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Wie die voll ausgebildete Blüte in die Form und Farbigkeit sowie in die sich verflüchtigenden Duftsubstanzen erstirbt, so das Blatt-Spross-Wachstum der Eiche in die Borke. In dieser wird alles, was vorher durchlebt war, zur starren, toten Form, was grün war, wird erdfarben braun und rötlich, und was an leicht flüchtigen, aromatischen Substanzen gebunden war, ist verduftet. So gesehen, vollendet sich in der Borke ein noch erdennaher und unfertiger Blüh- bzw. Sulfurisierungsprozess. Die Stoffe sind noch nicht vollständig ihrer physischen Gesetzmäßigkeit enthoben. Das Kalzium aber geht, emporgehoben in das Leben der Pflanze, eine Verbindung ein mit der aus diesem Leben entstandenen, sulfurischen Oxalsäure. Es kristallisiert zum Kalziumoxalat in verschiedenen Kristallformen: rhomboedrisch, stab- und nadelförmig oder oktaedrisch in Doppelpyramiden. Man unterscheidet Kristallsand, Einzelkristalle, Zwillinge, Drusen und Sphärite.[1] Der oxalsaure Kalk (Kalziumoxalat) entsteht im Zellplasma. Die Kristalle sind im Jugendstadium stets von einer plasmatischen Hülle umgeben, die in der Borke ausreifend abstirbt. Was in der Borke von den vielerlei Stoffkompositionen der Rinde verbleibt, sind schwer flüchtige Kohlenwasserstoffe und die Kalziumoxalatkristalle. In Letzteren liegt das Kalzium in einer Struktur vor, die ihre Prägung aus dem Lebenszusammenhang der Eiche erhalten hat. Aus der Borke ist das Leben gewichen, das Astralische aber, das diese Struktur (Form) geschaffen hat, bleibt mit dem Physisch-Stofflichen verbunden, so auch mit den

  1. Hermann von Guttenberg: Lehrbuch der allgemeinen Botanik, Berlin 1952, 641 S.