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Begriff der Letzteren, aus der Sicht des Landbaus, mit der Idee der «landwirtschaftlichen Individualität» in eins denken. So wie diese «ihr Wesen erfüllt», wenn sie als solche «aufgefasst wird»,[1] so erfüllt sich die Individualität des Menschen, das Ich, mit Wesenssubstanz in dem Maße, als sie kraft des Ich ihre Wesensglieder, physischer Leib, Äther- und Astralleib, vergeistigt, das heißt, sie aus ihrer Naturbindung befreit. Die Wesenserfüllung des Ich macht den Entwicklungsweg des Menschen über die Inkarnationen hinweg aus. Je mehr das im Leibe lebende Ich im Bewusstsein seiner Geistnatur fortschreitet, desto mehr kann es sich aus der Überschusskraft seines Wesens über die außermenschliche Natur ausweiten und, in Umwandlung derselben, durch zielgerichtete Tätigkeit, einen landwirtschaftlichen Betrieb als «eine Art Individualität auffassen lernen». Dieses Erfassen bedeutet wahrhaft eine Inauguration in die Zukunft, nämlich, den Entwicklungsgedanken jetzt von dem zu seinem höheren Menschentum erwachenden Menschen aus dem gewordenen Sein der Natur einzupflanzen. Es bedeutet zugleich, aus der Kraft des höheren Ich Verzicht auf das zu leisten, was das leibgebundene, selbstische Ich für sich will. Damit ist der Weg gewiesen, wie das Christentum auf neue Art wieder in der Arbeit an der Erde Wurzeln schlagen kann. Diese Zukunftssicht begründet die Gesinnung, aus der heraus der Landwirt der Natur in Liebe geben kann, was sie nicht hat, eine Gabe, durch die das Wirken der Naturwesen an einem Standort sich zu einem höheren Ganzen individualisieren kann.

  1. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327, Vortrag vom 10. Juni 1924, Dornach 1999, S. 42: «Nun, eine Landwirtschaft erfüllt eigentlich ihr Wesen im besten Sinne des Wortes, wenn sie aufgefasst werden kann als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität.»