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Der Ton als Vermittler im Kräftewirken der Pflanze - ein Vortrag von Martin von Mackensen, 2024
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+++ dies ist ein unbearbeiteter maschineller Rohtext. Gerne kannst du bei der Textbearbeitung mitTun +++
Zeitqualität und Thema 00:00:07
Martin von Mackensen:
Etwas, was man auch gar nicht unbedingt aufnehmen muss, was mir aber sehr am Herzen liegt. Ich bin sehr dankbar, dass wir diese Veranstaltung hier haben, und es ist jetzt wirklich schade, dass der Michael Willkomm gerade nicht im Raum ist und nur der Rudi Trossen, der der Zweite ist von beiden, die das hier ins Leben gerufen haben. Und ich kann das auch begründen.
Es ist nicht nur dieser Ort, von dem wir eben ja was mitbekommen haben, welche spirituelle Kraft doch hier wirksam ist, sondern es ist eben auch die Zeit. Und damit sind wir schon eigentlich ganz wesentlich in dem Thema drin, was uns hier berührt. Dass wir auch als Menschen mit dieser biologisch-dynamischen Landwirtschaft im Jahreslauf stehen, ist uns irgendwie selbstverständlich – auch als Bauern, auch als Winzer, auch ohne Biodynamik merken wir das gerade noch. Aber wenn man dann ein bisschen tiefer einsteigt, dann merkt man, was für eine herausgehobene Zeit das jetzt ist, diese Zeit, die so kurz vor dem Weihnachtsereignis und kurz danach ist. Und wie diese Zeit in der Mitte steht von den beiden Angaben, die da in dem Text auch waren. Da November, Anfang Dezember und dann Januar, Anfang Februar. Ich weiß nicht, ob der eine oder andere das noch vor sich hat. Genau in der Mitte sind wir jetzt, also in diesen zwei Wochen, sage ich mal. Und das ist schon wunderbar, dass wir dieses Treffen hier in dieser Jahreszeit zwischen dem dritten und vierten Advent so haben können. Ich betrachte das immer als etwas ganz Besonderes und fühle mich deshalb auch ermutigt, etwas in einer Form und von einem Inhalt zu sagen, was ich sonst so, ich sage mal, im öffentlichen allgemeinen Rennen so nicht aussprechen würde. Und ich hoffe, das gelingt mir wieder und ich hoffe, ihr könnt folgen und wir können danach gut das besprechen, wo es vielleicht unverständlich war oder das, was zu ergänzen ist oder so. Es ist, wie gesagt, wieder ein Versuch, an diesem Thema ein Stück weiterzukommen.
Das Wesen der Pflanze und das Kräftewirken 00:02:22
Martin von Mackensen:
Super. Dass man könnte sagen: Geheime Kräfte wirken in der Pflanze. Das ist unser Thema. Und dieses Kräftewirken, was eben zusammenhängt mit dem Ton, das etwas tiefer anzuschauen, möchte ich versuchen. Und da müssten wir ja zunächst uns darüber verständigen: Was ist überhaupt die Pflanze und was heißt hier Kräftewirken? Und beides hängt miteinander innig zusammen.
Wir verstehen die Pflanze nur, wir können sie überhaupt nur erahnen, indem wir merken: Sie ist gerade das nicht, was wir so lieben – Gegenstand. Sie ist gerade nicht gegenständlich. Sie ist etwas, was meinen Seniorenkollegen, den Dieter Bauer und auch den Ernst Becker immer so wahnsinnig fasziniert hat. Wie kann man das eigentlich denken, so eine Knospe? Man kann das gut fühlen und man kann das gut nachvollziehen, aber wie kann man das jetzt denken? Was passiert da eigentlich? Macht mal einen Moment die Augen zu, geht mal an eine Pflanze, die ihr gerne habt, die ihr gut kennt, und lasst sie im Frühjahr austreiben. Ist das wirklich ein von innen Herauspressen, Quetschen, Drücken, mechanisches Zur-Seite-Räumen? Wie geht das? So etwas Weiches da innen, wie soll das durch so eine harte Schicht, wie sie auch immer bei der jeweiligen Pflanze ist, wie soll das gehen? Wenn man sich wirklich unvoreingenommen, ich möchte mal sagen kindlich, einer Knospe gegenüber verhält, dann merkt man, hier ist was ganz anderes am Werk. Jede Knospe ist eigentlich, jede sich öffnende, sich prall füllende und dann öffnende Knospe ist eigentlich wie ein Beweis jedes Jahr für uns: Es geht auch anders. Das, was wir uns immer so denken, die Gegenständlichkeit, die hat auch ihre Grenzen. Die wird noch durch etwas ganz anderes, man könnte sagen, hervorgebracht. Und in diese Kräfte ein bisschen einzusteigen ist die Aufgabe, und das liegt unserer Zeit so fern.
Wir benutzen eben gerne das, was die Kieselkraft ist, in ihrer mechanischen, in ihrer pulsierenden Qualität und gucken dann in den Rechner. Das ist auch Kiesel, das ist auch die Kieselseite, das müssen wir uns ganz gut klar sein. Aber es ist eben nicht dasjenige, was wie ordnend, wie leitend, wie gestaltend eingreift in den Gang der Pflanze, in die Entwicklung der Pflanze. Und da wollen wir ein bisschen uns vertiefen oder ein bisschen hineinschauen.
Und da möchte ich eben zu Anfang sagen: Die Pflanze ist ein Werden aus dem Wässrigen, aus dem, ja man könnte sagen, fast luftig Wässrigen, aus dem Wässrigen, was völlig weich ist, was ganz ohne Gestalt und Form ist, was einfach geballte Kraft ist. Erscheinungskraft, Erscheinungsmöglichkeitskraft, so könnte man vielleicht sagen. Ja, und dann gehen wir ins Labor und sagen, da sind ein paar Zuckersäfte und ein paar Hormone und so, dann können wir das alles erklären, können wir jetzt mal was Spannenderes besprechen. Aber eigentlich ist das das größte Rätsel, was es gibt. Wie kann eigentlich aus dem Flüssigen, aus dem Ungestalteten das ganze Gestaltete hervorgehen?
Und das ist ja bei uns genauso. Wenn wir auf den Embryo schauen, wissen wir ganz genau, es ist eigentlich alles Flüssigkeit. Da gibt es dann diese tollen Aufnahmen und so. Und wenn man dann mal genau dahinterfragt und sich mit solchen Leuten unterhält, die diese Aufnahmen gemacht haben, dann sind es erstens mal Aufnahmen in einem minikleinen Format und zweitens mal sind es alles nur Schattierungen von bisschen fester und bisschen flüssiger. Alles im Flüssigen. Muss man sich immer wieder klarmachen, wenn man denkt, man hätte etwas verstanden vom Werden des Lebens, dass man nur so lange etwas versteht, solange man sein eigenes Denken flüssig hält.
Vom Flüssigen zur Form: Die zwei Pole des Pflanzenlebens 00:07:04
Martin von Mackensen:
Jetzt habe ich es weitergekippt, ohne es anzukündigen. Nochmal. Ihr guckt so. Ich weiß es. Ich muss es nochmal sagen. Also, wenn wir was verstehen wollen von dem Werden des Lebens, dann müssen wir ja schauen auf das Gewordensein der Formen. Weil wir so sind, dass wir zunächst mit unseren Sinnen anstoßen an das Formhafte. Und das Formhafte ist der letzte Ausdruck, ist das letzte Gewordene des eigentlichen Geschehens. Und das eigentliche Geschehen ist ein Flüssigkeitsgeschehen. Das heißt, das Leben ist immer ein Aus-dem-Flüssigen-ins-Feste-Gehen. Und wenn wir Leben gestalten als Pflanzenbauer, ob wir Salat anbauen oder ob wir Wein anbauen, ob wir Mais anbauen oder ob wir Getreide anbauen, es ist immer diese Geste.
Und es hat immer diese beiden Pole. Das ganz, ganz, ganz, ganz juvenile Wachstum, das erste Hervorbrechen. Man weiß eigentlich gar nicht, wie das ist, weil der assimiliert ja noch gar nichts. Man lernt ja so: Ja, das Assimilieren, das ist sozusagen der Motor der Pflanze, dadurch geht das alles und so. Nix, da assimiliert erst mal gar nichts. Sondern es ist die reine Werdelust. Und dann auf der anderen Seite ganz am Ende Form, Form, Form wird. Und ich meine jetzt Form in einem erweiterten Sinn. Auch so, dass man sagen kann, Form ist eben auch Zucker werden. Und Form ist eben auch Kohlenhydrat werden, Stärke werden. Form ist auch Eiweiß. Wir hatten es heute Morgen von den Leguminosen mit den Früchten, wo man eigentlich nie so genau weiß, wann die eigentlich mal wirklich reif sind und wann die wirklich so Lust haben, Frucht zu bilden und so weiter. Also das, was am Ende des Wachstums steht und das, was ganz am Anfang steht. Dazwischen sind wir zu Hause. Das ist eigentlich unser Metier, unser Beruf, unsere Arbeit.
Und die zweite Hälfte, die wir immer vergessen, ist die unterirdische, ist die Nachtseite. Ohne die Nachtseite keine Tagseite. Und die Nachtseite – darüber haben wir letztes Jahr ein bisschen gesprochen – wie die wachsende Wurzelspitze mit dem Ton regelrecht zusammenwächst. Wie wir eigentlich lernen können: Die Pflanze ist, indem sie wächst, überhaupt Pflanze. Und zwar an der Wurzel wächst.
Und die wachsende Wurzelspitze ist das neue, wie könnte man sagen, Verbundensein von Pflanze und Boden, von Pflanze und Erde, von Pflanze und Welt. Von dem, was eigentlich zu Ende gekommen ist, was eigentlich leblos geworden ist, von dem, was eigentlich mineralisch geworden ist und dem, was noch nicht in die Form geronnen ist von neuem Leben. Nämlich wachsende Pflanze. Kommt ihr mit?
Das sind wichtige Differenzierungen, dass man sich das gut klarmacht. Das eine ist, wie herausgefallen aus dem Leben, fast tot. Das Mineralische, beim Ton hat man – das haben wir heute Morgen auch schon wiederholt vom letzten Mal – hat man eine Form, wo es noch so ein bisschen halblebendig ist. Und bei der Pflanze, vor allem bei der wachsenden Wurzelspitze, ist alles noch wie sozusagen Wachstum im statu nascendi. Das pure Wachstum. Diese Unglaublichkeit, dass die Pflanze da vorne wie herausschleudert Zellen, um denen hinterherzuwachsen und den Ton miteinzuwachsen und so weiter. Dieses riesige Geheimnis, was wir bis heute immer noch nicht verstanden haben. Das ist eigentlich passiert. Wie schafft die Pflanze, sich aus sich selbst die Welt zu eigen zu machen und zu verwandeln?
Und auch das ist heute Morgen schon angeklungen. Der Boden, den wir vermeintlich als Boden anschauen, ist nur vergangenes Pflanzenwachstum. Aller Boden, alles, was wir als Boden benennen, alle Fruchtbarkeit dieser Welt, kommt von vergangenem Pflanzenwachstum. Niemals vergessen. So, so unglaublich wichtig. Und das, worüber wir zu sprechen haben, ist ja nicht nur die einzelne Pflanze, die da vor uns steht und die wir besser oder schlechter düngen oder die besser oder schlechter wächst oder die vielleicht diese oder jene DNA haben sollte. Sondern wir müssen ja langsam mal lernen, auch das Pflanzliche als Ganzes anzusprechen. Das heißt, denken zu können, dass es eine Belebung der ganzen Erde gibt und gegeben hat, die einfach nur Pflanze war. Diese Belebung. Und wir haben heute diese wunderbaren Forschungen, die von den Naturwissenschaftlern da kommen, die uns eben immer deutlicher zeigen: Ja, das ist total richtig. Eine Erde zu denken, die keine Pflanze hat, ist keine Erde. Andersherum wird ein Schuh draus. Die Erde ist immer weniger pflanzlich, ist immer entscheidender Zukunftsfrage sein, bis runter in die Kindergärten, in die Schulen. Wie kriegen wir einen Blick auf die Welt, in der wir die Welt als Erscheinung des Pflanzenseins sehen? Und nicht nur sagen, das ist die Pflanze und das ist die Pflanze und die sind gern zusammen und da fehlt es und da müssen wir das und das machen. Sondern wie kriegen wir eigentlich ein inneres Bild hin, wo das, was fest ist, wie herausgefallen ist und das Primäre das Lebendige ist? Wir denken ja oft immer andersrum und das ist unser Problem. Ich will das deutlich sagen hier.
Die sieben Lebensprozesse und der Ätherleib 00:13:30
Martin von Mackensen:
Ja, also das vielleicht zu der Einleitung, dass wir da diese beiden Pole haben, das zu Ende gekommene oder fast zu Ende kommende Leben und das ganz juvenile Pflanzenleben. Dazwischen spielt das Kräftewirken in der Pflanze. Und wir werden ja jetzt in diesem Jahr da hereingehen in der ganzen biodynamischen Bewegung, dass wir uns vorgenommen haben, diese sieben Prozesse, um die es da geht, die auch heute Morgen schon angesprochen wurden in einem Einzelgespräch, dass wir die genauer studieren wollen, weil es sind wirklich sie. Und es ist wirklich jede für sich eine andere Qualität.
Und diese unterschiedlichen Qualitäten sind nicht nur das graduell immer weniger werden von lebendiger Intensität und mehr von Form, sondern jede Stufe hat ihren ganz eigenen Klang, hat ihren ganz eigenen Charakter und bringt eine ganz eigene Fruchtbildung zustande. Jetzt rede ich schon so... ich will es nur klarmachen, dass Fruchtbildung wie etwas ist, was jede Pflanze hervorbringen kann, nicht muss und nicht natürlich ist, was wie eine Überhöhung und doch auch ihre Natur ist. Frucht ist ja ein Riesenproblem zu verstehen, was eigentlich eine Frucht ist und schon gar, was Reife ist. Da seid ihr noch am besten dran, die Weinbauern. Und es ist toll, dass hier ein paar Landwirte dabei sind, weil wir das unbedingt brauchen. Wir haben ja heute in der Landwirtschaft gar keine Ahnung, was eigentlich Reife ist, was eigentlich die Qualität einer Reifung ist und was das mit der Ernährung macht und vor allem mit der Medizin und der Gesundheit.
Also Reifung ist ein Riesenthema, was ich jetzt nur am Rand berühren kann, was aber hier auftaucht, wenn man das pflanzliche Leben wie auffächert in sieben Prozesse zwischen dem explosiven, juvenilen, total wässrigen und dem fast schon abgestorbenen, ausgestalteten Leben ganz am Ende. Und in diesem Kanon ist jetzt die Frage, wie kann man verstehen, welche Kräfte da wirken.
Und ich habe angefangen mit dem Gegenüberstellen von der Kraft, die wirksam ist in der Pflanze überhaupt, in der Knospe. Und diese Kräfte, die da wirksam sind, müssen wir einmal ganz massiv, ganz klar fassen. Und für die Leute aus dem Jahreskurs ist das jetzt, sorry, Wiederholung, aber es muss einfach sein. Was macht das Lebendige letztendlich aus? Dass es etwas hat, was es führt, was es ermöglicht. Eine Kraft, eine Organisation, die wir nicht sehen, die die niederste Stufe des Übersinnlichen ist, die wir aber klar denken können.
Gucke ich auf den Leichnam, kann ich mir klarmachen: Hier hat etwas gewirkt, was jetzt nicht mehr wirkt. Und das Leben war der Ausdruck davon. Das Leben war nicht das Einzige, sondern das Leben ist ermöglicht worden. Das Leben ist geführt, gestaltet, entstanden und so weiter. Und irgendwann war es zu Ende. Und jetzt habe ich den Leichnam und der zerfällt. Und derselbe Stoff, der gestern oder vorgestern noch von diesem Lebendigen gestaltet wurde und geführt wurde und stehen konnte, zerfällt jetzt. Also dieser wichtige Punkt, ich möchte den nochmal sehr deutlich ins Auge fassen, dass man auf den Todesmoment schaut und sich klarmacht: Im Leben hat etwas gewirkt, was jetzt nicht mehr wirkt. Da kann man wirklich Ätherleib fassen, gedanklich. Das ist die beste Einführung in diesen doch schwierigen Begriff. Eine Organisation, die unsere Lebendigkeit und die Lebendigkeit der Pflanze und überhaupt auch der Tiere und so weiter erhält, ermöglicht und die nicht sinnlich ist.
Und wenn man dann sagt, die sei feinstofflich, dann hat man gar nichts verstanden. Das ist ein wirklich blödsinniger Begriff, weil die Natur gerade von dieser Organisation, nicht vom Leben, von dieser Organisation ist, dass ich sie nicht sehe, sondern ich sie denken kann und dass ich ihre Wirkungen wahrnehmen kann. Und natürlich muss man sich bemühen, immer besser sie doch sehen zu können. Aber das ist ein anderes Sehen. Darüber haben wir jetzt heute nicht zu sprechen. Das ist nochmal ein ganz anderer Weg. Es ist jedenfalls nicht unser sinnliches Sehen. Und auch wenn Leute auftauchen und sagen, ja, ihr müsst so ein bisschen rosarot um die Ecke gucken, dann seht ihr es doch – glaubt es nicht. Das ist wirklich Quatsch. Was man braucht, um das Ätherische zu sehen, ist etwas ganz anderes, als dass man ein bisschen anders guckt. Und wenn man sich darauf einlässt – und es gibt ja immer Menschen, die das relativ gut können und manche, die haben es nur manchmal und sind aber dann dadurch sehr klar in ihrem Urteil – die beschreiben das alle so, dass es genau umgekehrt ist wie das Sinnliche. Eben nicht, dass ich mit dem irgendwo gegenstoße. Und es ist nicht, dass das Licht von außen das bescheint, sondern das fängt von innen an farbig zu sein. Und es ist gerade kein Gegenständliches und so weiter.
Darüber geht es jetzt aber nicht. Das ist auch nicht unsere zentrale Frage. Ist auch nicht die zentrale Frage der Biodynamik. Entschuldigung, dass ich das so klar hier heute mal sagen muss, aber es ist an der Stelle gut. Das ist nicht die zentrale Frage der Biodynamik. Wir können sehr gut eine vernünftige Landwirtschaft machen, ohne in Bezug auf das Ätherleib hellsichtig zu sein. Und Steiner macht ja den Witz im Landwirtschaftlichen Kurs, dass er sagt: Der Landwirt sollte lieber hellriechend werden. Er sollte lieber ein gutes, intimes Verhältnis haben zu den Stoffen. Das Riechen ist nämlich die feinste Wahrnehmung des Stofflichen, die es überhaupt gibt. Es gibt so Leute, die können das ausrechnen, wie viele Moleküle man noch braucht, um einen Geruch zu haben. Das ist sehr, sehr wenig. Und das ist schon nicht mal mehr homöopathisch. Ich werde ganz zum Ende noch mal zu diesem Begriff zurückkommen. Das könnte man als überhomöopathisch bezeichnen.
Also ich will das auch jetzt da an dieser Stelle beenden. Ich will nur sagen, wir haben hier die Frage nach dem Ätherleib und den ätherischen Kräften. Und das ist ja auch das Thema. Welche Kräfte gehen aus von dem, was das Pflanzenleben ermöglicht, führt, lenkt, fördert und so weiter? Wie können die gesund wirken, dass die Pflanze gesund ist? Und wie können wir diese Kräfte lenken, führen, gestalten und so weiter? Und da fällt der Blick eben auf den Ton.
Strahlung und Lebenskraft: Der Unterschied zur Radioaktivität 00:20:49
Martin von Mackensen:
Und jetzt müssen wir einen weiteren Begriff dazunehmen und das ist der Begriff der Strahlung. Der ist ja heute ganz schwierig. Und Steiner ist vor 100 Jahren schon sehr gut bekannt damit, was die Radioaktivität ist und die radioaktive Strahlung. Und er bringt das als Vergleich. Er benutzt das und sagt: Ja, also Sie können doch eigentlich sich vorstellen – und ich versuche ihn sozusagen hier zu zitieren mit meiner Lieblingszeichnung aus dem Landwirtschaftskurs – Sie können doch eigentlich gut verstehen, wie in einem Komposthaufen eine Strahlung waltet, die ungefähr so den ganzen Komposthaufen durchzieht von dem, was hier ausgeht, was so groß ist, wie es zwischen zwei Finger passt. Das können Sie doch gut verstehen. Der Komposthaufen, der kann ruhig so groß sein wie ein Haus bei der Einführung des Schafgarbenpräparats. Und diese Strahlung, die können Sie doch gut verstehen, weil Sie die Radioaktivität kennen.
Das war noch 1910 nicht möglich. 1924 konnte man das sagen. Und es kannten auch erst wenige. Und unser gemeinsamer großer Freund, der Ernst Becker, der eben auch den Landwirtschaftskurs mal herausgegeben hat und sich da lange tummeln konnte in der steinerschen Bibliothek, der hat festgestellt: Der Steiner hat sich vor allem ganz viel mit theoretischer Physik beschäftigt. Der wollte up-to-date sein. Der wollte das genau verstehen, was man da wissen konnte damals, Jahr für Jahr, wie weit diese Entwicklung gegangen war, wie man das verstehen konnte, dass es so etwas wie Radioaktivität gibt.
Und jetzt kommt im Landwirtschaftskurs diese Nebenbemerkung da in den Fragen: Ja, das können Sie doch verstehen. Denken Sie doch, die Strahlung kennen Sie doch, die Radioaktive, und können Sie das doch auch verstehen. Er führt das nicht weiter aus. Das bleibt uns überlassen. Aber es ist ganz offensichtlich: Eigentlich geht es hier um das Kräftewirken, was ausgeht von etwas wie eben eine super, super geringe Menge, wo es überhaupt nicht um den Stoff geht, sondern um diese Strahlungs-, um diese Energie, um diese Informationskraft.
Und diese Kraft zu handhaben, das zeichnet nun die biodynamische Arbeit aus. Dass wir da noch nicht so wahnsinnig weit sind, das dürfen wir ruhig auch öffentlich zugeben. Dass wir da immer noch am Anfang stehen, das ist so, macht es aber vielleicht auch gerade besonders spannend. Und wenn man davon ausgeht, dass es sich also um eine Strahlungskraft handelt, dann kommt man zu dem Punkt, dass man merkt, es muss genau das Gegenteil sein von Radioaktivität. Was ist Radioaktivität? Das kennt ihr ganz genau. Das habt ihr aus der Schule, der Geigerzähler. Völlig unrhythmisch. Zerfall. Und hier haben wir es mit Strahlung zu tun, die Aufbau macht. Also das eine scheint eine Kraft zu sein, die in das Untersinnliche führt und diese führt in das Übersinnliche oder Obersinnliche. Das wäre eine Steiners-Formulierung. Wir können einfach sagen, es geht um etwas, was Information in das Leben oder in den Lebenszusammenhang von Pflanze, Boden, Tier, Mensch, Hoforganismus bringt.
Ton als Vermittler zwischen den Polen 00:24:41
Martin von Mackensen:
Und damit sind wir mitten in der Düngungsfrage. Das ist heute nicht unser Thema, aber ich muss das deutlich markieren, dass es hier ein Teil doch auch sehr eng verbunden ist mit der Frage der Düngung. Wenn wir also weitersprechen und jetzt differenzieren und uns da weiter vorarbeiten bei dieser Frage: Was ist das Kräftewirken in der Pflanze und wie fördern wir das vielleicht zukünftig auch noch ganz anders auf neue Weise mit dem Ton oder dem Tonpräparat und so weiter, dann sind wir genau auf dieser Spur. Wir sind bei einer Frage der Düngung durch Kräfte, die strahlend wirken über das, was wir den Dünger nennen oder das Düngen nennen.
Sind wir noch in einem Boot? Gibt es jemand, der sagt, also ich bin völlig ausgestiegen? Wiederhol den Satz. Das kann ich nicht. Ich bin schon beim nächsten. Entschuldigung.
Ich will es nur noch mal deutlich sagen. Ich habe es schon erwähnt, aber man muss es vielleicht noch mal deutlich herausheben. Ich habe es bei der Bedankung für diese Möglichkeit hier gesagt, für die besondere Zeit im Jahreslauf und ich habe es gesagt bei dem Wesen der Pflanze. Ich sage es jetzt noch mal: Alles das, was wir jetzt besprechen, ist eine Frage der Zeit und nicht des Raumes, der Masse, der Moleküle. Leben ist primär Leben in der Zeit, mit der Zeit, durch die Zeit und so weiter und nicht primär ein stoffliches.
Und das fällt uns wahnsinnig schwer, weil unser Denken so nicht ist oder weil wir mit unserem Denken uns da ganz schön bemühen müssen. Aber die Prozesse, die passieren, gerinnen in Stofflichkeit. Das ist Evolution. Und nicht: Es sind von irgendwoher durch irgendeinen Knall – und je unverständlicher er ist, desto weiter muss ich ihn wegschieben, damit ich ihn doch irgendwie in irgendeinem Bahnhof parken kann – ist da ein Urknall und dann war alle Stofflichkeit da. So kommen wir nicht weiter. Das ist einfach unlogisch. Sondern sobald wir denken können, dass es etwas Lenkendes, Leitendes, Geistiges gibt, dann ist das dasjenige, was das Stoffliche führt, gestaltet, ordnet, in die Welt bringt.
Und auch hier ist es für diejenigen, die den Jahreskurs gemacht haben oder machen oder andere wirklich grundlegende anthroposophische Studien, ist es vielleicht langweilig, aber es muss auch deutlich gesagt werden, wir kommen hier an dieser Stelle auch nur weiter, wenn wir das wirklich gründlich verstanden haben. Alles Leben, alles Sein entsteht aus einem geistigen Impuls. Und der Impuls verdichtet sich. Und das, was wir als Materie kennen, ist verdichteter Geist, ist verdichteter Impuls. Wenn das etwas ist, wo man sagt, nee, das will ich nicht denken, dann wird es wirklich schwierig. Dass man sagt, da habe ich Fragen und das möchte ich mir gerne mal wieder vorlegen, ob ich das irgendwie besser oder anders noch nachvollziehen kann oder so, das ist ja wunderbar. Aber wenn man das von vornherein ausschließt, dann wird es schwierig.
Ich bin ja Schüler von Joseph Beuys und ich weiß genau, in einer bestimmten Diskussion hat es ihm irgendwann mal gereicht, als wenn man das dritte Mal mit irgendwelchen komischen Sachen kam und gesagt hat: "Sie müssen einfach mal denken können, dass der Mensch primär ein geistiges Wesen ist." Da war derjenige still, der war einfach erschlagen, weil damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Dass dieser Mann, der ja sehr schillernd war und sehr komisch für viele Leute, dass der ihm nun an den Kopf knallte: "Sie können doch mal denken, dass Sie eigentlich ein Wesen von Impulsen sind und nicht ein Wesen von Molekülen oder Atomen." Das sind Sie auch. Und es wird nie Geist ohne Materie geben und es wird nie Materie ohne Geist geben. Das ist schon klar. Aber denken Sie nicht, das Primäre sei die Materie.
Ja, das ist jetzt aber auch abgevespert. Wir gehen weiter. Wir sehen also diese beiden Grundgesten, ich möchte mal sagen, der Lebensentwicklung. Das eine, das Juvenile, das andere, das könnte man Quellen nennen, das andere, das formreife Stoffwerden. Und wir sehen in diesen beiden Polen diese Möglichkeit zu fördern, einzugreifen, zu helfen, zu mobilisieren, zu bremsen, zu gestalten, wie auch immer. Und überall dazwischen, die ganze Entwicklung durch – das ist jetzt meine These von heute – ist es die Frage nach dem Ton. Ganz zu Anfang ist es eigentlich bei dieser Auseinandersetzung mit dem erdigen, festen Selbst der Pflanze. Das ist die Frage vom Hornmist. Und ganz zum Ende, diese Ausgestaltung, das fängt natürlich schon früh an, das ist die Frage von dem Hornkiesel. Aber alles dazwischen, alles, dass das gut und harmonisch geht, das ist eigentlich die Frage nach einem zukünftigen Tonpräparat. Und ob es ein Präparat ist oder wie das so ist, darüber könnte man lange noch, muss man sicher noch viel arbeiten. Aber so würde ich das zunächst mal verorten, wenn wir darüber sprechen, worum geht es, wenn wir zukünftig den Ton als Element der Düngung, so wie ich das eingeführt habe, mit einbeziehen wollen.
Imagination und Inspiration: Die Sprache der Erde 00:31:40
Martin von Mackensen:
Und um da weiterzukommen, möchte ich etwas Methodisches bringen, was in gewisser Weise über den Landwirtschaftskurs hinausgeht und auch in gewisser Weise vor dem Landwirtschaftskurs liegt oder noch einen anderen Strang der Welt- und Menschenerkenntnis durch Anthroposophie betrifft. Und das ist die Frage, man könnte sagen, von Imagination und Inspiration. Und auch das ist heute Morgen interessanterweise angeklungen. Es hat mich wahnsinnig gefreut, dass jemand gesagt hat, das sind bestimmte Inspirationen, die ich da höre, als ich diese Texte angeschaut habe.
Und das möchte ich jetzt ein bisschen ausführen. Und ich beziehe mich dabei auf eine Darstellung, die ungefähr ein halbes Jahr vor dem Landwirtschaftskurs ist und die verdammt ähnlich ist, wo vieles kommt, was einen sehr dann an diesen Landwirtschaftskurs erinnert. Und das ist kurz vor der sogenannten Weihnachtstagung 23 im Dezember. Und dieser Band heißt "Die Mysteriengestaltungen" und hat, wenn man das sucht, die Nummer 232, also GA 232, Gesamtausgabe 232, vierter und fünfter Vortrag, wenn man da nachlesen möchte. Und das sind sehr merkwürdige Vorträge, weil sie auch thematisch gar nicht so ganz zusammenpassen. Und man ist eigentlich am Suchen: Worum geht es dem Rudolf Steiner da eigentlich und welches Publikum war das jeweils? Weil man ja, wenn man Steiner ein bisschen kennt bei seinem Sprechen, merkt, dass er sehr auf das Publikum zugeschnitten gesprochen hat. Und bei diesen Vorträgen hat man den Eindruck, das Publikum wechselt, weil die sind sehr, sehr unterschiedlich. Und warum bringt er die in einen Zusammenhang, diese Vorträge und so? Das ist gar nicht so ganz... Die sind sehr rätselhaft, aber sie sind auch sehr voll von sehr erhellenden Erklärungen oder sehr erhellenden Überlegungen für unsere Frage.
Und da ist es nun so, dass er ausführt zwei Stufen und die möchte ich etwas genauer schildern und mit eigenen Beispielen bearbeiten. Ich will auch ganz direkt sagen, warum bin ich darauf gestoßen oder was hat mich interessiert oder warum ist das eine Frage? Diese Frage war zwar zunächst von dem Ton und dem Tonpräparat und dem Umgang mit dem Ton geleitet, aber das führte mich ziemlich schnell zu der Frage: Was ist überhaupt das Gestein und was ist überhaupt das Lebendige? Und das hatten wir ja letztes Jahr. Und dann kommt man eigentlich zu diesem Punkt: Das ursprünglichste Gesteinsartige ist der Granit. Das hat der Goethe so wunderbar schon irgendwie klargekriegt und spricht von der Dreiheit dieses Granites, dieses Urgesteins, deshalb nennt er das auch so. Und sagt dann, in dem Quarz hat man eigentlich das Reinste, soweit Goethe.
Und Steiner sagt dann eben in diesem Zyklus da ein halbes Jahr vor dem Landwirtschaftskurs: In den Quarzkristallen, im auskristallisierten Quarz, tief in der Erde, hat man etwas wie Augen. Augen der Erde in den Kosmos. Unglaubliche, poetische Darstellung. Die Erde nimmt wahr, woraus sie geworden ist, aus dem Kosmos. Und diese Art Sinnesbeziehung, nicht Stoffwechselbeziehung, sondern Sinnesbeziehung, die kommt durch den Quarz, durch das Silizium. Das, was wir als Kiesel nehmen, das, was wir benutzen, wenn wir unsere digitalen Geräte benutzen und so weiter. Wahnsinnig interessantes Material, kann ich jetzt nicht tiefer drauf eingehen. Und diese, wie soll man sagen, Augen, Sinnesorgane tief in der Erde, die haben mich dazu gebracht, diese Stelle aufzusuchen und daran weiterzuarbeiten.
Metalle im Pflanzenbau: Ein gefährliches Terrain 00:35:49
Martin von Mackensen:
Und die andere Sache war etwas, was leider nur mündlich überliefert ist und was ich hier auch in dieser außergewöhnlichen Jahreszeit und diesem schönen Ort einmal preisgeben möchte, weil es eigentlich gar nicht sonst so Thema wird in der Biodynamik. Steiner sagt sehr deutlich: "Machen Sie keine allgemeinen Anwendungen bei den Pflanzen mit den Metallen." Die Metallanwendung im Pflanzenbau muss etwas absolut Besonderes und ist nicht einfach, sollte man nicht grundsätzlich machen.
Er wird danach gefragt, sollte man nicht dieses oder jene Metall und so, dass die Pflanzen noch besser... sie haben doch so viel Erfahrung, sie machen doch Humanmedizin und sie machen doch sehr viel mit verschiedenen Potenzierungen und Zubereitung von Metallen und Metallspiegeln und so weiter. Eine Welt für sich. Und da wird er richtig – das kommt ganz selten bei Steiner vor – da wird er richtig, wie soll man sagen, so manifest und sagt dem jungen Student, der ihn das fragt: "Nein, das darf man auf keinen Fall machen, das ist eine sehr gefährliche Sache und Sie sind mir dafür verantwortlich, dass das nicht passiert."
Ja, das ist erstaunlich. Das hat der Mann natürlich nicht vergessen, deshalb wissen wir das überhaupt. Das hat er aufgeschrieben dann, Herr Pfeiffer. Ehrenfried Pfeiffer, Student der Biologie, er konnte am Landwirtschaftskurs nicht teilnehmen, wollte das gerne, hatte Termine in Basel an der Uni und Steiner wollte unbedingt, dass er ordentlich Biologie studiert in Basel. Er war so ein bisschen der Onkel, der väterliche Freund, der so guckte, was studiert er da und so, wollte da so dran sein und hat gesagt, nein, nein, der muss da zu den Studien, also muss da in die Uni.
Und später kam dann diese Sache mit den Metallen und diese massive Ablehnung und das hat mich sehr berührt. Ich habe nicht verstanden, was eigentlich das Thema ist, weil wir natürlich die Metalle ja in ganz verschiedener Weise durchaus benutzen und die Welt sie sozusagen an die Pflanzen heranbringt. Wenn man nur denkt, was haben wir gemacht mit dem Blei im Sprit, der in der Luft war, wenn man nur denkt, wie viele Tonnen jetzt durch den Brand in Paris, wie viele Tonnen Blei da in die Luft gegangen sind und so weiter. Das sind ja messbare Größen. Also beim Blei, dann haben wir natürlich die Kupferspritzung bei den Pilzen und so weiter und so weiter.
Dennoch eben dieser klare Hinweis, das sei nicht etwas Vergleichbares mit den Präparaten. So möchte ich es jetzt mal zu Protokoll geben. Es gibt ja hier kein Protokollant und so, aber ich will das deutlich sagen. Ich verstehe Pfeiffer, nachdem ich das studiert habe, so, dass Steiner sagt: Düngung ist was anderes. Düngung geht viel mehr auf das grundsätzlich Lebensschaffende, Lebensgestaltende, Lebensdifferenzierende und Düngung sind durchaus Präparate oder besonders auch Präparate. Und das Anwenden von Metallen im Pflanzenbau ist was ganz anderes. Das kann man nicht unter Düngung subsumieren. Das sind vielleicht möglicherweise Spezialgeschichten.
Ich habe mich dann etwas beschäftigt mit der Herstellungspraxis mit Metallen beeinflussten Heilpflanzen für die Humanmedizin. Sehr komplizierte Sache, die, ich glaube, nur bei zwei Firmen überhaupt gemacht wird. Auch wirklich eine Spezialgeschichte. Da werden also Heilkräuter mit potenzierter, metallisch behandelter Erde angebaut und diese Heilkräuter werden dann für bestimmte Zubereitungen verwendet. Und die Ärzte, die sie verordnen, sind von dem speziellen Erfolg dieser Heilpflanzen sehr überzeugt.
Also das sind alles wirkliche Spezialgebiete. Und wir wollen hier uns mit den Metallen mehr aus einem ganz anderen Gesichtspunkt beschäftigen. Nicht aus dem Gesichtspunkt der Landwirtschaft, sondern aus der Frage der Erkenntnis, was wir brauchen für das Tonpräparat oder für die Benutzung des Tons zur Lenkung der Kräfte im Pflanzenwachstum.
Imagination: Das Sprechen der Metalladern 00:40:21
Martin von Mackensen:
Und da kann man jetzt sagen, aufgrund dieser Darstellung bei Rudolf Steiner in diesem Kurs da im Dezember 23: Wenn man es schafft, wenn es möglich ist, von den Metallen etwas zu erfahren, dann ist das eine zweite Stufe. Und der geht voraus, eine erste Stufe. Und diese erste Stufe, die kann man nennen: das Erzählen der Sprache. Er sagt auch: "Erzählen die Metalladern der Erde." Wer ein geistiges Wahrnehmen hat, der kriegt eine Beziehung zu den Metalladern der Erde, die von dem Schicksal der Erde erzählen.
Das ist jetzt die Umwendung von dem, was ich vorhin gesagt habe, wie eigentlich die Stoffe der Erde Abdruck sind eines geistigen Bildungsgeschehens. Die Stoffe sind eigentlich Abdruck eines geistigen Bildungsgeschehens. Und in diesem Sinne kann man die Metalladern – die ja sehr merkwürdig sind, dass das gerade oft in solchen Adern durch die Erde durchgeht, durch die Gesteine – kann man die sozusagen zum Sprechen bringen. Und sie sprechen von diesen Verhältnissen, wie es eben geworden ist, wie Verdichtungsprozesse, wie Gerinnungsprozesse vonstattengegangen sind.
Und jetzt haben sie ja schon seit Alters her diese Zuordnung der Metalle zu den Planeten. Das kennen Sie wahrscheinlich. Das kommt schon von den Griechen. Und die Griechen hatten das auch schon von anderen. Die haben es schon nicht aufgeschrieben. Also, dass man eben das Gold der Sonne zuordnet und das Eisen dem Mars und so weiter. Das kennt man ja. Das heißt, eigentlich ist in der Menschheit so ein Wissen da. Es ist nur verschüttet. Es ist nur eigentlich so ein bisschen in den Untergrund oder den Hintergrund geraten. Die Metalle in ihrer Adernartigkeit in der Erde drinnen erzählen von der Beziehung des Kosmos als bildende Wirklichkeit für den ganzen Erdkörper.
Ungefähr so. Ich habe das versucht, jetzt frei zu schildern, was Steiner in diesem vierten und fünften Vortrag GA 232 schildert. Und er fügt dann hinzu, man solle das nicht als so eine Art Sonntagsweisheit am Rand [sehen], das müsse man doch viel ernster nehmen, als man denkt. Und es hätte damit zu tun, dass eben dieses ein Sprechen sei, dieses Sprechen sozusagen des Metallischen in der Erde, was von großer Bedeutung ist und was manche Menschen könnten. Und zwar insbesondere die Menschen, die früher im Bergbau den Metalladern nachgegangen sind. Auf deren Sprache zu achten, auf deren Welt sich zu achten, hätte für die Menschheit eine riesige Bedeutung gehabt.
Da denkt man erst mal, na ja. Und jetzt kommt er mit Beispielen. Und jetzt sagt er ja, der Pythagoras, der sei durch Nordafrika und durch den vorderen Orient gezogen, bevor er seine ganzen Weisheiten zu Papier oder in die Menschheit gebracht hat. Und er habe diese Weisheiten eigentlich genau von solchen Leuten. So interessant. Also die ganze griechisch-römische Kultur ruht ja im hochgradigen Sinn auf Pythagoras auf. Der schnappt dieses Wissen, der holt dieses Wissen von den Menschen, die verbunden sind mit dem, was eigentlich diese Metalle in der Erde für Weisheiten haben. So Rudolf Steiner.
Und dann springt er, um noch einen zweiten zu nennen, zu einem, den ich sehr liebe und wo ich sehr erstaunt war, als ich das gelesen habe. Er sagt, na ja, also da gibt es noch jemand anderes, der auch ganz viel gelernt hat, der uns zwar sagt, er war auch auf der Universität und so, aber da hat er gar nicht viel gelernt, sondern er sagt uns das selber. Er habe am meisten gelernt bei den Leuten, wo man es gar nicht vermutet, nämlich den ganz einfachen Landarbeitern und denen, die im Bergbau unterwegs sind. Und Rudolf Steiner sagt, ja, das ist so. Paracelsus hat vor allem gelernt von denen, die nicht an der Uni gelehrt haben. Er ist zur Universität gegangen, aber eigentlich seine Medizin und seine Art von Landwirtschaft – Paracelsus war ja der letzte Große, der Landwirtschaft und Medizin als völlige Einheit gesehen hat – das hat er nicht von denen, die berufsmäßig da so dran waren, sondern er hat die Leute gefragt, die verbunden waren mit der Weisheit der Erde und des Kosmos durch das Metallische in der Erde. So Steiner.
Inspiration: Das Hören und die Heilung 00:45:38
Martin von Mackensen:
Ich erzähle das alles, weil ich glaube, dass das ein Hinweis sein kann zum Verständnis von dem, was wir brauchen, wenn wir mit dem Ton in anderer Weise umgehen wollen. Und diese erste Stufe, die was mit den Metallen zu tun hat, was man das Sprechen der Metalle nennen kann oder was man das Sprechen der Menschen, die mit dieser Sprache etwas wie verbunden sind, nennen kann, das kann man zusammenbringen mit der Stufe der Inspiration. Das sind wie Bilder, das sind wie Erscheinungen... Entschuldigung, der Imagination. Bilder, Imagination.
Und jetzt komme ich zur Inspiration. Die zweite Stufe, das ist nun etwas, wo Steiner sagt, das ist sehr schwer darüber zu sprechen: Die feinsten Stoffe der Erde, eben insbesondere die Metalle, die kann man auch durch eine Art Hören wahrnehmen. Und dieses Hören sei wie eine Rückstrahlung. Das habe ich dieses Strahlungsbild dahingemalt, was ja ein Steiner-Zitat ist aus der Fragenbeantwortung zu dem Schafgarbenpräparat. Also erklärt uns dieses, was ich jetzt an dem Pythagoras und an dem Paracelsus versucht habe, ein bisschen ins Bild zu bringen. Das sei noch auf einer ganz anderen Stufe wirksam. Und das ist die Stufe des Hörens, der Weisheit, der Verbundenheit der Metalle mit dem Geschehen im Menschen.
Und jetzt sagt er deutlich, das hat nichts mit den Pflanzen zu tun. Das ist die Erde und der Mensch. Und das ist doch spannend für uns, weil wir doch ausgegangen sind von dieser Frage, warum denn die Metalle nicht unbedingt so im Allgemeinen Ackerbau und Pflanzenbau [angewendet werden sollen]. Und er sagte, ja, das sei so, die Entstehung der Erde sei immer schon eine sehr, sehr lange Phase, wie begleitet, wie gefördert, wie impulsiert durch das Menschenwesen. Aber ein Menschenwesen, was überhaupt nicht so ist wie unser, wie wir uns das heute denken. Sondern die Erde darf man nicht denken ohne den Menschen und den Menschen nicht ohne die Erde als gemeinsame Entwicklungsgeschichte. Das große Kapitel in der Geheimwissenschaft, die Erd- und Menschheitsentwicklung. Und aus diesem Gemeinsamen ist alles entstanden. Das ist ja die große These bei Steiner. Die Pflanzen, die Böden, die Tiere, die Lufthülle und all das ist über viele, viele Stufen, über noch weiter zurückreichende Stufen der Erdentwicklung, als wir sie heute kennen und mit irgendwelchen geologischen Epochen benennen. Das sei eben ein Prozess, der den Menschen und die Erde gebildet hat und der die eigentliche Evolution ausmacht und der eigentlich über verschiedene Stufen wie eine Verdichtung aus einem geistigen Impuls oder aus vielen geistigen Impulsen heraus war.
Und wer in der Lage sei zu hören, was eigentlich diese feinen metallischen Adern in der Erde sozusagen vermitteln, der käme in die Lage, mit den Metallen als Arzneimittel im Menschen wirksam heilen zu können. Und damit war für mich die Sache plötzlich klar. Warum ist er da eigentlich so in Bezug auf den Ehrenfried Pfeiffer und sagt, nee, nee, das darf man nicht im Allgemeinen benutzen.
Die Zukunft der Pflanze: Ton als Dirigent 00:49:47
Martin von Mackensen:
Und damit wurde für mich auch plötzlich klar, dass die Zukunft für das Allgemeine im Pflanzenreich nicht die Metalle sind, sondern der Ton. Und jetzt kriegt man plötzlich ein Verständnis für dieses merkwürdige Zitat im Landwirtschaftskurs, was einige wahrscheinlich heute Morgen in der Text[arbeit hatten]. Ja, da könne man mit so etwas wie einer richtigen Anwendung in der richtigen Art und Weise, wie er es ja noch ausführen wolle – was dann nicht passierte – könne man ja einwirken mit dem Ton, man könne dirigieren das pflanzliche Wachstum. Das ist die Überschrift, das ist das Eigentliche.
Das heißt, wir sind auf der Suche oder wir sind auf der Spur oder wir sind in dem Prozess mit dem Pflanzenleben, was primär ein Zeitleben ist, einzugreifen, zu harmonisieren mit dem Ton, den Ton als denjenigen zu verstehen, der harmonisierend wirksam ist im Sinne eines Dirigierens. Was ist denn das? Dirigieren ist ja nicht selber spielen, aber dirigieren bedeutet doch ganz viel. Dass etwas wirklich klingt, dazu müssen die eben zusammenspielen und dazu braucht man einen Dirigenten. Und wenn Wachstum harmonisch und gesund verlaufen soll und man das Dirigieren nennt, dann heißt es, dass eine Regie, ein übergeordnetes Allgemeines, was hier postuliert wird. Und denkt man da nicht an Züchtung? Denkt man da nicht an die Zukunft der Pflanze? Dirigieren? Mir geht das jedenfalls so. Ich muss sagen, ich bin sehr dankbar, dass wir dieses Thema hatten und dass ich diese Vorbereitungen hatte, weil das erste Mal für mich das deutlich geworden ist, wie eng Düngung und Züchtung in Zukunft zusammenzudenken sein wird und wie gerade der Ton da vielleicht in der Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen wird.
Ich möchte damit abschließen, dass ich das Gedicht, was ich oft vorbringe, heute aus einem ganz anderen Grund vorbringe, weil ich das Metallische darin zeigen möchte, weil ich so viel über die Metalle gesprochen habe, um ein Verständnis zu ermöglichen bei Ihnen für das, was eigentlich der Ton ist. Und das ist dieses wunderbare Gedicht von Goethe, was er da auf der Dornburg, da über der Saale schreibt, ganz am Ende seines Lebens, wo er ein Gedicht in drei Strophen in einem einzigen Satz macht. Und ich sage es zweimal, dann wird man schon verstehen, warum ich es doch richtig halte, es auch hier zu sagen.
Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten
Nebelschleier sich enthüllen,
Und dem sehnlichsten Erwarten
Blumenkelche bunt sich füllen;
Wenn der Äther, Wolken tragend,
Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet;
Dankst du dann, am Blick dich weidend,
Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheinend,
Rings den Horizont vergolden.
Herzlichen Dank.
[...Pause / Diskussion...]
Fragen und Diskussion: Das Tonpräparat in der Praxis 00:55:54
Publikum:
Der Ansatz, wie man dieses Tonpräparat finden könnte, du hast einen ganz großen Bogen drum herum geschlagen, aber wie kann ich das jetzt in die Praxis ziehen?
Martin von Mackensen:
Ist die Frage verstehbar gewesen für alle? Sie hat gesagt, es wäre ja ein schöner großer Bogen gewesen, aber es geht doch darum, wie man jetzt mit diesem Tonpräparat in der Praxis irgendwie loslegen könnte, oder wie man damit was machen kann. Und das ist ja total richtig!
Und es könnte natürlich sein, dass es dafür gar keine Frontalantwort gibt, sondern dass gerade das Tonpräparat oder eine – vielleicht müssen wir auch gar nicht Präparat sagen – sondern eine Düngung, eine Tondüngung, ein Anwenden des Tonelementes im Kräftewirken der Pflanze, so möchte ich sagen, dass das vielleicht etwas ist, was im hohen Maß individuell, individualisiert im einzelnen Betrieb, im einzelnen Jahr auf dem einzelnen Acker zu passieren hat.
Denken Sie nur daran, dass Steiner drei Wochen nach dem Landwirtschaftskurs seinem Sekretär diktiert – das ist zu unbekannt, ich sage das nochmal:
"Wenn Sie nicht genug Kiesel haben, wenn Sie nicht genug Kiesel-Orthoklas-Feldspat haben, dann genügt auch ein erbsengroßes Stück, was Sie zerkleinern und fein vermahlen und mit der Ackererde des Ackers, den Sie behandeln wollen, verkneten und das in das Horn einfüllen."
Das wäre noch die Frage gewesen, wenn nicht genug Kiesel da wäre – was ja eine merkwürdige Frage ist, er sagt ja selber, die Erde besteht fast zur Hälfte aus Kiesel, kommt diese Antwort. Das heißt, er hat – für mich heißt das, sage ich jetzt meine [Meinung] – er hat plötzlich den Eindruck, da muss noch mehr Individualisierung rein, weil wenn ich mit der Ackererde das verknete, wo ich es anwende, habe ich ja schon vor dem Prozess der ganzen Herstellung des Präparates eine Individualisierung auf diesem Standort, in diesem Jahr auf diesem Hof. Sorry, mehr kann ich eigentlich gar nicht sagen. Das sind große, große Fragen.
Ganz laut bitte.
Publikum:
Also es geht mir jetzt um dieses ominöse Tonpräparat. Ich war letztes Jahr auch hier und da habe ich eigentlich mitgenommen, dass der Ton eigentlich da ist, aber hier im Ur-Schiefer, eben, dass es nur darum geht, dass das miteinander funktioniert und was die Sachen sind, die da drauf wirken, dass es funktioniert oder nicht funktionieren kann. Und deswegen denke ich, ist es jetzt gerade interessant, gehen wir jetzt einen Schritt weiter. Also wir wissen, dass der Ton ist da und jetzt muss man halt sich überlegen, wie kriegt man den dazu, dass er am besten wird, dass für uns da auch nachher was rauskommt, wie wir mit ihm arbeiten können.
Martin von Mackensen:
Ja, ich habe noch einen anderen Gedanken. Ich dachte, du hättest es genommen. Ja, ich wollte. Ja, ich glaube, das ist ganz richtig, in welche Richtung Sie denken. Der Ton ist da und gleichzeitig haben wir das letzte Jahr ja behandelt, dass das, was wir Ton nennen oder was eben im Tonschiefer vorhanden ist, ja schon einmal lebendig war. Wir haben sozusagen in der Erdgeschichte wie versteinertes Leben in dem Tonschiefer. Das ist der Rest von Sonnenprozess, von Pflanzen-Sonnenprozess, dieser Ton.
Und ich habe jetzt nochmal in der Vorbereitung mir da aus diesem, gar nicht von hier weit weg, diese Versteinerungen, die da ja ganz selten in dem Tonschiefer sind, die Leute pilgern weltweit dahin, in diese Grube Bundenbach ... ich habe den Namen vergessen ...
Publikum:
Bundenbach.
Martin von Mackensen:
Bundenbach, danke, danke. Bundenbach ist sehr wichtig, weil in Bundenbach wurde das erste Mal erfunden von einem Deutschen die Röntgentechnik für die Fossilien. Der hat in den 30er, 20er Jahren schon die Fossilien erst mal entdeckt durch Röntgen und dann rausgearbeitet. Da kann man die natürlich viel besser rausarbeiten, als wenn man es kaputtschlägt und dann sind sie schon halb aufgebrochen. Selbstverständlich. Und die sehen noch viel toller aus im Röntgenbild.
Also, ja, und ich wollte das nur erwähnen, dass man da einen Eindruck hat von diesem Leben, was da ursprünglich war, aus dem dieser Tonschiefer entstanden ist. Das ist natürlich hier eine ganz besondere Sache, wobei man nicht unterschätzen darf, dass das weltweit geologisch häufig da ist. Vielfach gibt es diesen Tonschiefer. Das ist nicht eine Spezialität, die es nur an der Mosel gibt oder so, auch wenn die Moselaner das natürlich glauben, dass es eigentlich nur hier so sei.
Also das ist eine häufig vorkommende Sache und es muss ja auch gar nicht so alt sein. Es kann natürlich auch viel jünger sein und es kann auch wenige Jahrtausende alt sein. Es kann auch nach der letzten Eiszeit passiert sein. Ein sehr pfiffiger Student hat mich mal gefragt, im Kurs, wie wir von der Braunerde zur Parabraunerde gekommen sind, was ja die beginnende Tonbildung und Verlagerung in der Bodenbildung bedeutet. Wie viel ist denn das pro Jahr? Super! Da habe ich gedacht, das muss ich jetzt eigentlich beantworten können. Der hat wirklich klar gedacht. Der hat gedacht: Was ist das? Das ist ein Prozess, das bildet sich im Boden. Tonneuentstehung, sekundäre Tonmineralbildung lernt man überall. Wie viel ist denn das pro Jahr? Also der hat wirklich gedacht. Das fand ich ganz cool. Und dann haben wir so rausgekriegt, es ist so ein Teelöffel bis Esslöffel pro Jahr im Kubikmeter. Das ist nicht viel. Und doch ist es natürlich über ein paar Jahrhunderte schon einiges. Abfall oder Verwandlung durch das Leben selbst, das ist ja wie, als würde der im Boden etwas fast pflanzensuppenartig werden. Das ist ja verflüssigtes und dann fällt es aus und dann haben wir den Ton. Das ist eigentlich eine Ausflockung des Lebens. Das ist vielleicht ein ganz brauchbares Bild.
Und wie ominös das Tonpräparat ist, das haben wir mal dahingestellt. Vielleicht kann man bemerken, dass es, wenn 40 Jahre Rebe auf einem bestimmten Boden steht und das Lebensende taucht auf und der Winzer will roden, dass er in anderen Gegenden, wo andere Böden sind, eine Brache zwischenschalten muss. Zwei, drei Jahre, damit er wieder neu pflanzen kann und der Wuchs gelingt. Und an der Mosel weiß man davon nichts, weil der Schiefer ist so fruchtbar, dass man abschneiden kann, gräbt, umpflanzt, neu und wächst. Das war mir nie jetzt klar, warum das so ist. Jetzt weiß ich das. Ich habe auch in Kopf geschossen, weil der Opa immer gesagt hat, die Dünger ermüden die hier. Ja, die immer noch. Also das ist so ein Leid, das man über die kippt, die ermüden die. Bodenmüdigkeit nennt man das, kennt man an der Mosel so nicht. Sie sehen den überschießenden Lebensquell, das Überschießende, das viel mehr als auf der Fläche abgesaugt werden kann an Lebenskraft, die in diesem Ton steckt. Eine ätherische Kraft, die pflanzenhervorbringend wirksam ist, harmonisch hervorbringt. Sonst würden die ja Krankheiten aufteilen.
Okay, weitere Fragen?
Publikum:
Das ist vielleicht nicht persönlich aus meiner Perspektive, was du sagen willst. Aber da fehlt mir noch was, das sind die Ton und die Reben und das ist die Mykorrhiza.
Martin von Mackensen:
Absolut, es fehlt ganz viel, das sind ja Andeutungen, das sind Richtungen, das ist überhaupt keine perfekte Darstellung, das ist völlig klar. Und da ist die Forschung leider ganz schwach. Man weiß viel zu wenig über diese Lebewesen, die sozusagen zwischen Boden und Pflanze tätig sind und die sehr, sehr wichtig sind. Man weiß immer da relativ viel von denen, wo eine Firma den Eindruck hatte, man könne – indem man sie sich patentieren lässt oder sie irgendwie optimieren kann – könnte man ein Geschäft daraus machen. Da hat man dann gut geforscht ein paar Jahre und dann hat man gemerkt, man kann doch kein Geschäft machen und dann hat man die Forschung wieder aufgehört. Das ist wirklich so. Ich habe vier oder fünf solche Sachen studiert. Das ist immer dasselbe Spiel. Man hat sich immer genau darum gekümmert, wenn man dachte, man könne ein Geschäft [machen]. Aber Grundlagenforschung ist nie vernünftig passiert. Weder in den USA, noch in England, noch in Russland, noch in Mitteleuropa. Es ist zum Heulen. Muss man wirklich sagen. Und es ist ganz berechtigt, dass die jüngeren Leute sagen, das ist wie so eine Mode im Moment, seit zehn Jahren schon: Wir müssen uns mehr mit Mykorrhiza beschäftigen.
Und die Mykorrhiza ist ja nur eine davon. Vor allem, wenn man die Anthroposophie kennt und vor allem, wenn man die Biodynamik kennt, dann wird man ja ganz, ganz hellhörig, weil das ist ja genau das, wovon ich gesprochen habe. Die allgemeine Lebendigkeit des Bodens. Und die differenziert sich natürlich in verschiedene Arten aus und so. Und verschiedene Lebensbedingungen und so. Aber das ist vielleicht noch gar nicht so das super entscheidende, dass man jetzt hunderttausende von Arten da differenzieren kann. Sondern, dass man überhaupt erst mal weiß, dass es die gibt und wie man die fördern kann. Also, dass ich nicht mehr auf den Boden gucke als ein zusammengekrümeltes Mineralisches. Dann habe ich eigentlich schon, wenn ich das ernst nehme, dann habe ich schon selber die Mykorrhiza erfunden in meinem Denken. Weil mir klar ist, da muss es ja so was geben. Dann kommen wir schon in die Ebene des Dirigentenseins. Ganz anfänglich, das ist noch ein kleiner Kinderchor.
Publikum:
Wenn wir schon dann dirigierend sind, dann würde ich gerne zum Höheren, was du gesagt hast, das Tönen bringen.
Martin von Mackensen:
Das was?
Publikum:
Das Tönen.
Martin von Mackensen:
Tönen.
Publikum:
Und dann sind wir ja eigentlich dran. Wenn wir das ins Erklingen bringen wollen und den Ton mit dem Lebendigen in Verbindung bringen, dann kommen wir ja da ein bisschen hin. Also da ist für mich die Frage, muss es ein Präparat sein? Oder ist es das Bewusstsein und die allgemeine Frage am Lebendigen dranzubleiben?
Martin von Mackensen:
Genau. Wirklich ins Lebendige reinzugehen und das Lebendige zu versuchen zu erfassen und damit zu arbeiten. Was ja nicht heißt, dass man sich die Präparate-Frage auch anschaut. Wie bringe ich das ins Ertönen? Um das mal bildlich als Frage in den Raum zu stellen. Zusammenklang der Gegensätze.
Ich wollte nur sagen, das Argument, dass der Ton da ist, ist aber kein Argument dagegen, dass es vielleicht doch ein Präparat sein müsste. Weil der Kiesel ist eben auch da. Und wir haben dieses Kiesel-Präparat, wo Steiner drauf hingewiesen hat, dass er das noch sagen wollte, wie und was. Das ist aber nicht passiert. Das ärgert ja alle biologisch-dynamisch schulenden Bauern in der Nachfolge, dass die da gepennt haben und nicht nachgefragt haben. Also die Frage bleibt. Und ich weiß nicht, ob Sie Erfahrungen damit gemacht haben. Es gibt ja von Hugo Erbe diese Idee des Tonpräparates. Also zumindest mal als Frage ist es da. Man kann es auf keinen Fall abtun, dass es kein Präparat geben sollte. Aber vielleicht hat er auch etwas ganz anderes im Sinne gehabt.
Alchemie: Die drei Prinzipien und der Ton 01:08:51
Martin von Mackensen:
Das eine, was ich nur sagen wollte, ist ja, das hat ja schon in den Texten durchgeklungen heute Morgen, dass die Betrachtungsweise Steiners eigentlich eine ist, die über die normale Chemie hinausgeht, also über die normale Naturwissenschaft hinausgeht, im Sinne einer Alchemie. Die Alchemie bedeutet eben auch, dass solche Fragen statthaft sind und zu klären sind, als Zukunftsaufgabe zu fragen, warum wäre eine oberhalb der Erde eine andere als in der Erde. Also all diese sehr differenzierten Vorgänge, die von der Naturwissenschaft nicht beantwortbar sind oder bisher nicht beantwortet wurden, zumindest mal kann man sagen.
Publikum:
Und in dem Zusammenhang hatte ich die Frage, ich bin kein Freund von Analogien, aber mir kam in der Vorbereitung oder heute Morgen auch der Gedanke, ob von diesem Aspekt her die drei Prinzipien der Alchemie hier nicht auch greifbar sind. Also des Sulfurischen, des Sal-Prinzips und des Merkurialen. Also das kam mir halt so mehr oder weniger, hat mir das als Bild entgegengesprochen, dann wäre natürlich das Merkuriale der vermittelnde, Steiner sagt es ja auch, der Ton vermittelt die kosmische Aufwärtsströmung, so hat er glaube ich gesagt.
Martin von Mackensen:
Und das bleibt natürlich alles rätselhaft. Und das bleibt auch nach 30 Jahren noch rätselhaft, wenn man sich damit beschäftigt. Und trotzdem muss man diese Frage glaube ich immer wieder benennen. Ich danke Ihnen ganz herzlich für diese Anregung. Ich habe in der Vorbereitung in meinen eigenen Notizen aus dem Beginn der 90er Jahre eben durch das, was Ernst Becker vorgebracht hat, genau diesen Gedanken auch gefunden. Ernst Becker hat das auch, diese Frage, genau so gestellt. Müssen wir nicht hier auf diese drei Prinzipien schauen und gleichzeitig – und das habe ich heute Morgen schon sagen wollen – ist es auch so, dass wir hier sehr deutlich hören, es geht um die Elementelehre der Griechen. Und wahrscheinlich verstehen wir die viel zu banal. Wahrscheinlich haben wir das nicht erschlossen. Und es wäre fast die Frage ein bisschen, ich will das mal hier in die Runde geben, ob wir das nicht im nächsten Jahr behandeln müssten, dass wir mal wirklich uns fragen: Was könnte uns diese Elementelehre weiterführen? Weil hier ist ständig die Rede von Wärme, von Feuchte, von Kälte und von Fest. Also was ist das eigentlich? Das würde uns glaube ich ganz guttun, weil wir das im Moment seit vielen Jahren eigentlich ausgespart haben, uns das als Methodik zu holen. Ich kann das auch nicht aus dem Ärmel schütteln, aber das könnten wir ja auch gemeinsam uns vornehmen und im nächsten Jahr ein bisschen bearbeiten. Danke nochmal.
Publikum:
Ja, finde ich auch sehr spannend, diese Verknüpfung mit der Alchemie, auch in Bezug auf das Verständnis von den Präparaten. Weil in der Alchemie geht es ja letzten Endes immer um die Erhöhung eines bestimmten Prinzipes. Man nimmt sich eine Pflanze, macht ein alchemistisches oder spagyrisches Präparat und es geht ja darum, dieses Prinzip, was in der Pflanze oder in einem Mineral drinsteckt, auf eine höhere Ebene zu bringen und dann entweder medizinisch im Menschen oder auch in der Natur, auch im Acker anzuwenden. Und ich glaube, um was ganz ähnliches geht es auch bei den biologisch-dynamischen Präparaten.
Martin von Mackensen:
Beim Kiesel, beim Hornmist, da findet ja eine Erhöhung eines ganz bestimmten Prinzipes statt der Substanz, die man da verwendet. Und insofern finde ich das total spannend, da auch mal zu versuchen, aus der Perspektive – sei es die drei Prinzipien oder auch die Elementenlehre – da von der Perspektive noch mal so ein bisschen in der Linie der alten Traditionen, die ja schon immer da waren, und wo auch, glaube ich, Rudolf Steiner sehr inspiriert von war, drauf zu schauen. Und dann vielleicht auch, jetzt in Bezug auf das Ton, auf ein potenzielles Tonpräparat, da zu überlegen, was wäre denn das Prinzip des Tones und in welcher Form könnte man das erhöhen und es dann an die Natur zurückgeben, ja.
Exkurs: Elevage im Weinbau 01:13:28
Publikum:
Darf ich da wieder zuhören? Ja.
Martin von Mackensen:
Direkt an die Erhöhung, wenn es okay ist, kommt hier natürlich sofort die französische Sprache. Elevage, Eleveur, ist der... also élevé heißt ich erhöhe dich. Und Elevage ist auch der mit den Tieren arbeitet. Aber wir reden auch Vigneron Eleveur, der Winzer, der erhöhende. Ja, der weint auch. Und élevé en fût de chêne, also erhöht im Eichenholzfass. Also wir haben das ganz, ganz stark in der französischen Sprache, wir haben hier ein bisschen von Mensch und Erde gesprochen, ja, eben gerade, diese Co-Evolutionsfrage... Entschuldigung Jan, hat Durchgleich... und wir haben eben dieses Begleitende ganz deutlich in der französischen Sprache des Winzers mit diesem Element vereint, wo immer wieder dieses élevé, élevage drinnen ist.
Also es ist ja auch, was wir da im Keller machen, kann man durchaus auch als alchemistischen Prozess bezeichnen. Also allein schon diese Geste, die ich vorhin erwähnt habe, dass sich dieses unglaublich Lebendige vor Lebendigkeit strotzende – da ist Steiner auch relativ klar, dass was andere Pflanzen in den Samenprozess geben, gibt die Rebe teilweise auch ins Fruchtfleisch. Da sind wir voll im Lebendigen drin und das bringen wir jetzt runter unter die Erde. Und zwar in genau dem Moment. Rhythmisch gesprochen, jahreszeitlich gesprochen. Also ich glaube, da können wir ein bisschen ran, auf jeden Fall, weil da kann man viel auch sprachhistorisch, aber auch kulturhistorisch vielleicht mal ein bisschen auf Spurensuche gehen.
Publikum:
Ich habe dann auch von der praktischen Seite ein bisschen lauter, fand es gerade spannend, wo der Kosi nach dem Mykorrhiza gefragt hat. Und du hast vorhin das vorgelesen mit dem Metallischen. Und das ist ja auch erwiesen, dass das Metallische die Mykorrhiza kaputt macht im Boden. Also im Prinzip, der Steiner, was von Mykorrhiza wusste, hat er ja im Prinzip schon gesehen, dass da ein Zusammenhang sein muss. Und dann ist natürlich für uns hier in der Mosel auch ein Thema, Kalk. Also das Kalkige ist ja bei uns eigentlich ein bisschen wenig, durch die sauren Böden... gemessen alle drei [Jahre]. Ich dachte, ihr wisst gar nicht, was das ist. Und wir müssen im Prinzip quasi der Begierde nachhelfen, alle drei bis fünf Jahre, dass die Böden halt funktionieren.
Martin von Mackensen:
Ja, danke. Entschuldigung, jetzt war sie schon länger.
Publikum:
Ja, ich bin noch mal ganz an der Basis vom Ton. Ich bin einfach in der Ecke aufgewachsen, wo Sandboden war. Und da gab es Steinbrüche und es waren Tonadern im Sand. Und da gab es natürlich riesengroße Pfützen. Und wir haben als Kinder in diesen warmen Pfützen gespielt, in denen Molche und ich weiß nicht, was war. Und das war eine unglaubliche Lebendigkeit. Es waren auch so mehrere Algen drin. Und irgendwann im Laufe der Zeit, so im Juni, war das alles getrocknet und aufgerissen. Und diese Lebendigkeit mit dem Wasser und dem Pflanzlichen und dieser Prozess, der geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Und ich denke oder habe das Gefühl, dass ich vielleicht da eine Antwort finden könnte, wie man da diese Lebendigkeit, die man so als Kind zwischen den Füßen in diesen Toniken hatte, einfach grundsätzlich dem Land, auf dem man da gerade arbeitet, wenn es zum Beispiel wie hier in der Gegend ein roter Sand ist, unter Umständen da was reinbringen kann. Aber ich weiß nicht. Also das ist für mich alles mit unendlich viel Frage verbunden.
Tonschieferdüngung an der Mosel 01:17:56
Martin von Mackensen:
Ja, danke. Weil du gesagt hast, dass es nicht unbedingt ein Präparat sein muss, sondern auch eine Düngung. Dann habe ich überlegt, wo ich das schon mal gehört habe. Und ich glaube, Rudi, du hattest das mal erzählt, dass man früher hier die Scheites noch mal geschiefert hat. Und dann kam ich, das haben wir darüber gelacht, weil Schiefer haben wir hier überall. Vielleicht kannst du das nochmal ausführen?
Also ich sage es nochmal laut, weil ich glaube, man hat dich einfach hinten nicht verstehen können. Er hat darüber nachgedacht, dass, wie ich gesagt habe, es muss vielleicht gar kein Tonpräparat sein. Er sagte, da war doch mal was, dass jemand erzählt hat, es gibt eine Tondüngung, und zwar eine Tonschieferdüngung. Und da war die Frage an Rudi, ob er das nochmal ausführt, weil man das hier an der Mosel im traditionellen Frühjahr hatte, dass man geschiefert hat, obwohl man mitten im Schiefer sitzt.
Schiefern an der Mosel 01:18:54
Rudolf Trossen:
Ja, die Winzer haben im Winter, als sie noch nicht nach Köln und Castrop-Rauxel fahren mussten, um Wein zu verkaufen, hatten sie Zeit. Weil sie hatten ja relativ wenige Weinberge. Sie hatten Landwirtschaft in erster Linie, um die Familie zu ernähren. Und danach hatte jeder ein bisschen Obst, ein bisschen Wein. Und der Wein, bis kaum ihn selbst zu trinken, den haben die verkauft. Und haben sich mit der zweiten Quetschung berauscht. Und sind damit auch dem Metall begegnet, damals dem Arsen. Keine lustige Sache.
Also im Winter wurde Schiefer gebrochen. Und der wurde dann entweder selber mit Schubkarre oder mit der Kiez, zum Tragegestell... Oder wenn man Kühe hatte und hatte einen Wagen, dann hat man sich wahrscheinlich mit dem Nachbarn zusammengetan, vielleicht mit einer Flasche Schnaps. Und hat dann im Winter über Schiefer gebrochen, hat den dann hochgeschaufelt auf den Wagen und ist dann rübergefahren. Wenn es gut lief und die Mosel war zugefroren, dann direkt aus dem Steinbruch. Also man hatte ausgewählte Steinbrüche. Da besonders guter Schiefer war. Und zwar beliebt auf der Langfuhr, bei uns in Kinheim. Die Langfuhr hatte einen schönen, blauen, so einen Schiefer, dass mein Vater gesagt hat: "Ey, kannst du mit dem hölzernen Pickel graben." Also mit einem hölzernen Pickel umgraben. So sanft ist der Schiefer. Der war gesucht.
Und der wurde in die Weinberge rübertransportiert, wie auch immer. Und dann waren die Pänz, die Heranwachsenden, die wurden mit so kleinen Hämmern ausgerüstet. So ein dünner Stiel. Ich habe das selber noch gemacht. So ein kleiner Kopf. Nicht wie ein Zimmermannshammer oder so was. So ein richtiger Schieferhammer. Die gab es da. Und dann haben die Pänz die Steine kleingeschlagen. Man hat sozusagen Schiefermehl erzeugt.
Und das ist, wenn es optimal lief, wurden die Weinberge alle drei Jahre mit Mist, Stallmist aus der eigenen Beweidung [gedüngt]. Die dann auch Laub von den Reben bekamen. Also wo dann die Verbindung sozusagen über die Kuhverdauung zum Weinberg hergestellt war. So ein biodynamisches Prinzip. Das haben die damals in der Tradition genutzt. Und alle sieben bis zehn Jahre hat man den Weinberg geschiefert. Und da kam die besondere Qualität der Moselweine, die ja mal vor 120 Jahren die teuersten Weißweine der Welt waren. Die kam natürlich aus einer Vielzahl von Maßnahmen. Stammt das her. Und diese Schieferung und der Stallmist ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität. Und das wird jetzt nicht mehr gemacht. Wir betreiben Raubbau in vielerlei Hinsicht. Und die Moselweinqualität schwächelt dann dementsprechend auch. Aber es gibt Hoffnung. Und wir werden heute Abend vielleicht ein bisschen Hoffnung genießen. Weil man an mancher Stelle wieder zurückgeht zu den traditionellen Bewirtschaftungsmethoden. Aber davon heute Abend.
Martin von Mackensen:
Ich ergänze einfach, die Mosel ist dann mal wieder nicht allein. Wenn wir an die großen Lagen der Mittelhaardt gehen, dann wurde Pechstein Kirchenstück künstlich hergestellt. Der Basalt dort reingetragen und vergraben. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Das hat Eckart Podolinsky mal erzählt. Ich habe es nie geprüft. Der hat von Vandalismus erzählt. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Gibt es nur als Bild. Als die Römer Karthago erobert haben, dann war klar, wir wollen, dass dort nie wieder – das war die größte Konkurrenz – nie wieder eine Kultur entstehen kann. Das hat man mal gemacht. Man hat drumherum alle Böden versalzen. Und das, was wir Vandalismus nennen, ist ein Volkstamm, der dann nach Nordafrika einmarschiert ist und Vandalismus betrieben hat. Nämlich das Leben dort wieder reinzubringen. Weil das Salz hat natürlich das Leben zurückgedrängt. Nämlich dadurch, dass man sozusagen Steine wieder dort vergraben hat und Vandalismus betrieben hat. Das ist das eigentliche Motiv, laut Podolinsky, des Vandalismus. Dieses Umbuddeln und das Stein darunter bringen. Und dadurch wieder die Lebenskräfte sozusagen neu erwecken. Gibt es nur als Bild. Das kommt mir jetzt nur gerade beim Schiefern, weil wir das auf ganz vielen Ebenen finden können. Und im Weinbau insbesondere. Da können wir auch in die großen Lagen von Frankreich und so weiter gehen. Wir hören diese Geschichte immer wieder.
Vielleicht noch gerade dazu. Es gibt eine Schilderung eines Apothekers aus dem Württembergischen, der vor 160 Jahren durch die Weinlande gewandert ist und dann auch an der Mosel kam und sich lustig gemacht hat über die rückständigen Moselaner, die viel zu viele Bögen hatten und noch nichts von Spalier und Drähten wussten. Aber er schildert, dass wenn die Weinberge angelegt wurden, hat man diese tiefen Gräben gezogen. So einen Meter tief. Und man hätte damals Kieselsteine, Wackersteine, Bachkiesel, Moselkiesel unten reingepackt. Quarz, also Silizium, in die Tiefe. Aus einer gewissen Tradition heraus. Bestimmt nicht aus dem Wissen, dass gewisse Planeten einstrahlen und reflektiert werden durch die Quarzkräfte. Man muss gar nicht an Planeten denken, sondern an die Kräfte. Das da oben ist nur noch ein Stück Rest davon. Was denkt man eigentlich bei Planeten?
Ich glaube, wir sind an einem Punkt, wo wir jetzt sagen können, für dieses Jahr, in diesem Format, war es das. Und wie es nächstes Jahr ist, schauen wir mal.
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Glossar
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A
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