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Die Kompost- oder Düngerpräparate

Der Zusammenklang der zwei genannten Düngungsstufen aus der belebten und beseelten Natur unter Lenkung der dritten, der ideengetragenen menschlichen Arbeit, ist das Erbe der abendländisch-christlichen Landbaukultur. Jetzt, wo die weisheitsvollen Instinkte dieses Erbes verloren sind, müssen die moralischen Impulse in der Praxis der Düngung aus einer denkenden Anschauung der in der Natur verborgen wirksamen Weisheit gewonnen werden. Diese ist Ausdruck des aus der Vergangenheit wirkenden Makrokosmos. Die Natur selbst sorgt für die Anordnung der Stoffe im Kuhdünger, im Pflanzenkompost und in den Kristallen der Erde. Diese Anordnung wiederholt sich nach den Weisheitsgesetzen der kosmischen Vergangenheit. Löst sich ein Salzkristall in Wasser auf, entstehen durch ein Eindampfen wieder Salzkristalle derselben Art. Aus dem Samen der Kamille entsteht wieder eine Kamille. Kann diese zum «Werk»[1] geronnene Anordnung der Stoffe in dem Sinne belebt werden, dass sie sich den Kräften eines werdenden Kosmos aufschließt? Ist das Christliche eines zukünftigen Landbaus darin zu sehen, dass die in makrokosmischer Entwicklung zu Ende gekommene Anordnung der Stoffe sich in Zukunft durch die freie Tat des Menschen verwandeln kann? Das Grundthema des Landwirtschaftlichen Kurses Rudolf Steiners ist die Belebung der Erde selber. Diesem Ziel dienen die bereits beschriebenen beiden Spritz- oder Feldpräparate «Hornmist und Hornkiesel». Es folgt der Reigen der sechs Kompost- oder Düngerpräparate, die als Zusätze zu den pflanzlichen und tierischen Düngern ebenfalls in homöopathischer Dosis angewendet werden. Rudolf Steiner eröffnet diesen Reigen mit der Schilderung des Schafgarbenpräparates, bei welchem das methodisch-kompositorische Thema gleichsam in Vollendung anklingt. Deshalb soll dieses am Beispiel des Schafgarbenpräparates ausführlicher beschrieben werden. Abweichungen von dem Grundthema bei der Herstellung der anderen Präparate lassen desto deutlicher deren Eigencharakter hervortreten.

  1. Rudolf Steiner: Anthroposophische Leitsätze, «Michaelzukunft und Michaeltätigkeit», GA 26, Dornach 1998, S. 94 und 96.