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Hoforganismus
Zitate von Manfred Klett
Das Stück Erde als kleines Universum
„wo die vielen Hände, die aus diesen Ideen heraus ein Stück Erde zu einem kleinen Universum, zum Organismus eines landwirtschaftlichen Hofes gestalten wollen? Dies zu leisten ist ein künstlerischer Akt.“
Der Schlüssel zum Verständnis des Organismus
„Ein Schlüssel zum Verständnis des Organismus kann nur in dem wesenhaften Agens gesucht werden, das ihn in leiblicher Geschlossenheit zur Erscheinung bringt und sich in dieser darlebt.“
„Um zu einem tieferen Verständnis der Wesenswirklichkeit des Organismus- und des Individualitätsgedankens zu kommen, muss notwendig vom Menschen, dem Mikrokosmos, ausgegangen werden.“
„Die im Geist fassbare, geistwirkliche Idee der landwirtschaftlichen Individualität öffnet dem verständigen Blick die Tore in alle Bereiche der Landwirtschaft; er fasst sie zu Organen eines wesenhaften Ganzen zusammen.“
Die Viergliederung und die Geschlossenheit des Hoforganismus
„Der leibliche Organismus des Menschen fasst in sich mikrokosmisch alles das, was makrokosmisch sich als die Welt der Naturreiche ausbreitet.“
„Der Begriff des Organismus erfüllt sich, wenn man das Zusammenwirken der drei Wesensglieder, physischer Leib, Lebens- oder Ätherleib, Seelen- oder Astralleib, zu einem Ganzen zu denken versucht.“
„Wie die Dreigliederung des Menschen den Blick auf die vertikale Gliederung des Hofes lenkt, auf die Achse Erde-Sonne, so die Viergliederung auf die flächenhaft horizontale Ausrichtung der Gemarkung, des Leibes dieser Individualität. Erstere erschließt die geistige Auffassung der landwirtschaftlichen Individualität, Letztere die Wege der Praxis, ihrer Umsetzung, ihrer Wesenserfüllung.“
Die physische Organisation des Hoforganismus
„Vom frühmittelalterlichen Ursprung her bildete die Gemarkung eines Dorfes oder Einzelhofes in Streulage eine arrondierte Flächeneinheit. Es ist der Standort, auf welchem die Kräftewirkungen und Substanzen des Kosmos und der Erde in je spezifischer Weise ineinanderwirken und sich im Bild der Kulturnatur zur Erscheinung bringen.“
„Die physische Grundlage bildet das in den Rhythmen des Jahreslaufes sich verwandelnde Beziehungsverhältnis der «Elemente»: Erde, Wasser, Luft und Wärme.“
„Wie das Relief, so ist es auch der Wasserhaushalt, der, je nach Menge und Verteilung der Niederschläge im Jahreslauf, der Hof- oder Dorfgemarkung einen unverkennbar individuellen Charakter verleiht.“
Die Lebensorganisation des Hoforganismus
„Jedes der genannten Lebensorgane ist für sich schon eine über das Naturbiotop hinausgehende Kunstschöpfung. Umso mehr gilt dies hinsichtlich der Komposition dieser Lebensglieder zum Ganzen der Lebensorganisation des Hof- oder Dorforganismus. Alle Wirkungen des Fixsternumkreises, der Planeten, der Sonne, des Mondes und der Erde haben sich ihr im Jahreslauf eingeprägt und gehen in den «Samenzustand» des «Allgemein-Pflanzlichen» auf, in den das Leben bewahrenden Humus.“
„Den Humus kann man strukturell und substanziell als das «Gedächtnis der Erde» ansprechen. Man kann sagen, in ihm lebt in die irdisch-stoffliche Form geronnen das Prinzip des Allgemein-Pflanzlichen.“
„Schaut man auf die Artenvielfalt der Gräser und Getreide der Kraut-, Stauden-, Strauch- und Baumarten eines Hofes und deren Gesamtkomposition, so offenbart sich in ihren sinnenfälligen Formen dasjenige, was im Verborgenen in bildekräftigem Strömen sich als die ätherische Organisation des Hoforganismus als Ganzheit darlebt.“
Die Seelenorganisation des Hoforganismus
„Aus derselben übersinnlichen Region, aus der die Kräfte strahlen, die die Pflanze gleichsam nur von außen berühren, sie im Wachstum formen und sie in die Form ersterben lassen, stammt der Seelen- oder Astralleib der Tiere, der sich im Leib der Tiere verkörpert und diesen als dessen Seele von innen durchstrahlt.“
„Man kann die Tierwelt eines Hofes in ihrem Erscheinen und Verhalten als Organe des «Seelen- oder Astralleibes» des Hofganzen auffassen.“
„Die verschiedenen Tierarten leisten je einen Beitrag zur Bereicherung und Kräftigung der Seelenorganisation des Hof- oder Dorforganismus. Jeder unbedachte Eingriff in das komplexe Beziehungsgefüge lässt sie erkranken und schwächt ihre Selbstheilungskräfte.“
„So hängt es wesentlich von der physischen und Lebensorganisation ab, bis zu welchem Grad der Intensität sich die Seelenorganisation konfiguriert und die Gemarkung eines Hofes oder Dorfes sich zu einem in sich geschlossenen Organismus abgrenzt und nach innen in Organe gliedert.“
Rinderherde und Hoforganismus
„Auf das Ganze des Seelenleibes des Hoforganismus gesehen, erfüllt die Rinderherde im Zeitenstrom eine Art pulsierende Herzfunktion. Sie entnimmt aus dem Umkreis der Hofgemarkung das Futter; sie frisst jedes Jahr ein Gutteil dessen auf, was der Lebensleib des Hoforganismus hervorgebracht hat.“
„So erfüllt sich durch die Tätigkeit des Rindes, von der Naturseite her betrachtet, auf höchster Stufe das in aller Natur waltende Gesetz vom «Geben und Nehmen» und gleichzeitig sorgt die Rinderherde insgesamt, wie sonst keines der Haustiere, für die möglichste Geschlossenheit des Hoforganismus.“
„Nicht um eine Wiederholung des Gleichen handelt es sich, sondern um einen Prozess fortschreitender Entwicklung.“
„Es ist die einzigartige Leistung des Rindes, dass sich naturhaft zunächst Zentrum und Peripherie des Hofes zu einem höheren Ganzen zusammenschließen.“
Der Mensch und die Ich-Organisation des landwirtschaftlichen Organismus
„Die skizzierte physische, Lebens- und Seelenorganisation eines landwirtschaftlichen Betriebes ist makrokosmisch mit dem standörtlichen Zusammenwirken der Naturreiche im polaren Spannungsfeld von Erde und Kosmos vorgegeben. Die Aufgabe des Menschen ist es, diese Vorgabe nach den Prinzipien, die seiner mikrokosmischen Leibes- und Wesensgestalt zugrunde liegen, zu einer höheren Einheit herauf zu bilden.“
„Ein weiteres Strebensziel ist die Bildung von Hofgemeinschaften, die sich ihre Sozialordnung aus den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Landwirtschaft selbst geben und, ausstrahlend nach außen, soziale Gestaltungsimpulse dem gesellschaftlichen Umfeld einpflanzen.“
Der Hoforganismus und die Ich-gewollte Arbeit des Menschen
„Je bewusster eine Betriebsgemeinschaft ihren Hof zu einem Organismus zu gestalten sucht, desto mehr gliedert sich die Zusammenarbeit wie von selbst in einen geistigen, rechtlichen und wirtschaftlichen Tätigkeitsbereich.“
„Im Hinblick auf den Hoforganismus liegt die düngende Wirksamkeit der Präparate in einer Art Erziehung von dessen Wesensgliedern zu höherer Ganzheit. Sie kräftigen und dynamisieren im Kontext der Rhythmen des Sonnenjahres nicht nur das je spezifische Wirken dieser Wesensglieder, sondern sie fördern vor allem deren wechselseitige Durchdringung, die dem Betriebsorganismus erst zu seiner Geschlossenheit und standortgerechten Entwicklung verhilft.“
„So kann sich die Ich-Natur des arbeitenden Menschen mit dem geistigen Wirken des Inneren der Natur verbinden.“
„Die Arbeit wird zu einer gesinnungs- und ideengetragenen, zu einer, die aus Liebe zur Sache oder im Dienst am anderen Menschen getan wird.“
Der Hoforganismus als Keim für das soziale Leben
„Schaut man auf den landwirtschaftlichen Organismus und seine drei Wesensglieder, so ist dieser wie ein Same, der nicht nur einmal keimt und sich entfaltet, sondern fortdauernd keimend und sich entfaltend über seine Grenzen in das soziale Umfeld ausstrahlt und dort soziale Prozesse anregt.“
„Das bewusst praktizierte Prinzip der Dreigliederung des landwirtschaftlichen Betriebsorganismus kann fortan dem allgemeinen sozialen Leben Maß und Zielrichtung vorgeben.“
Der Organismus als Grundprinzip der Landwirtschaft (aus dem ersten Teil)
„Es ist der Arbeits- und Geistesleistung des Menschen vorbehalten, das Naturveranlagte zu einer höheren Ganzheit, zu dem möglichst in sich geschlossenen Organismus zu gestalten – zu dem landwirtschaftlichen Betrieb.“
„Mit Blick auf die kosmisch-irdischen Erzeugungsbedingungen der Landwirtschaft ergibt sich aus diesen notwendig das Gestaltungsprinzip des sich vielfältig gliedernden Organismus. Dieser bildet gesamthaft das Produktionsmittel der Landwirtschaft und steht damit dem Produktionsmittel der Industrie, dem Mechanismus, polar gegenüber. Der Mechanismus fußt auf Einseitigkeit, der Organismus auf Allseitigkeit.“
„Gestaltet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb getreu seinen Erzeugungsbedingungen, ist er eine immerfort werdende Ganzheit, die den handelnden Menschen einschließt und die sich im Produktionsprozess selbst reproduziert.“
„Bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung, im Sinne des Organismusprinzips, regeneriert sich der Stoff- und Kräftehaushalt des Hofes weitgehend selbst.“
Zitate Rudolf Steiner
„Nun, eine Landwirtschaft erfüllt eigentlich ihr Wesen im besten Sinne des Wortes, wenn sie aufgefaßt werden kann als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität. Und jede Landwirtschaft müßte eigentlich sich nähern - ganz kann das nicht erreicht werden, aber sie müßte sich nähern - diesem Zustand, eine in sich geschlossene Individualität zu sein.“ GA 327, S. 42
„Auf einer Landwirtschaft gehen wir eigentlich im Bauche der Landwirtschaft herum, und die Pflanzen wachsen in den Bauch der Landwirtschaft herauf. Also wir haben es durchaus mit einer Individualität zu tun, die auf dem Kopfe steht und die wir auch nur richtig anschauen, wenn wir sie als auf dem Kopfe stehend betrachten, auch auf dem Kopfe stehend in bezug auf den Menschen.“ GA 327, S. 44-45
„Sie sehen also, durchschaut man formhaft die Dinge, dann kommt man auf alles, was gebraucht wird in dieser in sich geschlossenen Individualität, die eine Landwirtschaft ist. Nur muß man den Tierstand dazurechnen.“ GA 327, S. 62
„Es ist wirklich solch eine Landwirtschaft ein Organismus. Da entwickelt er sein Astralisches oben, und das Vorhandensein von Obst und Wald entwickelt das Astralische."GA 327, S. 202
„Nun sehen Sie, dadurch, daß das so ist, ist eine Landwirtschaft eine Art Individualität. Und man wird schon daraus die Einsicht bekommen, daß die Tiere mehr oder weniger in dieser Wechselwirkung drinnen erhalten sein sollen, und auch die Pflanzen mehr oder weniger in dieser Wechselwirkung erhalten werden sollen.“ GA 327, S. 202-203







