Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/1734/de

Aus BiodynWiki

Präparate. Diese verdanken ihre Entstehung einem künstlerischen Prozess, der sich am Erleben der Ideenformen der anthroposophischen Geisteswissenschaft entzündet. Das einzigartig Besondere an diesem Prozess ist, dass hier die Anordnung der Stoffe, die sich in der Natur finden – und die, wie es Rudolf Steiner ausführt, aufgebaut sind «in dem Sinne, wie der Christus sie nach und nach angeordnet hat»[1] –, jetzt anfänglich in die Hände des Menschen gelegt ist. Es ist in seine Freiheit gestellt, diese Anordnung aus eben demselben Geistesquell selbst auszuführen. Sind es zunächst nur Angaben des Geistesforschers, so wird man doch so angeleitet, in diesen Zielsetzungen zu erahnen, wie tief sie in Geistesgründen wurzeln. Das Erahnen eines in die Zukunft weisenden Geisteszieles kann sich eben im künstlerischen Vollzug zur Geistesgewissheit aufhellen. Dazu ist aber erforderlich, dass bei jedem einzelnen Schritt, der in der Herstellung und Anwendung getan wird, gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die großen Zusammenhänge gerichtet wird, innerhalb derer sich das Präparationsgeschehen vollzieht. Das Miterleben solcher Zusammenhänge im Hier und Jetzt der irdischen Gegebenheiten schafft den aufeinander folgenden Präparationsschritten gleichsam eine Hülle. So beispielsweise, wenn man sich auf die Kuh besinnt, deren Bedeutung im Weltenzusammenhang, als Spenderin der meisten der Organhüllen, ins Unermessliche wächst; oder auf die Kräuter, deren Blüten verwendet werden; oder auf die Jahreszeiten und auf den Ort, wo sie eingegraben bzw. dem elementarischen Wirken ausgesetzt werden; oder schließlich auf das Sonnen-, Planeten- und Sternenwirken, das allseitig das Geschehen umschließt. Der ganze Umkreis steht jedem einzelnen Präparationsschritt Pate. Der Versuch, dieses im Tun zu empfinden, erweckt eine neue Kunst, eine neue Art künstlerischen Schaffens, das sich nicht nur wie die Skulptur oder das gemalte Bild neben die Natur hinstellt – diese aus dem eigenen urbildlichen Erleben überhöhend, die aber doch Schein bleiben –, sondern ein künstlerisches Schaffen, das in die Natur untertaucht und in ihr neue Werde-Impulse erweckt.

  1. Steiner Rudolf: Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit, GA 15, Dornach 1987, S. 66.