gesagt. Es war wirklich ein Körper, der war nicht Wasser und nicht fest. Alles Wesentliche war im Umkreis, eine Eiweißatmosphäre hat die ganze Erde umgeben. Und es war sozusagen noch ein Urzustand, wo alles Werden noch im Keimzustand war. Also das Wasser und das Feste und alles war noch irgendwie in einem Art schlammigen Zustand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=3527s Granitbildung im Archaikum 00:58:47] =====&lt;br /&gt;
Und da aus dem heraus hat sich erst langsam etwas herausgeformt, und das sind eben in meinen Augen, jetzt nach meinem Verständnis, da muss ich mich auch gerne korrigieren lassen, aus meinem Verständnis ist diese erste Zeit des Archaikums, oder überhaupt das ganze Archaikum, ist noch einmal zu Beginn der Lemuris eine Wiederholung des Saturnzustandes. Also der Wärme, da ist noch die Wärme sozusagen das Element, was überhaupt das Ganze noch so in Bewegung hält und dem Urzustand verhaftet. Und aus diesen Bildungen, Wärmedurchdrungen, wo die Wärme das bestimmende Element der Bildung war, der Entwicklung war, das ist die Zeit der Granitbildung. Da bin ich also mehr und mehr dazu gekommen zu sagen, die Körnigkeit des Granits ist wie eine Widerspiegelung dieser seltsamen Wärmekörper des alten Saturn. Und sodass das ganze Archaikum diesen Charakter hat, eine endlose Zeit überdeckend, wo, ich möchte sagen, alles sich erstmal so ganz langsam aus Keimzuständen heraus in die irdische Form hineingestaltet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es wird sogar geschildert, das war der [[w:Hans_Georg_Wunderlich|Wunderlich]], sagt das, dieser Geologe, dass im Archaikum die damaligen granitischen [[w:Schild_(Geologie)|Schilde]] aufgetaucht sind und wieder vergangen sind. Und dasselbe findet man bei Rudolf Steiner. Er spricht nicht von Granit, er spricht von hornartigen Bildungen, also verhärtenden Bildungen, die auftauchen und dann wieder wegsinken und neu bilden. Wie aus dem Schlamm, nicht aus dem Wasser, das war noch kein Wasserkörper, wie heute die Weltmeere beschaffen sind, sondern das war eine Masse, chaotisch, aber in der das ganze Potenzial der Zukunft lag. Und da bilden sich jetzt langsam diese Grundfesten der Kontinente. Das ist die eigentliche granitische Bildung. Und so kann man Beschreibungen jetzt lesen in Bezug auf das Archaikum, wo eigentlich schon alles irgendwie doch auch veranlagt wird, selbst das Leben. Dass man Spuren glaubt, des Lebens zu entdecken, also Niederschläge für lebendige Vorgänge in bestimmten Kohlenstoff...[?]. Diese Kohlenstoff..., diese Graphitvorkommen, also Kohlenstoffvorkommen, die darauf hindeuten, dass es da eben schon gestaltete Lebensvorgänge gegeben hätte. Im übrigen aber beschreibt die heutige geologische Forschung dieses Archaikum als eine Zeit der [[w:Gebirgsbildung|Orogenesen]]. Und Orogenesen heißt Berg, Oros heißt auf Griechisch Berg. Gen heißt im Grunde genommen das Werden, der Stamm des Verbums werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Gebirgsbildung, das ganze Archaikum ist ein solches, wo sich etwas gebildet hat und wieder entbildet hat. Heute würde man sagen Gebirgsbildung, aber nicht im heutigen Sinne, selbstverständlich gemeint, sondern eben Gestaltung und wieder Entstaltung. Das charakterisiert nun das Archaikum, granitisch. Also die ältesten Gesteine, die wurden vorhin genannt mit 3,9 Milliarden Jahren, wenn man diese Zählung nimmt, die finden sich eben in diesen alten Schilden. Diese sogenannten Gebirgsbildungen werden auch so charakterisiert, dass sie im Gegensatz zu den heutigen Gebirgsbildungen, ja, also diese Gebirgsbildungen werden so geschildert, dass sie verhältnismäßig nicht in diesen Abständen erfolgt sind wie heute Gebirge, die weit, weit auseinanderliegen. Also die Alpen sind einfach beherrschend für ganz Europa, sondern dass das sozusagen Gebilde waren, die auf 100 Kilometer Entfernung so Ballungen waren, die zur Gebirgsbildung geführt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigenartige ist ja, dass wir auf unseren Kontinenten so große Verebnungen finden, [[w:Senke_(Geowissenschaften)|Becken]] nennt man das, und dann diese eigenartigen Aufwölbungen der Erdkruste: Schilde. Und manchmal hat man den Eindruck, dass wie wenn das ein Bienengewebe wäre, also eine Bienenwabe wäre, solche Riesenbecken und dann eine Gebirgsbildung außen rum. In Afrika ist es ganz deutlich zu sehen, dass es ungeheure Becken sind, also nicht topfeben, aber so ein bisschen Einsenkungen, und außen rum Gebirgsbildungen. Also immer dann, wenn sich etwas einsenkt, dann woanders etwas sich erhebt. Auch ein rhythmischer Vorgang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, dieses Archaikum beinhaltet jetzt alles, was man sich nur denken kann. Und man findet zum Beispiel in den Graniten jetzt nicht nur Quarz, Feldspat und Glimmer, und nicht nur Aluminiumsilikate, also Kalium-Aluminiumsilikate oder so, sondern man findet alle Elemente des Periodischen Systems. Das ist alles da drin. Da findet man das Gold, da findet man eben auch die schweren Metalle, da findet man Uran, also 10 Tonnen Granit enthalten 3 Gramm Uran immerhin, also das ist ganz schön strahlendes Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so alle Gesteine enthalten auch Uran, also strahlende Materie in kleinsten Mengen. Interessanterweise, je tiefer man kommt, desto weniger, habe ich mir mal sagen lassen. Die Basalte haben weniger Urangehalt als die Granite. Also man findet in diesen Gesteinen alles, es ist noch alles da, alles veranlagt in diesen Gesteinen. Was sich nachher immer mehr differenziert, ist da vorhanden. Und dieses Archaikum, das umschließt 50% dieser Relativzeit der Entwicklung. Also es ist interessant, dass man in der Geologie zu einer solchen Betrachtung kommt, dass am Anfang also eigentlich unendliche Zeiträume der Entwicklung vorausgegangen sind, die sich dann immer deutlicher und immer deutlicher in äußere Gestaltungen verdichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4036s Proterozoikum: die ersten Sedimente 01:07:16] ====&lt;br /&gt;
Und dem Archaikum folgt nun das [[w:Proterozoikum|Proterozoikum]], wie man das nennt. Proterozoikum. Von dem die Geologie sagt, dass es ungefähr 23% der ganzen Entwicklung überdeckt. Und zwischen diesen beiden Zeitaltern des sogenannten [[w:Präkambrium|Präkambriums]], also da komme ich gleich darauf zu sprechen, da ist eine Grenze. Deswegen unterscheidet man diese beiden Zeitalter. Und diese Grenze, die man da zieht, die ist gegeben durch äußere Beobachtungen, dass da nämlich gewisse Sprünge sind in der Folge der Ablagerungen, sogenannte [[w:Diskordanz|Diskordanzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es sind die Diskordanzen, diejenigen, die überhaupt die ganze [[w:Stratigraphie_(Geologie)|Stratigraphie]] in der weiteren Erdentwicklung weitgehend bestimmen. Auch die [[w:Leitfossil|Leitfossilien]] usw., da haben wir schon drüber gesprochen. Aber diese Diskordanzen besagen, dass da eine Entwicklung war, wo eine intensive, konvulsive Bewegung der ganzen Erdkruste noch gewirkt hat, und da etwas zu Ruhe gekommen ist. Und da jetzt plötzlich Ablagerungen sich drüber lagern auf eine, sagen wir mal, so geformte Erdoberfläche. Plötzlich hier eine Ablagerung sich ablagert und darauf sich ein neuer Schichtenaufbau sich anzeigt. Also das nennt man normalerweise, nach meinem Verständnis, Diskordanzen. Eine irgendwie geformte Unterlage und plötzlich lagert sich jetzt eine ganz neue Schicht drüber, wie wenn da etwas zur Ruhe gekommen wäre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man muss wirklich sagen, da ist wohl die Zeit, wo sich jetzt mehr und mehr Wasser und das irdisch Feste beginnt voneinander zu sondern. Denn in dieser Zeit des Proterozoikums, so schildert es jedenfalls die Geologie, erfolgen über die feste Erdkruste oben große [[w:Transgression_(Geologie)|Meeres-Transgressionen]]. So sagt man das, Überflutungen. Aber ich habe mehr den Eindruck, da scheidet sich das Feste langsam mit den Kontinentalbildungen. Und das Wasser wird sozusagen dünner. Also mehr Wasser als es vorher war. Vorher war es nur schlammartig, wässrig. Aber jetzt findet man nämlich hier bereits die ersten echten Sedimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4239s Algen: Übergang vom pflanzlichen zum tierischen? 01:10:39] =====&lt;br /&gt;
Schon in dem Alt-Proterozoikum und eben deutlich strukturierte Organismen, also Algen, da beginnt die Algenzeit. Und [[w:Alge|Algen]] sind ganz seltsame Wesen. Die sind pflanzlich, kann man sagen, aber vieles deutet darauf hin, dass sie auch tierisch sind. Und so sind die Algen wie ein Bild dessen, was auch Rudolf Steiner für den alten Mond geschildert hat, dass es da Pflanzentiere gab. Also Bildungen, die eine unglaubliche Lebendigkeit hatten und gleichzeitig die Tendenz, etwas zu verinnerlichen. Ein Zwischenprodukt zwischen Pflanzen und Tieren. Und diese Welt taucht jetzt hier plötzlich im Proterozoikum auf. Noch sehr sehr ursprünglich, noch sehr anfänglich. Auch schon echte, ja, kann man sie Tiere nennen? Die Primitivtierfauna, die da auftritt, aber alle noch in dem Charakter, dass man nicht weiß, sind das Pflanzen, ist es mehr pflanzlich oder tierisch. So ein Zwischenprodukt. Und so merkt man jetzt plötzlich, wie hier aus diesem allgemeinen ursprünglichen Zustand über lange Zeiten hinweg jetzt eine Entwicklung sich anbahnt, wo die Primitivflora und -Fauna sich anbahnt, langsam sich in bestimmten Gestaltungen herauszubilden. Es gab noch keine Fische, es gab noch keine Pflanzen, Landpflanzen oder irgendwas, nichts, sondern alles war im Wasser. Die ganze Evolution vollzieht sich in den Weltwinkel, also den überfluteten Kontinenten, also in einer Wässrigkeit, die einen anderen Charakter hatte als vorher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Ablagerungen des Proterozoikums, und das setzt sich fort in das Alte und das Frühe Proterozoikum, also das Jüngere, da treten immer mehr und mehr eine sehr primitive Fauna auf, und immer mehr Abdrücke im Gestein, also Versteinerungen, und eben diese Sedimente. Das heißt, wo man merkt, das ist eine Zeit der Ruhe, der Gebirgsbildung, wo sich gewaltige Sedimentationen vollzogen haben, in denen dieses Leben sich im Wässrigen abgespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4421s Wie könnten die proterozoischen Sedimente entstanden sein? 01:13:41] =====&lt;br /&gt;
Da ist natürlich jetzt immer die Frage, wo kommen diese Sedimente jetzt eigentlich her? Das ist für mich immer wieder erneut eine offene Frage, bei allen Sedimenten. Die Geologie sagt heute, das sind hald Abtragungen von diesen alten Gebirgsbildungen, und die sind durch das Wassertransport dahin verteilt, und dann hat sich das so schön zur Ruhe gekommen in diesem Wasser und hat sich da zu mächtigen, gewaltigen Schichten aufgebaut. Wenn man das versucht, mal innerlich nachzuvollziehen, natürlich kann man sagen, das war ein endlos langer Zeitraum, 23% der Evolution, aber ist das wirklich real? Ist das real, dass da schon ein Erstorbenes transportiert wird vom Wasser wie heute Wasser Stoff transportiert und dann irgendwo sedimentiert? In der Zeit, der Frühzeit der Erdenentwicklung? Oder sind es Hereinbildungen aus dem Umkreis? Sedimentationen aus dem Umkreis? Das ist für mich immer wieder erneut die Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat sich nicht alles, was man Sedimentgestein nennt, plus minus -also ich würde da auch vorsichtig sein- aber ist das nicht etwas, was sich hereinbildet aus dem Umkreis, wo das Leben eigentlich noch hauptsächlich im Umkreis war, die Urbilder der Pflanzen lebten im Umkreis der Erde, die Urbilder des Tieres langsam sich heranbilden, jetzt sich so inkarnieren auf Erden, und der Mensch selbst noch ganz im Umkreis lebend. Soll sich da unten nur etwas mechanisch abgespielt haben, ohne dass das, indem das sich langsam hereinbildet in die Erde, substanzbildend auf der Erde selbst wirkt in den Sedimentationen? Das ist für mich noch eine offene Frage. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stark diese Sedimentationen sind, die kann man an verschiedenen Punkten der Erde verfolgen, und das ist eben beim [[w:Grand_Canyon|Grand Canyon]] der Fall. Also [[w:Colorado_River|Colorado River]], da sieht man tausend Meter, wir haben ja schon drüber gesprochen, tausend Meter [[w:Geologie_des_Grand_Canyon|gebankte Schichten]], die so stirnseitig erschlossen sind, in einem Wüstenklima, also nicht jetzt verwittert irgendwie und überdeckt, sondern vor den eigenen Augen sieht man da wieder mächtige, gewaltige Sandsteine im Wesentlichen sich da übertürmen, in deutlichen Schichtungen. Die stammen aus diesem Proterozoikum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4596s Globale Eiszeit am Übergang vom Proterozoikum zum Paläozoikum 01:16:36] =====&lt;br /&gt;
Nun muss ich jetzt zu Ende kommen, indem ich in Bezug auf das Proterozoikum noch sagen möchte, dass gegen Ende des Proterozoikums etwas eingetreten ist, was auch einen wirklich umwirft irgendwie, nämlich da spricht man von der ersten Eiszeit [Anmerkung des Transkribenten: die [[w:Paläoproterozoische_Vereisung|erste Eiszeit]] (paläo-proterozoische Vereisung) fand am Übergang vom Archaikum zum Proterozoikum statt; hier sind wahrscheinlich die späteren, globalen Vereisungen gemeint, die unter dem Namen &amp;quot;[[w:Schneeball_Erde|Snowball-Earth]]&amp;quot; beim Übergang vom Proterozoikum zum Paläozoikum stattfanden], also der nachweisbaren Eiszeit auf der Erde. Also im Übergang von dem Proterozoikum auf das Paläozoikum, da kommen wir dann morgen drauf zu sprechen, dass sich da eine Eiszeit vollzogen hat, die man, soviel ich mich erinnere, ich weiß es nicht genau, [[w:Schneeball_Erde#Geschichte_der_Hypothese|zum ersten Mal in Australien]] glaube ich, genauer beschrieben hat, wo man ganz deutlich erkennt, wie Geröll, also ein richtig eiszeitliches Geschiebe mit den entsprechenden Merkmalen, also Gekritze und so weiter, sich da auf dieser Zeit finden, des Übergangs vom Proterozoikum auf das Paläozoikum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4675s Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55] ====&lt;br /&gt;
Also das ist für mich sehr rätselvoll, aber es ist wirklich ein Einschnitt gewesen, der auch wiederum im Sinne einer solchen Diskordanz dann einen Übergang anzeigt auf die nächst folgende Epoche, dann das Erdaltertum, [[w:Paläozoikum|Paläozoikum]]. Also man muss furchtbar aufpassen, dass man da nicht ins spekulieren kommt, sondern sich ein bisschen an den Phänomenen hält, was man tatsächlich beobachten kann. Aber die Tatsache, dass die Geologie selbst zu dieser Auffassung kommt, dass man diesem Zeitalter allein schon 73% der gesamten Evolution zuspricht, und die nachfolgende Zeit dann explosionsartig, das werden wir morgen sehen, explosionsartig plötzlich eine Fauna sich entwickeln lässt. Dass es immer stärker und immer beschleunigter sich vollzieht, das ist schon für mich sehr verwunderlich. Also wenn man die Relativzeit diesbezüglich anschaut. [nachstehend geht es um den Zeitbegriff, Fortsetzung zum Paläozoikum im nächsten [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 2): Paläozoikum (Forts.) 00:25:32|Vortrag 6]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die absoluten Zeiten in Jahrmilliarden nimmt... Ich habe das mal gemacht, diese Einschnitte in der Lebensentwicklung. Das ist ganz spannend, das ist eine logarithmische Beziehung, und ein Logarithmus auf der Basis e. Das heißt, die Zahl, die im Fünfstern drinsteckt, die in der Fibonacci-Reihe drinsteckt, die allen lebendigen Spiralentwicklungen zugrunde liegt, die ist auch da zeitlich drin. Also das ist natürlich ein Lebenszusammenhang. Die Zahl e ist 2,7818 oder so irgendwie. Und das schwankt immer um diese Zahl. Von 3,1 bis 2,6. Aber die Basis für diese Logarithmen ist immer so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr merkt ja, dass wenn man sich versucht, da mal ein bisschen reinzudenken in diese Zeitvorstellungen, dass es nicht so eine ganz einfache Materie ist. Wo fühlt man sozusagen den Halt? Den begrifflichen Halt? Weil man die Zeit nicht definiert, es handelt sich immer um Qualitäten und nicht um Quantitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=4834s Erdentwicklung: lebendige vs mechanische Sichtweise 01:20:34] =====&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darf ich da noch vielleicht einfach eins, was man für das ganze Weitere vielleicht mit, immer so ein bisschen im Hintergrund als Empfindung braucht: Sie haben ja immer wieder die Frage in dem Sedimentieren, ist das nicht ein anderer Prozess, als wir das so rein mechanisch denken? Ich habe es vorhin angedeutet, wenn man das Leben anders auffasst. Das was mit Zeit zu tun hat, das erleben wir am lebendigen Leib, und in dem Absterben und Aufbau. Und das ist jetzt eine ganz große Frage in der Geologie, weil wir in der Geologie nur mit physikalischen und chemischen Parametern umgehen, wie man das im Grunde in der Biologie heute auch sieht. Das heißt, das, was [https://www.doew.at/erinnern/biographien/oesterreichische-stalin-opfer-bis-1945/stalin-opfer-t/trincher-karl Karl Trincher] noch sagt, es gibt einen vierten Aggregatzustand auf der Erde, das ist das lebendige Wasser in der Zelle, und wenn ich es rausnehme, ist es tot, wenn ich die Zelle aufmache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, der lebendige Zustand, der durchdringt das ganze chemisch-physikalische. Und wenn das Ganze mit einem immer weniger lebendig werden des Gesamt- Erdorganismus, und wir Strukturen finden, die von mir aus Fließbewegungen sind, Schrägschichtungen, Kreuzschichtungen, Abrollungen von Quarzen..., das hat man ja alles im Grand Canyon. Das heißt, man kann das alles auf die mechanische Art erklären und sagen, fertig. Wir haben aber auch bei uns in dem lebendigen Organismus Fließbewegungen des Wassers, Blut, Lymphe, [... unverständlich], den ganzen Pflanzensaft im Kambium. Das sind alles mechanische Fließbewegungen, die ich auch nur rein mechanisch anschauen kann. Bedingt sind sie aber durch Lebensprozesse. Das ist, glaube ich, die Frage, auf die sie hindeuten, wo sind die Phänomene, die uns vielleicht doch aufmerksam machen, die sind nicht rein anorganisch-mechanische Fließbewegungen. Das heißt, es ist nicht nur Hydromechanik, wie man das in der Physik nennt, sondern es ist Physiologie. Findet man die physiologischen Aspekte von dem Ganzen, und dann hat man, glaube ich, den Hinweis, dass man nicht sagen muss, das ist alles Quatsch, sondern man findet das Zusätzliche, was man jetzt die Dinge vollständiger macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Fragen, die sind ganz spannend, dass man nur den Lebensbegriff mit drin lässt in der Erdentwicklung. Und ich sage, die ganze Erdentwicklung ist ein toter Prozess, und das macht eigentlich die Physiologie. Das haben wir im Blut, dass wir Leben auf Biologie reduzieren. Leben in der Erde. Und das ist ganz wichtig, glaube ich, dass wir das immer so ein bisschen mit Wachheit... [?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=5014s Gesteine erzählen vom Übergang 01:23:34] =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das hier, das ist polarisch, das ist saturnisch, das ist Archaikum [zeigt einen Granit]. Und das hier, das wollte ich doch immer noch mal betonen, das hier ist hyperboräisch [zeigt metamorphes Gestein aus Skandinavien].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist meine jüngste Erkenntnis auf diesem Feld, dass ich das wirklich differenzieren möchte, also diese sogenannten Metamorphen Gesteine, seitdem das auch gerechnet wird, normalerweise, also skandinavisch, das ganze Skandinavische, Phänoskania-Gebirgsblock, besteht aus diesen Metamorphen Gesteinen. Man findet da kaum Granit. Aber diese hier, und ich meine, das heißt Hyperboräis, ich habe mich immer gefragt, warum haben die Griechen den ganzen Norden [[w:Hyperborea|Hyperboräis]] genannt, und warum tun die Geologen jetzt hier das auch Hypoporäisch nennen? Und ich habe mir gedacht, das ist ja so, dass ich den Eindruck habe, das ist ein Entwicklungsschritt. Das Körnige des Granits, das sich Abgrenzende, jetzt übergeht in eine neue Phase der Entwicklung, wo dieses Schlierenartige, dieses Lebendige, wo das Ganze sozusagen in Bewegung noch mal kommt, und eine neue Entwicklung einleitet, also das nochmal von dem Wässrigen überformt wird, von dem Flüssigen. Deswegen habe ich den Eindruck, das ist ein Spiegelbild der hyperboräischen Epoche, und das ein Spiegelbild der Wiederholung der polarischen Epoche zur Beginn der Lemuris.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=yXJxwT-qAmE&amp;amp;t=5123s Ergänzungen von G. Gebhard: Elemente und Mineralbildung 01:25:23] ===&lt;br /&gt;
Das Polarische, Wiederholung alter Saturn, und nur Elementwärme. Das Element Wärme hat im [[w:Vier-Elemente-Lehre#Nachfolger:_Platon,_Aristoteles,_Stoiker|Aristotelischen]] die Eigenschaft, trocken und warm zu sein. Das Trockene ist die Voraussetzung für Abgrenzung. Das ist Körnigkeit. Ich nehme jetzt nur diese Worte noch von einer anderen Seite, was sie beschreiben, und wenn man ins Hyperboräische geht, dann wäre das der Übergang des Elementes Luft, und das Element Luft ist jetzt immer noch warm, wie das Feuer, aber feucht. Und das Feuchte löst alle Grenzen auf. Dann kommt man in diese Struktur [zeigt auf einen Stein]. Das passt wirklich ganz in das Bild, auch was uns die Elemente in der ideellen Form von Aristoteles filtern, dass man plötzlich in ein formauflösendes Prinzip kommt, das dann erst nachdem Wasser, sprich Lemuris, vorbei ist, in der Erde erst wieder auftaucht, in der Form wie wir jetzt solche Kristalle haben. Trocken, kalt. Und da das ganze Wiederholungszustände sind, müssen wir eigentlich, wenn wir jetzt von der Erde sprechen, und die Erde hat eben mit dem Element Erde dann schon zu tun, in den schon materieller erscheinenden Zuständen muss ich das Feurige wiedererkennen und das Wässrige wiedererkennen. Das ist natürlich nicht Luft. Die Hyperboräis war nicht Luft in dem sie auf der Erde diese Wiederholung halten sollen. Aber die Qualität des Luftigen, nämlich das warm-feuchte, das muss ich wiederentdecken in dem inzwischen festes Mineral gewordenes. Ich hatte es erwähnt in der Chemie mit dem Silizium, als der [[w:Gotthardtunnel|St. Gotthard]] im 19. Jahrhundert durch die Alpen getrieben wurde. Da sind Bergarbeiter da unten raufgekommen und haben gesagt, da unten wär ganz komisch, da waren Quarze, die waren weich wie Gelée. Die Mineralogen haben gesagt, naja, die haben so eine Art Tiefenrausch, die haben sich nicht mal dafür interessiert, da runterzugucken. Aber ein Hinweis darauf, die Prozesse der Mineralbildung, die ist nicht unbedingt so, wie wir es im Labor haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es gibt eine Smaragd-Fundstelle im Ural. Der Smaragd ist ein sehr hartes Edelmineral. Die werden mit größter Vorsicht dort aus den Schiefern geborgen und in Wasser gelegt, in Eimern, und an der Luft in dem Wasser gelassen. Denn wenn man die aus dem Berg frisch rausholt, kann man die Smaragde mit dem Messer schneiden, die sind weich. Die härten erst unter den atmosphärischen Bedingungen an der Atmosphäre aus zu dem Edelmineral Smaragd. Das heißt, wir müssen in der Erde einfach auch heute noch mit physiologischen Zuständen rechnen, die nichts mit diesen ganzen Laborerfahrungen zu tun haben. So wie die organische Chemie im chemisch-pharmazeutischen Labor nichts mit dem zu tun hat, was bei uns in der Leber geschieht. Die gleichen chemischen Produkte erscheinen da im Labor und hier in der Leber, aber auf völlig anderem Wege. Das nur so als noch ein bisschen zu dem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, mit dem [...?] macht man das heute noch. Das kann man schneiden. Wenn der trocken wird, dann wird er [...?]-hart. Ja, also dann schließen wir für heute ab und treffen uns dann morgen und machen dann hier mit der Relativzeit weiter. Also dann, noch einen schönen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=11361</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-12-18T11:08:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:17:22&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Känozoikums 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon, wie am Rheintalgraben, Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43] ====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] =====&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] =====&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] =====&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] ====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49] ====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär [[w:Braunkohle|Braunkohle]] gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im [[w:Horloff|Horlofftal]], eine Fortsetzung dieser [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43|Rheinischen Senke]], nach Bingenheim, [[w:Wetterauer_Braunkohlerevier|da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut]]. Das ist alles stillgelegt, und die haben es auch verfeuert, da hat man ganz schön die Luft verpestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein [[w:Steinkohle|Anthrazit]]. Der Anthrazit findet sich nur aus dem [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach. Und vielfach, das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen, bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich [[w:Mammutbäume|Sequoien]] und auch [[w:Araukarien|Araukarien]] und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit, und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat in der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, sehr dämpfig[?], muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft, große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiären Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Jetzt haben wir bisher nur von den geologischen Prozessen gesprochen, aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Paläozän]], da weiß man nicht so furchtbar viel genau, also ich jedenfalls nicht, vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Eozän]]. Die Morgenröte, die rosenfingrige [[w:Eos_(Mythologie)|Eos]], die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf, und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den [[w:Süßgräser|Gramineen]] und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihre eigentliche, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite, und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben, und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da, und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzengroß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, in die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Gliederung des Känozoikums 00:23:12|Oligozän]], da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich vielgestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben, aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung, etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen, das eine Beispiel ist schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünf-zehig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4846s Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5110s Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5380s Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5470s Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5583s Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Känozoikums 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43] ====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] =====&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] =====&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] =====&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] ====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungs-Talungen, -Senkungen und Mulden daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49] ====&lt;br /&gt;
Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, auf dem Dottenfelderhof, wo darunter Braunkohle liegt. Also jedenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle gewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4846s Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5110s Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5380s Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5470s Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5583s Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-10-15T13:03:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:07:49&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Transkription von Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=40s Einleitung 00:00:40] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=131s Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=151s Archaikum und Proterozoikum (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31] ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=368s Paläozoikum 00:06:08] ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=572s Mesozoikum 00:09:32] ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1046s Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär) 00:17:26] ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1149s Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09] ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1392s Gliederung des Känozoikums 00:23:12] ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1517s Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17] ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1662s Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42] ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=1857s Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57] =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2101s Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01] ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2563s Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43] ====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=2789s Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3205s Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25] =====&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3333s Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33] ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3380s Das Hegau 00:56:20] =====&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3698s Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38] =====&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=3854s Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14] ====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen, die sonst auf der Erde stattgefunden hatte, hat sich hier überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht hier, also in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe, und das Einzige, was hier ansteht, war das Rotliegende. Also Perm, vom [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Perm: das Ende des Erdaltertums 01:09:36|Perm]]. Kein Zechstein, der [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Zechstein: die großen Salzlagerstätten der Erde 01:15:42|Zechstein]] setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Das Rotliegende: Stirbt die Erde? 01:20:30|Rotliegende]]. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts sich abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4069s Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49] ====&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4298s Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4642s Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=4846s Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5110s Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5380s Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5470s Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM&amp;amp;t=5583s Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03] ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_8._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10533</id>
		<title>Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_8._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10533"/>
		<updated>2025-10-15T12:47:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:03:46&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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== Transkription von Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=39s Eröffnung zur Fragestunde 00:00:39] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Sollen wir einfach schon anfangen? Ich habe nicht vor, dass wir jetzt irgendetwas Neues dazunehmen, sondern vielleicht einfach das, was die Woche über jetzt von Herrn Klett geschildert war, wo sich da von euch noch Fragen ergeben haben. Und dann kann man sehen, wie ich das vielleicht von meiner Seite einfach noch ergänze. Dass man dann nochmal sieht, wo man vertiefen muss, wo man vielleicht von einer anderen Seite das anschauen kann. Dass wir da erstmal sammeln, was ihr an Momenten habt, auf die ihr gerne schauen wolltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=78s Fragen zur Schichtenfolge und Substanz 00:01:18] ===&lt;br /&gt;
[Studentin 1] Ich hätte direkt eine Frage. Was heißt das jetzt, wenn man z.B. ein Buntsandsteingebiet antrifft? Gab es dann die anderen Schichten da drüber nicht mehr? Oder wie kann ich mir das vorstellen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] In der Landschaft? Jetzt, heute?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin 1] Ja. Das verstehe ich noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Können wir einfach wirklich sammeln erstmal, dann können wir sehen, wie sich eine Ordnung vielleicht ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin 2] Vielleicht ist es ein bisschen dieses ... Schichten, Schichten, Schichten. Und wieder immer neue, immer neue. Vielleicht ein neues Bild können wir besser verstehen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Also das dynamische Nacheinander. Da nochmal einen Blick drauf zu werfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Ich habe mehr Curiosität über die Substanz. Warum die Substanz genau die Substanz ist. Weisst du?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Erzähl es in Englisch. It&#039;s easier to formulate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Warum die Substanz ist da genau so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Die sich ablagert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Ja. Das stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Formulier es nochmal. Ich habe den Gedanken noch nicht gegriffen, was in der Frage drin steckt. Welche Substanzen sich wie bilden oder warum gerade in dieser Zeit diese Substanz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ja. In diesem Sinne. I can&#039;t.. I need to formulate more...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=229s Frage nach Dynamik vs. Statik der Schichten 00:03:49] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Soll ich mir das Stecker anmachen? Nein. Das was wir gelernt haben ist einfach Dynamik. Und was wir jetzt sehen ist Statisch. Das einfach eine Schicht auf einer Schicht auf einer Schicht folgt. Was man natürlich nachvollziehen kann, indem man sich in der Natur bewegt. Das ist da. Das kann man sehen. Aber ich kann nicht so denken, dass das eine aufhört und das andere anfängt. Da gibt es Übergänge. Und es gibt auch nicht solche Übergänge, dass man klar sagen kann, hier ist der Schluss und da fängt das andere an. Das kann nicht sein. Das geht ja gar nicht. Also es muss irgendwas. Und was ist passiert? Was ist gleichzeitig abgelaufen? Was zählt da noch mit rein? Es sagt ja noch mehr aus, außer dass da jetzt Schichten aufeinander liegen, die die Qualität haben. Die die Ausstattung. Und das nicht das so lange hält. Da verschieben sich, wie Sie schon sagten, das bewegt sich, das verändert sich. Aber dafür hat sich die Erde an sich, wie der Körper des Menschen, sich komplett neu regeneriert oder komplett umgestaltet und muss das die Erde aufbauen. Das tut sie auch. Dass das nicht mehr so diesen Aufbau haben kann, wie wir denken. Wahrscheinlich, ja, gebohrt, gesehen, Namen gegeben, okay, aber ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 8&#039;&#039;&#039; Gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=340s Frage nach Gestein vs. Zeitschicht und Substanzherkunft 00:05:40] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Ich hatte noch einen kleinen Unterschied zwischen dem Gestein, was man hier jetzt findet und diesen Schichten, also diesen zeitlichen Geschehen sozusagen. Also irgendein Sandstein, was anderes ist als diese Schicht, die sich da aufgebaut hat. Also was ist das? Ich habe da noch keinen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist an dem Beispiel Grün-Sandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 8&#039;&#039;&#039; Ja, genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Sollen wir Fragen sein? Ja. Ich frage mich, wo diese Schichten direkt rein, von ihrer Substanz her, und wo kommt die denn her, in diesen Massen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Die Substanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Irgendwo gelöst, und vorher war die komplett gemischt. Wie hat sich das ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=406s Frage nach Kosmos-Substanz-Beziehung 00:06:46] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ja, die Substanz, es gibt eine Beziehung zwischen kosmischer Kraft und Substanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 8&#039;&#039;&#039; Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Ich würde gerne ein bisschen mehr in diese Richtung, zwischen kosmisch und physisch, in diese Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 8&#039;&#039;&#039; Gut, ja. Gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=433s Vorschlag zur Beantwortung: Gesteinskreislauf und Kosmischer Bezug 00:07:13] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Großer Umfang an Fragen, und ich würde jetzt einen Vorschlag machen, einfach so aus den Fragen raus, wenn wir von der anderen Seite jetzt nochmal kurz auf diese verschiedenen Gesteine schauen, wo der Anfang war. Das heißt, das was Urgesteine sind, magmatischen Ursprungs, die Ablagerungsgesteine, die Metamorphgesteine, also diese großen drei Gruppen und die Vulkanite noch als vierte Gruppe, die aus dem glutflüssigen erstarrenden Gesteine an der Erdoberfläche. Dass wir da vielleicht in so einer Art Kreislauf ein dynamisches Geschehen anschauen können, und von da aus vielleicht dann auf diese Frage der Ablagerung, diese Frage des Statischen und Dynamischen. Und in dem Ganzen spielt immer mit rein die Frage, wie spielt sich das, was da auf der Erde sichtbar wird, ab in Beziehung zum Kosmos. Es war ja ständig der Anklang da an die Frage der Erdentwicklung mit der Geheimwissenschaft im Zusammenhang, und letztendlich dann eigentlich so die Frage, wie ist es heute an der Erdoberfläche, wenn wir da durch so eine Landschaft fahren, und was das Ganze begleitet, wie kommt es zur Namengebung. Dass man dann plötzlich einen Gesteinsnamen für ein Zeitalter hat. Und das klingt wieder an diese Frage im Zusammenhang Erde-Kosmos und das dynamische Geschehen an. Also so aus den Fragen, die jetzt da sind, sehe ich den Bogen. Dass wir da einfach mal schauen, wie weit wir heute kommen, eventuell am Montag dann fortsetzen müssten. Ist das so in Ordnung, habt ihr den Eindruck, das könnte ein Bogen sein durch die Fragen, die ihr genannt habt? Und dann jeweils direkt einfach einhaken, wenn da Stellen wieder sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=568s Frage nach praktischer Anwendung in der Landwirtschaft 00:09:28] ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 5&#039;&#039;&#039; Ich hätte noch eine Frage. Es hat auch ein bisschen zu tun mit all den Fragen, und zwar, wenn ich jetzt Verständnis schaffe in Bezug auf das Kosmische und die Substanzen, wie kann ich das als Bauer oder Landwirt auch, also inwiefern hilft mir das, oder wie soll ich das mit der Landwirtschaft verbinden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=601s Aktualitätsprinzip versus organische Entwicklung (Biografie) 00:10:01] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist natürlich wieder mehr eine Frage an Herrn Klett, wo das ins Praktische, Konkrete geht. Vielleicht können wir das so ein Stück nachher wirklich sehen, wie fügt sich das an. Und vor allem, das war ja ganz am Anfang am Montag, wo ich nicht da war, schon erwähnt, das Aktualitätsprinzip von Lyell. Das heißt zum Beispiel abgeleitet daran, dass man an so einem Buntsandstein Schrägschichtungen sieht, Kreuzschichtungen sieht, die kann man heute aktuell beobachten, wie sie entstehen an Fließgewässern in Sand, und sagen, es war damals genauso Wasser wie heute, man hat die Dinge bewegt und so abgelagert. Das ist ja das, was dem Aktualitätsprinzip letztendlich zugrunde liegt. Und dann gibt es eben diese Stellen, wo man das Gefühl hat, nein, da ist doch irgendwie vielleicht was anders. Wenn ich das in einem weiteren Rahmen, in einem größeren Zusammenhang versuche anzuschauen, wenn man solche Gedanken, die Steiner uns gibt, aus der Geheimwissenschaft über eine Erdentwicklung aus einer ganz anderen Perspektive, wenn ich das mit einbeziehe, dass sich da Fragen ergeben, die sich für einen Schulgeologen nicht ergeben. Der hat einfach seine Gesteine vor sich und diese Interpretationen und den Aktualismus und kann das überall wiederfinden. Und diese anderen Stellen, wo was unklar ist, da bleibt es offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich würde gern zwei Gesichtspunkte dem voranstellen, bevor wir aufs Konkrete gehen. Wenn wir auf den Organismus schauen und jetzt auf den menschlichen Organismus, dann ist bei Menschen, die jetzt mehr die Generation sind, wie Herr Klett und ich, die Physiologie im Gang, Stoffwechsel. Wenn wir auf euch schauen, ist da im Grunde der gleiche Stoffwechsel im Gang und bei einem kleinen Kind. Wenn ich nur auf den Stoffwechselvorgang selbst schaue, ist das der gleiche, aktualistisch. Wenn ich aber schaue, wie das im Gesamtzusammenhang drinsteht, ist der Stoffwechsel bei einem kleinen Kind im Aufbau und den wachsenden Organismen völlig anderer als beim Menschen, der physiologisch leiblich im Abbau ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ein ganz krasses Beispiel, woran man diesen Unterschied erleben kann, das ist vielleicht jetzt zehn, zwölf Jahre her oder sogar ein bisschen mehr, da ging es durch die Presse, dass man nach neuen Substanzen sucht, die etwas möglich machen beim ungeborenen Kind, was der Mensch nach der Geburt nicht mehr hat. Nämlich man hat Techniken gefunden, wie man Herzoperationen an Ungeborenen im Mutterleib machen kann, also Herzfehler, das Kind wird im Mutterleib operiert, ganze Brust aufgeschnitten und hochkomplizierte Operationen und das Ganze zugenäht und das Kind wird geboren und man sieht keinerlei Narbe. Ein narbenfreies Verheilen der Haut beim jungen Menschen im Mutterleib. Untersuchen, was ist das für eine Substanz, die das möglich macht, dass das narbenfrei verheilt, diese Haut, das wäre ja ideal, wenn man das jetzt ausnützen könnte bei Operationen, dass die Haut narbenfrei verheilt. Man hat diese Substanz so nicht gefunden. Man sieht, es sind ganz andere Vitalkräfte im Gang, die Zerstörungen ohne Schwierigkeit wieder in Ordnung bringen können. Bei einem jungen Menschen, der heranwächst im Vergleich zum alten Menschen, wo man einfach die Narbenbildung hat oder an die Erde, auf der Erde geborener Mensch, diese Unterschiede. Dessen Unterschiede kann ich physiologisch nicht greifen, der ist nicht in dem chemisch-physiologischen Prozess, der ist in dem gesamtbiografischen nur zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und genauso, wenn wir im Tierreich schauen, die Regenerationsfähigkeit. Bei uns wachsen einzelne Hautpartien nach, wenn wir uns aufgeschürft haben. Wenn man von einem Molch, wenn er als Larve aus dem Ei geschlüpft ist und noch Kiemen trägt, wenn man so einem Molch mit einer Rasierklinge ein Bein abschneidet, dann wächst das Bein vollständig wieder nach. Regeneration eines vollständigen Beines, das wäre bei einem Säugetier nicht denkbar. Also eine ungeheure Vitalkraft, die sich da äußert. Und wenn wir im Tierreich in noch einfachere, ich sage jetzt absichtlich nicht primitivere, einfachere, in der Differenzierung einfachere Formen gehen und so einen Kieselschwamm nehmen, also diese ganz einfachen Tiere mit zelluläres Gebilde im Meerwasser, Wasser ansaugen, durchfiltern und wieder rauspusten. Wenn man so einen Schwamm nimmt, wunderschönes Gebilde, wie so ein Kelch sehen die ja aus. Und ich nehme einen Haarsieb, Metallhaarsieb, tue da so einen Schwamm rein und reibe den jetzt durch das Metallsieb im Wasser durch. Lauter kleine Stückchen. Und das sinkt im Wasser in meinem Aquarium runter. Dann habe ich da einen Haufen dieses durch das Sieb Kleingemachte, diesen Schwamm. Wenn der da ganz ruhig runterrieselt, dieser ganze zerteilte Schwamm, dann geht es einige Tage und das Ganze organisiert sich und der Schwamm ist wieder da. Eine Regeneration eines – im Vergleich, Entschuldigung, das Bild – wenn ich eine Kuh durch den Fleischwolf treibe und lasse die ein paar Tage liegen, habe ich wieder eine Kuh. Das wäre dieses Bild, das uns die Schwämme zeigt. Und wenn man, nachdem man das durchgerieben hat, jetzt aufrührt, dass diese zerteilten Stückchen überall so auf dem Boden von dem Aquarium irgendwo liegen, überall dort, wo so ein kleiner Zellhaufen ist, entsteht ein vollständiger neuer Schwamm. Das heißt, man kann Schwämme auf diese Art vermehren. Ich nehme einen Schwamm, tue den durchs Haarsieb, rühre rum und habe nachher 100 Schwämme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind ganz andere Vitalprozesse da, je weniger Differenzierung da ist in der Lebewelt. Innerhalb der Biografie haben wir in den ersten Entwicklungszeiten viel größere Vitalität als gegen Ende. Und in dem Augenblick, wo wir die Erde in ihrer Entwicklung in einem organischen Zusammenhang verstehen wollen, müssen wir sowas mit berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=1054s Analyse, Empirie und der Verlust des Gesamtzusammenhangs 00:17:34] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Wenn ich nur auf die physiologischen Prozesse schaue, wie da Bioproteinsynthese über Gene und diesen ganzen Prozess stattfindet, dann finden wir da keine Unterschiede. Die sind aktualistisch gleich beim Schwamm wie beim Menschen. Da ist eine Genetik, da ist ein Umsetzen dieser Erbinformation in Eiweiß und eine Substanzbildung. Der Prozess bleibt gleich. Aber in dem Gesamtbogen der Entwicklung, in der Art wie differenziert erscheint ein Organismus, da haben wir Riesenunterschiede. Die ich aber nicht mehr auf dem chemisch-physiologischen Niveau greifen kann. Da verschwindet es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das haben wir eigentlich in unserem ganzen Wissenschaftsbetrieb die letzten Jahrhunderte als Entwicklung drin, dass wir immer mehr in der Analyse, immer exakter ins Detail gehen können. Aber indem wir ins Detail gehen, den Zusammenhang verlieren. Wenn wir das Eisen haben, dann habe ich das Eisen als Metall in der Hand und habe eine Schwere und habe einen Glanz und habe unter Umständen einen Geschmack. All diese Sinneswahrnehmungen, die verschwinden in dem Moment, wo ich ins Atomphysikalische gehe. Dann habe ich nur noch Masse und Ladungen. Ich habe keinen Glanz mehr und keinen Geschmack mehr und keine Kristallform mehr, das ist alles verschwunden. Ich habe das Eisen auf das Atom, auf diesen atomaren Zustand reduziert in meinem Anschauen und da verschwindet einiges. Das bleibt da einfach nicht erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt in dem Moment, wo ich fokussiere und ins Detail gehe, verliere ich in der Anschauung den Zusammenhang. Da wir aber wissenschaftlich überwiegend nur empirisch vorgehen, das heißt nur auf das schauen, was ich in der Anschauung habe und nur das wissenschaftlich zulässige Gedanken sind, die ich durch die Anschauung prüfen kann, geht mir zwangsläufig der Zusammenhang verloren. Denn das, was der große Zusammenhang ist, der verloren geht, wenn ich ins Detail in die Analyse gehe, den muss ich ideell gedanklich ständig aktiv erzeugen, damit er mir nicht verloren geht. Und dieses aktiv diesen Zusammenhang erzeugen, das in Anführungsstrichen verbietet das Prinzip der Empirie. Nur so, dass man diesen Wissenschaftsbetrieb, da auf der einen Seite das ganz Wertvolle, diese Details zu bekommen, und auf der anderen Seite das, was in der großen Anschauung an Zusammenhängen noch sichtbar ist, das verschwindet mir im Detail. Zwangsläufig. Da kann man hunderte Beispiele anführen, wie das verschwindet in dem Moment, wo ich da ins Kleine gehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist das, worauf Steiner hinweist im landwirtschaftlichen Kurs mit dem Satz: Hier sehen Sie, wie wir immer in die großen Kreise, in die großen Zusammenhänge hineinschauen wollen, und nicht in das Kleine, in das Mikrokosmische. Dass man diesen großen Zusammenhang ideell eigentlich ständig halten muss, und dann kann man auch in der Analyse in diesem Kleinen noch etwas gewinnen, was verloren geht, wenn ich das nicht tue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=1283s Evolution: Gradualismus versus Neueinschläge aus der Zukunft 00:21:23] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das so als das eine vorneweg, und das andere, das trifft so die Frage mit Statik und Dynamik und so ruhig eins nach dem anderen. Das ist auch in der Biologie etwas, was in den 60er Jahren eine Revolution ausgelöst hat. Nämlich in dem, was sich aus der Entwicklungstheorie, aus dem Darwinismus entwickelt hat, im Laufe der Zeit, wie Evolution sich vollzieht. Da war eben die Vorstellung, die zwingende eigentlich, kleine genetische Veränderungen durch Zufall, Anpassung und durch diese Veränderungen Evolution, in lauter kleinen Schritten. Und das klassisch gewordene Beispiel dafür war die Evolution der Pferde. Hier nicht weit bei Darmstadt hat man das Urpferdchen in Messel gefunden, so ein spanielgroßes Pferd, das noch mit fünf Zehen am Boden geht, so wie ein Hund. Und da kann man jetzt innerhalb dieser – das sind Eozän, also im Tertiär das nächste Jahr, nächste Jahr, nächste Woche kommt – kann man bis zur Gegenwart lückenlos die ganze Pferdeentwicklung nachvollziehen, bis zu dem Steppenpferd, das wir heute haben, das nur noch auf dem Fingernagel des Mittelfingers geht. In kleinsten Übergängen hat man da diese Fußentwicklung am Pferd, die Größenentwicklung und man kann sagen, das ist alles in schönen kleinen Schritten über lange Zeiträume passiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man hat das andere Problem, und das ist in den 60er Jahren als wissenschaftlicher Gedanke immer mehr ins Bewusstsein gekommen und hat dann auch Gültigkeit bekommen, dass wir nicht der Punktualismus, nicht der Gradualismus – dass graduell kleine Unterschiede Evolution bewirken – sondern dass schlagartig etwas Neues geschieht und ohne Ansicht aus dem Vergangenen. Das war schon Schindewolf, ein Paläontologe in Tübingen, in den 50er Jahren, der das formuliert hat, aber da hat es noch niemand ernst genommen, der gesagt hat: Der Archäopteryx, dieser Urvogel, ist aus dem Ei des Reptils geschlüpft. Das heißt, dass da eine Veränderung in der Abfolge der Lebewelt geschieht, die nicht graduell durch kleine Übergänge geschieht, und dass da ein Impuls kommt, der ist unvorhersehbar, und jetzt kommt was Neues. Und das ist bei all dem, was sogenannte Missing Links, also diese Übergangsformen zwischen Fisch und Amphib, der Quastenflosser, den man da so gefunden hat, der Archäopteryx, der noch Reptilmerkmale zeigt und dann aber schon ein Vogel ist mit echten Federn, dass man da diese Übergänge der Missing Links gesucht hat, und das Problem durch die Phänomene, was die Paläontologie uns liefert, der Zeitraum, in dem dieses Neue entstanden ist, immer kleiner wurde. Immer weniger Zeit für diese langsamen Übergänge. Das ist so letztes Drittel 20. Jahrhundert in der Paläontologie eine ganz, ganz starke Bewegung gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worauf deutet das hin, diese zwei Seiten? Wir haben einmal etwas, das ist in Erscheinung getreten, und das verändert sich jetzt im Wechselspiel mit seiner Umwelt langsam. Das ist also in der Erscheinung und setzt sich jetzt mit dieser Welt auseinander und verändert sich in der Auseinandersetzung mit dieser Welt. Das wäre so eine Pferdeevolution. Das heißt, da habe ich, wenn ich von heute zurück schaue, einen kontinuierlichen Weg. Wo man kausal sagen kann, aus dem Früheren folgt das Spätere. Diese Reihe. Das andere ist die Situation, wie man sie beim Archäopteryx hat, bei diesen Urvögeln, dass da plötzlich etwas Neues kommt. Woher kommt dieser Impuls? Unverständlich. Man spricht davon Super-Mutationen. Das sprach davon, dass man also annimmt, da ist irgendein chaotischer Mutationsprozess geschehen und mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit, wie im Lotto einen Sechser zu gewinnen, war die lebensfähig, diese Mutation. Und jetzt kam etwas ganz anderes. Wenn ich dann nur auf dieser materiellen Ebene bleibe. In dem Moment, wo ich aber sage, da ist ein Einschlag, der kommt nicht als Folge aus der Vergangenheit. Und da ist ein Einschlag, der ist eigentlich etwas, was in der Zukunft liegt. Und aus der Zukunft kommt ein Impuls in die Gegenwart. Dann kann ich den nicht kausal herleiten. Man hat aus der ganzen Reptilevolution keine Möglichkeit zu sagen, aus den Reptilien werden Vögel. Ich kann die Vögel nicht aus den Reptilien herleiten. Der Vogel tritt in Erscheinung und jetzt sehe ich einen Zusammenhang zwischen Reptil und Vogel. Aber der Vogel ist keine Konsequenz dessen, dass die Reptilien da waren. Da kommt ein Neueinschlag, der nicht zu sehen ist. Das heißt, da wirkt etwas aus der Zukunft in die Gegenwart und etwas ist nicht die Folge der Vergangenheit. Dass man so zweizeitliche Beziehungen da drin findet in der Evolution. Dass man so Neueinschläge auf der einen Seite hat und auf der anderen Seite logische Konsequenzen aus etwas, das da ist und sich weiterentwickelt. Wo die Vergangenheit bildend wirkt, einerseits. Aber diese Bildung in die Anpassung führt, das ist das, was Darwin schildert. Und Anpassung ist Ende. Das ist Sackgasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=1686s Die formlose Keimbahn als Ort der Evolution 00:28:06] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Und das ist gerade in der ganzen Anthropopaläontologie. Also das, was den Menschen betrifft mit seinen Vorfahren. Wo man immer wieder sich gefreut hat: Jetzt haben wir wieder eine Übergangsform oder eine Stammform. In der weiteren Forschung hat sich gezeigt: Wieder nur eine Spezialisierung. Ende, ausgestorben. Wir finden diesen Übergang, wo das neue eintritt, nicht fossil. Und dass es prinzipiell unmöglich ist, kann man sich an etwas anderem klarmachen. Nämlich dieses Haeckelsche Grundgesetz: Die individuelle Entwicklung ist eine Wiederholung der Stammesgeschichte. War alles erwähnt, diese Dinge. Dass man, wenn man das ernst nimmt, was da geschieht, dass also ich jetzt auf das individuelle Entwickeln schauen kann und damit vielleicht auch einen Gedanken finde für das, was in der Evolution stattgefunden hat. Was ich paläontologisch finde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich jetzt Kätzchen habe und die Katze wirft Junge, dann können die Jungen aussehen wie die Mutterkatze. Das Gleiche. Mit leichten Veränderungen. Aber wie ist der Übergang von der Mutterkatze zu den jungen Kätzchen? Es ist ja nicht so, dass sich aus der Mutterkatze langsam diese Kindskätzchen entwickeln, sondern zwischen den Generationen ist immer die Eizelle. Das heißt, die nächste Generation entsteht aus etwas, das keinerlei Katze ist. Eine Zelle, ein wässriger Haufen. Eine wässrige Kugel, aus der jetzt wieder die neue Katze entsteht. Und das ist das, was Generationenfolge macht. Sogenannte Keimbahn in der Biologie. Und die ist formlos. Diese Keimbahn hat keine Form. Die ist nur Potenzial. Nur der Spezialist kann die Eizelle von der Katze und vom Menschen unterscheiden. Das sind keine morphologischen Merkmale, die die Eizelle zwischen den verschiedenen Säugetierorganismen unterscheiden würden. Das ist die Potenz. Und da findet die wirkliche Evolution statt, in dieser Keimbahn, in diesem formlosen Flüssigzustand Eizelle. Da kommen die Einschläge. Im landwirtschaftlichen Kurs wird auf diesen Einschlag bei den Pflanzen hingewiesen. Dann nennt es Rudolf Steiner das Samenchaos. Wenn dieses Samenchaos nicht erreicht wird, dann kann nicht der kosmische Impuls kommen für die nächste Generation. Und das, was Form ist bei jedem Tier, das geht in die absolute Formlosigkeit oder in das Chaos zurück in der Eizelle. Und diese Eizellen, da finden die Übergänge statt. Im formlosen Zustand. Das heißt in der Evolution, der Übergang vom Reptil zum Vogel, den werde ich nie finden. Ich finde immer nur Ausgestaltungen von den Einschlägen, die da stattfinden, wo wir nichts erhalten haben können, weil alles flüssig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=1903s Geologische Übergänge: Tod und Neuanfang 00:31:43] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Mit dem Problem haben wir es einfach ständig zu tun. Dass wir dieses Zweiseitige haben, Vergangenheit und Zukunft, als Impulsgeber für das, was in Erscheinung tritt. Das eine ein Anpassungsprozess, der da ist. Den kann man nicht wegleugnen. Und das andere ein Neueinschlag, der etwas möglich macht, was nicht Konsequenz oder Folge der Vergangenheit ist. Und ich glaube, das muss man in dem Allen als Grundlage mit drin haben. Wo sind da jetzt im geologischen Prozess der Erdorganismen entwickelt Konsequenzen aus der Vergangenheit, wo kommen die Neueinschläge? Und das war ja alles jetzt so genannt in dieser Schichtabfolge. Diese Grenze Perm, Trias oder Paläozoikum, Erdaltertum und Erdmittelalter. Dass da etwas am Sterben ist, das sieht man. Bis hin zu den Salzablagerungen, Zechsteinsalze. Das ist ein Absterben und das Salz ist dann quasi das Todeste, was wir materiell haben können. Da ist nichts mehr an Eigenenergie in dieser Substanz schon. Das ist ein Absterben mit einem – ich will das mal so in Anführungsstrichen sagen – was da im Karbon mit diesen Kohlewäldern auftritt, dieses Vegetative. Das ist wie ein Notfrüchten in diesem Prozess. Wo ein nochmal ein sich aufbäumender Lebenskräfte da ist, wie man das bei sterbenden Obstbäumen manchmal hat, dass sie im Jahr bevor sie sterben nochmal ungeheuer tragen. Wo sich da etwas aufbäumt und abstirbt und das ist in der Konsequenz aus der ganzen Abfolge sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dass da jetzt nicht Ende ist mit dem Perm, sondern etwas Neues kommt. Das Zitat von Goethe. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Diese Stelle, das ist gerade da an so einem Übergang Perm, Trias, Paläozoikum, Mesozoikum, so eine ganz ungeheuer spannende, wenn man das paläontologisch anschaut, von dieser Vielfalt einer Tiergruppe, diese Ammoniten, diese schneckenartigen Versteinerungen, die eine große Entfaltung im Paläozoikum hatten. Sehr viele verschiedenste Formen im Devon, eine reichhaltige Ammonitenform. Es sind ein oder zwei Arten, die diese Grenze überlebt haben. Und sagen, die zwei sterben jetzt auch noch von uns aus. Und aus diesen wenigen Arten, ein, zwei Arten, die wir kennen, die da tatsächlich über diese Grenze gingen, entfaltet sich eine neue Ammonitenentwicklung einer grandiosen Vielfalt. Im Jura vor allem dann und in der Kreide. Aber im Jura die größte Blüte. Wo da ganz wenig nur durchgeht. Oder dieses letzte, was jetzt da war. Ich habe es gerade weggewischt. Diese Grenze zwischen Kreide und Tertiär, Erdmittelalter, Erdneuzeit. Da gibt es eine Grünalgenart, eine Foraminiferenart, die im meerischen Plankton überlebt hat. Eine Art kennt man da nur. Und man hat sehr viel Material gerade an dieser Grenze. Man kann sagen, das ist wirklich so ein haarscharf am endgültigen Tod vorbeigehen. Und wenn man diese Übergänge, wo solche Einschnitte sind, wo Tod eigentlich vorprogrammiert ist aus der Vergangenheit, aus dem, was da vorher war, kann ich nicht herleiten, dass jetzt wieder ein Neueinschlag kommt. Dass sich da wieder was Neues entfalten würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=2164s Metamorphose als Bild für die schöpferische Kraft des Bewusstseins 00:36:04] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Und da wird ein anderes biologisches Phänomen auch wieder Bild dafür, auf solche Dinge zu schauen. Nämlich das ist die Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling. Wenn wir im Kokon schauen, was da geschieht, wenn die Raupe sich verpuppt. Dann ist es ein Sterbeprozess und ein Zerfallsprozess, den man vergleichen kann mit einem Regenwurm, der zerfällt. Was da drin passiert. Die ganze Raupe geht kaputt, da bleibt nichts von der Raupe übrig. Bis auf eines, und das ist hochspannend. Nämlich es bleiben einige Ganglienknoten des Nervensystems von dieser Raupe erhalten. Und wenn die auch zugrunde gehen, dann ist es wirklich doof. Und was sind diese Ganglienknoten? Die sind Bewusstseinsorgan, Nervensystem. Wenn das Bewusstseinsorgan erhalten bleibt, kann aus dem Toten etwas Neues entstehen. Etwas völlig anderes. Etwas ganz Neues.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist so eine Frage überall dort, wo absterbende Dinge sind, wenn wir in unsere ganze Umweltproblematik als Menschen heute reinschauen. Es ist wirklich tot, wenn wir so weiter dahin dümpeln. Ohne Bewusstsein. Aber wenn man an dem wach wird, wenn das Bewusstseinsorgan Mensch eingreift in diesen Absterbeprozess, dann kann wirklich was Neues kommen. Und ich glaube, das sind all die Zusammenhänge des landwirtschaftlichen Kurses, die da ganz tief angesprochen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=NVi3AMnJFbM&amp;amp;t=2275s Geologie als organische Wissenschaft: Eine persönliche Perspektive 00:37:55] ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist schon ein bisschen länger geworden, aber ein wichtiges Fundament, wenn man auf diese ganzen geologischen Prozesse schauen will, die eben in der ganzen wissenschaftlichen Anschauung der Geologie rein physikalisch, chemisch nur verstanden werden und nicht organisch. Und im Grunde ist das Wort Geologie nicht berechtigt für diese Wissenschaft. Denn Geo ist die Erde und Logos das Wort, das Verstehen, das Eindringen mit Verständnis in den Zusammenhang der Erde. Aber der Geologe guckt nur auf die Steine und das Wasser. Hydrogeologe und Petrograph. Das heißt, da ist keine Geologie. Ich muss einfach die ganzen Naturreiche, die auf der Erde sind, mit einbeziehen in diesen Prozess, um ihn zu verstehen. Und das tut der Geologe als Geologe nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das muss ich sagen, ich habe selber die Geologie studiert, habe das Studium 83 abgeschlossen. Das heißt, das sind jetzt wie viele Jahre? 34 Jahre. Seitdem, und das war für mich ein innerer, ungeheurer Umwandlungsprozess, zu akzeptieren, ich muss da was anderes noch dazu einbeziehen, wenn ich Geologe sein will. Wir haben einfach so eingeschleicht in diesen ganzen Theorien mit dem Aktualismusprinzip usw. drinnen ist das nur in einem statischen, im Denken statischen Zustand anschaut. Im Moment, wo das Denken da dynamisch jetzt eben solche Tier- und Pflanzenprozesse im Sichtbaren mit einbezieht, und den Menschen in noch einem Umkreis mit dazu denkt, dann wandeln sich die Phänomene in ihrer Sprache. Und da sind wir einfach Zeitgenossen. Dass es ganz, ganz schwer ist, das organisch zu denken. Dass man das Wort Erde als Organismus nicht nur als Metapher nimmt, sondern wirklich real. Das ist ein gesamtorganischer Zusammenhang. Und was wir da jetzt machen, sind eben Gewebsanalysen gewesen bisher, wenn man so will. Mit Hinweisen auf Lebenszusammenhängen. Aber diese Schichtabfolge, das was da alles ist, das ist eben ein biografischer Gewebeabriss, wenn man so will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10124</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-11T00:07:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:04:14&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär)  00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09 ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gliederung des Känozoikums 00:23:12 ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57 =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43 ====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 =====&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25 =====&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33 ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das Hegau 00:56:20 =====&lt;br /&gt;
Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der [[w:Schwäbischer_Vulkan|Albvulkanismus]], und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal... da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]] und den darunterliegenden [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]]. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Kaiserstuhl und Vogelsberg 01:01:38 =====&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der [[w:Kaiserstuhl_(Gebirge)|Kaiserstuhl]] bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der [[w:Vogelsberg|Vogelsberg]], hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und [[w:Tuff|Tuffe]], Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ====&lt;br /&gt;
Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10115</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-09T14:50:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:00:18&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär)  00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09 ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gliederung des Känozoikums 00:23:12 ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57 =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43 ====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 =====&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25 =====&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33 ====&lt;br /&gt;
So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, der mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die [[w:Hegau|Hegau]]-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den [[w:Hohentwiel|Hohentwiel]], das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz, reiner [[w:Phonolith|Phonolith]]-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den [[w:Hohenhewen|Hohenhewen]], den [[w:Hohenkrähen|Hohenkrähen]], das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den [[w:Hohenzollerngraben|Hohenzollerngraben]], und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den [[w:Schwäbischer_Vulkan|Urach-Vulkanismus]], wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen. Und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens eine stümperhafte Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
01:00:18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der Albvulkanismus, und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal, da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden Keuper, den darunterliegenden Muschelkalk und den darunterliegenden Buntsandstein. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der Kaiserstuhl bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der Vogelsberg, hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und Tuffe, Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_2._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10098</id>
		<title>Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-07T16:31:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Erste Überschrift &amp;quot;Transskription des Vortrags vom ...&amp;quot; entfernt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 2. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A|thumb|Vortrag vom 17. Juli 2017[https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
+++ Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=27s Einleitung und Rückblick 00:00:27] ===&lt;br /&gt;
Ja, also, können wir fortfahren. Die letzten fünf Minuten, habe ich gehört, die sind nicht mehr so ganz aufs Band gekommen. Ich will nochmal kurz wiederholen, was da am Ende unserer Vortragsbetrachtung ich noch versucht habe anzudeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte zuletzt gesagt, dass [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die gesamte [[A:Anthroposophie|anthroposophische Geisteswissenschaft]] gegründet hat, auf die Tatsache, dass drei maßgebliche Persönlichkeiten im 19. Jahrhundert als Hauptvertreter des Materialismus in Erscheinung getreten sind. Und das war erstens [[w:Matthias_Jacob_Schleiden|Schleiden]], der Begründer der [[w:Zelltheorie|Zellentheorie]], dass der Organismus aufgebaut ist aus Zellen. Das konnte man vorher gar nicht denken, der Mensch war Mensch, und jetzt ist der Mensch gar nicht mehr so richtig von Bedeutung, sondern es ist nur eine Anhäufung von Zellen. Also, Begründer der Zellentheorie, Schleiden, übrigens erwähnt er den Schleiden auch im Landwirtschaftlichen Kurs, im ersten Vortrag, im Zusammenhang mit dieser Regengeschichte, der Regentonnen, ob das Regenwasser eine andere Qualität hat als das Brunnenwasser beim Waschen. Erinnert ihr euch, [[Landwirtschaftlicher Kurs]], der erste Vortrag, wo der Andere gesagt hat: &amp;quot;Nee, nee, lass mal die Frauen entscheiden.&amp;quot; Und da haben sie alle, wenn Vollmond war und Regenschauer zu erwarten war, haben sie ihre Wäsche gewaschen und nicht bei Neumond. Das ist diese Geschichte, wo der Schleiden auch eine Rolle spielte. Also der Schleiden als Begründer der Zellentheorie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Zweite: [[w:Charles_Darwin|Darwin]] mit der Begründung der Deszendenztheorie, also [[w:Abstammungstheorie|Abstammungslehre]], 1859. Und dann 1869 [[w:Gregor_Mendel|Gregor Mendel]] mit der Begründung der [[w:Genetik#Geschichte|Vererbungstheorie]]. Er hat die Vererbungsgesetze quasi entdeckt, experimentell, Gregor Mendel. Die habe ich genannt als diejenigen, die jetzt, wo Rudolf Steiner gesagt hat, die waren Voraussetzungen, dass er überhaupt mit der Anthroposophie, ... die auf die Erde bringen konnte, weil die sozusagen die rein vom sinnlichen Wahrnehmen ausgehenden Phänomene, weil die sozusagen die in die Theorie erhoben haben und damit Generalaussagen gemacht haben über die Entstehung des Lebens. Zellentheorie, Deszendenztheorie und Vererbungslehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=223s Die Urknalltheorie und ihre Implikationen 00:03:43] ====&lt;br /&gt;
Und heute ist es so, dass diese Polterkammer, von der schon Goethe gesprochen hat, das heißt, dass das eigentlich alles nur durch Zufall irgendwie zusammengewürfelt, dann das evolutive Produkt der Pflanzenwelt, der Tierwelt, den Menschen hervorgebracht hat, dass es alles Zufallserscheinungen sind, dass das Primat die Materie hat. Das ist das Erste und Letzte. Die Materie. Und alles andere, was an Pflanze, an Tierwelt, an Menschheit da ist, ist nur abgeleitet, entsteht mit der Materie und vergeht mit der Materie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die heutige Auffassung. Und daraus ist dann eben auch entstanden, aus allerlei mathematischen Überlegungen und sonstigen Phänomenen, dass der ganze Kosmos eigentlich nichts anderes ist als ein Ergebnis eines [[w:Urknall|Urknalls]], wo aus materiellen Zusammenballungen diese - das ist alles mathematisch gründlich bearbeitet, so ist das nicht, das ist nicht einfach nur ein Fantasieprodukt, aber das ist eine maßlos abstrakte Theorie - dass es da plötzlich einen Urknall gegeben hat, und damit ist der ganze Kosmos auseinandergeflogen. Sämtliche Galaxien, die da den Himmel bevölkern, zu Tausenden und Hunderttausenden Millionen Galaxien, also Sonnensystemen, dass die immer mehr expandieren und dass natürlich in diesem Weltbild die Erde so gut wie keine Bedeutung mehr hat. Sie ist ein Staubkorn im Weltall, eigentlich mehr nicht. Da hat sich eben als Zufallsprodukt die ganze Evolution ergeben, wo wir sozusagen diejenigen sind, die diese Evolution heute denken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Urknalltheorie nimmt, die geht letzten Endes in den Anfängen auf [[w:Immanuel_Kant|Kant]] und [[w:Pierre-Simon_Laplace|Laplace]] zurück. Also schon im 18. Jahrhundert, Emanuel Kant, der große Philosoph, und Laplace, das war ein französische Naturforscher, die haben schon die Grundlagen zu dieser Theorie geschaffen. Und Goethe hat sich natürlich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Und wenn man diese Urknalltheorie nimmt, dann wird man einfach sagen müssen: Evolution oder der Entwicklungsgedanke ist sinnlos geworden. Einfach sinnentleert. Was kann ich da noch für einen evolutiven Sinn in der Tatsache sehen, dass da irgendwie ein gedachter Energieklotz hoch verdichtet, aus irgendeinem Grund platzt und dann das ganze Weltall entsteht? Was kann man dem noch für einen Sinn abgewinnen? Der Entwicklungsgedanke, der die ganzen letzten 300 Jahre der naturwissenschaftlichen Entwicklung so maßgeblich bestimmt hat, der endet damit, dass er eigentlich sinnlos ist. Das sind nur noch reaktive Folgen dieses Urknalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=443s Der Entwicklungsgedanke im ökologischen Bewusstsein 00:07:23] ====&lt;br /&gt;
Naja, und wenn man jetzt nochmal auf die heutige Anschauung hinschaut, dann lebt ja der Entwicklungsgedanke irgendwo noch zart fort im &#039;&#039;ökologischen Bewusstsein&#039;&#039;. Also in der modernen [[w:Ökologie|Ökologie]] ist man ja durchaus anknüpfend, durchaus auch an [[w:Ernst_Haeckel|Haeckel]], an das [[w:Biogenetische_Grundregel|biogenetische Grundgesetz]], ist man doch noch geneigt zu sagen: Ja, man muss ja doch sehen, dass wir die Schöpfung erhalten. Das beherrscht heute das Bewusstsein aller Menschen. Jeder vernünftige Mensch würde sagen, wir müssen die Schöpfung erhalten. Wir dürfen die alle nicht vor die Hunde gehen lassen, nicht auf die Müllkippe bringen, sondern wir müssen irgendwo sehen, dass wir jetzt diese Plastikreste aus dem Pazifik da fischen und die Fische wieder ein bisschen retten und ein paar Insekten noch retten, die noch übrig geblieben sind, und überhaupt etwas verantwortlicher mit der Schöpfung umgehen. Das ist so der ökologische Gesichtspunkt als Weltanschauungsgesichtspunkt heutzutage. Übrigens geht der Begriff der Ökologie auf Haeckel zurück. Ernst Haeckel, den ich hier an die Tafel gemalt habe, der hat diesen Begriff überhaupt erst gebildet. Und aus diesem Bewusstsein heraus ist der [[w:Ökologische_Landwirtschaft|ökologische Landbau]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=548s Kritik am ökologischen Landbau und der Nachhaltigkeit 00:09:08] ====&lt;br /&gt;
Und der ökologische Landbau, der denkt auch [[w:Evolution|Evolution]]. Er hat auch in gewissem Sinne eine Beziehung zum Entwicklungsgedanken, insoweit, als er sagt eben: wir müssen erhalten, was da ist. Und müssen es so erhalten, dass es nachhaltig auch weiter da ist. Der Begriff der [[w:Nachhaltigkeit|Nachhaltigkeit]] ist ja ganz aus dem ökologischen Bewusstsein heraus entstanden, nicht aus dem biologischen. Im Grunde genommen ist der Begriff der Nachhaltigkeit sehr zu hinterfragen, weil es im Grunde genommen nur ein Fortsetzungsbegriff ist dessen, was schon ist, was man zu erhalten hat. Die Natur, die Schöpfung ist vor unseren Augen ausgebreitet. Und jetzt müssen wir sehen, dass wir sie erhalten anstatt kaputt machen. Und Nachhaltigkeit bedeutet, so zu arbeiten, dass wir möglichst so wenig schädigen wie nur möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökologen sind förmlich - ich möchte nicht sagen besessen - aber sie sind irgendwo blockiert von dem Gedanken, dass der Mensch eigentlich der große Verbrecher ist. Der Mensch ist es, der im Grunde genommen die Schöpfung kaputt macht. Was er auch macht, egal wie, er schädigt. Und das Beste wäre, es gäbe überhaupt keine Menschheit auf der Erde. Dann könnte die Natur sich aus ihren eigenen Gesetzen wunderschön entwickeln. Und dieser Gesichtspunkt, dass die Zukunft nichts anderes ist, als dass wir das Vergangene erhalten in dem Zustand - mindestens in dem Zustand, oder noch nicht mal in dem Zustand, wie es mal war, aber doch immerhin - dass es unsere Bemühung sein soll, das ist auch, ich möchte sagen, eine Sackgasse. Da ist eine Sackgasse, da hört es dann irgendwie auf. Dann ist die Zukunft nichts anderes als die Fortsetzung der Vergangenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und insofern ist tatsächlich der ökologische Landbau in gewissem Sinne - das wollte ich doch nochmal in diesem Zusammenhang betonen - in einer zwiespältigen Situation. Weil er treu studiert - das muss man ja wirklich sagen - dasjenige, was in der Natur an Gesetzen waltet, dass man dem versucht Rechnung zu tragen, man aber davon ausgeht, dass die Schöpfung um uns herum, die Mutter Natur, das [[w:Oikos|Oikos]], das große Haus der Natur - Oikos heißt auf Griechisch Haus - dass wir das erhalten müssen. Daraus ergibt sich aber kein Zukunftsgesichtspunkt, sondern Nachhaltigkeit heißt dann nur Fortsetzen dessen, was schon da ist. Und insofern hat sich eigentlich der Ökologe irgendwo selber Grenzen gesetzt, weil er gesagt hat, dass der Mensch eigentlich nur Zerstörer ist, und nicht Entwickler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=768s Die Mission des Menschen in Bezug auf die Natur 00:12:48] ====&lt;br /&gt;
Und das ist eigentlich eine Prämisse, die man nicht diskursiv, also nicht durch Argumentation hin und her beantworten kann, die muss jeder für sich selbst beantworten. Inwiefern es wirklich eine Möglichkeit gibt, dass der Mensch nicht nur die Natur zu retten hat, sondern dass er die Natur zu entwickeln hat. Dass das eigentlich die Aufgabe und die Mission des Menschen ist, der Natur vorauszuschauen, vorauszudenken, ihre Entwicklung in die Zukunft zu führen. Und nicht nur zu meinen: Ich kann nichts anderes tun, als den Schaden, den ich verursache, zu minimieren. Ich habe das, glaube ich, schon mal im Januar gesagt, das lässt sich vergleichen mit diesem Rätsel, was die Griechen sich selber aufgegeben haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das Beispiel genommen, [[w:Achilles_und_die_Schildkröte|Achilles und die Schildkröte]], erinnern Sie sich? Und das ist genau das Problem des ökologischen Landbaus. Achilles mit der Schildkröte, die haben eine Wette abgeschlossen, die beiden. Und die Schildkröte hat sich dann bereit erklärt zu dieser Wette mit Achilles und hat gesagt: &amp;quot;Ja, lieber Achilles, ich weiß ja, dass du ein Schnellläufer, der größte Schnellläufer bist der Welt, aber ich lasse mich mal auf die Wette ein, wer schneller von uns beiden ist.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Lieber Achilles, du kannst mir ja einen kleinen Vorsprung geben.&amp;quot; Und er sagt: &amp;quot;Ja, selbstverständlich, kein Problem.&amp;quot; Und dann hat er schon verloren gehabt. Denn jetzt kommt das Rätsel. Das Rätsel besteht darin, und das ist unauflösbar, wenn man so denkt. Das Rätsel besteht darin, dass die Schildkröte jetzt einen kleinen Vorsprung hat. Und jetzt starten die zu gleicher Zeit, die Schildkröte und Achilles. Und indem Achilles jetzt zu dem Punkt kommt, wo die Schildkröte gestartet ist, war sie schon ein Stück weiter. Und wie er zu dem Punkt gekommen ist, wo sie jetzt war, war sie schon wieder ein Stückchen weiter. Und wie Achilles an den Punkt gekommen war, war sie schon wieder ein kleines Stückchen weiter. Und so weiter und so weiter. Er kann sie nie erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kann sie nie erreichen. Es ist mathematisch nicht möglich, dass, wenn man so denkt, die Schildkröte je erreichbar ist, weil Achilles sich nur [[w:Asymptote|asymptotisch]] der Schildkröte annähern kann. Verstehen Sie das? Der Gedanke, dass der reine Raumaspekt, Abstand - wenn man nur den Raumaspekt nimmt, dann kann Achilles, der größte Schnellläufer der Welt, er kann die Schildkröte nie erreichen. Er kann sich ihr nur asymptotisch nähern. Und das ist die Situation des ökologischen Landbaus, des Entwicklungsgedankens heute. Man kann der Natur nie gerecht werden. Man kann sie nie erreichen. Die Ganzheit, die Schöpfung, die ist vom Menschen nie erreichbar, sondern man kann nur den Schaden, den man verursacht dadurch, dass man menschlich handelnd in die Natur eingreift, minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dieses Gesetz ist eben nur möglich zu durchbrechen, wenn man zum Raum eine weitere Dimension hinzunimmt, und das ist die Zeit. Und wenn ich jetzt dasselbe - das Rätsel löst sich eigentlich nur dadurch, dass ich die Dimension der Zeit hinzunehmen muss, denn Weg x Zeit = Geschwindigkeit. Das ist ein physikalisches Gesetz. Weg mal Zeit gleich Geschwindigkeit, und selbstverständlich nach kurzer Zeit überholt der Achilles-Läufer die Schildkröte. Wenn man die Dimension der Zeit hinzunimmt. Und so müssen wir sehen, der ökologische Landbau handhabt nur diese beiden Dimensionen in gewissem Sinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt müssen wir sehen, wie können wir eine weitere Dimension hinzunehmen, dass wir als Menschen in der Lage sind, über die Natur selber hinauszuwachsen. Die Natur über sich selber hinauszuführen. Dass wir im Sinne des Spruches von [[A:Novalis|Novalis]] sagen können: Wir stehen in einer Mission, [[w:Novalis#Triadenstruktur|zur Bildung der Erde sind wir berufen]]. Das ist diese Mission. Und jetzt ist die Frage: Welcher Art kann diese Dimension nur sein? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1078s Der Landwirtschaftliche Kurs und der Entwicklungsgedanke 00:17:58] ====&lt;br /&gt;
Und die Antwort auf diese Frage ist im Grunde genommen - Entschuldigung, wenn ich das nochmal so plakativ sagen soll - der [[Landwirtschaftlicher Kurs|Landwirtschaftliche Kurs]]. Als kleiner Ausschnitt, selbstverständlich an einem viel umfassenderen Gesichtskreis, in den der eingebettet ist.  Aber der Begriff der landwirtschaftlichen Individualität, den [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] zu Beginn des zweiten Vortrages entwickelt, ist nichts anderes wie der verkörperte Entwicklungsgedanke. Also dass der Entwicklungsgedanke, der bisher quasi ohne den Menschen - der Mensch ist sozusagen oft dem Entwicklungsgedanken mitgeschwommen, bis zum Erwachen seines Selbstbewusstseins. Da waren sozusagen die Götter noch Entwicklungstragende, und die Menschheit schlief ihren Menschheitstraum. Und das ging so bis in die vergangenen Kulturepochen, und immer mehr erwachte der Mensch zu seinem Selbstbewusstsein. Und heute ist er so weit erwacht, dass er willentlich das ganz Böse tun kann, die ganze Erde zerstören. Der atomare [[w:Overkill|Overkill]] ist ja heute möglich, und zwar hundertfach, tausendfach kann man die Erde zerstören, wenn man das Atombombenarsenal mal explodieren lassen würde. Also wir haben alle Mittel in der Hand, alles kaputt zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben wir nicht auch alle Mittel an der Hand, eine zukünftige Entwicklung zu inaugurieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ist das nicht sozusagen der Ansatzpunkt des Novalis gewesen, zu sagen: &#039;&#039;&#039;Zur Bildung der Erde sind wir berufen?&#039;&#039;&#039; Und was heißt das? Was heißt das wirklich? Dass wir nicht bei der Natur stehenbleiben, sondern die Natur mitnehmen, mit unserer eigenen Entwicklung mit in die Zukunft nehmen. Das ist unsere Aufgabe heute. Wir müssen die Natur quasi überholen, wir sind quasi ihr eigenes Produkt, leiblich, physisch gesprochen, sind wir das Produkt des Wesens, und jetzt sind wir geistig-seelisch so erwacht zu unserem eigenen Selbst, dass wir jetzt uns selber in Freiheit auffordern müssen, dieses Produkt zu verwenden, um die Natur durch unsere Arbeit in die Zukunft in eine neue Entwicklung zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern ist wirklich der Entwicklungsgedanke dem landwirtschaftlichen Kurs und der Anthroposophie von vorne bis hinten immanent. Deswegen sage ich, der Entwicklungsgedanke, wenn man den wirklich denkt, das ist der modernste, der schönste, der zukunftsträchtigste Gedanke, den man auch denken kann und - wenn ich das mal einfach so sagen soll - der christlichste. Wenn man das Christentum verstehen will, ist es nichts anderes als die Verwirklichung des Entwicklungsgedankens, dass ich nicht bei mir stehen bleibe in dem Selbst, wie ich nun mal gerade bin, sondern dass ich fortdauernd mich in Entwicklung begreife, fortdauernd einen Schritt in die Zukunft tue und - wie das [[w:Franz_Marc|Franz Marc]] mal gesagt hat - kennen Sie Franz Marc, den Maler? Einer der bedeutendsten Maler, oder [[w:Wassily_Kandinsky|Kandinsky]], die um die Jahrhundertwende, sozusagen Impressionisten und Expressionisten, gemalt haben. Franz Marc, der große Tiermaler, der hat mal gesagt, noch vor dem 1. Weltkrieg - er ist im 1. Weltkrieg gefallen vor Verdun - , der hat diesen Ausspruch getan: &amp;quot;Auf jedem Gegenstand der Welt ruht ein Pfand der menschlichen Erkenntnis.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wir - da meinte er diesen Malerkreis, die [[w:Der_Blaue_Reiter|Blauen Reiter]] nannten die sich - wir schreiten ins Ungewisse. Wir schreiten ins Ungewisse, wo eben kein Pfand der menschlichen Erkenntnis auf den Dingen ruht. Und unsere Schritte zittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Marc. Wir schreiten in eine Welt, die noch vollkommen unbeleckt ist sozusagen. Und unsere Schritte zittern. Ein wunderbarer Ausspruch. Und so müsste unsere Haltung sein - im biologisch-dynamischen - dass wir eigentlich immerfort mit unserem Bewusstsein ein Stück voraus sind dem, was wir gerade in der Lage sind zu tun. Immer voraus sein. Immer ein Stück weiter. Nie was zur Routine gerinnen lassen. Das ist das Fürchterlichste, was einem passieren kann, wenn man nur einen Routine-Menschen [... Rest des Satzes nicht verständlich]. Sondern immer mit einem Bewusstsein voraus sein und versuchen, alles dran zu setzen, dass ich mitkomme, dass ich mit mir selbst mitkomme. Verstehen Sie, was ich damit meine? Man muss sich selbst voraus sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das heißt Entwicklung. Und das heißt Selbstverwandlung. Und in dem Maße, als ich mich selbst verwandle, nicht derselbe bleibe, wie ich gestern war, dann kann auch Entwicklung nach außen sich mehr und mehr zur Geltung bringen, im Sozialen zum Beispiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1428s Einführung in den Aufbau der Erde 00:23:48] ===&lt;br /&gt;
So, und jetzt aber müssen wir ein weiteres Thema anschlagen. Also, wir wollen jetzt die Frage stellen, was ist eigentlich der Aufbau der Erde? Wie stellt man sich das heute überhaupt vor? Wie kann man da überhaupt eine Anschauung gewinnen? Denn wir schauen ja immer nur auf die Oberfläche der Erde. Eigentlich sehen wir nur Formen, außer in unserem ganzen Gesichtskreis, sehen wir nur Formen der Pflanzen, Formen der Tiere, Formen des Erdbodens. Aber was ist denn unter unseren Füßen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können auch bis zu den Sternen hochgucken. Dann sehen wir so Leuchtpunkte am gestirnten Himmel. Wir sehen die Sonne, wir sehen den Mond, wir sehen die Planeten in ihren ganzen Bewegungen. Aber was ist unter unseren Füßen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Gegenstand der Geologie. Und wie kann ich da überhaupt Phänomene finden, dass ich mir die Frage beantworten kann, was baut eigentlich die Erdrinde, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]] auf? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr könntet mir ja die Frage beantworten. Also wie kann man überhaupt ein Bild gewinnen von etwas, was nicht mehr nur die äußere Oberfläche der Erde ist, sondern wo ich einen Eindruck gewinne von dem, was eigentlich in den Tiefen der Erde sich aufbaut. Also nicht, dass man dann meint, man müsse übersinnlich an die Dinge rangehen, sondern rein aus der Anschauung heraus. Zunächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eigentlich so naheliegend. Zunächst mal. Also Spaten nehmen. Ich könnte den Spaten nehmen, Loch graben, aber da kommt man nicht sehr weit. Das macht ihr ja hin und wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1589s Methoden zur Erforschung der Erdkruste 00:26:29] ====&lt;br /&gt;
Also dasjenige, was eigentlich als Allererstes auffallend ist in Bezug auf größere Mächtigkeiten der Erdrinde, das ist die [[w:Stratigraphie_(Geologie)|Stratigraphie]] der Erdschichtungen. Und die findet man meistens irgendwo erschlossen in den Gebirgen. Aber da ist es sehr schwierig, da sich zurechtzufinden. Man findet sie erschlossen in jedem Steinbruch. Jeder Steinbruch lässt einen im Buch der Natur lesen. Wirklich. Deswegen, wenn ich durch die Lande fahre und sehe irgendeinen Steinbruch, dann breche ich sofort die Reise ab und fahre da hin und gucke, was das ist. Das ist mir in Brasilien mal so gegangen. Da fuhren wir von [[w:Florianópolis|Florianopolis]] da irgendwo zu einem heilpädagogischen Heim. Da sah ich so einen Höhenrücken da drüben und so einen weißen Streifen. Das war ziemlich weit entfernt. Das war abends. Und da hab ich gesagt, stopp! Jetzt suchen wir den nächsten Weg. Das war so ein ganz holperiger Weg, da fuhren wir querbeet in die Landschaft auf diesen weißen Streifen zu, ich wollte wissen, was das ist. Da war das ein sogenannter [[w:Pegmatit|Pegmatit]] - ich komm da nochmal drauf zu sprechen. Dann war da so ein Tor, und da habe ich das Tor mit Gewalt aufgemacht. Da lag unten so ein großer Stein, keilförmig unter dem Tor. Da habe ich den mit den Füßen weggestoßen und den aufgehoben. Da war das ein [[w:Quarz#Variet%C3%A4ten|Bergkristall]], ein mächtiger, gewaltiger Bergkristall. Da dachte ich, hier bin ich gerade richtig. Dann sind wir da rein. Wir haben uns da rumgeguckt, die Arbeiten waren im Hintergrund. Die dachten, was sind das für Diebe, die hier des Weges kommen. Die haben Kristalle abgebaut für die optischen Gläser, so wie hier im Taunus auch. Aber das waren alles wunderbare Kristalle, die haben die zerkloppt mit dem Hammer. Die Glimmer-Pakete waren so groß - wir kommen auf den [[w:Glimmergruppe|Glimmer]] noch zu sprechen - , die [[w:Feldspat|Feldspäte]] waren alle verwittert zu [[w:Kaolin|Kaolin]]. Das ist ein weißes Tonmineral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ich hinkomme, und ich sehe nur irgendwas in der Richtung, dann weiß ich, wo ich bin. Dann weiß ich, wo ich bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Stratigraphie, das heißt, das, was der Laie entdeckt hat, die Schichtungen der äußersten Erdkruste, die kann man sich dann nach und nach erschließen, wenn man in verschiedenen Gegenden die Steinbrüche aufsucht. Oder aber [[w:Bohrkern|Bohrkerne]] studiert: heute werden ja Tiefbohrungen niedergelassen in die Erde. Und wenn man diese Bohrungen dann näher betrachtet, merkt man auch, dass man hier verschiedene Schichtungen der Erde durchstößt. Also die Stratigraphie, das ist das, die kann man eigentlich nur vernünftigerweise studieren, wo das Land, die Geografie sich verebnet. Also in großen [[w:Ebene_(Geographie)|Ebenen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber leider Gottes gibt es in den großen Ebenen keine so tiefgehenden Steinbrüche. Also die Erdablagerungen in Verebnungen der [[w:Norddeutsches_Tiefland|norddeutschen Tiefebene]] zum Beispiel, oder weit nach Russland rein, die liegen sozusagen noch in ursprünglicher Lagerung. Die obersten Schichten sind die jüngsten, die ältesten gehen nach unten. Also da kann man sich einen Aufschluss drüber verschaffen. Auch über Bergwerke, wenn man 1000 Meter abtäuft, dann weiß man auch, dass man da eine Schichtenfolge antrifft. Steinbrüche, Tiefbohrungen usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1849s Studium der Gebirgsbildungen 00:30:49] =====&lt;br /&gt;
Das Zweite ist, dass man die Gebirgsbildungen studiert. Also wenn man in die [[w:Alpen|Alpen]] kommt, oder in die [[w:Amerikanische_Kordilleren|Kordilleren]], oder in die [[w:Rocky_Mountains|Rocky Mountains]], oder wo auch immer auf der Welt, und studiert jetzt wirklich solche Gebirgsbildungen, Gesteinsbildungen im Gebirge, dann kann man auch allmählich ein Bild gewinnen für das, was unter den eigenen Füßen ansteht, aber unsichtbar ist. Im Gebirge wird es sichtbar, es ist emporgehoben. Aber sich im Gebirge zurechtzufinden in Bezug auf die entsprechenden stratigraphischen Schichten ist sehr, sehr schwer. Das hängt damit zusammen, dass durch die Gebirgsbildung nicht nur eine [[w:Hebung_(Geologie)|Hebung]] stattfindet, sondern in aller Regel auch eine Horizontalbewegung, dass ganze Schichtkörper [[w:Überschiebung|übereinander geschoben]] werden und dann möglicherweise sich falten und dann liegt plötzlich das Junge unten und das Alte oben. Also sich in den Gebirgsgegenden wirklich ein klares Bild des Krustenaufbaus der Erde zu verschaffen, das erfordert schon sehr viel Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=1940s Leitfossilien als Orientierungshilfe 00:32:20] =====&lt;br /&gt;
Nun ein Weiteres in Bezug auf die Stratigraphie: Da kann man sich orientieren an den sogenannten [[w:Leitfossil|Leitfossilien]]. Das ist überhaupt die Methode, über weite, weite Gebiete, auch von Kontinent zu Kontinent, zu sagen, das gehört dann demselben Zeitalter an wie die Ablagerungen hier. In Russland, in Australien oder in Amerika, da haben sich ja zeitgleich bestimmte Prozesse vollzogen, und diese Zeitgleichheit zu entdecken, dazu dienen die Leitfossilien. Also man weiß dann, ganz bestimmte Ablagerungen haben ein ganz bestimmtes Fossil in der Evolution erhalten, sei es ein Fisch, sei es eine Pflanze, die nur in diesem Zeitalter, in dieser Form entstanden ist. Und wenn man das in Amerika findet und hier findet, dann weiß man, man ist da in einem synchronen Prozess drin. Also das können Fossilien sein von Tieren, das können Fossilien sein von Pflanzen, also Petrifakte, Versteinerungen, oder es können [[w:Mineral|Minerale]] selbst sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also in den Ablagerungen bestimmte Minerale, die nur unter Meeresbedingungen entstehen. Also zum Beispiel ist das sehr maßgeblich in der Bodenseelandschaft, im voralpinen Raum, in den [[w:Molassebecken|Molassegebieten]], da um den Bodensee herum. Wenn man Klarheit gewinnen will über die Schichten, dann ist der sicherste Hinweis, dass hier eine Süßwasserablagerung gefolgt wird von einer Meeresablagerung, weil da ein Mineral erscheint, das heißt [[w:Glaukonit|Glaukonit]]. Glaukonit bildet sich nur als Mineralkonkretion unter Meeresbedingungen. Und es ist sehr kalireich, Glaukonit. Und es ist grün. Und das sieht man dann schon an der Farbe: Das müsste eigentlich eine Meeresmolasse sein, das ist mehr eine Süßwassermolasse. Also solche Kriterien sind maßgebend, um sich Klarheit zu verschaffen über Ablagerungen verschiedener Zeitalter. Es ist heute so entwickelt, die Stratigraphie, dass man mehrere Leitfossilien für eine Schicht kennt, an der man sich orientieren kann, wenn man in Amerika ist, ob das dieselbe Schicht ist, die auch hier in Europa abgelagert ist. Das ist ein hochinteressantes Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2133s Erscheinung der Plutonite und Urgesteine 00:35:33] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres, neben der Stratigraphie und der Gebirgsbildung, ist, dass da Gesteine in Erscheinung treten, die unter den stratigraphischen Ablagerungen liegen. Also man hat oben die [[w:Erdkruste|Erdkruste]], da hat man jetzt Ablagerungen, wir kommen auf die Zeitalter im Einzelnen zu sprechen. Eine ganze Fülle von Schichten, Schichten, Schichten. Und da drunter ist was. Und das ist das Urgestein. Das sind die [[w:Plutonit|Plutonite]], die wir schon mal angesprochen haben. Wir haben oben die [[w:Sedimente_und_Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], die bilden die Ablagerungen, und darunter ist dann das eigentliche Urgestein, das man eben auch als Plutonite bezeichnet. Und ein solches Urgestein ist der [[w:Granit|Granit]]. Ich werde Ihnen noch von Goethe hier noch was vorlesen über den Granit, wenn wir irgendwann mal Zeit haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Urgestein taucht nur in den Gebirgen auf. Überall, wo Gebirgsbildungen sind, taucht etwas, was ganz, ganz tief, tief, tief unten in der Erde ist, taucht plötzlich als Gesteinsbildung in den Gebirgen auf. In verschiedensten Modifikationen. Sowohl als Granit, als auch [[w:Gneis|Gneise]] und auch andere, also eine ganze Variation, wir kommen dann auch darauf zu sprechen. Und das ist eben der gebirgsbildende Prozess. Wenn Sie zum Beispiel in die Alpen kommen, dann finden Sie an den Nordalpen, auf der Bodenseeseite sozusagen, und auf den Südalpen, auf der italienischen Seite, finden Sie hauptsächlich Sedimentgesteine, aufgetürmt in gewaltigen Mengen, Massen. Und wenn Sie in die Zentralalpen kommen, also zum Beispiel über den [[w:Grimselpass|Grimselpass]] oder den [[w:Gotthardpass|Gotthardpass]] rüber oder alle Pässe da oben, die gehen über Granit. Da ist ein Zentralstock, der jetzt da heraufgequollen ist in der Bildung der Alpen, wo das Urgestein, was unter allem die Grundfeste der Erde, der Kontinente darstellt, taucht da plötzlich auf. Also insofern hat man auch in der Gebirgsbildung die Möglichkeit, sich wirklich über die Erdkruste ein Bild zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2300s Die Tektonik und ihre Phänomene 00:38:20] =====&lt;br /&gt;
Ein Weiteres ist die [[w:Tektonik|Tektonik]]. Tektonik heißt eigentlich auch so viel wie der Bau der Erdkruste. Aber im engeren Sinne heißt es eigentlich, dass diese Erdkruste nirgends, in den seltensten Fällen, jedenfalls nicht in der Nähe von Gebirgen, irgendwie durchgängig in Erscheinung tritt, sondern vielfach einzelne große [[w:Scholle_(Geologie)|Schollen]] der Erdkruste gegeneinander versetzt sind. Das sind [[w:Spalte_(Geologie)|Spalten]]. Wir werden sehen, auch durch Exkursionen in Steinbrüchen, wie da solche Spalten tatsächlich auf engstem Raum die ganze Erdkruste wie in einzelne Puzzles zerstückelt hat. Senkrecht meistens. Wenn man da genau hinguckt, dann kann es sein, dass von einem Gesteinskörper hier der Spalt, dann der Gesteinskörper daneben, dass der ein ganz bisschen versetzt ist. Vielleicht Zentimeter nur. Die ganze Erdkruste ist sozusagen in sich durch Erdbeben, durch alles Mögliche in dieser Weise zerstückelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Form der Tektonik sind dann die [[w:Grabenbruch|Grabenbrüche]]. Grabenbrüche oder Riftvalleys, wie man es im Englischen sagt. Riftvalleys gibt es in Amerika, in Brasilien wahrscheinlich auch. Ich habe noch keines gesehen dort. Die gibt es also hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2406s Grabenbrüche: Das Rheintal als Beispiel 00:40:06] =====&lt;br /&gt;
Der berühmteste Grabenbruch in Europa ist hier nebenan. Das ist das [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal]]. Das Rheintal von Basel bis nach Frankfurt und dann noch bis Bingen, ist ein riesenhafter Grabenbruch. Da ist einfach die Erdscholle, die früher mal über die [[w:Vogesen|Vogesen]] und über dem [[w:Schwarzwald|Schwarzwald]] oben drüber lag und die heute nicht mehr da ist, die ist abgetragen, die ist erodiert, die ist einfach - wumms - abgesunken und hat die Vogesen und den Schwarzwald in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war das ein Gebirge, die Vogesen und der Schwarzwald. Dann ist plötzlich diese Erdscholle eingebrochen, und zwar 4000 Meter tief, mindestens 4000 Meter tief, sodass man in dem Grabenbruch des Rheins heute Gesteine findet, die rechts und links auch einstmals bestanden haben, die aber erodiert sind, die weg sind, abgetragen sind, aber durch das Einbrechen in den Grabenbruch heute noch nachzuweisen sind. So weiß man zum Beispiel, dass der Schwarzwald mal von [[w:Sandstein|Sandsteinen]] und [[w:Kalkstein|Kalken]] überdeckt war, die heute nicht mehr da sind. Durch den Grabenbruch findet man sie am Rand, stufenweise findet man gerade diese Gesteine wieder vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wer nach Basel fährt, heute fährt man leider durch einen Tunnel durch, aber noch vor wenigen Jahren fuhr man so am [[w:Isteiner_Klotz|Isteiner Klotz]], da sah man hier den Rhein fließen, und dann fuhr man da so eine Schlängelbahn an diesen Felsen entlang, [[w:Weißer_Jura|Weißjura]], und dieser Weißjura hat da gar nichts zu suchen. Der Weißjura hat sich mal ganz oben gebildet, wie beim Schwarzwald, wo Vogesen und Schwarzwald noch zusammenhingen. Da haben sich diese [[w:Süddeutscher_Jura|Juraablagerungen]] da oben gebildet, und durch den Grabenbruch ist dann der Jura eingebrochen und findet sich jetzt vor allem in den Randzonen -  da ist er erschlossen, da sind große Steinbrüche drin - in einer Gegend, wo es sonst überhaupt keinen Jura gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2551s Grabenbrüche weltweit und ihre Bedeutung 00:42:31] =====&lt;br /&gt;
Also die Grabenbrüche in der Welt, die sind von großer Bedeutung, und die Grabenbrüche sind meistens auch mit die fruchtbarsten Gegenden für den Ackerbau. Zum Beispiel in Amerika ist es das [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]] in Kalifornien, das ist ungefähr 1000 Kilometer lang und ungefähr 150, manchmal 200 Kilometer breit. Und da ist eine Produktivität - das war früher eine Halbwüste im Central Valley, das wird bewässert von den ganzen Flüssen, die aus der [[w:Sierra_Nevada_(Vereinigte_Staaten)|Sierra Nevada]] herunterkommen - und da ist eine solche Produktionsintensität, damit da der halbe Gemüsemarkt ganz Amerikas gedeckt wird, nur aus diesem Tal. Das ist absolut irre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Grabenbrüche, die findet man, kleinere und größere, es gibt in Deutschland viele Grabenbrüche, aber diesen einen großen hier, der ist so landschaftsbestimmend, und der setzt sich übrigens fort hier über das [[w:Nidda_(Fluss)|Nidda-Tal]], deswegen fließt hier die Nidda in einen solchen Grabenbruch, und der Main fließt noch ein ganzes Stück in einen solchen Grabenbruch in den Rhein. Das setzt sich dann fort durch die deutschen Mittelgebirge durch nach Norddeutschland, taucht da unter - die [alte] Oberfläche wurde später zusedimentiert - setzt sich fort bis in den [[w:Oslograben|Oslograben]] in Norwegen, und im Jöschersee, der Jöschersee ist der letzte Ausläufer dieses gewaltigen Grabenbruches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es nochmal einen riesen Grabenbruch auf Erden, das ist der [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanische Graben]], der zieht sich von Mosambik unten, zieht er sich rauf bis ans Rote Meer, und das [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]] selber ist auch ein Grabenbruch. Der [[w:Jordangraben|Jordangraben]] ist ein Grabenbruch. Also das sind so abgesunkene Schollen, die immer im Zusammenhang, in aller Regel im Zusammenhang mit starken Vulkantätigkeiten und vor allem mit Gebirgsbildungen im Zusammenhang stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Anmerkung einer Zuhörerin über eine mögliche Grabenbildung in Brasilien]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf allen Kontinenten findet man das, aber es gibt besonders herausragende Beispiele, die stehen immer im Zusammenhang mit Gebirgsbildung. Wir werden auf das Problem nochmal zurückkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2736s Erosionsschluchten 00:45:36] =====&lt;br /&gt;
Jetzt habe ich die tektonische Varianten nochmal erwähnt, also einmal Spalten und einmal Grabenbrüche. Und jetzt kommen noch die Erosionsschluchten, wo man wunderbar die Erdkruste in ihrem Aufbau erkennen kann, und die gibt es nirgends so toll entwickelt wie in den Rocky Mountains in Amerika. Da zieht der [[w:Colorado_River|Colorado]], der Fluss von Ost nach West, und fließt bei San Diego, etwa in Südkalifornien, in den Pazifik. Und dieser Fluss hat sich über die Zeiten in die großen Tafeln der Rockies, denn die Rocky Mountains sind im größten Teil gehoben, da hat sich einfach die Erdkruste durch untermeerische Einflüsse angehoben. Ähnliches gilt in Bolivien für den [[w:Titicacasee|Titicaca-See]], das ist auch einfach hochgehoben, da findet man oben noch eine Meeresfauna im Titicaca-See, obwohl der 4000, 5000 Meter hoch liegt. Das ist alles, einstmals, aus dem Meer emporgehoben worden, und so eben auch in den Rocky Mountains. Und dann schneidet der Colorado sich in einer Erosionsschlucht 1000 Meter tief durch diese wüstenhaften Landschaften, und da kann man nun wunderbar sehen, wie eine Schicht über der anderen lagert, nahezu ungestört, in ursprünglicher Horizontale, eine Schicht über der anderen, uralt im Übrigen. Also das sind die Erosionsschluchten, die einem auch noch da Aufschluss geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=2867s Die Seismik als Schlüssel zum Erdinneren 00:47:47] ====&lt;br /&gt;
Und jetzt als Letztes möchte ich erwähnen das Bedeutendste von allem, mit dem man heute überhaupt über die Erdkruste bis hin zum Zentrum der Erde vorstößt, aber auf höchst abstrakte Weise, und das ist die [[w:Seismik|Seismik]]. Die Seismik, das heißt die Messung von Erdbebenwellen oder künstlich erzeugten Wellen. Und die Seismik, die hat sich natürlich schon so nach und nach vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Man kannte natürlich schon lange [[w:Seismische_Wellen|Erdbebenwellen]], aber dass man überhaupt die Seismik in dem Sinne nutzen kann, um ein Bild des Aufbaus der Erde zu gewinnen, das ist noch relativ jung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, jedes Erdbeben oder jede künstlich erzeugte Explosion auf Erden erzeugt Wellen. Und diese Wellen verlieren sich natürlich im Luftumkreis, aber man hat Atombomben explodieren lassen in Amerika, die man abgesenkt hat auf tausend Meter Tiefe. Und da sind natürlich ungeheure Explosionswellen ausgelöst worden, und da hat man überall Messapparate hingestellt, seismische Geräte, um die Ankunft der Wellen und deren Geschwindigkeit und Stärke zu messen, um auf diesem Wege auch festzustellen, wie ist der Aufbau der Erdkruste. Und da ist man heute so weit, auch durch die [[w:Tsunami|Tsunami]], die es damals in Indonesien gegeben hat, hat man heute überall über die ganze Erde seismische Stationen, wo fortdauernd die Erdbebenwellen, die fortdauern, immerfort, nur vielleicht ganz kleine, dann plötzlich gewaltige Ausschläge. Und aufgrund dieser Messungen kann man heute Erdbeben sogar voraussagen, weil bestimmte Spannungen der Erdkruste entstehen, und die lösen dann solche Wellen aus, ehe es dann wirklich zum eigentlichen Ereignis kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3019s Interpretation der seismischen Daten 00:50:19] =====&lt;br /&gt;
Diese [[w:Seismische_Wellen|Wellen]], die dringen nun ein in die Erdkruste, und je nachdem, wie jetzt die Struktur der Erdkruste beschaffen ist, werden die reflektiert. Wenn zum Beispiel [Zonen in der Erdkruste] von einem mehr festen Zustand in einen mehr plastischen oder flüssigen Zustand übergehen, dann werden sie an dieser Grenzzone entweder absorbiert oder reflektiert, diese Wellen. Und diese Wellen misst man dann vom Explosionsort entfernt gestaffelt, wann diese Reflexionswellen zurückkommen. Und dann kann man daraus berechnen, aus diesen Reflexionsereignissen berechnen, wo der Explosionsherd war, wo das Erdbeben war, in welcher Tiefe es war: man kann es heute ziemlich genau lokalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und aufgrund dieser seismischen Messungen, Untersuchungen, hat man heute einen bestimmten Aufbau der Erde, ich möchte sagen, &amp;quot;theoretisiert&amp;quot;, im höchsten Grade theoretisiert, also mit das Abstrakteste, was man sich vorstellen kann. Und trotzdem ist da was dran, weil diese Wellen ja an verschiedenen Tiefen der Erde plötzlich reflektiert werden und dann da gemessen werden und hier gemessen werden. Und man kann messen, [mittels der] Geschwindigkeit, mit der sie an der Erdoberfläche wieder erscheinen, ob es besonders heftig ist oder weniger heftig. Und darauf hat man heute ein bestimmtes Bild in Bezug auf den Gesamtaufbau der Erde. Wie gesagt, das ist das höchste Maß an Abstraktion, wie man es sich vorstellen kann, aufgrund von bestimmten Phänomenen, die nur durch einen Messvorgang auf der Erdoberfläche erfahrbar sind und erfassbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3154s Der Aufbau der Erde nach seismischen Erkenntnissen 00:52:34] =====&lt;br /&gt;
Also, was ich jetzt an die Tafel male, das beruht auf solchen Messergebnissen, aber es ist natürlich maßlos theoretisiert. Also wenn wir hier jetzt die Erde haben, dann haben wir hier oben, als Alleroberstes, die [[w:Erdkruste|Erdkruste]]. Und diese Erdkruste ist nicht dicker als bei der Orangenschale, die Orangenschale ist schon ziemlich dick, die Apfelschale vielleicht. Also diese Erdkruste, die kann man heute in Bezug auf ihre Tiefe einigermaßen genau einmessen, und die liegt auf den Kontinenten, die [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentale Kruste]], also wenn das hier ein bisschen aufgebaut ist auf dem Kontinent, die liegt bei maximal 60 Kilometern. 60 Kilometer mächtig ist also die kontinentale Kruste, so sagt man heute. Und unter Gebirgstöcken ist sie noch tiefer, da geht sie vielleicht bis 70 Kilometer, 60 ist auch schon unter Gebirgstöcken gemessen, sonst ist sie zwischen 30 und 60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da ist jetzt plötzlich hier eine Grenze, und unter dieser Grenze kommt dann eine weitere Schicht, man nennt es die [[w:Mohorovičić-Diskontinuität|Moho-Schicht]], die Moho-Grenze von [[w:Andrija_Mohorovičić|Mohorovičić]]. Das war ein serbischer Geodäter oder Naturwissenschaftler, der hat im Wesentlichen diese Grenzzone als Erster erfasst. Und hier werden also so und so viele Erdbebenwellen reflektiert an dieser Grenze, nach allen Richtungen. Wenn hier Messstationen stehen, dann merkt man, hier werden, an dieser Grenze, diese Erdbebenwellen zurückgeworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3313s Lithosphäre und Asthenosphäre 00:55:13] =====&lt;br /&gt;
Dann kommt hier eine weitere Schicht, also das nennen wir mal die Kruste einschließlich aller Gebirge. Und dann kommt hier eine Schicht, die nennt man dann die [[w:Lithosphäre|Lithosphäre]]. Lithosphäre, die Gesteinssphäre, Lithos heißt auf Griechisch der Gestein. Das heißt, obwohl hier eine Grenzschicht ist zwischen Kruste und Lithosphäre, also auch noch, aber offenbar befindet sich dort schon das Gestein in einem etwas anderen Zustand an dieser 60-Kilometer-Grenze, dass hier die Erdbebenwellen überhaupt zurückgeworfen werden. Aber es ist wohl so, dass in dieser Lithosphäre noch grundsätzlich dieselbe Zusammensetzung der Gesteine, deren Mineralien und so weiter besteht wie in der Erdkruste selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gibt es eine weitere Schicht, das ist, wenn man hier so andeutet, das ist etwas mächtiger, das ist die sogenannte [[w:Asthenosphäre|Asthenosphäre]]. Und diese beiden Schichten zusammen, wenn man sie jetzt mal zusammensetzt, also die Lithosphäre, das habe ich vergessen zu sagen, die ist ungefähr 100 bis 120 Kilometer. Die Asthenosphäre ist 600 Kilometer. Und diese Asthenosphäre - ich habe nirgends irgendwo deutlichere Beschreibungen gefunden, die mir beweisen, dass die so wesentlich anders beschaffen ist als die Lithosphäre - aber es scheint so zu sein, dass hier ein Zustand besteht, eines, wie man es heute nennt, säkular-plastischen Zustandes. Das heißt, eine leichte Plastizität der Erde, die aber sich auswirkt nur in Jahrhunderten, in Bewegungsprozessen, sehr zähflüssig ist diese Schicht in Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3495s Der obere und untere Erdmantel 00:58:15] =====&lt;br /&gt;
Und diese beiden zusammen [Lithospäre und Asthenosphäre] nennt man den äußeren [oberen] [[w:Erdmantel|Erdmantel]]. Und darunter nun eine weitere Schicht, noch viel mächtiger, und die bezeichnet man jetzt als den inneren [unteren] Erdmantel. Und die geht bis zu einer Tiefe von 2900 Kilometern. Da werden wieder Wellen reflektiert hier an dieser Grenze. Also es ist unglaublich eigentlich, durch Erschütterungen an der Erdkruste setzen sich Wellen durch den ganzen Erdkörper fort, die dann irgendwo gemessen werden, [was dann] ein Hinweis darauf ist, dass da eine Grenze ist zwischen dem inneren Erdmantel und einer nachfolgenden Schicht, nach innen. Und man nimmt an, dass dieser ganze Bereich des äußeren [oberen] und inneren [unteren] Erdmantels, dass sie eben nicht flüssig sind, wie man immer meint, weil das Magma da oben aus den Vulkanen rauskommt, sondern zähplastisch. Also es sind keine kristallisierten Mineralien mehr zu finden, nur noch in der Lithosphäre. Aber in der Asthenosphäre und dem inneren Erdmantel, da handelt es sich um eine zähplastische Masse. Man sagt immer noch fest, aber zähplastisch. Komisch, aber so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3633s Der Erdkern und seine Schichten 01:00:33] =====&lt;br /&gt;
Und jetzt gibt es darunter wiederum einen Schichtkörper, das sind sogenannte Kugelschalen, die man sich da so vorstellt, einen Schichtkörper. Und den nennt man den inneren Erdmantel - Entschuldigung, den oberen Erdmantel und den unteren Erdmantel [bereits oben besprochen, ist hier eigentlich eine Wiederholung] und dann den inneren Erdmantel [wahrscheinlich ist hier der &amp;quot;[[w:Erdkern#%C3%84u%C3%9Ferer_Kern|äußere Erdkern]]&amp;quot; gemeint, der sich unter dem &amp;quot;Erdmantel&amp;quot; anschließt]. Und der hat eine Tiefe, reicht bis auf 5000 Kilometer. So, solche Sachen misst man, also folgert aus den Messungen, dass das so ist. Aber immerhin etwas. Und von dem behauptet man, der sei flüssig. Also hier ist effektiv eine Zone, die aufgrund der Messungen und der Interpretation der Messungen hindeutet, dass hier der äußere Erdkern [...] [ist]. [...]. Und der, behauptet man, der ist flüssig, und zwar bestünde der im Wesentlichen aus Schwefeleisen. Das sind alles Folgerungen. Aus Schwefeleisen, also aus Pyriten, aber eben flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt - jetzt müssen wir noch eine Farbe finden - und dann kommt der innere [...] [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Erdkern#Innerer_Kern|Erdkern]]], mit dem Erdmittelpunkt und einer Tiefe von 6371 Kilometern. Das ist der Erdhalbmeter. So, also so ein Aufbau, von dem geht man heute aus, dass die Erde so aufgebaut wäre, aufgrund nur seismischer Messungen. Also man hat keine unmittelbare Anschauung von dieser Sache, sondern man geht davon aus, dass die Vulkane auf der Erde gespeist werden aus dieser Sphäre, aus der Asthenosphäre, dass da plötzlich durch Sauerstoffzufuhr gegen die Erdkruste hin mit genügend Sauerstoff, dann erhitzt sich das Material so maßlos, dass es dann flüssige Lava wird, die da oben rausquillt aus dem Vulkan. Aber hier ist der Druck so groß und die Verhältnisse sind so, dass es nur bis zum Zustand des Zähplastischen kommt und erst flüssig in diesem äußeren Erdmantel wird, und dann erst in den äußeren Erdkern und schließlich im Erdkern. Der ist wieder fest, stellt man vor als fest, und zwar in Form von Eisennickel. Da sind unglaubliche Theorien damit verbunden, aber so ist es nun mal. Also auch rein mechanisch, rein materialistisch, rein materiell, da ist kein anderer Gesang drin als dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also so ist das Bild, was man heute hat, grob gesprochen. Da steckt viel Intelligenz drin, aber es ist eben das meiste sind Schlussfolgerungen. Also man schließt eben aus nur diesen wenigen Messungen, schließt man auf solchen Aufbau der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=3965s Das Innere der Erde aus Sicht der Geisteswissenschaft 01:06:05] ===&lt;br /&gt;
Jetzt möchte ich wenigstens erwähnt haben, mehr möchte ich damit gar nicht, was nun Rudolf Steiner eigentlich dazu sagt. Und das Interessante ist, dass Rudolf Steiner 1906 Vorträge gehalten hat im Anschluss an das große [[w:Erdbeben_von_San_Francisco_1906|Erdbeben von San Francisco]]. Das war 1906, glaube ich. Und da [schwer verständlich] [sind] viele Menschen an Rudolf Steiner herangetreten: Ja, wie ist es möglich, dass so etwas passiert, dass eine ganze Stadt in einem fürchterlichen Ereignis und anschließenden Brand einfach untergeht mit unendlich vielen Opfern? Wie ist es denkbar, dass so ein Ereignis stattfinden kann? Was liegt davor? Und wahrscheinlich, ich gehe davon aus, dass Rudolf Steiner daraufhin dann [[a:GA_96|diese Vorträge]] gehalten hat, nur 1906 und nie wieder, und zwar an verschiedenen Orten in verschiedenen Variationen. Und da schildert er den Aufbau der Erde vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der ist nun so, dass er dort eine Achtgliederung des Erdinhalts schildert und noch eine neunte, über die man eigentlich nicht sprechen kann: das Zentrum des Bösen, des objektiv Bösen, evil. Und also, für mich ist es einfach ein Phänomen, es kann eigentlich nur der Auslöser [für die Vorträge(?)] dieses Erdbeben von San Francisco gewesen sein, und die Fragen [der] Menschen. Und Rudolf Steiner hat grundsätzlich nur Stellung genommen zu Sachen, die er gefragt worden ist. Und ich habe diese Vorträge alle gelesen, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wer kommt schon so ohne weiteres damit zurecht, wenn Rudolf Steiner in der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; von den [[a:Hierarchien#Gliederung_der_Hierarchien|neun Hierarchien]] spricht, das habt ihr ja wohl gelesen, oder? In der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; habt ihr wohl gelesen von den Seraphim und den Cherubim und den Thronen und von den Geistern der Weisheit, den Kyriotetes, von den Geistern der Dynamis, der Geister der Bewegung, und dann den Exusiai, den Geistern der Form und dann die Geister der Persönlichkeit, und dann die Erzengel und die Engel, neun Hierarchien. Und jetzt erscheint als geisteswissenschaftliches Forschungsergebnis, dass die Erde in ihrem inneren Aufbau [[a:Erdinneres#Die_neun_Schichten_des_Erdinneren|neun-gliedrig]] ist. Quasi, also das sind jetzt meine Worte, das habe ich nicht so bei Rudolf Steiner gelesen, also ich meine, dass es eigentlich eine Art Gegenspiegel ist zu den neun Hierarchien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4183s Die 9 Schichten der Erde nach Rudolf Steiner 01:09:43] ====&lt;br /&gt;
Und er spricht da als erste Schicht, ich möchte das jetzt nicht an die Tafel malen, als erste Schicht von der Mineralerde, also das, was man die Erdkruste auch nennen könnte, die Mineralerde. Und dann spricht er von einer zweiten Schicht, das ist die Weicherde. Das kann man auch noch nachvollziehen, also in etwa mit der Asthenosphäre, also klassisch die Weicherde, also durchaus noch mit der Erdkruste verwandt, aber eben weich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt eine dritte, und da ist es sehr schwer, damit zurechtzukommen. Er nennt es Dampferde, aber er meint da nicht irgendwie so einen äußeren Dampf um Wasser unter hohem Druck, sondern es ist eine ganz andere Terminologie, aber doch ein Zustand, der eigentlich gar nicht mehr materiell zu denken ist, also ein Zustand, wo sozusagen das Materielle immer weniger noch als solches stoffbildend auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann als viertes die Wassererde. Auch da nicht nur das äußere Wasser gemeint, das ist nur ein Ausdruck dafür, dass da ein etwas anderer Zustand des Geistigen, eines aber gegenbildlich Geistigen, auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünfte Schicht wird bezeichnet als die Fruchterde. Die Fruchterde. Und wenn er die schildert, diese einzelnen Schichten, dann merkt man, es ist immer das Gegenbild zu den höheren Hierarchien, in etwa. Immer das Gegenbildliche, also das Untersinnliche, nicht das Übersinnliche, sondern das Untersinnliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die sechste Schicht wird die Feuererde genannt. Und die siebte Schicht der Erdenspiegel, wo sich sozusagen alle diese Ereignisse, die über der Erde in ihrem Gegenbild erscheinen, alles, was sonst in der Natur oder überhaupt in Gedankenformen, Ideenformen auftreten kann, was wir denken können, erscheint gegenbildlich, genau das Gegenteil in dem Erdenspiegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die achte Schicht wird dann eben der große Zersplitterer genannt, also Arimans Reich im eigentlichen Sinne. Und die neunte Schicht, die bezeichnet er dann als nichts, eigentlich nichts irgendwie beschreibbar, als das Zentrum des Bösen schlechthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4377s Die untersinnliche Welt 01:12:57] ====&lt;br /&gt;
Also wir sprechen ja von der Übersinnlichkeit. Das heißt, dass der Mensch ist heute in seinen Gedanken zwar übersinnlich, aber die knüpfen immer noch an die sinnliche Welt an. Wir praktizieren ständig Übersinnlichkeit in unserem Gedankenleben, in unserem Gefühlsleben, in unserem Willensleben. Das ist alles übersinnlich, aber es braucht sozusagen die sinnliche Wahrnehmung, um aktiviert zu werden. Und das kann man den Schritt tun zur höheren Erkenntnis über die Imagination, zur Inspiration, zur Intuition, also die Schritte der übersinnlichen Erkenntnis. Und alle diese Schritte zur übersinnlichen Erkenntnis muss der Mensch, kann er nur erreichen, wenn er eben auch ein Bewusstsein für die [[a:Untersinnliche_Welt|untersinnliche Welt]] entwickelt. Das heißt, die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Man kann nur zu einer übersinnlichen Erkenntnis fortschreiten, wenn man gleichzeitig sich selber ausliefert, konfrontiert mit dem Bösen. Das ist die untersinnliche Welt, also wo Magnetismus, Elektrizität und Kernenergie wirksam sind. Das sind die drei untersinnlichen Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4463s Untersinnliche Kräfte 01:14:23] =====&lt;br /&gt;
Also die Kernenergie ist nicht nur ein elektromagnetisches Phänomen, sondern das ist ein Phänomen, die Kernspaltungen, also dass die Protonen gespalten werden, da werden Kräfte frei, die noch anders sind, andere sind als die elektromagnetischen. Das ist die dritte Kraft, auf die Rudolf Steiner hingewiesen hat, schon lange bevor die erste Kernspaltung stattgefunden hat, die sogenannte dritte Kraft. Und man möge wünschen, dass die Menschheit in ihrer Moralität so weit fortgeschritten sein wird, dass sie die Folgen der Entdeckung dieser dritten Kraft überhaupt besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann 1938, im Januar, im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, hat Hahn, Strassmann und Lise Meitner [[w:Entdeckung_der_Kernspaltung|die erste Kernspaltung]] im Versuch vollzogen. Also wir haben es hier mit der Schilderung aus der Geisteswissenschaft mit etwas zu tun, was ganz in die Untersinnlichkeit führt, also in das Reich der Antikräfte, zu dem, was Evolutionskräfte sind, die Antikräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mit denen gehen wir ja heute mit unseren Technologien, die wir heute so handhaben, mit der digitalen Welt, gehen wir ja ständig damit um. Also die ganze digitale Welt, ich halte sie für die größte Gefahr der Menschheit überhaupt, der wir uns heute, seit 20, 30 Jahren gestellt sehen. Es ist nicht die Atomenergie, sondern die digitale Welt, wo diese untersinnlichen Kräfte nicht nur jetzt explosiv irgendwo wirksam sind, sondern sie ergreifen die [[A:Seele|Seele]] des Menschen und verformen, verändern die Seele des Menschen, dass er eines Tages überhaupt nicht mehr weiß, wer er selber eigentlich ist, sondern nur noch Roboter und nur noch ausführendes Organ von Wesen, die über ihn herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Bild aus der [[A:Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaft]]. Ich wollte es nur erwähnt haben, es hat keinen Sinn, darüber zu spintisieren. Man muss es als Tatsache einfach mal hinnehmen, dass die Geisteswissenschaft dazu diese Ergebnisse gibt. Das ist 1906. 1909 schreibt [[A:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] die &amp;quot;[[A:Geheimwissenschaft im Umriß|Geheimwissenschaft]]&amp;quot;, da ist nichts davon enthalten, interessanterweise. Da spricht er dann über den [[A:Christus|Christus]] und alles das, was damit im Zusammenhang steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4635s Das Gesicht der Erde 01:17:15] ===&lt;br /&gt;
So, aber jetzt, die Zeit ist leider schon so weit fortgeschritten. Ich möchte jetzt wenigstens noch erwähnen, wie man verstehen lernen kann das Gesicht der Erde. Die Erde, die ganze Erde hat ja ein bestimmtes Gesicht, und dieses Gesicht ist gekennzeichnet dadurch, dass da die Kontinente, sie finden die da im Wasser, irgendwo im Meereswasser auftauchen als ganz eigenständige Gebilde. Und der größte Teil ist eigentlich Meerwasser, knapp 71% der gesamten [[w:Erdoberfläche#Daten|Erdoberfläche]] ist Meerwasser. Stellen Sie sich das mal vor, fast drei Viertel der Erdoberfläche sind Meerwasser, zusammenhängende Meere, und nur ein Viertel, in etwa ein bisschen mehr wie ein Viertel, sind kontinentale Gebilde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt sind ja diese Kontinente so eigenartig verstreut in der nördlichen Hemisphäre hauptsächlich. Der größte Anteil an kontinentalen Gebilden finden Sie in der nördlichen Hemisphäre und die größte Meeresfläche in der südlichen Hemisphäre und natürlich im Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4743s Rätsel der Verteilung der Kontinente 01:19:03] ====&lt;br /&gt;
Wie kommt es dazu, dass wir dieses Gesicht der Erde haben? Welche Kräfte waren da im Spiel, dass dieses Verhältnis von Meer und Wasser in dieser Form entstanden ist? War das immer so? Gilt hier absolutes Prinzip der Aktualität und so weiter? Und das ist alles außerordentlich rätselvoll. Und doch ist man heute durch die verschiedensten Untersuchungen sehr weit gediehen, das erklärlich zu machen, wenn es auch nach wie vor in Bezug auf die treibenden Faktoren unerklärlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie auf die Landkarte gucken, wir müssen die morgen da mal aufhängen, dann sehen Sie ja, dass wir eine Reihe von Kontinenten haben. Das ist einmal Nordamerika, Südamerika und dann Europa, zusammenhängend mit Asien, und dann der ganze afrikanische Kontinent, mächtig, gewaltig, und dann eben noch Australien und die Antarktis. Das sind die Kontinente. Also Antarktis, Australien, Eurasien, Südamerika, Nordamerika. Was habe ich noch vergessen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[Zuhörerin]&#039;&#039;&#039; Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie kommt es zu dieser seltsamen Verteilung über die Erdoberfläche? Und nun hat man schon immer gerätselt, wenn man auf die Landkarten geguckt hat, seit es Landkarten gibt, dass da so eine eigenartige Formgestalt sich findet zwischen Afrika und Südamerika, dass die irgendwie, wenn man die ein bisschen verschiebt, dass die da so zusammenpassen. Und man hat natürlich gerätselt, alles Mögliche, bis man eines Tages etwas entdeckt hat, was umwerfend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat nämlich entdeckt in Brasilien, also mehr an der Ostküste, aber mehr nach Süden, nach Argentinien auch hin bis runter nach Feuerland, hat man entdeckt, dass da so kugelrunde Gesteine sich finden. Und dann hat man diese Steine untersucht - das sind im wesentlichen [[w:Granit|Granite]] - und dann hat man plötzlich in Südafrika dasselbe entdeckt, die sogenannten [[w:Tillit|Tillite]]. Und dann hat man in Südindien und an der indischen Westküste auch solche Tillite entdeckt. Da war man sprachlos, erst einmal diese rundlichen Formen, große und kleine Gebilde. Und dann hat man sogar Gekritze – Gekritze heißt Ritze, also so kleine Schleifspuren drauf entdeckt, Gekritze nennt man das. Und dann sagten die, das können ja nur Eiszeitablagerungen sein, Ergebnisse von Eiszeiten, Findlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Ergebnis war, dass man gesagt hat, die sind ja alle unterschiedlicher granitischer Herkunft, aber immerhin müsste das mal zusammengehängt haben, das Ganze. Und dann hat man sogar noch gesehen, dass die Tillite in Ostafrika, also in Afrika, aber an der Westküste, da in Nigeria – nicht in Nigeria, sondern Angola, und dann kommt ja der Kongo, der einen ganz schmalen Streifen zum Atlantik hat, und dann kommt Nigeria – dass in dieser Gegend die [[w:Streichen_(Geologie)|Ausrichtung]] dieser Tillite dieselbe ist, wie man sie in Brasilien gefunden hat, die Strömungsrichtung, wie die abgelagert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gab es andere Forscher, die haben dann in Ostafrika, in diesem Winkel da unten, wo Afrika sich ausbuchtet nach Westen – das ist also Nigeria im Wesentlichen – da haben die die Pflanzen studiert und haben festgestellt, dass da oben in Brasilien sich dieselben Pflanzen finden, vor allen Dingen Versteinerungen von Pflanzen. Die Pflanzen haben sich ein bisschen verändert in der Zwischenzeit, die jetzt rezenten Pflanzen. Aber die Versteinerungen, die man in Ostafrika gefunden hat, finden sich auch in Südamerika, da oben im Nordosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=4845s Alfred Wegeners Theorie 01:20:45] ====&lt;br /&gt;
Und aufgrund all dieser Beobachtungen kam dann ein Mann, der hieß [[w:Alfred_Wegener|Alfred Wegener]]. Also das ist eine echte Berühmtheit, der Alfred Wegener. Der war Klimatologe, kein Geologe, aber ein Geophysiker und Klimatologe, 1880 geboren und 1936 im Inlandeis von Grönland ums Leben gekommen, auf einer Expedition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann hat in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg und dann im Ersten Weltkrieg eine Theorie aufgestellt, die besagt, dass es mal einen Kontinent gegeben habe, [[w:Pangaea|Pangea]] genannt. Pangea, das ist Griechisch. &amp;quot;Pan&amp;quot; heißt überall, also zusammenhängend ein Ding, und &amp;quot;Gea&amp;quot; eben die Erde. Und dass dieser Kontinent einmal Australien, Indien, die Antarktis, Afrika und Südamerika vereint hat. Ein großer Südkontinent, genannt Gondwana, der [[w:Gondwana|Gondwana-Kontinent]]. Das ist ein indischer Stammteil in Südindien, der so ähnlich heißt, Gondar. [Anmerkung: Gondwana war ursprünglich ein eigener Kontinent, der später einen Teil Pangeas bildete].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war natürlich so kühn, sowas zu sagen damals, dass dieser Alfred Wegener mit allen Mitteln, die die Wissenschaft nur irgend zur Verfügung hatte, verspottet worden ist und quasi an die Wand gestellt worden ist und als der größte Fantast hingestellt worden ist, wie man sich denken kann. Und der hat das alles begründet mit diesen Phänomenen, was die Flora, die Versteinerungen angeht, hier und dort und eben diese eiszeitlichen Ablagerungen und so weiter. Er hat gesagt, die beiden Kontinente fügen sich so wunderbar. Er wurde völlig verlacht, und er hat sein ganzes Leben darauf verwendet, nachzuweisen, dass es einen eurasischen und anhängend einen nordamerikanischen Nordkontinent gab, dazwischen ein Meeresgürtel, und einen großen Südkontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mal bei den Griechen nachforscht, dann sprechen die immer vom [[w:Okeanos|Okeanos]]. Und dann meinten die einen Wassergürtel um die Erde herum, also wofür heute noch das Mittelmeer ein letzter Rest ist, das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, noch ein letzter Rest ist von diesem einzigen erdumspannenden Mittelmeer. Die Griechen haben ja die Erde noch wie einen Diskus angesehen, eine Flachscheibe, wie einen Diskus, und außenrum diesen Okeanos. Das sind noch so letzte Reste von urältesten, nennen wir es, Erinnerungen in der Menschheit, dass offenbar dieser Okeanos, dieser erdumspannende Wassergürtel, bestanden hat und ein Südkontinent im Süden, ein Nordkontinent in der nördlichen Halbkugel. Er wurde verlacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5291s Die Entdeckung des mittelatlantischen Rückens 01:28:11] ====&lt;br /&gt;
Nun kam jetzt noch folgendes Phänomen hinzu, dass die Deutschen Ende der 20er Jahre, Anfang der 30er Jahre ein Forschungsschiff ausgerüstet haben, die &amp;quot;[[w:Meteor_(Schiff,_1924)|Meteor]]&amp;quot; hieß die. Und die waren ausgestattet mit allen Messinstrumenten, die man damals zur Verfügung hatte, ausgefeilteste [[w:Echolot|Echolote]], die aus dem U-Boot-Krieg des Ersten Weltkrieges heraus entstanden sind und insbesondere nach der Katastrophe, die mit dem Eisberg gesunken ist, das Schiff südlich von Neufundland, die Titanic.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Zeit hat man angefangen, Echolote zu entwickeln, weil die hatte keine Echolote, deswegen ist sie zusammengestoßen mit dem Eisberg. Und die &amp;quot;Meteor&amp;quot; war ausgestattet mit allen Messinstrumenten, und die haben den ganzen Atlantik abgefahren in den 20er, 30er Jahren und haben festgestellt, dass es im Atlantik ein Hochgebirge gibt, der sogenannte [[w:Mittelatlantischer_Rücken|mittelatlantische Rücken]]. Und natürlich hatten die keine Kenntnisse von der Gesteinsart da unten, sondern die hatten nur die Tatsache, dass der da besteht, und zwar 3000 bis 4000 Meter hoch vom Meeresboden unten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann blieb die ganze Entwicklung stehen durch den Zweiten Weltkrieg, da passierte nichts mehr. Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner die Meeresforschung so richtig in Gang gesetzt und haben den ganzen Pazifik abgefahren mit dem Echolot, und haben da auch so seltsame Meeresrücken gefunden im pazifischen Raum, untermeerisch. Dann haben sie angefangen, den &amp;quot;[[w:Glomar_Challenger|Glomar Challenger]]&amp;quot; zu bauen, auch ein Forschungsschiff, die Amerikaner, und die haben Tiefseebohrungen gemacht. Da hatten sie zum ersten Mal den Beweis über die Beschaffenheit des Tiefseebodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5423s Die Erkenntnis der basaltischen Tiefseeböden 01:30:23] ====&lt;br /&gt;
Und was kam raus? Das sind alles keine [[w:Kontinentale_Erdkruste|kontinentalen]] Strukturen, sondern das ist alles [[w:Basalt|Basalt]]. Dass die eigentlichen Tiefseeböden und der mittelatlantische Rücken, das ist alles Basalt. Das hat mit Granit und all dem, was die Kontinente ausmacht, überhaupt nichts zu tun. Das war schon mal ein unglaubliches Ereignis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann haben die Amerikaner und die anderen Länder auch angefangen, mit Forschungsschiffen den ganzen Meeresboden weltweit zu kartieren, am wenigsten der Indik [indischer Ozean]. Das hat man ja gemerkt bei dem Absturz [[w:Malaysia-Airlines-Flug_370|dieser Maschine]], wo sie noch immer suchen, wo sie geblieben ist, diese Maschine, die in Indonesien [Korrektur: Malaysia] gestartet war, nach Peking fliegen sollte und dann irgendwo verschwunden ist im Indik. Das sucht man ja noch heute. Dieses Gebiet war noch nie wirklich kartiert, das fangen sie jetzt erst an aufgrund dieses Ereignisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls entdecken die plötzlich, dass die Tiefseeböden alle Basalt sind, durchgehend. Keine granitische Struktur, keine kontinentale Struktur, nichts, gar nichts, sondern alles Basalt. Und zwar hat man dann festgestellt, durch alle möglichen Messungen, dass die Mächtigkeit dieser [[w:Ozeanische_Erdkruste|Tiefseeböden]] sehr gering ist, keineswegs 60 Kilometer, sondern nur 10 Kilometer mächtig, maximal 10 Kilometer. Also ganz hauchdünne Schichten zu den unterliegenden, zur Asthenosphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5536s Die Plattentektonik und die Bewegung der Kontinente 01:32:16] ====&lt;br /&gt;
Darauf hat man nun gemerkt, eigentlich hat ja Alfred Wegener gar nicht so Unrecht. Dann hat man den genau studiert und hat gemerkt, in allem stimmt das, was er gesagt hat. Und hat dann gemerkt, dass die ganze Erde sich auflöst in bestimmte Platten. Man nennt es Platten, die Plattentektonik, und zwar in [[w:Plattentektonik#Die_Lithosph%C3%A4renplatten|sieben Riesenplatten]]. Die größte dieser Platten ist die eurasische Platte, also Europa plus Asien, einschließlich dem Indien. Und eine zweite Platte ist dann Australien mit dem indonesischen Archipel. Und eine dritte Platte ist die Antarktis, eine vierte ist Südamerika, eine fünfte ist Nordamerika, und eine sechste ist der Atlantik, und eine siebte ist der Pazifik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also plötzlich löst sich die ganze Erde in Plattenstrukturen auf. Und die [[w:Plattentektonik#Gebirgsbildung_und_Vulkanismus_im_Licht_der_Plattentektonik|Plattengrenzen]] sind dadurch charakterisiert, dass da der größte Vulkanismus ist und dass diese Platten offensichtlich in Bewegung sind und dass man heute noch durch genaueste Messungen nachweisen kann, dass Südamerika und Nordamerika im Jahr ungefähr ein bis zwei Zentimeter voneinander sich entfernen in einem Jahr. Etwas ist es schon, aber in 100 Jahren ist es ein bisschen was.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, wie ist das jetzt zu verstehen, diese Problematik, dass die Kontinente einmal eine Einheit gebildet haben, der Südkontinent und der Nordkontinent? Die sind eben so einschließlich Nordamerika, einschließlich Grönland, die hingen alle zusammen, und dann plötzlich sind die auseinander gedriftet und bilden heute das Gesicht der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige Kontinent, der einen Ruhepol bildet, weitgehend jedenfalls, ist der afrikanische Kontinent. Der ist &amp;quot;in situ&amp;quot;, an dem Ort schon immer gewesen, hat sich ein bisschen gedreht, ist auch ein bisschen nach Norden gewandert, aber jedenfalls ruht der noch so urtümlich wie in den Urzeiten, und alle anderen Kontinente sind davon geschwommen. Australien hing früher an Afrika dran, Indien hing früher an Afrika dran, und ebenso die Antarktis und ebenso Südamerika, und bildeten diesen Gondwana-Kontinent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5734s Ausblick 01:35:34] ===&lt;br /&gt;
Jetzt wollen wir uns dann morgen – wie lang machen wir? Die Zeit ist längst um, oh Herrgott, wie sollen wir jetzt aufhören? Also, dann wollen wir dann morgen nochmal die treibenden Kräfte versuchen aufzusuchen, die dieses Kontinentaldrift, wie man sie auch bezeichnet, oder Kontinentalverschiebung, wie sie Alfred Wegener bezeichnet hat, wie das – ob es da einen Erklärungsgrund dafür geben kann für diese Tatsache. Das wollen wir dann morgen betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich möchte jetzt schon sagen, das wird auch genauso mechanisch gesagt wie alles andere auch, und kein Mensch kann sagen, was eigentlich die Idee hinter dem Ganzen ist. Goethe hat grundsätzlich gefragt, wenn er irgendein Phänomen aufgesucht hat, nicht das Phänomen jetzt stehen zu lassen und daran eine Theorie zu knüpfen, sondern immer gefragt: Was sind die treibenden Kräfte, die dieses Phänomen hervorgebracht haben? Und das muss man sich auch heute fragen: Was sind die treibenden Kräfte eigentlich, die dieses Gesicht der Erde geschaffen haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wollen wir uns dann morgen nochmal kurz damit befassen, und dann müssen wir übergehen zur Gesteinskunde, wo wir uns mal die verschiedenen Gesteine anschauen. Und dann wollen wir uns noch kurz mit einer Zeitbetrachtung befassen: Wie kann man überhaupt ein Verständnis entwickeln für Zeitepochen? Ob man von Millionen Jahren eigentlich überhaupt sprechen kann, ist es überhaupt zulässig, Milliarden Jahren? Und dann wollen wir uns mit den verschiedenen Schichten des Krustenaufbaus der Erde genauer im Einzelnen befassen, bis hin zu den Gebirgsbildungen, bis hin zu den Landschaftsstrukturen, die wir heute vorfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen früh machen wir weiter. Ich lasse das Buch hier nochmal liegen, da will ich eigentlich gerne morgen noch was vorlesen, wenn wir irgendwie Zeit hätten, von Goethe über den Granit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.youtube.com/watch?v=2ArcIAo0D0A&amp;amp;t=5901s Fragen 01:38:21] ===&lt;br /&gt;
[Frage von Zuhörer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist denn das mit dieser Bewegung der Kontinente oder dieser Platten? Das ist ja eine Masse, eine definierte Masse, die sich frei bewegen kann, und ein rotierender Körper in Bewegung im Raum und in sich selbst. Bei Verschiebung der Masse auf einen Punkt haben wir ja in der Physik das Problem des Ungleichgewichts, der Unwucht. Was würde denn passieren, wenn man diese ganze Masse theoretisch berechnet, konzentrieren würde an einem Punkt? Was würde mit der Achse der Erde passieren, mit der Position der Erde im All im Verhältnis zu den anderen Planeten? Mir kommt dann dieser Gedanke, dass diese Bewegung eine Ausgleichsbewegung ist in Bezug auf die Bewegung der Erde im gesamten Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Manfred Klett]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber stell dir mal vor, dass die Nordhalbkugel die größte Masse der Kontinente enthält, und die Südhalbkugel die größte Wassermasse, in Verbindung mit dem Pazifik. Das sind so – Wasser hat das spezifische Gewicht von 1, und die Gesteine, die leichtesten Gesteine, haben das spezifische Gewicht von 2,4 bis 2,6. Das heißt also, wie kommt es dazu, dass viel schwerere Gesteine als das Wasser sich an der Nordhalbkugel konzentrieren und sich nicht gleichmäßig irgendwo durch die entsprechenden Kräfte von Nord- und Südpol und allem, was dazwischen an magnetischen Strömungen läuft, dass die sich nicht gleichmäßig verteilt haben? Das müsste doch eigentlich so sein, aber es ist eben nicht so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es ist viel widersprüchlicher, auch in dem heutigen Weltbild, was man hat, in dieser Hinsicht, so viel Widersprüchliches. Und dennoch muss man sagen, die Tatsache, dass sie mal zusammenhängend waren und dann auseinander gedriftet sind, die kann man nicht mehr widerlegen. Da sprechen alle sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen, also was vor allem die Flora und Fauna angeht, die Versteinerungen und auch die Mineralkörper, gerade die eiszeitlichen Ablagerungen, eine Eiszeit, die vor unserer Eiszeit war, die sogenannte [[w:Permokarbonische_Vereisung|permokarbonische Eiszeit]], da kommen wir nochmal drauf zurück, die damals abgelagert wurden. Es sind so viele Phänomene, die dafür sprechen, dass da Kräfte wirksam waren, ganz spezifischer Art, die sich nicht einfach nur berechnen lassen aus der Achsenstellung der Erde oder Fliehkräften oder sonst wie. Theorien gibt es noch und noch, und jede greift irgendein Phänomen auf, aber dann merkt man, es steht im totalen Widerspruch zu anderen Phänomenen, und man ist da noch an kein Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Plattentheorie gilt heute. Es gibt sieben große Platten und fünf kleine Platten. Die gilt für so schlüssig, man meint, da ist man heute der Überzeugung, die sei so absolut erklärbar aus allen Zusammenhängen, dass es so ist. Und da kommt dann plötzlich wieder so einer, Wunderlich [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[w:Hans_Georg_Wunderlich|H. G. Wunderlich]](?)] hieß der, der ist leider Gottes in jungen Jahren gestorben, aber das war ein genialer Geologe, so ein Kerl, was hätte der noch in seinem Leben zurechtrücken können. Der fängt dann an, sogar die Plattentheorie zu kritisieren, was auch keiner gewagt hat, sondern sie meinen alle, das sei jetzt klar, die sogenannten Plattentheorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phänomene sind auch da, da gibt es Plattengrenzen, die schieben sich aneinander vorbei und erzeugen Erdbeben und alles Mögliche. Das werden wir morgen nochmal sehen. Aber dieser hat sich erkühnt, der Wunderlich, Professor für Geologie in Stuttgart, auch selbst diese Theorie anfängt und hoch, hoch intelligent infrage zu stellen. Also man merkt, das Ganze ist immer noch im Prozess, es geht immer weiter, immer weiter. Aber jeder Schritt ist eben ein Erkenntnisschritt auf dem Wege, und eines Tages, wie der Goethe gesagt hat, wird gewiss einer kommen, der da quasi – wir wollen ihm vorarbeiten. Gut, also dann, bis morgen.&lt;br /&gt;
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* „Und dann 1869 [[Gregor Mendel]] mit der Begründung der Vererbungstheorie. Er hat die Vererbungsgesetze experimentell entdeckt …“ [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Einleitung und Rückblick 00:00:27|| Klett, M. Geologie, 2. Folge, 2017, 00:00:27]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10097</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-07T16:26:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:55:33&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 9. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär)  00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09 ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gliederung des Känozoikums 00:23:12 ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57 =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Gebirgsbildungen 00:42:43 ====&lt;br /&gt;
Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der [[w:Apennin|Apennin]] in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das [[w:Elburs-Gebirge|Elburs-Gebirge]], das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den [[w:Hindukusch|Hindukusch]], und von dort ins [[w:Pamir_(Gebirge)|Pamirgebirge]], und dann in den eigentlichen Himalaya in Nepal, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, und der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die [[w:Aleuten|Aleuten]], dann die [[w:Kurilen|Kurilen]], dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit der Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieser australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 =====&lt;br /&gt;
Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend seinen Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euro-asiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen [[w:Tektonische_Decke|Decken]]. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss man sich mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits senkrecht von unten nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erst letzten Ausformung. Das war im Miozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landwirtschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel. Und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Klimatische Bedeutung der Alpen 00:53:25 =====&lt;br /&gt;
Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinem Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begleitender Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 00:55:33 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, so mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die Hegau-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Prima!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den Hohentwiel, das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz reiner Phonolith-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den Hohenstoffeln, den Hohenkrähen, das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den Hohenzollerngraben, und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann noch nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den Urach-Vulkanismus, wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen, und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens einen schlimmen Behelf der Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der Albvulkanismus, und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal, da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden Keuper, den darunterliegenden Muschelkalk und den darunterliegenden Buntsandstein. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der Kaiserstuhl bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der Vogelsberg, hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und Tuffe, Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10086</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-05T16:45:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:42:38&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär)  00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09 ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gliederung des Känozoikums 00:23:12 ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Rheingraben-Tektonik: Heraushebung von Vogesen, Schwarzwald und Odenwald 00:30:57 =====&lt;br /&gt;
Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken, da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben, der Schwarzwald ist gehoben, die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der [[w:Variszische_Orogenese|variskischen Gebirgsbildung]]. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ====&lt;br /&gt;
Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die [[w:Molassebecken|Voralpine Senke]]. Das ist eine [[w:Geosynklinale|Geosynklinale]] hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]] – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel. Und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der [[w:Tethys_(Ozean)|Ur-Tethys]]. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Als noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globale Tertiäre Gebirgsbildung (Alpidischer Gürtel) 00:42:43 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der Apennin in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das Elbursgebirge, das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den Hindukusch, und von dort ins Pamirgebirge, und dann in den eigentlichen Himalaya, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die Aleuten, dann die Kurilen, dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit dem Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieses australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend sein Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euroasiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika, wo gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen Decken. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss ich mir mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits von senkrecht nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprüngliche Höhe der Alpen und ihre Abtragung 01:51:07 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erstletzten Ausformung. Das war im Eozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimatische Bedeutung der Alpen und Abschluss der Kontinentaldrift 01:53:25 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa sind eben kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein und diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinen Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begleitender Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 01:55:33 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, so mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die Hegau-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Prima!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den Hohentwiel, das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz reiner Phonolith-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den Hohenstoffeln, den Hohenkrähen, das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den Hohenzollerngraben, und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann noch nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den Urach-Vulkanismus, wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen, und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens einen schlimmen Behelf der Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der Albvulkanismus, und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal, da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden Keuper, den darunterliegenden Muschelkalk und den darunterliegenden Buntsandstein. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der Kaiserstuhl bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der Vogelsberg, hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und Tuffe, Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10072</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-02T16:46:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:30:56&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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[[Datei:Geologie - 9. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Känozoikum (Tertiär/Quartär)  00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09 ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge. Aber das noch nebenbei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gliederung des Känozoikums 00:23:12 ====&lt;br /&gt;
Also zu Beginn des [[w:Tertiär|Tertiärs]], des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das [[w:Paläozän|Paläozän]], Alt-Zeitalter. Dann das [[w:Eozän|Eozän]] und das [[w:Oligozän|Oligozän]], alles griechische Bezeichnungen. Dann das [[w:Miozän|Miozän]], das [[w:Pliozän|Pliozän]] und dann das [[w:Pleistozän|Pleistozän]]. So, haben wir sie beieinander. Also, das heißt das Alt-Zeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das [[a:Holozän|Holozän]]. Das nennt man das unsere[?] Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ====&lt;br /&gt;
Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum [hier wohl synonym mit Känozoikum gemeint]. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum [Anmerkung: das Tertiär ist ein alter Begriff für den älteren Teil des Känozoikums, auf den das jüngere Quartär (Pleistozän, Holozän) folgt] nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag, also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im [[w:Kalifornisches_Längstal|Central Valley]]. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Unglaublich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ====&lt;br /&gt;
Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der [[w:Oberrheinische_Tiefebene|Rheintal-Grabenbruch]] von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch in das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidda. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke, und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum [[w:Mjøsa|Mjøsa-See]], der ist ja nördlich von Oslo gelegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die [[w:Burgundische_Pforte|Burgundische Pforte]] in den [[w:Rhonetal_(Frankreich)|Rhonegraben]], also bis runter ins Mittelmeer. Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das [[w:Orontes_(Fluss)|Orontestal]] im Norden und das Tal des [[w:Litani|Litani]], wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der [[w:Jordangraben|Jordangrabenbruch]] mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum [[w:Golf_von_Akaba|Golf von Aqaba]]. Und dann geht es ins [[w:Rotes_Meer|Rote Meer]], das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den [[w:Ostafrikanischer_Graben|ostafrikanischen Graben]], bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von [...?] hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Struktur des Rheingrabens und begleitende Hebungen 00:30:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen – die Vogesen sind in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken. Da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben. Der Schwarzwald ist gehoben. Die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der variskischen Gebirgsbildung. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die Voralpine Senke. Das ist eine Geosynklinale hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Molasse-Ablagerungen im Alpenvorland 00:36:48 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der Weißjura – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe. Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der Ur-Tethys. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, indem das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Also noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die Glaukonite. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globale Tertiäre Gebirgsbildung (Alpidischer Gürtel) 00:42:43 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der Apennin in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das Elbursgebirge, das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den Hindukusch, und von dort ins Pamirgebirge, und dann in den eigentlichen Himalaya, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die Aleuten, dann die Kurilen, dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit dem Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieses australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend sein Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euroasiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika, wo gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen Decken. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss ich mir mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits von senkrecht nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprüngliche Höhe der Alpen und ihre Abtragung 01:51:07 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erstletzten Ausformung. Das war im Eozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimatische Bedeutung der Alpen und Abschluss der Kontinentaldrift 01:53:25 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa sind eben kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein und diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinen Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begleitender Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 01:55:33 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, so mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die Hegau-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Prima!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den Hohentwiel, das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz reiner Phonolith-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den Hohenstoffeln, den Hohenkrähen, das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den Hohenzollerngraben, und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann noch nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den Urach-Vulkanismus, wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen, und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens einen schlimmen Behelf der Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der Albvulkanismus, und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal, da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden Keuper, den darunterliegenden Muschelkalk und den darunterliegenden Buntsandstein. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der Kaiserstuhl bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der Vogelsberg, hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und Tuffe, Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10070</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-01T14:36:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:23:08&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Neo- bzw. Känozoikum (Tertiär/Quartär)  00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also gewiß nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geisteswissenschaftliche Bedeutung der &amp;quot;Atlantischen&amp;quot; Epoche 00:19:09 ====&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche [[a:Erde_(Planet)|Erdenentwicklung]] als solche. Also da wird die Erde Erde, endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische [[a:Atlantis|Atlantis]]. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das sei ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen. Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung... wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gliederung des Tertiärs und Quartärs 00:23:08 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber das noch nebenbei. Also zu Beginn des Tertiärs, des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das Paläozän, Altzeit, Zeitalter. Dann das Eozän und das Oligozän, alles griechische Bezeichnungen. Dann das Miozän, das Pliozän und dann das Pleistozän. So, haben wir sie beieinander. Also das heißt, das Altzeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das Holozän. Das nennt man das unsere Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag. Also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im Central Valley. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Und glaube ich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur so sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der Rheintal-Grabenbruch von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidder. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke. Und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum Mjøsa-See, der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die Burgundische Pforte in den Rhonegraben, also bis runter ins Mittelmeer. Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das Orontestal im Norden und das Tal des Litani, wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der Jordangrabenbruch mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum Golf von Aqaba. Und dann geht es ins Rote Meer, das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den ostafrikanischen Graben, bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von Dänemark wegen, hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Struktur des Rheingrabens und begleitende Hebungen 00:30:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen – die Vogesen sind in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken. Da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben. Der Schwarzwald ist gehoben. Die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der variskischen Gebirgsbildung. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die Voralpine Senke. Das ist eine Geosynklinale hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Molasse-Ablagerungen im Alpenvorland 00:36:48 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der Weißjura – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe. Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der Ur-Tethys. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, indem das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Also noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die Glaukonite. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globale Tertiäre Gebirgsbildung (Alpidischer Gürtel) 00:42:43 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der Apennin in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das Elbursgebirge, das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den Hindukusch, und von dort ins Pamirgebirge, und dann in den eigentlichen Himalaya, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die Aleuten, dann die Kurilen, dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit dem Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieses australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend sein Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euroasiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika, wo gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen Decken. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss ich mir mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits von senkrecht nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprüngliche Höhe der Alpen und ihre Abtragung 01:51:07 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erstletzten Ausformung. Das war im Eozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimatische Bedeutung der Alpen und Abschluss der Kontinentaldrift 01:53:25 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa sind eben kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein und diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinen Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begleitender Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 01:55:33 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, so mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die Hegau-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Prima!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den Hohentwiel, das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz reiner Phonolith-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den Hohenstoffeln, den Hohenkrähen, das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den Hohenzollerngraben, und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann noch nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den Urach-Vulkanismus, wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen, und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens einen schlimmen Behelf der Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der Albvulkanismus, und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal, da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden Keuper, den darunterliegenden Muschelkalk und den darunterliegenden Buntsandstein. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der Kaiserstuhl bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der Vogelsberg, hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und Tuffe, Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_9._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10069</id>
		<title>Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-08-01T14:16:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:17:35&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 9. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=W-RlRJkAJNM hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung 00:00:40 ===&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ich habe heute Nacht einen Roman gelesen, von der Utopie zur Realität, aus Dottenfelderhof 49 bis 46 bis 68. Ich konnte nicht mehr denken, das war so etwas Faszinierendes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ach, das ganze Ding da? Das dauert eine Weile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Ja, es war herrlich zu lesen. Ganz herzlichen Dank, auch wie Sie es geschrieben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Na ja, ... ja, einen schönen guten Morgen. Wir betreten eine Woche, die hoffentlich nicht so weiter geht. Aber der Wetterbericht ist da. Es war zu erwarten nach dem starken Wind gestern und so, dass es kommt. Und ich hatte immer gehofft, dass sie vielleicht auf dem Hof doch noch dreschen, haben sie aber nicht gemacht. Wenn es auch feucht gewesen wäre. Na ja, also die Trocknung war ja da. Und jetzt ist es eine Weile. Und wenn es so einen Landregen gibt und die Körner quellen wieder voll auf, dann ist das Problem des Auswuchses. Also, schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologische Zeitepochen – Rückblick (s. Vorträge 5-7) 00:02:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also wir haben es ja jetzt mit unserem Thema Geologie zu tun. Und ich wollte nur sagen, dass wir ja letzte Woche uns jetzt bemüht haben, irgendwo einen Überblick zu gewinnen über die verschiedenen geologischen Zeitalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Geologischen Zeitepochen (Teil 1): Archaikum bis Paläozoikum 00:52:38|Archaikum und Proterozoikum]] (Polarische und Hyperboräische Epoche) 00:02:31 ====&lt;br /&gt;
Und haben gesehen, dass es Zeugnisse gibt auf Erden, nicht hier so sehr in Deutschland, aber anderen Orts, Afrika ganz besonders, Zeugnisse gibt, die sozusagen hinweisen auf den Uranfang einer physisch-sinnlichen oder physisch-sinnlich werdenden Evolution. Also das würde kennzeichnen das Archaikum innerhalb des Beginnens der lemurischen Zeit, der lemurischen Entwicklung. Und zwar würde das einen Ausdruck finden, insbesondere in den großen Granitschilden auf der Erde, die ja auf allen Kontinenten sich finden, aber ganz besonders ausgebildet sind in Afrika. Und dieses Archaikum, so kann man es vermuten – das ist ja immer das Problem, wenn man etwas synchronisieren will – kann man vermuten als die Wiederholung der alten polarischen Epoche der Erdenentwicklung. Die polarische Epoche, die kennzeichnet die Wiederholung der alten Saturnentwicklung zu Beginn der Erdenentwicklung. Auch noch kein äußerlich materielles Geschehen, mehr ein Wärmegeschehen, ein großer Wärmekörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann haben wir weiterverfolgt, wie [das] dem Archaikum sich anschließende Proterozoikum mit seinen Ablagerungen, die auch noch granitisch, aber vor allen Dingen Gneis-Charakter haben und eben auch schon erste – erkennbar werden lassen – erste Ablagerungen, also Sedimente, die allerdings ganz stark umkristallisiert sind. Also sie wieder angenähert oder noch sehr angenähert sind ihrem Ursprung. Also eine Wiederholung der Hyperboräischen Epoche der Erde, also der Wiederholung der alten Sonnenentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das alles, das Archaikum als auch das Proterozoikum, sie finden statt zu Beginn der Lemurischen Entwicklung, also eigentlich jener Entwicklung, die insgesamt die alte Mondenzeit repräsentiert in ihrer Wiederholung. Aber diese Mondenzeit tritt erst dann wirklich als in reinster Kultur [auf], sozusagen als Wiederholung in Erscheinung im Paläozoikum. Also wir haben jetzt das Archaikum, nochmal uns vor Augen geführt, das Proterozoikum, beide zusammen, wenn man der geologischen Uhr folgt, die wir da an die Tafel gemalt haben, dann sind es schon 73% der ganzen Erdenentwicklung. Aber eigentlich lassen sich diese Zeiten gar nicht messen. Die lassen sich gar nicht zeitlich, also Jahre gesprochen, überhaupt nicht zeitlich bestimmen, weil da der ganze Erdkörper noch und das ganze atmosphärische Umkreis noch durch und durch ein lebendiges Geschehen war und Leben kann man nicht messen. Das kann man nicht irgendwie zeitlich definieren oder so. Das sind riesen Metamorphosen, die sich da abspielen, Lebensvorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Paläozoikum: Rätselhafte Explosion des Lebens 01:17:55|Paläozoikum]] 00:06:08 ====&lt;br /&gt;
Und das Paläozoikum haben wir ja dann gesehen, wie das einen Anfang hat, nach dieser Eiszeit – eine Art Eiszeit muss man wirklich sagen – am Ende des Proterozoikums, ist der Beginn des Paläozoikums, der Wiederholung der alten Mondenepoche, gekennzeichnet durch eine unglaubliche und zwar fast spontane Vervielfältigung des organisierten Lebens. Also wo in diesem jetzt sich scheidenden Wasser von dem, was sich dann materiell sozusagen ablagert – das ist die große Zeit der Sedimentation, der Schieferbildungen dieses Paläozoikums – dass da sozusagen in einem höheren Maße das Feste und das Flüssige sich trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesen Urmeeren, könnte man sagen, des Paläozoikums, wo alles aus dem Wasser entsteht, aus dem Wasser geboren wird, alle Organismen, in der ersten Hälfte gab es überhaupt noch keine Landtiere oder Landpflanzen, sondern nur Organismen, die im Wasser beheimatet sind und von denen man nicht genau sagen kann, es sind Pflanzen oder es sind Tiere, sondern es sind beides. Es sind Pflanzentiere, muss man wirklich sagen, wenngleich manchmal das tierische stärker in Vordergrund steht und andernfalls mehr das pflanzliche, aber grundsätzlich ist es doch so, dass diese beiden Naturbereiche noch nicht ganz geschieden sind voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geht es, so bricht das Paläozoikum auf mit einer ungeheuren Lebensentfaltung, die dann immer mehr zunimmt, immer mehr zunimmt, schließlich in der Mitte des Paläozoikums fangen jetzt die Pflanzen an, das Land zu erobern, die Psilophyten, das geht dann über in die Farne und die Schachtelhalme und Bärlappgewächse, also das ist eine ungeheure Lebensentfaltung, die immer mehr baumartigen Charakter annimmt, das ist die eine Entwicklung. Also eine ungeheure Lebensentfaltung, noch mal kulminierend im Karbon und dann Ende des ganzen Paläozoikums in einem allgemeinen Absterben, also wirklich in einem richtig gehenden Tod mit diesen gewaltigen, wüstenhaften Ablagerungen, die eigentlich nur unter sehr trockenem Klima überhaupt bestehen können, rote Tone und andererseits eben diese Arkosesandsteine, diese Verkieselungen, alles verkieselt, verkieselt, verkieselt, die Ablagerungen und dann zuletzt das Zechstein, diese großen, gewaltigen Salzablagerungen auf Erden. Also da kommt einfach etwas zu Ende, und zwar ein Todesprozess ist das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|Mesozoikum]] 00:09:32 ====&lt;br /&gt;
Und der setzt sich allerdings noch in dem neuen, folgenden Zeitalter, was wir zuletzt am vergangenen Freitag betrachtet haben, das Mesozoikum, fort. Im Mesozoikum, das ja heute zeitlich so gegliedert wird, dass da von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Trias 00:20:55|Trias]] gesprochen wird, also dieser Dreiheit von [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Buntsandstein 00:21:42|Buntsandstein]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Muschelkalk 00:43:55|Muschelkalk]], [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Keuper 01:00:21|Keuper]], die haben wir ja im Einzelnen dann verfolgt, der Buntsandstein auch noch mal, eigentlich müsste man ihn Rotsandstein nennen, das ist die vorherrschende Farbe, und in England nennt man ihn ja auch The Great Red Sandstone. Also da tritt er auch auf, aber in etwas anderer Konfiguration. Also den Buntsandstein, Muschelkalk, eine Meeresbildung, Meeresablagerung, und dann der Keuper, schwerpunktmäßig, nicht vollständig, auch da finden sich Sandsteine, aber schwerpunktmäßig Tonbildungen, die Mergelbildungen. Also man hat den Eindruck, in der Trias folgt noch mal dieses Prinzip, aber jetzt auseinandergelegt, nämlich Kieselbildung zu 90% im Buntsandstein, und dann Kalkbildung im Muschelkalkmeer, und dann diese stärker betonten Tonbildungen im Keuper. Diese drei Elemente, die, möchte ich mal sagen, das verwandelte Urprinzip von Quarz, Feldspat und Glimmer, könnte man da drin wiederfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die weiteren Formationen nach dem Keuper, das große Jurameer, also ein weit, weit über die ganze Erde hin sich ausdehnendes Meeresgebiet – also [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Der Jura 01:13:01|Jura]] gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, weit, weit hin ausgedehnt – und überwiegend zunächst mal auch Tonablagerungen, zuallererst Sandsteine, die sogenannten Angulatensandsteine, und dann folgen dann also Tonsteinablagerungen und zuletzt der blanke Kalk, Weißjura-Kalk. Das baut also diese drei Jura-Schichten auf, also Lias, Dogger und Malm, beziehungsweise Schwarzjura, Braunjura, Weißjura. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zuletzt haben wir dann nur noch kurz so angedeutet, die [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017#Die Kreidezeit 01:22:29|Kreide]] ist das Ende des Mesozoikums, und die Kreide findet sich hauptsächlich in Norddeutschland, allerdings verborgen im Untergrund, aber in Erscheinung tretend eben auf Rügen – Rügen ist ein riesen Kreidebrocken, der offenbar später durch Eisverschiebungen überhaupt erst in diese Lage gebracht ist, wo er heute liegt, der ist nicht ganz autochthon, also ursprünglich dort gewachsen. Aber das setzt sich fort auch an der dänischen Küste, da findet man ja auch große Kreidefelsen, und auch in Südengland eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Kreide, wir haben gesehen, dass in der Kreide zunächst einmal die ganze Entwicklung des Mesozoikums so weitergeht wie bisher auch, aber dann plötzlich ist ein ganz neuer Einschlag da, der setzt in der mittleren Kreide an und dann in der oberen Kreide fort, dass eben zu den damals bekannten Nadelgehölzen, also den Nacktsamern, wie sie schon auch im Karbon aufgetreten sind, wie zum Beispiel die Araukarien, dann später die Sequoien, plötzlich jetzt ganz zusätzliche Nadelgehölze auftreten, wie sie unsere Wälder heute besiedeln, nämlich Fichten, Kiefern und Weißtannen und der Wacholder tritt da auf, die Eibe, alles ist da plötzlich da. Und zusätzlich, und das ist das Erstaunliche, eben die Blütenpflanzen, die Urform der Blütenpflanzen und da insbesondere die Laubbäume. Ab Mitte Kreide tauchen jetzt plötzlich lauter, eine Pflanzennatur auf, die eigentlich heute noch im Wesentlichen unsere Landschaften belebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass es quasi wie umgestülpt könnte man sagen, das Paläozoikum, das fängt lebendig an und endet mit einem Tod und das Mesozoikum fängt noch mit einem Tod an und endet mit einer ungeheuren Bewegung in der Kreide. Aber gleichzeitig erkennt man plötzlich am Ende der Kreide etwas, was ganz unfassbar ist und worüber man auch heute keine, glaube ich, schlüssige Erklärung hat, vielleicht gibt es sie inzwischen. Man meint immer, das wäre ein kosmischer Einschlag gewesen, da in der Halbinsel Yucatan von Mexiko, da oben im Golf von Mexiko, ein kosmischer Körper eingeschlagen hätte, der dann eine solche Auswirkung gehabt hätte, dass die damalige Tierwelt weitgehend erstorben ist. Denn die Ende der Kreide ist dadurch charakterisiert, dass diese ganze Reptilienwelt, die ja seit dem Ende des Karbons schon auf der Erde ist und dann durch das ganze Mesozoikum hindurch, dass die plötzlich eine derartige Größenentfaltung hat, in Form der Saurier, dass man wirklich ein Zerrbild, könnte man fast sagen, der Tierheit, wo etwas wirklich sich zu Ende wächst. Da ist Schluss, da geht es nicht mehr weiter. Die Hälse von so einem Saurier, die bis zu 14 Meter lang sind, die können nicht noch länger werden und die Körper können nicht noch größer und noch massiger werden. Also da ist einfach evolutiv tatsächlich was zu Ende gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dieser Zeit fällt also jetzt Ende der Kreide diese Katastrophe, dass ein Großteil der mesozoischen und auch karbonischen Tierwelt ausstirbt. Also insbesondere diese riesenhaften Tierbildungen. Aber auch in den Meeren, zum Beispiel die Ammoniten, die haben ja auch diese riesen Formen angenommen, bis zu 2,5 Meter mächtige Ammoniten, also diese spiralig geformten Tiere, schneckenartigen Tiere, waren eben auch ausgestorben. Die Belemniten, diese Pfeile, die sie da gesehen habe, das sind auch Tintenfischartige Gebilde, die sind alle ausgestorben. Also man fragt sich wirklich, was ist da geschehen? Dass wirklich ein Evolutionsergebnis plötzlich auf Null gestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 4): Das Neozoikum (Tertiär/Quartär) und die Atlantische Epoche 00:17:26 ===&lt;br /&gt;
Und dann eben folgt eine neue Zeit, eine wirklich neue Zeit. Das ist das Neozoikum [oder Känozoikum genannt]. Also wir hatten das Paläozoikum, das Archaikum. Man sagt, das wären rund 50 Prozent auf der geologischen Uhr. Und das Proterozoikum mit 23 Prozent. Also ich würde mal sagen, diese nicht messbare Zeit der Erdenentwicklung – also ich weiß, nicht messbar – sind allein 73 Prozent nach der heutigen Rechnung. Und dann eben folgt das Paläozoikum mit 17 Prozent. Und das Mesozoikum mit 7 Prozent. Und jetzt kommt das neue Zeitalter, das Neozoikum. Neo- oder Känozoikum. Oder man nennt es auch in der älteren Ausdrucksweise Tertiär, beziehungsweise plus Quartär. Quartär. So, das ist das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man das jetzt im Sinne der Geheimwissenschaft betrachtet – also in der Wiederholung der Saturnentwicklung, Sonnenentwicklung, Mondentwicklung – dann ist das Känozoikum die eigentliche Erdenentwicklung als solche. Also da wird die Erde endgültig. Und dieses Zeitalter wird bezeichnet als das Atlantische, Atlantis. Nach einem Kontinent, von dem Rudolf Steiner ja verschiedentlich spricht, und sagt, das ist ein versunkener Kontinent hier im Mittleren und Nördlichen Atlantik. Und die Griechen sprechen ja auch schon davon, dass jenseits des Tores der Hesperiden, nämlich von Gibraltar, da ein Kontinent sich ausgedehnt hat, der dann im Verlaufe oder am Ende der Atlantis versunken ist. Und da gab es eine atlantische Bevölkerung, die Menschheit hat da eine große Menschheitsstufe durchlaufen. Auf der Atlantis, da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen. Jedenfalls, dieses Problem ist, weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch gelöst worden ist, also Platon spricht schon von diesem Kontinent Atlantis, und nicht nur er, sondern das war einfach Gang und Gäbe, davon zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich bin mehr und mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was da versunken ist, eigentlich zum Teil auch versunken ist. Es gibt kontinentale Schelfgebiete jenseits von Irland, also westlich von Irland und auch vorgelagert von Spanien und so, wo der Abfall in den tieferen atlantischen Tiefseeboden kommt. Ich habe den Eindruck, dass das nicht in dem Sinne versunken ist, wie man sich das heute so vorstellt, oder damals vorgestellt hat, sondern dass der größte Teil dieser ehemaligen Atlantis ein Teil Europas noch ist, aber ein Teil auch vor dem Abdriften von Nordamerika, da noch eine Beziehung besteht. Also dass der Untergang der Atlantis eigentlich auch einen Hinweis auf diese sehr später folgende Kontinentaldrift. Erst am Ende der Kreide hat sich das langsam so voneinander gelöst. Also das ist meine Vermutung, ich weiß nicht, wie ganz so stimmig es ist. Aber dass eben doch ein Großteil Europas zu dieser Atlantis gehört hat, aber eben, wie gesagt, durch das Abrücken von Amerika hat sich da auch, ich möchte sagen, eine einheitliche Kultur, die damals im atlantischen Zeitraum sich entwickelt hat, auch in der Menschheit, die hat sich da völlig aufgelöst und ist nach Westen gewandert, ist nach Norden, über Nordeuropa nach dem Osten gewandert und über Spanien und Nordafrika nach Westen und nach Osten gewandert und haben dann die nachatlantische Entwicklung, wurden dann Träger der nachatlantischen Entwicklung, diese Wanderungszüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gliederung des Tertiärs und Quartärs 00:23:08 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber das noch nebenbei. Also zu Beginn des Tertiärs, des Neozoikums, da muss ich einfach vorweg und zwar völlig abstrakt mal die Zeitalter anmalen, die heute von der Geologie aus abgegrenzt worden sind. Das ist das Paläozän, Altzeit, Zeitalter. Dann das Eozän und das Oligozän, alles griechische Bezeichnungen. Dann das Miozän, das Pliozän und dann das Pleistozän. So, haben wir sie beieinander. Also das heißt, das Altzeitalter, dann das Eozän, kann man eigentlich schon sagen, die Morgenröte der ganzen Entwicklung der Erde, wirklich also der heutigen, der ganzen folgenden Zeit der Erdenentwicklung selber, Eozän, die Morgenröte. Oligozän heißt, Oligos heißt auf Griechisch so viel wie weniger. Also es ist weniger alt, ein weniger altes Zeitalter. Das Miozän, mehr das Mittlere, das Pliozän, das noch mehr und das Pleistozän am allermeisten. Also Pleistos heißt auch auf Griechisch das meiste. Also das sind jedenfalls Zeitalter, die man heute untergliedert. Man könnte noch hier drunter schreiben, da muss man eine kräftige Trennungslinie machen, das Holozän. Das nennt man das unsere Zeit in der nachatlantischen Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakteristika Tertiärer Ablagerungen 00:25:17 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also hier spielt sich jetzt ungeheuer viel ab. Und zwar nur in drei Prozent, also in den letzten drei Prozent der gesamten geologischen Uhr entfallen auf das Neozoikum. Und da kann man nun feststellen, da hat sich ungeheuer viel getan. Mit diesen drei Prozent. Da hat der liebe Gott nochmal die ganze Evolution reingestopft. Man findet geologisch gesehen dort Ablagerungen, die nicht mehr durchgängig sind. Also bisher war es immer so, dass in der Kreidezeit, im Mesozoikum insgesamt rückwärts und auch im Paläozoikum hat man über weite Länder hinweg Ablagerungen. Und die kann man hier finden und laut Leitfossilien kann man die auch ganz woanders finden. Was hier in Europa sich abgelagert hat, hat sich auch in Amerika abgelagert. Und sowas kann man eben im Tertiär, also im Känozoikum nicht wiederfinden. Sondern das sind alles lokale Ablagerungen. Und es sind Lockergesteine, also keine total verfestigten Gesteine. Nicht umkristallisiert in aller Regel als Ablagerungen, sondern es sind Lockergesteine. Der Kalk ist bröckelig, die Tone sind plastisch und an vielen Orten anstehend bis zum heutigen Tag. Also an der Oberfläche. Und es sind nur lokale Ablagerungen bis auf einzelne Orte der Erde, wo dann nochmal massive Ablagerungen stattgefunden haben, sehr begrenzt. Und die größten Mächtigkeiten an Ablagerungen finden Sie in Kalifornien, da im Central Valley. Das ist also 7 bis 13 Kilometer mächtig. Und glaube ich tief vor der Sierra Nevada ist dieser tiefe Grabenbruch. Und da finden sich also immense Füllungen des Tertiärs im größten Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Grabenbrüche in Europa: Der Rheingraben und seine Fortsetzungen 00:27:42 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und hier in Europa, sagen wir mal in Deutschland, Mitteleuropa, da finden wir eigentlich solche Tertiärablagerungen nur so sehr lokal. Und dann plötzlich aber wieder sehr massiv. Nämlich einmal der Rheintal-Grabenbruch von Basel bis Frankfurt. Und dann weiterreichend bis Bingen. Und übrigens geht er hier dann auch rein in den Main. Der Rheinische Grabenbruch zieht sich hier noch das Maintal rein, ein ganzes Stück bis an die Grenze des Spessart. Und verzweigt sich hier nochmal in das Tal der Nidder. Setzt sich dann östlich nochmal fort in die sogenannte Hessische Senke. Und von dort durch die Deutschen Mittelgebirge durch, setzt er sich fort ins Leinetal, wo Göttingen ist. Die Stadt Göttingen liegt auch in einem solchen Grabenbruch drinnen, das Leinetal. Und dann geht es durch unter den Ablagerungen, der norddeutschen eiszeitlichen Ablagerung hindurch, über die östliche Nordsee bis in den Golf von Oslo. Und dann noch weiter nördlich bis zum Mjøsa-See, der ist ja nördlich von Oslo gelegen. Es ist also ein Riesenspalt, möchte ich mal sagen, der sich nord-süd durch Europa zieht. Und von Basel aus setzt sich dieser Grabenbruch fort über die Burgundische Pforte in den Rhonegraben, also bis runter ins Mittelmeer. Und dann versetzt sich dieser Graben nach Osten und wir finden ihn wieder, also in der Türkei gewiss, aber dann vor allem im Libanon. Der Libanon hat zwei große Täler, das Orontestal im Norden und das Tal des Litani, wo die Hisbollah jetzt ist. Das sind auch Grabenbrüche, die sich fortsetzen nach Süden ins Jordantal. Der Jordangrabenbruch mit dem toten Meer und dann kommt die arabische Wüste südlich, schließt sich an, auch ein Teil dieses Grabenbruches bis zum Golf von Aqaba. Und dann geht es ins Rote Meer, das ist auch ein Grabenbruch, auch eine große Bruchzone. Und dann schwingt der wieder nach Süden ab, in Abessinien, in den ostafrikanischen Graben, bis runter nach Mosambik. Das ist ein großes System, was da im Tertiär entstanden ist. Also, das kann man mal hier zeigen, auf dieser Karte. Also, es geht hier von Dänemark wegen, hier ist Oslo, hier durch, hier quer durch Europa. Dann setzt sich der Rhonetalgraben fort und dann versetzt er sich hier rüber über Kleinasien, also im wesentlichen Libanon, das Rote Meer, und dann hier quer rüber am ostafrikanischen Graben bis hier runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Struktur des Rheingrabens und begleitende Hebungen 00:30:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und wir haben hier in Deutschland eben beherrschend hier das Rheintal. Aber wie gesagt, das Rheintal setzt sich hier noch fort ins Maintal, und durch die hessische Senke geht es da oben weiter. So, dieses Rheintal ist also eine echte Bruchscholle, die hat den Schwarzwald und die Vogesen – die Vogesen sind in zwei Teile geteilt. Das war früher ein Gebirge, Ost und Westlich, das war einmal eins. Und da ist jetzt die Scholle abgetaucht auf 4.000 Meter Tiefe. Und man kann damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch mehr ist, denn bei Heidelberg hat man glaube ich 4.000 Meter Tiefe mal erbohrt, weil ja die Füllung dieses rheinischen Grabenbruchs sind ja alles Sedimente, die schon mal Sedimente waren. Also einmal in den Randbruchzonen findet man Jura, findet man Muschelkalk, findet man Keuper. Das war alles mal überdeckt, das Rheintal, mit all diesen mächtigen Schichten des Mesozoikums. Und dann kam dieser Grabenbruch und dann ist das alles abgetaucht. An den Rändern sind die nicht so weit abgesunken. Da sieht man dann so Stufenfolgen von Abbrüchen. Bis dann im Zentrum geht es dann also, es sind dann mehr Lockergesteine, die da abgelagert worden sind. Und zwar alles erodiert aus den Randgebieten dieses Rheintalgrabens, während er abgesunken ist, sind die Randgebiete erhoben worden. Der Odenwald ist eben gehoben. Der Schwarzwald ist gehoben. Die Vogesen sind gehoben. Die waren alle mal flach gewesen. Das waren sogenannte Rumpfgebirge aus der variskischen Gebirgsbildung. Ich habe Ihnen noch gesprochen, am Ende des Paläozoikums im Karbon hat sich eine Gebirgsbildung vollzogen, im Anschluss an die Silurische – das war die Kaledonische – und die nächste war dann die Variskische, die sich da von Südirland über Cornwall und so weiter durch Frankreich hindurch, Schwarzwald, Vogesen, Odenwald, hier Taunus und so weiter, ausgedehnt hat, einen riesigen Gebirgszug, aber vollkommen abgetragen wieder, also nur noch ein Rumpfgebirge. Und das wurde jetzt im Tertiär, hier im Zusammenhang mit dem Grabenbruch, wurden diese Randzonen wieder angehoben. Und die größte Anhebung ist ja immer am Rand, und dann fällt es dann langsam nach Osten ab, der Odenwald zum Beispiel, auch der Schwarzwald. Und dann im Südschwarzwald ist es am höchsten hochgehoben, im Nordschwarzwald weniger hoch, und dann gibt es so ein bisschen eine Senke, und dann geht es wieder im Odenwald weiter. Das sind also Hebungen, die unmittelbar zusammenhängen mit diesem Grabenbruch, und das Material, was da sedimentiert ist in diesem Graben, ist weitgehend Erosionsmaterial aus diesen Sedimenten. Im Norden des Rheintalgrabens, da finden sich sehr viele Gerölle, die durch Flusstransport und Eistransport aus den nördlichen Kalkalpen stammen. Also dieser eine Grabenbruch, der prägt das Gesicht Mitteleuropas ganz entschieden. Man kann topfeben von Frankfurt bis Basel fahren mit dem Auto. Wehe, wehe, man müsste jetzt über die Randzone da fahren, das wäre ja ein ziemliches Auf und Ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Voralpine Senke (Geosynklinale) 00:35:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und eine weitere Bildung dieser Art, aber jetzt nicht nord-südlich ausgedehnt, sondern ost-westlich, das ist die Voralpine Senke. Das ist eine Geosynklinale hier, das ist dieses ganze Gebiet hier, das Blaue ist der Jura, der Weißjura. Hier ist es eine riesenhafte Senke, ein Becken. Ich weiß nicht so recht, ob es wirklich ein Grabenbruch ist. Der Jura taucht hier allmählich unten drunter durch bis auf 4000 Meter Tiefe und taucht sozusagen von der Alpenfaltung ergriffen wieder in den Kalkalpen, den nördlichen Kalkalpen wieder auf. Also das ist eine gewaltige Senke, die sich hier eigentlich von Genf aus dann durch die Schweiz hindurch und Deutschland, Österreich nach Osten hin zieht. Also man nennt es eine Geosynklinale und diese Geosynklinalen sind immer mit der Gebirgsbildung verbunden. Also wo sich so die Erdscholle absenkt, da entstehen eben schon wie am Rheintalgraben Anhebungen. In diesem Fall ist sie verbunden mit der Alpinen Faltung, mit dem Auftürmen der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Molasse-Ablagerungen im Alpenvorland 00:36:48 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun, wir werden sehen auf unserer Exkursion, wir werden sehen, wie die Albtafel der Weißjura – was da blau ist auf der Karte – dass die Albtafel nicht horizontal liegt, wie in ursprünglicher Sedimentation, bei Meeresablagerung, sondern leicht streicht, wie man sagt, von, man kann sagen, West-Nordwest nach Süd-Südost, so ungefähr, streicht sie eine ganz leichte Neigung der Albtafel und dann plötzlich bricht sie in der Gegend von Ulm oder da – also man sieht es, wo das Gelbe in das Blaue übergeht, das ist nicht genau die Grenze, weil das Gelbe sind auch eiszeitliche Ablagerungen – aber da bricht es plötzlich die Albtafel in den Untergrund ab. Aber es ist nicht ein Abbruch, sondern wieder so eine Biegung auf 4000 Meter Tiefe. Und da hat sich jetzt auch im voralpinen Raum, also haben sich Ablagerungen ergeben, die nun eine ganz deutliche Gliederung zeigen und das möchte ich doch kurz erwähnen, weil nämlich sehr viele biologische Landwirtschaftsbetriebe übrigens da sind, in dieser Gegend. Also da sind diese, während der Alpenfaltung hat sich diese Geosynklinale gebildet, beziehungsweise schon vorausgebildet, der Beginn dieser ganzen Entwicklung zieht sich über das ganze Tertiär hin. Und auch die Alpenfaltung selber ist ein Prozess, der sich über längere Zeitalter hinweg – also man nimmt sogar an, schon in der Kreide seien die ersten Anfänge gewesen und das geht dann durch das ganze Tertiär hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sind nun folgende Ablagerungen. Wenn das jetzt hier dieser Trog wäre, dieser voralpine Trog, hier wäre also die Juratafel, die sich jetzt hier so abgesenkt hat und hier wiederum dann allmählich von der Alpenfaltung ergriffen worden ist, da findet sich also eine erste Sedimentation. Hier unten, das ist die sogenannte untere Meeresmolasse. Meeresmolasse. Das weiß man, dass es eine Meeresablagerung ist, weil nämlich dieser Trog hier, dieser mächtige Trog, der hat über das Rhonetal, über den Rhonegraben Verbindung zu der Ur-Tethys. Die Ur-Tethys ist das Urmittelmeer. Die Griechen nannten es Tethys, indem das war ein erdumspannender, also die Nord- und Südkontinente trennender Meeresarm. Also noch alle Kontinente beieinander waren im Norden, also Laurasia, und im Süden, Gondwana, da war eben ein Meeresstreifen dazwischen, das nannten die Griechen die Tethys. Und die war sehr viel breiter als heute das Mittelmeer, reichte also weiter nach Süden. Und zu dieser Tethys hatte diese Geosynklinale sowohl im Osten wie im Westen eine Verbindung zum Mittelmeer. Und man kann jetzt sagen, es war Meereswasser, weil sich hier einmal Haifischzähne finden, hier unten in dieser Meeresmolasse, Haifischzähne und andere derartige Bildungen, und vor allen Dingen auch die Glaukonite. Und diese Glaukonite bilden sich eben im Meeresmilieu. Diese grünen, runden Bildungen. Und als zweites baut sich darauf die untere Süßwassermolasse. Süßwassermolasse. Also wo offensichtlich eine brackische Ablagerung unter Süßwasserbedingungen ist. Und dann folgt nochmal die obere Meeresmolasse. Obere Meeresmolasse. Auch wiederum deutliche Kennzeichen einer Meeresablagerung. Und dann folgt darüber – und das baut sich sozusagen heute unter Landschaft aus, im Bodenseegebiet – das ist die obere Süßwassermolasse. Süßwassermolasse. Also da ist eine ganz deutliche Gliederung zu sehen, und zwar im Wesentlichen alles Material, was von Süden kam. Also das ist hier Süden, das ist Norden. Was also von der jetzt parallel stattfindenden Alpenfaltung hier in diese tiefe Geosynklinale sedimentiert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globale Tertiäre Gebirgsbildung (Alpidischer Gürtel) 00:42:43 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Nun hat sich eben in dieser Zeit auch diese Gebirgsbildung der Alpen vollzogen. Und es waren nicht nur die Alpen, sondern sämtliche Gebirgsbildungen auf Erden, wie sie heute sind, sind weitgehend tertiären Ursprungs. Ich möchte es hier nochmal auf dieser Karte zeigen. Einerseits alle Gebirgsbildungen der Erde, die eine Ost-West-Orientierung haben. Das fängt hier an, auch in Nordafrika, dann die Pyrenäen, dann die Alpen, aber auch der Apennin in Italien gehört dazu. Dann die ganzen Gebirge im Balkan, die sich fortsetzen in die Karpaten, dann in den Kaukasus, das Elbursgebirge, das steht wie eine Mauer da, in Persien hier, und dann setzt es sich fort über das persische Hochland bis in den Hindukusch, und von dort ins Pamirgebirge, und dann in den eigentlichen Himalaya, und setzt sich fort bis hier, das nördliche Vietnam, Südchina, ein gewaltiger, horizontal, Ost-West-orientierter Gebirgszug. Das ist einer, der andere geht eben nord-südlich, das sind hier von Feuerland herauf, die Anden, und dann hier oben die Kordilleren, die Rockies, und dann diese Brücke hier, von Mittelamerika, die ist ja erst sehr spät entstanden, ich glaube, erst im Pliozän hat die sich geschlossen, also sehr spät, im Tertiär, das ist alles vulkanisch, also plus, minus, alles vulkanisch. Also gewaltige Basaltablagerungen, Aschen, und so weiter hier, Mexiko, Panama, Nicaragua, Costa Rica, dann Guatemala, und dann Mexiko, in diesen Ländern. Deswegen spricht man von einem Gebirgskreuz, das habe ich ja auch schon anfangs erwähnt, von dem großen Gebirgszug der Erde, das hat die horizontale, und hier die vertikale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese ganzen Gebirge hängen eben zusammen, durchaus mit dieser Kontinentalverschiebung. Und die setzen sich dann oben fort, nach Alaska, die Aleuten, dann die Kurilen, dann über Japan, hier runter, bis nach Neuseeland und so weiter. Das ist dann der zirkumpazifische Gebirgsbildungsraum, der sich da im Tertiär gebildet hat, im Zusammenhang mit dem Ost-West-Drift der Kontinente. Und auch hier haben sich Gebirgsbildungen, das sieht man hier, in Ost-Australien, die dadurch entstanden sind, dass hier eben dieses australische Kontinent da nach Osten gewandert ist. Das ist alles geschehen in dieser Zeit, in dieser relativ kurzen Zeit. Eine gewaltige Gebirgsbildung, die das Gesicht der Erde heute im Wesentlichen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Mechanismus der Alpenfaltung: Hebung und Deckenüberschiebung 00:46:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt die Alpenfaltung. Da hat man, ich glaube, kein Gebirge, was so erforscht ist, im Bezug auf die letzten Details, wie gerade die Schweizer Alpen besonders. Da kommen eben zwei gegenläufige Faktoren zusammen. Einerseits das, dass von unten eine Hebung stattfindet, dass da eine plutonische Regsamkeit von unten nach oben gewirkt hat, in dem Sinne, wie das auch geschildert worden ist, hier auch durch Gunter Gebhard. Also, dass da eine Hebung sich vollzogen hat, dass sozusagen die Tiefen der Erde sich da aufgewölbt haben, Granitbildung sich vollzogen hat und so weiter. Aber dann eine horizontale Bildung, die von, wie soll ich sagen, von Südwesten etwa, Süd-Südwest, oder eben von Süden direkt nach Norden gewirkt hat. Nämlich, und ich glaube, das ist die geologische Ansicht, dass der afrikanische Kontinent im Zuge der Kontinentalverschiebung zwar weitgehend sein Standort gewahrt hat, aber er hat sich etwas gedreht insgesamt, hatte früher eine etwas andere Lage und ist gleichzeitig nach Norden vorgerückt und hat den Tiefseeboden der ehemaligen Tethys, der viel breiter war, quasi vor sich her geschoben, der afrikanische Kontinent, und statt ihn unter die asiatische, euroasiatische Platte zu schieben, wie das im Pazifik, in Südamerika, wo gerade der Fall ist, werden diese unterseeischen Ablagerungen über die Lande, oben drüber geschoben. Und das sind die sogenannten großen Decken. Decken nennt man sie, die sich aufgetürmt haben zu den Alpen, sodass man bis auf die Spitzen der höchsten Höhen in den Alpen Gesteine findet mit Versteinerungen. Das weist eben auf die Herkunft aus dem Urmittelmeer. Das hat man dann auch genauer alles verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat dann derart komplizierte Formen hervorgerufen, dass man jahrzehntelang rumgemacht hat, wie das zu verstehen ist, dass plötzlich junge Ablagerungen, die eigentlich oben liegen müssten, bei den Faltungen auch, plötzlich unten sind und auch oben sind und dazwischen sind ältere. Also es hat regelrecht, sind diese Decken so aufgeschoben worden, muss ich mir mal vorstellen, wie so ein Brecher an einer Küste. Da kommt so ein Brecher daher, baut sich so langsam auf, je flacher der Untergrund wird, und plötzlich stürzt die Welle über und strudelt nach unten, sodass sozusagen das Oberste nach unten kommt. Und so muss man sich vorstellen, dass die Alpen einerseits von senkrecht nach oben, andererseits vom Urmittelmeer her durch den afrikanischen Kontinent sind die Schichten herübergeschoben worden und haben sich heraufgewölbt und sind dann so gefaltet worden, wie ein Wirbel. Das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt. Es ist also wunderbar, da findet man eine solche Falte im Kanton Glarus, das ist zumindest das berühmteste Beispiel, wie diese über zig Kilometer, also hunderte von Kilometern unter Umständen, diese Schichten da hochgeschoben worden sind über den bestehenden Kontinent Eurasia und haben da die Alpen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprüngliche Höhe der Alpen und ihre Abtragung 01:51:07 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und man hat rekonstruiert, wie hoch die Alpen gewesen sein müssen zur Zeit ihrer höchsten Bildung und ihrer erstletzten Ausformung. Das war im Eozän, also hier etwa in der Mitte der Atlantischen Zeit, dass sie ungefähr 15 Kilometer hoch gewesen sein müssen. Wenn man ergänzt diese Faltungen, sie brechen hier ab und hier setzen sie sich fort und wenn man die jetzt ergänzt, diese Faltung, dann müssten die Alpen eine Höhe bis zu 15 Kilometer gehabt haben. Also die Abtragung hat dann eben auch wiederum sehr schnell sich vollzogen und zwar im Wesentlichen dann in diesen Tiefseegraben hier, der voralpinen Geosynklinale, haben dort sedimentiert, relativ feinkörnig, denn diese Molasse ist eine sehr feinkörnige, es gibt auch Gerölle natürlich, aber eine sehr feinkörnige Masse, wo eine Landschaft auf oberer Süßwassermolasse hier ist, im voralpinen Raum, da kann man von guten Böden sprechen. Das sind wirklich hervorragende Böden. Also da haben die Alpen jetzt von Süden sedimentiert und haben wohl einen Teil dieser Geosynklinale mit einbezogen in diese Faltungen und das findet man eben dadurch in dem Alpenvorland, also das Allgäu zum Beispiel und ebenso auch in der Schweiz, sich fortsetzend, dieses Hügelvorland, was immer höher wird, das sind vielfach Produkte aus den alpinen Faltungen, die da einbezogen worden sind in diese Sedimentation in der Geosynklinale selbst. Das heißt, Ablagerungen der Geosynklinale selbst sind in die Faltungsprozesse mit einbezogen worden, von Süden her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimatische Bedeutung der Alpen und Abschluss der Kontinentaldrift 01:53:25 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Das ist also diese besondere Situation jetzt, die durch die Gebirgsbildung entstanden ist und diese Gebirgsbildung ist ja die Ursache dafür, dass wir in Europa ein ganz anderes Klima haben als in Amerika. In Amerika existiert eine solche Ost-West-Achse nicht, sondern in Europa sind eben kann die Kaltluft aus dem Norden nicht über die Alpen so ohne weiteres rüber, das staut sich da. Und das bedingt, dass wir hier ein sehr gemäßigtes, eigentlich ursprünglich gemäßigtes, sehr ausgeglichenes Klima mit den vier Jahreszeiten haben. Ich wüsste nicht, wo auf Erden nochmal so harmonische Verhältnisse herrschen in Bezug auf die vier Jahreszeiten, wie gerade in Mitteleuropa. Das hängt eben mit der Alpenfaltung innig zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also, das Mittelmeer hat sich dann sehr verengt auf dem Wege dieser Gebirgsbildungen und hat dann das heutige Gesicht bekommen, wie es ist. Und man kann auch annehmen, dass bis ins Miozän hinein und diese Gebirgsbildungen praktisch die Kontinente dahin gekommen sind, wo sie heute sind. Also im Tertiär – man misst zwar heute noch Zentimeterbeträge der Bewegung von einem bis zwei Zentimeter, dass Amerika sich entfernt von Afrika, aber daraus schließt man ja nun, wie lange es gedauert hat, bis es da überhaupt hingekommen ist. Aber man muss sich diesen Bewegungsprozess nicht mehr zeitlich vorstellen. Der ist auch so halb in der Zeit, halb außerhalb der Zeit. Das ist ein Bewegungsprozess. Und immer, wenn etwas in Bewegung kommt, dann muss man mit seinen Messen aufhören, weil das Lebensprozesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begleitender Tertiärer Vulkanismus in Mitteleuropa 01:55:33 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  So, und jetzt auch die mittelatlantischen Gebirge übrigens, die wir schon angesprochen haben, so mittelatlantische Rücken, und überhaupt sind alle in dieser Zeit auch entstanden, im Zusammenhang mit der Kontinentaldrift. Nun, parallel zu diesen Absenkungsvorgängen – Geosynklinale, Grabenbrüche über die ganze Welt hin, ungeheure Tektonik, also Verschiebungen der Schollen – parallel dazu, auch dann zu dieser Gebirgsbildung, findet ein intensiver Vulkanismus statt. Also der Vulkanismus ist eigentlich gar nicht so recht zu trennen von solchen Gebirgsbildungsvorgängen. Und so finden wir nicht nur diesen Vulkanismus in Italien mit Ätna und Vesuv, sondern nördlich der Alpen hat sich eben auch ein Vulkanismus entwickelt, und eine besondere Landschaftsprägung erhält das Bodenseegebiet durch die Hegau-Vulkane. Von euch kommt ja niemand da oben, die vom Hegau? Ihr kommt ja irgendwie sonst woher, oder? Prima!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also die Hegau-Vulkane, die prägen die Landschaftsbilder, Bodenseelandschaft gegen den Schweizer Jura oder Juratafel, in besonderer Weise, das sind also Vulkandurchbrüche durch den Weißjura hindurch, am Rande dieser großen Geosynklinale. Und da gibt es den Hohentwiel, das ist der bedeutendste, mächtigste Klotz reiner Phonolith-Klingstein, also basaltisch, aber eben sehr hart. Und der hatte natürlich mal einen unglaublichen großen Aschekegel, und der ist natürlich völlig abgetragen, da ist nichts mehr da, man sieht nur noch den Schlot sozusagen aus diesem Phonolith, vertikal, emporragend. Und da gibt es den Hohenstoffeln, den Hohenkrähen, das sind also lauter solche Vulkane, die da hochgegangen sind. Aber nicht nur diese, sondern die setzen sich gleichsam fort, nach Norden, in den Hohenzollerngraben, und das ist auch eine Störungszone, wo es heute noch Erdbeben gibt. Und in diesem Bereich, dann noch nordwärtsgehend, finden sich dann die Albvulkane. Und wir werden dann auch ein See, das Randecker Maar, da werden wir durchfahren. Aber das ist also ein Vulkanismus, man nennt es auch den Urach-Vulkanismus, wo die Weißjuratafel von Basalt durchstoßen worden ist, ohne oben einen Kegel zu bilden. Sondern die sind hängengebliebener Basalt, also starke Entgasung, die da stattgefunden hat, und der Basalt erfüllt dann diese Schlote im Weißjura. Der Weißjura ist durchlässig bis zum geht nicht mehr. Also wenn es da regnet, da läuft das Wasser einfach unten weg. Und wenn der Bauer pflügt auf dem Weißjura, dann pflügt er auf Teufels Hirnschale, wie man sagt. Das ist ein blanker Weißjura, und da liegt nur noch ein sehr guter, sehr hervorragender Humusauflage, also Humate sind das, kalkgesättigte Huminsäuren, ein wunderbares Material, Dauerhumus par excellence, aber sonst ist nichts da. Und durch diesen Weißjura sind diese Schlote durchgestoßen, haben einen Pfropf hinterlassen, und viele Dörfer auf dem Jura oben sind heute auf diesen Vulkanschloten, weil nur dort sich Wasser findet. Da wird das Wasser gehalten, da können sie mal einen Brunnen absenken und haben wenigstens einen schlimmen Behelf der Wasserversorgung. So war es jedenfalls über lange Zeiten. Heute gibt es also eine spezielle überregionale Wasserversorgung, sowohl in Höhen des Schwarzwaldes als auch auf der Schwäbischen Alb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist der Albvulkanismus, und dieser Albvulkanismus – das muss ich hier unten mal, da muss ich die Brille aufsetzen – das sind hier lauter so schwarze Punkte, das ist eine ziemlich große Versammlung von Vulkanen in diesem Bereich, und hier ist ungefähr Stuttgart, und diese Vulkanbildungen ziehen sich hin bis nach Stuttgart, wo kein Weißjura mehr ist. Aber man hat dann in dem Basalt eingeschlossen gefunden Weißjura-Brekzien, also Steine aus dem Weißjura. Das ist der beste Beweis dafür, dass die Weißjura-Tafel einmal bis über Stuttgart weit hinausgereicht hat. Der andere Beweis ist der, dass man hier Weißjura-Brocken findet, Felsen findet, hier in dieser Randzone des Rheintales. Das war alles mal vom Weißjura überdeckt. Und damit auch den darunterliegenden Keuper, den darunterliegenden Muschelkalk und den darunterliegenden Buntsandstein. Das ist dieser Vulkanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es nochmal einen eigenartigen Vulkan mitten im Rheintal. Das ist der Kaiserstuhl bei Freiburg. Wenn man mit der Autobahn nach Süden fährt, nach Basel, dann ist rechte Hand plötzlich mitten im Rheintal nochmal so eine Erhöhung. Es gibt da auch Steinbrüche, aber eigentlich ist der von einer unglaublich mächtigen Lössdecke überdeckt. Und dort findet ein intensiver Weinbau statt. Das hat hervorragende Böden. Und dann, wenn man nach Norden fortschreitet, also am Ende jetzt hier des Rheintales, da gibt es nochmal ein großes Gebiet, vulkanische Art, das größte Basaltdeckengebirge Europas, das ist das hier. Und das ist der Vogelsberg, hier östlich. Und dieser Vogelsberg hat zu seiner Zeit – das ist der Eifel-Vulkanismus hier – der hat zu seiner Zeit den Dottenfelderhof auch ganz schön eingedeckt. Und es ging weit über Frankfurt raus. Also Asche und Tuffe, Tuff-Basalte, haben sich hier ausgebreitet. Man sieht hier überall noch so Reste. Und das größte Teil ist dann eben heute von diesen Basaltdecken verschwunden. Aber man sieht heute noch eine Dimension eines Vulkans, das nimmt sich ganz schön massiv. Also das ist der Vogelsberg, auch ein Basalterguss. Und man findet vielfach in den Steinbrüchen im Vogelsberg – ich habe jetzt keine Zeit, da noch hinzufahren – aber da findet man, wie der Basalt den Buntsandstein hochgedrückt hat. Bei seiner Explosion, die Basaltmassen, intrusiv sind die so in diese Schichten eingedrungen des Buntsandsteins und haben die Schichten hochgedrückt, dann zum Teil noch überlagert, sodass der Buntsandstein in dem Basalt zum Teil vermengt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Geologie: Dottenfelderhof und Wetterau 01:04:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also das ist im Wesentlichen, was wir hier in der Gegend haben als Basalte. Jetzt, was die Geologie des Dottenfelderhofes angeht, oder dieser ganzen Region, in der wir uns befinden, vor allen Dingen auch westwärts, ist ja dadurch charakterisiert, dass wir hier das gesamte Mesozoikum verschlafen haben. Hier hat sich überhaupt nichts, weder Buntsandstein, noch Muschelkalk, noch Keuper, noch Jura, noch gar nichts abgelagert. Da hätte man gut Urlaub machen können, bei diesen ganzen Veränderungen. Wenn es sonst auf der Erde stattgefunden hätte, hätte sich überhaupt nichts abgespielt. Während man jetzt ein bisschen nach außen geht, in Richtung Vogelsberg, da fängt sofort der Buntsandstein an. Nach Süden, in den Odenwald, sofort fängt der Buntsandstein an. Und dann lagert da schon wieder, der Muschelkalk drauf, dann der Keuper, dann der Jura, wenn wir in diese Richtung fahren. Also dieses Gebiet hier, wo wir uns befinden, war während des gesamten Mesozoikums, man könnte sagen, Festland. Oder jedenfalls nicht beeinflusst von irgendwelchen Ablagerungen. Man könnte vielleicht sagen, vielleicht hat sich hier noch ein bisschen was sedimentiert, von der alten variskischen Taunusbildung, aber das war weitgehend eigentlich schon am Ende des Paläozoikums abgetragen. Das war eine Zeit einer, wie soll ich das sagen, evolutionären Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Einzige, was sich hier anstellt, war das Rotliegende. Also Perm, von Perm. Kein Zechstein, der Zechstein setzt sich erst weiter östlich an. Das war wahrscheinlich auch alles abgetragen. Es kann gut sein, dass hier Zechstein auch war. Aber darunter das Rotliegende. Das ist der Grund, warum der Dottenfelderhof eigentlich ein ziemlich armer Standort ist. Wir haben die schlechtesten Böden weit und breit. Weil wir in einer Erosionslage liegen, der Nidda – das ist ein 40 Meter Höhenunterschied von hier von der Nidda bis oben ins Oberland. Sodass die späteren Trümmermassen, die da sonst drübergedeckt worden sind, in dem Pleistozän im letzten Zeitalter des Quartärs, dass die eben hier überwiegend abgetragen sind. Und das Rotliegende steht direkt an. Und insofern haben wir nicht das Glück der übrigen Standorte, hier in der Wetterau, mit den guten Lössböden. Wir müssen uns abfinden mit dem, was wir haben. Das hängt also damit zusammen, dass während des Mesozoikums hier eigentlich nichts, aber auch gar nichts abgespielt hat. Es hat ein bisschen sich was abgespielt. Es haben sich alle möglichen Verwitterungstalungen, Senkungen, Mulden haben sich daraus gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tertiäre Braunkohlebildung: Klima und Vegetation 01:07:49 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und in diesen Mulden hat sich im Tertiär Braunkohle gebildet. Wir könnten unter Umständen hier Stellen finden, wo darunter Braunkohle liegt. Ebenfalls in Gronau haben sie früher Braunkohle ausgewonnen. Immer so kleine Mulden, wo plötzlich da Braunkohle auftritt. Und im Horlofftal, eine Fortsetzung dieser Rheinischen Senke, nach Bingenheim, da haben die ja bis vor 10, 15 Jahren im großen Stil Braunkohle abgebaut. Das ist alles stillgelegt und haben hier auch noch verfeuert. Da hat man schön in die Luft gepestet. Das weist darauf hin, dass das Tertiär offenbar einen ungeheuren Pflanzenwuchs hatte. Und dieser Pflanzenwuchs sich dann in diese Kohlenbildung umgesetzt hat, sodass wenn man da Rechnungen aufmacht, wie man das heute so macht, dann spricht man davon, dass die Kohlevorräte der gesamten Erde zu 54% im Tertiär liegen. Alles Braunkohle. Also kein Anthrazit. Der Anthrazit findet sich nur aus dem Paläozoikum hauptsächlich. Aber die großen Braunkohlevorkommen hier in Deutschland, in der Kölner Bucht oder im Osten bei Zwickau, der Lausitz, im großen Stil. Also gewaltige Braunkohlevorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Die liegen also relativ flach und schief. Das konnte man hier noch im Horlofftal wunderschön sehen. Bei Bingenheim konnte man sehen, wie die Wurzelstöcke von den Bäumen noch so halb verkohlt ausgegraben werden konnten. Es waren hauptsächlich Sequoiadendren und auch Araukarien und diese älteren Spezies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist gleichzeitig eine Braunkohlenzeit, dieses Tertiär. Neben diesen gewaltigen geologischen Gebirgsbildungen, Grabenbrüchen, Sedimentationen, eine Zeit der Braunkohlebildung. Das weist eben offensichtlich auf ein sehr günstiges Klima hin zu der Zeit und einen sehr intensiven Pflanzenwuchs. Und man geht davon aus, dass aufgrund der Flora – wo hier Gummibaum, Magnolien und auch Palmen hat man hier auch entdeckt – dass hier ein subtropisches, tropisches Klima geherrscht hat von der Zeit. Und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, also vielen Niederschlägen, der dampfig, muss man sagen, eine unglaubliche vegetative Entwicklung. Das Land selber, sofern es einigermaßen eben war, also nicht ergriffen von der Alpenbildung, war versumpft. Große Sumpflandschaften. Eben überall so verstreut dann diese Tertiär-Ablagerungen beziehungsweise die Braunkohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Explosive Evolution im Eozän: Blütenpflanzen und Säugetiere 01:11:38 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und jetzt muss ich doch noch mal hier kurz auf diese Zeitalter eingehen, denn die bezeichnen eigentlich jetzt eine höhere Entwicklung der Naturreiche. Das haben wir bisher nur von geologischen Prozessen gesprochen. Aber wenn man dieses Zeitalter verfolgt, dann ist es eigentlich das Zeitalter alles dessen, was jetzt in Fülle und Fülle und Fülle auf Erden geschaffen wird. Aus dem Paläozän, da weiß man nicht so furchtbar viel genau. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es da eine genauere Literatur. Aber das Entscheidende ist das Eozän. Die Morgenröte, die rosenfingrige Eos, die geht da auf. Und in diesem Eozän muss man sagen, ich weiß nicht, mit welcher Fantasie hier jetzt nicht nur die ganze Fülle der Blütenpflanzen sich ausbildet, ausgestaltet in Fortsetzung des, was schon in der oberen Kreide sich herausgebildet hat. Aber jetzt nicht mehr primitiv blühen, sondern die Sympetalen, also die zusammengewachsenen Blütenblätter, die Pflanzen treten jetzt auf. Und ich möchte nur sagen, die ganze Fülle aller Arten, die auch heute auf Erden zu finden sind. Alles Eozän, alles Eozän. Und in unserer Gegend eben hier auch hat man eben Gummibäume, Palmen und so weiter hat man hier aus dieser Zeit auch gefunden, neben den Laubgehölzen, neben den Gramineen und so weiter. Also die Pflanzenwelt hat da eigentlich einen Zoo, wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung im Eozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Tierwelt nun, die erlangt nun ihren eigentlichen, ihre explosive Schöpfungsgeschichte seit dem Eozän. Da haben sich Tierarten entwickelt in einer solchen Fülle und Variationsbreite und ich habe immer den Eindruck, dass das überhaupt ein Schöpfungsprinzip der ganzen Evolution ist, dass immer am Anfang eigentlich schon alles da ist, was jetzt kommen soll. Dass immer am Anfang, so wie die Ägypter ihre Pyramiden am Anfang 2750 gebaut haben und dann spielt sich nur noch die Kulturepoche sozusagen auf diesem Hintergrund ab. Und so das Paläozoikum am Anfang, da waren die ganzen, sämtliche wirbellosen Tierarten schon da und dann spielt sich das nur noch ab sozusagen, es rollt sich nur noch ab. Und so sehen wir jetzt auch im Eozän, wie eine derartige Artenfülle entsteht an verschiedenen Tierarten, die alle kurzbeinig sind, alle winzig klein, so Katzen-, groß, Hund- und lange Schwänze, lange Köpfe, die Länge gedehnt, aber eben alle da. Und man sagt heute von den heute bekannten 142 Familien, sind bereits 129 ausgestorben. In der Zeit, am Ende des Eozän, im Oligozän, dem Nordpol, da waren die größtenteils schon wieder verschwunden. Und also eine ganz eigenartige, fremdartige Tierwelt, aber die Urstämme alles dessen, was dann im Verlaufe der frühen Epochen des Tertiärs sich dann als die Tierwelt herausgebildet hat, wie wir sie heute noch finden. Aber viele, viele Arten, auch Ordnungen, sind eingegangen. Also es war ungleich viel gestaltiger als die heutige Tierwelt, unabhängig von den Menschen jetzt gesprochen. Heute sorgen wir ja dafür, dass viele Tierarten aussterben. Aber damals waren es einfach Versuche sozusagen, der Schöpfung etwas zu bilden, und dass es wieder vergangen ist, aber was Neues ist entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir, wie im Eozän jetzt ganz kleine, kurzbeinige Tierlein entstehen. Das ist ein Beispiel, schon erwähnt worden, von Herrn Gebhard, in der Grube Messel bei Darmstadt, wo man das Urpferd gefunden hat. Das ist auch so ein alter Vulkanschlot, wo sich also auch allmählich eine ganz feinschichtige Sedimentation herausgebildet hat, und einen steilen Kraterrand, da müssen die da irgendwie mal reingepurzelt sein, diese Pferde, und auf diese Weise sind sie erhalten geblieben. Die hat man dann ausgegraben. Also Pferde nicht größer wie so. Und auch kurzbeinig, auch noch fünfzähig und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionstrend im Tertiär: Spezialisierung und Merkmalsreduktion 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und dann kann man verfolgen, wie jetzt durch diese Zeit, also bis zum Miozän und zum Teil bis zum Pliozän, jetzt allmählich die einzelnen Tierarten sich zu der Größe und zu der Gestalt entwickelt haben, wie wir sie heute kennen. Das gilt für die Pferde, die dann von der Fünfzähigkeit schließlich zu dem Mittelfinger gekommen sind, der nur noch mit dem Nagel sozusagen den Huf, nämlich die Erde, berührt. Und die Paarhufer, die Kamele, die auch so klein waren, die kennen wir aus dem Miozän, Kamele so groß. Und dann entwickeln sie sich allmählich zu dieser Miozän, zu der heutigen Größe in etwa. Und die Zehen verlieren sich ursprünglich, was vorne vier, hinten zwei. Und dann am Miozän sind es nur noch Paarhufer, zwei Zehen, die übrig bleiben. Und das ist ein Charakteristikum der gesamten Tierentwicklung, dass bestimmte Merkmale, die noch auf ein universelles Bildungsprinzip hindeuten, verloren gehen und an die Stelle Spezialisierungen treten. Also ursprünglich hatten die alle noch ein volles Gebiss mit 44 Zähnen. Und dann allmählich verlieren sich dann auch so und so viele Zähne, je nachdem, ob es Raubtiere werden oder ob es also Wiederkäuer werden oder sonst wie. Und es verlieren sich eben auch andere, zum Beispiel bei den Wiederkäuern, dass hier im Oberkiefer keine Zähne sitzen, dafür bilden sie plötzlich die Hörner aus. Oder die Hirsche, das ist auch interessant. Die Hirsche befindet man also hier im Miozän, im unteren Miozän, die ersten Hirsche. Die hatten noch keine Spießer, die hatten noch kein Geweih, nichts, gar nichts. Und erst gegen das mittlere Miozän hin, treten dann plötzlich die großen Geweihbildner auf. Und es wird so gewaltig, diese Geweihe. Also die sprießen und sprießen und sprießen. Wie soll sie noch ein Hirsch tragen, was er da oben auf dem Kopf hat? Und ziemlich wild ausgebildet, also nicht so gleichmäßig wie unsere, wie ein Zwölf- oder Sechzehnender heute in unseren Wäldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Phänomen, dass eine systematische Entwicklung bis zum Miozän und Pliozän hingeht und dann ist es fertig, dann sind die Tiere alle fertig. Eine der letzten Bildungen in dieser ganzen Reihe, das sind unsere Rinder. Die Rinder, also die Urformen der heutigen Rinder, die treten erst im Pliozän auf. Nach dem Miozän, sehr spät, das sind die Wiederkäuer. Die Wiederkäuer sind supermoderne Schöpfungen, würde ich mal sagen, des ganzen Tertiärs. Da hat der liebe Gott lange gewartet, bis er die überhaupt auf die Erde kommen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ko-Evolution und der Aufrichtungsimpuls des Menschen 01:20:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und ich würde mal von mir aus sagen, es ist eigentlich die Zeit, als die Rinder auf der Erde auftreten mit diesen vier Pfosten unter dem Rumpf, die klassischen Stoffwechseltiere als Wiederkäuer. Dass da, während das Rind ganz horizontal sein Rückgrat ausbildet und den Kopf noch hängen lässt, der Mensch sich aufrichtet und seinen Kopf erhebt. Das Feld muss in dieser Zeit ungefähr fallen. Da ist eine Parallele, es ist nichts umsonst, das in den Mysterienstätten der Vergangenheit, wo immer das Rind als heilig empfunden worden ist. Das Rind als das Opfertier, als das klassische Opfertier des Adels. Also da ist ein Zusammenhang, ich möchte mal sagen, des sich Aufrichtens bei Menschen in Verbindung mit dieser klassischen Horizontale, wie sie gerade sich beim Rind, beim Wiederkäuer ausdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem haben wir hier im Miozän, man kann sagen, im Miozän ist die Schöpfung fertig. Da spielt sich nicht mehr viel ab. Die ganzen Gräser haben hier auch Hochblüte, beherrschen sozusagen. Und die ganzen Blütenpflanzen und alles, alles, alles entsteht. Und damit muss man einfach sehen, dass sich eben die ganze Tierheit entwickelt. Ohne Gräser gäbe es keine Wiederkäuer. Und ohne Blütenpflanzen gäbe es keine Insekten in dem Sinne, wie sie heute da sind. Die Insekten und die Gräser hatten beide im Miozän ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht. Also man kann sagen, im Tertiär tritt uns vor Augen das Bild der Ko-Evolution. Das ist also, Worte sind Worte. Aber man kann wirklich dahinter sehen, ein Verständnis entwickeln, warum ein Schmetterling und bestimmte Schmetterlinge der Distelfalter eben nur Disteln besucht. Oder das Tagpfauenauge oder der Fuchs als Schmetterling besonders mit Brennnesseln was zu tun hat. Und dass alle Schmetterlinge irgendwo zu einer bevorzugten Pflanze eine Beziehung haben. Obwohl das die Hummeln, die Kleeblüten befliegen, nicht so sehr die Bienen. Und dass andere Blüten von verschiedensten wild lebenden Insekten oder eben Bienen beflogen werden. Man merkt, dass das, was im Paläozoikum noch nicht geschehen war, in Pflanze und Tiere, dass jetzt im Tertiär geht das immer weiter auseinander. Aber man sieht durch die Art, wie der Schmetterling noch eine Beziehung hat zu einer bestimmten Blüte, da hat sich eine Ko-Evolution vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Insektenreich hat sich eigentlich auch erst im Tertiär entwickelt. Die ganze Vogelwelt hat sich erst im Tertiär entwickelt. Also erst auch alles seit dem Eozän. Es gab schon früher im Paläozoikum flügellose Insekten, und es gab schon Libellen im Karbon, also Netzflügler. Aber wirklich das Heer der Insekten und die artenreichsten gibt es heute noch auf der ganzen Welt. Die Insekten, die haben sich entwickelt seit dem Eozän bis zum Miozän hin. In Ko-Evolution. Also das heißt, die stehen zueinander in Beziehung. Die Art, wie eine Hummel eine Kleeblüte aufsucht, das muss man mal genau beobachtet haben, wie sie sich da reinwühlt in diese Kleeblüte, da merkt man, die haben was miteinander zu tun. Das ist nicht zufällig irgendwie so, sondern da ist eine uralte Gemeinsamkeit, die sich jetzt auseinandergelegt hat. Und, und, und.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Evolution des Menschen aus anthroposophischer Sicht 01:25:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Also, im Tertiär ist eben auch schon der Mensch aufgetreten. Und es ist die Zeitscheide rum, aber das muss eben noch unbedingt jetzt noch zur Sprache kommen, was eigentlich jetzt der Mensch da für eine Rolle gespielt hat, und wo der überhaupt herkommt, und wie das eigentlich zu verstehen ist. Und, da möchte ich nur andeuten, dass ich eine Angabe Rudolf Steiners kenne, wo er davon spricht – also ich meine, das ist schon aus der Geheimwissenschaft ersichtlich – dass der Mensch aller Evolutionen vorausgegangen ist. Alles, was sonst nur irgendwo in der Welt besteht, ist nicht die Voraussetzung, dass irgendwann mal auch der Mensch entstanden ist, wie der Darwinismus es sieht, sondern, dass die ganze Evolution um des Menschenwillens stattgefunden hat. Dass der Mensch am Anfang stand als makrokosmischer Mensch, nicht als der Mensch, der wir heute sind, sondern als makrokosmischer Mensch, von Hierarchien getragen und herangebildet, noch eingebettet sozusagen, keinerlei irgendwelche physische Ausprägung, und dann hat er das Schicksal, die ganze Evolution des Tierreiches mitzumachen. Er hat alle Stadien mit durchlaufen, die das Tier auch durchlaufen hat. Und alle Stadien der tierischen Entwicklung sind letzten Endes wie ein Schattenwurf dessen, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat, weil es ihn in seiner eigenen Entwicklung gehemmt hat. Man könnte sagen, das ganze Tierreich hat der Mensch in sich gehabt, das Pflanzenreich auch, das Mineralreich auch, als kosmischer, makrokosmischer Mensch, aber noch ganz im Geiste ruhend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in dem Maße, als er so jetzt an die Erdenentwicklung herantritt, desto mehr umkleidet er sich auf der Erde mit all dem, was jetzt da diese Tierentwicklung in Wiederholung der alten Mondentwicklung sich abspielt. Und die ganze Menschheitsentwicklung auf Erden bedeutet, dass der Mensch versuchen muss, aus seiner eigenen Ichheit heraus, diese Tierheit in ihm zu überwinden. Darin liegt der gesamte Sinn, möchte ich mal sagen, der Menschheitsentwicklung zunächst. Dass er das alles erstmal aus sich heraus setzt, um Mensch, mikrokosmischer Mensch zu werden. Als makrokosmischer Mensch sich hin zu entwickeln, zu den mikrokosmischen Menschen. Und alles, was er aus sich heraus setzt, das bilden eigentlich die Naturreiche. Deswegen müssen wir sagen, wenn wir einem Tier begegnen, müssen wir eigentlich Bruder Tier sagen. Das ist etwas, was wir zurückgelassen haben. Was wir herausgesetzt haben. Was wir heraussetzen mussten, um eben Mensch zu werden. Aber damit tragen wir auch, man möchte sagen, eine Verantwortung. Ich möchte nicht sagen, eine Schuld. Unschuldig, schuldig werden, würde ich mal sagen. Dass die Tiere sich so haben entwickeln müssen. Aber wir tragen, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt den Begriff der Verantwortung gegenüber der Natur erfüllen. Wenn wir uns sagen, dass wir danken – es gibt ja von Morgenstern dieses wunderbare Gedicht: ich danke dir, du stummer Stein. Ich danke dir, Pflanzen. Und sogar ich danke dir, du Tier. Ist ein wunderbares Gedicht. Wo man sagen muss, der Mensch hat das alles aus sich heraus gesetzt, um dieser individuelle Mensch zu werden. Als Ich-Träger. Das Tier hat kein Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lemurische und Atlantische Epoche: Ich-Inkarnation und Plastizität 01:29:40 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Aber der Mensch hat ein Ich. Und das hat er gestiftet bekommen in irgendeiner Zeit der Lemuris. In dieser lemurischen Epoche. Aber da war das noch wie in einem Dämmerzustand. Und in der atlantischen Zeit, in der Atlantis, da hat sich das Ich langsam den physischen Leib des Menschen ergriffen. Da hat das angefangen, das Ich zu plastizieren. Den physischen Leib. Bis dahin, dass er sich aufgerichtet hat. Also nicht, dass der Mensch von den Affen abstammt – die Affen waren übrigens schon lange, lange als Primaten im Tertiär vorhanden. Sondern er war noch in einem Zustand, sehr plastisch formbarem Zustand. Und erst durch die Ich-Erkraftung, zu Beginn der Atlantis und immer mehr, gestaltet sich der Mensch zu den physischen Menschen aus. Und dass man von diesen Menschen nichts findet, das hängt mit ihrer Plastizität zusammen. Die waren noch nicht verknöchert, noch knorpelartig, weich, alles. Und noch in Umbildung begriffen. Sondern was dann erscheint als Menschheit auf Erden. Das tritt erst nach und nach gegen Ende der Atlantis in Erscheinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgestorbene Menschenformen und die Überwindung der Tierheit 01:31:10 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Und alles was davor sich findet – Neandertalern oder Australopithecus oder wie sie alle heißen, diese Urmenschen, die man heute glaubt, als die Vorläufer unseres heutigen Menschen zu finden – das sind alles ausgestorbene Entwicklungen, die nicht mehr fähig waren, sich aus der Ichheit heraus weiterzubilden. Also die Menschheit hat da eine Stufe durchlaufen im Tertiär, wo sie vor allen Dingen ihren physischen Leib ausgebildet hat. Ihre Leiblichkeit war da, natürlich, das Tier hat sie vorgebildet. Aber es trug eben noch ganz stark tierische Züge, aber vermenschlicht. Also man möchte sagen, es war kein Tier, der Mensch. Ganz unmöglich. Aber er hatte noch diese, ich möchte sagen, noch Lasten zu tragen, aus solchen Resten der Vergangenheit, die er auch heute in sich hat. In Resten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Menschwerdung in die Zukunft besteht darin, diese Tierheit vollends zu überwinden in sich. Und in dieser Überwindung die Tiere zu erlösen. Die Erlösung der Tierwelt hängt mit uns zusammen. Dass die Tiere aus ihrer Bannung in diesen Leib befreit werden, das hängt damit zusammen, ob wir noch Reste dieser Tierheit, die Verwandlung unseres astralen Leibes, unseres ätherleiblichen, unseres physischen Leibes, in die Zukunft hinein verwandeln. Darin besteht die Evolution der Menschheit in die Zukunft. Von diesem mehr geologischen Gesichtspunkt ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss und Ausblick auf das Pleistozän 01:33:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett]  Ja, also ich habe es jetzt auch kurz angedeutet. Ich habe die Zeit überschritten. Tut mir leid. Sehen wir uns morgen nochmal. Dann müssen wir uns Pleistozän, das ist jetzt noch fällig. Die Eiszeiten. Ja, gut. Bis zum nächsten Mal.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10037</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=10037"/>
		<updated>2025-07-26T09:40:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Inhaltliche Bearbeitung abgeschlossen&lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22 ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Keuper 01:00:21 =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Keuper ======&lt;br /&gt;
Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer und Oberer Keuper 01:03:47 ======&lt;br /&gt;
Und über diesem Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der [[w:Gipskeuper|Gipskeuper]]. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der [[w:Stuttgart-Formation|Schilfsandstein]]. Und das sehen Sie, dass im Keuper -hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe, und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein. Die Stiftskirche, die Mauern, die sie da verbaut haben, außer dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die [[w:Steigerwald-Formation|unteren Bunten Mergel]]. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch, und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der [[w:Kieselsandstein|Kieselsandstein]] an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Fallinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit transportiert zu werden, das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die [[w:Mainhardt-Formation|oberen Bunten Mergel]], und dann kommt der [[w:Löwenstein-Formation|Stubensandstein]]. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt, daher hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist der [[w:Trossingen-Formation|Knollenmergel]], ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das [[w:Oberer_Keuper|Rät]]. Das ist nochmal ein Sandsteinton, auch Rät genannt. Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:10:05 =====&lt;br /&gt;
Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Fauna-Besiedlungen ... sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem [[w:Chirotherium|Chirotherium]]. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr eingewandert von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie..., aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Jura 01:13:01 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Unterer Jura (Lias) 01:13:49 =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das [[w:Rhaetium|Rät]] folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den [[w:Schwarzer_Jura|Schwarzen Jura]]. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwärzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Oder [[w:Lias_(Geologie)|Lias]] genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwarze Jura. und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über, und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten [[w:Ölschiefer|Ölschiefer]], kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat da mal Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten – der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da findet sich jetzt ein Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]] oder [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]], Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da das Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also en-masse, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreuchte und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass das Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mittlerer Jura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 =====&lt;br /&gt;
Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt – und dann geht es über in den [[w:Brauner_Jura|Braunjura]], genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich [[w:Opalinuston-Formation|Opalinuston]], Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da im wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt der [[w:Eisensandstein-Formation|Eisensandstein]], das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommen nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant, und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]]. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind Weißer Jura, Kalk, und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebard] Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand, der Weiße Jura, stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Kreidezeit 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und jetzt folgt diesem Jura, der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgeapert ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgeapert worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sie durch lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Ur-ur-urzeiten stammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide. Aber dann insbesondere die schönste Kreide, die es überhaupt gibt: einerseits auf Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt darauf zu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, [[w:Foraminiferen|Foraminiferen]], [[w:Kalkalgen|Kalkalgen]], alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Untere Kreide: der große Florenschnitt 01:24:28 =====&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja nur mal andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das [[w:Paläophytikum|Paläophytikum]] sich verändert hat in das [[w:Mesophytikum|Mesophytikum]]. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die [[w:Nacktsamige_Pflanzen|Gymnospermen]] stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die [[w:Araukarien|Araukarien]] und plus/minus viele andere Arten oder die [[w:Mammutbäume|Sequoien]], der Redwood Tree, sagen die in Amerika, oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt Wald-bildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der oberen Unterkreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auf, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Oberkreide: Blütenpflanzen, Gräser und das Ende der Saurier 01:27:54 =====&lt;br /&gt;
Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die [[w:Süßgräser|Gramineen]]. Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]], [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]] oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, [[w:Archaeopteryx|Archäopteryx]] und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen: Saurier und Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben im Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde. Also ein neues Zeitalter bricht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick und Diskussion 01:31:20 ===&lt;br /&gt;
[Mit] diesem Zeitalter müssen wir dann am Montag fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Weil uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Ja, also die letzten 500.000-1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde sowas von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte [[w:Kimmerischer_Faltengürtel|kimmerische Gebirgsbildung]], die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin 1] Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so reinfindet, da gibt es kaum noch... Also das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausbildungsbetrieb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:biologisch-dynamisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenentwicklung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landwirtschaftlicher Kurs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Manfred Klett]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gunter Gebhard]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seminare]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkribiert von Stefan Sylla]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-07-26T09:24:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:31:22&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 7. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Manfred Klett|| zurück zu Manfred Klett |]]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Folge  [[Geologie - 1. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|1]] - [[Geologie - 2. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|2]] - [[Geologie - 3. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|3]] - [[Geologie - 4. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|4]] - [[Geologie - 5. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|5]] - [[Geologie - 6. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|6]] - [[Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|7]] - [[Geologie - 8. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|8]] - [[Geologie - 9. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|9]] - [[Geologie - 10. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|10]] - [[Geologie - 11. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017|11]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}__TOC__&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Zugang zum Transkript https://turboscribe.ai/de/transcript/share/8286623314365935550/5Xn-yHj_umXUMUdfXaJRqglB51CHZ1q1he0WoMO99kM/7-11-2017-geologie-dr-manfred-klett-and-dr-gunter-gebhard-dottenfelderhof&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22 ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Keuper 01:00:21 =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Keuper ======&lt;br /&gt;
Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer und Oberer Keuper 01:03:47 ======&lt;br /&gt;
Und über diesem Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der [[w:Gipskeuper|Gipskeuper]]. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der [[w:Stuttgart-Formation|Schilfsandstein]]. Und das sehen Sie, dass im Keuper -hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe, und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein. Die Stiftskirche, die Mauern, die sie da verbaut haben, außer dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die [[w:Steigerwald-Formation|unteren Bunten Mergel]]. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch, und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der [[w:Kieselsandstein|Kieselsandstein]] an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Fallinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit transportiert zu werden, das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die [[w:Mainhardt-Formation|oberen Bunten Mergel]], und dann kommt der [[w:Löwenstein-Formation|Stubensandstein]]. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt, daher hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist der [[w:Trossingen-Formation|Knollenmergel]], ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das [[w:Oberer_Keuper|Rät]]. Das ist nochmal ein Sandsteinton, auch Rät genannt. Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:10:05 =====&lt;br /&gt;
Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Fauna-Besiedlungen ... sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem [[w:Chirotherium|Chirotherium]]. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr eingewandert von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie..., aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Jura 01:13:01 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Unterer Jura (Lias) 01:13:49 =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das [[w:Rhaetium|Rät]] folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den [[w:Schwarzer_Jura|Schwarzen Jura]]. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwärzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Oder [[w:Lias_(Geologie)|Lias]] genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwarze Jura. und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über, und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten [[w:Ölschiefer|Ölschiefer]], kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat da mal Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten – der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da findet sich jetzt ein Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]] oder [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]], Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da das Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also en-masse, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreuchte und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass das Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mittlerer Jura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 =====&lt;br /&gt;
Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt – und dann geht es über in den [[w:Brauner_Jura|Braunjura]], genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich [[w:Opalinuston-Formation|Opalinuston]], Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da im wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt der [[w:Eisensandstein-Formation|Eisensandstein]], das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommen nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant, und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]]. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind Weißer Jura, Kalk, und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebard] Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand, der Weiße Jura, stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Kreidezeit 01:22:29 ====&lt;br /&gt;
Und jetzt folgt diesem Jura, der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgeapert ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgeapert worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sie durch lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Ur-ur-urzeiten stammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide. Aber dann insbesondere die schönste Kreide, die es überhaupt gibt: einerseits auf Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt darauf zu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, [[w:Foraminiferen|Foraminiferen]], [[w:Kalkalgen|Kalkalgen]], alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Untere Kreide: der große Florenschnitt 01:24:28 =====&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja nur mal andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das [[w:Paläophytikum|Paläophytikum]] sich verändert hat in das [[w:Mesophytikum|Mesophytikum]]. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die [[w:Nacktsamige_Pflanzen|Gymnospermen]] stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die [[w:Araukarien|Araukarien]] und plus/minus viele andere Arten oder die [[w:Mammutbäume|Sequoien]], der Redwood Tree, sagen die in Amerika, oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt Wald-bildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der oberen Unterkreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auf, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Oberkreide: Blütenpflanzen, Gräser und das Ende der Saurier 01:27:54 =====&lt;br /&gt;
Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die [[w:Süßgräser|Gramineen]]. Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]], [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]] oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, [[w:Archaeopteryx|Archäopteryx]] und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen: Saurier und Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben im Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde. Also ein neues Zeitalter bricht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:20 ===&lt;br /&gt;
[Mit] diesem Zeitalter müssen wir dann am Montag fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Artikel unten}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausbildungsbetrieb]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von Stefan Sylla]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 100%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=8428</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=8428"/>
		<updated>2025-06-11T13:01:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:25:19&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22 ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Keuper 01:00:21 =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Keuper ======&lt;br /&gt;
Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer und Oberer Keuper 01:03:47 ======&lt;br /&gt;
Und über diesem Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der [[w:Gipskeuper|Gipskeuper]]. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der [[w:Stuttgart-Formation|Schilfsandstein]]. Und das sehen Sie, dass im Keuper -hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe, und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein. Die Stiftskirche, die Mauern, die sie da verbaut haben, außer dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die [[w:Steigerwald-Formation|unteren Bunten Mergel]]. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch, und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der [[w:Kieselsandstein|Kieselsandstein]] an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Fallinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit transportiert zu werden, das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die [[w:Mainhardt-Formation|oberen Bunten Mergel]], und dann kommt der [[w:Löwenstein-Formation|Stubensandstein]]. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt, daher hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist der [[w:Trossingen-Formation|Knollenmergel]], ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das [[w:Oberer_Keuper|Rät]]. Das ist nochmal ein Sandsteinton, auch Rät genannt. Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:10:05 =====&lt;br /&gt;
Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Fauna-Besiedlungen ... sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem [[w:Chirotherium|Chirotherium]]. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr eingewandert von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie..., aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Jura 01:13:01 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Unterer Jura (Lias) 01:13:49 =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das [[w:Rhaetium|Rät]] folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den [[w:Schwarzer_Jura|Schwarzen Jura]]. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwärzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Oder [[w:Lias_(Geologie)|Lias]] genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwarze Jura. und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über, und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten [[w:Ölschiefer|Ölschiefer]], kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat da mal Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten – der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da findet sich jetzt ein Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]] oder [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]], Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da das Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also en-masse, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreuchte und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass das Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mittlerer Jura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 =====&lt;br /&gt;
Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt – und dann geht es über in den [[w:Brauner_Jura|Braunjura]], genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich [[w:Opalinuston-Formation|Opalinuston]], Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da im wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kommt der [[w:Eisensandstein-Formation|Eisensandstein]], das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommen nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant, und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der [[w:Weißer_Jura|Weißjura]]. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind Weißer Jura, Kalk, und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebard] Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand, der Weiße Jura, stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
Und jetzt folgt diesem Jura, der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide. Aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt: einerseits auf Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt darauf zu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, [[w:Foraminiferen|Foraminiferen]], [[w:Kalkalgen|Kalkalgen]], alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja nur mal andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:17:21&lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22 ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Keuper 01:00:21 =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Keuper ======&lt;br /&gt;
Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer und Oberer Keuper 01:03:47 ======&lt;br /&gt;
Und über diesem Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der [[w:Gipskeuper|Gipskeuper]]. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der [[w:Stuttgart-Formation|Schilfsandstein]]. Und das sehen Sie, dass im Keuper -hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe, und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein. Die Stiftskirche, die Mauern, die sie da verbaut haben, außer dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die [[w:Steigerwald-Formation|unteren Bunten Mergel]]. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch, und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der [[w:Kieselsandstein|Kieselsandstein]] an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Fallinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit transportiert zu werden, das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die [[w:Mainhardt-Formation|oberen Bunten Mergel]], und dann kommt der [[w:Löwenstein-Formation|Stubensandstein]]. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt, daher hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist der [[w:Trossingen-Formation|Knollenmergel]], ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das [[w:Oberer_Keuper|Rät]]. Das ist nochmal ein Sandsteinton, auch Rät genannt. Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:10:05 =====&lt;br /&gt;
Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Fauna-Besiedlungen ... sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem [[w:Chirotherium|Chirotherium]]. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr eingewandert von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie..., aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Jura 01:13:01 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Unterer Jura (Lias) 01:13:49 =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das [[w:Rhaetium|Rät]] folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den [[w:Schwarzer_Jura|Schwarzen Jura]]. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwärzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Oder [[w:Lias_(Geologie)|Lias]] genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwarze Jura. und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über, und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten [[w:Ölschiefer|Ölschiefer]], kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat da mal Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten – der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da findet sich jetzt ein Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten [[w:Ichthyosaurier|Ichthyosaurier]] oder [[w:Plesiosaurier|Plesiosaurier]], Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da das Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also en-masse, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreuchte und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass das Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mittlerer Jura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 =====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=8423</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-06-09T13:24:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:10:05&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Artikel oben}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Geologie - 7. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugang zum Transkript https://turboscribe.ai/de/transcript/share/8286623314365935550/5Xn-yHj_umXUMUdfXaJRqglB51CHZ1q1he0WoMO99kM/7-11-2017-geologie-dr-manfred-klett-and-dr-gunter-gebhard-dottenfelderhof&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22 ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Keuper 01:00:21 =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Keuper ======&lt;br /&gt;
Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Keuper 01:03:47 ======&lt;br /&gt;
Und über diesem Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der [[w:Gipskeuper|Gipskeuper]]. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der [[w:Stuttgart-Formation|Schilfsandstein]]. Und das sehen Sie, dass im Keuper -hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein [[w:Glaukonit|Glaukonite]]. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe, und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein. Die Stiftskirche, die Mauern, die sie da verbaut haben, außer dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer und Oberer Keuper 01:06:03 ======&lt;br /&gt;
Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die [[w:Steigerwald-Formation|unteren Bunten Mergel]]. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch, und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der [[w:Kieselsandstein|Kieselsandstein]] an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Fallinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit transportiert zu werden, das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die [[w:Mainhardt-Formation|oberen Bunten Mergel]], und dann kommt der [[w:Löwenstein-Formation|Stubensandstein]]. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt, daher hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist der [[w:Trossingen-Formation|Knollenmergel]], ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das [[w:Oberer_Keuper|Rät]]. Das ist nochmal ein Sandsteinton, auch Rät genannt. Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:10:05 =====&lt;br /&gt;
Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossar ==&lt;br /&gt;
{{GlossarNavigationArtikel|A}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{BS|A}}&lt;br /&gt;
----{{GlossarNavigationArtikel|B}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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----{{GlossarNavigationArtikel|C}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
	</entry>
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		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=8007</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-05-20T15:42:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 01:03:46&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Geologie - 7. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Unterer Muschelkalk: Mergel und &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, [[w:Unterer_Muschelkalk|die unterste Schicht]], das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mittlerer Muschelkalk: Steinsalzbildung 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge [[w:Mittlerer_Muschelkalk|baut sich jetzt ein zweites]] Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Oberer Muschelkalk: Fossilienreichtum - Wasserarmut 00:53:22 ======&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu dem unteren, tonreichen Wellengebirge, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk [=[[w:Oberer_Muschelkalk|Oberer Muschelkalk]]] auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist im wesentlichen Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in dier Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist Schicht, so Schichten ungefähr so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von [[w:Seelilien_und_Haarsterne|Seelilien]], die [[w:Crinoidenkalk|Trochitenkalke]], so heißen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, könnte man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das sind die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche des Hauptmuschelkalkes Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau drauf betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, an diesen Steilhängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist der Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Heckenbestände heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr bewirtschaftbar. So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalkes, Brottrocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Keuper 01:00:21 =====&lt;br /&gt;
Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der [[w:Keuper|Keuper]] an, das ist ein [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]], oder ist es [[w:Löss|Löss]]. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von der Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte [[w:Unterer_Keuper|Lettenkeuper]]. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel, nur mit Kühen, ihren Ochsen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landwirtschaft, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber das ist die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-05-17T12:42:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:54:27&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugang zum Transkript https://turboscribe.ai/de/transcript/share/8286623314365935550/5Xn-yHj_umXUMUdfXaJRqglB51CHZ1q1he0WoMO99kM/7-11-2017-geologie-dr-manfred-klett-and-dr-gunter-gebhard-dottenfelderhof&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mergel im &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Steinsalzbildung im Muschelkalk 00:47:14 ======&lt;br /&gt;
Und da, auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst, und als Lösung dann über den Vorfluter irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein [[A:Dolomit|Dolomit]] liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit [[w:Anhydrit|Anhydrit]], also Gips. Und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden. Und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, dringt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk hauptsächlich – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student 1] Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ======&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also da muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war. Alles rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben. Aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedenes – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendein Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte [[w:Vindelizische_Schwelle|Vindelizische Land]], eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss man sich vorstellen, in ganz Norddeutschland waren mächtige Buntsandsteinablagerungen bis weit, weit, weit nach Osten. Und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein. In den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendeine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist. Es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die Schwereverhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen. Es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann, anschließend an den Buntsandstein mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die [[A:Tethys|Tethys]], also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört? Wer ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, das ist das Ur-Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden, und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:27 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Landbauschule Dottenfelderhof]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Transkribiert von ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkriptionsstufe 0%]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortragszyklus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SteSy</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=7968</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=7968"/>
		<updated>2025-04-30T15:38:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:47:14&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Geologie - 7. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die [[A:Zisterzienser|Zisterzienser]] zurück, im 13. Jahrhundert. Die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Reichtum an Quellen 00:42:46 ======&lt;br /&gt;
Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel der Rhein in der Pfalz unten, den Pfälzer Wald oder im Nordschwarzwald, Nordvogesen, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus, und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber er hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auf, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der Muschelkalk 00:43:55 =====&lt;br /&gt;
So, aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, in die erste Formation der Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich plötzlich hier oben eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die des [[w:Muschelkalk|Muschelkalks]]. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren. Also hier drüber kommt jetzt ein plötzlicher Schichtenwechsel, alles hier [unten] ist noch ganz stark ist Kiesel-betont, sauer an den Standorten, also Kiesel-betont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles Kalk-betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Mergel im &amp;quot;Wellengebirge&amp;quot; 00:45:22 ======&lt;br /&gt;
Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie [[w:Mergel|Mergel]], einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Muschelkalks schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgebirge: Entstehung, Schutzschichten und Heilquellen 00:47:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst und als Lösung dann über den Vorfluter dann irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein Dolomit liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit kommt Anhydrit, also Gips und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, trinkt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk heilig – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also das muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war, alles Rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben, aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedene – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendwas Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte Vindelizische Land, eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss ich mir vorstellen, in ganz Norddeutschland war mächtig, mächtige Buntsandsteinablagerung bis weit, weit, weit, weit nach Osten, und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein, in den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendwo eine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist, es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die schweren Verhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen, es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann im Muschelkalk mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die Tethys, also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört, der ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, okeanos, das ist das uralte Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:39 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=7964</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-04-29T19:10:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: /* Die Buckelwiesen: Technik und mögliche Wirkungsweise 00:37:13 */&lt;/p&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buckelwiesen und Sauerstoffdüngung 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zisterziensisches Erbe: Wasserbau und Landschaftsgestaltung 00:42:06 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Aber das ist jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die Zisterzienser zurück, im 13. Jahrhundert. So, und die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Wald, Quellen und magere Böden 00:42:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel da rein in den Pfälzer Wald oder in den Nordschwarzwald, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auch, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias II: Der Muschelkalk - Einleitung 00:43:55 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, und aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, die erste Formation von die Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich jetzt plötzlich hier oben eine weitere Horizonte, eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die jetzt des Muschelkalks. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren, also hier drüber kommen jetzt eine plötzliche Schichtenwechsel, in alles, was jetzt noch ganz stark ist, noch ganz stark kieselbetont, sauer an den Standorten, kieselbetont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles kalkbetont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wellengebirge: Mergel, gute Böden und Düngung 00:45:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie Mergel, einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Buntsandsteins schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgebirge: Entstehung, Schutzschichten und Heilquellen 00:47:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst und als Lösung dann über den Vorfluter dann irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein Dolomit liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit kommt Anhydrit, also Gips und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, trinkt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk heilig – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also das muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war, alles Rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben, aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedene – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendwas Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte Vindelizische Land, eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss ich mir vorstellen, in ganz Norddeutschland war mächtig, mächtige Buntsandsteinablagerung bis weit, weit, weit, weit nach Osten, und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein, in den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendwo eine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist, es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die schweren Verhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen, es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann im Muschelkalk mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die Tethys, also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört, der ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, okeanos, das ist das uralte Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:39 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-04-29T19:09:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:42:03&lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Buntsandstein in Deutschland 00:30:30 ======&lt;br /&gt;
Das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht, da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Das reicht dann bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier, die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt, und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und [[w:Grünsandstein|Grünsandstein]] oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedenste Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr, landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom [[w:Unterer_Buntsandstein|unteren Buntsandstein]] absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut und Sauergräser, allenthalben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein, oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Besiedlung der Buntsandstein-Landschaften 00:34:11 ======&lt;br /&gt;
Und die Menschen, die dort leben, er ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem der Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind diese Waldlandschaften dann langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit diesem unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich dem Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Nitratstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Die Buckelwiesen: Technik und mögliche Wirkungsweise 00:37:13 ======&lt;br /&gt;
Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer [[w:Kerbtal|Kerbtäler]], sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so sein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat, und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war, und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet, und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab, und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen. Und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese, und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es das ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gebracht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hypothese der Sauerstoffdüngung 00:40:26 ===&lt;br /&gt;
Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten... Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – [[GA 327#DRITTER VORTRAG Koberwitz, 11. Juni 1924|dritter Vortrag]] im Landwirtschaftlichen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zisterziensisches Erbe: Wasserbau und Landschaftsgestaltung 00:42:06 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Aber das ist jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die Zisterzienser zurück, im 13. Jahrhundert. So, und die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Wald, Quellen und magere Böden 00:42:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel da rein in den Pfälzer Wald oder in den Nordschwarzwald, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auch, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias II: Der Muschelkalk - Einleitung 00:43:55 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, und aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, die erste Formation von die Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich jetzt plötzlich hier oben eine weitere Horizonte, eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die jetzt des Muschelkalks. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren, also hier drüber kommen jetzt eine plötzliche Schichtenwechsel, in alles, was jetzt noch ganz stark ist, noch ganz stark kieselbetont, sauer an den Standorten, kieselbetont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles kalkbetont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wellengebirge: Mergel, gute Böden und Düngung 00:45:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie Mergel, einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Buntsandsteins schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgebirge: Entstehung, Schutzschichten und Heilquellen 00:47:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst und als Lösung dann über den Vorfluter dann irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein Dolomit liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit kommt Anhydrit, also Gips und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, trinkt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk heilig – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also das muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war, alles Rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben, aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedene – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendwas Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte Vindelizische Land, eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss ich mir vorstellen, in ganz Norddeutschland war mächtig, mächtige Buntsandsteinablagerung bis weit, weit, weit, weit nach Osten, und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein, in den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendwo eine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist, es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die schweren Verhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen, es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann im Muschelkalk mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die Tethys, also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört, der ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, okeanos, das ist das uralte Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:39 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=7936</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-04-21T12:51:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:30:29&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Buntsandstein 00:21:42 =====&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt legt sich hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen, denn das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbar Ackerbau betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen [[w:Konglomerat_(Gestein)|Konglomerats]] – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum, hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der [[w:Mittlerer_Buntsandstein|Hauptbuntsandstein]]. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diese Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten [[w:Plattensandstein|Plattensandsteine]]. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte [[w:Röt-Formation|Röt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder [[w:Roter_Mainsandstein|Mainsandstein]], wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch [[w:Hämatit|Hämatit]], also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Verbreitung und Charakteristika 00:30:30 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und nun, das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht. Da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Auch Reichsland bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier. Ich habe mir die Farbe genau angeschaut. Die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandsteinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 5&#039;&#039;&#039; Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und Grünsandstein oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedene Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann hier überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom unteren Buntsandstein absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt, auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden, Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut, Fingerhut und Sauergräser, Eintelben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besiedlung, Mangelerscheinungen und die Kunst der Buckelwiesen 00:34:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und die Menschen, die dort leben, ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem die Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind dann diese Waldlandschaften langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben, die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit dieser unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich den Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Tatstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Buckelwiesen: Technik und mögliche Wirkungsweise 00:37:13 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer Kerbtäler, sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, also sich das etwas überzogen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so ein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlenbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es die ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gemacht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hypothese der Sauerstoffdüngung 00:40:26 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und also meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten. Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – dritter Vortrag, dann schaffe ich einen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zisterziensisches Erbe: Wasserbau und Landschaftsgestaltung 00:42:06 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Aber das ist jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die Zisterzienser zurück, im 13. Jahrhundert. So, und die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Wald, Quellen und magere Böden 00:42:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel da rein in den Pfälzer Wald oder in den Nordschwarzwald, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auch, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias II: Der Muschelkalk - Einleitung 00:43:55 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, und aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, die erste Formation von die Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich jetzt plötzlich hier oben eine weitere Horizonte, eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die jetzt des Muschelkalks. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren, also hier drüber kommen jetzt eine plötzliche Schichtenwechsel, in alles, was jetzt noch ganz stark ist, noch ganz stark kieselbetont, sauer an den Standorten, kieselbetont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles kalkbetont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wellengebirge: Mergel, gute Böden und Düngung 00:45:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie Mergel, einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Buntsandsteins schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgebirge: Entstehung, Schutzschichten und Heilquellen 00:47:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst und als Lösung dann über den Vorfluter dann irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein Dolomit liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit kommt Anhydrit, also Gips und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, trinkt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk heilig – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also das muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war, alles Rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben, aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedene – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendwas Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte Vindelizische Land, eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss ich mir vorstellen, in ganz Norddeutschland war mächtig, mächtige Buntsandsteinablagerung bis weit, weit, weit, weit nach Osten, und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein, in den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendwo eine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist, es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die schweren Verhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen, es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann im Muschelkalk mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die Tethys, also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört, der ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, okeanos, das ist das uralte Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:39 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz center&amp;quot;&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-04-21T12:13:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: Bearbeitet bis 00:23:15&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Geologie - 7. Folge Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017.jpg|https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY|thumb|[https://www.youtube.com/watch?v=rsFFwcrXhuY hier klicken um zum Video zu gelangen]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|}__TOC__&lt;br /&gt;
+++ dies ist ein automatisches Transkript. Bitte bei [[MitTun bei biodyn.wiki|MitTun]] melden, wenn du mit uns Textarbeiten machen möchtest +++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugang zum Transkript https://turboscribe.ai/de/transcript/share/8286623314365935550/5Xn-yHj_umXUMUdfXaJRqglB51CHZ1q1he0WoMO99kM/7-11-2017-geologie-dr-manfred-klett-and-dr-gunter-gebhard-dottenfelderhof&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias I: Der Buntsandstein 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]], und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die [[A:Trias|Trias]]. Das ist also [[w:Buntsandstein|Buntsandstein]]-[[w:Muschelkalk|Muschelkalk]]-[[w:Keuper|Keuper]]. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus: wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesen Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, also Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der [[w:Unterer_Buntsandstein|untere Buntsandstein]]. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch [[A:Prophyr|Porphyre]] anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eigenschaften und Nutzung des Buntsandsteins 00:23:15 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt liegt hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen. Das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbare Bäume teilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen Konglomerats – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum und hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der Hauptbuntsandstein. Und dann Hauptbuntsandstein. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diesen Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, wie hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten Plattensandsteine. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine relativ nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte Röt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder Mainsandstein, wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch Hämatit, also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Verbreitung und Charakteristika 00:30:30 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und nun, das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht. Da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Auch Reichsland bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier. Ich habe mir die Farbe genau angeschaut. Die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandsteinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 5&#039;&#039;&#039; Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und Grünsandstein oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedene Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann hier überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom unteren Buntsandstein absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt, auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden, Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut, Fingerhut und Sauergräser, Eintelben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besiedlung, Mangelerscheinungen und die Kunst der Buckelwiesen 00:34:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und die Menschen, die dort leben, ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem die Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind dann diese Waldlandschaften langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben, die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit dieser unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich den Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Tatstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Buckelwiesen: Technik und mögliche Wirkungsweise 00:37:13 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer Kerbtäler, sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, also sich das etwas überzogen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so ein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlenbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es die ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gemacht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hypothese der Sauerstoffdüngung 00:40:26 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und also meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten. Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – dritter Vortrag, dann schaffe ich einen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zisterziensisches Erbe: Wasserbau und Landschaftsgestaltung 00:42:06 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Aber das ist jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die Zisterzienser zurück, im 13. Jahrhundert. So, und die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Wald, Quellen und magere Böden 00:42:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel da rein in den Pfälzer Wald oder in den Nordschwarzwald, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auch, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias II: Der Muschelkalk - Einleitung 00:43:55 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, und aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, die erste Formation von die Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich jetzt plötzlich hier oben eine weitere Horizonte, eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die jetzt des Muschelkalks. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren, also hier drüber kommen jetzt eine plötzliche Schichtenwechsel, in alles, was jetzt noch ganz stark ist, noch ganz stark kieselbetont, sauer an den Standorten, kieselbetont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles kalkbetont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wellengebirge: Mergel, gute Böden und Düngung 00:45:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie Mergel, einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Buntsandsteins schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgebirge: Entstehung, Schutzschichten und Heilquellen 00:47:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst und als Lösung dann über den Vorfluter dann irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein Dolomit liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit kommt Anhydrit, also Gips und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, trinkt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk heilig – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also das muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war, alles Rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben, aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedene – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendwas Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte Vindelizische Land, eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss ich mir vorstellen, in ganz Norddeutschland war mächtig, mächtige Buntsandsteinablagerung bis weit, weit, weit, weit nach Osten, und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein, in den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendwo eine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist, es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die schweren Verhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen, es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann im Muschelkalk mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die Tethys, also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört, der ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, okeanos, das ist das uralte Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:39 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SteSy</name></author>
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	<entry>
		<id>https://biodyn.wiki/index.php?title=Geologie_-_7._Folge_mit_Manfred_Klett_und_Gunter_Gebhard,_2017&amp;diff=7925</id>
		<title>Geologie - 7. Folge mit Manfred Klett und Gunter Gebhard, 2017</title>
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		<updated>2025-04-18T12:39:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SteSy: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== Einleitung  00:01:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also, als erstes wollte ich nochmal hier kurz auf dieses Buch verweisen, weil ich ja auch gestern gefragt worden bin. Es gibt natürlich sehr viel geologische Literatur, also noch und noch und auch neuere, aber es gibt eben wenige, die wirklich so ein bisschen ganz noch in den Erscheinungen leben, was wirklich mit den Augen anschaubar ist und so weiter, wo die wirklich sozusagen eine Art Feldgeologie betrieben haben und aus einer unendlichen Detailkenntnis der äußeren Gegebenheiten der Landschaften eine Geologie, eine Übersicht über das Gesamtzeitalter entwickelt haben und niedergeschrieben haben und das ist hier der [[w:Georg_Wagner_(Geologe)|Georg Wagner]] [Titel des Buches: Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte]. Leider vergriffen, aber normalerweise kann man das antiquarisch bestellen, weil es ist wirklich eine hervorragende Grundlage ist, um sich mal ein bisschen detaillierter vielleicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen. Es kann ja sein, dass man irgendwo auf dem Hof ist, wo man nicht viel Informationen hat, aber hier kriegt man also wirklich enorm viel Informationen über das, dass man sich überhaupt mal selber ein Bild der geologischen Verhältnisse erarbeiten kann, da wo man ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Es ist so geschrieben, dass man es auch lesen kann, also nicht so ein Fach...[?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Man kann es wirklich lesen, das ist wunderbar. Es ist auch so mit Liebe eigentlich geschrieben, mit so einer Wärme. Man merkt, das ist ein Mensch, der sich ungeheuer engagiert hat, der ist nie ordentlicher Professor geworden. Er war außerordentlicher, aber weil er im Grunde genommen von Haus aus, glaube ich, ein Schulmann war, wurde der von den Spitzen der Wissenschaft nie vollgültig anerkannt, obwohl er denen weit überlegen war an Wissen, an Teilkenntnissen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rückblick auf Folge 6 00:03:31 ====&lt;br /&gt;
So, wir haben jetzt gestern uns beschäftigt mit dem zweiten großen Zeitalter, oder dritten großen Zeitalter nach der Wiederholung der Saturnentwicklung, wie man vermuten kann, dass das das Archäikum in etwa abdeckt, und an der Wiederholung des Hyperboräischen Zeitalters sind wir übergegangen jetzt zum dritten, nämlich zum Paläozoikum, der Wiederholung der alten Mondentwicklung als solcher. Das Ganze war schon selbstverständlich unter dem Signum der Wiederholung der Mondentwicklung gelaufen seit dem Archaikum, aber jetzt wiederholt sich die alte Mondentwicklung als solche, hier im Paläozoikum, der Mond ist noch in der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zeigt sich einfach in den ganzen Ereignissen. Also das Paläozoikum ist wirklich wie eine Offenbarung, möchte ich mal sagen, nochmal der alten Mondentwicklung, in dem alles sich aus dem Wasser heraus entwickelt. Also alles, was nur irgend an höherem Leben, sei es pflanzlicher oder tierischer Natur, wobei das noch gar nicht so richtig getrennt ist, an der pflanzen-tierischen Natur, das ist wie ein schon stärker herausgeformtes Abbild der alten Mondentwicklung, dieses Paläozoikum, mit seinem ganzen schrittweisen Aufbau vom Kambrium bis zuletzt zum Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich möchte das jetzt nicht alles wiederholen, aber es ist zunächst so, dass alles, aber auch alles und alles sich im Wasser abspielt. Und die Organismen, die ganz und gar vom Wasser getragen sind, nicht von der Erde, sondern sie schweben gleichsam im Wasser. Das Wasser hat ja einen Auftrieb, und dadurch ist man eigentlich leichter als physischer Körper. Wobei ich schon hier sagen möchte, etwas vermuten möchte, wo man vielleicht auch kollidiert mit dem Aktualitätsprinzip, dass man davon ausgehen kann oder ich vermute jedenfalls, dass es so ist, dass alle die physischen Gesetze, die eben heute Geltung haben, nach denen wir heute bestimmte Größen messen oder wägen oder zählen, dass das eben in diesen Zeiten noch ganz anders zu beurteilen ist. Und das betrifft insbesondere die Gravitation. Die Gravitation, also die Schwere, das spezifische Gewicht, das ein Gegenstand hat, wenn ich ihn fallen lasse, dann folgt es einer bestimmten Gesetzmäßigkeit der Fallgesetze. Also alles hat heute absolut gesetzmäßigen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftlicher Blick auf das Paläozoikum (Forts.) 00:06:36 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es ist vollendet sozusagen. Ich kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die sind so. Das sind die physischen Gesetze, die kann ich auch mathematisch behandeln. Das ist quasi final. Und Rudolf Steiner hat mal diese Bemerkung gemacht, dass die Naturgesetze, die zu Ende gedachten Gedanken der [[A:Geister der Form|Geister der Form]] sind. Das ist für mich ein so wunderbarer Ausdruck, die Naturgesetze, zu Ende gedachte Gedanken der Geister der Form. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass die ganze Erdenentwicklung eine Entwicklung war, wo jetzt die Geister der Form als die eigentlichen Regenten der Erdenentwicklung – so wie die Geister der Bewegung auf dem alten Mond die Regenten waren, so wie die [[A:Kyriotetes|Kyriotetes]] auf der alten Sonne und die [[A:Throne|Throne]] auf dem alten Saturn – so sind es die Geister der Form hier in der Erdenentwicklung, wie die sozusagen Gedanken zu Ende denken, die sich dann in den Naturgesetzen ausdrücken. Aber im Zuge dieser Entwicklung entwickeln sich erst diese Gedanken. Die sind noch nicht final, noch nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und unter diesem Gesichtspunkt muss ich einfach sagen, dass in Zeiten des Paläozoikums und davor, mehr man wahrscheinlich noch mit leichten Verhältnissen als mit schweren Verhältnissen zu tun hatte. Also dass es eh alles noch nicht das spezifische Gewicht hat, was es heute hat, sondern auch zum Beispiel die Abtragung des kaledonischen Gebirges im ausgehenden Silur und dann vor allem im Devon, oder dann das variskische Gebirge, das wird ja immer so geschildert, dass es einfach nach kurzer Zeit war, dass wieder alles abgetragen war. Ich hatte den Eindruck, das Ganze war noch viel so durch und durch lebendig und so sehr im Werden und eben im Sterben begriffen. So wie eben höhere Organismen auch. Die sind dann ja auch plötzlich weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das Paläozoikum ist die große Zeit, geologisch gesprochen die große Schieferzeit, wo alles in die Schieferung gegangen ist. Also dieses glimmerartige Prinzip oder bei der Pflanze dann das Blattprinzip, alles Lebendige sich dann mehr in diesem Schieferigen auslebt und eben auch sein Ende findet. Und es ist, wie gesagt die große Zeit, wo zuerst die Kieselprozesse ganz im Vordergrund stehen, und dann erst ab der Mitte des Paläozoikums mehr und mehr auch stärker die Kalkbildungen nicht beherrschend werden, aber jedenfalls in größerem Umfang auftreten in Form von Riffkalken, also im Wesentlichen Riffkalken, die dann heute als Marmore zum Beispiel abgebaut werden. Die werden umkristallisiert und dann werden die zu Marmoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also man sieht hier einen evolutionären Weg, den da die Erde während der alten Mondentwicklung durchläuft, aber von Anfang bis Ende nahezu im Wasser. Dann aber nachdem diese Gebirgsbildungen, die kaledonische und die variskische Gebirgsbildung, stärker wirksam geworden ist, sehen wir wie auch doch die Erde, das Erdige stärker tragfähig wird gewissermaßen, und so jetzt die Organismen aus dem Wasser heraustreten aufs Land. Das ist ja erst am Ende des Silur der Fall, also der paläozoischen Entwicklung. Dass die ersten Landpflanzen auftreten, das ist ja dann ein ungeheures Ereignis. Wie lange hat das gedauert in der ganzen Erdenentwicklung? Und auch die ersten Tiere, die Amphibien so langsam sich aus dem Wasser heraus entwickeln, auch die ersten Insekten, die sich die Luft erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir sehen wie in der zweiten Hälfte des Paläozoikums die ganze Fauna und Flora des Meeres sich jetzt herauslöst, einerseits in Luft und Wärme, die Insektenwelt, und andererseits die Kriechtiere oder jedenfalls mehr kriechende Tiere -vor allen Dingen sind es zunächst mal die Amphibien- so langsam aus dem Wasser sich herausarbeiten auf das feste Land. Naja und dann ging es eben so weiter, die Hochblüte der ganzen Pflanzen, also vegetativen Pflanzenentwicklungen, es waren ja keine Blütenpflanzen, die dann entstanden sind im Karbon oder auch die Hauptentfaltung hatten im Karbon, wie die Bärlappgewächse, die Schachtelhalme und die Farne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des Paläozoikums (Forts.) 00:12:13 ===&lt;br /&gt;
Und wie das dann jetzt zu Ende gekommen ist im Perm, dass man sagen kann, all diese ungeheure Entfaltungsphantasie der Schöpfung, die sich da im ganzen Paläozoikum offenbart hat, mehr eben in dem wässrigen Milieu, die kommt zu Ende. Es ist wirklich jetzt Schluss. Und was soll jetzt werden? Was soll aus diesem Impuls sich weiterentwickeln? Und in dieses Ende muss man aus vielerlei Gründen, würde ich mal sagen, doch den Augenblick ansetzen – es war kein Augenblick, es war auch ein Prozess – der Herauslösung des Mondes aus der Erde. Im Gegenpol zu den großen Kontinentalkonzentrationen von Gondwana und Laurasia im Norden, mehr also am anderen Pol der Erde, im Pazifik, zu jener Zeit. Lass es mal so als Bild stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ganze Ende dieser Entwicklung besteht darin, dass viele, viele Arten des Paläozoikums aussterben. Sowohl was an vielerlei Arten der Bärlappgewächse usw. angeht, als auch was die ganze Pflanzentierfauna angeht in den Meeren. Und es endet eben im Zechstein, oder im Zechstein hat es eine besondere Note, dass eben in großem Stil diese Salzablagerungen stattgefunden haben. Und die einzig beherrschende Vegetation zu der Zeit, sofern man davon überhaupt reden kann, sind die Gymnospermen, also die Nacktsamer, d.h. die Nadelgehölze, die ersten Nadelgehölze, von denen noch die Araukarien und die [[w:Riesenmammutbaum|Sequoiadendron]] heute künden, die entwickeln sich in dieser Zeit. Aber es ist tatsächlich ein Ende einer Entwicklung. Es ist ein Sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist ja das Tolle in der Natur, auf das Goethe aufmerksam gemacht hat. Er hat gesagt: Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Das ist wirklich ein Satz, den man sich immer wieder innerlich vor Augen führen muss. Die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. Und so hat man den Eindruck, dass dieser Tod, der da eingetreten ist, am Ende des Paläozoikums die Vorbedingung war, dass dann doch in der Folgezeit, sehr langsam, sehr zaghaft noch, aber dann doch gegen Ende dieser folgenden Entwicklung plötzlich ein vollkommen neues Zeitalter anbricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geologischen Zeitepochen (Teil 3): Mesozoikum: 00:15:30 ===&lt;br /&gt;
Also das, worauf wir jetzt hinsteuern, ist das [[A:Mesozoikum|Mesozoikum]]. Das Erdmittelalter, das muss ich jetzt eigentlich alles abwischen hier. Sonsz haben wir nämlich keinen Platz. Das Erdmittelalter, Mesozoikum genannt. Das Mesozoikum. Und hier betreten wir ein Zeitalter, was uns schon sehr viel vertrauter ist, in unseren ganzen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Denn wenn man sich frägt, wo ist Landwirtschaft überhaupt möglich hier in dem Paläozoikum, dann ist das relativ eingeschränkt. Also wir beackern sozusagen auch paläozoische Böden, das ist das ganze deutsche Mittelgebirge. Also zum Beispiel hier in der Eifel auf den großen Schieferebenen oben, Schieferbildungen, aber Kambrium gibt es kaum. Also so an die Oberfläche tretend oder nur ganz kleinflächig hier in diesem Mittelgebirgsraum. Und ansonsten ist die Landwirtschaft hier sehr stark zurückgedrängt, sondern überwiegend bewaldet. Also der Wald herrscht hier eigentlich sehr stark vor. Wir kommen nachher nochmal darauf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddem, die mesozoischen Schichten treten jetzt viel stärker in Erscheinung und bilden, und zwar ganz besonders im süddeutschen Raum, also ganz Süddeutschland ist eigentlich ein Mesozoikum. Eine Riesenwanne zwischen Schwarzwald, Odenwald und Böhmerwald, oder Bayerischen Wald besser gesagt. Und dann grenzt sich das gegen die Donau im Süden ab und nach Norden, hier bis an den Mittelgebirgsrand, steht das Mesozoikum überwiegend bis an der Oberfläche an, die ganzen mesozoischen Schichten. Die sind effektiv solche, wo wir den Pflug ansetzen jedes Jahr, wenn wir dann den Boden da bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Sie haben gestern schon über das Trias gesprochen. Ist das das gleiche wie das Mesozoikum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Student] Das Mesozoikum  das wird auch noch mal verteilt...?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Gestern war das das Dyas, die Zweiteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dyas! Das Dyas ist das Perm, die Zweiteilung des Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Perm ist unterteilt in zwei?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, das ist das Rotliegende und das Zechstein. Also man teilt es in zwei, aber das ist wieder in sich selbst enorm stark gegliedert. Allein das Rotliegende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das Dyas gehört ins Rotliegende oder ins Zechstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Beides. Deswegen Dyas. Dyas ist ein Synonym für Perm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das Dyas bezeichnet das ganze Zeitalter des Perm. Und dieses Zeitalter ist gegliedert in ein unteres und ein oberes. Das Rotliegende ist das Untere, das Liegende. Und das Hangende ist der Zechstein. Aber das Ganze ist natürlich, wie gesagt, noch viel komplizierter. Das ist jetzt eine sehr grobe Einteilung. Wenn man da so genau hinguckt, dann gibt es ja hier im Rotliegenden Sandsteine, diese Arkosesandsteine, da gibt es ja Tone über Tone über Tone, verschiedene Färbungen, von gelb über fast grünlich, manchmal bläulich, manchmal eben dann meistens rot. Und unten liegt sogar noch Kohle im Perm, also ganz an einzelnen Stellen zumindest. Ja, also ist da noch irgendein Problem offen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Ich habe das, glaube ich, immer noch nicht verstanden, aber ich warte nochmal ab ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das Perm ist das Ende des Paläozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das habe ich verstanden, aber wo gehört das Trias hin? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Das Trias kommt jetzt. Trias gibt es noch gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Studentin] Das haben Sie schon erwähnt, aber vielleicht nur als Vor[...?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[G. Gebhard] Trias kommt jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Trias I: Der Buntsandstein 00:20:55 ====&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also jetzt kommt das Mesozoikum und das schließt eben an das Paläozoikum an. Und da unterscheidet man im Mesozoikum einmal die Trias. Das ist also Buntsandstein-Muschelkalk-Keuper. Die werden wir jetzt dann durchsprechen. Und dann kommt die Jurazeit und schließt am Ende die Kreide. Das sind die großen Zeitalter des Mesozoikums. Das Mesozoikum deckt zeitlich noch sieben Prozent der ganzen Entwicklung ab. Gegenüber hier, Paläozoikum, waren noch 17. Hier waren es 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun ist da tatsächlich wieder eine Diskordanz zwischen dem Perm und den nachfolgenden geologischen Ablagerungen. Und die sieht ungefähr folgendermaßen aus. Wenn das hier also Granit wäre oder Gneis des Grundgebirges – also im Schwarzwald kann man das sehr schön sehen – dann ist hier also eine gewisse Grenzziehung gegeben durch das Urgestein. Und in diesem Mulden hier, auch hier vielleicht, da findet man jetzt noch Rotliegendes, als Perm, eingebettet. Und über dem Ganzen liegt jetzt gleichmäßig sozusagen eine Schicht oben drüber. Und das ist der untere Buntsandstein. Das ist das Neue. Das ist die unterste Schicht der Buntsandstein-Formation, wie die heißt. Und dann hier gibt es auch noch so einzelne Vulkanschlote, wo dann hier intrusiv noch Porphyre anstehen, hier in dem Rotliegenden. Die von unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eigenschaften und Nutzung des Buntsandsteins 00:23:15 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also so muss man sich da die Oberfläche des Urgebirges vorstellen. Und jetzt noch Reste von Rotliegendem, da sagen wir mal im Schwarzwälder Raum. Und jetzt liegt hier gleichmäßig eine Schicht drüber, die unterste Lage des sogenannten Buntsandsteins. Und die hat eine bestimmte Mächtigkeit. Und diese Schicht ist auch ein bisschen landschaftsbildend, leider nicht mehr. Sie ist immer relativ schmal in den Tälern angeschnitten, die aus dem Buntsandstein rauskommen. Es sind hervorragende Böden, die da eigentlich daraus entstehen. Das ist ein sehr bröckeliger, bröseliger Boden, also ein Gestein, in dem sehr viele Glimmer und Feldspäte sind. Und überall da, wo der untere Buntsandstein ansteht, da kann man wunderbare Bäume teilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss, wenn man sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verheiratet – und da ist man verheiratet – dann muss man sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man dort findet. Und da kann man von vornherein auch mal sagen, wenn da der untere Buntsandstein ansteht, da kann man was machen. Das ist ein unglaublich mineralkräftiger Boden und leicht, relativ gut zu bearbeiten. Da kann man alles machen, vom Obstbau über das Gemüsebau bis hin zum Ackerbau, Getreidebau, alles ist da möglich. Aber wie gesagt, es sind immer nur ganz schmale Streifen in den Tälern, wo dieser untere Buntsandstein ansteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt baut sich diese Buntsandstein-Formation auf, hier drüber. Indem hier eine zweite Lage sich aufbaut, ein Geröllgestein, Geröllgestein des unteren, Eck&#039;schen Konglomerats – die Namensgebung spielt jetzt keine große Rolle. Es handelt sich hier um abgerundete Gerölle aus dem Paläozoikum und hauptsächlich aus dem Paläozoikum, also zum Teil auch aus dem Grundgebirge, Granite und Porphyre und alles mögliche, Glimmerschiefer. Die bilden hier einen Horizont, der ist nicht sehr mächtig, an Stellen, naja, ein paar Zehner, 20, 30, 40, 50 Meter maximal. Und hier baut sich jetzt plötzlich ein Steilhang drüber auf. Und das ist der Hauptbuntsandstein. Und dann Hauptbuntsandstein. Und das ist also ein ziemlich feinkörniger bis grobkörniger Quarzsandstein. 90% Quarz, Quarz, Quarz, Quarz, Kiesel, Kiesel, Kiesel. Baut also diesen Riesen-Bank, der Hauptteil des Buntsandsteins, aufragend aus den Tälern – wenn hier so ein Tal ist, wie hier ist ein Bachlauf – dann geht es hier also steil den Hang hoch. Und dann verebnet sich das oben wieder, zurückgesetzt in die sogenannten Plattensandsteine. Ja, also Plattensandstein. Und zuletzt liegt hier oben drüber noch eine relativ nicht sehr mächtige Tonschicht, das ist das sogenannte Röt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ganze, also von hier ab jedenfalls aufwärts bis zum Röt ist Rot. Also ist überwiegend Rot gefärbt. Es gibt auch weiße Buntsandsteine, also jedenfalls Aufhellungen, aber im Wesentlichen ist das Rot, das heißt, es ist ein Sandstein, es ist Sand, der dann im Verlauf der geologischen Entwicklung allmählich verbacken ist durch Kieselsäure, aber auch durch Kalk, durch Magnesium, durch Manganverbindungen ist der zu einem harten Sandstein, ziemlich harten Sandstein geworden, insbesondere im Falle von Kieselverbindungen. Es trifft auch für den Plattensandstein oben zu, der heute noch in Steinbrüchen gewonnen wird, der Hauptbuntsandstein so gut wie nicht mehr. Also es gibt noch Steinbrüche, aber die sind sehr selten. Früher war es natürlich Hauptquelle für alle großen Bauten, ob das jetzt das Freiburger Münster war oder das Straßburger Münster, oder ob das ganz Frankfurt ist, Frankfurt war aus diesem Hauptbuntsandstein oder Mainsandstein, wie man ihn auch genannt hat, gebaut worden. Und hier die Fensterumrahmungen auf dem Dottenfelder Hof sind solche Buntsandsteine aus dem Hauptbuntsandstein, aber wie gesagt, heute baut man eigentlich nur noch hier den Plattensandstein ab. Die Steinbrüche sind noch tätig, weil ja allgemein natürlich diese hervorragenden Bausandsteine heute keine Verwendung mehr groß finden. Es ist viel zu teuer und der Beton hat alles verdrängt. Also das ist jetzt der Aufbau, der Gesteinsaufbau. Und auch hier zuletzt abschließend, wie gesagt, ein ganz, ganz schwerer Ton, ein Tongestein, das Röt. Das sagt ja auch der Name. Und diese Rotfärbung ist eben durch Hämatit, also eine Eisenverbindung bewirkt. Hauptsächlich ist es ja das Eisen, was hier eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Verbreitung und Charakteristika 00:30:30 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und nun, das ist der Grundaufbau unserer Buntsandstein-Landschaften. Wobei die einzelnen Schichten in verschiedenen Landschaften verschieden mächtig sind. Also die geringste Mächtigkeit des Buntsandsteins findet man, wenn der Nordschwarzwald in den Südschwarzwald übergeht. Da verschwindet der Buntsandstein. Da klingt die Ablagerung mehr und mehr aus. Und je weiter wir in das süddeutsche Becken hereinkommen, also nach Osten und nach Norden, desto mächtiger werden diese Schichten. Und es gibt dann also Gegenden in Mitteldeutschland und Norddeutschland, wo der Buntsandstein Mächtigkeiten annimmt bis zu nahezu 1.000 Meter. Auch Reichsland bis in Polen hinein. Also diese Buntsandstein-Landschaft, die ist hier. Ich habe mir die Farbe genau angeschaut. Die tritt hier auf, im östlichen Odenwald, in diesem ganzen süddeutschen Raum. Und sinkt hier in Norddeutschland in den Untergrund. Verschwindet, ist von allen möglichen anderen Sedimenten zugedeckt und zieht sich hinein bis tief nach Polen. Das ist alles eine riesengroße Ablagerung von Buntsandsteinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 5&#039;&#039;&#039; Was ist denn der Unterschied zwischen Buntsandstein und Grünsandstein oder ist das das Gleiche? Grünsandstein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt den Begriff des Grünsandsteins irgendwo, aber ich kann nicht sagen, dass es identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Man muss da unterscheiden, wenn man von Buntsandstein hier spricht, dann ist das Zeitalter gemeint. Und die sind überwiegend rot, aber bunt, weil man eben verschiedene Färbungen hat. Und Grünsandstein, das sind eben Sandsteine, wo man wirklich den Sandstein jetzt als Gestein anschaut und nicht die Zeit. Und da hat man grüne Färbungen eben durch das Eisen II. Deswegen Grünsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das sind Oxidationsstufen, sonst Eisen. Also das ist jedenfalls so ausgebreitet, also gerade hier in den deutschen Mittelgebirgen, auch in der Abdachung nach Norden von den deutschen Mittelgebirgen. Und dann hier überwiegt der Buntsandstein hier in Deutschland so, dass man immer von dem Buntsandstein gesprochen hat als das Armenhaus Deutschlands, beziehungsweise Europas insgesamt. Das ist also eine sehr landwirtschaftlich gesehen – wenn man mal vom unteren Buntsandstein absieht – landwirtschaftlich gesehen sehr magerer Standort. Und man findet auch, wenn man den Pflanzenwuchs heute anguckt, auf den großen Buntsandsteingebieten, da wird man dort finden, Ginster, Heidelbeeren, Fingerhut, Fingerhut und Sauergräser, Eintelben. Also es sind saure Standorte. Und es wechselt natürlich ein klein bisschen, im Plattensandstein oben ist es besser, weil hier sehr viele Toneinlagerungen auch zwischen den einzelnen Platten sind. Aber ansonsten ist der Buntsandstein wirklich ein Armenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besiedlung, Mangelerscheinungen und die Kunst der Buckelwiesen 00:34:11 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und die Menschen, die dort leben, ist sehr spät erst besiedelt worden, der Buntsandstein, erst im 12., 13. Jahrhundert. Als die Bevölkerung in Mitteleuropa gewachsen ist, hat man die Waldgebiete gerodet, und zwar insbesondere in dieser Verebnung hier, des Plattensandsteins hier oben. Und da findet man heute Dörfer, die auf diese Zeit zurückführen, des 12. Jahrhunderts etwa, 13. Jahrhundert. Die haben alle andere Namen als die Dörfer, die älter sind. Die Dörfer, die älter sind, hier im süddeutschen Raum, die enden alle mit -ingen oder meistens mit -ingen. Und die sind im 7., 8., 9. Jahrhundert begründet worden, also ein paar Jahrhunderte früher. Und erst nachdem die Bevölkerungswachstum eine Expansion bewirkt hat, sind dann diese Waldlandschaften langsam erschlossen worden. Und da sind eben gerade diese Buntsandstein-Gebiete so, dass die Menschen, die dort leben, die Tendenz haben, eine gewisse Mangelerscheinung zu zeigen, also zum Beispiel die Zähne fallen aus oder irgendwelche Mangelerscheinungen, die eben zusammenhängen mit dieser unglaublich mineralarmen Wasser, was man da trinkt. Sehr gutes Wasser, aber total mineralarm, da ist also kaum was drin gelöst. Und auch durch die sehr armen Standorte, wo eben auch wenig bestimmte Dinge einfach in Mangel vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist sozusagen die Geschichte dieses Standorts hier, arm, arm und ärmer. Man hat eigentlich nur dort wirklich den Buntsandstein etwas abgewinnen können, durch die sogenannten Anlage der Buckelwiesen. Also es gibt auch im Passauer Raum solche ähnlichen Erscheinungen, auch in der Schweiz, wenngleich da kein Buntsandstein ansteht, aber ähnliche Situationen im Wallis, dass die Menschen das Wasser benutzt haben, was so mineralarm ist, wie man sich nur denken kann, dass dieses Wasser, was aus den Buntsandsteinschichten als Quellen hervortritt, dass man das zum Bewässern benutzt hat. Also mit absolut auch an Stickstoff – also wenn man den Tatstickstoff misst, der liegt weit unter, bei 3, 4, 5 Milligramm, mehr ist das nicht pro Liter Wasser. Das ist also sehr, sehr wenig. Und man hat jetzt da eine Kunst entwickelt, im ausgehenden Mittelalter, die hat gehalten bis ins 20. Jahrhundert, aber da sind die alle flachgelegt worden, die sogenannten Buckelwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Buckelwiesen: Technik und mögliche Wirkungsweise 00:37:13 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ich muss es vielleicht doch mal ganz kurz erläutern, was das ist. Also stellen Sie sich mal vor, Sie haben hier jetzt so einen Steilhang hier. Im Buntsandstein findet man immer Kerbtäler, sogenannte Kerbtäler. Absolut charakteristisch für diese Landschaften, also tief eingeschnitten und Steilhänge und unten ein bisschen Verebnung, das ist dann vielleicht eine Wiese oder so, die man da noch bewirtschaften kann. Jetzt haben die Folgendes gemacht, die haben an diesen Steilhängen, also sich das etwas überzogen, haben die hier jetzt vom Oberlauf einen Bachlauf an dem Hang entlanggeführt, einen Bachlauf, einen Mühlenbach. Und dieser Mühlenbach, der hat dann so ein schönes Rad angetrieben und da hat man dann so ein Getreide gemahlen. An dieser Mühle war dann auch ein schöner Teich, der das Wasser aufgefangen hat und entlang nun dieses Hanges hier – ich mal das mal so an – entlang dieses Teiches floss vom Oberlauf hier der Mühlenbach bis zur Mühle und dann zu Tale. Und da hat man jetzt hier von diesem Zulauf kleine Stichgräben abgezogen, talabwärts. Hier ist der Vorfluter hier unten, abwärts und hat diese Stichgräben vielleicht auf ein oder zwei Prozent Gefälle ausgerichtet. Und dann war es natürlich bald zu Ende, denn dann ging es ja bergrunter. Und dann sah das dann so aus, dass hier so ein Stichgraben war und dann hat man hier in einem bestimmten Winkel die Erde aufgeschüttet und hat in diesen Stichgraben aus dem Mühlengraben Wasser reinlaufen lassen. Und dieses Wasser perkulierte jetzt hier durch das Gras hindurch, bergab und wurde hier wieder aufgefangen von der neuen Dachrinne, sozusagen wie so ein Dach, ein Komposthaufen könnte man auch sagen, wieder aufgefangen und von hier ging es talab, wieder in die nächste derartige Buckelwiese und wurde da wieder aufgefangen und ging es wieder bergab. Und so ging es die ganze Tale runter, waren diese Buckelwiesen von Hand hergestellt und mussten auch von Hand bewirtschaftet werden. Da konnte man mit keiner Maschine, mit keinem Tier, mit gar nichts rein. Das konnte man nur sensen. Und diese Buckelwiesen nun, die haben bis zu fünf Schnitte im Jahr gemacht. Fünf in diesen Gebieten, wo sonst kaum irgendwie ein Wachstumsimpuls ist, nur durch Bewässerung und meistens natürlich in Abhängigkeit auch von den Mondphasen. Das war gang und gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hypothese der Sauerstoffdüngung 00:40:26 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da fragt man sich natürlich, was da düngend wirkt. Denn in dem Wasser ist nichts drin. Und also meiner Überzeugung nach ist es eine echte Sauerstoffdüngung. Also das ist kein Begriff heute natürlich, dass man mit Sauerstoff düngen kann, aber dieses Perlen zwischen den Grassoden, das darf nämlich, das sollte möglichst nicht zu tief einsickern, da gibt es sofort Sauergräser. Sondern das sind alles wunderbare Süßgräser hier, wunderbares Futter, aber nur dann, wenn das Wasser durchperkuliert, durch die Grassoden, so ganz zart und sie sofort wieder abgeführt wird, hier durch diese Basisrinnen, auf die nächsten, auf den Gipfel der nächsten. Diese Rinne wird die Gipfelrinne der nächsten Buckelwiese. Also ich bin felsenfester Überzeugung, dass man hier tatsächlich mit Sauerstoff gedüngt hat. Das heißt, der Sauerstoff ist ja – dritter Vortrag, dann schaffe ich einen Kurs – ist ja der Stoff, der jetzt Träger ist der ätherischen Wirksamkeiten. Und diese ist eigentlich eine Anregung, hier auf Grundlage einer ganz juvenilen Mineralität sehr viel säurereich, jetzt hier durch dieses perkulierende Wasser die Pflanzen, ich möchte mal sagen, die ganzen wirkenden Elementarwesen zu erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zisterziensisches Erbe: Wasserbau und Landschaftsgestaltung 00:42:06 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Aber das ist jetzt nur nebenbei, denn sonst kommen wir überhaupt an kein Ende. Und da ließe sich vieles dazu sagen, meines Erachtens geht dieses System auf die Zisterzienser zurück, im 13. Jahrhundert. So, und die Zisterzienser waren die großen Wasserbauer Europas im Mittelalter. Und die waren nicht nur Wasserbauer, dass sie irgendwo ein paar schöne Brunnen gebaut haben oder so, sondern die haben ein Bewusstsein gehabt für den gesamten Wasserhaushalt der Landschaft. Die haben die Flüsse reguliert und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buntsandstein-Landschaften: Wald, Quellen und magere Böden 00:42:46 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Buntsandstein-Formation sind überwiegend Waldlandschaften. Durch diese Steilhänge hier, das ist überall mal Wald. Sehr magere Standorte, sehr quellenreich. Also das ist das Herrliche, wenn Sie durch Buntsandsteinlandschaften gehen, zum Beispiel da rein in den Pfälzer Wald oder in den Nordschwarzwald, da können Sie nie verdursten. Da gibt es Quellen über Quellen über Quellen, nicht gerade allzu weit oben, aber doch immerhin. Da gibt es Quellen hier, an dieser Stelle, Quellen hier, kommt hier raus und hier auch nochmal. Also das sind Quellhorizonte, wo das Wasser – Buntsandstein hält das Wasser sehr stark, ist auch zerklüftet, aber hält es sehr stark, es geht nicht einfach weg – und taucht in zig, zig kleinen Quellen auch, überall in Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias II: Der Muschelkalk - Einleitung 00:43:55 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, und aber in Anbetracht der vorschreitenden Zeit, müssen wir jetzt übergehen von dem Buntsandstein, der unmittelbar auf das Rotliegende aufliegt, die erste Formation von die Trias – das schreibe ich nochmal hier oben hin: Trias – haben wir hier also den Buntsandstein. Und jetzt lagert sich jetzt plötzlich hier oben eine weitere Horizonte, eine weitere Schichtenfolge auf, und zwar ist es die jetzt des Muschelkalks. Wir werden das alles sehen auf der Exkursion, also wir werden durch die Buntsandstein-Landschaft durchfahren, dann durch die Muschelkalk-Landschaft durchfahren, also hier drüber kommen jetzt eine plötzliche Schichtenwechsel, in alles, was jetzt noch ganz stark ist, noch ganz stark kieselbetont, sauer an den Standorten, kieselbetont, und jetzt plötzlich ist genau das Gegenteil, es ist alles kalkbetont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wellengebirge: Mergel, gute Böden und Düngung 00:45:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also die Schicht, die jetzt hier oben auflagert, die unterste Schicht, das ist beim Muschelkalk das sogenannte Wellengebirge. Das Wellengebirge, und das sind so sehr, sehr kalkreiche Tone, man nennt sie Mergel, einen sehr hohen Kalkanteil. Dort, wo sich die Landschaft verebnet, in den Tälern des Muschelkalks, da hat man hervorragende Standorte für die Landwirtschaft wieder. Auf diesem kalkreichen Ton, Mergelton, entwickeln sich hervorragende Böden, also sehr ergiebig. Also auch eine glückhafte Situation, und die meisten Dörfer liegen alle, wo es nur irgend geht, im Muschelkalk liegen die auf diesem Wellengebirge. Und dieses Wellengebirge ist also eine erste Schicht, die sich hier oben auflagert, also Ton, Kalktone oder Mergel. Man hat ja schon im Mittelalter und noch früher, wahrscheinlich geht es sogar auf keltische Zeiten zurück, mit diesen Mergeln gedüngt. Also gerade in den Buntsandsteingebieten hat man vom Muschelkalk aus, von dem Wellengebirge, hat man dann diese sauren Böden des Buntsandsteins schon damals gedüngt. So, dieses Wellengebirge hat auch unterschiedliche Mächtigkeiten, da kann ich jetzt nicht drauf eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgebirge: Entstehung, Schutzschichten und Heilquellen 00:47:14 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und da auf diesem Wellengebirge baut sich jetzt ein zweites Gebirge auf, ich muss das mal so zeichnen, das ist kaum in der Landschaft auszumachen, das ist das sogenannte Salzgebirge. Und dieses Salzgebirge hat wiederum eine ganz charakteristische Schichtung, da finden Sie also mesozoische Salze, also nicht jetzt wie hier im Paläozoikum im Perm die Zechsteinsalze, sondern es ist eine spätere Salzbildung im Mesozoikum, im Muschelkalk. Und dieses Salzgebirge hat eine ganz charakteristische Gliederung, die möchte ich wenigstens mal erwähnt haben. Es ist ja immer das Problem mit dem Salz, dass sich das im Wasser löst und als Lösung dann über den Vorfluter dann irgendwo in die Weltmeere gelangt. Und dieses Salzgebirge ist davor sehr geschützt, wie überhaupt alle Salzvorkommen erstaunlich geschützt sind. Sie haben so einen Mantel außenrum, bei Salzdomen oder hier sind sie jedenfalls von oben und von unten in der Regel ziemlich geschützt dadurch, dass hier unten erstmal ein Dolomit liegt – also ein Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat – was sehr undurchlässig ist und sehr widerstandsfähig gegenüber der Verwitterung. Und dann folgt über dem Dolomit kommt Anhydrit, also Gips und der ist auch noch relativ widerstandsfähig, also nicht ganz, aber auch Anhydrit kann sehr beweglich werden und dann über dem Salzgebirge ist wieder Anhydrit und dann wieder Dolomit. Das ist schon was ganz Eigenartiges, sodass eigentlich von oben und unten verhindert wird, dass das Wasser da eindringen kann. Aber durch die Tektonik und die ganzen Vorgänge über die Zeiten hinweg haben natürlich von oben her, in der Nähe der Täler, wo diese Schicht ausläuft, trinkt das Wasser ein und laugt es aus, sodass wir da regelrechte Salzquellen haben können. Und wenn man von Bad Mergentheim spricht oder von Schwäbisch Hall spricht, diese ganzen Ortschaften, die so Heilbäder haben, das sind alles – oder Bad Cannstatt auch, im Übrigen kommt auch aus Muschelkalk heilig – dann sind es eben Heilwässer, die außerordentlich reich sind an Mineralien, gelösten Salzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Jetzt hänge ich ein bisschen durch, also auf diesem Röt – Röt muss so ein Stein sein, also Trias sind wir jetzt – da oben die Schicht ist Röt, die nennt sich Röt, und da oben drauf bildet sich das Wellengebirge mit Kalk und dann das Salzgebirge. Das heißt, da muss ja ein Meer drüber gewesen sein, oder was? Da muss ein Meer drüber gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungsbedingungen: Arides Klima, Flusstransport und Meereseinbruch 00:50:57 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also das muss ich dazu noch sagen, also hier beim Buntsandstein, da ist man der Überzeugung, dass es ein außerordentlich arides Klima war, alles Rot natürlich, die Rotfärbung ist immer ein Zeichen für aride Situationen, aber zugleich fluviatil, das heißt also, dass da so Flüsse in dieses Becken geflossen sind, die eben diese Materialien mit sich gebracht haben, aus den Randzonen, da werden dann auch verschiedene – also von Süden hauptsächlich kam das, zum Teil von Osten und so weiter – Material in dieses Becken hineingeschwemmt. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, beim Buntsandstein, dass hier zweifellos vom Schwarzwald, hier kann man sich vorstellen, dass da irgendwas Material reingeschwemmt worden ist, hier war das sogenannte Vindelizische Land, eine uralte, voralpine Situation, dass hier das Material reingeschwemmt worden ist. Jetzt muss ich mir vorstellen, in ganz Norddeutschland war mächtig, mächtige Buntsandsteinablagerung bis weit, weit, weit, weit nach Osten, und das Ganze in einem relativ flachen Becken, wo kaum Gefälle zu verteilen waren, wo man aber doch Kreuzschichtungen sieht, die werden wir auch sehen beim Buntsandstein, wo man merkt, da muss irgendwo was geströmt sein, in den Randzonen findet man auch mehr Gerölle im Buntsandstein als im Zentrum, also irgendwo eine Sortierung hat da stattgefunden, aber trotzdem, stellen Sie sich mal vor, das geht über tausend Kilometer, über tausend Kilometer, solche Situationen im relativ flachen Areal, also da habe ich keine Antwort drauf, wie sowas möglich ist, es ist nur denkbar, wenn man auch dort noch die schweren Verhältnisse anders beurteilt, in meinen Augen, es waren schon Sedimentationen, es war schon Materialtransport, alles das, aber solche irren Entfernungen, ein Becken aufzufüllen, Schicht um Schicht um Schicht, das sind offene Fragen für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt hier haben wir es dann im Muschelkalk mit einem Meereseinbruch zu tun, von Süden über die Tethys, also das uralte Mittelmeer, Tethys genannt – haben Sie den Namen schon mal gehört, der ein bisschen mit Griechenland zu tun hat, die Tethys? Tethys, okeanos, das ist das uralte Mittelmeer – und von dort hat sich das Meer offensichtlich erweitert nach Norden und hat dann dieses Muschelkalkmeer erzeugt, und in diesem Muschelkalkmeer kommt es jetzt zu diesen Ablagerungen, zu den unteren tonreichen Wellengebirgen, dann diese Salzablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hauptmuschelkalk: Aufbau, Fossilien und Nutzung 00:54:39 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und schließlich baut sich hier drüber jetzt auch – ich lege mein Dingsmal wieder hier auf den Tisch – baut sich hier jetzt über diesem Salzgebirge der Hauptmuschelkalk auf, so, auch ähnlich wie hier, steil aufsteigend, der Hauptmuschelkalk in seinen verschiedenen Schichtungen. Und wenn Sie in einen Steinbruch kommen, wo der Hauptmuschelkalk gebrochen wird – es ist ein wesentlicher Hauptmuschelkalk, der da verwertet wird – dann sehen Sie, wie wenn der liebe Gott eine Kelle in die Hand gehabt hätte und hat da angefangen zu mauern. Das Ganze ist ein Schichtgang, so Schichten ungefähr, sind so mächtig, Kalk, blau gefärbt, Blaukalke, dann wieder hellere Kalke, so geschichtet, so geschichtet, und dann lauter Trennfugen auch, man hat den Eindruck gehabt, da hatte jemand nur Tonspeis zur Hand, was anderes war nicht da, mit Tonlagen sind die alle voneinander getrennt, es sieht wirklich aus wie ein Riesenmauerwerk, der Hauptmuschelkalk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der zeigt jetzt eine gewisse Fossil-, also Leitfossilien der verschiedensten Art, in verschiedenen Schichten, die aber nicht überall vorkommen, es gibt also Steinbrüche, wo man so gut wie nichts findet, und dann gibt es wieder andere Steinbrüche, wo es überquillt förmlich von allen möglichen Organismen. Da gibt es also eine Schicht hier unten zum Beispiel, die besteht im Wesentlichen aus Stängelgliedern von Seelilien, die Trochitenkalke, so nennen die. Und die Seelilien, das waren auch Tiere, Pflanzentiere, kann man sagen, die in großer Masse da in diesen Mesozoischen Meeren auftreten, und wir werden auch die sehen, also wir werden im Museum Holzmaden wunderbare Beispiele sehen. Und die sind aufgebaut aus lauter einzelnen Stängelgliedern, und nach oben sieht es aus, wie wenn eine Blüte aufgehen würde, dabei sind es nichts anderes als die Tentakeln quasi von Tieren, die da durch das Wasser, dieses sehr warme Wasser des Muschelkalkmeeres, sich an Baumstämmen klammernd irgendwie so dagegen bewegt haben. Also das ist die Trochitenkalke, und so gibt es die verschiedensten Lagen hier jetzt unterschiedlicher Fossilien, die da entweder überhaupt nicht anzutreffen sind, aber in anderen Gegenden werden sie umso mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Hauptmuschelkalk, der sehr rissig ist, also wenn man auf der Oberfläche das Hauptmuschelkalks Landwirtschaft betreiben will, da soll man es gleich bleiben lassen, man soll es gleich bleiben lassen. Wenn es da regnet, ist das Wasser sofort weg. Es ist gleich so trocken, maßlos trocken, da wächst auch nur Gestrüpp, Dornengestrüpp und so. Also wenn man dieses Pech hat, wirklich da oben was zu machen, da ist es heute gar nicht mehr drin. Und dann ist es Glück, weil das Wasser, wie gesagt, es sickert hier durch, sickert hier durch, dann ist Salzgebirge, löst hier das Salz aus und tritt als Quelle hier in Erscheinung, oder schon hier. Und diese Hänge hier, das ist nicht immer so steil, sondern das sind so Schutthänge, das ist nur Stein, nur Stein, nur Stein, Brocken. Und da wird Weinbau betrieben. Und da haben die auch Obstbau betrieben und haben auch Ackerbau betrieben. Und dann haben die durch die Jahrhunderte die Steine abgelesen. Durch Jahrhunderte, man kann es nicht sagen, die sind steil hängen, haben die immer nach rechts und links die Steine abgelesen und dann in großen Steinhäufen, hangabwärts aufgehäuft, sodass die so einen Talhang – das werden wir auch sehen – wenn das also jetzt die Höhe ist hier und hier unten ist das Talboden, dann sehen wir an den Hängen immer so Streifen herunter. Diese Steinhäufen, alle Hecken bestanden heute. Auf diesen Steinhäufen haben sich ja allmählich Heckenpflanzen, meistens durch Vogel-, Wildsamen sind hier ausgekeimt und haben dann diese Hecken gebildet. Wunderschöne Landschaft, aber bettelarm. Das Einzige, was da heute was bringt, ist der Weinbau, der Obstbau. Man findet die vielfach auch noch terrassiert, es gibt noch alte Terrassenanlagen, aber nicht mehr wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Trias III: Der Keuper - Einleitung und Lettenkeuper 01:00:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, das ist also die Besonderheit dieses Hauptmuschelkalks, dieses Brottrocken. Und wenn man dann Glück hat, dann ist man in einer Landschaft, wo plötzlich hier oben wiederum etwas drüber liegt, was so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. Und da fängt dann der Keuper an, das ist ein Lettenkeuper, oder ist es Löss. Kann auch Löss sein, Lettenkeuper kann schon abgetragen sein. Und wenn dann Löss drauf liegt, zum Beispiel die Würzburger Gegend nach Süden, das ist Ochsenfurt, da bauen die Zuckerrüben im großen Stil an. Da ist nur deswegen, weil auf dem Muschelkalk Löss liegt, und zwar eine ganz schöne Mächtigkeit. Und da sind die besten Böden. Aber wehe, man ist auf dem nackten Muschelkalk drauf, das ist ganz schwierig. Mal gucken, wie ich überhaupt noch hinkomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, und jetzt, das ist also die zweite Schichtenfolge von den Trias. Zuerst Buntsandstein, Muschelkalk. Und jetzt kommt noch der Keuper. Also da ist wieder eine Art Diskordanz hier oben, also es ist nicht alles so schön eben hier, sondern das ist natürlich auch schon ein bisschen ausgearbeitet, also verwittert. Und da legt sich jetzt eine weitere Schicht drauf. Und auch wiederum, wenn ich jetzt das von unten aufbaue, dann ist diese erste Schicht hier der sogenannte Lettenkeuper. Ich erwähne das nur mal als Beispiel. Der Keuper und auch der Muschelkalk und Buntsandstein haben natürlich in verschiedenen Landschaften ein bisschen unterschiedlichen Aufbau. Aber das Prinzip möchte ich mir kurz mal hier andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lettenkeuper ist, wie gesagt, das sind Stundenböden, oder Minutenböden. Man muss wirklich auf die Minute genau da sein und den bearbeiten. Und solange die Bauern in Hohenlohe in Süddeutschland zum Beispiel nur mit Kühen, ihre Ochsenkühen die Felder bearbeitet haben, da kamen die natürlich nie nach, zeitgerecht den Boden zu bearbeiten. Auch mit Pferden reichte die Zeit nicht hin. Und erst jetzt durch die moderne Industrialisierung der Landschaften, die Maschinen, sind sie so schlagkräftig, dass sie diese unmöglichen Standorte, auch der ganze Kreis Crailsheim da in Hohenlohe, der galt auch als Armenhaus vom Schwabenland, die kamen mit dem Boden nicht zurecht, mit den Möglichkeiten, die man damals hatte, mit Tieren, die jetzt den Boden bearbeiten. Und heute sind es zum Teil lukrative Standorte geworden, weil man minutengerecht arbeiten kann. Aber da muss das in die hohe Kunst des Ackerbaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gipskeuper und Schilfsandstein 01:03:47 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über diesen Lettenkeuper liegt jetzt wiederum etwas, was das Landschaftsbild beeinträchtigt. Das ist der Gipskeuper. Also beeinträchtigt insoweit, als es ein quellfähiges Material ist, was überall, wo man Straßen baut oder Tunnels baut früher, das war ja ein unglaublicher Kampf, mit dem Gipskeuper zurecht zu kommen. Und selbst heute wird noch das Argument gemacht, bei Stuttgart 21, da müssen die überall durch den Gipskeuper unten durch, dass die sagen, wenn das Zeug quillt, da hilft nichts, dann fängt man unter Tunnels an, sich wieder ein bisschen zu bewegen. Das ist also ein Gipskeuper. Und dieser Gipskeuper, auch mit Ton durchsetzt – also das nicht so ausgesprochene Salzgebirge wie hier – auf diesem Gipskeuper ist als nächste Schicht der Schilfsandstein. Und das sehen Sie, dass im Keuper hier beginnt eine Schichtenfolge, wo ständig Land und Wasser miteinander wechseln. In dem Gipskeuper, das ist natürlich eine Ablagerung aus dem Meer, auch der Schilfsandstein, man findet nämlich im Schilfsandstein Glaukonite. Das sind so grüne, das habe ich schon mal erwähnt, so kleine grüne, runde Körperchen, die sehr kalireich sind und die grüne Farbe vom Schilfsandstein verursachen, mitverursachen. Das ist eine mehr grünliche Farbe und die ganzen Bauten in Stuttgart zum Beispiel sind alles Schilfsandstein, die Stiftskirche, die Mauern, die wir da verbaut haben, aus dem Hauptbahnhof, sind alles Schilfsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Obere Keuperschichten: Von Mergel bis Stubensandstein 01:06:03 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und über dem Schilfsandstein ist jetzt eine nächste Schicht. Das sind die unteren Bunten Mergel. Das ist also wieder eine ähnliche Angelegenheit wie hier der untere Muschelkalk, mergelig, also Tonmergel, sehr, sehr kalkreich auch und wunderbar für den Weinbau geeignet an den Steilhängen. Und dann kommt hier eine weitere Schicht, ich nutze mal ein Beispiel, da steht der Kieselsandstein an. Und dieser Kieselsandstein ist ein sehr harter, verkieselter Sandstein, also mit Kieselsäure gebunden. Und dieser Kieselsandstein, den hat man immer verwendet, durch alle Jahrhunderte für die Weinbergmauern. Früher hat man ja die Weinbergmauern horizontal gebaut, also terrassenartig. Heute sind die alle gerodet, alle weggenommen und voll mit der Falllinie des Hanges, dem Rebenanbau. Das ist sozusagen, wie wenn der liebe Gott daran gedacht hätte: Wenn ihr da mal Wein anbaut, dann habt ihr auch gleich eure Mauersteine, um eure Mauern da zu bauen. Die brauchen nicht weit zu transportiert zu werden. Und das ist ein wunderbarer Stein. Trockenmauern, also ideal. Vielleicht befiehlt einerseits die Ökologie seitens der EU ein Gesetz, dass wir im Hinblick auf die Wahrung unserer natürlichen Umwelt wieder Weinbergmauern bauen müssen, damit da genügend Insekten und Eidechsen und ich weiß nicht was da wieder ihre Wohnstatt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da kommen die oberen Bunten Mergel. Und dann kommt der Stubensandstein. Das ist auch eine besondere Bildung da. Den Stubensandstein hat man früher tatsächlich benutzt. Da hat er nämlich den Namen, die Stuben einzustreuen. Die Menschen hatten ja nur Lehmboden quasi in den Häusern. Und um den jetzt etwas feiner, etwas vornehmer auszugestalten, hat man da den Stubensand reingebracht und vielleicht alle, weiß ich was, viertel Jahr mal ausgewechselt, hat man die Stuben gekehrt und wieder neuen Sand reingebracht. Das ist ein schöner, feiner, weißlicher Sand. Muss nicht immer sein, manchmal sind es richtige Steine. Aber es gibt da richtig Sandvorkommen. Und dann baut sich da nochmal eine Schicht drüber auf, das ist ein Knollenmergel. Ganz übles Zeug. Da kann man nur Wiesen und Weiden drauf haben. Der nimmt das Wasser auf und quillt derart, dass wenn man Obstbäume darauf anbaut, auf dem Knollenmergel, dann kann man sehen, wenn die Bäume wachsen, dann wachsen die immer schief. Der eine ist schief in diese Richtung, der andere in diese Richtung, der andere in diese Richtung. Weil der Untergrund ständig in Bewegung ist. Knollenmergel und als letztes das Rät. Das ist nochmal ein Sandsteintone, auch Rät genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna der Trias im Überblick 01:09:53 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist jetzt die dritte und letzte Schichtenfolge von die Trias. Also in der Zeit verändert sich in Bezug auf die Flora und Fauna verhältnismäßig wenig. Es ist immer wieder erstaunlich, zum Beispiel hier mit dem Buntsandstein, da findet man an Pflanzen sehr wenig. Es war wirklich ein arides Klima. Und man findet auch an Faunabesiedlungen sehr, sehr dünn. Hauptsächlich sind es Vorläufer der Saurier, aber noch klein, relativ klein. Also Wirbeltiere, aber auch nicht mehr nur Reptilien, sondern schon Säugetiere, anfänglich Säugetiere. Die Reptilien legen ja Eier, während jetzt schon anfängt, die Säugetierentwicklung einzusetzen, aber ganz primitiv. Wir werden ein Beispiel auf der Exkursion sehen von einem Chirotherium. Das ist ein Handtier, nennt man das. Die sind da durch den Schlamm gelaufen und haben da so Abdrücke hinterlassen, charakteristisch. Und aufgrund dessen kann man – man hat dann auch Skelette, versteinerte Skelette gefunden – aber im Wesentlichen war das außerordentlich, das ist lebensarm. Und das gilt plus/minus für den ganzen Buntsandstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier hat man ein unglaublich, zum Teil sehr intensives Leben im Muschelkalkmeer, aber auch mehr Eingewandertes von Süden aus der Tethys. Also insofern könnte man sagen, da ist irgendwie, aber es ist auch noch letzten Endes nicht viel anders als im Paläozoikum. Und im Keuper, wenn man die Keuperpflanzenwelt anguckt, also Palmen gibt es da, aber Schachtelhalme sind doch noch sehr verbreitet. Und weniger die, naja, die Farne und Schachtelhalme sind doch sehr verbreitet, aber das dritte, was war das nochmal? Bärlapp?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Bärlapp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Bärlapp, ja. Bärlapp, also manchmal ist man, ich glaube, ich muss mal meine Stärkung zu mir nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura I: Schwarzjura (Lias) und seine Fossilien 01:13:01 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, jetzt haben wir diese drei Schichtenfolgen verfolgt. Auf denen betreiben wir echt Landwirtschaft. Also damit haben wir es ganz konkret zu tun. Jetzt müssen wir aber – jetzt schaffen wir das gar nicht heute, merke ich – folgt jetzt auf diesem Keuper wiederum eine weitere Schicht. Und das ist der Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also auf diese, hier oben, auf das Rät folgt jetzt wiederum eine Schichtenfolge des Jura. Das muss ich nur ganz kurz mal streifen, weil wir sonst einfach das nicht mehr hinkriegen zeitlich. Da folgt jetzt eine Schichtenfolge, es ist auch eine sehr, sehr schiefrige Schichtenfolge, mit Sandsteinen und Tonen und das ist, was man nennt den Schwarzen Jura. Er ist zunächst nicht so schwarzer, aber dann wird er immer schwarzer. Was habe ich da hingeschrieben? Schwarzer Jura. Jura. Ne. Jura. Oder Lias genannt. Das ist mehr das internationale Ausdruck. Der Schwarze Jura und das ist jetzt auch eine Schichtenfolge, die fängt mit Sandsteinen an und sie geht dann immer mehr in Tone über und unendlich feingeschichtete Tone. Das ist am Ende – Lias alpha also ganz unten, Lias eta – kommen dann solche schieferartigen, die sogenannten Ölschiefer, kommen da zum Vorschein. Unendlich feingeschichtet, ein hoher Bitumenanteil, Ölanteil, man hat mal da Öl draus gewonnen, zwischen den Weltkriegen hat man diese Ölschiefer abgebaut und hat das Öl da durch Feuer, durch Erwärmung herausgelöst. Also das ist nahezu pechschwarz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in diesem oberen Schwarzen Jura – ich kann es jetzt alles nur ein bisschen andeuten, der wird nach alpha, beta, gamma und so weiter in verschiedene Schichten unterteilt. Und die Schicht, wo das dann vorkommt, das eta, da finden sich jetzt einen Fossilreichtum, der ist einmalig, ziemlich einmalig in der Welt eigentlich. Heute gibt es in China auch solche Vorkommen und an anderen Orten. Aber die großen Meeressäuger – es waren auch Säugetiere, es waren nicht nur Eierlegende, sondern es waren echte Säuger – die sogenannten Ichthyosaurier oder Plesiosaurier, Saurier, es waren aus dem Land wieder ins Meer sich entwickelnde Säugetiere, die da in des Jura Meer beherrscht haben. Und da findet sich eine Lagerstätte hier oben, hier in diesem Bereich, wo hier also Unmassen, diese Fauna von Ammoniten, von Belemniten und was da alles so kreucht und fleuchte und diese Saurier und Fische der verschiedensten Art, die haben da ihr Grab gefunden. Und sodass da Orte gibt, wo man nicht lange graben muss, dann hat man irgendwie so ein Petrefakt in den Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Jura II: Braunjura (Dogger) und Weißjura (Malm) 01:17:22 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Das ist der Schwarzjura und über dem Schwarzjura baut sich jetzt – und die sind überwiegend gute Böden, wenn man hier Landbau betreibt. Und dann geht es über in den Braunjura, genannt Dogger, Braunjura. Und dieser Braunjura hat auch wieder eine ganze Schichtenfolge im unteren Bereich Opalinuston, Opalinuston, also auch Minutenböden. Also wirklich, wer auf diesem Ton zu arbeiten hat als Landwirt, der weiß, was Bodenbearbeitungskunst ist. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, dann hat man das Ziel der Klasse erreicht. Früher hat man da ein wesentlichen Grünland drauf gemacht, weil man da nicht zurecht kam. Und Obstbau, sehr intensiver Obstbau. Und dann kommt der Eisensandstein, das hat man sogar verhüttet zu Zeiten, abgebaut. Und dann kommt nochmal so Blaukalke. Aber das ist ja so uninteressant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darüber baut sich jetzt wiederum eine Stufe auf, und das ist der Weißjura. Weißjura oder Malm. Das sind vielleicht so ungefähr 100 Meter mächtig. Das sind so 300 Meter mächtig. Und das sind vielleicht 450 Meter mächtig. So, um mal so eine Angabe zu haben. Und jetzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, nochmal zeigen, das ist also das Erste, was wir besprochen haben. Das war noch der – ich zeige es nochmal rum – da sieht man auch diese weißen, hellen Streifen und auch ein bisschen was von der Kreuzschichtung. Ihr habt es ja schon mal angeguckt, aber das sind also Sandstein-Exemplare. Dann haben wir hier nochmal Muschelkalk, das habe ich jetzt keines mehr hier liegen, spielt auch keine Rolle. Jetzt sind wir beim Jura angelangt, das waren diese weißen Kalke mit diesen Einschlüssen von Kieselsäure. Aber hier möchte ich jetzt doch noch ein Exemplar zum Besten geben. Das ist also ein einmaliges Schmuckstück. Das sind weiße Figuren, Kalk und da steckt was drin. Man muss auch nur das Gewicht mal ein bisschen daran, im Vergleich zu dem da unten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Pyrit, eine Pyritknolle drin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Ja, also ich meine es ist ein Meteorit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Das ist ein Pyritkristall, limonitisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Der hatte hier einen Schwanz noch, ganz flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Also das sind typische Formen eigentlich von Bioturbation, durch Pyritwachstum dann noch entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Da muss ich es mal aufschleifen. Also ich habe das bisher für einen Meteoriten gehalten, aber ich kann es mal aufschleifen. Also das ist jetzt der Weiße Jura, wo wir oben angelangt sind und der Weiße Jura ist auch genau gebankt. Also das ist auch wirklich wie wenn alles gemauert wäre, Schicht um Schicht. Im Weißen Jura sind dann plötzlich Massenkalke, riesenhafte, die stehen heute vielfach herausgewittert aus der Wand. Der Weiße Jura stehen da wie so Türme aufrecht und das sind die sogenannten Schwammkalke. Das sind also Kalkschwämme, auch Tiere, die dann eben mit Kalk gesättigt nach dem Absterben, also allmählich hat sich da Kalk niedergeschlagen und die bauen dann vielfach heute an solchen Steilhängen, hier steht da plötzlich so ein Turm, das ist dann ein herausgewitterter Schwammkalk. Wir werden die sehen auf unserer Exkursion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit I: Ablagerungen und Untere Kreide 01:22:29 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt folgt diesem Jura der Jura-Hochfläche, die sehr stark ausgearbeitet ist, weil nämlich während der Jurazeit war der größte Teil des Jura der Verwitterung preisgegeben, sodass die nachfolgende Schicht, die noch zum Mesozoikum gehört, nämlich die Kreide, dort sich nicht abgelagert hat, sondern während dieser Zeit – das war eine ziemlich lange Zeit, die Kreide-Epoche – dieser Jura ausgearbeitet worden ist, also zum Teil abgetragen, Täler haben sich gebildet. Wenn Sie auf der Jura-Hochfläche durch die Landschaft fahren, da fahren sich lauter Trockentäler, da ist kein Bach drin, sondern das sind einfach Talungen, die aus Urururzeiten stammen und hier lagern sich jetzt wieder diskordant bestimmte Schichten drüber. Nicht im süddeutschen Jura, sondern nur in Norddeutschland hauptsächlich und dann auch im östlichen Gebiet, da im Bayerischen, bei Regensburg findet man auch noch Kreide, aber dann insbesondere die schönsten Kreide, die es überhaupt gibt. Einerseits das Rügen an der Ostsee, andererseits die Kreidefelsen von Dover. Wer also jemals mit der Fähre nach England gefahren ist, der fährt sozusagen auf diese mächtigen Kreidefelsen, Kreidefelsen, die so 40, 50 Meter hoch sind, fährt dazu, das ist blanke Kreide. Also auch tierischen Ursprungs, Foraminiferen, Kalkalgen, alles mögliche, was da in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da bilden sich jetzt also auch Schichten und jetzt möchte ich gerne – ich kann es mir eigentlich gar nicht mehr leisten, das muss ich dann doch vertagen, aber ich kann es ja mal nur andeuten – da haben wir eine erste Schichtenfolge und das ist die Untere Kreide. Und diese Untere Kreide besteht im Wesentlichen aus Sandsteinen und Tonen, auch wieder. Und die Flora und Fauna ist noch ganz dieselbe wie vorher auch. Eigentlich noch ein Erbe des Paläozoikums weitgehend. Da hat sich nicht viel getan in diesen ganzen ersten Zeiten oder weithin durch das Mesozoikum hat sich da nicht viel verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit II: Der große Florenschnitt (Neophytikum) 01:25:19 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Und jetzt kommt aber hier eine Schicht und da ist auch eine ganz leichte Diskordanz. Hier oben in dieser Schicht, man nennt es den Gault – das ist ein englischer Ausdruck – da taucht plötzlich, da ist plötzlich ein sogenannter Florenschnitt wieder. Wir haben einen ersten Florenschnitt gesehen am Ende des Silurs zum Devon, wo das Paläophytikum sich verändert hat in das Mesophytikum. Und jetzt reicht das Mesophytikum seit dieser Zeit bis ans Ende des Jura, kann man sagen, bis in die Kreide rein. Da hat sich nicht viel verändert in der Fauna, auch nicht in der Flora. Aber jetzt plötzlich hier tauchen Pflanzen auf, da ist man einfach schwer erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also erstmal natürlich, die Gymnospermen stehen im Vordergrund, aber nicht mehr die Klassischen wie die Araukarien und plus/minus viele andere Arten oder die Sequoiadendren, der Redwood Tree, sagen wir die in Amerika oder die Wellingtonien, haben verschiedene Namen. Wir haben hier zwei hier im Garten stehen, hinter der Käserei, dieser große Baum ist eine Wellingtonie. Nicht nur die treten auf, jetzt waldbildend, sondern Fichte, Kiefer, Weißtanne, also die ganzen Nadelgehölze, die heute noch unsere Wälder ausmachen, die sind da in dieser Zeit der Oberen und der Unteren Kreide zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Und nicht nur diese, sondern zeitgleich treten plötzlich schlagartig – obwohl da ist gar keine Vorbereitung da – die Laubgehölze auch, ob es die Buche ist oder die Eiche ist oder die Birke ist oder ob es die Weide ist oder ob es die ganzen auch zum Teil subtropischen Pflanzen sind. Also es ist die ganze Fülle an Baumnatur, die heute noch überwiegend unsere Wälder bildet, ist plötzlich da, die Laubgehölze. Und dann kommt hier drüber wiederum eine Schichtenfolge, das ist die Obere Kreide. Und diese Obere Kreide, da finden sich dann plötzlich sonst hier Blütenpflanzen und eben vor allen Dingen die Gräser, die Gramineen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kreidezeit III: Saurierblüte und Aussterben 01:28:28 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also am Ende des Mesozoikums schlagartig entsteht das Neophytikum. Und das ist zugleich die Zeit, wo die Saurier auftreten. Also wo die Menschheit heute so stolz ist, dass man von Sauriern abstammt. Diese gigantischen Tiere, die sich da plötzlich auf der Erde finden und sich da tummeln, zum Teil eben mehr als Ichthyosaurier, Plesiosaurier oder eben als Raubsaurier auf der Landoberfläche. Und dann auch die entsprechenden Vögel, die Saurier sich in die Luft erheben in Form von den Flugsauriern, Archäopteryx und so. Also eine explosionsartige Entwicklung, etwas was in die Zukunft weist. Und auf der anderen Seite eine explosionsartige Entwicklung, was eigentlich die Vergangenheit ins Absurde führt, könnte man sagen. Saurier, Reptilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann am Ende der Kreide – wir müssen jetzt Schluss machen – am Ende der Kreide ist dann plötzlich für diese ganze alte Fauna Schluss. Die ganze Population der Saurier bricht zusammen, ein Großteil auch der ganzen mesozoischen Pflanzennatur ist rückläufig. Und es ist ein großer Prozess des kontinuierlichen Aussterbens. Man könnte sagen eine ähnliche Situation wie wir sie gehabt haben in Perm, wo das Erdaltertum abgestorben ist, so stirbt jetzt auch das Mesozoikum ab. Aber da sind die Keime gelegt für Zukünftiges. Das drückt sich aus in der Entwicklung der Blütenpflanzen, der ganzen Laubbäume und dann eine Vorbereitung auf die Entwicklung der Säugetiere im eigentlichen Sinn. Auch der Insekten, die ganzen Insekten fangen in dieser Zeit an sich überhaupt erst zu entwickeln, also in Weiterentwicklung dessen was vorausgegangen ist. Also auch ein Moment in der ganzen Evolution der Erde, wo man sagen kann, hier gilt das Stirb und Werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick (Neozoikum) und Diskussion zur Schichtenfolge 01:31:18 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also ein neues Zeitalter bricht an und auch dieses Zeitalter müssen wir dann am Montag dann fortfahren. Das Tertiär bzw. das Neozoikum. Gut. Also es geht jetzt alles ein bisschen schneller als ich das beabsichtigt habe, aber es ist auch eine ziemliche Fülle. Es geht hier auch nicht darum, dass man das jetzt im Einzelnen weiß, sondern es geht darum, dass man mal einen Überblick hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Den habe ich gerade nicht, weil wir haben jetzt eine Aufnahme gekriegt von knapp 30 Schichten. Jetzt denke ich jetzt, ich bohre jetzt einmal runter und finde 30 Schichten, das glaube ich nicht. Bei uns wurde erklärt, dass die Erde ständig im Wandel ist, immer in Bewegung, nichts steht still. Und wie können sich über diese Zeiträume 30 Schichten übereinander halten, das glaube ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Dann muss man sich schon mal ins Feld hinaus begeben, mal Steinbrüche aussuchen und sehen, wie real das ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 2&#039;&#039;&#039; Ja, also die letzten 500.000, 1 Mio. Jahre, okay, gehe ich noch mit, aber danach? Also wenn die Erde so was von in Bewegung war, seit Anbeginn der Verfestigung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Es gibt eben Gegenden, wo sie so stark gestört ist, dass man das so nicht antrifft. Aber es gibt eben Gegenden, wo relativ tektonische Ruhe geherrscht hat. Und das war im Mesozoikum weitgehend der Fall. Es gab zwar eine sogenannte kimmerische Gebirgsbildung, die aber nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist hier in diesen Gegenden. Sodass eigentlich diese ganzen Schichten, die ich jetzt geschildert habe im Mesozoikum, die lagern an gewissen Gegenden nahezu in ursprünglicher Lagerung. Leicht geneigt nach Südosten, leicht erhoben gegen das Rheintal hin. Und da können Sie runter bohren und finden Sie diese Folge. In anderen Gegenden ist es natürlich so gut wie unmöglich. Sobald das Gebirge, die Gebirgsbildung in den Alpen, findet man den ganzen Jura. Aber da diese Schichten auszumachen in dem Faltengebirge ist fast unmöglich oder sehr schwer. Aber in dem klassischen Jura, den wir jetzt aufsuchen in unserer Exkursion, da findet man diese Abfolge ziemlich ungestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisatorisches zur Exkursion und Abschluss 01:33:52 ===&lt;br /&gt;
[M. Klett] So, also ich überlasse es dann Euch zu sorgen, dass das alles klappt. Dass wir am Mittwoch früh Gewehr bei Fuß stehen, sieben Uhr. Ich sage sieben Uhr. Und in der Regel wird es dann halb acht. Aber es soll es möglichst nicht sein. Also wir brauchen die Zeit, das ist ein langer Tag. Und sollten doch so sieben Uhr plus sei Euch zugestanden, aber mehr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 4&#039;&#039;&#039; Und wann kommen wir zurück?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Am Freitag. Am Mittwoch fahren wir los. Dann haben wir den ganzen Mittwoch, dann haben wir den ganzen Donnerstag. Und am Freitag auch noch. Und spät nachmittags fahren wir dann zurück. Ja. Und es bleibt dann Ihnen überlassen, ob man das eines Tages mal auf vier oder fünf oder sechs oder sieben Tage erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 3&#039;&#039;&#039; Nächste Süddeutschland-Exkursion habe ich von Hamburg, zwei Wochen. Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Klett] Also das ist endlos. Also wenn man da mal so was reinfindet, da gibt es kaum noch. Also wir sind, das ist sehr sehr intensiv, leider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprecher 6&#039;&#039;&#039; Gut. Vielen Dank.&lt;br /&gt;
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