Düngung - 11. Vortrag von Manfred Klett, Vortragsreihe 2017

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Vortrag 11/12 Düngung, 2017. Dr. Manfred Klett am 17. November 2017 in der Landbauschule DottenfelderhofHier klicken um zum Video zu gelangen

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Düngung - 11. Vortrag von Manfred Klett, Vortragsreihe 2017

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Rückblick auf Tier und Rind, und die Frage nach dem Beitrag des Menschen 00:00:59

Einen schönen guten Morgen, was haben wir denn jetzt dann eigentlich gemacht? Wir haben hingeschaut auf das Tier und insbesondere auf das Rind, das Rind als das Haustier schlechthin und dasjenige, was wirklich von der Naturseite her dem Landwirt am meisten hilft, einen Hof zu einem wirklich geschlossenen Organismus zu machen. Aufgrund seines ganzen Verhaltens, das ganze Futter sozusagen, was im Jahreslauf heranwächst, das dann zu konsumieren, all das Futter, was für die menschliche Ernährung nicht geeignet ist und daraus einen Dünger zuzubereiten, der wiederum verteilt wird über den ganzen Hof und dadurch der Hof zu einem wirklich in sich geschlossenen Ganzen wird, von der Naturseite her und das ist also insofern haben wir es beim Rind wirklich mit einem unversichtbaren Wesen zu tun, also eine Rinderherde möglichst, die zugemessen auf die Größe und die Art der Bewirtschaftung des Hofes unbedingt notwendig ist.

Ja und ich möchte jetzt gar nicht weiter darauf nochmal zurückgehen, sondern möchte die Frage stellen, was nun eigentlich der Beitrag des Menschen ist. Wir haben ja diesen berühmten Strich hier gemacht und hier diese Nulldüngung und die erste die Pflanze und haben dann weiter das zweite Tier betrachtet und seinen Beitrag zum Ganzen zur Fruchtbarkeit der Entwicklung der Erde und jetzt ist die Frage nach dem Menschen. Was ist der Beitrag des Menschen im Hinblick auf die Düngung? Und wenn man sich das jetzt versucht mal zu verfolgen, was war der Beitrag der Pflanze? Da bildet sich Pflanzenmasse oben in Humus. Der Beitrag des Tieres, da wird eine Stofflichkeit zubereitet, die durch die Verinnerlichung im Tier eine höhere Stufe der Wirksamkeit entwickelt durch die Art der Stoffkomposition. Es ist eine belebte und durchseelte Substanz der tierische Düngung. Wie ist es jetzt beim Menschen? Wenn man diesen selben Prozess weiter verfolgt für Menschen über das Tier hinaus und fragt, ob dann irgendwie der Mensch dann noch etwas Vernünftiges beitragen kann, wenn man im Hinblick auf seine Ausscheidungen, auf die Fäkalien, und dann merkt man, da stimmt was nicht. Dass sie eigentlich, ich möchte mal sagen, so ein unmittelbares Gefühl hat, das ist eher schädlich als gut.

Frage: Was Geistiges kann der Mensch dazu beitragen.

Manfred Klett: Jaja, eben. Aber jetzt muss man zunächst mal sehen, warum eigentlich die menschlichen Ausscheidungen nicht geeignet sind, irgendwie Vernünftiges zur Düngung beizutragen. Denn man ist ja heute durchaus der Auffassung, immer wieder aufs Neue, dass die menschlichen Ausscheidungen ja auch wunderbare Nährstoffe enthalten. Also auch den Stickstoff herrlich, also Enmasse eigentlich ziemlich viel und Kalium, ja gut, also nicht so viel, mehr Natrium. Aber auch eben, das muss man doch irgendwie verwerten können, vom Nährstoffgesichtspunkt aus. Aber der Nährstoffgesichtspunkt ist sozusagen die letzte Reduktion, ein reduktionistisches Ergebnis des menschlichen Denkens. Und wenn man das aber jetzt wieder in die Zusammenhänge denkt, wie jetzt diese Relikte des menschlichen physischen Daseins beschaffen sind, dann wird man eben erst verstehen lernen können, ahnungsweise wenigstens, dass sie wirklich das Gegenteil sind vom Dünger, von einem Dünger, ein Antidünger eigentlich, in gewissem Sinne. Und also wie gesagt, in der heutigen Wissenschaft ist man da leicht geneigt zu sagen, Nährstoff ist Nährstoff, Stoff ist Stoff, fertig, aus. Spielt auch keine Rolle. Und dann haben sie in Schweden große Programme aufgelegt, wie man die festen Fäkalien von den flüssigen trennen kann, in großen Tanks auffassen und dann quasi in den Städten solche Anlagen schafft und dann das Zeug dann auf den Bauern zur Verfügung stellt für ihre Felder. Das kommt immer wieder hoch, diese Geschichte.

Frage: Aber ist das nicht super schädlich mit dem ganzen Kram, mit den Hormonen, die die Leute heutzutage schlucken, wenn wir das auf die Äcker schmeißen?

Manfred Klett: Stoff ist Stoff, wird abgebaut. Man hat Entschuldigungen genug.

Frage: Aber irgendwie muss es doch eigentlich irgendwo in den Kreislauf reinpassen, die menschlichen Ausscheidungen, ohne dass sich die unbedingt durch den Klärwert schickt.

Manfred Klett: Also es ist so, dass man sagen muss, selbstverständlich, die menschlichen Fäkalien, die anfallen, sagen wir mal auf einem Hof, die können sich sozusagen gerade verdaut werden von diesem Organismus. Das verträgt er. Wenn man aber jetzt Querschlangen im großen Stil oder solche Anlagen, wie sie da in Schweden immer wieder geplant werden oder da oder dort oder früher die Rieselanlagen um Berlin rum oder hier in Darmstadt, habe ich das auch kennengelernt, wo nur sozusagen die menschlichen Fäkalien verrieselt worden sind und darauf Gemüse angebaut worden ist, da muss man mal so einen Kohlekopf gesehen haben oder gerochen haben vor allen Dingen. Also bevor der überhaupt in den Kochtopf kommt, riecht schon das ganze Feld. Also die Pflanzen nehmen den Stickstoff in einer solchen intensiven Weise auf, dass sie eigentlich schon im Wachsen verfaulen. Deswegen hat man das auch aufgegeben. Man hat wirklich die großen Hoffnungen nach dem Ersten Weltkrieg und so reingesetzt, dass man die menschlichen Fäkalien nutzt, um die menschliche Ernährung zu ermöglichen. Und das Ergebnis war, dass das einfach auf die Dauer unhaltbar war.

Pflanzenkläranlagen und die Dezentralisierung 00:07:55

Aber was wäre, wenn man die kompostiert? Also das ist eine gute Frage. Das ist wirklich eine ganz ernsthafte Frage und mit der geht man ja auch um. Man hat ja nun wirklich die Kläranlagen entwickelt und hat versucht, sie so ausgefeilt wie nur möglich zu machen, die technologischen Prozesse. Man tut dann auch vielfach Verbrennungsanlagen machen, um das Zeug wirklich zu verbrennen, völlig zu vernichten, auch wegen der schädlichen Keime und diesen Arzneisubstanzen, die heute die Hormone, die heute die Abwässer verseuchen.

Frage: Also im kleinen Stil funktioniert das mit der Kompostierung der menschlichen Fäkalien ganz gut und es stinkt dann auch nicht.

Manfred Klett: Also es gibt dann die eine Lösung, dass man das ganz dezentral organisiert. Und das sind die Pflanzenkläranlagen. Und die funktionieren auch. Die funktionieren wirklich. Und da kommt dann am Ende doch ein Wasser heraus, das den hygienischen Bestimmungen absolut entspricht. Also als Endprodukt sozusagen dieser Pflanzenkläranlage. Aber das bedeutet natürlich ein ganz anderes System. Also man muss sich heute denken, heute sucht man alles zu zentralisieren in den Kläranlagen, statt zu dezentralisieren. Und gerade auf dem Land, wo große Rohrleitungen von hier nach dort gebaut werden, um Pumpanlagen, um diese Fäkalien zu erfassen, gerade da wäre es notwendig, anzufangen mit der Dezentralisierung. Weil inzwischen ist man so weit, dass es einfach funktioniert. Das kann man so weit abbauen. Also Pflanzenkläranlagen heißt, dass da Pflanzen drauf wachsen, wie zum Beispiel Schilf. Also Pflanzen, die nun diesen Überschuss an Nährstoffen aufnehmen. Und die kann man dann kompostieren. Und dann kann man das erstmal über die Weiden führen. Und dann später über den Rinderdinger geht es weiter über den Ackerbau. Also man kann das integrieren, sukzessiv in Prozessen. Das ist sogar vom Staat in manchen Ländern so gemacht. Also in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel gab es vor acht Jahren ein Programm, was genau da staatlich gefördert war. Die haben 50% des Baus für so ein dezentrales Kläranlage auf eigenen Pflanzen. In welchem Land? Mecklenburg-Vorpommern. Das ist ja in Deutschland. Ja, das ist eben so sehr dünn besiedelt, wo man dann so ewig Leitungen machen muss.

Aber ansonsten ist man noch immer so verrückt, dass man die Sachen zentralisiert, statt eben in diesem Sinne zu verfahren. Nun ja, ein anderes Beispiel ist, das hat mehr Humor vor gemeint, dass man sozusagen so große Felder, Rieselfelder macht und baut Pappeln drauf. Das hat man ja vielfach auch gemacht. Das ist ja nicht nur erfunden. Aber Pappeln sind außerordentlich schnellwüchsig. Und die verwerten natürlich diese sogenannten Nährstoffe nullkommanichts, wachsen wie verrückt. Dann gewinnt man Holz. Was macht man mit dem Holz? Dann macht man Papier draus und hat zwei Zwecke, es zu verwenden. Einmal so, einmal, dass man die Formulare macht für die Bürokratie. Also das Papier verwendet einerseits überall, wo man sowas ausfüllen muss. Das ist für die Bürokratie, das ist gerade recht. Oder man verwendet es eben, indem man es wieder recycelt, sozusagen. Also die Pflanzenkläranlage ist tatsächlich etwas, was schon eine recht stürmische Entwicklung in den 60er Jahren genommen hat. Und damals ging viel schief. Da haben wir ganze Städte versucht, zum Beispiel Lindau, Friedrichshafen. Die haben versucht, Großkläranlagen zu bauen. Das hat alles nicht so richtig funktioniert. Dann haben wir es wieder sein lassen. Bis man dann in der Technologie so weit fortgeschritten ist, dass heute zumindest die kleinen Anlagen alle mal wirklich hundertprozentig funktionieren. Und man gewinnt einen Rohstoff, eben die organische Substanz, die da wächst, die man dann kompensieren kann. Also da liegt eigentlich meines Erachtens die Lösung für die Zukunft.

Der Egoismus des Menschen und warum die Fäkalien kein Dünger sind 00:12:55

Aber warum sind die Menschen in Italien so ein Problem? Das hängt einfach mit dem Menschen zusammen. Der Mensch ist so ein maßloser Egoist von Natur aus, dass er alles das, was er als Nahrung zu sich nimmt, für sich verbraucht. Da bleibt in der die Substanz, die wird so ausgelaugt, da ist wirklich nichts mehr drin. Das nimmt er für sein eigenes Wachbewusstsein, für seine eigene Seelen- und Geistentwicklung, braucht er einfach eine Nahrung, die er so auslaugt, Kraft seines Ich, so auslaugt, dass da praktisch nur noch Schlacke übrig bleibt. Das hat keinen Düngewert mehr. Das hat vielleicht noch einen Nährstoffwert, aber keinen Düngewert. Ich habe mal Selbstversuche gemacht, als ich noch am Institut für biologische Forschung in Darmstadt tätig war, bevor wir hier auf dem Dottenfelderhof angefangen haben. Da wurde uns von der Industrie oder von der Firma Freud der Auftrag gegeben, zu untersuchen, inwieweit man Klärschlamm einsetzen kann, über ein Trocknungsverfahren und dann als Dünger für die Landwirtschaft. Wir haben von vornherein eine Zurückhaltung geübt, aber die haben uns so gedrängt, diese Versuche mal zu machen. Jetzt fiel mir dann leider Gottes zu, und dann habe ich ein ganzes Spektrum von Klärschlämmen gedüngt, frisch kompressiert in allen Phasen und da Pflanzen drauf gebaut. Diese Pflanzen haben wir dann untersucht, nach allen Aspekten einer chemischen Untersuchung, als auch nach bildschaffenden Methoden, Kupferchloridkristallisation, Steigbild usw. Das Ergebnis war eben doch so, weil wir sowieso andere Düngungsversuche auch laufen hatten, waren wir eingefuchst in diese ganzen Untersuchungsmethoden, und das Ergebnis war, dass es eigentlich nichts wie eine ziemlich gesteigerte reine Stickstoffdüngung wirkt. Derangierend auf sämtliche physiologischen Prozesse der Pflanze. Das ist alles wie wenn die Pflanze innerlich physiologisch auseinanderfallen würde. Das ist auch beim Stickstoff der Fall. Dass die Stoffe sich nicht durchgestalten können, durchstrukturieren können. Also dass die feinen Aminosäuren plötzlich oben in der Frucht drin sind, wo sie nicht hingehören, oder die Nitrate. Also dass die ganzen physiologischen Prozesse der Pflanze eigentlich nicht ihrem typischen Wachstumsverlauf entsprechen.

Frage: Wurden direkt die Fäkalien genommen, oder kompostierte Fäkalien? Also es wurden Fäkalien und dann kompostierte Fäkalien und alles mögliche aus dem menschlichen Ursprung getestet.

Manfred Klett: Wir haben eine Kläranlage aufgesucht, wir haben uns die Substanzen aus Darmstadt verschaut, also städtische Abwässer.

Frage: Aber kein Kompost?

Manfred Klett: Wir haben das auch kompostiert. Aber auch da konnte man diese Nachwirkungen ganz deutlich sehen. Also die Fäkalien können es nicht sein, der Beitrag des Menschen.

Der Tritt des Bauern düngt: die Geistesgegenwart des Landwirts 00:16:27

Und jetzt ist die Frage, was trägt der Mensch dazu bei? Es gibt ein altes bäuerliches Sprichwort, das sagt, der Tritt des Bauern düngt. Kennen Sie das? Haben Sie es schon mal gehört? Der Tritt des Bauern düngt, wenn er über den Acker läuft. Das düngt er. Ich meine, wenn man über den Acker läuft, dann tritt man doch den Boden fest. Also man kann es nicht so verstehen, dass man sagt, wenn der Mensch über den Acker läuft, dann läuft er ja nicht nur mit seinen Füßen und Tritten auf den Boden, sondern er läuft über den Acker. Beobachten Sie mich. Machen Sie mal so einen Sonntagsspaziergang über die Ecke. Das gehört einfach dazu, sobald man das leisten kann. Einfach mal so über den Acker zu gehen. Und da hat man ja keine direkte Intention. Ich möchte jetzt nicht pflügen, ich möchte jetzt nicht ecken, ich möchte nicht jetzt sehen. Ich gehe einfach. Und dann erlebe ich sozusagen, gehend, schauend, fühlend, der Tritt eben auch auf dem Acker, ob der Boden elastisch ist oder locker. Ich empfinde sozusagen alles in ihrer Ganzheit. Und das ist das Allerwichtigste, was man sich erwerben muss, als Landwirt oder Gärtner, dass man sich in die Ganzheit hineinlebt. Nicht nur in das spezifische Detail. Das muss ich natürlich kennen, damit ich sachgemäß, handwerklich damit umgehen kann. Aber es gibt Momente im Lauf des Jahres, wo man in einer solchen inneren Verfassung ist, jetzt habe ich mal am Sonntag frei, und gehe über den Acker und laufe. Und schaue nach hier hin, schaue nach hier hin. Keine Intention, sondern nur einfach, wahrzunehmen, was da um mich herum ist.

Und wenn Sie so etwas zum Beispiel machen, gesteigert ist das, dass Sie den ganzen Tag draußen gearbeitet haben. Physisch auch wirklich, dran. Früher haben wir die Kartoffeln von Hand aus gemacht. Dann weiß man, was man getan hat. Oder den Mist haben wir vom Wagen ausgebreitet auf den Acker. Da weiß man, was man getan hat. Erstmal den Tiefsteinmist von Hand raus auf den Wagen, dann rausgebracht und dann wieder ausgesteuert. Wenn man so einen Tag verbracht hat, und hat dann noch die Kraft herauszugeben, am Abend und nochmal über den Acker, dann hat man Einfälle. Dann ist man so in einem Seelenzustand, dass man im Ganzen lebt. Dann weiß man ganz genau, morgen früh müssen wir rühren. Wir müssen die Präparate rühren. Da ist das notwendig. Man merkt, man hat eine höhere Sicherheit in seinen Entscheidungen. Man lebt in der Geistesgegenwart. Der Geist ist gegenwärtig, ist in den Dingen drin. Aber das ist immer dann umso mehr der Fall, wenn man richtig gearbeitet hat. Man möchte sich nicht in den Willenstuhl setzen und Zeitungen lesen. Das ist gerade das Falschste, was man machen kann. Sondern sich gerade nochmal betrachten, dem zuwenden, was man eigentlich vorher so physisch gemacht hat. Nochmal über die Fälle zu gehen und nochmal zu gucken. Dann kommt man in eine Stimmung der Geistesgegenwart, die einen wirklich entscheidungsfähig macht. Dass es nicht abstrakte Entscheidungen sind, die ich da fälle, sondern dass ich aus dem Zusammenhang meine Entscheidungen fälle. Da merkt man, wo Landwirtschaft anfängt, nicht nur eine wissenschaftliche Angelegenheit zu sein, sondern eine künstlerische. Dass ich künstlerisch so drin lebe in dem Zusammenhang, dass mir die Natur selber sagt, was eigentlich das Richtige wäre für morgen zu tun. Das muss man sich selber zur Erfahrung bringen. Aber ich muss einfach sagen, dieses Wort stimmt. Der Tritt des Bauern dümmt. Man muss über die Ecke gehen. Und das war halt früher gang und gäbe natürlich, weil man hinter den Pferden hergelaufen ist. Beim Flügen oder bei allen sonstigen Ausreißen ist man immer ständig über den Acker. Man hat eigentlich immer dieses Bewusstsein gehabt. Das Ganze, indem man drinsteht und jetzt diese Arbeit macht.

Frage: Ich habe einen Kollegen in Mexiko, in Menko. Er bearbeitet Fäkalien auch. Aber er macht damit Kunst. Die Klos, die Plumsklos, das sind Kunstwerke einfach. Und er ist sehr erfolgreich damit. Die Frage ist, wäre die Bearbeitung der Fäkalien, er kompostiert das, aber die Kraft, die Idee, die er hat, der ist so reich. Und der ist so kreativ. Und so ist das nicht ein Beitrag, ein geistiges Beitrag, zu dieser Fäkalie, wenn man dann von einem Plumsklo ein Kunstwerk macht, zum Beispiel. Ist das einen anderen Wert, geistiges, was da rauskommt. Zum Beispiel nicht nur Nährstoffe oder Stickstoffe, sondern auch Kunst.

Manfred Klett: Das ist gewiss so. Da bin ich auch der Überzeugung, dass man etwas hinzufügen kann, zu dem, was eigentlich destruktiv in der Natur wirkt. Und wenn man das kompostiert, dann sowieso. Der Mensch kann vieles gut machen, in der Natur, was schief läuft. Wenn er sich dem wirklich in diesem Sinne, künstlerisch öffnet und hingibt, zweifellos. Ob da jetzt besondere Formen, wie man Plumsklo-Häuschen gibt, oder so. Es ist mehr eigentlich, dass man sich, positiv zu dieser Sache stellt. Und aus dieser Positivität heraus, versucht, jetzt damit vernünftig umzugehen. Denn im Grunde genommen, ist dieses Verfahren, was Sie erwähnen, ja auch eine Dezentralisierung. Es ist ja für diejenigen, die da in der Nähe sind, in der Nähe wohnen oder so. Es ist ja nicht irgendwie, dass es gleich an einen Abschlusskanal angeschlossen ist oder so. Das ist dezentral im höchsten Grade. Und insofern ist auch die Gefahr, dass da alles Mögliche schiefläuft, gebannt. Letzten Endes läuft alles auf das persönliche Verhältnis des Menschen zu den Dingen, mit denen er umgeht, hinaus.

Frage: Ist es denn dann nicht auch denkbar, dass ein Mensch, der in seinem Geistigen das schafft, für die Welt zu sein, also sich praktisch der Welt hingeben möchte, dass seine Ausscheidungen eine andere Qualität haben?

Manfred Klett: Ein nicht-egoistischer Mensch hat vielleicht einen fruchtbaren Kot. Könnte sein. Könnte sein. Aber er muss ja irgendwie doch sein Leib unterhalten. Und er braucht eben all das. Also es ist eine ganz objektive Sache. Dieser Egoismus ist ein objektiver Egoismus, würde ich mal sagen. Also gut, es gibt da verschiedene Verfahren, man kann die Sache dezentralisieren, um das geht es. Und wenn die Kompostierung sich anschließt, dann ist eigentlich erst einmal das Rennen gewonnen. Aber das ist jetzt nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist, wie stellt sich der Mensch in den gesamten Naturzusammenhang rein? Und dazu muss er sozusagen die Natur ergehen, erwandern, erleben, sich hineinstellen, vollbewusst als Mensch. Und je mehr er sich in den Naturzusammenhang hineinstellt, auf der Grundlage seiner Arbeitserfahrung, durch die Woche hindurch, durch den Tag hindurch, da hat sich ein Fundament gebildet an Willenserfahrung. Und wenn ich das jetzt sozusagen erhebe an einem solchen Spaziergang über die Felder, dann wird mir noch bewusster, was ich eigentlich getan habe. Und das ist schon mal ein ganz wesentlicher Bereich, wo der Mensch sozusagen etwas hinzufügt, hinzuträgt, was dann auch die ganze Art seiner Arbeit irgendwo befördert.

Der Umgang mit den Präparaten: erst studieren, dann selber machen 00:25:42

Aber jetzt ist eben noch ein weiteres. Das ist diese Frage, die sich stellt im Zusammenhang mit der biologischen nachhaltigen Präparate. Und da berühren wir jetzt einen Punkt, der natürlich immer menschliche Herausforderungen darstellt, denn es ist wirklich so, dass die Präparate nach wie vor ein ganz großes, großes Geheimnis sind. Also es ist noch nicht so, erkenntnismäßig durchdrungen, dass wir sagen können, das haben wir jetzt kapiert und folgendes machen wir das. Sondern da ist noch ein erheblicher Erkenntnisweg zu beschreiten, um immer mehr einzudringen in diesen Zusammenhang. Und was ich jetzt von mir aus jetzt noch heute und morgen beitragen will, ist eigentlich mehr auf das Prinzip zu schauen, was wir da handhaben. Heute besteht ja die Tendenz, also ich war viel herumgekommen in der Welt, in verschiedenen Höfen und Ländern und so weiter und habe überall gesehen, dass die Leute sich die abstrusesten Vorstellungen machen über die Präparate und daraus irgendwie Schlussfolgerungen ziehen und jeder macht das dann irgendwie ein bisschen anders, weil er meinte, das könnte man auch so machen. Das hat eine riesen Gefahr mit verbunden. Man ist immer wieder erschüttert, mit welcher Leichtfertigkeit da einfach beliebig mit den Präparaten umgegangen wird.

Die einen denken, rühren ist zu anstrengend, also mache ich es mit einer Maschine. Und dann die Maschine, naja, das ist auch so ein Ding, dann mache ich es doch mit Flowforms, also mit diesen Wirbelschalen. Die ganze Australien macht das mit Wirbelschalen und in Kalifornien fangen sie auch damit an und dann irgendjemand posaunt irgendeine Technologie in die Welt und schon ist sie halt einfach so gang und gäbe. Man macht sich gar keine Gedanken mehr. Im Gegenteil, man gibt Erklärungen, dass wenn man so eine Wirbelschalenanlage hat, Wirbelschalenkaskade, wo man oben das Rührwasser reinlaufen lässt mit den Präparaten und dann machen die mit dieser wunderbaren emiskalischen Bewegung. Unten ist ein Loch und es fließt wieder raus, dann wird es wieder hochgepumpt, eine Stunde lang. Es ist absolut abstrus. Und dennoch, dann wird dann gesagt, ja, dann kann man daneben stehen und meditieren. Oder währenddessen schon mal die vorher Gerührte schnell aufs Feld rausfahren und wenn das dann eine Stunde gerührt hat, bin ich wieder da mit meinem Fass. Da kann ich als Ein-Mann-Betrieb dann 1000 Hektar bewältigen. Da entstehen wirklich ganz, ganz individualistische Lösungen, die aber bis an die Grenze dessen gehen, wo man sagen muss, hat das überhaupt noch Sinn? Sie sagten gerade daneben stehen und meditieren. So was habe ich eigentlich für mich auch schon mal als sinnvoll mir gedacht. Und zwar, ich weiß nicht, ob das als völliger Ersatz zum Kieseln taugt, aber wenn man beim Kieseln, im Kieseln nur als das spirituelle Vehikel benutzt, dann kann man ja durch das Meditieren die Spiritualität den Pflanzen direkt zukommen lassen. Oder habe ich da einen Denkfehler drin?

Ich würde mal fragen, so wie ich das jetzt verstanden habe, auf die Schnelle, würde ich mal sagen, vorsichtig mit solchen Überlegungen. Ich werde das jetzt mal versuchen, die Prinzipien so zu entwickeln, am Beispiel des Hornmist- und Hornkiesel-Präparat, dann kann jeder damit auf seine Art umgehen. Also da ist es ja so, und wir haben da eigentlich verheerend wenig Zeit, es ist ja so, dass man zunächst mal versuchen muss, mit all seinen Urteilen mal zurückzuhalten. Und genau zu studieren, Wort für Wort, wie das im fünften Vortrag entwickelt ist. Am Ende des vierten Hornmist- und Hornkiesel-Präparat und im fünften Vortrag des Landwirtschaftlichen Kurses an die übrigen Präparate. Wort für Wort, jedes Wort, jede Wendung auf die Goldwaage legen, nicht des Urteils enthalten. Und einfach den Zusammenhang, wie es entwickelt ist, mal zur Kenntnis zu nehmen, das mal ruhen zu lassen, wieder zur Kenntnis zu nehmen. Und so in einem solchen Verhalten oder in einem solchen Verhältnis zu diesen Inhalten des Landwirtschaftlichen Kurses erst mal eine Basis zu legen. Und dann ist das Zweite, dass man es macht. Dass man selber sozusagen die Präparate herstellt. Das ist also das Allerallerwichtigste. Das wird heute derart vernachlässigt auf den Höfen, da ist irgendjemand, der stellt die her, dann holt man sie halt von dem, bestellt sie und wendet sie an. Ich meine, selbstverständlich. Aber ich bin eigentlich in der Situation eines Michelangelo oder eines Leonardo da Vinci oder eines Dürers oder so eines Künstlers, der überhaupt erst das aus sich heraussetzen kann, wenn er sich stellt, wenn er sich dieser Aufgabe stellt. Wenn er es macht, wenn er das Bild, was er in sich trägt, was er innerlich erlebt, auch wirklich aus sich heraus setzt und macht. Und dann sieht er erst, wollte ich das eigentlich schon von Anfang an oder ist das erst entstanden, indem ich es mache?

Frage: Wir haben bei uns auf dem Hof beim Präparatetreffen machen wir regelmäßig Wahrnehmungsübungen mit der ganzen Gruppe aus der Region. Und wir hatten von Horn-Kieselpräparat von Pierre Masson und unser eigenes. Und wir hatten eine Pierre Masson Parzelle, ne Nullparzelle und ne eigene Parzelle. Und die Wahrnehmung war erstaunlich. Und das waren nicht nur Leute, die eng, eng, eng verbunden mit dem Hof sind und dort leben, sondern auch eben aus entfernteren Höfen. Und alle haben die Zugehörigkeit dieses Präparates wahrgenommen zu der Fläche. Es hatte eine ganz andere Wirksamkeit.

Manfred Klett: Naja, also ich meine, solche Dinge sind wunderbar. Es ist auch ein soziales Geschehen, eminent soziales Geschehen, der Umgang mit den Präparaten.

Die Dreigliederung des Menschen als Ausgangspunkt 00:32:28

Also ich möchte jetzt versuchen, mal deutlich zu machen, wo eigentlich der Ausgangspunkt ist. Dass überhaupt die Präparate in dieser Form entstanden sind. Und das formuliert Rudolf Steiner selber. Im Landwirtschaftlichen Kurs, wo er immer sagt: "Es wird vom Menschen ausgegangen. Der Mensch wird zur Grundlage gemacht."

Also man kann sich überhaupt nicht hineindenken, hineinfühlen in die Präparate, wenn man das nicht beherzigt, das vom Menschen ausgegangen ist. Und was heißt das jetzt? Das heißt, dass man mal hinschaut, das entwickelt Rudolf Steiner schon im zweiten Vortrag des Landwirtschaftlichen Kurses, quasi die Basis überhaupt des ganzen Kurses, dass er den Menschen charakterisiert in seiner Dreigliederung? Und ich weiß nicht, ob das jemals schon Ihnen zu Ohren gekommen ist, die Dreigliederung des Menschen.

Publikum: Ja, das im Januar bei Ihnen.

Manfred Klett: Ja. Und da ist es ja so, ich möchte es nur noch mal kurz anzeichnen, dass wenn man den Menschen also jetzt sehr, sehr furchtbar schematisch in dieser Weise andeutet, und man braucht ja nur auf sich selbst zu gucken. Das ist ja eine Selbsterkenntnisfrage. Das, was in der Anschauung morphologisch bei Menschen anschaubar ist, und was physiologisch in Menschen sich abspielt, dass das ganz deutlich differenzierbar ist. Obwohl es natürlich immer ineinander wirkt, aber es ist differenzierbar. Das heißt, man merkt ja ganz deutlich, dass hier oben so eine runde Kugel ist. Dieses hier auf den Halswirbeln oben drauf ist beweglich und so. Und alle wachen Sinnesorgane sind konzentriert hier im menschlichen Haupt. Der Augensinn, der Gehörssinn, der Geschmackssinn, der Geruchssinn. Gerade die wachen Sinne sind hier konzentriert und im übrigen auch die darüber hinausgehenden Sinne, das ist der Wortsinn, der Gedankensinn und schließlich der Ichsinn. Aber die gehen über diese Sphäre hinaus. Es gibt dann noch die unteren Sinne, die brauche ich jetzt nicht weiter sagen, also der Tastsinn, der Lebenssinn und der Eigenbewegungssinn. Das sind dann die Sinne, die mehr im ganz unterbewussten, in den Tiefen des Organismus ruhen. Also das ist hier konzentriert in diesem Haupt. Und dieses Haupt hat eben eine harte Schädeldecke, die weitgehend abgestorben ist, gering durchblutet, nur außenrum ist da so ein bisschen so die Kopfhaut, die ist stark durchblutet hier außenrum und aus der wachsen dann auch die Haare da oben raus und so und so und so. Aber die Haare sind auch schon wieder tot, die kann man abschneiden, ohne dass man es merkt.

Und die Sinnesorgane sind übrigens auch tot, nahezu tot, nicht ganz. Aber nur weil sie ständig eigentlich mehr physisch sind als lebendig, können wir schauen, können wir mit den Augen in die Welt gucken, können wir mit den Ohren hören. Da zieht sich das Leben aus den Sinnesorganen heraus und dann sind die rein, das Auge ist ja aufgebaut fast wie ein Fotoapparat. Und auch das Gehör ist ja so, dass diese drei bzw. vier Gehörknöchelchen im Innenohr, das ist eine rein mechanische Angelegenheit mit dem Trommelfell. Also praktisch physikalisch. Und erst jenseits des Trommelfells, da fangen die physiologischen Prozesse an, im Ohr und so auch im Auge, in dem Sehnerv, der an die Nesshaut mündet und dann ins Gehirn geht. Das sind alles Prozesse im Kopf, die eigentlich, möchte ich mal sagen, mehr dem Tod näher sind als dem Leben.

Das charakterisiert das menschliche Haupt. Wir sind am wenigsten lebendig. Man merkt ja, das habe ich ja schon mal gesagt, wenn man jemandem die Faust aufs Auge haut, dann sieht er nichts mehr. Weil jetzt das Blut sozusagen so in das Auge strömt, um zu regenerieren. Und solange der Stoffwechsel, das Blut als Träger, der das Stoffwechsel heraufträgt ins Auge, solange das überwiegt, kann ich nichts sehen. Es muss erst wieder der Lebensvorgang zurückgenommen werden. Und dann werde ich wieder sehend. Also das charakterisiert den Kopf und auch hier drin ist dann das Gehirn. Also ich nehme an, das ist jetzt ganz ausgefüllt, das ist jetzt nicht ganz ausgefüllt, der Kopf mit dem Gehirn. Das ist ja eine Substanz, die Gehirnsubstanz, die ist dem Tod näher als dem Leben. Die muss ständig absterben, ständig absterben. Die größte Atmungsintensität, die der Mensch hat, die ist im Kopf. Im Kopf wird das CO2 erzeugt, hauptsächlich, durch Abbau, Abbau, Abbau, Abbau. Und weil aufgrund dieser Abbauprozesse, dieser Sterbeprozesse, wählen wir unser Selbstbewusst. Das Bewusstsein wird im Kopf erzeugt, nicht im Stoffwechsel, nicht irgendwo sonst, sondern das Gehirn ist das bewusst machende Organ, nicht das gedankenerzeugende Organ. Das ist ein vollkommener Irrtum. Es macht die Gedanken bewusst. Aber wenn Sie sagen, da stirbt die ganze Zeit was ab, dann bildet sich ja auch die ganze Zeit was neu.

Frage: Das ist doch sehr lebendig.

Manfred Klett: Das ist eine unglaubliche intensive Durchblutung des Gehirns. Das muss ständig ernährt werden, insbesondere mit Sauerstoff. Und dieser Sauerstoff ist aber derjenige, der sich dann über die Abbauprozesse mit Kohlendioxid verbindet und dann schleunigt es auch wieder über den venösen Blutkreislauf zurückgeführt werden muss in die Lunge. Die größte Atmungsaktivität des menschlichen Körpers ist im Kopf. Nicht in den Beinen. Das ist sozusagen ein Pool, wo Abbauprozesse stattfinden und dort, wo wir unser Denken zum Erleben zum Bewusstsein bringen. Das Gehirn macht bewusst auch Gefühle werden bewusst und so weiter. Das ist ein Pool. Der Kopf durchzieht natürlich den ganzen übrigen Organismus selbstverständlich mit den Nerven bis in die entferntesten Gegenden des großen Zehs. Das Nervensystem durchdringt den ganzen Organismus.

Ich möchte es nur ganz kurz andeuten, weil es wichtig ist für das Verständnis der Präparate. Nun haben wir hier das Zwerchfell. Dieses Zwerchfell grenzt den unteren Menschen von den mittleren Menschen ab und darunter unter dem Zwerchfell da haben wir lauter Vorgänge, von denen wir keine Ahnung haben. Ein Glück. Es sei denn, wir haben Bauchweh oder so. Dann haben wir mal eine Ahnung, was da ist. Aber da sind wir ganz unbewusst. Alles, was unter dem Stoffwechsel und unter dem Zwerchfell sich abspielt, in die Verdauungsorgane, in die ganzen hormonellen Prozessen, was da an Auf- und Abbau stattfindet, Nahrungsabbau und gleichzeitig wieder Aufbau an Körpersubstanz, davon haben wir eigentlich kein Bewusstsein. Was sich da aber abspielt, ist genau gegenbodig zum Kopf. Hier haben wir es mit Vorgängen des Lebens zu tun. Hier haben wir es Vorgängen mit Aufbau zu tun. Hier haben wir es mit Vorgängen zu tun, wo wir unseren Willen entwickeln. Das Wollen. Also man merkt, der Mensch ist im Grunde genommen ein zweigliedriges Wesen unter diesem Gesichtspunkt. Total polarisiert. Voll Wachbewusstsein hier oben, Unbewusstheit hier unten. Hier mehr Absterbeprozesse, hier mehr Aufbauende Prozesse. Auch über die Ernährung und so weiter. Kraftentfaltung.

Und dazwischen ist nun dieser finden wir beim Menschen und natürlich bei den Tieren auch, aber eben hier anders. Hier ist das Herz. Hier ist die eine Lunge und hier ist die andere Lunge. Beides Organe, die rhythmisch arbeiten, also im Rhythmus der Stoffwechsel arbeiten nicht im Rhythmus und auch der Kopf nicht. Sondern die eigentlich rhythmischen Organe, der Herzschlag, das Pulsieren der Herz oder die Atmung der Lunge, das sind Rhythmusorgane. Dieses Rhythmische ist eigentlich nichts anderes wie das Vermitteln der Organs zwischen oben und unten. Das Herz, was wiederum im Blutkreis läuft, herunterströmt in die Niederungen des Stoffwechsels und aufsteigt in die Höhen des denkenden Kopfes. Das verbindet diese Pole. Es ist eigentlich eine verbindende Mitte. Und hier, also in diesem rhythmischen Rhythmus, da schreibe ich mal Rhythmus hin, mit Herz und Lunge, da entwickeln wir unser Fühlen, seelisch. Da ist der Mensch, das Fühlen ist immer der Mittler zwischen oben und unten. Und auch das Blutkreislauf, die Atmung von der Mitte aus strahlt nach oben und nach unten und verbindet diese Organe. Von daher gesehen muss man sagen, der Mensch ist ein dreigliedriges Wesen. Nach Nervensinnessystem, Kopf, nach Stoffwechselgliedmaßensystem, das ist da unterhalb des Zwerchfels bis in die Gliedmaßen. Das Erstaunliche ist ja, dass in den Röhrenknochen unserer Beine Blut gebildet wird. Das Blut stammt aus den Knochen, aus den Röhrenknochen, aus dem Knochenmark. Da wird das Blut gebildet. Hier ist die Neubildung und hier ist der Knochen ist ein Mittelbereich, der das rhythmisch verbindet. Und dieses Prinzip, das muss man, das kann man nicht auswendig lernen. Das kann man in Selbsterkenntnis, in Selbstanschauung, kann man das einfach nachvollziehen. Ich kann nur kurz erwähnen, an dem Prinzip der Dreigliederung, das Rudolf Steiner zum ersten Mal 1917 erwähnt, ausführt, darlegt, in den Menschenrätseln 1917, da führte er aus, dass er 30 Jahre lang geforscht hat, in Bezug auf diese Dreigliederung. 30 Jahre lang, ehe er überhaupt ein Wort darüber verloren hat. Das ist eigentlich ein unendlich tiefes Geheimnis, was aller übrigen Natur auch zugrunde liegt, aber was bei Menschen idealtypisch sich gliedert, weil der Mensch wirklich eine Mitte hat. Das Tier hat in dem Sinne keine Mitte, sondern gehen die beiden Pole, Stoff oder Kopf, die gehen so ein bisschen ineinander über in der Mitte. Auch bei den Säugetieren, die auch ein Herz und Lunge haben, haben diese Organe nicht diese vermittelnde Funktion wie bei Menschen, sondern erst beim Menschen erwacht die Mitte so auf, wird sie so wach, dass man sich als Mensch in Selbsterkenntnis erfassen lernt. Dass ich mein Menschsein überhaupt erfühle, dass ich sage, ich bin ein Mensch, dann merke ich ganz deutlich, dass dasjenige, was in mir noch als Erbschaft aus der frühesten Vergangenheit in mir sozusagen als tierisches Element lebt, dass ich das überwinden kann. Aber aus der Mitte heraus, nicht aus dem Kopf heraus, nicht aus dem Stoffwerk selbst, sondern immer ist das voranschreitende, zukünftige, was in die Zukunft wirken will, das kommt immer aus der Mitte des Menschen, aus der Herzfunktion.

Die Landwirtschaftlichkeit: der Boden als Mitte zwischen oben und unten 00:46:25

Also wenn man dieses Bild, was ich nur angedeutet habe in aller Kürze, jetzt über Tage mal auf unseren Landschaftchen hoch, dann ist es ja so, dass hier der Erdboden ist, dann haben wir ja hier unter der Erde bestimmte Prozesse und über der Erde bestimmte Prozesse, was nichts deutlicher zeigt als die Pflanzenwelt. Die Pflanzenwelt, die Pflanze wächst ja mit der Wurzel hier runter und mit einem Spross hier rauf, also sagen wir mal, das wäre jetzt ein Geteile, dann wächst die Wurzel herunter in eine Welt, die man so andeuten will, wo auch solche Todesprozesse, wo sowieso das Mineralische ist herausgefallen aus dem Lebensprozess und ist tot, da finden Abbauprozesse statt, Verwitterungen und weiß ich was und da ja wie soll ich sagen, da spiegelt sich in gewissem Sinne der äußeren Natur dasjenige, was im menschlichen Haupt eigentlich absteht. Es ist gleichsam der Kopf dessen, was Rudolf Steiner die Landwirtschaftlichkeit nennt. Also jetzt hinausprojiziert vom Menschen auf die Natur und dasjenige, was jetzt hier über der Erde sich abspielt, ist gänzlich andere Natur. Da sind also Stoffwechselprozesse, Wind und Wetter und da regnet es und vom Himmel dann trocknet es plötzlich wieder aus, da ist also ein Sturm fort während der Wechsel- und Wandelzugange über der Erde. Und da wächst dann die Pflanze ganz anders, also die Wurzeln nach unten wechseln nach oben, der Sonne entgegen. Sodass wir hier sagen müssen, also hier haben wir es mit einem sozusagen dem Kopf dieser der Landwirtschaftlichkeit, wie wir das Ganze bezeichnen, also der auf dem Kopf stehende Mensch, der hat seinen Kopf unter der Erde und sein Stoffwechselpol über der Erde. Und hier haben wir es also mit dem Bauch dieser Landwirtschaftlichkeit zu tun.

Und die Pflanze in ihrem Wachstum, in dem vertikalen Wachstum, der Wurzel, die in Richtung Erdmittelpunkt geht und der Schwurzel, der in Richtung Sonnenmittelpunkt geht, in dieser Aktie symbolisiert und nicht daran, die manifestiert in ihrem ganzen Wachstum spiegelt gewissermaßen diese diese Tatsache, dass wir es hier mit völlig gegenpoligen gegensätzlichen Geschehnissen zu tun haben, unter der Erde und über der Erde. Und jetzt haben wir hier dazwischen haben wir hier dazwischen den Boden. Und man kann das Geheimnis des Bodens eigentlich nur verstehen, wo er stand, er bezeichnet ihn ja als Zwerchfell. Das heißt, wenn er gleichsam beide Pole sich da im Boden berühren und sich gegenseitig durchdringen im Jahreslauf, im Winter anders als im Sommer, durchdringen die sich und da bildet sich diese Bodenhaut aus, die die Fähigkeit hat, dass die ganze höhere Schöpfung aus dieser Mittelzone zwischen diesem oben und unten empor spricht, das Pflanzenwachstum, die Grundlage alles Lebens auf der Erde für Tier und Mensch, kommt aus dieser hauchdünnen Schicht dieser Mittelschicht wo sich diese beiden Pole im Sommer durchdringen, vom Frühjahr über den Sommer durchdringt sich das und im Winter, Herbst, Winter, lösen sich diese Pole mehr voneinander. Und der Boden ist immer der Spiegel dieser Berührung des oben und unten. Die ganze Fruchtbarkeit des Bodens hängt eigentlich ab, wie jeweils diese beiden Pole sich durchdringen. Von oben scheint die Sonne und von unten wirken die Erdenkräfte, die physischen.

Frage: Wo könnte man mit der Pflanze die Mitte zuordnen, weil ich denke gerade daran, Rhythmus kommt ja bei der Pflanze, könnte man ja zum Beispiel bei der sich wiederholenden Gliederung der Blätter sehen.

Manfred Klett: Ist die Pflanze dann auch dreigegliedert oder ist sie zweigegliedert? Zunächst ja. Wurzelstängelblatt muss man zusammenschauen und Blüte. Also die Wurzel ist sozusagen der Saalpol der Pflanze, der Salzpol. Das irdische. Die nimmt die Pflanzen auf und schickt die nach oben und von oben ist der ganze Kosmos beteiligt, der planetarische Umkreis und die Sonnenwirkung, die jetzt in der Pflanze ständig aufbauende Prozesse bewirken. Und das geht zusammen und bei der Pflanze ist ja das Eigenartige, dass hier hier ist der Same und hier entwickelt sich ja die Wurzel nach unten und dort nach oben und da gibt es also eigentlich so etwas bei der Pflanze wie eine Art Nullpunkt, wo man sich immer fragt, wie kann das, dass das möglich ist, dass die Pflanze aus dem Keimling zack etwas in die Tiefe schickt und genau gegenpolig den Spross nach oben. Das ist wie ein Nichts, in dem Sinne, aber sie nimmt die Mitte so ein bisschen mit und das erscheint dann in der Blattfolge der Metamorphose der Blätter, bis auch die Blätter sich dann im Stiel verlieren und dann die Blüte aufblüht. Aber das Eigenartige ist, dass man gar nichts findet, man spricht dann vom Hypokotyl, gar nicht recht was findet, wo diese Wendung, dieser Impuls nach unten und nach oben wirklich festzumachen ist.

Wurzel, Same, Mitte: wie die Pflanze den Menschen ernährt 00:53:11

Und jetzt ist also diese Mitte zwischen oben und unten das ist sozusagen unser Acker, das ist unser Feld, wo wir jetzt das kultivieren und damit rechnen, dass ähnliche Prozesse wie hier im menschlichen Haub von unten nach oben wirken, ähnliche Prozesse wie im Stoffwetter von oben nach unten wirken. Und sich hier durchdringen und dadurch im Jahreslauf, weil sie sich anders durchdringen, im Winter oder gar nicht, da lösen sie sich voneinander und im Sommer umso mehr sind sie miteinander verbunden. Auch der Jahreslauf ist ein vollkommen in Gegensätzen sich vollziehender Prozess. So, und jetzt ist es ja vielleicht bekannt, dass wenn ich jetzt eine Pflanze habe wie die Möhre, dass die hier na, ich habe keine richtige Farbe, dass die hier jetzt hier fruktifiziert, unter der Erde und dann ihre Wurzeln darunter senden. Und das heißt, es ist eine Frucht, die im Kopfpol der landwirtschaftlichen Dualität fruchtet, unter der Erde. Ein ganz ungewöhnlicher Prozess, dass eine Wurzel fruchtet. Und wenn ich jetzt diese Wurzel nehme und mache sie zum Nahrungsmittel für Mensch und Tier, dann gehört es zur Pflege eines biologischen Nahrungsbetriebes, dass ich Möhren anbaue, um Kälber damit zu füttern. Warum? Oder warum gebe ich den Babys, warum gebe ich den Möhren bei? Warum denn? Weil diese ja, weil diese Wurzel hier das Nervensinnessystem des Menschen ernährt. Es schafft sozusagen die Intelligenzgrundlage, die Entwicklung des Nervensystems von frühester Jugend auf. Das muss unterbaut werden durch eine entsprechende Nahrung. Wenn man wirklich quicklebendige Kälber haben will, die später eine gutmilchende Kuh werden soll, dann muss man erstmal in dieser Jugendentwicklung eine Wurzelnahrung dem Kalb füttern. Die Futtermöhre.

Und umgekehrt, wenn ich hier oben die Getreideähre habe, die dann ihre Körner da bildet, und wenn ich mit diesen Körnern jetzt den Menschen ernähre, dann ernähre ich seinen Stoffwechsel. Stärke ich den Stoffwechselpol. Das kennen wir, wissen wir, also wer mal Pferde gehabt hat und damit gearbeitet hat, der weiß, dass der Hafer sticht. Hat man so früher gesagt, der Hafer sticht, das heißt, der gibt Kraft. Ich muss den Hafer, den Pferden, füttern, wenn die den ganzen Tag fliegen sollen. Sonst sind sie schon lahm nach ein paar Stunden. Aber dass sie das durchhalten, dazu braucht es eigentlich diese Samenfrucht des Getreides. Also diese ernährt den unteren Menschen, oder die Schweine, wenn sie fett werden sollen, dann muss man eben auch. Mögen die am liebsten, wenn sie da ordentlich Körnernahrung bekommen, also Konzentrate. Das gibt Kraft, das entwickelt sozusagen von unten den Stoffwechselpol. Und alles, was jetzt rhythmisch dazwischen sich entwickelt, also jetzt eine Möhre, eine Kohlpflanze oder ein Salat oder irgendwas, wo die Blätter rhythmisch aufeinander folgen, aber dann zur Frucht zusammengezogen sind, dann ernährt die Mitte eben auch die Mitte des Menschen. Das ist die Grundlage aller Ernährung. Die äußere Natur ist sehr verwandt den Menschen. In Bezug auf die ganzen Lebensprozesse und die Fruchtbildungen und man kann sozusagen unser eigenes Menschsein fördern durch eine Ernährung, die sehr stark Rücksicht nimmt auf diese Tatsache.

Frage: Aber bei Kartoffeln ist es nochmal anders, oder?

Manfred Klett: Was ist da anders? Bei Kartoffeln sagt Steiner doch, dass sie dumpf machen. Das ist auch keine Wurzelnahrung. Das sind Stolonen. Das ist eine Verlängerung des Stängels im Boden unten, die dann diese Knollen erzeugen. Die Kartoffel ist natürlich scheinbar... Es ging nicht um Wurzeln, es ging mehr darum, dass sie auch in diesem Kopfbereich wächst. Jaja, aber die ist egoistisch, die Kartoffel. Die Kartoffel ist egoistisch.

Wie kann man die Mitte des Bodens stärken? 00:58:43

Jetzt kommt nämlich erst die Frage, was die Präparate betrifft. Wenn das hier so ist, dass dieses Organ das Entscheidende ist, die Mitte zwischen oben und unten, wie kann ich die Mitte stärken? Denn beim Menschen ist es so, dass er seine Mitte in sich trägt. Er hat ein schlagendes Herz. Er hat eine atmende Lunge. Er hat sein Fühlen. Er kann sich ständig ausbalancieren innerlich zwischen diesem oben und unten. Dadurch entwickelt er sein Menschsein. Wir wissen ganz genau, ich kann morgen ein anderer Mensch werden als heute. Aufgrund meiner heutigen Erfahrungen mit so und so viel Fehlleistungen kann ich jetzt morgen ein anderer Mensch werden, weil ich das erkannt habe, im Wesentlichen, dass ich das erfühlt habe in mir, dass das ein Irrtum war. Dass das falsch war. Dass ich da mir was vornehmen kann. Und das kommt nicht hier nur vom Kopf. Der Kopf macht mir das nur bewusst. Aber die Sphäre, aus der ich mich entschließe, mich weiter zu entwickeln als Mensch und nicht stehenbleibe, was das fürchterlichste ist, was der Mensch nicht leistet, dass man einfach stehenbleibt, wie man ist. Sondern dass man fortdauernd in sich den Willen verspürt, ein immer verständnisvollerer, liebevollerer, pflegender, empathischer Mensch zu werden. Dass das von der Mitte aus geht.

Und jetzt haben wir draußen in der Natur diese Mitte. Das ist unser Boden. Und jetzt merken wir, dass dieser Boden eigentlich nur reagiert zunächst auf das Oben und das Unten. Dass der gar keine Eigenständigkeit hat. Er hat ein bisschen Eigenständigkeit. Er trägt die Lebendigkeit von dem einen Jahr zum anderen, zum Beispiel sein Humusgehalt. Er kann sozusagen bestimmte kosmische Wirkungen bewahren im Ton. Aber das ist sehr gering. Die Mitte der Landesscheinlichkeit, also der Boden, den wir beackern, der reagiert im Wesentlichen. Wenn die Sonne scheint, dann wird er trocken. Wenn es regnet, wird er nass. Das ist also immer so eine Direktwirkung. Und jetzt ist die Frage, wie kann man diesem Boden mehr Mitte geben. Wie kann man diesen Kopfpol stärker einbeziehen in diese Mitte und den Stoffwechselpol stärker einbeziehen in die Mitte? Vielleicht durch eine Vielfalt.

Frage: Da hat man eben den Wunsch, entweder ganz tolles Wurzelgemüse herzubringen oder ganz tolle Samenfrüchte oder den Salat, der aber auch immer in einer bestimmten Höhe ist.

Manfred Klett: Je mehr da auch noch dazwischen ist, je mehr einfach Vielfalt diesen Bereich ausfüllt, desto gestärkter stelle ich mir das vor. Das ist das eine Element. Das ist das Organische im organischen Landbau. Oder das Ökologische im ökologischen Landbau. Und jetzt ist die Frage, kann ich da eben noch auf andere Weise diese Mitte stärken.

Frage: Mit den Präparaten, durch den Einsatz der Kompostpräparaten, denke ich mal gerade, weil gerade da sind ja auch die tierischen und die pflanzlichen Komponenten so aufeinander abgestimmt, dass die immer ausgleichende Wirkungen haben auf ihr Umfeld.

Manfred Klett: Harmonisierende Wirkungen. Das ist meine ich erstmal die Grundfrage, vor der man steht. Wie kann ich diese Mitte stärken? Und diese beiden Pole sozusagen mehr sich durchdringen lassen. Als Ausgangspunkt einer der Frage, was trägt der Mensch zur Düngung bei? Und das sind die Präparate. Dann kann ich überhaupt nicht erkennen das Ausgangspunkt, die Präparate zu verstehen. Und das möchte ich jetzt mal zunächst mal am Hornmist-Präparat schildern. Nehmen Sie das einfach mal als Grundlage, als Ausgangspunkt, um überhaupt sich hineinzuleben, hineinzudenken in den Präparate Bildungsprozess und Anwendungsvorgang. Dass da eine Beziehung steht, eine reale Beziehung steht, zwischen der außermenschlichen Natur des Hofes und meiner eigenen mikrokosmischen Bildung als Mensch. Das ist makrokosmisch. Das ist mikrokosmisch, aber die korrespondieren. Und ich muss sozusagen ein Selbsterkenntnis, den Ausgangspunkt finden, um ein Verständnis für meinen eigenen Hof zu entwickeln in Bezug auf die ganzen Umkreisbedingungen, die Bedingungen der Tiefe und wie sich das jetzt hier im Boden auslebt. Und dann im Spiegel des Pflanzenwachstums. Ich muss das jetzt abwischen.

Ich sehe in der Spiegelpraktik halbhalb gepflanzte Pflanzen auch bei meinem Kompost in der Struktur schaffenden Kraft vor mir aus. Was meinen Sie? Wenn ich einen Kompost mache, der aus extrem viel Wurzelgemüse steht, beeinflusst sich damit auch wieder mein... Also wenn ich ganz viele Möhren habe, die schlecht waren, die schlecht waren, Ich schmeiße sie alle auf den Kompost, verändere ich damit meinen Kompost im Sinne von dem, was dann daraus entsteht. Dass das nicht mehr harmonisiert, dass es nicht mehr endet, sondern dass du einen Überschuss an fauligen, schlechten Karotten, glaube ich, da drin hast, ne? Naja, also ich meine, der Kompost ist ja nichts anderes, als dass er ein Mittel ist, das ich vorbereite, um es dann aufzubringen auf den Acker und dadurch die Präparate zur Wirksamkeit bringe.

Das Hornmist-Präparat: Mist und Horn als Gegenpole 01:05:18

Vielleicht haben wir noch Zeit, ein paar Worte darüber zu sagen. Also jetzt wollen wir zunächst mal unseren Ausgangspunkt nehmen von unserem Hornmist-Präparat. Das Hornmist-Präparat wird ja hergestellt, wissen Sie, oder? Wir hatten von Ihnen schon mal Präparate hergestellt, Hornmist. Ja, schon einige. Also der Ausgangspunkt ist ja Kuhmist. Eben jener Kuhmist, über den wir uns ja lange unterhalten haben. Und das andere ist das Kuhhorn. Und in das Kuhhorn füllen wir jetzt den Hornmist rein, vergraben es in die Wintererde im Herbst, bleibt dann über Winter im Boden und wird dann Frühjahr rausgenommen. Das ist ein ganz lapidarer Vorgang. Lapidarer geht es fast nicht. Und trotzdem ist man natürlich erstmal schockiert, was man da eigentlich macht. Und wenn man jetzt ein bisschen eindringt in die einzelnen Schritte, dann ist eine gewisse Methodik notwendig. Und zwar eine doppelte. Die eine Methodik ist die naturwissenschaftliche. Ich muss versuchen, durch Beobachtung, durch Wahrnehmung und durch Denken, zu versuchen zu verstehen, was jetzt eigentlich der Stein ist. Aus dem Zusammenhang der Verdauung der Kuh. Das ist ein wesentlicher, auch eine naturwissenschaftliche Auseinandersetzung, die wir pflegen müssen, um tiefer zu verstehen, was ist das eigentlich, dieses Ausscheidungsprodukt der Kuh. Und dann kann man die zweite Frage stellen, was ist das Horn? Was hat das Horn eigentlich für eine Bedeutung im Zusammenhang mit der Kuh? Und ich muss sozusagen die Grundelemente, von denen ich ausgehe, die muss ich versuchen, auch auf naturwissenschaftlichem Felde, mir darüber, soweit man es kann, Klarheit zu verschaffen.

Und dann muss ich allerdings noch an einem anderen Pol ansetzen, nämlich an dem geisteswissenschaftlichen. Das heißt, der landwissenschaftliche Kurs ist nicht ein naturwissenschaftlicher Kurs, sondern ein geisteswissenschaftlicher. Aus der Geisteswissenschaft sind hier die Angaben gemacht, die da jetzt zu diesem Präparate führen. Die Präparate sind nicht eine Technologie, wo wir etwas aus der Sinneswelt heraus, so uns zur Erkenntnis bringen, dass wir daraus ein Auto bauen können. Das ist der übliche Weg der Technologie heutzutage. Während hier wir es mit einer Technologie zu tun haben, die aus der Geisteswissenschaft gewonnen ist. Genau gegen Polig. Und das gilt es, sich bewusst zu werden. Aus dem heraus auch den selben Fragenzusammenhang zu bewegen, innerlich.

So, und das möchte ich jetzt mal tun. Also jetzt haben wir hier den Sommer. Dem geht es voraus, das Frühjahr. Und vom Frühjahr über den Sommer haben wir draußen in der Natur einen Prozess, den ich mal so andeuten will. Das sich entwickelnde, keimende, sich entwickelnde, sein Höhepunkt erreichende Pflanzenwachstum und das wieder abklingende gegen den Herbst. Also hier wäre Herbst. Und dieses Pflanzenwachstum, das fressen jetzt die Kühe. Die fressen praktisch den ganzen Jahreslauf auf, im Verlauf vom Frühjahr über den Sommer zum Herbst und vollziehen daran die kosmisch-qualitative Analyse. Sodass der Dünger im Frühjahr ein bisschen eine andere Konfiguration hat als im Herbst. Und wir verschaffen uns jetzt diesen tierischen Dünger, wo im Vordergrund steht das Wirken von Luft und Wärme. Verschaffen wir uns jetzt diesen Kuhmissdünger, der da anfällt, am Kuhfladen hier draußen auf der Weide. Den sammeln wir jetzt im September. So gerade ein Tag oder zwei vor Michaeli, 29. September, sammeln wir den auf der Weide. Wenn wir das nicht täten, dann würde dieser Kuhfladen, der da abgelegt worden ist, der würde jetzt wieder zurückfallen in den Naturprozess. Der würde jetzt wieder irgendwo durch Abbauprozesse an Milch und Humus umgebildet werden. Das ist der übliche Vorgang. Jetzt hat dieser, wie gesagt, eine besondere Konsistenz, weil nämlich im Verlauf des Jahres das Futter immer mehr Gerüstgestalt annimmt, immer mehr durchgeformt wird, immer stärker zum Bild wird dessen, was sein eigenes Urbild ist, geistig gesprochen. Jede Pflanze hat ein bestimmtes Urbild, eine Pflanzenart, und die tritt immer deutlicher in Erscheinung, je weiter es im Jahr fortschreitet, gegen den Herbst hin. Was die Nahrung der Tiere ist im September, ist schon eine sehr durchgeformte, durchgestaltete pflanzliche, organische Substanz. Und daraus bildet sich jetzt wie eine Frucht des Jahres, könnte man sagen, in Bezug auf die tierische Verdauung und die Nahrung, die es aufnimmt, dieser Kuhfladen.

Und jetzt ist der erste Schritt der Präparation, ich mache mal hier so einen Strich, der, dass ich den von der Weide frisch abgelegt, wie er da ist, aufsammle, einen Schubkarren reintue und dann auf den Hof haare. Und dann ist der nächste Schritt, dass ich den jetzt hier in Hörner hineinstopfe. In einen Kuhhorn. Völlig verrückt. Völlig verrückt, wie kann man auf so einen Gedanken kommen? Was soll das? Und jetzt muss man sich wirklich auseinandersetzen. Einerseits mit dem Mist, der hier auf die Weide fällt, der ist amorph. Der ist völlig gestaltlos. Zum Beispiel ein Stoffwechselendprodukt. Also das verlässt den Stoffwechselpol des Rindes und fällt da auf die Weide. Und ist ganz gestaltlos. Und jetzt nehme ich hier ein anderes Organ, das genau entgegengesetzt bei der Kuh auftritt, nämlich am Kopfpol wechselt es hier oben aus. Genau polar zum Stoffwechselpol. Und dieses Horn ist nun alles andere als amorph, sondern es ist das Formprinzip am allermeisten verwirklicht im Haushalt der Natur. Es gibt kein durchformteres. Die Form ist der Gegensatz von Substanz. Von Stoff. Hier habe ich es mit einem Stoff zu tun, hier habe ich es mit einem Formorgan zu tun. Der Hornhülle. Und diese Hornhülle ist die reinste Materialisierung der Form im Haushalt der Natur. Was Form ist, was Gestalt wird. Es gibt nichts, was so durchgestaltet ist wie gerade das Horn, wo man sagen muss, da ist die Idee der Form gerade eben, manifestiert sich gerade eben in der Substanz, die es gerade ja auch bilden muss, sonst würde ich es ja gar nicht sehen, das Horn. Das ist, was man nennt, eine Polarität.

Das Horn als Sinnesorgan: die innere Intelligenz der Kuh 01:13:56

Machen Sie sich damit das Kuhhorn oder das Wiederkäuerhorn oder die Substanzhorn, also auch den Fingernagel? Das ist alles Horn, aber das Kuhhorn, das hat ja eine bestimmte Funktion da oben. Und auf die komme ich gleich nochmal zu sprechen. Also da packen wir das jetzt rein hier, stopfen das rein. Michaeli ist der schönste Tag im Jahr, wo man sowas machen kann. Und möglichst viele Leute einlädt, die damit machen. Viele Hände, nicht nur da selber da rumkrübeln und rumkrümeln, sondern so viele wie möglich Menschen, die nur irgendwie sich um den Hof herum in anderen Berufen bewegen, sollte man einladen und ein festes Tag machen. Michaeli, dadurch einen festlichen Charakter geben, dass man gemeinsam diese Hörner füllt.

So, jetzt müssen wir uns noch ein Bild verschaffen vom Horn. Was hat es eigentlich für eine Funktion bei der Kuh? Mach ich mal ein bisschen größer. Woraus wächst das eigentlich, das Horn? Das Horn selber?

Frage: Das wächst ja auf dem Hornzapfen drauf, oder?

Manfred Klett: Auf dem Hornzapfen drauf, das Horn selber ist eine Hautbildung. Das ist eine verdichtete Haut. Das Horn ist seiner Substanz nach verdichtetes Eiweiß. Reines Eiweiß. Die Hörner können ja wieder mit dir verbrennen, dann kann das unglaublich stinken. Das merkt man, dass dann ein Stückchen Wasserstoff entsteht. Das ist verdichtetes Eiweiß und ist absolut tot. Herausgefallen aus dem Lebensprozess. Man merkt aber, es wächst jedes Jahr ein Stückchen nach. Aber was gewachsen ist, das wird nur noch so rausgeschoben. Die Hornhülle ist tot. Und das Mist ist total lebendig. Die Hornhülle ist tot. Und jetzt ist es so, dass in dieser Hornhülle, die sitzt ja außen auf, auf einem Knochenzapfen. Und dieser Knochenzapfen wächst bei der Kuh hier aus dem Stirnbein seitlich, nicht aus dem Schlefenbein, sondern aus dem Stirnbein, das zieht sich hier runter, wächst dieser Knochenzapfen heraus. Und zwar folgendermaßen. Nehme ich mal blau. Der wächst hier rein. So etwa. Also hier ist jetzt der Kopf, hier das Rinde, der Schädel. Und dieser Schädel ist ja ungeheuer durchhöhlt. Der Kopf ist ja wirklich hohl bei der Kuh. Also vom Hohlkopf spricht dann bei Menschen nicht ganz passend, aber bei der Kuh stimmt das. Die braucht ja nur auf das Stirnbein ein bisschen klopfen, dann klingt das ganz hohl. Der ganze Schädel von der Kuh ist durchlüftet. Bei jedem Atmenzug atmet der ganze Kopf durch. Und zwar so weit. Ich weiß nicht, welche Farbe ich nehmen soll. Sie atmet hinein bis in die Hörner. Da ist nämlich eine Höhlung. Also der Atmestrom geht tatsächlich, bei der Kuh, nicht beim Bullen, geht er hinein in die Hörner und wieder raus. Wir haben hier mit der Luft einen Luftstrom zu tun, der jetzt in den festen Knochen, der da ganz fest ist, mineralisch das feste Element repräsentiert, da geht dieser Luftstrom hinein und wieder raus.

Und dann haben wir um diesen Knochenzapfen herum, übrigens der Knochenzapfen ist ja nicht von vornherein da, wenn das Kalb geboren wird, ist dann noch kein Knochenzapfen. Und auch kein Horn natürlich. Wann wächst denn eigentlich dieser Knochenzapfen, bzw. wann wächst denn eigentlich das Horn? Die Anlage ist ja direkt zu spüren beim Kalb. Wenn man das genau nachtastet, die Anlage ist ja da. Aber nicht gleich. Aber nach zwei Wochen kann man ja schon die ersten kleinen Sachen machen. Sehr wohl, sehr wohl. Solange das Kalb Milch kriegt, entwickelt das nur sehr langsam, da wird diese kleinen Hubbel, die man dann so ein bisschen erfüllen kann, da kann man doch die Haut noch oben drüber wegschieben, so hin und her schieben. Und wenn das Kalb Raufutter aufnimmt, dann fängt das an mit der Hornbelegung. Und das Raufutter setzt ja überhaupt die Pansentätigkeit in Gang. Vorher nicht. Vorher geht alles in den Labmagen, gleich direkt. Aber die Vormelken sind noch gar nicht tätig. Und sobald das Raufutter aufnimmt, fängt jetzt der Pansen sich zu entwickeln, die Pansentätigkeit. Da baut sich diese Mikrobentätigkeit im Pansen auf. Und dann plötzlich wachsen da oben raus die Hörner. Daran kann man schon allein erkennen, dass die Hornentwicklung mit der Verdauungstätigkeit im Zusammenhang steht.

Das Horn ist keine Waffe. Kann eine sein. Dass man da den Kuhen mal angreift oder der Bulle, das kann sein. So wie ich meine Hände, kann ich Klavier spielen oder kann ins Gewehr nehmen und schießen. Das kann ich alles machen. Die Waffe ist ja nur eine Verlängerung. Früher war es das Schwert oder der Dolch. Heute ist es eine Kanone, wo ich nur einen Klopf drücke und dann ballert es los. Diese Organe können natürlich als Waffe benutzt werden. Aber die eigentliche Funktion ist eine ganz andere.

Frage: Wann würde denn das Kalb, also in so einer Mutterkuhherde zum Beispiel, wann würde das Kalb anfangen, was anderes zu sich zu nehmen als Milch?

Manfred Klett: Das dauert nur länger. Aber irgendwann nimmt es sich auf. In der Mutterkuhhaltung ist es auch.

Frage: Aber die Frage ist wann. Wann würde es anfangen, was anderes zu fressen?

Manfred Klett: Aufzunehmen.

Frage: Genau. Wann? Nach wie vielen Tagen, Wochen, Stunden? Keine Ahnung.

Manfred Klett: Das kann nach 14 Tagen sein, das kann nach 3 Wochen sein. Das hängt von uns ab, wann wir es vorlegen. Wie lange wir ihm die Gelegenheit geben, von der Muttermilch zu trinken. Dann merkt man, dass die Kälber, wenn man ihnen vorlegt, dann nehmen sie es zunächst gar nicht an. Nehmen wir jetzt mal an, eine Herde steht auf der Weide mit den Kälbern zusammen.

Frage: Und das Kalb kann sich permanent aussuchen, trinke ich nur Milch von der Mutter oder fange ich jetzt an, was zu fressen?

Manfred Klett: Nein, das dauert zunächst mal nur von der Mutter. Und dann fängt es irgendwann mal an mit der Raufutteraufnahme.

Frage: Also das ist so.

Manfred Klett: Also zunächst mal ist es eine reine Milchernährung. Weil die Mägen sind ja noch gar nicht so weit entwickelt. Das kommt erst. Langsam, langsam, langsam. Also was ich jetzt andeuten will ist, hier haben wir es also mit diesem Knochen zu tun. So, mach mal ein bisschen stärker. Und hier haben wir es zu tun mit dieser Höhlung im Knochen. Und wenn Sie mal so ein Knochen angucken, dann werden Sie sehen, wenn man den absägt hier, dass man dann in diese Höhlung reingucken kann. Und dann sind da immer so Querstege noch. Also hier Stabilisierungsstege. Aber insgesamt ist es hohl. Da geht der Atmungsstrom rein und raus. Und jetzt haben wir hier um den Knochenzapfen herum, haben wir die Knochenhaut. Der sogenannte Periost. Und der ist ungeheuer stark durchblutet. Und diese Blutbahnen, die gehen durch den Knochen hier durch. Also hier gehen die so durch bis an die Oberfläche. Und ernähren jetzt diese Knochenhaut. Und diese Knochenhaut sondert jetzt das Horn hier außen ab. Aus der Knochenhaut entwickelt sich eben diese Hautbildung, die ja wirklich eine Haut sind. Und diese Haut verdickt sich und schiebt sich dann langsam, hier ist der Quell, schiebt sich dann so nach außen fort. Und dann kann man ja sehen, wie unterschiedlich das Horn wächst. Wenn es einen Kalb hat, dann wird der Schopf so stark beansprucht, dass das Horn weniger wächst. Und wenn es dann wieder geboren ist und draußen frisst die Kuh usw., dann wächst es wieder stärker. Und dann gibt es oben diese wellenartigen Ringe um die Basis des Horns in bestimmten Abständen. Und da kann man zählen, wie viele Kälber die Kuh gebracht hat. Wenn man wissen will, wie viele Kälber die Kuh hat, braucht man nur diese Ringe am Horn zählen.

So, und jetzt haben wir hier nochmal, also der Knochen ist fest und das Horn ist super fest. Dicht, ungeheuer dicht, da geht noch keine radioaktive Strahlung durch. Das ist so dicht, das ist die dichteste Substanz, die die Natur überhaupt hervorbringt, das Horn. Das heißt also, das Horn hat einen bestimmten Aufbau. Und der Aufbau besteht darin, dass es Luft einzieht in die innere Höhlung, dass da ein Knochenzapfen hart herauswächst aus dem Schädel, dass es eine stark durchblutete Zone ist, das Periost, die Knochenhaut, und dann draußen jetzt wiederum fest, aber als eine Verdichtung der Haut, das Horn sich herumlegt. Das heißt, und jetzt, wenn ich so ein Horn anfasse von der Kuh, und wenn ich ein gutes Verhältnis zu den Tieren habe, dann tut sie nicht gleich so machen, das regt die nämlich auf, wenn man die an die Hörner fasst, dann merkt man, wie warm das Horn ist. Jedes Mal im Winter, wenn man kalte Hände hat, dann fasst man einfach an das Horn der Kuh, das ist wie ein Ofen. Durch die ungeheuer starke Durchblutung ist das das wärmste Organ nach außen der Kuh.

Frage: Da ist es ja auch sehr spannend, da gibt es ja nochmal Unterschiede zwischen den Rassen.

Manfred Klett: Also wir haben rotbunte, und beim Paar kommt halt noch das Rotvieh durch, das reingekreuzt wurde mal, und die mit Rotvieh, die haben wesentlich wärmere Hörner. Ja, so ist es. Da gibt es Rassenunterschiede, aber im Prinzip ist das so.

Frage: Aber die Länge spielt auch keine Rolle bei.

Manfred Klett: Diese Wärme, die wird eben durch das Blut verursacht, das hier gegen die Peripherie strömt, an der Grenze zwischen Horn und Knochen. Und haben Sie mal gesehen, wenn eine Kuh ein Horn abgebrochen hat? Wie da das Blut strömt, man kann es kaum aushalten. Man glaubt, dass die Kuh verblutet. So ein Quellen-Blutstrom kommt aus dem Horn heraus. Da fragt man sich, was soll denn das eigentlich? Das Horn, das bisschen da oben, so durchblutet, was soll denn das eigentlich? Was das Horn durchblutet, ist das mit Sauerstoff gesättigt. Arteriell und venös, das weiß ich jetzt gerade nicht. Zunächst ist es arteriell.

Frage: Dann ist es gesättigt, mit Sauerstoff.

Manfred Klett: Sauerstoff beladen. Das kommt direkt vom Herzen aus arterielles Blut. Über den großen Blutkreislauf strömt es hier rauf in das Horn. In den Kopf insgesamt, aber auch ganz besonders ins Horn. Und durchblutet es in einer unglaublichen Weise. Und da fragt man sich immer, braucht das Horn eigentlich diesen intensiv durchblutenden Periost, um da das bisschen Wachstum zu erzeugen, oder was soll das eigentlich? Nun, das Horn ist aufgrund seines Aufbaus, dass es erstens warm ist, Wärme. Dass es durchluftet ist, Luft. Dass es mit Blut durchströmt ist, Wasser, also Feuchtigkeit oder Flüssigkeit. Und aufgrund des Hartwerdens, also sowohl des Knochens als auch des Horns, ist es das feste Erdige. Feste Erdige. Alle vier Elemente klingen im Horn zusammen. Aber eben auf einer ganz physischen Basis. Und diese physische Basis ist es, die das Horn zum Sinnesorgan macht. Das Horn ist einem ganzen Wesen nach ein ausgeklügeltes Sinnesorgan. Wie das Auge, wie das Ohr. Alles physische Organe. Da sind diese vier Elemente, die wirken da zusammen, aber mehr in ihrer physischen Wirksamkeit. Und dadurch wird das ganze Horn zum Sinnesorgan.

Und das möchte ich doch noch, wenn ich diese Betrachtung schnell abschließend erläutern. Der Blutstrom kommt als arterieller Blutstrom von der Lunge, und wird das Herz hier hoch beladen mit den von der Verdauung kommenden Nährstoffen. Also die dann durch die Leber hindurch, durch das Herz in die Lunge jetzt gehen, und dann wieder neu beladen mit Sauerstoff. Da fließt dann das ganze Stoff, das Ergebnis der Stoffwechselverdauung, über das Blut herauf ins Horn. Und das Horn hat die Funktion, das zurückzusteuern. Das Horn lässt das nicht weiter. Das möchte da immer weiter, aber das kann nicht. Das können Sie beim Bullen erleben, was der mit den Hörnern immer so und so macht. Der möchte eigentlich immer die Hörner über sich selbst hinauskommen und ständig zurückgewiesen. Die Hufe unten, also auch das Horn mit der verdichteten Eiweißsubstanz, Hautsubstanz, sind Rückstauorgane. Mit dem Auge kann man in die Welt gucken, aber das Sinnesorgan des Horns funktioniert als Sinnesorgan so, dass die Kuh nach innen guckt. Das ist ein Sinnesorgan, was im Grunde genommen wahrnimmt die Stoffwechselvorgänge, die sich in Pflanzen beim Wiederkauen eben in dieser kosmisch-qualitativen Analyse vollziehen. Das Wiederkauen ist der Anfang dieser Analyse. Das Horn ist die Vollendung. Da schließt sich dieser ganze Prozess ab. Und da wird sozusagen der Blutstrom hier wieder zurückgestaut in den ganzen Organismus. Und dieser Rückstau bewirkt, dass die Kuh ihr Bewusstsein entwickelt. Das entwickelt sie gar nicht so sehr im Gehirn. Das Gehirn macht ihr möglich, dass sie die Beine bewegen kann, dass sie rumspringen kann, dass sie die Ohren mal so stellt oder so, durch äußere Bewegungen. Aber das eigentliche Bewusstsein der Kuh ausmacht ist nicht das Gehirn, sondern das, was vom Horn zurückstrahlt in den Bauch. Und da vollzieht sich erst wirklich in letzter Vollendung die kosmisch-qualitative Analyse.

Frage: Und dann könnte man ja denken, dass wenn die Kuh eben keine Hörner haben darf, dass die dann auch nicht so richtig in den Organismus des Hofes eintauchen. Also eher so muskulös davon.

Manfred Klett: Gucken Sie sich doch mal die Kühe an, die stehen da so rum. Die heben auch nicht mehr so richtig den Kopf. Die sind gar nicht mehr wach, hell in ihrem Bewusstsein. Solche enttarnten Tiere, die sind ja auch sehr zahm, die sind ja auch sehr irgendwo, aber eben lahm. Bewusstseinsmäßig lahm. Und ich würde sagen eher tendenziell dumm. Also die Helligkeit der Kuh, wenn Sie mal eine Kuh anschauen von vorne, so richtig, dann sehen Sie die Gesichtszüge und die Hörner. Die Hörner sind wie eine Art Intelligenzglanz als Sinnesorgane, wo man merkt, da geht nichts nach draußen, da geht alles nach innen. Ja, also...

Frage: Gab es in Darmstadt auch schon mal Versuche, wo auf der stofflichen Ebene Hornlose und Gehorne für die Kühe durch den Kot angeguckt wurde? Ob das einen Unterschied macht? An der stofflichen Zusammensetzung?

Manfred Klett: Ja, also die Enttarnung macht einen großen Unterschied. Die Tiere haben keine Orientierung mehr. Vor allen Dingen, wenn Sie mal so einen Stall sehen mit, sagen wir mal 900 Tieren, wie es in Amerika die Regel ist, dann stehen die alle wie Sägeböcke da, jedes für sich. Da ist gar kein Zusammenhang mehr. Da merkt man gar nicht, dass da zwischen den Tieren noch irgendwas korrespondiert. Denn fehlt einfach dieses Sinnesorgan, was aber nicht wie das Auge nach außen wirkt, sondern nach innen und sorgt für diese innere Intelligenz. Die Kuh ist ungeheuer intelligent, aber in ihrem Verdauungspol, nicht in ihrem Kopfpol. Aber das wirkt dann über die Verdauung so, dass man plötzlich merkt, die Kuh ist lebendig, die ist wach, die hebt den Kopf zum richtigen Zeitpunkt und man denkt, sie hat wieder Unterdrücker. Also man merkt am Verhalten der Tiere ganz deutlich den Unterschied. Ganz deutlich. Ja, wir müssen aber wirklich zu Ende kommen, das ist wirklich furchtbar. Das muss man versuchen zu verstehen, dass wir es mit einem Sinnesorgan zu tun haben, im Horn und mit einem Stoffwechselprozess hier im Gegenpol. Und die bringen wir jetzt zusammen. Und da machen wir morgen weiter.

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