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9. Folge biodynamischer Grundkurs im November 2025 - ein Vortrag von Martin von Mackensen, 2025
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+++ Stand 14. November 2025: Dieser Text ist eine automatische Transkription und muss noch von Hand überarbeitet werden. Du kannst hier gerne MitTun? +++
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Transkription 9. Folge vom 14. November 2025
Einleitung: Das innere Bild als Schlüssel zum Pflanzenbau 00:00:07
Guten Morgen, einen wunderschönen guten Morgen allen zusammen. Wir wollen heute das, was wir morgens versuchen, dass wir rausgehen und natürlich Pflanzenbau in dem Sinne machen, dass wir Maßnahmen besprechen, Beurteilungen, wie ist der Bestand, welche Probleme sind hier, welche Kuriositäten und so weiter. Und dass wir sozusagen die Praxis begleiten, ganz klar, aber im Wesentlichen geht es mir darum, dass wir morgens üben, versuchen, mit unserem Empfinden, mit unserem Mitgehen, mit unserem Feeling, wie wird es. Und um da reinzukommen, wie es wird, muss ich natürlich viel haben, viel Wissen, viel Bilder haben, viel Erfahrungen haben, viel Anschauungen haben, um diesen Prozess, wo es hingeht, irgendwie innerlich zu erzeugen. Sonst bleibt es irgendwie ein Überraschungsding, ja jetzt ist es so, wahrscheinlich geht alles so weiter, wie es angefangen hat. Und wie wir ja sehr gut wissen, das Leben ist so nicht. Sehr interessante Sache, dass das Leben eben Stufen hat, dass das Leben eben Brüche hat und Zeiten, wo es eigentlich wenig Wandel gibt und dann wird alles anders. Ein ganz anderer Impuls macht sich breit, sucht sich zu verwirklichen, was anderes geht zurück und so weiter.
Und ich meine, dass das viel wichtiger ist für eine Zukunft eines vernünftigen Gartenbaus, einer vernünftigen Landwirtschaft, einer vernünftigen Ernährungserzeugung und vor allem einer vernünftigen medizinischen, therapeutischen Arbeit. Ich brauche Bilder, ich brauche ein inneres Verständnis, wo es eigentlich hingehen soll, wo es eigentlich hingehen kann und nicht nur, ach so ist es geworden, Stadium X, ja ist nicht so ganz toll entwickelt, das nächste wird das sein und das wird dann auch nur 80% sein, aber ist okay, war halt so. Erst wenn ich mich so mit dem verbinde, was da draußen passiert, dass in mir das zukünftige, der nächste Impuls, die nächsten Wandlungen innerlich greifbar werden, erst dann bin ich in der Lage, die richtige Maßnahme jetzt zu treffen. Das habe ich ja schon ein paar Mal gesagt, gerade im Ackerbau, aber das ist natürlich genauso im Gemüsebau, das ist genauso in Bezug auf Ernährung und Medizin. Der Erfolg einer Maßnahme wird dadurch entschieden, wie die Bedingungen der nächsten Wochen, Tage, Wochen, Monate sind. Im Ackerbau sagt man dann, ja der nächsten zwei Wochen habe ich das Feeling, wie wird das Wetter in den nächsten zwei Wochen, wie ist der Bodenzustand jetzt.
Also darum geht ganz, ganz viel und ich meine, dass insbesondere ein Biodynamiker und ein Mensch, der nicht bei dem Abarbeiten und Erledigen von irgendwelchen Tabellen stehen bleibt, dass der, wenn er sich damit verbindet, wenn er innerlich diese Bilder hat, wenn er innerlich schon weiß, wie es weiter wachsen wird, dass der dann auch in der Lage ist, Maßnahmen zu ergreifen, die nicht nur das technisch, räumlich, äußerlich, pflanzenbaulich Vernünftige abarbeiten, sondern, also denken wir an Striegeln oder Hacken oder eine Grundbodenbearbeitung oder so, sondern mit diesem empfindenden Bewusstsein für das, wie es werden wird, bin ich überhaupt in der Lage, Maßnahmen zu ergreifen, die jetzt das Wachstum selber, die Qualitätsbildung selber, die Umsprünge, die Veränderung hin zur Fruchtbildung zu begleiten, zu fördern, zu ermöglichen. Und das ist unser eigentlicher Job. Eigentlich sind wir nicht mit Säen und Ernten zu Ende und anständiger Pflege und Unkraut weghalten und guter Fruchtfolge und vernünftiger Tierhaltung, sondern eigentlich ist unsere Arbeit weit darüber hinaus.
Wir müssen eigentlich ständig, indem wir das tun, so drinne sein, so präsent sein, so mit der Sache vertraut sein, die so in uns selber wachsen lassen können, dass wir die richtige Pflanze zum Beispiel aussuchen, mit der wir nächstes Jahr weitermachen. Was reden wir sonst lange über Züchtung? Das ist die Quelle von Züchtung, dass ich ein inneres Bild habe, was ist denn in diesem Jahr an diesem Standort mit diesen Bedingungen, in diesem Fruchtfolgeglied die besten Weizenpflanzen in dieser Parzelle oder wie auch immer. Das kann ich nur daher nehmen, dass ich ein inneres Bild habe von dem, wie es optimal ist, wie es richtig ist, wie es ausgewogen ist, wie es in der Zeit passend sich entwickelt. Und das ist so schwer, weil man dieses üben muss, wie war es, wie ist es jetzt, wie wird es sein. Ah, es ist aber doch anders geworden. Zehn Tage später ist noch was passiert, mit dem ich gar nicht gerechnet habe. Ah, und so weiter. Da muss man eine kontinuierliche Freude dran haben, das zu beobachten, nach innen zu holen und diesen Prozess nach vorne und natürlich auch zurück selber zu machen.
Und dazu will ich heute ein Angebot machen mit dieser Betrachtung einer Kultur oder mehrerer Kulturen durch den Jahreslauf, durch die Prozesse, die da passieren. Das ist nicht in Stein gemeißelt oder das ist nicht ultimativ richtig oder nur so ist es in jedem Fachbuch oder irgendwie so, sondern es ist ein Angebot, diese einzelnen Schritte, diesen einzelnen Prozess mal sozusagen ganz zu denken und dann wieder zurück und vor und hin und her. Das bleibt. Das werdet ihr, wenn ihr in diesem Beruf bleibt, auch in 30 Jahren noch tun. Und davon wird der Erfolg und die Befriedigung, die daraus zu ziehen ist, die wird davon abhängen, ob einem das gelingt, dass man sozusagen ein Bild davon hat, wo geht es hin, wie entwickelt sich dieser Bestand, was ist jetzt eigentlich da typisch, wie muss ich da vielleicht eingreifen, von was ist das ein Ausdruck und so weiter und welche Maßnahmen, welche Möglichkeiten, welche Spritzungen von anregenden, von hemmenden Mitteln, welche Art auch immer, ob das biodynamische Präparate sind oder ob das ganz andere, ob das spezielle Komposte sind und so weiter, bis dahin, dass es Obstbäume gibt, die sagen, jetzt muss ich was, ich habe keine andere Möglichkeit mehr, die Vitalität zu stoppen. Ich muss Wurzeln schneiden. Ich fahre da durch und schneide in 60 cm einen ganzen Teil der Wurzeln ab, damit ich diese Bäume endlich mal ins Gleichgewicht kriege und so weiter. Also das sind ja Maßnahmen, wo man denkt, uff, hallo, aber nein, das ist durchaus sinnvoll, weil Sie ein Bild davon haben, was ist hier eigentlich nötig.
Beispielkultur Rote Bete: Wurzelfrüchte und ihre Bedeutung 00:08:28
Und an diesem Bild, an diesem Prozessbild, muss man eigentlich sagen, das ist ein Prozessbild, daran zu arbeiten, das würde ich jetzt gerne ein bisschen mit euch machen. Und ich würde da anfangen mit einer Hackfrucht, weil wir das Gemüse zu wenig betrachtet haben in den Stunden bisher und doch viele von euch mit Gemüse zu tun haben. Und ich würde gerne, wir könnten Kartoffeln, wir könnten Möhre, rote Bete, Futterrübe nehmen. Ich würde mal sagen, wir nehmen etwas, was so in der Mitte liegt, von dem aus man dann doch auch vieles andere verstehen kann. Und wir könnten die rote Bete nehmen, weil die ist so, da kann man was für die Futterrübe draus verstehen, da kann man was für die Möhre draus verstehen, ja. Und damit hätten wir eine Kultur, von denen wir ja einige haben, an denen wir auch ökonomisch viele Betriebe hängen an diesen Kulturen ökonomisch, die Wurzelfrüchte sind, die unter der Erde wachsen oder in der Erde halb. Weil der rote Bete ist es ja nicht, dass sie drinnen wächst, sondern sie sitzt so auf. Das ist ja interessant, die rote Bete sitzt so knapp auf, die Futterrübe ein bisschen tiefer und die Zuckerrübe dann noch tiefer und die Möhre ist dann wieder alt und so weiter. Da kann man ja allein schon über die äußere Erscheinung sich ein bisschen, ist das ja interessant und da kann man schon was verstehen von der Sache.
Aber bei diesen ganzen Wurzelfrüchten, auch eben vor allem bei der Kartoffel, ist ja das Interessante oder das Wichtige, dass wir damit Nahrungsmittel erzeugen, die jetzt nicht wie ein Getreide oder wie ein Apfel oder so an der Sonne im Licht irgendwie reifen, sondern diese Boden, dieses Innenboden, die dieses Vegetative so stark haben, aber mit der Erde verbunden. Und genau das suchen die Leute und kaufen es uns für gutes Geld auch ab. Pastinake und so weiter. Das spielt für die Ökonomie vieler Betriebe eine große Rolle und wir werden auch da nochmal hinschauen, wenn wir da nochmal über die Fütterung sprechen, was eigentlich diese Wurzelfrüchte bedeuten. Jetzt gehen wir einfach mal rein und schauen uns an, wie die angebaut werden und ob wir das hinkriegen, dass wir so eine Folge von Schritten da haben, die uns dann hilft, dieses innere Bild zu präzisieren, zu pflegen, daran zu arbeiten. Jeder hat das und das ist ganz selbstverständlich auch unterschiedlich, das darf auch unterschiedlich sein, weil die Erfahrungen, aus denen diese Prozessbilder entstehen, unterschiedlich sind und doch sind sie gleich. Doch ist ihnen jeweils etwas eigen, was eben all das beschreibt, unter welchen Bedingungen rote Bete wachsen kann und gedeiht und wenn es eben gar nicht mehr geht, dann gibt es nämlich kein Bild dafür.
Vorbereitung: Zwischenfrucht und Bodenstruktur im Frühjahr 00:11:44
Ja, das vielleicht so zur Einleitung und wir würden jetzt anfangen mit einem Acker, einem Gemüseschlag, einem Gemüsebeet. Was brauchen wir als Bedingung? Was brauchen wir für diese Hackfrüchte als Bedingung? Wir brauchen garen Boden und was meint man mit Gare? Man meint die bestmögliche Struktur unter diesen Bedingungen. Man meint einen Prozess, der möglichst gut verlaufen ist, bodenstrukturmäßig und der jetzt sich stabilisieren konnte, der eine gewisse Dauerhaftigkeit erreicht hat. Und das ist jetzt als Vorfrucht eben zum Beispiel eine Winterzwischenfrucht, wie wir sie jetzt heute Morgen gesehen haben, wie man sie eigentlich überall hat, wenn man gute Hackfrüchte anbauen will.
Und eine Zwischenfrucht, die jetzt vom letzten Getreide bis zur Hackfrucht wächst, was hinterlässt sie? Sie hinterlässt eben nicht nur einen gut strukturierten Boden, eine gute Bodengare, eine schöne Krümelstruktur, wo viel Luft, viel Austausch, viel Bodenoffenheit möglich ist, sondern sie hinterlässt viel frische, geradgebildete junge Wurzelmasse. Eine gute Voraussetzung für einen gelungenen Gemüsebau ist immer Bodengare und frische Wurzelmasse, die in Rotte kommt.
Und jetzt gehen schon die individuellen standortspezifischen Differenzen los. Wollen wir die abfrierend haben? Wollen wir die vielleicht sogar schon Mitte, Ende Oktober abschneiden, einarbeiten, um nochmal irgendwas ganz Kleines, Feines zu säen, was dann im Winter so eine kleine Begrünung macht, aber nicht mehr richtig viel neue Wurzelmasse bringt? Oder wollen wir die schon im September abschneiden, einarbeiten und eine zweite säen? Machen auch Leute, halte ich auch für gar nicht so ganz unvernünftig, weil wir eigentlich immer dieses Juvenile, dieses Startende brauchen bei den Zwischenfrüchten. Oder wollen wir eine Zwischenfrucht haben, die durchaus sozusagen ein bisschen verholzt und da im Winter dann eigentlich nur noch so halblebendige Ruinenstängel rumstehen, die noch so ein bisschen grün sind und aber eben Holzigkeit entsteht. Genau das Gegenteil von zwei Juvenilen hintereinander. Und schon dies ist, kann man gar nicht allgemein sagen, das ist besser für die rote Bete, das ist schlechter, sondern wie ist es an diesem Standort? Ein Standort, der feucht und schwere Böden hat, da ist es toll, wenn man zweimal Juvenile, frische Masse hat. Ein Standort, der sandig ist, der leichte Böden hat, der im Winter vielleicht auch stark friert, wo es eh nicht mehr richtig noch ein zweites Mal wächst, da ist man froh, wenn man überhaupt was hat, was dann verholzt. Im Frühling, wenn es nass wird und der Boden warm wird und die Bodenprozesse losgehen und die gehen auf dem Sand wie eine Explosion los, verdaut es dieses Strohige, Holzige immer noch gut.
Also da ist schon eine Riesenspannbreite und ich würde jetzt einfach mal das so beschreiben, wie wir es jetzt hier gerade haben, überhaupt nicht mit dem Aspekt, so ist es überall richtig. Einfach nur damit man den Andock an die Wahrnehmung hat, die man hier im Betrieb haben kann. Und da beschreiben wir das jetzt mit leichter Dammanbauweise auf 75er Dämmen, also 75 cm dazwischen und das könnte ganz gut auch auf dem Flachen sein und das könnte durchaus aus 40 oder 50 cm Reihenabstand haben. Das ist sozusagen Spielbreite, bei uns ist die Situation, wir haben eher Böden, wo wir sehr aufpassen müssen, dass wir nicht zur falschen Zeit drauf fahren, das sind nicht wirklich schwere Böden, aber es sind Böden, die sehr druckempfindlich sind und von daher haben wir oft Zeiten, in denen wir nicht fahren können zwischen September und April. Und da ist dieses Thema ganz, ganz dominant und da ist dieser Damm vor allem aus einer ganz, ganz einfachen Sache sinnvoll, nämlich wenn ich einen leichten Damm habe und ich fahre in den Tälern, zwei Dämme zwischen meinen 1,50er Reifenabstand, dann fahre ich sicher ab August nicht mehr da, wo später die Kultur wachsen soll.
Das ist vielleicht der allerwichtigste Vorteil an diesem leichten Dämmen, dass ich einfach eine Orientierung habe und nicht mehr da fahre, wo die rote Bete nachher wachsen soll. Natürlich ist damit auch ein großes Thema angedeutet, was passiert in den Tälern, die müsste man eigentlich viel mehr betrachten, auch als Gemüsebauer oder als Hackfruchtbauer oder Ackerbauer. Ich glaube auch in Zukunft, dass man da vielleicht sogar besondere Gräser oder besondere Kulturen braucht, die das Fahren verkraften, die aber auf der anderen Seite eben auch ja wirklich Wurzelmasse und Pfahlwurzel bilden können, um eben auch dem Druck was entgegenzusetzen. Wie kriegt man Tragfähigkeit gefördert und durch Wurzelung gefördert, da wo man in der Hackfrucht dann vielfach fährt in dieser Saison, in diesem Jahr.
Ein großes Thema, das will ich jetzt nicht weiter vertiefen, sondern ich will nur darauf hinweisen. Wir haben also diese angelegten Dämme aus dem Herbst und das halte ich eigentlich auf vielen Standorten für ein vernünftiges Verfahren. Man kann es auch anders machen, man kann es auch auf dem Flachen machen und mit anderen Abständen und so. Mit diesen 75er Dämmen legt man sich natürlich fest und man muss ganz klar sagen, eine Pflanze wie die rote Bete, die nachher ja, wie kann man sagen, so ist ja eine optimale Größe. Die rote Bete wird durchaus auch so und ist auch ein tolles Futter und sogar auch eine tolle Nahrung, wenn sie so groß ist, nur die Leute kapieren das nicht. Die Kunden wollen kleine rote Bete, die Kühe sind durchaus mit großen zufrieden und so ist die rote Bete auch eine sehr dankbare, tolle Kultur, weil man einfach selektieren kann. Also man kann einfach die Größen unterscheiden, die großen für die Kühe, die kleinen für die Kunden. Und da ist schon mal sehr viel gewonnen, weil man dadurch gar keine Verluste hat.
Und wenn man sich jetzt die so vorstellt, irgendwie in einer solchen Größe, dann ist es das Laub und so und dann hat man so eine Durchwurzelung und dann merkt man schon, okay, also 75 erfüllt man nicht ganz damit. Man würde eben auch mit einem 50er Reihenbreite hinkommen und da wo die Fläche wirklich knapp ist und das ist ja manchmal im Gemüsebau durchaus der Fall, da darf man das auch nicht mit 75 machen. Da muss man enger arbeiten oder man macht es mit 75 und nutzt wirklich den Zwischenraum noch für eine Beikultur, für eine Zwischenfrucht, für eine Untersaat, für etwas, wo man nochmal diesen Raum auch wieder nutzt und aus dem Prozess des Jahres noch Wurzelmasse sich erzeugen lässt.
Frühjahrsbearbeitung: Wärme, Gare und Unkrautregulierung 00:19:39
Also wir haben im März eine Situation, endlich wird es warm, endlich fängt es an, dass das mikrobielle Leben wieder aktiv wird und diese leichten Dämme sind da und die Zwischenfrucht sei eingearbeitet. Also ich deute hier einen Unterboden irgendwie an, der geht natürlich tiefer und der hat irgendwie auch einen geologischen Untergrund, das ist hier auch nur sozusagen angedeutet und jetzt gibt es einen A-Horizont und diesen A-Horizont, den deute ich jetzt auch nur an. Und der ist am Anfang natürlich viel lockerer und später im Jahr, schon im November, das haben wir heute Morgen gut gesehen, wie es schon obendrauf zu beobachten ist, innen drin ist es noch viel stärker. Da gibt es jetzt eine gewisse Verfestigung und die deute ich jetzt auch so an, dass ich sage, okay, hier langsam wird es immer tragfähiger, kann man sagen, und gleichzeitig immer fester, gerade im unteren Teil des A-Horizonts.
Und den zweiten Teil des A-Horizonts, den versuche ich jetzt mit einer bisschen anderen Färbung. So, hier ist jetzt obendrauf und hier muss ich jetzt eigentlich schon so Krümel andeuten und das seien jetzt hier eben diese Dämme. Und ich habe jetzt vor, das mit euch so anzuschauen, dass ich eben den Prozess als Bild, als Prozess im Jahr anschaue und damit ist der erste Damm zwei Monate oder ein Monat oder eben vor dem zweiten und der zweite ist eben schon dichter. Hier ist eine Zwischenfrucht eingearbeitet und die mache ich jetzt mal so. Strohige Teile, Blätter und Stängel, die da eingearbeitet sind und wir haben es März und wir haben da eine schöne Krümelschicht obendrauf, weil wir da bearbeiten konnten. Und wir können jetzt vielleicht Ende März oder Anfang April irgendwie 25.3. bis 10.4. oder so, konnten wir jetzt da eine Aussaat machen. Und diese Aussaat, der ist zuvor gegangen, mehrere Bearbeitungen, bei denen wir Unkraut wegarbeiten konnten und vor allem eben langsam diese schöne krümelige Struktur da erzeugen konnten.
Und mit diesem Vorbereiten immer wieder zwei, dreimal, ob jetzt mit einer Kettenwalze, wo man diesen obersten Zentimeter so ein bisschen bewegt, ob mit einem Striegel, ob mit einer Hacke, da muss man alles auf die Bedingungen gucken. Aber mit dieser Bearbeitung regen wir eigentlich diese Haut an, machen wir an dieser Haut des Frühjahrs dran rum und das bedeutet, nach oben wird es luftiger und nach unten wird es etwas dichter. Diese Hautbearbeitung, diese ein, zwei, drei Zentimeter, maximal vier, fünf Zentimeter, das heißt nach unten eine gewisse Rückverfestigung unter jedem Striegel, unter jeder Hacke, unter jeder Kettenwalze, was auch immer. Unten drunter entsteht eine gewisse Rückverfestigung, eine gewisse Verdichtung, ein gewisses Andrücken und nach oben ein gewisses Lockern. Und damit, das ist interessant, tut man eigentlich diese Bodenhaut nicht, die aus dem Winter vielleicht ein bisschen zusammengeplatscht ist, zusammengedrückt ist durch das Gewicht und durch den Regen und so weiter, die tut man auf der einen Seite ein bisschen nach oben annähern und auf der anderen Seite nach unten annähern, das muss man verstehen. Man macht eine gewisse Rückverfestigung nach unten und eine gewisse Lockerung nach oben.
Und was ist uns wichtig? Dass die Sonne, dass die Wärme da reinkommt. Es geht um jedes halbe Grad im April, im März, es ist lange hell, oben die Luft ist oft schon richtig warm, auch länger am Tag, aber der Boden ist arschkalt. Es gehen die Prozesse einfach noch nicht los und wir sind abhängig von den Prozessen. Wir sind nicht abhängig vom Mineraldünger, sondern wir sind abhängig davon, dass es warm wird und dass wir die Wärme da reinkriegen und dass diese Prozesse der Umwandlung, der Bodenmineralisierung losgehen. Und die Bodenmineralisierung ist eben eine Sache, die mit der Wärme und dem Sauerstoff zusammenhängt. Das regen wir an, immer wieder und säen. Und jetzt ist es so, wie wir es heute Morgen da an dem ersten Moment gesehen haben, neben diesem Borretsch da, kaum ist es krümelig und kaum ist es ein bisschen angeregt, kommt eine riesige Menge Unkraut. Und deshalb bin ich eine Woche später oder 10 Tage später da schon wieder zugegangen. Das geht nicht anders in den Hackfrüchten. Wenn man in den Hackfrüchten im Gemüsebau meint, ja irgendwann ist doch meine Kultur so groß und kann es Unkraut unterdrücken, dann hat man gar nichts verstanden. Das wird bei Gemüse nicht funktionieren. Sondern je besser mein Bodenzustand ist, je krümeliger, je optimaler die Düngung aus dem letzten Jahr, der Kompost, was auch immer die Zwischenfrucht, die verdaut wird und so weiter, je besser das ist, desto mehr Unkraut wird kommen. Das Unkraut ist ein Zeiger für eine Bodensituation, in der genau meine rote Bete gut losliegt. Gerade der Start der Gemüsekulturen ist immer gleichzeitig dann gut, wenn das Unkraut auch durchstartet.
Und das kriege ich eigentlich nur in den Griff mit häufiger Bearbeitung. Anregen, bearbeiten, anregen, bearbeiten. Und wenn ich das 2-3 Mal gemacht habe, dann habe ich schon eine Riesenmenge des Unkrautes von diesem Jahr im Griff. Dass mir dann im Mai zwischen den schon ganz gut wachsenden Gemüsekulturen eine nächste und eine übernächste Generation Unkraut kommt und dass mir die dann auch noch Ärger macht und dass ich mich auch darum kümmern muss und so, ist schon klar. Aber da kommt dann schon irgendwann dieses Unterdrückungsthema, wenn meine Kulturpflanze wirklich dann, da ist sie schon in der Lage, auch mal langsam vegetativ zuzulegen, da kann sie schon mal was unterdrücken. Da ist das schon viel eher angemessen oder zutreffend. Zumal ich jetzt ja, da einfach eine Kulturpflanze da ist, gar nicht mehr ganz eng ranhacken kann.
Wachstum im Frühsommer: Pflege der "Haut" und Wasserhaushalt 00:27:33
Also ich mache jetzt hier ein zweites Stadium und das sei jetzt Ende Mai. Und da ist es jetzt so, dass hier ist der Same. Das war der Tag der Saat. Und jetzt haben wir hier schon erst eine Wurzel nach unten gehabt, die da durchgeht und die durchaus auch schon unter den Damm geht. Also die nach 20, 30 Zentimeter runter geht. Und es kam erst so ein kleines Keimblättchen hervor. Und dann waren es natürlich zwei Keimblätter. Und aus den zwei Keimblättern sind dann irgendwann richtig schön größere Blätter geworden. Und da ist durchaus schon so ein Vierblattstadium da. Und da ist durchaus auch schon eine gewisse Beschattung, eine gewisse Unterdrückung, so die zwei, drei Zentimeter um die Pflanze herum. Man kann schon erkennen hier am Rand, dass die Pflanze eine rote Bete wird und so weiter.
Und jetzt muss ich sehen, dass dieser Prozess Warmwerden, Umsetzen, Mineralisieren weitergeht. Ich muss künstlich dafür sorgen, dass da sozusagen beste Gärtnerstimmung, beste Gärtnersituation ist. Umsetzen, umsetzen, bewegen, oxidieren, Luft ranbringen. Und mein größter Feind ist Kälte, Trockenheit und Verdichtung. Lockern, wärmen. Ich kann nicht wärmen durch irgendwelche Heizer, sondern ich muss mit der Sonne arbeiten. Und notfalls befeuchten, beregnen.
Wer im Mai, Juni wegguckt, der wird nicht ernten. Wer im Mai, Juni sich sozusagen echt kümmert, der kann im Juli, August in Urlaub fahren und im September, Oktober gut ernten. Der Mai und der Juni entscheidet darüber, ob es nachher was wird oder nicht. Und wenn es im Juli tolle, große Pflanzen sind, die schon so Wachteleigroße, rote Bete haben, dann kann es auch mal trocken werden. Wenn es aber im Mai und Juni trocken wird und die stehen bleiben, dann wird es auch im Juli, August nicht mehr wirklich was. Jedenfalls ein richtig guter Ertrag. Ich muss in diesen drei ersten Monaten bis Anfang Juli dafür sorgen, dass es gut wächst. Ich muss das Unkraut weghalten, ich muss hacken, ich muss die Wärme benutzen und ich muss dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit da ist. Sonst geht es nicht gut.
Und wenn ich jetzt nicht beregnen kann, dann spielt das Hacken eine Riesenrolle, weil das Hacken wirklich nach jedem Regen dafür sorgt, dass die Kapillarität gebrochen wird und der Regen, der gekommen ist im April und im Mai auch wirklich drinnen bleibt. Ich muss hacken, weil ich habe einen Riesenbereich, in dem kein Verdunstungsschutz ist. Mir würde hier alles Wasser verloren gehen, wenn ich jetzt nicht für eine gute Struktur sorge. Und indem ich das tue, bleibt mein Wasser eben drinnen und kann nur bis zu diesem Hackhorizont hochziehen und nicht raus verdunsten. Sobald es hart wird, sobald es anfängt zu reißen, ist eigentlich schon alles verloren. Muss ich sofort sagen, selbst wenn ich jetzt alle guten Maßnahmen ergreife, ich werde nur noch 80 oder 70 Prozent von dem Ertrag haben. Weil wenn es mal so hart ist, dass ich nicht mehr gescheit hacken kann und der Boden reißt, wird es Wochen dauern, bis es mal richtig geregnet hat, bevor ich überhaupt wieder anständig so eine Haut, so eine Krümelschicht bilden kann. Das ist schon wichtig, dass man ganz klar hat, diese Kultur lebt davon, dass ich die Bedingungen schaffe. Von selber entstehen die nicht.
"Groß hacken": Bodenbearbeitung als Düngung und die Mulch-Frage 00:32:45
Das mag vielleicht auch auf hunderter Böden unter ganz besonderen Bedingungen auch vielleicht gehen, aber das ist die absolute Ausnahme. Ich muss durch ganz pfiffige Maßnahmen, die immer diesen Prozess, Krümeligkeit, Feuchtigkeit, Belüftung, optimale Verhältnisse, die das im Auge hat. Und bei den Zuckerrüben hat man so früher so schön gesagt, wenn dann die Leute engagiert wurden, um die mit der Hand zu hacken, für den Teil, wo man nicht mit der Maschine drankam, die Zuckerrübe und die Futterrübe, die stehen ja weit auseinander. Da stehen bei uns 10 rote Bete dazwischen. Die stehen auf 25-30 cm. Die rote Bete steht auf 2-3 cm. Die soll sich nachher gegenseitig aus der Reihe drücken, damit ich da wirklich gut ernte. Da muss ich wirklich hacken. Da habe ich Unkraut dazwischen und da hat man so schön gesagt, wenn ich wirklich gut hacke, da gab es so ein Dreieck, rechts, links zu mir hinziehen und hinten einmal quer. Dann habe ich wirklich um die Pflanze rumgehackt, um die Zuckerrübe. Die Rübe kann ich groß hacken. Tolles Wort. Durch das Hacken, durch das 1-2 cm krümeligen Boden erzeugen, ein bisschen Kapillarität abschneiden, alles Unkraut weg, Luft hinkommen lassen usw. Zum richtigen Zeitpunkt gehackt ist wie eine Düngung. Ist wie eine Beregnung, weil ich Wasser spare. Groß hacken, ein wunderbares Wort, an dem man eigentlich gut verstanden hat, was eigentlich gefragt ist. Man hackt nicht nur, man bewegt nicht nur den Boden wegen des Unkrauts, sondern weil es wie eine düngende, wie eine fördernde, wie eine treibende Qualität hat.
Und das kann man sehr schnell, sehr leicht verstehen. Es kommt auf diesen Oxidationsprozess des Humuses an und man nennt das dann Mineralisierung oder Umbau. Das Beste wäre eigentlich, man würde sagen, Umbau von potenzieller Fruchtbildung im Boden, Humus, zu effizienter Fruchtbildung. Und es ist schlimm, wenn ich diesen Umbau habe, wenn da Mineralisierung passiert und es wächst gar nichts. Ich muss dafür sorgen, dass wenn ich das habe, dass es dann auch kräftig wächst. Und das ist diese Frage auch, was kann dazwischen wachsen. Wir müssen eigentlich für die Zukunft immer mehr auch entwickeln, Kulturen, die wir als Zweitkultur dazwischen haben, um diesen Prozess nicht zu einseitig werden zu lassen. Wenn man eben im Gemüsebau, im Gartenbau zu viel hackt und zu viel freie Fläche hat und zu viel im Mai und Juni Umsetzung erzeugt, dann hat man eigentlich, und das gar nicht nutzt, weil man nur da so kleine Pflänzchen hat, die erstmal wochenlang mini klein sind und sich entwickeln müssen, dann hat man eigentlich einen Fehler gemacht. Weil das fehlt einem nachher, da man setzt sozusagen Fruchtbarkeitsmöglichkeit in Aktivität und da ist aber gar nichts, was jetzt Fruchtbildung machen kann, weil da stehen nur so kleine Pflänzchen, die brauchen eigentlich nur so einen Raum und dann sind 60 Zentimeter dazwischen frei und nichts.
Das ist eine ganz große Forschungsaufgabe für die Zukunft, wie kriegen wir das noch besser genutzt, wie kann man auch Technik dafür entwickeln, wo man hackt und striegelt und gleichzeitig eine kleine Kultur sät, die man vier Wochen später wieder einarbeitet und so weiter. Der blanke Boden ist keine Lösung, das will ich nur klar sagen, ist eigentlich immer ein Kompromiss und ist eigentlich immer auch eine schwierige Sache, aber der Mulchanbau, der ja durchaus eine Alternative wäre, der hat das Riesenproblem Wärme. Der isoliert im Mai, vor allem wenn ich ein bisschen kühleren Standort bin, hier ist das mit dem Mulchen vielfach wäre das eine sehr gute Lösung, aber sobald ich ein bisschen in kühleren Standorten, schwereren Böden bin, ist bei der Hackfrucht, das Mulchen kontraproduktiv, weil das mir genau diesen Umsetzungsprozess stoppt oder gar nicht zustande kommen lässt. Kann man das gut verstehen? Mulchen ist wirklich eine tolle Sache, aber ich muss das im Bewusstsein haben, ich lege eine Decke darüber, ich lege wirklich eine schöne, zwei, eine dicke Daunendecke drauf und die isoliert.
Und im Moment Mai und bis Johanni rein, kommt mir von unten Kälte hoch und von oben habe ich Sonne und Wärme und ich muss das regeln, bis wohin will ich das bringen und wie geht das optimal und das ist jedes Jahr ein bisschen anders. Und in einem Jahr muss ich zwei, dreimal hacken und ich denke, jetzt wird es bald trocken, ich muss noch einmal hacken, damit schöne Krümel oben, und schon wieder ein Regen. Und nach zwei, drei Tagen hat es wieder zwölf, 15 Millimeter geregnet, es ist alles wieder ein bisschen zusammengepappt und ich denke, wenn das trocken wird, lieber nochmal hacken. Wieder eine schöne Hackgare da hingelegt, kommt wieder ein Regen nach zwei Wochen. Das ist mir schon beim Futterrübenanbau passiert. Drei, vier Mal denkt man, jetzt komme ich, mache ich eine Struktur, damit ich die lange Sommerhitzeperiode gut überlebe oder möglichst spät anfangen muss zu beregnen. Und jedes Mal kommt wieder ein Regen und es ist wieder verwaschen und ich mache es nochmal, so ist es halt. Ich rege damit unglaublich den Bodenfruchtbarkeitsabbau an und unglaublich das Wachstum der Früchte. Das sind meistens die Jahre, in denen man die besten Erträge hat.
Die Zukunftsfrage: Zwischenkulturen und Beregnung 00:38:44
Dieses Spiel hat man einfach im Frühling und ich mache das jetzt in einer ganz anderen Farbe, als große Frage, als lila, das sei die Zukunftsfrage. Wie kriegen wir hier auch noch was hin, dass da eben auch Wachstum ist, was man durchaus wieder wegschafft, aber wo es eben hier um diese Wurzelbildung geht. Das sieht man jetzt nicht so gut, die Wurzel. Das ist eigentlich eine Zukunftsfrage, ich habe noch nie ein System gesehen, wo ich wirklich gedacht habe, so kann man es gut machen. Bei den Kartoffeln gibt es das schon ein bisschen, da gibt es Leute, die das machen, die machen das mit einer grasreichen Zwischenfrucht, die sie dann Ende Mai säen. Dann hat man wenigstens Ende Juni und im Juli, wenn die Kartoffeln noch voll am Wachsen sind, ist die da unten klein und legt los. Dann sterben die Kartoffeln ab oder man schlägelt sie ab. Es ist August und September und die Zwischenfrucht legt richtig los und braucht eigentlich diese ganze angeregte Wüchsigkeit in ihre Wurzelmasse. Das ist eine tolle Lösung, eine Möglichkeit. Bei Kartoffeln geht das, bei den Rüben oder bei Rote Bete oder Möhren würde das nicht funktionieren, weil die im August erst so richtig ihr Massenwachstum machen.
Damit habe ich schon den nächsten Schritt eigentlich verraten. Also hier habe ich gesagt, dass es irgendwie 10. Mai bis vielleicht zu früh schon stimmt, vielleicht nicht sagen wir 20. Mai bis so 15. bis kurz vor Johanni ist diese Situation. Natürlich legen die noch mehr zu, werden noch größer und mehr Blätter und dann ist schon ein ganz schönes Büschelchen da. Und jetzt ist unser Damm noch viel dichter, weil es eben einfach mal trocken geworden ist und weil es heiß geworden ist und wir haben vielleicht beregnet.
Beim Beregnen ist das eines der großen Probleme, dass die Beregnung ja oft dann kommt, wenn der Boden trocken ist und eigentlich in einer gewissen Stabilität ist und jetzt donnern da 30, 35 Millimeter Wasser drauf in kurzer Zeit. Und jetzt geht da was los und gleichzeitig kommt unglaublich viel formende Kraft von außen, also durch die Hitze und das Licht und dadurch wird es so eine harte Struktur und man hat eigentlich bei stark beregneten Böden immer das Problem, es geht wahnsinnig los und zack ist es wieder trocken. Das Riesenproblem beim Beregnen ist, gibt so einen Witz, auch ein tolles Wort dafür, Achtung du musst irgendwas tun, damit das Wasser nicht so schnell wieder raus ist, wie es reingekommen ist. Ich habe 30 Grad, 32 Grad Außentemperatur und selbst wenn ich nur nachts beregne, ist es eigentlich viel zu warm, um jetzt große Mengen Wasser irgendwie gut lebendig zu verbauen, lebendig zu nutzen, das führt zu so einer Verkrustung, zu so einer Verhärtung, weil das Wasser geht so schnell wieder raus, weil es so warm ist. Und da ist es gut, wenn man eben auch wieder hacken kann oder striegeln kann oder irgendwie eine Situation hat, wo es eben geschützter wird, wo es ein bisschen krümeliger wird und so.
Also das Beregnen ist nicht so ganz einfach und natürlich besonders toll ist jede Tröpfchenkultur gegenüber dieser brutalen Bespritzung und noch viel toller ist natürlich die Unterflurberegnung, wo man einfach von unten für weitere Feuchtigkeit sorgt und aufziehende Feuchtigkeit hat. Die Wurzel mag dann besonders schnell und gut runtergehen, ist die viel bessere Lösung und das ist natürlich die Zukunft der Beregnung, dass man von unten eigentlich eine Unterflurtechnologie entwickelt oder hat, die man bauen muss, einbauen muss, die sozusagen eine Befeuchtung von unten fördert. Da spielt dann eine Riesenrolle, wie ist die Struktur, wie gut kommen die Wurzeln meiner Kulturpflanze runter und wie gut kann die Feuchtigkeit hochziehen. Weil man es natürlich unterhalb der Bearbeitungstiefe verlegen muss, diese Schläuche dafür und da ist man ganz schnell bei 40, 50 Zentimetern und dann spielt es eine Riesenrolle, zieht das aus 50 Zentimetern auch wirklich so gut hoch, wie es nötig ist.
Also riesige Fragen, die ich jetzt gar nicht diskutieren will, aber die euch alle in den nächsten 20 Jahren massiv betreffen werden, weil wir diesen Klimabruch haben, weil wir einfach nicht mehr sagen können, das Jahr ist ungefähr so hier an diesem Standort und wir haben dann mal im Juli ein Trockenheitsthema oder bei uns fängt die Trockenheit schon im April an oder so. Es wird vor allem ungleicher sein, es wird vor allem nicht mehr typisch sein, es wird zwei Monate trocken und dann kommen zwei Monate pitschnass oder riesige Regenereignisse, ganz lange Trockenperioden, aber eben nicht mehr, wie soll man sagen, geordnet, bekannt, man kann sich dran gewöhnen, sondern das Wesentliche wird sein, es wird viel chaotischer und viel extremer werden. Und darauf gerüstet zu sein, das ist schwierig.
Fruchtbildung im Spätsommer und Herbst: Der Shift von Blatt zu Masse 00:44:49
Okay, aber auch das ist jetzt nicht unser eigentliches Thema, wir wollen hier weitergehen und sind jetzt in dieser Situation Anfang Juli, 10.7. Nebendran wird schon die Gerste gedroschen. 10.7. kann es gut sein, dass die Wintergerste, also hier oder im Oberrheingraben ist es so, um diese Zeit wird regulär schon die Gerste gedroschen und der Boden ist hart unter der Gerste, die ist wirklich schon zu Stroh geworden, die ist todreif und ich bin froh, dass meine rote Bete endlich mal richtig loslegt. Das muss man sich gut klar machen, weil das ist ja unser eigentliches Thema, wie steht das im Jahreslauf und da kann man echt sagen, jetzt haben wir eine Situation, wo hier die Wärme eben gehalten werden muss durch gute Krümelstruktur und nebendran ist es so todtrocken, dass alles schon, oft ist die jetzt gut durchwurzelt, der Damm und ich müsste es vielleicht, ja das stimmt schon ungefähr.
Hier ist immer noch ein Teil frei und jetzt kommt irgendwann die Phase, wo mir das möglicherweise gelungen ist, dass sich die Krümel hier stabilisiert haben, dass hier wirklich stabile Krümel drauf sind, die sich auch durch den Regen nicht mehr total zusammenschlemmen, dass es dann hart und rissig wird, sondern irgendwann, wenn das gut gemacht ist, wenn es gut gelingt, wenn der Boden schon vom letzten Jahr her in einer guten Struktur war und so, dann ist irgendwann dieser Lebenverbau der Krümel, dieses mikrobielle Geschehen so weit, dass das einfach schön verhindert, dass mit einem starken Regen das alles wieder eine Pampe wird, sondern diese Krümel bleiben dann stabil und die trocknen dann für sich ab und eine Woche später liegen die da trocken auf dieser Dammschräge und darunter ist es wunderschön feucht. Die sich abmürbenden Krümel, auf die kommt es dann an und dann kann man irgendwann eben auch nicht mehr fahren, weil man dann den Reihenschluss kriegt vielleicht, das ist bei der Rote Bete eher nicht der Fall, bei der Futterrübe ist das dann der Fall, bei der Möhre kann das auch sein, dass die Blätter dann so weit hier runter gehen, dass ich dann einfach nicht mehr da durchfahren kann. So, dass es mir hier einfach zu viel kaputt reißt, wenn ich da noch fahre. Bei dem 75er Damm und bei der Rote Bete ist das eigentlich nicht gegeben, da kann man eigentlich mehr oder weniger das ganze Jahr fahren und das hat auch große Vorteile.
Ja und jetzt kommt eine Situation im August, wo man den Eindruck hat, so wahnsinnig viele neue Blätter werden da jetzt nicht gebildet. Es kommen von innen ja immer neue raus, das ist ja so ein Geschehen, das habe ich jetzt nicht toll an. Ach ja, das könnt ihr euch schon, das brauche ich jetzt nicht noch hinmalen, kann man sich klar machen, es geht immer von innen heraus, die wachsen bis zu einem bestimmten Stadium und dann vergammeln die und dann kommen die Nächsten und die Nächsten und die Nächsten und so ist der ganze Prozess von Mai bis Oktober. Aber jetzt wird das ein bisschen langsamer, es sind schöne große Blätter und was passiert stark? Jetzt passiert die eigentliche Bildung der Frucht. August und September sind bei all diesen Kulturen die Phase, in denen die Masse gebildet wird des Rübenkörpers, des Möhrenkörpers, des Pastinatenkörpers, des Rote-Bete-Körpers, des was weiß ich. Da muss man sich klar machen, darum geht es. Bis dahin, bis Anfang, Mitte August ist eigentlich Bedingung schaffen dafür, dass jetzt wirklich diese Frucht gebildet werden kann. Natürlich gibt es Rote Bete, natürlich gibt es Möhren, die sind schnell und kurz, Nantes-Typen bei den Möhren und so weiter, die brauchen 90 Tage und sind fertig und so, also 3 Monate, das ist ganz anders, weiß ich, aber die sind dann auch nicht wirklich haltbar, die haben auch nicht wirklich den guten Ertrag. Ich rede jetzt hier über die typische Hackfrucht, die eine lange Wachstumsperiode hat und einen wirklich guten Ertrag bildet und die dann aber auch lagerfähig ist.
Und da ist eben diese Phase August, September die Phase, in der eben eigentlich die Fruchtbildung passiert und ich habe es eigentlich schon zu groß dargezeichnet. Und jetzt hier ist eben wirklich schon was da und die Durchwurzelung hat nochmal richtig zugelegt, muss man sich auch klar machen, ganz anders als beim Getreide, wo wir das morgen ein bisschen besprechen werden. Wir haben einfach eine sehr starke Zunahme der Wurzelmasse noch im August und im September und das soll jetzt nicht perfekt, es geht ja nicht um ein perfektes Gemälde, sondern wichtig ist ja der innere Prozess. Die Bilder helfen ja nur, um sich klarzumachen, wie ich zu Anfang gesagt habe, geht es eigentlich darum, ein inneres Bild zu entwickeln.
Ernte und Qualität: Das Problem mit dem Nitrat und die Reifung 00:51:33
Und jetzt muss man sich klar machen, diese Früchte, diese Gemüse, die bis in den späten Herbst hinein wachsen können und was ja auch manchmal sinnvoll ist, die erst Mitte Oktober zu ernten, die machen jetzt in diesen zwei letzten Monaten ihren großen Zuwachs und da kann mir das auch sozusagen entgleiten. Oder es kann mir auch passieren, dass dieser Prozess Fruchtbarkeit abbauen, Mineralisation, schöne tolle Struktur, Gare, Gartenboden, der wirklich für gutes Wachstum sorgt, die richtige Bodenfeuchte und so weiter. Das kann mir auch so weit übers Ziel hinausschießen, dass ich dann im 5., 10., 15. Oktober bei der Ernte richtig nitratreiche Früchte habe. Die sind nicht gereift, die sind sozusagen rausgenommen mitten aus einem vegetativen Zuwachs. Das muss man sich gut klar machen. Da ist nichts von generativen Prozessen passiert. Man könnte fast sagen, üppigstes Dauerwachstum. Die bleiben im vegetativen Hängen. Ich sage es nochmal mit anderen Worten, die Eigenschaft dieser Kulturen ist, die vegetative Phase durch den Menschen, durch das Kulturpflanzewerden zu verlängern. Und dass eine Möhre, eine rote Bete und so weiter, die zweijährig sind, das ist bei ihren Vorfahren überhaupt nicht der Fall. Durch die Kultur des Menschen sind die zweijährig geworden. Das muss man sich gut klar machen. Der eigentliche züchterische Effekt, der eigentliche Hauspflanzewerdungsprozess ist eine Verlängerung, Verintensivierung des Vegetativen.
Und das geht bis in den Winter. Von sich aus würde diese Pflanze ewig noch gerne weiter Masse bilden, Masse bilden, Masse bilden, Masse bilden. Das ist sozusagen durch ihre Kulturpflanzenwerdung so geworden. Und das kann so weit gehen, dass ich ein echtes Problem habe. Meine Kulturpflanze ist so geprägt von diesem Fruchtbarkeit abbauen, von diesem Humus umsetzen in Ertrag, dass ich zu der Notmaßnahme greifen muss und einen Tag vor der Ernte hier mit einem Gerät durchfahre. Was mache ich mal vielleicht in einer speziellen Farbe? Das ist zum Glück heute immer weniger nötig, weil die Durchzüchtungen auch etwas sich verändert haben. Und hier ein Teil der Wurzel unterschneide ich. Gerade bei Möhren gibt es das. Gerade für Leute, die jetzt nicht für den Markt oder für den Laden produzieren, sondern viele LKWs voll für Babynahrung. Babynahrung, die müssen sozusagen nitratfrei sein. Das passt da eigentlich gar nicht, weil die jetzt in diesem Wachstumsprozess sind. Und indem ich die kappe und die noch einen Tag und eine Nacht haben oder einen halben Tag, dann kann ich sie ernten. Und sie haben den Stickstoff, der auf dem Weg ist, sozusagen eingelagert zu werden, den verbauen sie und dann sind sie sehr nitratarm.
Hat man lange in den 80er und 90er Jahren untersucht, wie kann man das gut machen, dass man nicht eigentlich bio- und biodynamisches Gemüse verkauft, was dann Nitratgehalte hat wie im Konventionell. Durch den mineralischen Dünger im Konventionell ist das ja ein Riesenproblem, dass das ganze Bodenwasser, dass die ganzen Pflanzensäfte viel zu nitratreich sind. Und das kann uns da auch passieren. Dann sind fast sozusagen düngungstechnisch gesehen konventionelle Verhältnisse da. Wir haben es übertrieben und die Pflanzen kriegen das gar nicht wirklich verbaut. Das ist eigentlich dieses Bild, wenn man Nitratgehalte hat, höher als 5 oder 10 Milligramm Nitrat in dem Pflanzensaft. Das kann man auch als ppm benennen, also parts per million. Das sind wirklich ganz, ganz geringe Spuren. Aber die sind wirksam und die sind Qualitätseinbuße. Wenn wir da 100 oder 150 ppm haben und das als Bio-Demeter-Frischmöhren- oder Gläschenmöhrenware verkaufen wollen, das geht nicht. Und da ist eben das so eine Notmaßnahme. Das machen heute glaube ich nur wenige Betriebe, wo das wirklich ein Thema ist.
Das heißt, wir haben eigentlich die Ernte jetzt und können da bei unserer Rote Bete durchaus auch mal 6-700 Doppelzentner, also 60-70 Tonnen pro Hektar Frischmasse ernten. Und das ist schon Wahnsinn. Das muss man sich gut klar machen. Das ist eine unglaubliche Menge. Was da, wie viele Blätter da gebildet wurden und schon bereits wieder vergammelt sind, wie viel Hacken, wie viel Mineralisierungsschub, wie viel Mineralisierungsprovokation durch uns da gemacht wurde und wie viel auch wirklich mineralisiert ist, wie viel Unkraut gekeimt hat und wieder kaputt gehackt wurde. Man kann Hackfruchtanbau so machen, dass es eine Unkrautkur ist. Man hat nachher weniger Unkrautsamen, weil man wirklich so viel gehackt hat und so viel gestriegelt und bearbeitet hat, dass man richtig nennenswert das Unkrautpotential, den Unkrautbesatz als Saatgut im Boden reduzieren konnte. Also es ist gerade im Kartoffelbau eine allgemein bekannte Tatsache, wenn man richtig guten Kartoffelbau macht mit immer wieder Häufeln und Striegeln und Bodenbewegen und jedes Mal keimt neues Unkraut und 2-3 Wochen später ist es wieder weg oder 10 Tage später, das hat eine richtige Bedeutung.
Also das ist schon eine sehr extreme Situation, die man da erzeugt. Man holt etwas, was man sonst eigentlich im Garten hat, auf den Acker und man macht das möglichst professionell und man bleibt voll in diesem Vegetativen. Jetzt stimmt es und stimmt auch nicht, weil wir ja eine Frucht ernten und die ist zwar sozusagen pflanzenbiologisch, botanisch gesehen rein vegetativ, wir brauchen aber eine Frucht, die eine innere Qualität hat und die eine gewisse Haltbarkeit hat und die einen gewissen Karotingehalt hat und so weiter und so weiter. Das heißt unter dem Gesichtspunkt, dass sie vegetativ ist, müssen wir durchaus schauen, dass diese vegetative Pflanze innere Qualitäten hat, die eben wirklich eine Reife bedeuten. Und das ist die Umwandlung der Monosacharide zu den Disachariden, wo man eigentlich sagen kann, wenn dieser Prozess anfängt, dass sozusagen eine gewisse Süße, eine gewisse Aromatik kommt, dann setzt doch eine für eine vegetative Kultur toller Prozess der Reifung ein.
Und das kann man auch an den Blättern erkennen, wenn die Blätter heller werden oder wenn die Blätter vom Rand aus ein bisschen rötlich werden oder wenn die Blätter eben auch eine Art Reifung haben, dann haben wir diese Qualität auch in der Frucht. Und wenn die im Stickstoff ersticken wie im konventionellen, dann kommt es gar nicht dazu. Und das ist eigentlich unser guter Heimvorteil, da können wir gar nicht viel dafür. Wir tun eben einfach den mineralischen Stickstoff nicht düngen und dadurch haben wir auch nicht solche Erträge, aber wir kriegen es eben hin, dass Reifung entsteht. Und Reifung ist immer das Gegenteil von Überfracht an Nährstoffen und an Stickstoff und an Wüchsigkeit und Vitalität. Das heißt, hier geht es schon auch wirklich darum, dass das dann auch mal ein bisschen weniger wird mit der Wüchsigkeit.
Und deshalb muss man manchmal auch relativ weit nach hinten rutschen mit der Ernte, obwohl man Sorge hat, dass man es dann hinkriegt und dass nicht ein Regen dazwischen kommt und dass eine furchtbare Schlammschlacht wird und man auch Bodenstruktur zerstört. Es ist oft so, dass man sagen kann, Mitte, Ende September, wenn das doch noch zwei, drei Wochen jetzt wirklich ein bisschen kalt wird und ein bisschen Form, Gestalt, Reifung, Aroma bekommt. Es bleibt eine vegetative Entwicklung, ist völlig klar. Das Generative kommt dann erst im nächsten Jahr und das ist ja dann was völlig anderes. Da schießt dann plötzlich so ein ganz holziger Stängel hoch, ist auch interessant. Das Vegetative heißt eigentlich kaum Holzigkeit. Und kaum ist das nächste Jahr schon im April, Mai, wenn wir unsere Selektionsrüben zum Beispiel hier auspflanzen, kommt da ein Holzstängel hoch. Kaum richtig große Blätter, feine kleine zarte Blättchen an diesem Stängel und die Blüte und die Samen. Auch die Samen haben so eine Holzigkeit. Das fehlt alles im ersten Jahr, die Abwesenheit von diesem Holzprozess. Das meine ich mit vegetativ und das ist eben nicht vom Anbau her, sondern das ist von der Züchtung, das ist eben von dem wie diese Kulturpflanze so ist.
Zusammenfassung und der "Gärtner im Frühling" 01:02:12
So, jetzt fasse ich das noch einmal zusammen unter der Überschrift, die ich versucht habe. Wie komme ich jeweils in den Prozess? Was ist eigentlich das jeweils angestrebt? Hier, zu Anfang, Wärme, Wärme, Wärme. Wie kriege ich Wärme, Umsetzung, Luft? Wie kriege ich die in den Boden? Wie kriege ich so eine, ja, am liebsten so eine schöne, feine Struktur? Wie kommt das da hin? Und jetzt sähe ich und jetzt ist es vielleicht so und jetzt bleibt es vielleicht auch warm und jetzt regnet es vielleicht auch mal so ein typischer warmer Mairegen. Und es geht eine Woche später, boah, vier Blätter neu, richtig, und die Blätter sind größer und es geht richtig los. Und jetzt wird es vielleicht eine Woche heiß und trocken und ich halte die Luft an, kann ich noch, muss ich jetzt schon anfangen beregnen? Nee, will ich doch noch nicht. Ah, ich habe gehackt und so und jetzt gucke ich da rein. Ah, was ein Glück, in vier, fünf Zentimeter ist es noch feucht. Meine Hackung hatte Erfolg. Das hat isoliert. Es ist nicht alles mit innerhalb von einer Woche verdunstet. Ich kriege diese Haut hin. Ich habe eben dieses, was ich hier angedeutet habe, da ist eine Grenze geblieben. Auf einmal bin ich mit einer ganz anderen Empfindung da in diesem Bodenpflanzenprozess. Ich will diese Haut, ich will diesen Schutz, ich will dieses, da drinnen soll es feucht und wärmer sein, warm sein, aber eben nicht alles zack, raus, raus, raus. Und dann kommt meine Kulturpflanze gut in Gang und ich kriege eben auch Beschattung.
Und wenn ich jetzt weiterdenke, worauf kommt es mir in der nächsten Zeit darauf an? Es kommt Hochsommer, aber ich will den eigentlich da gar nicht. Ich will eigentlich Frühjahrsverhältnisse behalten. Das ist typisch für einen Gärtner. Ein guter Gärtner hat sozusagen ständig den Frühling im Gepäck. Und wenn Sommer ist oder wenn es plötzlich Herbst wird, tut der alles, so machen an jeder, auf jeder Stufe, in jeder Möglichkeit, sorgt der eigentlich dafür, dass es ein bisschen frühlingsmäßig bleibt. Warm, feucht, geschützt. Nicht so eine Trockenheit, wo der Boden aufreißt, wo ich die Hand reinstecken kann und 20 cm tiefe Risse habe, da kann ich kein Gemüse anbauen. Ich muss irgendwie ständig für diese Haut sorgen und ich muss im Ernstfall auch für Wasser sorgen.
Und jetzt habe ich eben dieses Massebilden, Masse an Vegetativem, Masse an Geschwindigkeit. Dieser Prozess soll einfach richtig voll in Gang kommen und bitte jetzt kein Hochsommer, drei Wochen so viel Hitze und so viel Tod von oben in den Oberboden, dass das alles zum Erliegen kommt. Und jetzt komme ich da irgendwann in August und September und habe diese Situation, jetzt will ich eigentlich, dass Feuchtigkeit gerade dafür ausreicht, dass Sonne gerade dafür ausreicht und so weiter, dass diese Umbildung aus dieser jetzt doch gut entwickelten Pflanze, Fruchtbilden, Fruchtbilden, Fruchtbilden passiert. Also die eigentliche Massengeschichte ist jetzt nicht mehr Blatt, sondern Masse, Frucht. Hier ist Masse Blatt und hier ist Masse Frucht. Und es geht nur, wenn erstmal Blatt ist.
Ja, so habe ich versucht und das könnte man sicher viel besser noch machen und das hat sicher auch irgendwo Lücken gehabt oder so. Ich habe versucht mit euch in diesen Prozess reinzukommen, der zwischen Boden und Pflanze passiert oder der beide Seiten berücksichtigt. Ich habe eigentlich immer ein Idealbild, wie soll der Boden in zwei, drei, vier Wochen sein und wie soll die Wärme, die Feuchtigkeit, die Krümeligkeit, die Geschlossenheit oder die Offenheit, die Atmung, wie soll das sein und wie soll die Pflanze sich entwickeln und wie passt das zusammen. Dadurch, dass ich das da anrege, passiert es dann mit der Pflanze wirklich.
In diesem Prozess, ja, da wollte ich euch so ein bisschen reinholen und eben zeigen, auch der Boden ist ein völlig anderer unter so einer Kultur. Und wir werden dann morgen oder beim nächsten Mal, wenn wir uns mit dem Getreide da beschäftigen, werden wir sehen, dass der völlig anders ist in der Zeit der Prozess, der jetzt im Boden passiert unter dem Getreide. Ich habe kurz einmal darauf hingewiesen, indem ich gesagt habe, Achtung, hier ist ja schon alles zu Ende beim Getreide. Da ist das Generative hier passiert, was bei dieser Pflanze nächstes Jahr passiert. Also derselbe Boden, derselbe Acker, der letztes Jahr Getreide war, hat jetzt diesen Prozess und er ist so anders. Da geht es eigentlich, bis die Gerste gedroschen ist, ist die Rote Bete so gut am Start erstmal. Da habe ich es geschafft, dass sie überhaupt erstmal richtig durchstarten kann. Und da ist die Gerste schon fertig.
Also, ja, das wollte ich bringen und eben alles unter diesem Vorzeichen, man braucht diese inneren Bilder, man braucht diese Prozessbilder, um sozusagen immer drin zu sein. Weil das Drin-Sein ist nicht nur, wie war es vor einer Woche, wie war es vor einem Monat oder zwei Wochen zurück, wie ist es geworden, vor dem ich jetzt hier stehe. Oh, das ist ja plötzlich ganz schnell oder das ist ja gar nichts passiert oder oder. Ich brauche auch diesen Vorgriff. Ich muss auch wissen, wo soll der Prozess eigentlich hingehen, was ist wichtig, was fehlt mir vielleicht, was muss ich verstärken und so weiter.
Herzlichen Dank fürs Zuhören bis hierher und wir sehen uns dann heute, glaube ich, gar nicht mehr. Stimmt das?
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