Fütterung, Teil 1 - ein Vortrag von Florian Leiber, 2023

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Fütterung - 1. Vortrag von Dr. Florian Leiber in der Landbauschule Dottenfelderhof am 1. März 2023. Click hier zum Video
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Transkription des 1. Vortrags vom 1. März 2023

+++ dies ist ein maschineller Rohtext - er muss noch von Menschenhand überarbeitet werden. Willst du MitTun? +++

Einleitung und biografischer Hintergrund 00:00:09

Florian Leiber: Ja, einen schönen guten Morgen euch allen. Ich freue mich riesig, dass ich hier heute sein darf, weil ich war tatsächlich noch nie auf dem Dottenfelderhof. Das ist eigentlich fast ein bisschen merkwürdig, dass ich hier nie war, aber so ist das. Ich finde es super, dass ich hier sein kann und dass ich hier zu euch sprechen darf und euch verschiedene Dinge, verschiedene Aspekte des Fütterns landwirtschaftlicher Tiere mit euch besprechen kann. Ich hoffe auch sehr, dass das so wird, dass wir gut auch miteinander ins Gespräch kommen darüber. Mein Name ist Florian Leiber.

Ich arbeite am FiBL, wie die Anne Spengler, die gestern hier war. Wir sind gemeinsam im gleichen Departement für Nutztierwissenschaften am FiBL. Ich komme nicht aus der Schweiz, wie man vielleicht hört, anders als die anderen. Ich weiß nicht, wer von euch das Gut Rothenhausen kennt in Schleswig-Holstein bei Lübeck. Ein großes Demetergut und dort sozusagen hinten raus, wenn man da durch die Felder läuft, dann kommt man in ein kleines Dorf, das heißt Klein Schenkenberg, da bin ich aufgewachsen. Und als ich ungefähr zehn war, haben die Rothenhausener da angefangen.

Unser Dorf bestand und besteht eigentlich nach wie vor tatsächlich nur aus Bauernhöfen. Alte, traditionelle, gemischt Betriebe, konventionelle Bauernhöfe, die alle sehr erregt waren darüber, dass da plötzlich irgendwelche Städter aus Nordrhein-Westfalen kamen und in Schleswig-Holstein die Frechheit hatten, ein Gut zu kaufen und da biologisch dynamische Landwirtschaft zu machen. Und man hätte denen tatsächlich die Hand nicht gegeben. Also meine Eltern glaube ich schon, aber die anderen nicht.

Jetzt habe ich vor einem Jahr oder so mit einem alten Bauern aus unserem Dorf gesprochen, einer derjenigen, die wirklich am stärksten abgelehnt haben, was in Rothenhausen so lief. Und irgendwie kamen wir auf Rothenhausen und dann sagte er zu mir, der ist jetzt irgendwie knapp 80, hat seinen Hof abgegeben, wenn ich auch mal anfangen würde, jetzt würde ich biologisch dynamisch machen. Sag ich, wieso das denn? Sagt er, weil das sind die Einzigen hier, die noch Handwerk können, die das Bauern wirklich noch können. Und das hat mich wahnsinnig gefreut, dass da jemand in seinen alten Jahren plötzlich doch oder über die Jahre hinweg gesehen hat, den Wert, der da geschaffen worden ist.

Und genau, da bin ich aufgewachsen. Unser Betrieb war eigentlich kein Betrieb mehr, da gab es nur noch sehr wenig Land. Wir hatten immer Schweine, wir hatten immer zwei Sauen, die dann beide zweimal im Jahr geferkelt haben. Also wir haben so ein bisschen Ferkelproduktion gemacht. Aber meine Familie, das war alles irgendwie anders, mein Vater war Arzt und ich wurde auf die Waldorfschule geschickt. Ich habe dann später in Russland die Landwirtschaft wie noch mal neu kennengelernt.

Ich hatte eigentlich Deutsch und Germanistik studiert. Ich habe dann, wenn in Russland eigentlich in den 90er Jahren, als da gerade totales Chaos herrschte und diese Kombinate alle zusammengebrochen waren, Landwirtschaft dort gesehen und habe verstanden, was es für eine Katastrophe ist, wenn eigentlich dieses landwirtschaftliche Wissen, das handwerkliche Wissen eben wieder so abgeschnitten wird und so verloren geht, wie es durch die Sowjetzeit geschehen ist.

Und das hat in mir was ausgelöst, dass ich gefunden habe, ich möchte eigentlich doch Landwirtschaft machen, habe eine Lehre begonnen in der freien Ausbildung Norddeutschland auf dem Hof zur Hellen im Windrather Tal. Nach einer Weile gemerkt, dass was die da an den Seminaren immer erzählen am Wochenende, das habe ich alles in der Waldorfschule schon gelernt. Und Treckerfahren konnte ich ja und wie man ein Ferkel in der Sau dreht, wusste ich auch.

Und dann habe ich das abgebrochen, wieder diese Ausbildung und bin nach Berlin gegangen, habe dort Landwirtschaft studiert. Die auf dem Hof zur Hellen haben dann zu mir gesagt, du gehst zu unseren ärgsten Feinden jetzt. Vielleicht war das auch so. Habe dann da mein Diplom gemacht und bin danach, habe ich das Glück gehabt, dass ich nach Zürich gehen konnte an die ETH, die Hochschule dort und eine Doktorarbeit bekommen habe, die durfte ich machen über Kühe auf der Alp. Auf den hohen Alpen in Graubünden war die Frage, was macht eigentlich so eine Alpweide oder die Situation dort, was macht das eigentlich mit der Kuh, was passiert da eigentlich stoffwechselmäßig, was passiert da mit der Milchqualität und so auf den Alpen. Das durfte ich zwei Jahre lang, durfte ich da auf den Alpen mit den Kühen über die Wiesen ziehen und immer neben ihnen das Futter sammeln, das sie gerade gefressen haben.

Und seitdem bin ich in der Schweiz geblieben. Nach dieser Doktorarbeit war ich dann drei Jahre am Goetheanum beim Nikolai Fuchs. Das hat mich dann immer wieder so ein bisschen rausgedrängt aus der Demeter-Szene. Und dann konnte ich zurück, bin ich in die Wissenschaft zurückgegangen und bin jetzt seit elf Jahren am FiBL, wo die Anne *[?]* auch herkommt, also Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Und all die Jahre hat mich die Ernährung der Tiere, war eigentlich immer mein Hauptthema. Und auch nicht nur in der Forschung, sondern auch im Unterricht, also ich unterrichte relativ viel in der biologisch-dynamischen Ausbildung auf der Rheinau in der Schweiz.

Und auch zum Teil noch an der Hochschule. Genau, und ich habe mich auch von den verschiedensten Seiten damit auseinandergesetzt und so ein bisschen werde ich jetzt versuchen, euch verschiedene Aspekte nahe zu bringen. Ich habe gehört, ihr seid am achten Vortrag. Das heißt, ihr beschäftigt euch auch gerade von der Seite des landwirtschaftlichen Kurses auch mit Fütterung. Darauf werde ich jetzt direkt wenig eingehen, aber ich hoffe eigentlich sehr, dass ihr das verbinden könnt, dass ihr Verbindungen schlagen könnt zwischen dem, was ihr da gerade lest und dem, was ich sage. Und immer gern auch einfach reinreden und diskutieren.

Der Stoffwechsel der Erde: Photosynthese und Kohlenstoff 00:07:08

Florian Leiber: Ich hole euch von weit, also wir machen ja, das wird jetzt ein großer Bogen erstmal. Also wir fangen an vor 2,7 Milliarden Jahren. Und wir werden jetzt im ersten Teil, wir haben drei Teile, im ersten Teil werden wir sehr stark sprechen, also jetzt erstmal eigentlich werde ich sprechen über den Stoffwechsel. Zur Fütterung gehört der Stoffwechsel des Tieres, aber es gehört im Ganzen auch dazu der Stoffwechsel der Erde. Und da ausfange ich ganz erstmal an. Wir werden dann in diesem ersten Teil sprechen über Ressourcen eigentlich, wo kommen eigentlich unsere Futtermittel her, was bedeutet das, die Erzeugung von Futtermitteln und das Füttern von Tieren.

Wir werden im zweiten Teil nach dem Mittagessen uns beschäftigen mit der Verdauung der verschiedenen Tiere, die wir auf dem landwirtschaftlichen Betrieb haben, also Wiederkäuer, Geflügel und Schweine. Insbesondere stark mit dem Wiederkäuer. Und wir werden im dritten Teil intensiv nochmal darüber sprechen, was bedeutet Fütterung eigentlich für das Tierwohl. Was bedeutet eigentlich artgerechte Fütterung oder was bedeutet tiergerechte Fütterung. Und was gehört da als Aspekte dazu, so ein bisschen auch aus dem Anspruch heraus. Wir wollen ja vielleicht nicht nur, das ist noch selbstverständlich, dass wir wollen, dass es den Tieren gut geht auf unseren Betrieben.

Wir wollen ja eigentlich auch, dass die Tiere wirklich etwas davon haben. Und das ist eine immer wieder große Herausforderung und schwierige Frage. Was ist denn das? Wie kommt man zu dem, dass die Tiere von diesem Deal Landwirtschaft, den man da zwischen Mensch und Tier und Pflanz und Boden schließt, was haben die Tiere davon?

Also, vor 2,7 Milliarden Jahren, da waren wir alle noch nicht geboren, da waren wir alle auch noch nie geboren. Sicher nicht. Da waren wir noch nicht so richtig dabei. Aber die Erde, die gab es schon. Und die Erde war in dem Zustand, dass sie sich eigentlich wie gekristallisiert hat. Also es war eine geologische Erde da, die zu sehr großen Anteilen aus Wasser bestand. Oder aus Wasseroberfläche, sagen wir so. Aber auch Land war da.

Und sich sozusagen vollständig getrennt hatte von einer Atmosphäre, also einer Lufthülle, die da außen herum lag. Und vor 2,7 Milliarden Jahren war eben Geburtstag. Da hatte sozusagen das Leben Geburtstag. Da hat sich auf dieser Erde, auf der wir jetzt hier heute stehen, etwas vollzogen, was total fundamental war und alles, alles völlig verändert hat. Und zwar beginnt irgendwann in diesem Zeitraum Leben, beginnt, dass es kleinste Einheiten gibt, die in irgendeiner Weise biologisch aktiv sind und die anfangen in Eigenaktivität. Also die Erde, das sind alles Elemente.

Hier sind die verschiedenen geologischen Elemente, die gasförmigen Elemente, die durch große, letztlich physikalische und chemische Vorgänge sich so geordnet hatten, wie sie dann geordnet waren. Durch Vorgänge von Wärme, von Verdichtung und alle die Gesetze der Physik und Chemie, die wir nachlesen können. Und dann kommt plötzlich, dass diese winzig kleinen, autonomen Einheiten da sind, die aktiv anfangen, diese Stoffgleichgewichte nochmal durcheinander zu bringen und neu zu sortieren.

Und die, die man da als für die Ersten erklärt hat, das sind die sogenannten Cyanobakterien. Cyano. Und was machen die?

Publikum: Genau, die machen Photosynthese.

Florian Leiber: Und was heißt das? Wir haben in der Atmosphäre in dem Moment sehr viel Kohlenstoff in der Form von CO2, also Kohlenstoff in der Verbindung mit Sauerstoff. Und wir haben auch in der Atmosphäre zu dem Zeitpunkt sehr viel Kohlenstoff in der Verbindung mit Wasserstoff, CH4, also das berühmte Methan. Und wie auch jetzt, das Hauptelement der Atmosphäre ist Stickstoff.

Wir haben dann im wässrigen Teil der Erde eben das Wasser. Und wir haben in der Erde eben all die Metalle, all die mineralischen Elemente, die gar nicht gasförmig sein können oder nur unter sehr besonderen Bedingungen. Und jetzt tauchen diese kleinen Cyanoviecher auf.

Und was machen die? Die holen den Kohlenstoff in die Erde rein. Der Kohlenstoff ist also ein Element, das zu diesem Zeitpunkt eigentlich sein ganzes Dasein vor allen Dingen im Gasförmigen hat. Der ist da draußen und verheiratet mit dem Sauerstoff, aber er ist da draußen. Und diese Bakterien über die Photosynthese, die holen ihn rein. Und man könnte das vielleicht so ausdrücken, die zwingen den Kohlenstoff in ein Kristall.

In das Grundkristall Zucker. Also das heißt, der Kohlenstoff wird, jedes einzelne Kohlenstoff, also Atom oder jedes einzelne CO2-Molekül wird verdichtet und wird hineingezwungen in dieses Zuckerkristall, also in das irdisch-geologische eigentlich. Und gleichzeitig wird das Wasser hinzugezogen und aus dem Wasser wird eigentlich Sauerstoff befreit.

Genauso wie der Sauerstoff aus dem CO2 eigentlich befreit wird. Und als gasförmiger Sauerstoff, ohne Kohlenstoff, befreit vom Kohlenstoff und befreit aus seinem, man könnte das jetzt so sagen, freigesetzt aus seinem Dasein im Wasser, geht als Gas in die Atmosphäre zurück. Und das sind die Grundelemente, also das, was dann hier als Kristall übrig bleibt, sind dann die sogenannten Kohlenwasserstoffe, die CH.

Also Kohlenstoff und Wasserstoff zusammen bilden diese Grundbausteine für das Zuckerkristall und aus diesem heraus können sich alle Verbindungen bilden, die überhaupt notwendig sind, die es überhaupt gibt, um Leben möglich zu machen. Das ist jetzt erstmal dann so ein mikroskopisch kleiner Prozess, aber man kann sich das vorstellen, also das ist im Wasser spielt sich das vor allen Dingen ab, es fängt an wie zu krisseln auf der ganzen Erde, fängt es an zu krisseln und dieser Prozess wird immer größer und immer stärker und immer stärker und wird dann eben als ganzer gewaltig. Weil im Ablauf von dann sehr vielen Millionen Jahren oder im Ablauf von eigentlich zwei Milliarden Jahren passiert auf der Erde im wesentlichen das, im Stoffwechsel der Erde, Photosynthese, die Verdichtung vom Kohlenstoff hinein in die Erde,

erstmal hinein in das Lebendige und in dem Lebendigen ist er sozusagen der Grundbaustein, das Grundelement und dann aus diesem heraus, sozusagen über das Moor und dann die Verdichtung im Moor, sinkt dieser kristallisierte Kohlenstoff immer immer tiefer hinein in die Erde, wird immer stärker verdichtet und wird zu Kohle, zu Erdöl und dort wo er am allerstärksten verdichtet wird, zu Graphit und Diamant, also dieser Verdichtungsprozess für den Kohlenstoff, das ist das eine und der Freisetzungsprozess für den Sauerstoff und dabei müssen wir uns klar machen, was der Sauerstoff als erstes Mal macht, ist ins Wasser gehen. Die Photosynthese findet ja im Wasser statt, als erstes Mal entsteht reiner Sauerstoff, O2 im Wasser, den gab es vorher nicht und damit verändert sich im Wasser, verändern sich die Lebensverhältnisse vollständig, weil es gab keinen Sauerstoff, es gab keinen freien Sauerstoff, weder im Wasser noch in der Atmosphäre, das heißt alle Lebewesen der ersten Stunde

sind entstanden in einer sauerstofffreien Umgebung und indem, dass sie mit ihrer Photosynthese immer mehr und mehr und mehr das Wasser und dann auch die Atmosphäre angereichert haben mit Sauerstoff, haben sie sich irgendwann um ihre eigene Lebensgrundlage gebracht und musste dieses mikrobielle Leben, also dieses Leben der einzelligen Lebewesen sich nochmal vollständig umstellen, von einer anaeroben Lebensweise, also ohne Sauerstoff, zu einer aeroben Lebensweise mit Sauerstoff und das ist ein großer Unterschied, anaerobe Lebewesen haben wir heute auch noch auf der Erde, kommen wir nachher auch noch intensiv drauf, aber in der Masse, in der sie da waren, sind sie an ihrem eigenen Prozess, an ihrer eigenen Entwicklung irgendwann zugrunde gegangen und mir ist das auch deswegen wichtig, dass man das irgendwie, wenn man sich Erdgeschichte vorstellt, auch das mitdenkt, da entstehen Prozesse, die notwendig sind für die Entwicklung von dann etwas Höherem, denen die, die das eigentlich aufbauen, am Ende wieder zum Opfer fallen.

Hier in diesem ist das ganz deutlich. Es passiert gleichzeitig noch was und das ist einfach nur so als Nebenbemerkung, weil das ist interessant im Zusammenhang, wenn wir heutzutage über Klimawandel nachdenken. Durch die Freisetzung von Sauerstoff in die Atmosphäre wird das Methan oxidiert und zerfällt in CO2 und gleichzeitig wird ja viel, viel CO2 eben hereingezogen in die Erde über diese Photosynthese-Prozesse und die Erde kühlt gewaltig ab und es gibt eine 300 Millionen Jahre andauernde Eiszeit.

Ja, weil diese Formen des Kohlenstoffs aus der Atmosphäre herausgezogen wurden und wie gesagt, der Zeitraum ist sehr lang und der Prozess ist gewaltig groß, was vielleicht auch noch einen Eindruck macht, wie groß der ist, wenn man sich klar macht, dass alle die wesentlichen Metalle des Bodens, welche sind das?

Publikum: Eisen.

Florian Leiber: Ja, Aluminium, also Eisen, Aluminium und da redet ihr jetzt die ganze Zeit drüber, sicher, glaube ich, Silizium, der Kiesel und die sind erst mal alle in ihrer reinen Form gewesen in der Erdkruste. Aber heute im Boden sind die alle oxidiert, das heißt, die treten alle auf in Verbindung mit Sauerstoff, also Silizium haben wir nicht als reines Silizium, sondern immer als Siliziumoxid, Aluminiumoxid und Eisenoxide verschiedener Art und dieser Sauerstoff, der in der Photosynthese eben freigesetzt wurde, der hatte erst mal viele, viele Millionen Jahre damit zu tun, eben diese Elemente in der Erdkruste alle zu oxidieren und erst als die alle oxidiert sind und erst als das Wasser wirklich gesättigt ist mit reinem Sauerstoff, steigt der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre und erst als der Sauerstoff in der Atmosphäre ungefähr die 20% erreicht hat, die er heute hat, kann dann auf der Erde der nächste Geburtstag gefeiert werden

Zellatmung und die Entstehung der Tierwelt 00:21:25

Florian Leiber: und das ist ungefähr vor 550 Millionen Jahren und das ist der Geburtstag von denen, die diesen Prozess umgekehrt haben, also das heißt, der Geburtstag von denen, dann schon etwas höheren Lebewesen, die Sauerstoff nutzen, um diese Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen aus dem Organischen, also diese CH-Verbindungen, den Zucker, die Zellulose, die Stärke, um all das wieder aufzubrechen, auseinanderzutreiben und daraus die, was ich jetzt eigentlich gerade unterschlagen habe, die hier eine stark hineinkonzentrierte Energie der Sonne, ohne die das überhaupt nicht ablaufen könnte, wieder freizusetzen, also mit anderen Worten, das biologische Feuer, die biologische Verbrennung, die Zellatmung, in der genau der gegenteilige Prozess von der Photosynthese abläuft und das sind natürlich wir, beziehungsweise unsere Genossen, die Tiere.

Es hat Zellatmung schon viel früher auch gegeben, aber in diesem großen Umfang, dass wirklich massiv dann wieder Kohlenstoff veratmet wird und quasi wieder freigesetzt wird in die Atmosphäre, während der Sauerstoff wieder zurückgeholt wird in das Wässrige. Das geschieht durch die Tiere, von denen die ersten als solche wirklich akzeptablen ungefähr vor 550 Millionen Jahren hier auf der Erde erschienen sind. Und mit dem haben wir sozusagen so einen ganz grundsätzlichen gegenläufigen Prozess, wir haben also diesen Umwandlungsprozess, der durch die Photosynthese entsteht, wo eben einerseits, und wenn wir uns klar machen, wie groß diese Erdöl und Kohle vorkommen in der Erde sind, dann können wir uns klar machen, was für eine gewaltige Transformation das gewesen ist, das alles aus der Atmosphäre in die Erdkruste hineinzubringen.

Und gleichzeitig aber auf der Basis von Leben, gleichzeitig auf der Basis von dem, dass da ein immer differenzierteres, immer vielfältigeres, pflanzliches Leben sich auf der Erde entwickelt. Und dann tauchen die Tiere auf und machen den gegenläufigen Prozess.

Wenn ich jetzt einfach mal die Behauptung hier rein stelle, ich behaupte mal einfach, wo ist das Bewusstsein von einem Baum? Jetzt frage ich doch. Wo hat der Baum sein Bewusstsein?

Publikum: Vielleicht. Ja, könnte ich auch mir zustimmen. Und was könnte man sich noch denken?

Florian Leiber: Oder ich frage anders, wo ist das Innen von dem Baum? Könnt ihr mir folgen, wenn ich sage, das Innen eines Baumes ist eigentlich ziemlich doll außerhalb seiner Rinde und seiner Blätter. Das Innen eines Baumes, so wie wir ihn erleben, und die Wurzeln erleben wir ja nur bedingt, das, was uns, so wie uns der Baum entgegentritt, so wie in ihm gelebt wird von allen möglichen anderen Lebewesen, ist das außerhalb von seinen physischen Grenzen.

Also die Krone des Baumes ist sein Innen, aber das ist eigentlich gleichzeitig ein Außen. Könnt ihr da, ohne zu protestieren, mit? Und wenn wir dann sagen, wo ist unser Innen?

Dann ist das ja irgendwo hier. Und dann kann man hier eigentlich was sehen, dann kann man sehen, dass die Lebensform, die eigentlich ihr Innen-Außen hat, gleichzeitig die Lebensform ist, die den Kohlenstoff von außen nach innen geholt hat, oder holt. Und die Lebensform, die ihr Innen-Innen hat, die bringt den Kohlenstoff wieder nach außen.

Bewusstsein, fossile Brennstoffe und der Mensch 00:26:35

Florian Leiber: Und dann kommt irgendwann, das geht dann hier seine vielen Millionen Jahre mit den Tieren, und irgendwann kommt dann der Mensch. Und dann dauert das zwar noch sehr viele Jahre, aber gemessen an diesem Ablauf ist das hier irgendwie noch ein ziemlich kurzes Ende an Zeit, das da drankommt, wo der Mensch sozusagen die Präsenz über die Erde übernommen hat, übernimmt. Und dann immer stärker anfängt, nicht nur zu verbrennen, indem er atmet und indem er Stoffwechsel führt, und nicht nur zu verbrennen, das Holz, das er selber irgendwann mal vielleicht gepflanzt hat, sondern den Kohlenstoff aus dem Erdinneren jetzt wieder rauszugraben und auch den zu verbrennen.

Und da haben wir jetzt 150 Jahre, oder sagen wir 250 Jahre, die wir das jetzt machen, in denen wir eine dermaßen gewaltige Entwicklung gemacht haben als Menschheit, das hat sich ja irgendwie wie immer mehr verdichtet, gleichermaßen mit dem, dass sich die Tätigkeit, dieses Kohlenstoff wieder nach außen zu bringen, immer, immer mehr intensiviert hat. Und ich glaube, bei Steiner findet man das in dem heilpädagogischen Kurs, vielleicht auch im landwirtschaftlichen Kurs, an manchen Stellen, das er immer sagt, und das ist eigentlich auch banal, wenn wir nicht ausatmen, fallen wir in Ohnmacht. Wenn wir lange genug die Luft anhalten, fallen wir in Ohnmacht, und zwar nicht wegen Sauerstoffmangel, sondern weil wir uns am Kohlenstoff vergiften, der sich dann in unserem Blut anreichert.

Oder mit anderen Worten, um nicht in Ohnmacht zu fallen, müssen wir den Kohlenstoff immer rausbringen. Um bewusst zu bleiben, müssen wir Kohlenstoff nach außen bringen, die ganze Zeit. Und das ist jetzt nicht einfach nur so kausal zu verbinden, sondern vom Grundding her kann man sich das aber irgendwie, denke ich, sehr klar machen, dass Bewusstsein, also dass das Innen, Innen ist, und über die Evolution des Tierreichs bis zum Mensch zu einem immer mehr sich selber reflektierenden Innen wird, zu einem immer klareren Bewusstsein, um so, also das ist darauf angewiesen, den Kohlenstoff wieder zu entlassen.

Und dann machen wir, dann gibt es eben noch einen Geburtstag, also dann gab es irgendwann den Geburtstag des Menschen, den habe ich überschlagen, und jetzt gab es dann den Geburtstag vor wenigen Jahren des Internets, und einer Bewusstseinsform, die quasi schon außerhalb von uns ist, aber absolut zwingend mit dem Menschen, mit der Menschheit verbunden, die nochmal ein gewaltiger Sprung ist in der Reflexionsfähigkeit, auch wenn das nicht mehr an uns individuell hängt, und das ist unmittelbar verknüpft mit dieser gewaltigen Freisetzung des fossilen Kohlenstoffs.

Jetzt bin ich ziemlich weit weg von Tierernährung, aber es wird sich alles ordnen, ich will das nur an dieser Stelle bis zu diesem Ende auch sagen, weil ich finde, dass das ein wesentlicher Aspekt ist, den man bedenken kann, wenn man versucht zu verstehen, warum findet Klimawandel statt. Klimawandel findet statt, weil sich der Kohlenstoff in der Atmosphäre so stark wieder anreichert. Und der reichert sich an, weil jemand ihn aus der Erde wieder rausgräbt und ihn verbrennt.

Und jemand sind wir, und damit gehen Prozesse parallel. Und ich glaube, dass das wichtig ist für uns, damit wir verstehen, ich weiß nicht, ob wir es verstehen, aber damit wir ordnen können ein bisschen, dass so ein Prozess nicht ganz von ungefähr kommt und auch nicht nur als Unfall der Menschheit betrachtet werden kann, sondern eventuell eine sehr starke innere Notwendigkeit hat, wohin auch immer uns das jetzt gerade führt. So, jetzt zurück haben wir also hier die ganz große Einatmung in Bezug auf den Kohlenstoff und parallel dazu die große Ausatmung in Bezug auf den Sauerstoff und dann durch die Tiere und den Menschen schließlich das Gegenteil wieder zurück.

Unglaublich verdichtet. Also hier zwei Milliarden Jahre, mehr als zwei Milliarden Jahre, bis die ersten Tiere kommen. Nur Einatmung vom Kohlenstoff.

Und jetzt 200 Jahre lang. Das ist, das ist, bei mir hat neulich, wir heizen zu Hause noch mit Öl, mit so kleinen Ölöfen *[?]*, da gab es einen Verpuffung. Es hat mächtig geknallt und dann habe ich gedacht, also das, was wir eigentlich gerade machen, diese 200 Jahre, das ist auch eine Verpuffung.

Ja, wirklich eine explosive Veranstaltung gemessen an der Zeit. So, Entschuldigung, jetzt kommen wir also nochmal wieder näher an die eigentlichen Prozesse Tier und Pflanze oder Pflanze und Tier.

Der Stickstoffkreislauf und die Rolle der Landwirtschaft 00:32:03

Florian Leiber: Jetzt gibt es hier noch einen wichtigen Prozess, der zu dem Ganzen dazugehört, den ich jetzt noch nicht angesprochen habe. Da haben wir hier noch den Stickstoff. Und ohne den geht eben auch nix im Leben. Und zwar schon auf der pflanzlichen Ebene.

Es ist nicht wahr, dass der Stickstoff nur dem Tier zugehört. Schon die Pflanze kann überhaupt nicht sein, ohne dass sie Stickstoff fixiert. Ohne dass sie Stickstoff aus seiner gasförmigen Existenz, seinem gasförmigen Dasein auch hinein holt in diese selben Kristalle des Lebens.

Wenn man das vielleicht so nennen mag. Und die ersten Lebewesen sind sie selbst, also heutzutage brauchen wir dann die Leguminosen, welche die Knöllchenbakterien haben, die ihnen helfen den Stickstoff zu fixieren. Die Bakterien sind selber die Bakterien, also diese Cyanobakterien, die konnten das eben auch schon und holen den Stickstoff hier rein.

Und dieser Prozess ist gemessen an diesem schier unendlichen Vorkommen von Stickstoff in der Atmosphäre auch für die Atmosphäre irrelevant. Und für die Erde insofern sehr relevant, weil er quasi diese lebendige, ganz ganz feine lebendige Schicht über der Erdkruste, die durchzieht der Stickstoff, da steckt er mit drin. Überall.

Und ich muss zugeben, ich weiß darüber zu wenig, wie der ökologische Ausgleich sozusagen damals funktioniert hat. Also wodurch das Gleichgewicht garantiert war, oder ob es eigentlich garantiert war, dass nicht mehr Stickstoff fixiert wurde, als diese lebendigen Schichten eigentlich vertrugen. Aber was wir uns klar machen müssen ist, er wird fixiert, er wird hier rein geholt und der Stickstoff, der kommt nicht so leicht wieder zurück in sein rein Stickstoffsein,

sondern der Stickstoff bildet dann ja Formen, die Nitrit, Nitrat, Ammoniak, Ammonium gelöst im Wasser, Ammoniak das wieder aufsteigt als Gas oder eben Lachgas, also N2O, das als Gas wieder aufsteigt, die jeweils auf die Wärmeverhältnisse, also das Ammoniak und das N2O, auf die Wärmeverhältnisse in der Atmosphäre sehr stark wirken. Also das Lachgas ist ja so mit das stärkste Klimagas, das wir haben.

Und dieser Prozess, das will ich hier an der Stelle eigentlich nur sagen, der ist von Anfang an dabei. Und wenn wir jetzt konkret auf die Landwirtschaft schauen, auf die Prozesse heute, hier und jetzt, was machen wir eigentlich? Dann stehen wir ja als Landwirtinnen und Landwirte eigentlich da drin, dieses Einatmen und Ausatmen die ganze Zeit zu moderieren.

Sozusagen, das ist das. Es wird was angebaut und quasi dieser Einatmungsprozess ganz, ganz stark gefördert und intensiviert und dann gleichzeitig im Stall wird dieser Ausatmungsprozess eben auch sehr, sehr intensiv betrieben. Das heißt, dieses Ein- und Ausatmen, da stehen wir völlig täglich drin und ich glaube, dass es eine sehr zielführende oder sehr, sehr, das macht etwas mit einem, wenn man dann jetzt in ein paar Wochen oder vielleicht auch nur noch in ein paar Tagen zum Beispiel übers Feld geht und versucht sich das ein bisschen bewusst zu machen, dass das jetzt losgeht, dieses gewaltige Reinholen von Kohlenstoff jetzt. Und das sind immerhin, große Zahlen, 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr, die so reingeholt werden. Und in diesem Einatmungsprozess steht ihr als Landwirte drin.

Oder da lauft ihr sozusagen zwischendurch. Und ihr steuert ihn. Und ihr steuert dann diese Transformation in die andere Richtung wieder, in dem Moment, wo ihr füttert.

Da kehrt ihr das sozusagen um. Also ihr seid eigentlich an diesen beiden Geburtstagen unmittelbar beteiligt. Ihr initiiert immer wieder beide Prozesse.

Und das ist eigentlich auch wunderbar. Und das ist eigentlich ganz, ganz großartig. Und trotzdem ist es heutzutage für uns zu einem riesigen Problem geworden, weil es so eng geworden ist auf der Erde, weil wir so viele geworden sind, weil die Menschheit so unglaublich stark wirksam geworden ist auf der Erde, dass diese Prozesse sich alle durch die Hand des Menschen so zugespitzt haben, dass wir die ganze Zeit uns damit auf einer Gratwanderung befinden zwischen dem, was wir tun müssen, und dem, was wir eigentlich nicht mehr tun dürfen. Und da die ganze Zeit alle in dieser Not drinstecken, was mache ich eigentlich heutzutage als Mensch auf der Erde noch? Warum bin ich hier, wenn ich eigentlich die ganze Zeit mit meinen Händen zwar das Gefühl habe, ich tue eigentlich das Gute, und mir doch sagen lassen muss, ich tue die ganze Zeit das Problem.

Und da rein müssen wir so ein bisschen schauen, dass wir diese Herausforderung irgendwie klarkriegen. Und das hat ganz, ganz viel dann zu tun mit Ressourcen und Emissionen. Und das sind jetzt eigentlich nur zwei Begriffe, die in dem All mehr drinstecken.

Die Emissionen als solches einfach ausatmen, das ist ja, was einfach passiert. Und da müssen wir jetzt sozusagen schauen, das ist quasi dieser große Stoffwechselprozess, den wir mit der Landwirtschaft führen und ihn manipulieren und ihn damit in ganz, ganz schwierige Zuspitzungen bringen. Ein Beispiel dafür ist jetzt das, was ich hier eigentlich als letztes gebracht habe, das ist der Stickstoff.

Überdüngung, Soja-Importe und Gewässerbelastung 00:39:27

Florian Leiber: Und damit möchte ich eigentlich anfangen, das Problem aufzumachen. Ich glaube, dass wir mit dem Stickstoff die viel größere Problematik haben, als mit dem Kohlenstoff, als mit dem CO2. Womit ich nicht den Klimawandel kleinrede, sondern womit ich sagen will, wir machen den Klimawandel sehr viel stärker, aus der Landwirtschaft heraus zumindest, sehr viel stärker über den Stickstoff.

Weil wir diese Stickstofffixierung eben auch intensiviert und intensiviert und intensiviert haben und total auf die Spitze getrieben haben. Und die ultimative Spitze davon ist das Haber-Bosch-Verfahren, vor ungefähr 100 Jahren entstanden, also entstanden, erfunden worden. Und also damit die quasi sehr, sehr energieaufwendige, synthetische Fixierung von Luftstickstoff und dann haben wir den Mineraldünger.

Aber wir dürfen nicht denken, dass wir, wenn wir einfach keinen Mineraldünger anwenden, von dieser Problematik frei sind. Weil die segensreichen Knöllchenbakterien an den Leguminosenwurzeln, die uns helfen in die Böden einer Biolandwirtschaft und von den Böden in all die biologischen Systeme hinein, also in die Pflanze und dann in das menschliche Lebensmittel und in das Tierfutter, überall den nötigen Stickstoff hereinzuholen. Das machen wir über diese Prozesse mit den Leguminosen.

Das heißt aber nicht, dass das grundsätzlich immer gut ist, sondern es ist auch hier die totale Frage des Maßes. Es ist die Frage, wie viel Stickstoff wird eigentlich hereingeholt in die Erde und in die biologischen Systeme der Erde, in die Ökosysteme. Und dann haben wir eben eine Leguminose, die Soja, die genauso unschuldig und eine schöne und sehr nützliche Pflanze ist wie viele andere Leguminosen auch.

Mit der wir aber diese Industrialisierung der Tierhaltung gepusht haben in den letzten 70 Jahren vielleicht bis auf einen Peak, der heutzutage nicht mehr tragbar ist. Und dann ist es egal, ob dieser Stickstoff kommt aus einem Haber-Bosch-Verfahren oder aus der biologischen Fixierung. Er kommt einfach, wir nutzen gewaltige Flächen Land außerhalb von Europa oder ich rede normalerweise dauernd über die Schweiz, wir nutzen gewaltige Flächen Land außerhalb der Schweiz.

Und wenn es um Bio geht, dann ist das immer noch in Europa, dann war das in der Ukraine oder in Ungarn, also die ganze Donau Soja. Trotzdem, wir brauchen immer etwas außerhalb von unserem Betrieb, wo diese Stickstoff-Fixierung betrieben wird und dann in Form von Sojaprotein in unseren Betrieb hineinkommt, um dort damit Tiere zu ernähren. Und damit überfrachten wir einen Betrieb, damit überfrachten wir eine Region, damit überfrachten wir ein Land oder einen Kontinent permanent mit diesen gewaltigen Mengen von Stickstoff, der ja vom Tier nur sehr sehr ineffizient genutzt wird.

In jedem Fall gibt es kein tierisches Lebensmittel, das eine höhere Effizienz für Stickstoff, für Futterstickstoff, also Futterprotein hätte, als maximal irgendwo 30% in der Pouletmast. Da haben wir vielleicht 30% Effizienz, d.h. von 100g Futterprotein haben wir nachher 30g Hühnerfleischprotein. Und in sehr intensiver Milchproduktion kommt man da vielleicht in einen ähnlichen Bereich, aber wirklich nie mehr.

D.h. 70%, aber oft 80 oder über 90% von dem gefressenen Protein werden ja über was wieder ausgeschieden, über den Harn, über den Urin, d.h. in leicht löslicher Form. Und dann kommt die Kunst des Compost-Managements oder des Gülle-Managements. Wie viel von diesem Stickstoff schaffe ich in meinem System festzuhalten?

Wie viel geht mir grad verloren in die Luft als Ammoniak- und Lachgas? Wie viel geht mir in die Luft verloren beim unprofessionellen Ausbringen von Gülle? Wie viel geht mir eigentlich ins Grundwasser verloren von diesen leicht löslichen Stickstoff-Verbindungen, weil der Pflanzenbestand überhaupt nicht in der Lage ist, das alles aufzunehmen?

Weil ich eben letztlich viel zu viele Tiere halte oder ich könnte sagen viel zu viel Futter von sonst wo dauernd auf meinen Betrieb hole und mit diesem Futter diesen Stickstoff, der viel zu viel ist, damit die Pflanzen das zurücknehmen oder erhalten können. Man muss ganz klar unterscheiden zwischen den Stickstoff-Verbindungen im Harn und den Stickstoff-Verbindungen im Mist, die sehr viel stabiler sind. Und nur als ein Beispiel in diesem sehr berühmten DOK-Versuch des FiBL, wo das FiBL seit mehr als 40 Jahren in so einem Plot-Versuch mit vielen, vielen Wiederholungen ein konventionelles oder zwei konventionelle, ein traditionell biologisches, organisches und ein biologisch-dynamisches Verfahren im Ackerbau miteinander vergleichen.

Da ist der biologisch-dynamische Boden der einzige, wo sich Kohlenstoff akkumuliert, jetzt bin ich beim Kohlenstoff, aber kommen gleich zurück zum Stickstoff, wegen, also man kann dann viel spekulieren über die Präparate, aber der große Unterschied ist, dass dort Mistkompost ausgebracht wird und nicht, wie im konventionellen Verfahren, einfach Gülle. Weil im Mistkompost die Verbindungen natürlich viel stabiler sind und das betrifft auch den Stickstoff. Aber den Stickstoff aus dem Harn, den fangen wir eben nicht so leicht wieder ein.

Und es ist für uns schwer zu sagen, und ich frage die BodenwissenschaftlerInnen am FiBL immer wieder, könnt ihr mir mal bitte erklären, wie viel Stickstoff, also Nitratstickstoff, verlieren wir ins Grundwasser aus dem Bioboden? Und dann sagen die, das sagen Wissenschaftler immer, das sage ich auch, wenn man so eine ganz konkrete Frage gestellt kriegt, sagt man, naja, das hängt ganz davon ab. Dann gibt es ganz, ganz viele Dinge, wovon das abhängt.

Aber unterm Strich wissen wir nicht, wie viel Stickstoff ins Grundwasser wir aus Bioböden verlieren. Das ist ein großer Punkt, über den Klarheit eigentlich geschaffen werden muss. Und natürlich spreche ich jetzt fachfremd sehr über die Kunst des Ackerbaus.

Ja, und um die richtige Führung eben von Mist und allem, aber ich spreche auch über rein die Mengen und das Maß und über das Verhältnis von wie viele Tiere halten wir und wie viel Land haben wir. Und dass wir unabhängig jetzt von allen einzelnen Betrieben im Ganzen das völlig in absurder Weise überziehen. Und das führt dann eben dazu, dass wir ja alle Nordsee-Anrainer sind hier und auch die Schweiz ist ein Nordsee-Anrainer-Staat und das leiten wir alles die ganze Zeit ab über den Rhein in die Nordsee.

Oder in anderen Gebieten geht es dann halt über die Donau ins Schwarze Meer oder über irgendwelche Flüsse in die Ostsee, die am stärksten betroffen ist. Wo wir mit dieser Überfütterung dann der Gewässer, seien das hier irgendwelche Teiche, seien das irgendwelche großen Seen oder seien das eben die Meere. Wir überfüttern sie mit diesen leichtlöslichen Stickstoffverbindungen, wir überfüttern sie auch mit Phosphor und auch das hat viel mit der Tierfütterung zu tun.

Dort wiederum das Milieu so verändern, dass dort wieder ganz andere Lebewesen bevorzugt werden. Es ist ja nicht, dass der Stickstoff als solcher dann da tödlich wirkt, sondern das gefällt den Bakterien unheimlich gut und plötzlich switchen wir zurück in ein ganz frühes evolutionäres Stadium. Nämlich die sehr einfachen Organismen, also Bakterien, Algen, die profitieren von dieser Überdüngung.

Und erstens decken sie dann, wenn es die Algen sind, zum Beispiel die Wasseroberfläche zu und den komplexeren Organismen da drunter fehlt es an Licht. Fehlt es dann aber auch an Sauerstoff, weil die Durchmischung nicht mehr richtig funktioniert und am Ende findet über diese bakteriellen Prozesse oder auch über die Algen immer immer stärker eine Versäuerung statt. Also dieses klassische Gewässer kippt um, weil es übersäuert ist, nicht eigentlich durch diese Stickstofffrachten selbst, sondern durch die, die darauf leben.

Und plötzlich haben wir ein anderes Umfeld, plötzlich haben wir ein anderes Milieu. Es findet also wieder Evolution statt, aber ein bisschen wie rückwärts. Und diese Prozesse sind eben sehr groß und sie führen dazu, und das schließt dann jetzt den Bogen zum Klimawandel wieder,

sie führen dazu, dass wir aus diesen sauer werdenden Gewässern, das sind jetzt vor allen Dingen die Küstengewässer, irgendwo nah am Land, wo das gerade alles ankommt, diese Nährstofffracht, wird es sauer und aus diesem säuerenden Milieu entstehen Lachgasemissionen, also da verbindet sich dann dieser Stickstoff mit Sauerstoff und es entsteht Lachgas. Und diese Lachgasemissionen, das ist ein bisschen schwierig zu quantifizieren, aber ich bin relativ überzeugt davon, dass die in ihrer Problematik dieses ganze Methanproblem bei Weitem übersteigen.

Die Geschichte wird nur selten bis immer ganz zum Ende erzählt. Und es gibt so eine Forschungsgruppe in Schweden, der Johan Rockström und seine Kollegen, die haben vor 15 Jahren ungefähr den berühmten Rockström Report herausgegeben, wo sie den Begriff der planetaren Grenzen eingeführt haben und darauf hingewiesen haben, dass wir in verschiedenen Bereichen die planetaren Grenzen überschreiten. Oder bereits überschritten haben und die haben damals schon sehr wohl auf den Klimawandel hingewiesen und tun es auch heute noch.

Aber aus der Perspektive 2009, ganz wenige Jahre her, da war diese Stickstoffüberdüngung in ihrer Auffassung das viel gefährlichere Problem eigentlich. So und jetzt gehe ich den Rhein rückwärts wieder hoch, dann sind wir wieder hier und will eigentlich sagen, dass damit haben wir zu tun, wenn wir Tiere füttern. Weil wir Tiere füttern, also wir können natürlich sagen, damit haben wir zu tun, wenn wir Pflanzen füttern auch.

Wir fangen ja eigentlich damit an, dass wir die Pflanzen mit Stickstoff füttern müssen. Aber wenn wir dann zwischen die Pflanzen und den Menschen im Sinne einer Lebensmittelerzeugung noch das Tier dazwischen stellen, dann ist das einfach wie sozusagen, wir müssen ein unheimlich großes Schwungrad drehen an Stickstoff, um ein viel kleineres Rad am Drehen zu halten. Und wir müssen die ganze Zeit diese Überschüsse erzeugen.

Wir müssen die ganze Zeit mit einem großen Überschuss an Stickstoff arbeiten, um letztlich relativ wenig davon, also sagen wir mal ein Viertel, 25% vielleicht im Schnitt, in ein Lebensmittel hineinzubringen, das dann Fleisch oder Ei oder Milch ist. Und wenn wir jetzt auf einen Biobetrieb oder auf einen biologisch-dynamischen Betrieb schauen, dann ist es ja idealerweise so, sollte es eigentlich so sein, dass wir im Flächenbesatz mit Tieren das alles auch so richtig machen und so bescheiden sind und so zurückhaltend sind, dass das dann trotzdem eigentlich passt, dass wir mit dem, was unsere Tiere hinterlassen, unsere Böden nicht überfordern. Und das liegt mir auch fern, das hier sozusagen grundsätzlich in Frage zu stellen, dass auch alle da dran sind, sich die ganze Zeit damit auch auseinanderzusetzen, wie kann ich das so hinkriegen, dass es passt.

Ich will uns nur irgendwie gemeinsam darauf aufmerksam machen, da sind wir in diesem Stoffwechsel mittendrin und wir sind Stoffwechselmanager, indem wir diese Entscheidungen auch treffen. Also indem wir Entscheidungen treffen, was baue ich an, was verfüttere ich, wer lebt hier mit auf dem Betrieb, außer den Menschen. Und dann sind wir natürlich Stoffwechselmanager am Futtertisch ganz unmittelbar.

Fragerunde: Erdgeschichte, Bewusstsein und Technik in der Landwirtschaft 00:54:14

Florian Leiber: Jetzt habe ich eine Stunde lang gequatscht und hatte euch eigentlich versprochen, ich wollte mit euch diskutieren. Also ihr dürft mal gerne auch Fragen stellen oder kommentieren oder protestieren zu dem, was ich jetzt alles gesagt habe.

Publikum: Ich hätte zwei Nachfragen, Verständnis von. Diese erste große Umwandlung von den anaeroben zu den aeroben lebensweise, ging das über eine ganz lange Zeit rum oder war das eher auch, gibt es dann Daten, kann man sagen, wann war das?

Florian Leiber: Kann ich nicht so gut sagen. Und das sind dann immer Sachen, wo ich, also ich bin ja kein Geologe, das richtig immer genau einzuordnen, wie schnell das war. Das ist mir nicht immer ganz klar und das ist manchmal auch, merkt man, okay, das ist auch gar nicht so ganz einfach zu verstehen und sich vorzustellen.

Es entsteht durch diese Sauerstoffsättigung im Wasser und in der Atmosphäre irgendwann entsteht ein Schwellenwert, den die nicht mehr ertragen. Und wann der genau war.

Publikum: Aber so ungefähr 200 Milliarden Jahre?

Florian Leiber: Ne, 200 Milliarden Jahre, da gab es, glaube ich, die Erde noch gar nicht. 200 Millionen Jahre, meinst du vielleicht?

Publikum: Ne, Entschuldigung, ich meine 200 Milliarden Jahre.

Florian Leiber: Also es hat ungefähr, ne, ich denke, dass das schon viel früher ist. Also es sind ja die ganzen höheren Pflanzen, sind ja alle komplett adaptiert an eine aerobe oder oxygene Umwelt. Ja, das ist ja quasi nur diese allerersten Besiedler des Wassers.

Die gehen dann irgendwann drauf in diesem Moment. Und da bin ich jetzt sehr sicher, das ist viel früher. Also keine Ahnung, vielleicht sind das 100 Millionen Jahre von hier oder 200 Millionen Jahre, aber ich weiß das wirklich nicht.

Aber ich finde es einfach wichtig, dass man sich das klar macht. Es findet in der Erdgeschichte immer wieder so etwas wie eine Ko-Evolution statt. Also quasi die, die dann leben und ein Milieu haben, die passen sich genau an dieses Milieu an und dann arbeiten die gegen ihr eigenes Milieu.

Und irgendwann bricht das zusammen. Könnte man so ein bisschen sich fragen, ob wir uns gerade in so einer Phase befinden, wo wir gegen unser Milieu arbeiten.

Publikum: Und dann für eine zweite, unverständliche Frage, du hast noch eine Zahl, 120 Millionen Tonnen pro Jahr.

Florian Leiber: 120 Milliarden Tonnen pro Jahr Kohlenstoffassimilierung durch Photosynthese.

Publikum: Eier.

Florian Leiber: Also das ist das, was die Pflanzen so reinholen.

Publikum: Außer ein bisschen Recht und Verständnis, ich rekapituliere ein bisschen das mit dem Stickstoff. Das mit dem Kohlenstoff konnte ich ziemlich gut begleiten. Und bei dem Stickstoff, das ist eigentlich ähnlich, dass er auch über all diese Jahre in die Erde oder verdichtet, also in den Pflanzen, im ganzen Lebewesen, da reingeholt wurde.

Und dann auch, also wiederum, genau wie dann einen Moment gab es, wo dieser Kohlenstoff wieder freigesetzt wurde, fing dieser Stickstoff auch freigesetzt zu werden. Also die Tiere, die haben auch damit was zu tun. Und der kommt aber irgendwie in eine schelmliche Form in die Atmosphäre und nicht in diese ursprüngliche Form.

Florian Leiber: Also das ist so, dass quasi so wie die Tiere den Kohlenstoff verstoffwechseln, Entschuldigung, den Stickstoff verstoffwechseln, kommt es am Ende zu diesen löslichen Stickstoffverbindungen, die also im Wasser löslich sind, aus denen Lachgas gebildet werden kann. Und das ist in großen Mengen der Atmosphäre sehr schädlich. Aber, also was heißt der Atmosphäre schädlich?

Das ist eigentlich das falsche Wort. Es wirkt wärmend auf die Atmosphäre. Und inwieweit das im Ungleichgewicht bereits gewesen wäre, bevor der Mensch kommt, also wir haben ja dann noch einen langen Zeitraum, wo hier irgendwie Elefanten und Dinosaurier und wer auch alles unterwegs sind, inwieweit dort eine Stickstoffproblematik schon entstanden ist.

Das entzieht sich meiner Kenntnis, das weiß ich nicht. Ich weise eigentlich nur darauf hin, dass mit dem Menschen oder jetzt mit der Industrialisierung und Verdichtung des Menschlichen auf der Erde jetzt dieser Prozess aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es solche Ungleichgewichte auch vorher immer mal gab und dass auch Artensterben auf der Erde mal gewesen sind, aus dem Grund, dass sowas über die Maßen stattfand.

Aber das weiß ich nicht. Ich fokussiere jetzt mit meiner Aussage auf die menschliche Tätigkeit. Und die schließt sozusagen Leguminosenanbau und Verfütterung genauso ein wie Mineraldünger.

Publikum: Ja, das war eine Sache. Das andere ist, jetzt fahrst du ein bisschen philosophisch.

Florian Leiber: Gerne.

Publikum: Also du hast das dann im Verhältnis gestellt, also diese Bewusstseinentwicklung des Menschen mit dieser Freisetzung von Kohlenstoff, aber auch mit dem Stickstoff irgendwie. Und wenn das dann so ist und man kann es einfach beobachten und feststellen, dass manche Sachen irgendwie nebeneinander laufen, das geht sozusagen weiter. Und wenn man auch auf sich selbst schaut und sich fragt, was will ich eigentlich?

Man will irgendwie immer mehr Bewusstsein, oder jetzt in einem Internet oder so, man will immer mehr entwickeln, diese Seite. Das würde aber auch bedeuten, dass diese Kohlenstofffreisetzung auch noch größer werden würde.

Florian Leiber: Also das tut sie ja auch.

Publikum: Ja, eben. Aber ich glaube, wir wollen jetzt in Bezug auf der Biologie, auf der Psychologie diesen Kohlenstoff so wenig wie möglich freisetzen und mehr wieder in die Erde rein. Aber andererseits wollen wir nicht irgendwie diesen Bewusstseinsentwicklungsprozess anders umlenken.

Das ist so der philosophische Punkt.

Florian Leiber: Also 100% Zustimmung, das ist irgendwie auch unser philosophisches Dilemma, oder? Also wie lösen wir das auf?

Publikum: Und dann gibt es dann eine große Frage. Na gut, viele Wege, aber vielleicht erstmal so zwei Möglichkeiten. Müssen wir auch in dieser Seite des Bewusstseins etwas verändern?

Also eine Selbstentwicklung sozusagen. Und dann steht das anders im Verhältnis, oder das geht dann in eine andere Richtung, auch mit dem Kohlenstoff, die ganze Freisetzung. Oder wollen wir versuchen, da weiter in diese Einseitigung zu entwickeln mit diesem Bewusstsein und irgendwie trotzdem diese andere Seite, die korrelativ ist mit dem Kohlenstoff, versuchen zu, ja, weniger zu halten.

Was irgendwie so ein bisschen unmachbar ausscheint.

Florian Leiber: Was meint ihr dazu?

Publikum: Ja, das ist dann vielleicht die Frage, was für eine Art Bewusstsein wir uns erschaffen wollen. Oder wie wir es halt anders gestalten können, ohne dass es diese Korrelation gibt. Also dann ist ja eher die Frage, was brauchen wir dafür, damit es nicht nur darauf aufbaut.

Wie schaffen wir uns einen Wert, der ohne diese Ressourcen klarkommt? Ich glaube, das ist ganz viel innerer Prozess und sich vielleicht auch von vielen äußeren Sachen, die wir uns halt gerade angeeignet haben, auch wieder lösen. Ja, aber ich meine, das ist ja genau die Frage, in der wir gerade leben.

Kriegen wir das hin oder kriegen wir es nicht hin?

Florian Leiber: Also du hast jetzt gesagt, eine Frage, die da drin steckt, ist, sind wir bereit, anzunehmen oder hinzunehmen, dass es vielleicht alles ganz anders wird, als es gerade ist. Oder dass das, wie wir geboren sind alle und wie wir hier leben in dieser schönen, reichen Welt, sich auch auflösen muss. Aber die Frage ist, haben wir das Vertrauen bzw.

oder haben wir auch das eigene Ziel, in so etwas Offenes reinzugehen. Aber Zukunft kann ja nichts anderes sein, als etwas Offenes. Wenn wir genau wissen, wie die Zukunft wird, dann ist sie ja eigentlich schon, also das wissen wir eigentlich immer nur über die Vergangenheit genau.

Publikum: Meine Intuition wäre ein bisschen, dass, so wie wir halt in einer Zeit leben, wo man irgendwie einsieht, dass es halt kein ewiges Weiter, also diese Narrativ vom ewigen Wachstum irgendwie nicht mehr funktioniert und die planetaren Grenzen stoßen, würde ich fast vermuten, dass es dann mit dem Bewusstsein irgendwie auch so ist. Dass es eigentlich schlecht denkbar ist, dass das Bewusstsein, weil es so schön ist, immer weiter wachsen könnte und nicht angewiesen ist. Also nicht in dem Verhältnis steht, dann doch zu den Ressourcen, die dieser Planeten auch hat.

Ja, also stimmt total dem Bezug, was mir gerade gebrochen hat. Deswegen sind wir ja auch alle hier, wir merken ja alle, dass wir echt was richtig radikal ändern müssen. Aber was, ob es dann, also ich meine, wenn du das so ausgedrückt hast, dann ist das ja auch fast mit Händen fühlbar, dass wir jetzt sozusagen, dass es wieder so ein Massenaussterben geben wird, wo sich das wieder in anaerobe Verhältnisse zurückbildet und wieder ganz andere Lebewesen entstehen.

Aber vielleicht geht es ja doch auch anders und weniger apokalyptisch.

Florian Leiber: Wir kommen übrigens nachher nochmal, also es gibt ja noch letzte anaerobe Gäste auf der Welt. Oder vielleicht auch nicht nur Gäste, wir haben ja mit denen zu tun. Und insbesondere zum Beispiel im Vormagen der Kuh.

Da kommen wir nach dem Mittagessen gleich drauf.

Publikum: Ich will noch dazu sagen, es ist anders genau in diese Richtung, wo man jetzt die Zukunft der Landwirtschaft denkt. In diese, wie nennt man das, also mechanisierung, also automatische Mechanisierung, wie nennt man das? Also das in diese Seite geht, die über dieses Bewusstsein, der sich über das Internet ausbreitet.

Jetzt Internet als allgemeiner Begriff, also halt etwas, was man irgendwie programmiert und ein Stück weit von sich selber, also sich selbst, aus sich selbst ausregelt. Geht man in eine solche Richtung mit der Technik? Oder geht man in eine Richtung, also das Bewusstsein, das wird nicht weniger sozusagen, aber in die Richtung, was du am Anfang gedeutet hast, dieses Handwerk.

Und das, was im biologischen Menschen dann irgendwie da steckt. Ja, ich benutze die Technik, die bessere Technik, aber in Richtung des, wie ich das mit meinem Bewusstsein umfange, geht das in die Richtung des Internets oder das ist ein Bewusstsein, der sich von alleine funktioniert oder ob ich immer noch dahinter stehe und das machen kann. Sozusagen.

Also einfach, das sind zwei verschiedene Bewusstseinsentwicklungsrichtungen von da.

Florian Leiber: Also so ganz grob gesagt. So? Ist das die Frage eigentlich?

Publikum: Aber geht das überhaupt? Weil Technik braucht ja auch Streng. Also das muss ja auch irgendwie herkommen, somit die läuft.

Du machst es dann selber oder wie?

Florian Leiber: Ja, das hieße ja jetzt noch nicht gleich, dass gar keine Menschen mehr da sind. Also so, ja?

Publikum: Ich fand halt spannend, als Ausdrucksprobe, dass du gesagt hast, um bewusst zu bleiben, müssen wir dem Kohlenstoff loswerden. Man denkt immer, wir brauchen Sauerstoff, um zu leben. Ja, wir müssen uns brauchen, um Sauerstoff zu haben, aber nicht für Bewusstsein.

Und deswegen, es gibt ja gerade mal dieses Bild, wir sind nur noch Köpfe und haben so einen Daumen zum Scrollen und mehr brauchen wir eigentlich gar nicht mehr, um in unserer Technikwelt zu überleben. Also die braucht dann keinen Sauerstoff in dem Maße, wie wir jetzt auf dem Feld brauchen, um unsere Muskeln zu halten.

Florian Leiber: Aber genau diese Welt ist total auf permanente Verbrennung angewiesen.

Publikum: Ja, also dabei stelle ich mir so Sachen vor, wie diese Doppelmesser, wie heißt denn das, diese Schmetterlingsmähwerk. Also das ist eine, in sich, also jetzt vom Stoff, von Energieverbrauch gesagt, das ist viel weniger, aber das ist so eine spitze Technik, das ist jetzt im Sinne der Technikentwicklung, das ist ganz hoch. Und das ist trotzdem nicht, ja, das sind eben verschiedene Ansatzpunkte, wie man das macht.

Das erfordert richtig viel Handwerk im Sinne des, wie bin ich mit dem Prozess, mit dem Bewusstsein verbunden, weil, also das macht eine wunderbare Arbeit, aber erst, wenn ich dann die Bedingungen, wenn ich das alles richtig gut in mein Bewusstsein mit ein, wie nennt man das?

Florian Leiber: Einbezieher.

Publikum: Einbezieher, ja. Wir machen mal ein Teppich, das ist Airflash *[?]*, oder? Und eine andere Technik, das ist irgendwie Aufbereitung, solche Sachen, die weißen, das funktioniert irgendwie in allen, das ist eine Sache, die man auch automatisieren kann, sind Sachen, es gibt Prozesse, die sind, man könnte das automatisch machen mit künstlicher Intelligenz, weil das irgendwie das hat, das schafft irgendwie alle Bedingungen, und das kann man dann laufen lassen, das funktioniert schon, aber das ist dann der andere Grad der Feinheit sozusagen.

Also beide sind sozusagen von der Technik her so richtig spitze, aber eine kann man mechanisieren und automatisieren und mit künstlicher Intelligenz, und das andere ist immer so, man sieht, boah, eigentlich braucht der Mensch noch da im Zentrum, noch dahinter.

Florian Leiber: Aber eben, also es gibt dann ja wie mehrere Stufen, also ich glaube, dass es nicht mehr weit, und wir werden Bauernhöfe oder Produktionsorte haben, wo Lebensmittel ohne Menschen von KI produziert werden, da bin ich sicher, das wird da sein. Dann, also ich weiß nicht, ob ihr den zufällig kennt, ob der hier auch mal herkommen durfte, Tom Saat, das ist ein Demeter-Landwirt aus Holland, ein ganz, ganz spannender Mensch, und der sich sehr viel damit beschäftigt, wie er mit Digitalisierung im Ackerbau auf seinem Betrieb arbeiten kann. Und er hat jetzt also, glaube ich, seine ganze Anbautechnik und Erntetechnik über GPS automatisiert eigentlich, also er läuft auch nur noch neben dem Traktor her, der Traktor lenkt sich selbst entsprechend seinen GPS-Signalen, und der Tom Saat, wenn man den als Mensch so wahrnimmt, das ist jemand, der unheimlich drinsteht, ja, und das ist wirklich ein Bauer, also der ist da dabei.

Und er sagt, aber warum soll ich da irgendwie am Lenkrad drehen und mir Rückenweh machen, wenn das die Technik viel besser kann? Ich muss nur wissen, was ich will. Das wäre ja so eine Stufe.

Die andere, habe ich gesagt, also vollständig automatisiert, dann so ein Tom Saat, der also seine Computer für sich arbeiten lässt, aber er ist der Chef.

Publikum: Er ist dabei.

Florian Leiber: Könnte man jetzt auch ein anderes Beispiel nehmen, in einem Gemüsebetrieb, wo dann mit so Jät-Robotern, die da rumfahren und Unkraut und Kulturpflanze viel besser unterscheiden können als wir. Aber, da ist dann eben der Bauer noch dabei, der Chef-Chef ist noch dabei, aber was ist mit dem unglaublich tollen Menschen, der da eigentlich auch immer gearbeitet hatte, der Down-Syndrom hat zum Beispiel, der das wahnsinnig gut kann, der unheimlich gut diese Pflanzen pflegen kann, der aber in dieser technologisch gesteuerten Prozessabläufe nichts mehr beitragen kann. Was ist eigentlich mit dem?

Also das ist noch eine andere Seite. Wir können immer sagen, ja, ich bin ja noch dabei. Ich bin ja der Chef.

Aber außer mir gibt es ja noch eine ganze Menge andere, die eigentlich auch mal dabei waren, bis hin zu den Tieren, bis hin zu der Frage, warum darf eigentlich das arme Pferd oder der arme Esel oder der arme Ochse nicht mehr mitmachen bei meinem Ackerbau. Ja, weil ich die outgesourcht habe an die Technik und Vorsicht, ich mache jetzt ein bisschen wie einen Rückgriff auf etwas nostalgisch Altes. Ich will nicht sagen, wir müssen jetzt zwangsläufig dahin zurück, das ist vielleicht ein Dilemma, aber ich will sagen, es bleiben immer welche dabei auf der Strecke.

Mit jedem Schritt der Technisierung. Entschuldigung, irgendjemand hatte sich gemeldet.

Publikum: Ich nenne nur, um es noch ein bisschen weiterzuspielen, es gibt ja noch extremere Formen, also auch gerade in Holland dieses Vertical Gardening nennt sich das. Also es sind einfach so Systeme, da werden Pflanzen, die hängen halt in irgendwelchen Regalen drin und werden mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Da gibt es gar keine Erde mehr, da gibt es gar keine Tiere mehr.

Da gibt es nur noch Steuertechnik, Ingenieure und Hilfskräfte, die irgendwas sauber machen. Also da gibt es Leute, die sagen, das ist die Zukunft der Landwirtschaft.

Florian Leiber: Jaja und da wird auch, da werden Milliarden und Milliarden reingepumpt, um das zu erforschen, weil je mehr man das artifiziell hat, sozusagen im Greenhouse und quasi alles übereinander und keine Ahnung, die Fische fressen, was oben die Hühner reinscheißen und auf dem Abwasser züchten wir dann wieder irgendwas. Das sind dann ja sozusagen perfekt geschlossene Kreisläufe, die kann man weitgehend emissionsfrei machen. Im ganzen Kontext Klimawandel ist das total relevant, aber es ist extrem weit weg.

Von dem da. Ja?

Publikum: Ja. Ja. Genau.

Publikum: Ja.

Publikum: Aber braucht man denn, also ich stell mir immer die Frage, braucht man denn Vertical Farming, wenn man nicht einfach die Nutzung der ganzen Flächen ändert und die sinnvoll gestaltet? Also sollte man vielleicht erst mal das probieren, bevor man sich irgendwas überlegt, damit man trotzdem immer noch, also wenn man eigentlich ja verhindern will, dass so viel Soja und so viel dies und jenes für Tiere angebaut wird, was die aber eigentlich schlechter werden und nicht fressen, dann kann man doch einfach auch die Flächen nehmen und muss dann nicht irgendwelche, also das ist so, hä? Also, ja, das ist ein netter Ansatz, aber irgendwie, ja.

Flächennutzung weltweit und das Potenzial von Grünland 01:17:20

Florian Leiber: Also aber danke für die Überleitung. In den letzten sieben Minuten würde ich das gerne aufnehmen und um dieses Thema hier Ressourcen eigentlich oder Ressourcen und Emissionen noch so weit rund zu machen, dass wir dann Nachmittagessen auch zu was anderem gehen können. Das ist genau eine sehr, sehr wesentliche Frage.

Wie gehen wir mit den Flächen um, die wir haben? Und ich hätte jetzt, das dauert aber jetzt gerade zu lang, diesen Beamer anzuschmeißen hier, sonst hätte ich euch jetzt da so eine Grafik gezeigt. Anhand von globalen Daten ist das von der FAO zusammengefasst worden.

Wie viele Ressourcen stecken wir eigentlich rein global in die Tierhaltung oder tierische Produktion, wenn man es mal so nennt. Und das haben sie unterschieden nach einerseits Wiederkäuern und andererseits Nicht-Wiederkäuern, also im Wesentlichen Geflügel und Schweine. Und die Frage war erstmal, wie viel Hektar Land fließen da rein?

Und zwar erstmal die Frage, wie viel Hektar Ackerland fließen da rein? Und ich muss es jetzt auswendig können, aber es ist ungefähr, glaube ich, die Größenordnung, dass wir weltweit ca. 300 Millionen Hektar Ackerland brauchen, um Schweine und Geflügel zu füttern.

Und wir brauchen auch ca. 300 Millionen Hektar Ackerland, um Wiederkäuer zu füttern. Und die Frage ist, was kommt dabei raus?

Dabei kommt raus, 35 Millionen Tonnen Protein pro Jahr. Ungefähr, glaube ich, 35 Millionen Tonnen Lebensmittelprotein, also Fleisch, Milch, Ei, pro Jahr. Einerseits auf dieser Geflügel- und Schweineseite, andererseits auf der Wiederkäuerseite.

Das heißt, wir haben ungefähr den gleichen Input für Wiederkäuer und für Geflügel und Schweine. Und wir haben auch ungefähr den gleichen Output. Was stimmt nicht an der Geschichte?

Das habe ich unterschlagen. Das habe ich natürlich auch unterschlagen, das ist natürlich sehr, sehr wesentlich. Und da sage ich jetzt nur einfach, okay, das sind die Hektar, die wir sozusagen aus der menschlichen direkten Ernährung rausnehmen und damit Tiere ernähren.

Das stimmt, aber ich habe bei den Wiederkäuern was unterschlagen. Das Grünland. Also ich spreche hier von 300 Millionen Hektar da, 300 Millionen Hektar da.

Hier haben wir die Wiederkäuer und da kommen nochmal 2 Milliarden Hektar permanentes Grünland dazu. 2 Milliarden Hektar, das umschließt alles. Das umschließt natürlich auch Buschland irgendwo in der Subsahelzone, wo fast nichts wächst.

Das entschließt auch ein Fruchtfolge-Kleegras zum Beispiel. Diese Sachen, also Crop Rotation ist da mit drin. Und dann sehen wir, irgendwas stimmt doch nicht.

Irgendwo haben wir ein Problem. Warum schaffen wir es nicht mit 2 Milliarden Hektar? 2 Milliarden Hektar Grünland plus 300 Millionen Hektar Ackerland mit den Wiederkäuern mehr zu produzieren, als mit den Geflügel und Schweinen.

Wo ist der Fehler? Und dann ist meiner Meinung nach, das kann man ganz, ganz klar zeigen auch, der eine große Fehler ist darin, dass wir das Grünland viel zu ineffizient nutzen. Dass wir nicht das mit dem Grünland machen, was wir mit ihm machen könnten.

Das ist eine gewaltige Ressource, die wir haben und ja nicht nur eine Futter-Ressource. Das ist ja auch eine Ökosystem-Ressource. Das ist ein Habitat oder das sind riesige Habitate für alle möglichen Lebensformen, die in diesem permanenten Grasland existieren.

Das sind gewaltige Kohlenstoffsenken. Also in den Böden unter permanentem Grasland ist ja ein gewaltiger Kohlenstoffspeicher. Und all das nutzen wir total unvollständig.

Und wenn ich es jetzt in 2 Minuten ganz grob zusammenfasse, ganz verkürzt, dann ist das Problem in den entwickelten Ländern, also zum Beispiel in Europa, dass uns dieses blöde Grasland einfach viel zu teuer ist. Und dass wir es deswegen entweder gar nicht mehr nutzen, das betrifft jetzt vor allen Dingen in den Bergen, also Mittelgebirgen, alle möglichen steilen Lagen, in den alpinen Regionen wird es gar nicht mehr genutzt. Oder vor gar nicht kommen noch alle möglichen anderen Schritte.

Also kommt der Schritt jetzt, wenn ich über die Alpen spreche, ursprünglich hat man sehr intensive Milchproduktion auf den Alpen betrieben. Das heißt aber, diese Hüterei, diese ganze Alpwirtschaft, das ist arbeitsintensiv, das bedeutet menschliche Arbeit, die man auch nicht ersetzen kann. Das bedeutet eben auch handwerkliches Melken zum Beispiel, weil ich ja nicht irgendwie oben auf der Alp einfach ein Melkroboter hinstellen kann.

Und das ist zu teuer, deswegen erwirtschaftet man mit dieser Milch, obwohl die Milch wertvoll ist, weniger, weil man so viel Input hat, als wenn man da zum Beispiel umstellt auf Mutterkühe. Wenn ich aber auf einem Hektar Milch produziere oder mit Mutterkühen Fleisch produziere, hole ich von diesem Hektar mit den Fleischkälbern wesentlich weniger, viel, viel weniger Protein runter. Bei gleich vielen Tieren.

Ich habe gleich viele Tiere da rumstehen, die das fressen, die das vielleicht auch schön erhalten, theoretisch das Land, in dem sie es, wenn ich es gut bestoße, die rumfurzen und rumrülpsen. Und ich habe mit dem Mutterkuhkalb weniger als die Hälfte des Lebensmittelproteins, als hätte ich Milchkühe. Und das ist so der erste Schritt in der Schweiz zum Beispiel.

Also erst waren da Milchkühe, dann kommen die Mutterkühe und dann kommen die Schafe. Und die Schafe werden eigentlich überhaupt auch nicht mehr richtig genutzt, sondern das ist dann eigentlich nur noch Landschaftspflege, um diese Landschaften offen zu halten, um diese Biodiversität zu erhalten, alles gut. Aber es ernährt nicht mehr den Menschen.

Und das Schöne an der Graslandbewirtschaftung mit Wiederkäuern ist ja eigentlich, wenn wir es richtig machen, dass wir gleichzeitig Ökosysteme erhalten und fördern und gleichzeitig Boden aufbauen, ganz konkret Boden aufbauen und gleichzeitig Lebensmittel erzeugen, von denen Menschen leben können. Und wenn man das jetzt, da kann man jetzt sagen, ja die paar Weiden da in den Alpen, das ist auch völlig egal, nur schade drum. Aber wenn wir uns klar machen, welche gewaltigen Flächen das betrifft,

zum Beispiel in Zentralasien, also in den ehemaligen Sowjetrepubliken dort oder in Zentralchina, da ist so viel Grasland, da spreche ich jetzt aus sehr unmittelbarer Erfahrung, weil ich da gearbeitet habe in Kirgisistan und in China, da ist so eine riesige Ressource da, die aufgrund unterschiedlichster Ursachen schlecht gemanagt wird. Und dann, im Gegensatz zu Europa hier, wo wir das Land einfach verganden lassen und nicht mehr nutzen, wird es dort dann übernutzt, hat man viel zu viele Tiere, sehr oft sind das Schafe oder Yaks, die auch sehr, sehr tief fressen und durch dieses tiefe Abfressen die Grasnarbe schädigen und es gibt eine gewaltige Bodenerosion. Also erst erodiert die Grasnarbe, dann ist die Pflanzendecke weg, dann kommt die Dürre, dann kommt der Wind und dann ist der Boden weg.

Und das hat eine Dynamik, die ist ein bisschen atemberaubend und es ist sehr deutlich, das kann man an verschiedenen Projekten dort oder an verschiedenen Orten auch sehr deutlich zeigen, dass man ein gewaltiges Potenzial hätte in solchen Regionen, gleichzeitig die Nachhaltigkeit, also den Erhalt dieser eigentlichen Ökosysteme, den Erhalt der Böden und eine Überproduktion an Lebensmitteln, also das heißt, mehr Lebensmittel zu produzieren, als diese Menschen dort unmittelbar für sich brauchen, damit ein Wert haben, eine Wertschöpfung, die nach außen gegeben werden kann, damit den Wohlstand der Menschen erhöhen könnte. Das geht eben im Fall vom Grasland parallel zusammen.

Wir beschäftigen uns sozusagen im globalen Norden mit unendlich viel Forschungsgeld, mit den Fragen, ob wir den Milchkühen noch 2000 Kilo mehr pro Jahr entlocken können, durch entsprechende genomische Zuchtwertschätzung oder was auch immer, ob wir noch mehr Erträge schaffen können durch gentechnisch veränderte Pflanzen auf unseren Ackerflächen. Wir pumpen da unendlich viel rein und ich bin überzeugt, den viel größeren Erfolg könnten wir haben, mit sehr grundlegenden Techniken der Landnutzung, die alle wissen, die die Menschen dort vor Ort auch wissen, die sind ja nicht blöd, die haben ihre Traditionen und es hat sich über Jahrhunderte in den Traditionen, es ist da ja nicht das passiert, was jetzt passiert, dass sie die Böden verloren haben, sondern sie haben die Böden aufgebaut, die wir heute verlieren. Und da ist sozusagen ein ganz wesentlicher Angelpunkt für mich meiner Meinung nach in der Frage, wie nutzen wir eigentlich Grasland global und dann müssen wir immer vor unserer eigenen Haustür anfangen und uns fragen, wie nutzen wir unser Grasland hier?

Das heißt, wie betreiben wir eine Wiederkäuerwirtschaft so, dass wir daraus tierische Lebensmittel erzeugen, die nicht in dieser Nahrungsmittelkonkurrenz stehen? Das ist der eine Punkt, der in die Richtung geht.

Publikum: Ja, dann hätten wir ja 300 Millionen Hektar für andere Nahrungsmittel.

Florian Leiber: Genau, genau.

Publikum: Das wäre ja richtig zu brauchen.

Florian Leiber: Ja, genau. So, und jetzt sind unsere Nahrungsmittel auch schon warm und warten. Also danke euch.

Vielen Dank.

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