Software AG - Stiftung

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Software AG – Stiftung

Die Software AG – Stiftung (SAGST) ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Darmstadt. Sie wurde 1992 von Peter Schnell gegründet, der einen Großteil der Aktien der von ihm mitbegründeten Software AG in die Stiftung einbrachte. Die Stiftung zählt zu den größeren privaten Förderstiftungen in Deutschland und unterstützt Projekte vor allem in den Bereichen Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Behinderten- und Altenhilfe, integrative und anthroposophische Medizin sowie Landwirtschaft und Naturhilfe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Initiativen im Umfeld der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und der Anthroposophie.

Gründung und Vermögen

Peter Schnell brachte 1992 etwa 98 Prozent der Aktien der Software AG in die Stiftung ein. Die SAGST ist keine Unternehmensstiftung, war jedoch über viele Jahre Großaktionärin der Software AG. Das Stiftungsvermögen beträgt heute rund 1,3 Milliarden Euro und wird in Immobilien, Aktien, Renten und Unternehmensbeteiligungen angelegt. Aus den Erträgen werden jährlich etwa 250 Projekte gefördert. Der Sitz der Stiftung ist in Darmstadt.

Zusammenarbeit von Peter Schnell und Manfred Klett

Die Begegnung zwischen Peter Schnell und Manfred Klett Anfang der 1980er-Jahre am Dottenfelderhof bei Bad Vilbel gilt als prägend für die Stiftungsarbeit im Bereich der Landwirtschaft. Schnell beschrieb die Begegnung später als einen „karmischen Einschlag“. Kletts Verständnis der biologisch-dynamischen Landwirtschaft als Kulturimpuls führte dazu, dass Schnell privates Vermögen in den Dottenfelderhof einbrachte.

Klett und Schnell blieben über Jahrzehnte verbunden. 2002 hielt Klett die Laudatio bei der Verleihung der Goldmedaille für Verdienste um das Stiftungswesen an Schnell durch den Bundesverband Deutscher Stiftungen. In der Laudatio würdigte Klett unter anderem Schnells Haltung, Eigentum nicht als Machtmittel zu horten, sondern sozial wirksam werden zu lassen. Auf Anregung Schnells veröffentlichte Klett 2021 sein Buch Von der Agrartechnologie zur Landbaukunst.

Förderung des Dottenfelderhofs

Die Software AG – Stiftung unterstützt den Dottenfelderhof und die dortige Landbauschule Dottenfelderhof e.V. langfristig. Die Förderung umfasst die biologisch-dynamische Bewirtschaftung, Ausbildung, Forschung und Züchtung. Der Hof gilt als wichtiger Ort für die Weiterentwicklung und Vermittlung biodynamischer Methoden. Die Unterstützung durch die Stiftung ermöglichte unter anderem den Ausbau von Forschungs- und Züchtungsarbeiten sowie infrastrukturelle Maßnahmen.

Förderung der Dorfgemeinschaft Juchowo

Seit 2001 ist die Software AG – Stiftung Mitinitiatorin und zentrale Förderin des Dorfprojekts Juchowo der Fundacja im. Stanisława Karłowskiego in Westpommern (Polen). Gemeinsam mit anderen Stiftungen ermöglichte sie den Erwerb von Land, Gebäuden und Maschinen und sicherte damit die langfristige biologisch-dynamische Bewirtschaftung sowie den Schutz des Eigentums vor Spekulation.

Die Förderung beschränkt sich auf gemeinnützige Bereiche: Forschung, Naturschutz, Ausbildung, Pädagogik und Sozialtherapie. Dazu gehören unter anderem:

  • Unterstützung beim Aufbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur,
  • Förderung von Forschungsarbeiten (u. a. zu Boden, Tiergesundheit und Milchqualität),
  • Aufbau und Ausbau der Sozialtherapie, einschließlich der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (Zakład Aktywności Zawodowej),
  • pädagogische Angebote und Erlebnispädagogik für Kinder und Jugendliche aus Polen und Deutschland.

Die Stiftung begleitet das Projekt seit über zwei Jahrzehnten sowohl finanziell als auch beratend. Juchowo wird von der SAGST als Modell für ländliche Entwicklung beschrieben, das Landwirtschaft mit sozialen und pädagogischen Impulsen verbindet.

Weitere Förderbereiche

Neben den landwirtschaftlichen Projekten fördert die Stiftung Einrichtungen und Initiativen in der anthroposophischen und integrativen Medizin (u. a. Universität Witten-Herdecke, Stiftungsprofessuren), in der Reformpädagogik sowie in der Behinderten- und Altenhilfe. Die Förderung konzentriert sich vor allem auf Deutschland und Europa.

Quellen

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